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Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennstoffversorgungsanlage für
ein Gasturbinentriebwerk, in der ein zwischen einer Kreiselpumpe und einer Brennstoffversorgungsquelle
angeordnetes Einlaßventil den Brennstoffzufluß zur Kreiselpumpe steuert, in der
sich der Brennstoff infolge der auf ihn ausgeübten Zentrifugalkraft in Form eines
Ringes an die Innenwand des Pumpenraumes anschmiegt, wobei die radiale Tiefe des
Ringes von dem hydraulischen Druck in der Zuleitung zu den von der Pumpe zu versorgenden
Brennern abhängt, und in der ein mit Brennstoff als Strömungsmittel arbeitender
Zusatzversorgungskreis vorgesehen ist, der eine Schubdüsenverstelleinrichtung nach
Maßgabe einer Steuervorrichtung versorgt.
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Es ist bekannt, die Brennstoffversorgung von Brennerdüsen, und zwar
entweder von den Düsen eines Hauptbrenners oder den Düsen eines Nachbrenners, mit
Hilfe einer Kreiselpumpe vorzunehmen. In eine solche Kreiselpumpe strömt der Brennstoff,
der mit Hilfe einer Vorpumpe aus dem Brennstofftank herausgeholt wird, mit relativ
niedrigem Druck ein. Mit Hilfe einer umlaufenden Scheibe wird der Brennstoff im
Pumpeninnenraum zur Wand geschleudert und bildet dabei die Form eines Ringes aus.
Die radiale Tiefe des Ringes ist dabei abhängig von dem Gegendruck des Brennstoffes
in der Leitung, die zu den Brennerdüsen führt. Eine solche Pumpe wird stets unterhalb
des maximalen Auslieferungsvermögens betrieben.
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Es ist weiterhin eine Brennstoffversorgungsanlage bekannt, bei welcher
der Brennstoff mit einer Förderpumpe zu den Nachbrennerdüsen gepumpt wird. Die Hauptbrennerdüsen
werden ebenfalls über eine unabhängig davon arbeitende Pumpe mit Brennstoff versorgt;
diese Versorgung soll aber in der nachfolgenden Betrachtung unberücksichtigt bleiben.
Außer der Pumpe für die Nachbrennerdüsen ist noch eine weitere Pumpe vorgesehen,
die einen Hilfsversorgungskreis mit Brennstoff versieht. In dem Hilfsversorgungskreis
sind Stellzylinder einer Stellvorrichtung angeordnet, mit deren Hilfe Klappen verstellt
werden können, die den Auslaßquerschnitt des Triebwerks verändern können. Zwischen
den Stellzylindern und der zusätzlichen, den Hilfsversorgungskreis mit Brennstoff
versorgenden Pumpe ist eine Steuervorrichtung geschaltet, welche die Druckbeaufschlagung
der Zylinder regelt.
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Nachteilig ist an dieser Brennstoffversorgungsanlage, daß für die
Versorgung der Nachbrennerdüsen und die Versorgung der Stehzylinder der Stellvorrichtung
unabhängig voneinander arbeitende Pumpen benötigt werden. Durch den Einsatz zweier
unabhängig voneinander arbeitender Pumpen erhöht sich aber das Gesamtgewicht der
Anlage, was insbesondere bei Gasturbinentriebwerken für Flugzeuge unerwünscht ist.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Brennstoffversorgungsanlage für
ein Gasturbinentriebwerk zu schaffen, bei der die zusätzliche Pumpe für den Hilfsversorgungskreis
eingespart ist.
