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Farbpyrometer Die Erfindung bezieht sich auf ein Farbpyrometer zur
Bestimmung der Temperatur eines Körpers oder Gegenstandes.
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Es sind zahlreiche Pyrometer bekannt, bei denen die Bestimmung der
Temperatur des Meßobjektes durch Vergleich mit einem Vergleichsstrahler erfolgt.
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Die Nachteile einer derartigen Anordnung sind offensichtlich. Da häufig
der Abstand der Vergleichsstrahlungsquelle zum Strahlungsdetektor auf Grund der
Konstruktion gleichbleibend ist, der Abstand zum Meßobjekt dagegen variiert, ist
eine häufige Neueichung erforderlich. Hinzu kommt, daß häufig auch noch getrennte
Strahlungsdetektoren für beide Messungen verwendet werden, wodurch das Eichungsproblem
noch komplizierter wird.
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Es ist andererseits bereits bekannt, daß die Energieverteilung in
dem Spektrum eines heißen Körpers eine Funktion seiner Temperatur ist. Mit anderen
Worten, bei zunehmender Temperatur des strahlenden Körpers erhöht sich auch die
Energie in Richtung auf das blaue Ende des Spektrums. Von der Bestimmung des Quotienten
des Anteils von rotem und blauem Licht lassen sich demgemäß eindeutige Rückschlüsse
auf die Temperatur des strahlenden Körpers ziehen. Ein wesentlicher Vorteil dieser
Methode ist, daß die Emissions- und Reflexionseigenschaften des Gegenstandes nicht
in den Meßwert eingehen, so daß vom Standpunkt der Genauigkeit aus diese sogenannten
Farbpyrometer den obenerwähnten optischen Pyrometern schon theoretisch überlegen
sind. Derartige Farbpyrometer sind ebenfalls bereits bekannt. Grundsätzlich arbeiten
sie so, daß das vom strahlenden Körper ausgehende Licht mittels Filterscheiben in
die einzelnen Spektralbereiche zerlegt wird und danach einem oder mehreren Detektoren
zugeführt wird. Die Verwendung von mehreren Detektoren ist der Verwendung eines
einzigen Detektors insofern unterlegen, als die bekannten Eichschwierigkeiten auch
hier auftreten, da die Empfindlichkeit der Strahlungsdetektoren auch von äußeren
Einflüssen abhängig ist oder sein kann.
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Führt man dagegen beide Frequenzen oder beide Spektralbänder dem gleichen
Detektor zu, so ergibt sich die Schwierigkeit, daß nach dem Detektor die beiden
Anteile wieder voneinander getrennt werden müssen. Eine bekannte Anordnung moduliert
deshalb die einzelnen Spektralbereiche zusätzlich mit verschiedenen Frequenzen und
siebt in geeigneten Filteranordnungen die Einzelmeßwerte wieder aus, so daß danach
ihr Quotient gebildet werden kann.
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Einer weiteren bekanntgewordenen Anordnung liegt das gleiche Problem
zugrunde wie dem Erfin-
dungsgegenstand, nämlich die Aufgabe, das Meßergebnis unabhängig
vom Abstand des strahlenden Körpers zur Meßvorrichtung zu machen oder mit anderen
Worten unabhängig von der vom Detektor aufgenommenen Gesamtenergie. Bei dieser bekannten
Anordnung werden die Meßwerte zunächst logarithmiert und dann die Differenz der
Logarithmen gebildet, wobei diese Differenz dem Logarithmus des Quotienten entspricht.
Dieses Verfahren ist zwar theoretisch einwandfrei, in der Praxis jedoch nur mit
sehr großen Schwierigkeiten zu verwirklichen, da Logarithmierschaltungen nur unter
großen Schwierigkeiten stabil gehalten werden können. Dies gilt insbesondere auch
für tragbare Geräte, für die ja die Anordnung insbesondere bestimmt ist, da der
Abstand zwischen Meßobjekt und Detektor nicht in das Meßergebnis eingehen soll.
