DE1300947B - Alkyl-l-hexamethyleniminocarbothiolate - Google Patents
Alkyl-l-hexamethyleniminocarbothiolateInfo
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Description
Gegenstand vorliegender Erfindung sind Alkyll-hexymethyleniminocarbothiolate,
ein Verfahren zu ihrer Herstellung und die Verwendung dieser neuen Verbindungen als Herbizide, besonders als Vorlaufherbizide.
Diese Verbindungen besitzen folgende allgemeine Formel
Il /
R —S —C—N
/CHt CHt CHt
in der R eine niedere Alkylgruppe ist..
Sie können durch Umsetzung der entsprechenden niederen Alkylchlorthiolformiate mit Hexamethylenimin
in einem geeigneten Lösungsmittel, wie n-Pentan, in guten Ausbeuten erhalten werden. Ein Alkali,
wie Natronlauge, kann zu dem Reaktionsgemisch zugegeben werden, so daß die Reaktionsmedien
alkalisch gehalten werden, um zu gesteigerten Ausbeuten zu führen.
Beispiel 1
Methyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
Zu einer Lösung von 14,0 g (0,35 Mol) Natriumhydroxyd in 200 ecm Wasser wurde in einen 500-ccm-Kolben
eine Lösung von 31,7 g (0,32 Mol) Hexamethylenimin in 100 ecm n-Pentan zugefügt. Zu dem
heftig gerührten Gemisch wurden unter Kühlen bei 15 bis 200C 33,2 g (0,30 Mol) Methylchlorthioformiat
zugegeben, 5 Minuten gerührt und die Phasen getrennt. Die obere organische Phase wurde
nochmals mit 2 bis 50 ecm verdünnter Salzsäure (5 ecm konzentrierte Salzsäure wurde mit Wasser
auf ein Volumen von 55 ecm gebracht) und nochmals mit 3 bis 50 ecm Wasser gewaschen. Die Phase
wurde dann über wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet, filtriert und auf dem Dampfbad konzentriert.
Die zurückbleibende Flüssigkeit wurde unter Vakuum fraktioniert destilliert. Es wurden 46,6 g
(90,0%ige Ausbeute) von 129,5 bis 130,50C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von nl° — 1,5235
erhalten. "
Beispiel 2
Äthyl-l-hexamethyleniminocarbothiolat
Das allgemeine Verfahren nach Beispiel 1 wurde mit der Abweichung wiederholt, daß 31,7 g (0,32 Mol)
Hexamethylenimin, 37,4 g (0,30 Mol) Äthylchlorthiolformiat, 14,0 g (0,35 Mol) Natriumhydroxyd,
das in 200 ecm Wasser gelöst war, und 100 ecm n-Pentan verwendet wurden. Es wurden 51,9 g
(92,3°/oige Ausbeute) Äthyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
mit einem Siedepunkt von 136,5 bis 137,5°C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von
nl" = 1,5156 erhalten.
Beispiel 3
n-Propyl-l-hexamethyleniminocarbothiolat
Das allgemeine Verfahren des Beispiel 1 wurde mit der Abweichung wiederholt, daß 31,7 g (0,32 Mol) 6S
Hexamethylenimin, 41,6 g (0,30 Mol) n-Propylchlorthiolformiat,
14,0 g (0,35 Mol) in 200 ecm Wasser gelöstes Natriumhydroxyd und 100 ecm n-Pentan
verwendet wurden. Es wurden 55,8 g (91,8()/oige
Ausbeute) n-Propyl-l-hexamethyleniminocarbothiolat·
mit einem Siedepunkt (10 mm Hg) von 148,0 bis 148,5°C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von
nf = 1,5108 erhalten.
Beispiel 4 i-Propyl-1 -hexamethyleniminocarbothiolat
Zu 21,8 g (0,22 Mol) Hexamethylenimin und 200 ecm n-Pentan in einen 500-ccm-Erlenmeyer-Kolben
wurden 13,9 g (0,10 Mol) Isopropylchlorothiolformiat unter Eiskühlung tropfenweise zugegeben.
Nach der Zugabe wurde das Gemisch in der gleichen Weise wie im Beispiel 1 aufgearbeitet. Das
Produkt wurde nicht destilliert, sondern die flüchtigen Anteile wurden dadurch entfernt, daß man das Produkt
auf dem Dampfbad einem Luftstrom aussetzte. Es wurden 18,8 g (93,6%ige Ausbeute) i-Propyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
mit einem Brechungsindex von nf = 1,5080 erhalten.