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Die gestellte Aufgabe ist bei einer Brennstoffversorgungsanlage für
ein Gasturbinentriebwerk mit einer Kreiselpumpe und einem mit Brennstoff als Strömungsmittel
arbeitenden Zusatzversorgungskreis, der eine Schubdüsenverstelleinrichtung nach
Maßgabe einer Steuervorrichtung versorgt, dadurch gelöst, daß gemäß der Erfindung
der Zusatzversorgungskreis sein Strömungsmittel über eine von der Brennstofförderleitung
hinter der Kreiselpumpe abzweigende Zweigleitung zugeführt erhält und den in ihn
eingeleiteten Brennstoff wieder zum Einlaß der Kreiselpumpe, und zwar hinter dem
Pumpeneinlaßventil, zurückleitet, nachdem der Brennstoff im Anschluß an die Zweigleitung
zunächst zu einem Steuerschieber und nach Maßgabe der Größe der an ihm eingestellten
Durchflußöffnung zur Schubdüsenverstelleinrichtung geströmt ist.
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Bei dieser Brennstoffversorgungsanlage bildet der Zusatzversorgungskreis
einen Nebenschluß, der von der Brennstofförderleitung hinter der Kreiselpumpe abzweigt
und wieder zum Kreiselpumpeneinlaß zurückführt, ohne jedoch durch das Ventil im
Kreiselpumpeneinlaß beeinflußt werden zu können. Damit ist sichergestellt, daß trotz
des Wegfalls einer zusätzlichen Pumpe die Brennstoffversorgung und der Brennstofffluß
in dem Zusatzversorgungskreis unabhängig voneinander arbeiten und sich beide Funktionen
nicht stören.
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Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht die Schubdüsenverstelleinrichtung
aus einer Anzahl von Stellzylindern für Schubdüsenklappen, mit denen der Austrittsquerschnitt
des Triebwerkes einstellbar ist. Derartige Schubdüsenklappen sind insbesondere bei
solchen Gasturbinentriebwerken üblicherweise vorgesehen, die mit Nachbrennern ausgerüstet
sind. Für die Bedienungen der Stellvorrichtungen für die Stellzylinder der Schubdüsenklappen
war es bisher immer nötig, eine getrennte Brennstoffversorgungspumpe einzusetzen,
was nunmehr überflüssig ist.
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Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
in der Brennstofförderleitung hinter dem Abzweig der Zweigleitung ein Drosselschieber
vorgesehen. Mit diesem Drosselschieber wird erreicht, daß der Brennstoffdruck in
der Brennstoffförderleitung im Bereich des Abzweiges immer auf einer solchen Höhe
gehalten wird, daß der Zusatzversorgungskreis den benötigten Druck erhält. Dem Zusatzversorgungskreis
wird damit vor den Brennerdüsen, die über die Brennstofförderleitung versorgt werden,
der Vorrang eingeräumt.
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Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist
der Drosselschieber einen druckempfindlichen Drosselkörper auf, der in Abhängigkeit
vom Durchfluß an einer vom Steuerschieber veränderlichen Drosselstelle verschiebbar
ist, und zwar in Schließrichtung, wenn sich der Steuerschieber zunehmend öffnet.
Damit ist dafür gesorgt, daß der Drosselschieber stets die für eine ausreichende
Drosselung erforderliche Stellung einnimmt.
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Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erhält
die Schubdüsenverstelleinrichtung mittels eines hydraulischen Verstärkers, der von
der Zweigleitung mit Brennstoff versorgt wird, den Brennstoff unter höherem Druck
zugeführt. Selbst bei einem Nachlassen des Versorgungsdruckes in der Zweigleitung
kann damit eine einwandfreie Steuerung der Schubdüsenverstelleinrichtung durchgeführt
werden.
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Schließlich ist nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
eine weitere Brennstoffpumpe, die einen Satz von Nachbrennern mit Brennstoff versorgt,
ausgangsseitig über Verbindungsglieder mit der Zweigleitung verbunden und führen
die Verbindungsglieder
der Zweigleitung dann Brennstoff zu, wenn
die Durchflußgeschwindigkeit in der Zweigleitung von der Kreiselpumpe her zu gering
ist. Auf diese Weise ist ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor für den Betrieb der
Stellzylinder der Schubdüsenverstelleinrichtung geschaffen. Da die weitere Brennstoffpumpe,
die den Satz von Nachbrennern versorgt, bei einem Gasturbinentriebwerk mit Nachbrennern
ohnehin vorhanden ist, bedeutet die zusätzliche Sicherheitsvorkehrung keinen ins
Gewicht fallenden Aufwand. Zusätzlich sind lediglich die Verbindungsglieder vorhanden,
die bei dem Ausführungsbeispiel der Erfindung aus einer Verbindungsleitung und einer
in die Leitung eingesetzten Drossel bestehen.