Diesen Nachteil vermeidet die Anordnung gemäß der Erfindung, da bei ihr eine einfache
Dlfferenzmessung vorgenommen wird. Dies ist offensichtlich nur dann möglich, wenn
der Bezugspegel, von dem man ausgeht, einen konstanten und vom Meßobjekt unabhängigen
Wert besitzt.
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Das erfindungsgemäße Farbpyrometer mit einem einzigen lichtempfindlichen
Empfangs element, mit einer Filteranordnung, die von der auf einer einzigen Bahn
zugeführten Strahlung eines erhitzten Körpers ohne Unterbrechung nacheinander in
rascher Folge zwei Spektralbereiche auf das Empfangs element durchläßt und mit einer
Schaltung zum Auswerten
der sich abwechselnden Strahlungsenergiemeßwerte
unterschiedlicher Größe, die unabhängig von der aufgenommenen Strahlungsenergie
beim gleichen Quotienten der Meßwerte den gleichen Ausgangswert abgibt, ist demgemäß
dadurch gekennzeichnet daß zur automatischen Einregelung eines vorgegebenen Bezugspegels
für die Strahlungsgesamtenergie das Empfangs element über einen Lastwiderstand vom
positiven Pol einer Gleichspannungsquelle gespeist wird und daß von dem Verbindungspunkt
zwischen Empfangselement und Lastwiderstand einerseits eine Impulsmeßvorrichtung,
die die Differenz der sich abwechselnden Meßwerte festellt, und andererseits ein
Steuerkreis angeschlossen sind, welch letzterer die Spannung der Gleichspannungsquelle
absenkt, wenn die auftreffende Strahlungsgesamtenegie über dem vorgegebenen Pegel
liegt, und eine kleinere Ansprechgeschwindigkeit besitzt, als es der raschen Folge
der Spektralbereiche entspricht.
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Zweckmäßigerweise wird das Farbpyrometer nach der Erfindung so ausgebildet,
daß das Empfangselement eine Photovervielfacherröhre ist und daß Lastwiderstand,
Impulsmeßvorrichtung und Steuerkreis an deren Anode angeschlossen sind.
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Wenn die Filteranordnung zur Aussiebung der beiden Spektralbereiche
scheibenförmig ausgebildet ist und Segmente verschiedener Farbe aufweist, so wird
sich der Gesamtstrahlungspegel, der auf den Detektor einwirkt, einem Mittelwert
der beiden Spektralbereichsenergien nähern. Das Farbpyrometer nach der Erfindung
kann nun dadurch vereinfacht werden, daß das eine Segment, beispielsweise das rote,
wesentlich größer ist als das andere.
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Dann wird sich der Gesamtenergiepegel nahe dem Pegel des Spektralbereichs
einstellen, dem die größere Filterfläche zugeordnet ist, und eventuell kann bei
Vernachlässigung des kleinen Fehlers, der dadurch entsteht, dieser Pegel gleich
dem Gesamtpegel gesetzt werden. Dann ist nur noch die Amplitude des anderen Spektralbereichs
im Vergleich zum Gesamtpegel mittels einer Differenzmessung zu bestimmen. Das kann
erfindungsgemäß durch eine Spitzenwertspannungsmeßvorrichtung geschehen.
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Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausbildung der Anordnung weist
das Farbpyrometer in seinem Steuerkreis eine Verstärkeranordnung auf, bei der die
Steuerelektrode der ersten Stufe über eine Vorspannungsbatterie und einen Widerstand
an den Verbindungspunkt zwischen Empfangselement und Lastwiderstand angeschlossen
ist und deren Ausgang an einen die Gleichstromquelle aufweisenden Stromkreis gelegt
ist, so daß ein Spannungsanstieg an der Steuerelektrode einen Spannungsabfall im
Verstärkerausgang zur Folge hat.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung arbeitet bei Temperaturen im
Bereich von 11000 C leicht mit einer Genauigkeit von höchstens 120 C Toleranz und
ist damit wesentlich genauer als beispielsweise Thermoelementpyrometer. Sie vermag
auf einen sehr viel geringeren Fehler anzusprechen und Sinderungen von 0,60 C festzustellen.
