DE1237266B - Verwendung von saeurehaertbaren Harnstoff-Formaldehyd-Harzen als Formsand-Bindemittel - Google Patents

Verwendung von saeurehaertbaren Harnstoff-Formaldehyd-Harzen als Formsand-Bindemittel

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DE1237266B
DE1237266B DEA36882A DEA0036882A DE1237266B DE 1237266 B DE1237266 B DE 1237266B DE A36882 A DEA36882 A DE A36882A DE A0036882 A DEA0036882 A DE A0036882A DE 1237266 B DE1237266 B DE 1237266B
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urea
sand
formaldehyde
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binder
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Wayne H Buell
Mitchell S Dombrowski
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Description

  • Verwendung von säurehärtbaren Harnstoff-Formaldehyd-Harzen als Formsand-Bindemittel Viele Typen von Sandformen und Kernen werden neuerdings in großer Anzahl mittels automatischer Vorrichtungen hergestellt. Die Verwendung derartiger Maschinen ist jedoch durch die Härtezeit der zur Verfügung stehenden Bindemittel begrenzt. Die Sandformen und Kerne müssen nach der Ausformung oft mehreren langwierigen Erwärmungsverfahren unterworfen werden, um das Bindemittel bis zu der für den Kern oder die Form erforderlichen Festigkeit zu härten.
  • Dieses langsame Aushärten der bislang benutzten Bindemittel ist für die unzureichenden Gießereiverfahren und auch für die Bruchempfindlichkeit und leichte Zerstörbarkeit der frisch geformten Kerne und Formen mit verantwortlich.
  • Die bislang als Bindemittel für den Formsand in Eisengießereien verwendeten Kernöle wurden bereits in vielen Fällen durch synthetische harzartige Binde-. mittel ersetzt, wie beispielsweise durch Phenolformaldehyd und Harnstoff-Formaldehyd-Harze, die durch Erwärmen in Anwesenheit eines Katalysators härtbar sind. Lösungen von derartigen harzartigen Bindemitteln werden bevorzugt, weil sie die Ausbildung gleichmäßiger Überzüge auf den einzelnen Sandkörnern bei verhältnismäßig niedrigen Bindemittelkonzentrationen erleichtern. Obwohl die Härtungszeit der bislang bekannten synthetischen Bindemittel im allgemeinen kürzer als die der üblichen Kernöle ist, erfordern automatische Gießereivorrichtungen und moderne Gießverfahren zur optimalen Ausnutzung der Anlage noch kürzere Härtungszeiten. In dieser Hinsicht haben die in Lösung befindlichen harzartigen Bindemittel jedoch den Nachteil, daß zur Verdampfung der Lösungsmittel zusätzich noch mehr Zeit und Wärme benötigt werden, bevor die erforderliche Form- oder Kernfestigkeit erzielt wird.
  • Durch saure oder alkalische Kondensation von Harnstoff, Formaldehyd und Furfurylalkohol erhaltene Harze sind z. B. aus der britischen Patentschrift 721889 bekannt, doch sind sie bislang nur für andersartige Zwecke mit gänzlich abweichenden Anforderungen eingesetzt worden. Es wurde nun gefunden, daß die Verwendung dieser Harze als Formsand-Bindemittel zu hervorragenden Ergebnissen führt.
  • Gegenstand der Erfindung ist demgemäß die Verwendung säurehärtbarer Harnstoff-Formaldehyd-Harze, die durch Erwärmen von Harnstoff, Formaldehyd und Furfurylalkohol in einem Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff von mehr als 2: 1 und von Furfurylalkohol zu Harnstoff von 0,1: 1 bis 1,7: 1 unter alkalischen Bedingungen bis zur stattgefundenen Kondensation hergestellt worden sind, als Bindemittel für Sandformen und Kerne. Wenn die Ausgangsstoffe ausreichend lange miteinander reagiert haben, wird das Gemisch gekühlt. Es wird ein Harz erhalten, dessen Viskosität von den Mengenanteilen der betreffenden Reaktionsteilnehmer sowie von der Dauer und Temperatur der Mischkondensation abhängig ist.