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Die Erfindung wird an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 ein Schaltschema einer Brennstoffversorgungsanlage
für das Gasturbinentriebwerk eines Flugzeuges, F i g. 2 einen Schnitt durch eine
in F i g. 1 schematisch dargestellte Steuereinheit in vergrößertem Maßstab, F i
g. 3 einen Schnitt durch eine in F i g. 1 nur schematisch dargestellte Schubdüsenverstelleinrichtung,
ebenfalls in vergrößertem Maßstab, F i g. 4 die Einschaltung eines hydraulischen
Verstärkers in den Schaltkreis nach F i g. 1.
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Die Brennstoffversorgungsanlage nach der Erfindung enthält eine Ladepumpe
11, die ihren Brennstoff aus einer nicht dargestellten Brennstoffversorgungsquelle
erhält und zu einer Verdrängerpumpe 12 sowie zu einer Einlaßleitung 13 fördert,
die zu einer Kreiselpumpe 14 führt. Die Verdrängerpumpe 12 fördert den Brennstoff
zu den Haupttriebwerksbrennern durch ein Förderrohr 15 und durch eine Durchflußsteueranlage
16.
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Die Kreiselpumpe 14 umfaßt ein Einlaßventil mit einem festen
Sitz 17, das von der Leitung 13 mit Brennstoff versorgt wird, sowie einen beweglichen
Ventilkörper 18, der von einem Hilfsmotor betätigt werden kann, der aus einem
in einem Zylinder 21 beweglichen Kolben 19 besteht. Die Pumpe 14 besitzt ein Pumpenrad
22 mit einer Antriebswelle 23, das über eine Förderleitung 24 zu einem die
Wiederaufnahmebrenner des Triebwerkes bildenden Verbraucher fördert, und zwar über
einen hilfsbetätigten Drosselschieber 2,5 und ein Rückschlagventil 26. Der Hilfsmotor
19, 21 wird durch ein Steuerventil 27 in Abhängigkeit von einem Anforderungssignal
von einer Wiederaufnahmewählvorrichtung 28 und einem Durchflußrückkopplungssignal
von einer Durchflußmischvorrichtung 29 gesteuert.
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Das Steuerventil besitzt zwei Düsen 31, 32, die durch Rohre
33, 34 jeweils auf gegenüberliegenden Seiten des Kolbens 19 mit dem
Zylinder 21 verbunden sind.
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Beide Düsen 31, 32 werden mit Brennstoff als Hilfsflüssigkeit
durch feste Drosselstellen 35 bzw. 36 von dem Strömungsmitteldruck versorgt, der
von dem Pumpenförderrohr 15 gefördert wird. Die Drosselung der Düsen 31, 32
wird durch ein Ende eines Hebels 43, der bei 44 schwenkbar gelagert ist, unterschiedlich
verändert. Das andere Ende des Hebels 43 wird durch zwei Bälge 45, 46 unterschiedlich
belastet, von denen der Balg 46 eine Belastung gemäß dem Strömungsmitteldrucksignal
von der Nachbrennerwählvorrichtung 28 überträgt. Die Nachbrennerwählvorrichtung
28 besitzt eine feste Drosselstelle 47. die mit einem veränderlichen Strömungsmitteldruck,
z. B. dem Verdichterförderdruck, versorgt wird, und eine veränderliche Drosselstelle
48, die durch einen Handhebel 49 gesteuert wird. Eine Zapfstelle zwischen den Drosselstellen
47,
48 führt durch ein Rohr 51 ein Strömungsmitteldruckanforderungssignal
zu dem Balg 46.