Beispiel 5 η-Butyl- l-hexamethyleniminocarbothiolat
Das allgemeine Verfahren des Beispiels 1 wurde mit der Abweichung wiederholt, daß 31,7 g (0,32 Mol)
Hexamethylenimin, 45,8 g (0,30 Mol) n-Butylchlorothiolformiat,
14,0 g (0,35 Mol) Natriumhydroxyd, das in 200 ecm Wasser gelöst wurde, und 100 ecm n-Pentan
verwendet wurden. Es wurden 61,8 g (95%ige Ausbeute) n-Butyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
mit einem Siedepunkt von 161,0 bis 161,5°C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von nf = 1,5073
erhalten.
Beispiel 6
i-Butyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
Das allgemeine Verfahren des Beispiels 4 wurde mit der Abweichung wiederholt, daß 22,2 g
(0,224 Mol) Hexamethylenimin, 16,3 g (0,107 Mol) Isobutylchlorothiolformiat und 200 ecm n-Pentan
verwendet wurden. Es wurden 20,7 g (90,2%ige Ausbeute) i-Butyl-l-hexamethyleniminocarbothiolat
mit einem Siedepunkt von 153,0 bis 154,00C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von nf — 1,5047
erhalten.
Beispiel 7
sek.-Butyl-l-hexamethyleniminocarbothiolat
Das allgemeine Verfahren des Beispiels 1 wurde mit der Abweichung wiederholt, daß 31,7 g (0,32 Mol)
Hexamethylenimin, 45,8 g (0,30 Mol) sek.-Butylchlorothiolformiat,
14,0 g (0,35 Mol) in 200 ecm Wasser gelöstes Natriumhydroxyd und 100 ecm
n-Pentan verwendet wurden. Es wurden 60,5 g (93%ige Ausbeute) sek.-Butyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
mit einem Siedepunkt von 150,5 bis 151,00C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von
nl° = 1,5069 erhalten.
B e i s'p i el 8 t-Butyl-1 -hexamethyleniminocarbothiolat
Das allgemeine Verfahren des Beispiels 1 wurde mit der Abweichung wiederholt, daß 31,7 g (0,32 Mol)
Hexamethylenimin, 48,5 g (0,30 Mol) t-Butylchlorothiolformiat,
14,0 g (0,35 Mol) in 200 ecm Wasser gelöstes Natriumhydroxyd und 100 ecm n-Pentan
verwendet wurden. Es wurden 58,2 g (90,3%ige Ausbeute) t-Butyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat
mit einem Siedepunkt von 139,0 bis 140,00C bei 10 Torr und einem Brechungsindex von n3S = 1,5058
erhalten.
Phytotoxische Mittel, welche diese Verbindungen als aktive Bestandteile enthalten, können in irgendeiner
der üblichen Formen angewendet werden. Beispielsweise können die wirksamen Verbindungen
in einem Lösungsmittel, wie Aceton, gelöst oder emulgiert und auf den Boden gesprüht werden. Sie
können auch mit einem trockenen inerten Trägermaterial kombiniert und als Pulver oder in granulierter
Form aufgebracht werden. Die Aufbringungsmengen können je nach den gewünschten Ergebnissen
weitgehend variiert werden, z. B. in folgender Weise:
Eine Menge eines sandigen Lehmbodens aus Santa Cruz, die in 30 χ 20 χ 7,5 cm großen Metallbehältern
untergebracht war, wurde in einen 7,61 fassenden Zementmischer gegeben und mit einer gewogenen
Menge der Testverbindung, die in 0,6 ecm Aceton gelöst war, behandelt. Die zu untersuchende Verbindung
wurde jeweils mit einer Pipette in einem Verhältnis von 1,36 kg aktivem Material pro 4,046 qm
Bodenoberfläche aufgebracht, und der Mischer wurde dann in Tätigkeit gesetzt. Der behandelte Boden
wurde wieder in die Metallbehälter gegeben, und in einer Tiefe von 1,25 cm wurden rotes Hafergras
(Avena fatue), Gänsefußgras (Chenopodium), Sudangras (Sorghum vulgäre Sudanese), gelbes Nußgras
(Cyperus), gelbes Fuchsschwanzgras (Alopecurus und Setaria), Quackgras (Agropyronrepens), Sumpfgras
(Paspalum dilatatum) und Schafskraut (Chenopodium) gesät. Die Metallbehälter wurden in einem
Gewächshaus abgestellt und bei 21 bis 29 C gehalten. 28 Tage nach der Behandlung wurde die
prozentuale Keimung einer jeden Spezies festgestellt und zusammen mit dem Wachstum aufgezeichnet
und mit der Keimung und dem. Wachstum von nicht behandelten Kontrollpflanzen verglichen.
Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse, wobei die Verfahrensprodukte wie die Beispiele numeriert
sind.
| Ver | Menge | Rotes Hafergras | W. | Gänsefußgras | W. | Sudangras | K. | W. | Gelbes | Mußgras |
| bindung | g/m2 | K. | 2 | K. | 10 | 100 | 7 | K. | W. | |
| 1 | 0,33 | 100 | 1 | 100 | — | 100 | 1 | 0 | — | |
| 2 | 0,33 | 100 | 3 | 0 | — | 100 | 0+ | 0 | — | |
| 3 | 0,33 | 100 | 2 | 0 | 3 | 100 | 1 | 0 | — | |
| 4 | 0,33 | 100 | 6 | 100 | 10 | 100 | 4 | 0 | — | |
| 5 | 0,33 | 100 | 2 | 100 | — | 100 | 0+ | 30 | 1 | |
| 6 | 0,33 | 100 | 2 | 0 | 3 | 100 | 1 | 0 | — | |
| 7 | 0,33 | 100 | 6 | 20 | 10 | 100 | 2 | 0 | — | |
| 8 | 0,33 | 100 | 100 | 100 | 4 |
Hierbei bedeutet, wie auch im folgenden:
K. = Prozentsatz der gekeimten Saat;
W. = Wachstum, wobei 10 dem normalen Wachstum entspricht und 0 kein Wachstum anzeigt.
| Ver | Menge | Gelbes | Fuchsschwanzgras | K. | Quackgras | W. | Sumpfcras | K. | W. | Schafskraut | K- | W. |
| bindung | g/m2 | K. | 100 | 7 | 100 | 4 | 100 | 10 | ||||
| 1 | 0,33 | 100 | 100 | 4 | 100 | 0+ | 20 | 2 | ||||
| 2 | 0,33 | 100 | 100 | 4 | 100 | 1 | 0 | — | ||||
| 3 | 0,33 | 100 | 100 | 3 | 100 | 0+ | 0 | — | ||||
| 4 | 0,33 | 100 | 100 | 10 | 100 | 4 | 40 | 3 | ||||
| 5 | 0,33 | 100 | 100 | 4 | 100 | 1 | 0 | — | ||||
| 6 | 0,33 | 100 | 100 | 3 | 100 | 0+ | 0 | — | ||||
| 7 | 0,33 | 100 | 100 | 4 | 100 | 1 | 100 | 10 | ||||
| 8 | 0,33 | 100 | ||||||||||
| W. | ||||||||||||
| 10 | ||||||||||||
| 0+ | ||||||||||||
| 9 | ||||||||||||
| Oh | ||||||||||||
| io | ||||||||||||
| 10 | ||||||||||||
| 0+ | ||||||||||||
| 5 | ||||||||||||
Die Verbindung 2 wurde mit der bekanntermaßen als Unkrautbekämpfungsmittel im Vorlaufverfahren
bei Reis verwendeten Verbindung Äthyl-N,N-din-propylthiolcarbamat
(im folgenden abgekürzt als EPTAM bezeichnet) in der Wirksamkeit verglichen. Das erfindungsgemäße Äthyl- 1-hexamethyleniminocarbothiolat
läßt sich in wesentlich größerer Menge anwenden als EPTAM und schädigt dennoch die
Kulturpflanze Reis weniger als dieses. Die bei Verwendung von EPTAM erzielte Unkrautvertilgung ist
unvollständig.
| Verbindung |
Menge
kg/ha |
Re
Keimling |
is
Wachs tum |
Sump Keimung |
fgras Wachs tum |
| EPTAM | 0,56 | 100 | 10 | 100 | 6 |
| EPTAM | 1,12 | 100 | 6 | 100 | 1 |
| 2 | 3,36 | 100 | 9 | 100 | 0 |
| 2 | 4,48 | 100 | 7 | 100 | 0 |
EPTAM läßt sich also nicht in zur Unkrautvertilgung ausreichender Menge anwenden, weil
dadurch auch die Kulturpflanze in starkem Maße geschädigt wird.