  • Vorzugsweise wird die Umsetzung unterbrochen, solange das Harz noch flüssig ist. Sie kann jedoch nach Wunsch auch fortgesetzt werden, bis sich ein festes Harz gebildet hat. Die hierfür notwendige Zeit hängt von der Temperatur und den Mengenverhältnissen der Reaktionsteilnehmer ab. Vorzugsweise beträgt die Temperatur 100 bis 110°C. Ein flüssiges Endprodukt wird bevorzugt, da das Bindemittel einfacher mit dem Sand gemischt und in diesem besser verteilt werden kann. Das erhaltene flüssige oder feste Harz kann unabhängig von seinem Zustand bei gewöhnlicher Zimmertemperatur unbegrenzt gelagert werden und ist sofort gebrauchsfertig.
  • Die harzartigen Bindemittel werden zur Herstellung von Sandformen oder Kernen benutzt, indem sie mit einem sauren Katalysator und einem Formsand gemischt werden, wobei die Menge des sauren Katalysators ausreichen muß, um den pH-Wert des Gemisches auf weniger als 7,0 zu erniedrigen. Anschließend wird das derart erhaltene Gemisch in die gewünschte Gestalt verformt und der Formling so lange erhitzt, bis das Harz gehärtet ist. Die mit Säure katalysierte Härtungsreaktion ist exotherm, wodurch das Härten beschleunigt und die Erzeugung eines gleichmäßig gehärteten Produktes unterstützt wird. Im Vergleich zu bekannten Formsand-Bindemitteln ist die Härtungsdauer wesentlich kürzer.
  • Es wurde festgestellt, daß ein Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff von weniger als 2,0: 1 zu harzartigen Kernbindemitteln führt, deren Härtungsgeschwindigkeit für eine zufriedenstellende Herstellung von Sandformen auf automatischen Gießereiformmaschinen zu langsam ist. Andererseits soll das Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff im allgemeinen nicht größer als 4: 1 sein, da sonst während des exothermen Aushärtens des Harzes eine oft als lästig empfundene Rauchentwicklung entsteht.
  • Wenn jedoch das Verhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff vergrößert wird, so steigt auch die Härtungsgeschwindigkeit des Harzes, und Harzmassen mit einem Formaldehyd-Harnstoff-Verhältnis von etwa 4 : 1 werden so lange bevorzugt, wie die während der Härtung frei werdenden Dämpfe nicht als Nachteil empfunden werden, d. h., wenn sie beispielsweise schnell durch ein geeignetes Entlüftungssystem entfernt werden können. Abgesehen von diesen Bedingungen, wird ein Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff zwischen 2,4: 1 und 3,0: 1 bevorzugt.
  • Die Menge des in der Masse vorhandenen Furfurylalkohols beträgt vorzugsweise etwa zwischen 0,7 und 1,3 Mol je Mol Harnstoff: Es wurde festgestellt, daß bei einem Molverhältnis von Furfurylalkohol zu Harnstoff von mehr als 1,7: 1 die Härtungsgeschwindigkeit des Harzes abnimmt, wodurch der Wert des Kernbindemittels beachtlich verringert wird. Wenn das Molverhältnis von Furfurylalkohol zu Harnstoff andererseits zu klein ist, so sind die mit diesem Harzbindemittel hergestellten Formen zum Gießen bestimmter Metallschmelzen weniger geeignet, da sie leichter zusammenfallen.