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Die Durchflußmeßvorrichtung 29 ist in die Einlaßleitung 13 eingebaut
und umfaßt eine Öffnung 52 sowie ein Absperrorgan 53, das durch einen bei 55 schwenkbar
gelagerten Arm 54 aufgenommen wird. Der Arm 54 ist durch einen elastischen
Drehstab 56 mit dem Hebel 43 verbunden. Das in die Kreiselpumpe 14 einströmende
Strömungsmittel übt auf das Absperrorgan 53 eine Kraft aus, durch die die Stange
53 eine Drehrückkopplungskraft auf den Hebel 43 ausübt.
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Die Kreiselpumpe 14 bildet durch ein Rückschlagventil
39 und ein Druckzuführungszweigrohr 41 eine Strömungsmittelquelle
zum Betrieb eines Hilfskraftverbrauchers, welcher bei der Ausführungsform mehrere
Schubdüsenverstelleinrichtungen 57 umfaßt, von denen eine gezeigt ist. Diese Schubdüsenverstelleinrichtungen
werden durch eine Steuereinheit 58 gesteuert, an die das Rohr 41 angeschlossen ist
und von denen ein Niederdruckrücklaufrohr 59 an den Einlaß der Kreiselpumpe 14 zurückverbunden
ist, und zwar durch ein Druckentlastungsventil61. Die Betriebsleitungen 62, 63 verbinden
den Zylinder der Schubdüsenverstelleinrichtung 57 mit der Steuereinheit
58.
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Die Rückverbindung führt zu einem ringförmigen Raum 60 auf der Außenseite
des festen Sitzes 17, so daß Brennstoff in den Einlauf des Pumpenrades 22 ohne Drosselung
eintritt und sich dem Brennstoff anschließt, der von der Einlaßleitung 13 durch
das Einlaßventil 17, 18 an den Einlauf herangeführt wird. Die Schubdüsenverstelleinrichtung
57 und die Steuerventileinheit 58 sind somit in einem Hilfskreislauf verbunden,
der an dem Rohr 41 beginnt und sich zum Rohr 59 fortsetzt und zu einer geschlossene..
Schleife durch die Zentrifugalpumpe 14 vollendet wird. Da die geschlossene Schleife
auf der Förderseite des Pumpeneinlaßventils 17, 18 liegt, kann der darin fließende
Brennstoff durch die Steuereinheit 58 im wesentlichen unabhängig von der Steuerung
der Brennstoffzufuhr durch den Hilfsmotor 19, 21 zu den Nachbrennern verändert werden.
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Die Schubdüsenverstelleinrichtung 57 ist in der F i g. 3 mit einem
Zylinder 64 gezeigt, an dessen gegenüberliegenden Enden die Verbraucherleitungen
62, 63 angeschlossen sind. Von dem einen Ende des Zylinders 64 erstreckt sich eine
Lagerhülse 65 von beträchtlicher Länge fort und nimmt eine Kolbenstange 66 auf.
Das innere Ende der Kolbenstange 66 geht in einen Kolben 67 über, der in dem Zylinder
gleitet, während das äußere Ende 68 mit einem beweglichen Schubdüsenabschnitt verbunden
werden kann.
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Die Schubdüsenverstelleinrichtungen sind so eingebaut, daß sie sich
zusammenziehen können, um die Fläche der Triebwerkssehubdüse zu verkleinern, und
daß sie unter dem Gasdruck in der Schubdüse immer unter Spannung sind und so in
der Verbraucherleitung 63 einen höheren Druck erfordern als in der Verbraucherleitung
62. Die Schubdüsenverstelleinrichtungen arbeiten darüber hinaus in einer
heißen
Zone des Triebwerkes, und jeder ihrer Zylinder wird durch Bildung eines gedrosselten
Durchflußweges von der Verbraucherleitung 63 zur Verbraucherleitung 62, durch eine
Drosselstelle 69, einen äußeren Ringkanal 71 in der Kolbenstange 66 und einen inneren
Kanal 72 gekühlt. Ein zusätzlicher Durchflußweg kann auf den Gleitflächen
der Lagerhülse 65 und der Kolbenstange 66 entlang vorgesehen werden. Der heiße Brennstoff
wird durch die Verbraucherleitung 62, die Steuereinheit 58 und das Rücklaufrohr
59 zur Kreiselpumpe 14 zurückgeführt und vermischt sich mit dem kalten Brennstoff,
der in die Pumpe 14 eintritt, wenn die Nachbrenner in Betrieb sind. Im Anschluß
hieran wird die Anordnung einer Alternativenergiezufuhr für die Schubdüsenverstelleinrichtung
57 beschrieben.