Bei einem anderen Versuch wurde der Boden vorbehandelt und, wie beim Reisanbau üblich, unter
Wasser gesetzt.
| Verbindung | Menge kg/ha |
Re Keimung |
S Wachs tum |
Sump Keimung |
rgras Wachs tum |
| EPTAM | 0,56 | 100 | 7 | 100 | 7 |
| EPTAM | 1,12 | 100 | 4 | 100 | 3 |
| 2 | 2,24 | 100 | 10 | 100 | 0 |
| 2 | 4.48 | 100 | 10 | 0 | — |
1 Des weiteren wurde die Wirksamkeit der aus der
deutschen Auslegeschrift 1 081 715 als Vorlaufherbizid bekannten Verbindung Äthyl- 1-piperidincarbothiolat
(nachfolgend als Verbindung I bezeichnet) gegenüber der erfindungsgemäßen Verbindung 2
(Äthyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat) verglichen.
| Menge | Hafergras | W. | Sumpfgras | W. | Fuchsschwanz | K. | W. | Quackgras | W. | Nußgras | W. | Sudangras | W. | Gansefußgras | W. | Schafskraut | W. | |
| Ver bindung |
K. | 5 | K. | 3 | gras | 100 | 10 | K. | 10 | K. | 8 | K. | 7 | K. | 10 | K. | 10 | |
| I | 3.36 | 20 | — | 100 | — | 20 | 0 | 100 | 3 | 100 | — | 60 | — | 100 | — | 100 | 10 | |
| 2 | 3,36 | 0 | 0 | 100 | 0 | 0 | 0 | 40 | ||||||||||
Weiter wurde n-Propyl-1-piperidinocarbothiolat
(II) im Vergleich mit der erfindungsgemäßen Verbindung n-Propyl-1 -hexamethyleniminocarbothiolat
(Verbindung 3) untersucht:
Verbindung
Menge
kg'ha
kg'ha
3.36
3.36
3.36
Quackgras
K. W.
K. W.
100
100
100
Gänsefußgras
K.
100 0
w.
10
Ferner wurde Äthyl-1-hexamethyleniminocarbothiolat (Verbindung 1) mit Methyl-l-piperidinocarbothiolat
(III) verglichen.
| Ver | Menge | Hafergras | W. | Gänsefußgras | W. |
| bindung | kg ha | K. | 7 | K. | 10 |
| III | 11.2 | 100 | 2 | 100 | 3 |
| 1 | 3.36 | 100 | 100 |
Verbindung
| Menge | Hafergras | W. | Sumpfgras | W. | Fuchsschwanz- " gras |
W. |
| kg ha | K. | 10 | K. | 10 | K. | 1 |
| 2.24 | 100 | 1 | 100 | 0 | 100 | — 60 |
| 2.24 | 100 | 100 | 100 |
Außerdem wurden weitere Versuche durchgeführt, die sich auf die selektive, vorauflaufherbizide Wirksamkeit
weiterer erfindungsgemäßer alkytsubstituierter Verbindungen gegenüber EPTAM als Vergleichssubstanz
beziehen. Bei diesen Versuchen wurde der Boden nach der Vorbehandlung, wie beim Reisanbau
üblich, unter Wasser gesetzt. Folgende Ergebnisse zeigen die Überlegenheit der erfindungsgemäßen
Derivate:
Verbindung
n-Propylhexamethyleniminocarbothiolat
sek.-Butylhexamethyleniminocarbothiolat
EPTAM Menge
kgha
kgha
3,36
3.36
1,12
3.36
1,12
Sumpfgras
K. W.
K. W.
100
100
100
Reis
K. W.
K. W.
100
100
100
Die in einer Menge von 3.36 kg/ha angewandte entsprechende Methylverbindung zeigte 28 Tage nach
der Behandlung des Bodens eine 60°/(>ige Wachstumsinhibierung von Sumpfgras.
Claims (2)
1. Alkyl - 1 - hexamethyleniminocarbothiolate der allgemeinen Formel
Schließlich wurde Isopropyl-l-piperidinocarbothiolat(IV)
im Vergleich zur erfindungsgemäßen Verbindung i-Propyl-l -hexamethyleniminocarbothiolat
(Verbindung4) getestet:
R —S —C —N
r C H2 v_ H2
^CH2-CH2-CH2
in der R ein niederer Alkylrest ist.
2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man in an sich bekannter Weise ein Alkylchlorthiolformiat
der allgemeinen Formel
R —S-C-Cl
in der R ein niederer Alkylrest ist, mit Hexamethylenimin,
gegebenenfalls in Gegenwart von Alkalien, in einem Lösungsmittel umsetzt.
3, Verwendung der Verbindungen gemäß Anr
spruch 1 als Wirkstoffe in Unkrautvertilgungsmitteln.
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