  • Es wurde weiterhin festgestellt, daß das Vorhandensein von Wasser im harzartigen Bindemittel die Härtegeschwindigkeit desselben nachteilig und disproportionierend beeinflußt. Ein Wassergehalt bis zu etwa 5 Gewichtsprozent kann im allgemeinen noch toleriert werden, jedoch soll das harzartige Material zur Erzielung einer optimalen Härtung im wesentlichen wasserfrei sein. Bei der Herstellung der Harze wird manchmal eine kleine Wassermenge zuerst in den Kessel gegeben, um ein umwälzendes Medium zu schaffen, zu welchem dann die einzelnen Bestandteile zugesetzt werden, und um die alkalische Komponente aufzulösen, welche zur Steigerung des pH-Wertes auf den gewünschten Betrag und auch zur Einstellung der Viskosität des Endproduktes zugesetzt wird. Es wird jedoch vorzugsweise erst der Furfurylalkohol in den Harzkocher gegeben, worauf anschließend eine konzentrierte wäßrige Lösung der alkalischen Komponente zugefügt wird. Weiterhin wird die Formaldehydkomponente vorzugsweise als Paraformaldehyd anstatt in wäßriger Lösung, wie beispielsweise als Formalin, zugegeben. Der im Handel als Pulver oder in Flocken mit einem Wassergehalt von etwa 9 °/o erhältliche Paraformaldehyd ist ausreichend. Um den pH-Wert der Masse über 7,0 zu halten, wird eine geeignete anorganische oder organische alkalische Komponente, z. B. ein Alkalihydroxyd oder ein Alkalicarbonat oder Diäthanolamin oder Triäthanolamin verwendet, Ein Überschuß ist nicht ratsam, damit nicht zuviel des anschließend zugegebenen sauren Katalysators durch Neutralisation verbraucht wird. Vorzugsweise wird die Umsetzung bei einem pH-Wert im Bereich von 7,0 bis 9,0 und insbesondere von 7,3 bis 7,7 durchgeführt.
  • Zum Härten der Harze kann jeder geeignete saure Katalysator benutzt werden, wobei die Konzentration des Katalysators von der gewünschten Härtungsgeschwindigkeit abhängt. Geeignete saure Katalysatoren sind unter anderem Salze starker Säuren [z. B. Eisen(III)-chlorid und Ammoniumchlorid], Phosphorsäure, Salzsäure, Oxalsäure und Milchsäure. Vorzugsweise werden die starken Säuren in Form ihrer Salze, z. B. als Ammoniumchlorid, und in Form ihrer wäßrigen Lösung verwendet, da sich diese sicherer handhaben und leichter in dem Sandgemisch verteilen lassen. Die Konzentration dieser wäßrigen Katalysatorlösungen soll so eingestellt werden, daß ein ausreichendes Volumen vorhanden ist, um eine gleichmäßige Verteilung in dem Sandgemisch zu ermöglichen, während die Zufuhr von überschüssigen Wassermengen vermieden wird. Konzentrationen, welche einen pH-Wert im Bereich von etwa 1,0 bis 6,8 ergeben, sind für diesen Zweck allgemein zufriedenstellend. So wurde beispielsweise ein Katalysator aus 3 Gewichtsteilen Ammoniumchlorid in 100 Gewichtsteilen Wasser mit gutem Erfolg in einer Menge von 5 bis 30 Gewichtsprozent des Harzes verwendet (sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle Mengen und Verhältnisangaben auf das Gewicht).
  • Eine unerwartete Verringerung der Rauchbildung kann während des Härtens des harzartigen Kernbindemittels erzielt werden, wenn mit dem Katalysator weiterer Harnstoff zugesetzt wird. Beispielsweise können zu einer wäßrigen Katalysatorlösung je 10 Teile Wasser noch 1 bis 10 Teile Harnstoff zugesetzt werden. Katalysatoren, welche, bezogen auf 10 Teile Wasser, 1 bis 3,5 Teile Ammoniumchlorid und 1 bis 10 Teile Harnstoff enthalten, wurden mit Erfolg verwendet. Zusätzlich zu der Verringerung der beim Aushärten auftretenden Rauchentwicklung stabilisiert der vorhandene Harnstoff auch noch die Katalysatorlösung und verhindert ein Ausfallen des Ammoniumchlorids bei längerer Lagerung.