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Auf Grund des Unterschiedes im Bereich der gegenüberliegenden Seiten
des Kolbens 67 besteht ein Unterschied in dem Durchfluß durch die Verbraucherleitungen
62, 63, jedoch kann dieser Unterschied dadurch klein gehalten werden, daß der Durchmesser
der Kolbenstange 66 klein gehalten wird. Der Unterschied kann in Fortfall kommen,
wenn der Kolben mit einer Endstange gleichen Durchmessers wie die Kolbenstange versehen
wird.
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Die Steuereinheit der F i g. 2 schließt einen Hauptschieber mit einer
Hülse 73, die mit Öffnungen für die entsprechenden Rohre 41, 59, 62 und 63 versehen
ist, und einen Bund 74 ein, der in der Figur von einer neutralen Lage nach oben
beweglich ist, um das Druckzufuhrrohr 41 mit der Verbraucherleitung 63 zu verbinden,
und der in Abwärtsrichtung beweglich ist, um das Druckzufuhrrohr 41 mit der Verbraucherleitung
62 zu verbinden, wobei die nicht auf diese Weise verbundene Verbraucherleitung mit
dem Niederdruckrücklaufrohr 59 verbunden ist. Der Bund 74 wird durch einen Servomotorkolben
75 betätigt, der durch ein Steuerventil in Abhängigkeit von dem in den beiden Bälgen
77, 78 herrschenden Druckunterschied in einer Zylinderbohrung 76 bewegt wird. Der
Balg 77 unterliegt dem Turbinenauslaßdruck, während der Balg 78 einem Bruchteil
des Verdichterförderdruckes unterliegt.
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Der Verdichterförderdruck wird von einer festen Drosselstelle 79 übertragen,
während ein Verbindungskanal 81 zum Balg 78 zu dem Druck hin offen ist, der zwischen
der festen Drosselstelle 79 und einer zweiten Drosselstelle 82, die in Abhängigkeit
von der Stellung des Schieberbundes 74 verändert wird. Das Steuerventil umfaßt eine
drehbar gelagerte Klappe 83, die durch die Bälge 77, 78 gesteuert wird, sowie zwei
Düsen 84, 85, deren Innendruck auf gegenüberliegende Seiten des Servomotorkolbens
75 einwirkt. Die Düsen 84, 85 werden durch feste Drosselstellen 86 bzw. 87 mit Strömungsmitteldruck
versorgt, und zwar durch eine Zweileitung 20 von dem Förderrohr
15. Die durch die Bälge 77, 78 auf den Hauptsteuerschieber 73, 74 ausgeübte
Steuerung veranlaßt die Schubdüsenverstelleinrichtungen 57, die Schubdüsenfläche
des Triebwerkes zu verändern, mit der Wirkung, das Druckverhältnis an der Turbine
im wesentlichen konstant zu halten. Die Balgkammer, in welche hinein die Düsen sich
entladen, ist zu einem Niederdruckrücklaufrohr 104 belüftet.