Für die meisten industriellen und metallurgischen Zwecke ist jedoch eine Genauigkeit
von 120 C völlig ausreichend. Neben der bequemen Handhabung im Vergleich mit optischen
Pyrometern oder auch Thermoelementen und neben der Tatsache, daß das Instrument
nicht in die Nähe des strahlenden Körpers oder sogar in Berührung mit ihm gebracht
werden muß, besitzt die Erfin-
dung eine große Wirtschaftlichkeit gegenüber Thermoelementen,
da deren Spitze beim Eintauchen in einen heißen Körper häufig zerstört wird und
ersetzt werden muß.
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Die Erfindung soll nun an Hand der beigefügten Zeichnung im einzelnen
erläutert werden. Es zeigt F i g. 1 eine allgemeine Ansicht eines Ausftihrungsbeispiels
der Vorrichtung, F i g. 2 ein Schaltbild des Instruments selbst, F i g. 3 eine Vorderansicht
der Verschluß- oder Filterscheibe, F i g. 4 ein Stück des Schaltbildes in anderer
Ausführung, Fig. 5 in einem Diagramm eine typische Wellenform, die der Meßinstrumentenschaltung
eingespeist wird, und Fig. 6 eine Teilschnittzeichnung einer Verbesserung des Gehäuses
für die Photovervielfacherröhre.
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Es wird zunächst auf Fig. 1 der Zeichnungen Bezug genommen. Die Vorrichtung
in ihrer Gesamtkonstruktion umfaßt eine Abtasteinheit oder einen Fühlkopf A und
einen Netzteil- und Instrumentenkasten B, der als Steuereinheit bezeichnet wird.
A ist üblicherweise mit B über ein Flexibles Vielfachleiterkabel verbunden, so daß
die Abtasteinheit mit Bezug auf B bewegt werden kann.
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Die Abtastvorrichtung oder der Fühlkopf besteht aus einem Gehäuse
1 mit einem Fenster oder einer Öffnung 2, durch welche Licht in das Gehäuse eintreten
kann. Innerhalb des Gehäuses befindet sich eine Filteranordnung 3, die, wie in Fig.
3 gezeigt, einfach die Form einer Scheibe haben kann, wobei sich ein größerer Farbfilter
3 a über den großen Teil seiner Fläche und ein zweiter, kleinerer, unterschiedlicher
Farbfilter über einen kleinen Teil der Fläche erstreckt. Insbesondere kann der Filter
3 a aus rotem Kunststoff oder Glas und der Filter 4 aus blauem Kunststoff oder Glas
bestehen, und die Verhältnisse sind derart, daß, wenn die Scheibe sich über die
Öffnung hinwegdreht, Licht von einer äußeren Quelle, d. h., dem strahlenden Körper,
dessen Temperatur gemessen werden soll, über etwa 900io der Zeit durch den roten
Filter und über etwa 10 01 durch den blauen Filter einfällt. Ein Unterschied in
dieser allgemeinen Größenordnung wird als »groß« und »klein« bezeichnet, aber die
Verhältnisse sind nicht kritisch.
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Die Scheibe wird mit einer Drehzahl in der Größenordnung von einigen
1000 U/min durch einen kleinen Motor 5 auf einer Welle 6 gedreht. Beispielsweise
dreht sich die Scheibe mit 3600 U/min. Im Gehäuse 1 befindet sich hinter der Scheibe
eine lichtempfindliche Einheit, beispielsweise eine Photovervielfacherröhre 7 (Sekundäremissionsvervielfacher,
Multiplier), welche das durch die Öffnung eintretende und durch den sich drehenden
Filter gelangende Licht aufnimmt. Das Kabel 8 enthält die Zuleitung für den Motor
und den Anschluß der lichtempfindlichen Einheit an den Kasten B, der ein Voltmeter
oder ein Mikrovoltmeter 9 sowie die nachstehend noch zu beschreibende Schaltung
aufweist.