  • Die harzartige Bindemittelmasse kann mit jedem beliebigen üblichen Formsand benutzt werden, um Sandformen, Sandkerne, Gießformen u. dgl. herzustellen. Die Menge an benötigtem harzartigem Kernbindemittel beträgt, bezogen auf das Gewicht des gesamten Sandgemisches, vorzugsweise 0,5 bis 6°/0. Die notwendige Menge hängt von der Feinheit des Sandes und auch von der gewünschten Festigkeit des ausgehärteten Produktes ab. Da bei feinerem Sand dessen Oberfläche zunimmt, ist auch eine größere Menge an harzartigem Bindemittel notwendig, um die einzelnen Sandteilchen zu überziehen und eine zufriedenstellende Festigkeit beim Härten zu erreichen. Beispielsweise genügen im allgemeinen 20/0 des harzartigen Bindemittels für einen Muskegon-Seesand (AFS-Feinheit von 55), während einem Vassar-Schwemmsand (AFS-Feinheit von 115) im allgemeinen 3 bis 40/0 zugemischt werden. Die AFS-Feinheit ist eine Standardgröße der American Foundrymen's Society und ist definiert als angenäherte Maschenzahl je Zoll eines Siebes, welches gerade noch eine Probe von gleichmäßig großen Sandkörnern zurückhalten würde, d. h. also eine Durchschnittskorngröße der Probe nicht mehr durchläßt. Sie ist etwa proportional zu dem Oberflächenbereich je Gewichtseinheit Sand ohne Lehm. Die aus den obenerwähnten Sandgemischen hergestellten Sandformen und Kerne haben nach entsprechendem Aushärten eine Zerreißfestigkeit von mehr als 21,1 kg/cm2.
  • Die Herstellung des Gemisches aus Sand, Katalysator und harzartigem Kernbindemittel kann in einem beliebigen bekannten Gießereisandmischer durchgeführt werden, welcher innerhalb einiger Minuten ein im wesentlichen homogenes Gemisch ergibt. Derartige Mischer sind z. B. Baker-Perkins-Mischer, Simpson-Mischer oder Beardsley-Piper-Mischer. Vorzugsweise wird zuerst eine abgemessene Menge eines im wesentlichen trockenen Form- oder Gießereisandes in einen geeigneten Gießereisandmischer gegeben, worauf eine abgemessene Menge Katalysatorlösung zugesetzt und etwa 30 Sekunden durchgemischt wird. Dann wird eine entsprechend abgemessene Menge des harzförmigen Bindemittels vorzugsweise flüssig zu dem Katalysator-Sand-Gemisch gegeben und je nach Wirkungsgrad des Mischers etwa 1 bis 4 Minuten gemischt. Das erhaltene Gemisch hat ein gutes Fließvermögen und eine verhältnismäßig geringe Festigkeit im ungehärteten Zustand (Grünfestigkeit). Dieses ist ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung, da diese Eigenschaften das Einblasen des Gemisches mittels eines komprimierten Strömungsmittels (z. B. Luft) beispielsweise in die erwärmten Kernkästen oder Modelle ermöglicht. Die Modelle, auf welche das Sandgemisch aufgebracht wird, sind im allgemeinen auf eine Temperatur von 90 bis 290°C, vorzugsweise 175 bis 205°C vorgewärmt. Die Härtungszeit, welche durch die Zeitdauer der Berührung des Sandgemisches mit dem erhitzten Modell bestimmt wird, kann je nach Zusammensetzung und Menge des harzartigen Kernbindemittels und je nach Art und Konzentration des verwendeten Katalysators 5 bis 30 Sekunden betragen. Härtungszeiten in dieser Größenordnung reichen im allgemeinen aus, um das harzartige Kernbindemittel in bis zu 2,5 cm dicken Sandformen und Kernen zu härten. Die Mitte eines Kernes mag zwar nicht innerhalb von 5 bis 30 Sekunden Berührungszeit mit dem Modell vollständig gehärtet sein, jedoch wird eine genügend feste Gießform gebildet, um den Kern von dem Modell abzuziehen oder abzunehmen. Nach dem Abnehmen geht die exotherme Härtungsreaktion weiter, so daß der Kern bis zu seiner Abkühlung gänzlich durchgehärtet wird.