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Die Kreiselpumpe 14 bildet die für den Betrieb der Schubdüsenverstelleinrichtung
57 erforderliche hydraulische Kraft, wenn die Nachbrenner in Betrieb sind und wenn
ein starker Durchfluß für eine schnelle Steuerbewegung der Schubdüsenverstelleinrichtungen
57 erforderlich ist. Bei niedrigem Nachbrennerdurchfluß würde der Brennstoffring
in der Kreiselpumpe 14 normalerweise keine ausreichende Tiefe haben, um einen
ausreichenden Druck in der Förderleitung 24 für einen befriedigenden Betrieb
der Schubdüsenverstelleinrichtung 57 zu entwickeln. Diesem Umstand wird durch den
Drosselschieber 25 abgeholfen. Dieser Drosselschieber ist vom Servotyp mit einem
Kolben 88 mit fester Drosselstelle 89 zwischen einer Kammer 91, an die die Förderleitung
24 angeschlossen ist, und einer Kammer 92, an die ein Steuerrohr 93 angeschlossen
ist. Eine in der Kammer 92 befindliche Feder 95 drückt den Kolben in Schließrichtung
der Abgabeöffnung 96. Das Steuerrohr 93 verbindet die Kammer 92 mit einer veränderlichen
Drosselstelle 97, die durch die Bewegung des Schieberbundes 74 (F i g. 2) gesteuert
wird. Die Aufwärtsbewegung des Schieberbundes 74 von der neutralen Stellung aus
drosselt zunehmend die Drosselstelle 97 und steigert daher den Gegendruck in der
Kammer 92. Der Gegendruck in der Kammer 92 widersteht einer öffnungsbewegung der
Öffnung 96 durch den Drosselschieberkolben 88 und erhält daher den Druck in dem
Rohr 41, wenn sich die Drosselstelle 97 schließt. Die Schließbewegung der Öffnung
96 verursacht einen Anstieg in der Tiefe des Brennstoffringes in der Kreiselpumpe
14 und erhält somit den zum Betrieb der Schubdüsenverstelleinrichtung 57 verfügbaren
Druck.
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Als Sicherung gegenüber einer Übersteuerung der Kreiselpumpe bei Wahl
des Betriebszustandes »Nachbrenner aus« durch den Steuerhebel 49 ist ein Absperrschieber
98 vorgesehen. Eine Bohrung 99 in dem Absperrschieber besitzt eine Öffnung 102,
die durch ein Rohr 101 mit der Kammer an dem äußeren Ende des Hilfsmotorkolbens
19 verbunden ist, und eine zweite Öffnung 103, die mit dem Niederdruckrohr 104 verbunden
ist, welches zu der Einlaßseite der Ladepumpe 11 zurückführt. Eine weitere Öffnung
105 ist durch ein Rohr 106 mit der Förderleitung 24 der Kreiselpumpe 14 verbunden,
während eine weitere Öffnung 107 ebenfalls mit dem Niederdruckrohr 104 verbunden
ist. Ein Schieberbund 108, der in der Bohrung 99 gleiten kann, weist zwei mit axialem
Abstand angeordnete Ausnehmungen 109, 110 auf. Der Bund 108 ist im Mittelpunkt eines
schwimmenden Hebels 111 angelenkt. Ein Ende dieses Hebels 111 ist an eine
Zahnstange 112 angelenkt, die durch den Steuerhebel 49 beweglich ist, um
die veränderliche Drosselstelle 48 zu regeln, während das andere Ende des Hebels
111 an ein Rückkopplungsglied 113 angelenkt ist, das gemäß den Wechseln in der Fläche
der Schubdüse des Triebwerkes beweglich ist. Während des Nachbrennerdurchflusses
von der Kreiselpumpe 14 schließt der Schieberbund 108 die Öffnungen 102, 105, wird
jedoch bei Wahl des Betriebszustandes »Nachbrenner aus« nach rechts in der Zeichnung
bewegt, teilweise durch die Zahnstange 112 und teilweise durch das Rückkopplungsglied
113. Die Schieberausnehmung 109 verbindet dann die Öffnung 102 und das Rohr 101
mit dem Niederdruck in dem Rohr 104, woraufhin der Hilfsmotorkolben sich unter dem
Strömungsmitteldruck an seinem inneren Ende zum Schließen des Pumpeneinlaßventils
17,18 bis auf einen Restkühlfluß
durch die Pumpe 14 bewegt. Die
Schieberausnehmung 110 verbindet auch den Förderstutzen der Pumpe 14 durch das Rohr
106 mit dem Niederdruck in dem Rohr 104, wodurch der Restfluß zur Einlaßseite der
Ladepumpe 11 zurückgeführt wird.