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Das Voltmeter ist in üblicher Weise in Temperaturgraden geeicht.
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Um die Erfindung weiter zu beschreiben, sei nunmehr auf F i g. 2
Bezug genommen. In dieser Figur sind schematisch die wesentlichen Teile einer Schaltung
gezeigt, die für die Funktion der Erfindung erforderlich sind. Hierbei wird die
Leistung von dem
normalen Netz abgenommen. Die Netzleistung gelangt
zu einem Transformator 10. Die an der Sekundärseite dieses Transformators abgenommene
Hochspannung liegt an einem Einweggleichrichter mit einer Diode 11 und einem Filterwiderstand
und -kondensator. Der negative Ausgang ist über eine Leitung 12 an die Kathode 13
einer Photovervielfacherröhre 7 angeschlossen. Die bevorzugte Gleichspannung liegt
in der Größenordnung 1500 V.
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Die Anode 14 der Photovervielfacherröhre ist mit der positiven Seite
(Erde) über einen Draht 15 und einen Widerstand 16, der als »Lastwiderstand« bezeichnet
wird, verbunden. Die Anode ist außerdem über eine zwischen Anode und Widerstand
16 abzweigende Leitung 17 mit einem Widerstand 18 verbunden, der an dem negativen
Pol einer Gleichstromvorspannung liegt, genauer gesagt, einer Bezugsspannungsquelle,
die durch die Standardbatterie 19 mit 22,5 V gebildet wird. Die positive Seite der
Standardbatterie 19 ist über die Leitung 20 mit dem Eingangsgitter einer Verstärkerschaltung
verbunden, die eine Standard-6AN8-Röhre 21 und einen hierfür typischen Kreis aufweist.
Eine Anode 26 dieser Röhre ist über eine Leitung 23 an das Gitter 24 einer Röhre
25 angeschlossen, die als Steuerung für den Gleichrichter 11 dient, während die
andere Anode 22 des Verstärkers über einen Draht 27 mit der Kathode 28 der Röhre
25 verbunden ist.
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Im Betrieb arbeitet die Einrichtung wie folgt: Wenn Licht auf die
Photovervielfacherröhre fällt, werden der positive Strom von Erde zur Anode durch
den Widerstand 16 und der Strom zu der Verstärkerschaltung durch die negative Polarität
der Batterie 19 blockiert, bis auf jene Zeit, in der das Licht stark genug ist,
um eine Spannung zu erzeugen, die größer ist als die 22,5 V der Batterie plus einem
genügenden Zusatzwert zur Überwindung gewisser Trägheiten im Verstärker, insgesamt
also etwa 24 V.
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Die Lichtintensität muß einen Punkt erreichen, wo der durch die Photovervielfacherröhre
geleitete Strom diese Bezugsspannung, hier als 24 V angenommen, überwindet, bevor
ein wirksamer Strom zu dem Gitter der Verstärkerröhre 21 fließt. Dies ist daher
der Mindestpegel der Lichtintensität, auf den das System anspricht. Wenn die auf
die Photovervielfacherröhre einfallende Gesamtlichtintensität anwächst, so daß die
Bezugsspannung überwunden wird, wird der Spannungsabfall an dem Anodenlastwiderstand
16 der Photovervielfacherröhre der Verstärkerschaltung zugeführt, und es ergibt
sich ein Strom zurück zu der Steuerröhre 25, der den Gleichrichter auf einen geringeren
Strom einstellt, der dadurch die Leitung 12 und die Kathode der Photovervielfacherröhre
auf eine geringere Spannung bringt und damit das genaue Potential an diesem Anodenlastwiderstand
erneut errichtet. Dann ist es so, als ob die Photovervielfacherröhre keine Erhöhung
in der Lichtintensität »sieht«. Es gibt eine kurze erwünschte Zeitverzögerung in
der Funktion dieser Schaltung. Erwünschterweise ist diese Verzögerung größer als
die Zeit, die erforderlich ist, damit der blaue oder kleinere Abschnitt des Filters
an der Photovervielfacherröhre vorbeibewegt wird.