  • Selbstverständlich ist die Verwendung des harzartigen Kernbindemittels nicht auf solche Verfahren beschränkt, bei welchen das Sandgemisch gegen erhitzte Modelle geblasen wird, obwohl dieses die bei der automatischen Gießerei allgemein benutzte Methode darstellt. Die schnellen Härtungseigenschaften des harzartigen Bindemittels und die große Festigkeit der mit diesem Bindemittel hergestellten Kerne und Formen ergeben beachtliche Vorteile bei der Herstellung von Sandformen und Kernen nach jedem bekannten Arbeitsverfahren. Die neuen harzartigen Bindemittel können für jedes Herstellungsverfahren für Formen und Kerne benutzt werden, bei welchem dem vorher geformten ungehärteten oder »grünen« Sandgemisch zur Härtung des Bindemittels Wärme zugeführt wird. Das Erwärmen des Gemisches kann beispielsweise mit direkter Flamme, in üblichen Gießereiöfen, durch dielektrische Erhitzung, durch Infrarotheizung oder durch Heißluft oder aber nach den obenerwähnten Verfahren unter Verwendung vorgeheizter Formen durchgeführt werden. Beispielsweise kann ein Kern oder eine Form kalt geblasen und anschließend gehärtet werden, indem im allgemeinen mindestens 90°C heiße Luft so lange durchgeleitet wird, bis die Härtungsreaktion ausgelöst wird. Es werden auch äußerst gute Ergebnisse erzielt, wenn man die Kerne in üblichen Kernkästen kalt formt und den Kern anschließend im üblichen Kerntrockenofen eine entsprechende Zeitspanne erhitzt. Dieser Zeitraum ist wesentlich kürzer als der bislang bei anderen Sandbindemitteln zur Erzeugung eines äußerst festen, vollständig gehärteten Kernes notwendige Zeitaufwand.
  • Ein weiterer Vorteil der neuartigen harzartigen Bindemittel ist die lange Lagerfähigkeit des rohen oder »grünen« Sandgemisches, welches schon die entsprechenden Mengen an Bindemittel und Katalysator enthält. Dieses ist im Hinblick auf die äußerst schnellen Härtungseigenschaften des Gemisches bei Wärmeeinwirkung überraschend. Aufbewahrungszeiten von etwa 3 bis 8 Stunden sind ohne weiteres möglich; hierdurch ergibt sich eine bessere Anpassungsfähigkeit, da große Chargen von Sand hergestellt werden können, die dann gut längere Zeit ohne besondere Handhabung benutzt werden können.
  • Zusätzlich zu den obenerwähnten hervorragenden Eigenschaften der neuen harzartigen Bindemittel und der mit diesen hergestellten Kerne und Formen wurde noch festgestellt, daß die Formen und Kerne, welche aus den Sandgemischen mit geeignetem Bindemittel-und Katalysatorgehalt hergestellt wurden, außergewöhnlich gut aus der Form herausgehen, formbeständig sind und nicht leicht zusammenfallen. So wurde beispielsweise festgestellt, daß für die mit dem erfindungsgemäßen Bindemittel hergestellten Formlinge nur wenig und oft gar kein des bislang üblichen Trennmittels oder Entformungsmittels erforderlich ist. Dieses ergibt nicht nur eine Einsparung an Entformungsmitteln, sondern verringert auch den Zeitabstand bei der Herstellung von aufeinanderfolgenden Sandkernen und Formen. Die ausgezeichnete Formbeständigkeit und das Fehlen eines Verziehens oder Verwerfens der Sandformen und Kerne beim Kühlen oder beim Eingießen der Metallschmelze sind ebenfalls von Vorteil, da Gußstücke mit größerer Dimensionsgenauigkeit hergestellt und dünnwandigere Abschnitte gegossen werden können, was eine entsprechende Gewichtsverringerung und eine beachtliche Verringerung der weiteren Bearbeitung der Gußstücke mit sich bringt. Da die das Bindemittel enthaltenden Formen und Kerne nicht zerbrechen und sehr widerstandsfähig sind, lassen sich sehr gut die verschiedenartigsten und in ihrer Gießtemperatur erheblich abweichenden Metalle