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Die wahlweise mögliche Kraftzufuhr für die Schubdüsenverstelleinrichtungen
57 ist für niedrige Bewegungsgeschwindigkeiten durch die Verdrängerpumpe 12 vorgesehen.
Dies wird durch Verbindungsmittel erreicht, die aus einem Rohr 114 mit einer festen
Drosselstelle 115 bestehen, welches das Förderrohr 15 mit dem Druckzufuhrrohr 41
verbindet, sowie einem weiteren Rohr 116 mit einer festen Drosselstelle 117, welches
die Niederdruckrücklaufrohre 59 und 104 verbindet. Die festen Drosselstellen 115,
117 sorgen für einen genügenden Durchfluß durch die Steuereinheit 58 zum Betrieb
der Schubdüsenverstelleinrichtungen 57 bei herabgesetzter Bewegungsgeschwindigkeit
und für einen Kühlfluß durch die Einrichtungen hindurch. Der Durchflußwiderstand,
der durch die Drosselstellen 115,117 vorgesehen ist und dieser Bedingung entspricht,
ist hoch genug, um während des »Nachbrenner-ein«-Betriebes jegliche nennenswerte
Wechselwirkung zwischen dem Hauptbrennerstromkreis, der von der Verdrängerpumpe
12 vorgesehen wird, und dem Nachbrennerstromkreis, der durch die Kreiselpumpe 14
vorgesehen wird, zu verhindern.
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Das Rückschlagventi139 verhindert einen Verlust des von der Pumpe
12 durch die Rohre 14 und 15
abgenommenen und zu dem Rohr 41
hingeführten Druckes, wenn in der Förderleitung 24 von der Kreiselpumpe 14 ein niedrigerer
Druck herrscht.
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Das Druckentlastungsventil 61 dient bei niedrigen Verstellgeschwindigkeiten
der Schubdüsenverstelleinrichtungen dazu, den in das Niederdruckrohr 59 abgelassenen
Brennstoff an einer Entladung durch die Kreiselpumpe 14 zum Niederdruckrohr 104
zu verhindern. Der Druckabfall an dem Entlastungsventil 61 ist unzureichend, um
einen Umlauf des Brennstoffes in dem Hilfsstromkreis zu verhindern, wenn von der
Kreiselpumpe Kraft für eine Schubdüsenverstellbewegung in größerem Maße entnommen
wird.
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Die höheren Durchflußgeschwindigkeiten, die für einen schnellen Betrieb
dieser Steuereinrichtungen während des Zustandes »Nachbrenner ein« benötigt werden,
sind durch die Kreiselpumpe vorgesehen, ohne daß auf eine zusätzliche Kraftversorgung
zurückgegriffen werden müßte. Dann hat die Kreiselpumpe eine angemessene Förderleistung,
um sowohl die Nachbrenner als auch die Schubdüsenverstelleinrichtungen zu versorgen.
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Die in F i g. 4 gezeigte Abwandlung der Ausführung nach der F i g.
1 sieht einen Druckverstärker 121 vor, der von dem Rohr 41 mit unter Druck stehendem
Brennstoff versorgt wird und diesen durch ein Rohr 122 zum Niederdruckrücklaufrohr
59 abgibt. Der Verstärker, der von einer beliebigen bekannten Ausbildung sein kann,
z. B. ein doppeltwirkender Kolben mit unterschiedlichen Flächen, weist ein Förderrohr
123 auf, welches unter hohem Druck stehenden Brennstoff zu dem Hauptschieber 73,
74 der Steuereinheit 58 führt. Der Verstärker schafft einen höheren Arbeitsdruck
für die verschiedenen Schubdüsenverstelleinrichtungen 57, wodurch die Größe dieser
Einrichtungen herabgesetzt werden kann, um eine Ersparnis im Gesamtgewicht der Anlage
zu erzielen.