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Vorzugsweise geht sie jedoch nicht über diejenige Zeit hinaus, die
der Filter für die Vollendung eines vollen Zyklus benötigt.
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Diese Schaltung bewirkt, daß, nachdem eine Mindestlichtintensität
erreicht ist, die Photovervielfacherröhre in der Tat jede Intensität oberhalb dieser
Mindestintensität so »sieht«, als wäre sie von gleichförmiger Intensität, mit Ausnahme
der erwünschten Zeitverzögerung, die auftritt, wenn die Schaltung sich selbst wegen
einer Intensitätsänderung korrigiert.
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Den größten Teil der Zeit »sieht« die Photovervielfacherröhre das
von dem zu beobachtenden Gegenstand ausgestrahlte Licht durch den roten Bereich
der Scheibe. Wenn sich der blaue Bereich über die »Sichtlinie« der Röhre bewegt,
ergibt sich eine Intensitätsänderung; diese tritt aber so schnell auf, daß der blaue
Bereich sich außerhalb der Sichtlinie der Röhre befindet, bevor die Verstärkerschaltung
auf Grund der Ansprechverzögerung zur Vornahme einer Korrektur zu arbeiten beginnt.
Der Ausgang der Photovervielfacherröhre wird über eine Leitung 30 zu einer Spitzenwertvoltmeterschaltung
geführt. Daher ist der normale Strom in der Leitung 30 ein gleichmäßiger Bezugsstrom
mit einem kurzen Impuls oder einer Spitze in jener Zeit, in der sich das blaue Segment
der Scheibe an der lichtempfindlichen Röhre vorbeibewegt. Dies ist in Fig. 5 dargestellt,
wo die Linie X-X den Bezugspegel darstellt. Die geradlinig gezeichneten Impulse
Y von kurzer Dauer werden erzeugt, wenn sich der blaue Filter vor der Photoröhre
vorbeibewegt. Wenn das blaue Segment den größeren Teil der Fläche bedecken würde,
beispielsweise etwa gleich demjenigen der roten Fläche, würde die Absenkung keine
Rechteckwellenform haben, sondern würde beginnen, sich auf einer geneigten Bahn
auf den Bezugspegel zurückzubewegen, weil die Schaltung die automatische Fähigkeit
besitzt, immer zu dem Bezugspegel zurückzukehren.
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Zu diesem Zweck ist ein Verzögerungs- oder Trägheitsfaktor in die
Verstärkerreglerschaltung eingebaut, welche die Röhre 21 und die Regelröhre 25 umfaßt.
Die Vorrichtung ist daher in der Lage, zwischen den kurzen Impulsen, welche durch
die Unterschiede der Energie zwischen den roten und blauen Bändern dargestellt werden,
und einer Gesamtänderung der Intensität zu unterscheiden.
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Um dies besser zu verstehen, sei herausgestellt, daß beispielsweise
in einer Sekunde die Abtastvorrichtung von einem Abstand von 3,60 m von dem strahlenden
Körper auf 1,80 m herangeführt wird.
