DE14033C - Verbesserungen in dem Verfahren und den Mitteln zur Wein - und Champagner-Fabrikation - Google Patents

Verbesserungen in dem Verfahren und den Mitteln zur Wein - und Champagner-Fabrikation

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DE14033C
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F. A. REIHLEN in Stuttgart
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12FRECOVERY OF BY-PRODUCTS OF FERMENTED SOLUTIONS; DENATURED ALCOHOL; PREPARATION THEREOF
    • C12F3/00Recovery of by-products
    • C12F3/06Recovery of by-products from beer and wine

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
Zusatz-Patent zu No. 10945 vom 1- Januar 1,880.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. October 1880 ab. Längste Dauer: 31. December 1894.
Das Bedürfnifs, die gährungserregende Kraft der Traubenhä'ute sowohl als deren Farbe und Aroma jederzeit und bequem zur Hand zu haben, verbunden mit dem Umstände, dafs manche Arbeiten an Wein und Weinmost ausschliefslich die Häute, andere ausschliefslich die Traubenkerne verlangen, haben den Erfinder veranlafst, auf Mittel und Wege zu sinnen, diesem Bedürfnifs gerecht zu werden.
Dazu kommt, dafs die in der Patenschrift No. 10945 angegebene Auf bewahrungsweise unter gegohrenem Weine zwar die Gährung erregende Kraft der Häute Jahre lang erhält, wogegen die Farbe und das Aroma grofsentheils rasch verloren gehen.
Trocknung der Prefsrückstände, wie sie sind, erwies sich als reine Unmöglichkeit, da §ie hygroskopisch bleiben und darum verderben; aber auch das sorgfältigste Auswaschen mit kaltem Wasser, um die letzten Reste des süfsen Mostes vor der Trocknung auszuziehen, erwies sich aus zwei Gründen als unthunlich, einerseits, weil das zähe, klebrige Traubenmark in dem Innern der Häute sich nicht beseitigen liefs, vielmehr bei deren späterer Trocknung sich so fest mit den Häuten vereinigte, dafs sie auch in kochendem Wein und Wasser hart und völlig lederartig blieben; ein zweiter überraschender Umstand aber ist der, dafs bei ungekochten Häuten unter kaltem Wasser der Farbstoff schwarzer Trauben sich in ganz kurzer Zeit in eine braungraue, torfartige Substanz verwandelt.
Die Waschung der Häute nun in ihrem eigenen süfsen Most mit einer solchen Waschmaschine, welche zugleich das im Innern der Häute befindliche Traubenmark beseitigt, führte endlich zum Ziel. Die unten näher beschViebene Waschmaschine wird mit den zerdrückten Traubenbeeren (ohne Kämme) gefüllt; durch ihre eigenthümliche Thätigkeit wird das klebrige Traubenmark an den Häuten und Kernen, namentlich aber auch dasjenige in dem Innern der Häute selbst, in den Weinmost schwimmend überführt. Dieser Weinmost läuft am unteren Ende der Maschine durch einen Seiher (der Kerne und Häute in der Maschine zurückhält) ab und setzt sein Traubenmark (bei manchen Sorten 1.0 bis über 1 5 pCt. vom Tfaubengewicht) auf feinen Sieben oder einer ähnlichen Filtrationsvorrichtung ab. Der so fütrirte Saft wird zu weiterer Auswaschung oben in die Waschmaschine zurückgegossen und damit so lange fortgefahren, bis der aus der Maschine abfliefsende Saft auf dem Filter kein Traubenmark mehr absetzt. Die Häute und Kerne werden nun aus der Waschmaschine genommen.
Die mit klebriger Substanz früher umgebenen Kerne sind jetzt glatt wie Apfelkerne, während die sonst so schlüpfrigen Häute sich wie reingewaschene, feuchte Leinwand anfühlen.
Solche reine Häute und Kerne lassen sich rasch und leicht trocknen; unmittelbar ehe dieses geschieht, übergiefst man sie zur Beseitigung der Weinmostreste mit reinem (nicht

Claims (7)