vergießen, ohne daß Schwierigkeiten bei der Entfernung der Kerne von den erstarrten Gußstücken entstehen. So werden beispielsweise die Kerne und Sandformen durch das allgemein bei 1370 bis 1480°C vergossene Eisen und das im allgemeinen bei etwa 650 bis 760°C vergossene Aluminium verschieden stark erwärmt. Dieses erforderte bislang die Verwendung von verschiedenartigen Bindemitteln für verschiedene Metalle. Die neuartigen harzartigen Bindemittel können jedoch zur Herstellung von Sandformen und Kernen verwendet werden, welche zum Gießen von Metallen sowohl bei hohen als auch bei tiefen Temperaturen geeignet sind; in beiden Fällen werden ausgezeichnete Eigenschaften bezüglich des Zerfalls der Formen erzielt. Im folgenden soll die Erfindung an Hand von Beispielen näher erläutert werden: Beispiel 1 Ein mit einem Rührwerk versehener Harzkocher wurde mit den folgenden Stoffen beschickt: Wasser ........................... 36 Teile Natriumcarbonat ... . . .. . ... .. .. . . . 1 Teil Furfurylalkohol .. . . . . . . . . . ... . .. . . 27 Teile Harnstoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 450 Teile Paraformaldehyd (910/0) . . . . . . . . . . . . 700 Teile Das Wasser wird zuerst in den Kocher gegeben, worauf anschließend eine warme konzentrierte wäßrige Natriumcarbonatlösung, dann der Furfurylalkohol, der Harnstoff und der Paraformaldehyd zugesetzt wird. Das Gemisch, welches einen pH-Wert von über 7,0 hat, wird ständig umgewälzt und 30 Minuten lang auf etwa 107°C erhitzt und bei dieser Temperatur 90 Minuten belassen, um eine Mischpolymerisation zu bewirken. Das Harz wird dann unter 66°C gekühlt, indem es durch einen Wärmeaustauscher geführt wird. Dieses Harz entspricht in seiner Zusammensetzung einem Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff von etwa 2,83: 1 und einem Molverhältnis von Furfurylalkohol zu Harnstoff von etwa 0,98: 1.
  • Zur Härtung der harzartigen Bindemittelmasse wird ein entsprechender Katalysator hergestellt, indem ein mit einem guten Rührwerk versehener Harzkocher mit den folgenden Stoffen beschickt wird: Wasser von etwa 66°C . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Teile Harnstoff . . . . .. ... . . . ... . . . .. .. . . . . . 9 Teile Ammoniumchlorid .. . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Teile Das Wasser wird in dem Kocher auf etwa 66°C vorgewärmt, worauf Harnstoff und anschließend Ammoniumchlorid zugesetzt werden; hierdurch sinkt die Temperatur der Lösung wegen der endothermen Lösungswärme auf etwa 10°C. Die Lösung wird dann unter ständigem Rühren auf etwa 24°C erwärmt, bis alle Zusätze vollständig gelöst sind. Die erhaltene Katalysatorlösung blieb unbeschränkt klar und ergab bei Temperaturen von mehr als -9,5°C keinen Niederschlag.
  • In einem geeigneten Formsandmischer wurden zwei Gemische hergestellt, von denen das erste im wesentlichen trocknen Muskegon-Seesand mit dem oben beschriebenen harzartigen Bindemittel (20/, der Gesamtmischung) und dem wie oben beschriebenen hergestellten Katalysator (0,40/, der Gesamtmischung) enthielt. Das zweite Gemisch enthielt einen Vassar-Schwemmsand, 3 °/o Bindemittel und 0,6 °/o Katalysator.
  • Die beiden Gemische wurden jeweils mit Preßluft von 4,2 kg/cm2 gegen ein auf etwa 205'C erhitztes Modell geblasen und für bestimmte Härtungsperioden mit diesem in Berührung gelassen. Es wurden Probekörper mit einer Reißfestigkeit nach AFS-Standard-Methoden geformt. Die Unterschiede der Festigkeit der aus dem Muskegon-Seesand-Gemisch und Vassar-Schwemmsand-Gemisch hergestellten Probekörper wurden mit den in der Tabelle aufgegebenen Härtungszeiten gemessen.