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Dies ist eine ausreichende Zeit (genauer gesagt, mehr als ausreichend)
für die Schaltung, um sich selbst auf die erhöhte Lichtintensität einzuregeln, während
welcher sich die Scheibe mit 60 U/sec oder 3600 U/min dreht und die blaue Fläche
etwa 10 ovo der Scheibe bedeckt, der »blaue Impuls« 60mal für 1/io von I/oo einer
Sekunde erzeugt wird. Mit anderen Worten, die Anderungen der Gesamtintensität des
Lichts verlaufen relativ allmählich, verglichen mit der Dauer eines einzelnen Impulses,
so daß die Gesamtänderung der Lichtintensität in dem Meßwert des Instruments unwichtig
ist. Die Tiefe des Impulses in F i g. 5 unterhalb der Bezugslinie hängt direkt von
der Differenz der Energie zwischen den roten und blauen Bändern des Spektrums ab
und zeigt daher die Temperatur des Körpers gemäß dem Wienschen Gesetz an.
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Die Leitung 30 ist über einen Sperrkondensator 30a und eine Leitung
30b mit der Kathode eines Einweggleichrichters 31 verbunden. Die Anode 32 dieses
Gleichrichters ist mit einem Gitter 33 einer
Doppeltriode 34 des
Typs 6SL7 verbunden. Die beiden Anoden dieser Röhre liegen über eine Leitung 35
an einer Anodenspannungsquelle, die noch beschrieben wird. Die beiden Kathoden 36
und 37 der Doppeltriode sind über die Leitungen 38 und 39 sowie die Widerstände
40 bzw. 41 mit den beiden Enden eines Potentiometers 42 verbunden. Eine negative
Spannung wird einem mittleren Punkt 43 dieses Widerstandes aufgedrückt.
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Es ergibt sich ein Brückenzweig 49 zwischen den Leitungen 38 und
39, der ein Mikrovoltmeter 9, das in Graden geeicht ist, und einen veränderlichen
Widerstand 50 aufweist. Das andere Gitter 33' der Doppeltriode ist über eine Leitung
51 mit der Anode einer Diode 52, welche das Gegenstück zur Diode 31 darstellt, und
außerdem über eine Leitung 51' und einen Sperrkondensator 53 mit der Leitung 30
b verbunden. Das Gitter 33' ist zusätzlich über eine Leitung 54 und einen Widerstand
55 an die Kathode der Diode 52 angeschlossen. Ein Stromkreis führt parallel zur
Diode 31, über einen Widerstand 56, die Leitung 57 und einen Kondensator 58 zu dem
ersten Gitter 33 der Doppeltriode 34.
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Jenseits der Leitung 30 ist die Schaltung im wesentlichen eine Spitzenwertvoltmeterschaltung.
Wenn alle Größen im stationären Zustand sind, fließt kein Strom über den Brückenzweig
mit dem Meßgerät 9.
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Die von dem blauen Filter erzeugten Impulse stören dieses Gleichgewicht
und neigen dazu, eine Ladung auf dem Kondensator 58 zu errichten, wodurch sich eine
positive Ladung auf dem Gitter 33 ergibt, um das Meßgerät 9 zum Ausschlag zu bringen,
wobei die Größe des Ausschlages von der Amplitude der Impulse abhängt. Es ist erwünscht,
daß der Farbfilter mit einer großen Frequenz arbeitet, damit die Impulse dicht aufeinander
folgen. Die Diode 52 drückt eine konstante Spannung gleich der Bezugsspannung auf
das Gitter 33'. Durch die Leitung 51' und den Kondensator 53 wird die Ansprechempfindlichkeit
des Voltmeters 9 etwas verringert, aber sie helfen, Röhren- oder Hintergrund-Rauschen
auszugleichen. Da der Kondensator 53 wesentlich kleiner ist als der Kondensator
58 - der erstere hat etwa 0,001 FF, der letztere beispielsweise 0,01 F - und da
kein Widerstand entsprechend dem Widerstand 56 vorhanden ist, wird das erwünschte
Signal nicht ausgeglichen, sondern nur etwas vermindert.
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Der Rest der Schaltung ist im wesentlichen »Netzteil« zur Zuführung
von Gleichstrom zur Doppeltriode, einschließlich einer Vollweggleichrichterröhre
60 und der üblichen Schaltungsteile hierfür, vor allem Stabilisatoren und Filter.