eisen- und kalkreichem) Wasser, befreit sie durch sofortiges starkes Pressen von diesem Waschwasser und trocknet sie möglichst rasch. Auf diese Weise behalten sie aufser ihrer Gährkraft auch Farbe und Aroma, welche ihnen nach beliebiger Zeit erst durch Kochen genommen und in Wein, Most etc. (nach der Beschreibung. Patent No. 10945) übergeführt werden kann. Die für manche Zwecke der Weinbereitung so wichtige Trennung der trockenen Häute und Kerne geschieht nun am einfachsten durch eine Getreideputzmaschine; die Kerne fallen durch das Sieb, während die Windmühle die Häute gesondert auswirft. Bei deren Verwendung hat man es nun ganz in der Hand, den Häuten vor ihrer Aufschliefsung durch Kochen dasjenige Quantum von Kernen beizugeben, welches der zu bereitende Wein erheischt, während die lauteren Kerne durch ihren Gerbstoffgehalt eine viel vollkommenere Beseitigung der stickstoffhaltigen Substanzen des süfsen Weinmostes gestatten, als dieses durch einfache Erhitzung und Filtration erreicht werden kann. Geringe Prefsrückstände ohne Farbe und Aroma, bei denen nur die gährungserregende Kraft der Häute in Betracht kommt, können auf dieselbe Weise statt mit Most mit Wasser gewaschen werden, um sie dann wie die anderen zu trocknen, Die Zerlegung der Traubenbeeren in:
1. reinen Saft,
2. Traubenmark,
3. reine Häute,' und
4. reine Kerne
ist durch die Waschmaschine nicht nur bei frischen Trauben, sondern auch bei getrockneten (Rosinen) ebenso leicht durchzuführen. Diese werden nach Befreiung von ihren Kämmen mit ihrem ca. 2 Y2-fachen Gewichte kalten Wassers versetzt und an kaltem Orte eingeweicht, bis sie mit der Traubenraspel wie frische Trauben zerdrückt werden können; darauf kommen sie in die Waschmaschine, wo sie sich ganz wie frische Trauben verhalten und ebenso behandelt werden.
Beschreibung der Waschmaschine.
Dieselbe ist ein Cylinder mit Leisten, welcher sich um seine Axe (wie Rüben- oder Kartoffelwaschmaschinen) dreht; zu den zerdrückten Beeren wird jedoch eine grofse Anzahl von kleinen Kugeln von Glas oder Steingut eingebracht, welche durch die Drehung mit den Häuten und Kernen gehoben werden. Beim Herabfallen auf den dichten Mantel schlagen nun diese kleinen Kugeln auf die Häute, wodurch das Trauhenmark durch den heftig bewegten Saft nach und nach aus den Häuten herausgeschwemmt und sammt dem von den Kernen abgeriebenen Mark im Saft zum Schwimmen gebracht wird.
Das Abseihen und Filtriren ist oben angegeben.
Statt cylindrischer Maschinen sind auch wiegenartig bewegte und andere ähnliche Waschmaschinen mit den Glas- oder Steingutkugeln möglich. Waschmaschinen mit Schlagleisten sind anwendbar, allein die Anwendung der kleinen Glas- oder Steingutkugeln verdient entschieden den Vorzug.
Patent-Ansρrüche:
1. Das Verfahren zum Trocknen der Häute und Kerne von Trauben, zu welchem Zweck Häute und Kerne in frischem Traubenmost so lange gewaschen werden, bis dieselben von der ihnen anhaftenden hygroskopischen, klebrigen Substanz vollständig befreit sind, worauf sie bei mäfsiger Wärme schnell getrocknet werden.
2. Zu der Herstellung von getrocknetenTraubenhäuten und Kernen die Anwendung einer Waschmaschine, bestehend aus einer im Innern mit Leisten besetzten, rotirenden Trommel, in welche die Prefsrückstände oder zerdrückten Traubenbeeren gleichzeitig mit Kugeln aus Glas oder Steingut eingefüllt und unter Zuflufs von Most durch Drehen der Trommel in beständiger Bewegung gehalten werden.
3. Die Verwendung derselben Waschmaschine, um Prefsrückstände ohne Farbe und Aroma mit Wasser zu waschen, um dieselben jenseits ihrer Trocknung als blofse Gährungserreger zu benutzen.
4. Die Herstellung getrockneter Häute und Kerne aus Rosinen, indem man die Rosinen in kaltem Wasser aufweicht, mit dem Weichwasser zerquetscht und die Häute und Kerne mit dem Safte so lange auswäscht, bis die klebrige Substanz entfernt ist, worauf die Häute und Kerne bei mäfsiger Wärme schnell getrocknet werden.
5. Die Anwendung der. getrockneten Häute und Kerne zusammen oder der Häute und Kerne je getrennt zur Bereitung von Wein, Obstwein und Champagner.
6. Die Schönung des süfsen Wein- und Obstmostes durch Kochen mit den ihrer klebrigen Substanz beraubten Kernen, deren Gerbstoffgehalt die stickstoffhaltigen Substanzen des Mostes ausscheidet.
7. Die Trennung der Häute und Kerne mit Hülfe einer nach Art der Getreideputzmaschinen mit Sieb und Ventilator eingerichteten Maschine.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2743369A1 (fr) * 1996-01-09 1997-07-11 Univ Reims Champagne Ardenne Procede de traitement de lies viniques et produits obtenus par ce procede

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2743369A1 (fr) * 1996-01-09 1997-07-11 Univ Reims Champagne Ardenne Procede de traitement de lies viniques et produits obtenus par ce procede
WO1997025409A1 (fr) * 1996-01-09 1997-07-17 Universite De Reims Champagne-Ardenne Procede de traitement de lies viniques et produits obtenus par ce procede

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