    Beispiel 2 Ein Harzkocher mit Rührwerk wurde mit den folgenden Stoffen beschickt: Furfurylalkohol . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Teile Natriumcarbonat . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,05 Teile Harnstoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Teile Paraformaldehyd (910/,) . . . . . . . . . . . 33 Teile Das Gemisch wurde nach dem im Beispiel 1 W schriebenen Verfahren erhitzt. Das erhaltene Harz besaß ein Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff von 2:1 und ein Molverhältnis von Furfurylalkohol zu Harnstoff von 0,82:1. Beispiel 3 Ein Harzkocher mit geeignetem Rührwerk wurde mit den folgenden Stoffen beschickt: Furfurylalkohol . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Teile Natriumcarbonat . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,05 Teile Harnstoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Teile Paraformaldehyd (91 °/o) . . . . . . . . . . . 44 Teile Das Gemisch wurde nach dem im Beispiel 1 beschriebenen Verfahren erhitzt. Das erhaltene Harz besaß ein Molverhältnis von Furfurylalkohol zu Hamstoff von 1,24 : 1 und ein Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff von 4 : 1. Beispiel 4 Die harzartigen Kernbindemittel gemäß Beispie12 und 3 wurden mit abgemessenen Mengen eines Lake-Michigan-Formsandes getrennt gemischt und ergaben einen Formsand mit einer Bindemittelkonzentration von 2 °/o zusammen mit 0,4 °/a des gemäß Beispiel 1 hergestellten Katalysators. Die erhaltenen Sandgemische wurden dann mit einem Luftdruck von etwa 5,6 kg/cm' gegen Probemodelle geblasen, die auf etwa 205°C erwärmt waren. Die Festigkeitswerte der Probekörper bei verschiedenen Härtungszeiten sind in der folgenden Tabelle angegeben:
    Tabelle 2
    Reißfestigkeit, kg/cma
    Härtungszeit 2 Gewichtsprozent 2 Gewichtsprozent
    des Harzes des Harzes
    Sekunden gemäß Beispiel 2 gemäß Beispiel 3
    5 0 14,87
    10 3,37 über 26,0
    15 7,87 über 26,0
    20 15,71 über 26,0
    30 17,74 über 26,0
    40 19,49 über 26,0
    50 22,50 über 26,0
    60 24,81 über 26,0

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Verwendung säurehärtbarer Harnstoff-Formaldehyd-Harze, die durch Erwärmen von Harnstoff, Formaldehyd und Furfurylalkohol in einem Molverhältnis von Formaldehyd zu Harnstoff von mehr als 2 : 1 und von Furfurylalkohol zu Harnstoff von 0,1 : 1 bis 1,7:1 unter alkalischen Bedingungen bis zur stattgefundenen Kondensation hergestellt worden sind, als Bindemittel für Sandformen und Kerne.
  2. 2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die harzartige Masse bei einem pH-Wert von 7,3 bis 7,7 hergestellt worden ist.
  3. 3. Verwendung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Bildung der harzartigen Masse das Erwärmen beendet worden ist, solange sie noch flüssig war.
  4. 4. Verwendung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Herstellung der harzartigen Masse eine Mischung von Harnstoff, Formaldehyd und Furfurylalkohol erhitzt worden ist, die außerdem ein Alkalihydroxyd oder -carbonat oder Di- oder Triäthanolamin enthielt.
  5. 5. Verwendung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Bildung der harzartigen Masse die Mischung auf 100 bis 110°C erwärmt worden ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 721889.
DEA36882A 1960-03-28 1961-03-03 Verwendung von saeurehaertbaren Harnstoff-Formaldehyd-Harzen als Formsand-Bindemittel Pending DE1237266B (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB721889A (en) * 1952-01-15 1955-01-12 Semtex Ltd Process for making furane resin syrups and products made therefrom

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