Es wird eine positive Spannung an die Leitung 61 gelegt, die über eine Leitung 62,
die Leitung 27 und die Leitung 35 mit den beiden Anoden der Röhre 34 verbunden ist.
Die negative Seite des Gleichrichters wird durch die Leitung 63 dargestellt, die
etwa in der Mitte 43 des Widerstandes 42 angelegt wird, den Umständen entsprechend
jedoch verstellt werden kann.
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Wenn auch ein Aufzeichnungsinstrument gewünscht wird, kann es beispielsweise
an den Punkten 64 und 65 an das Brückenglied angeschlossen werden.
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In den Zeichnungen sind nur schematisch die verschiedenen Parallelelektroden
oder Dynoden des Photovervielfachers dargestellt.
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In den unteren Temperaturbereichen kann eine Kadmiumsulfid- oder
Bleisulfidzelle oder eine andere
lichtempfindliche Zelle, die auf Infrarotstrahlen
in dem längeren Ende des Bereichs anspricht, an Stelle einer Photovervielfacherröhre
verwendet werden, in welchem Fall die Spannung des Eingangsgleichrichters 11 in
der Größenordnung von 200 V anstatt 1500 V liegen würde. Dies ist in F i g. 4 gezeigt,
wo eine lichtempfindliche Zelle 70, beispielsweise eine Kadmiumsulfidzelle oder
eine Selenzelle od. dgl. an Stelle einer Photovervielfacherröhre verwendet ist.
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Für eine größere Stabilität kann die in F i g. 6 gezeigte Abwandlung
verwendet werden. Eine Photovervielfacherröhre ändert ihren Ausgangswert bei einer
Erhöhung der Temperatur, wenn sie in Betrieb ist. Die Röhre 7 wird mit einer Hülle
70 umgeben, in der ein thermostatisch geregelter elektrischer Heizer 71 vorgesehen
ist, um eine konstante Temperatur im Bereich der Röhre aufrechtzuerhalten, so daß
sie im Betrieb nicht durch Temperaturänderungen beeinflußt wird. In F i g. 6 ist
die Röhre in Seitenansicht gezeigt und das Gehäuse im Schnitt. Ein Bimetall- oder
ein anderer Thermostat ist schematisch mit 72 bezeichnet.
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Indem der Fühlkopf getrennt von dem Steuerkasten nur durch ein Kabel
verbunden behalten wird, besitzt die Vorrichtung eine große Anpassungsfähigkeit
und kann leicht gehandhabt werden, da der Fühlkopf nur einige Kilogramm wiegt, während
die Vorrichtung in dem Steuerkasten notwendigerweise schwerer ist und mehr Raum
einnimmt. Die Filter werden gemäß dem Temperaturbereich ausgesucht, in dem das Instrument
benutzt wird. Innerhalb dieses Bereichs überdecken sie eine große Temperaturspanne,
falls gewünscht bis zu einem Bereich von wenigstens 13700 C, und es werden Änderungen
von nur 0,60 C entdeckt. Die Entladung der Batterie 19 ist vernachlässigbar klein,
so daß sie für längere Zeiträume ohne Ersatz benutzt werden kann.
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Obwohl die erfindungsgemäße Vorrichtung in erster Linie nützlich
für das Messen der Temperatur von strahlenden Körpern ist, kann sie auch in anderen
Zusammenhängen verwendet werden, wo Lichtmessungen vorzunehmen sind, beispielsweise
beim Bewerten von Farben. In solchen Fällen wird die Normfarbe durch eine Normlampe
beleuchtet.
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Jeder andere Gegenstand der gleichen Farbe, der in dem gleichen Licht
betrachtet wird, gibt dann die gleiche Anzeige, während eine Farbe, die sich davon
unterscheidet oder beschattet ist, eine andere Anzeige gibt.