DE11759C - Frauen Heil-Apparat (Uterus regenerator) - Google Patents
Frauen Heil-Apparat (Uterus regenerator)Info
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Description
1880.
— JV° 11759 — l!""^fösseto: *'y
PAUL HEUSSI in LEIPZIG,
als Rechtsnachfolger des Dr. med. RUD. HEUSSI in CRIVITZ (Mecklenburg).
als Rechtsnachfolger des Dr. med. RUD. HEUSSI in CRIVITZ (Mecklenburg).
Frauen-Heilapparat (Uterus regenerator).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. Mai 1880 ab.
Die vorliegenden Apparate (durch verschiedenartige Zwecke bedingte Modificationen eines
einheitlichen Princips) haben das Ziel, durch Kühlung der weiblichen Sexualorgane und deren
Umgebung jede krankhaft gesteigerte Congestion zu denselben leicht und schnell zu beseitigen
und jeder daraus entstehenden Entzündung vorzubeugen, bezw. auch die bereits eingetretenen
Entzündungen zu heilen. Da solche Congestionen in ihrer krankhaften Steigerung die erste Veranlassung
zu der grofsen Mehrzahl der Unterleibsleiden der Frauen und Mädchen geben, meistens auch zu lange oder gänzlich vernachlässigt
werden und in akute oder chronische Entzündungszustände übergehen, so ist ein Apparat,
wie der vorliegende, welcher von jeder Patientin ohne ärztliche Assistenz und ohne
grofse Unbequemlichkeit selbst angewendet, bezw. von jeder Hebamme applicirt werden
kann, und welcher dem Uebel gründlich entgegenwirkt, von der allergröfsten Bedeutung.
Die Anwendung der Kälte an sich, als des natürlichsten Antiphlogisticums, kann zwar nicht
den Anspruch auf Neuheit erheben; die zweckmäfsigste, bequemste und wirksamste Application
dieses Mittels wird jedoch durch die Eigenthümlichkeiten dieser Instrumente in vollkommener
Weise ermöglicht.
Der Apparat wird, wie vorbemerkt, in verschiedenen Modificationen, je nach dem Zweck,
construirt und ist in Fig. 1 bis 4 im Durchschnitt dargestellt.
Die in Fig. 1 angegebene Construction wird angewendet, wenn der untere Theil der Gebärmutter
und deren Annexa, sowie das parametrische Gewebe, die Scheide und die Theile, welche der Scheide anliegen, auf eine gewisse
Zeit einem bestimmten Kältegrade ausgesetzt werden sollen. K ist eine keulenförmige Metallhülse,
welche am besten mit einer der Beckenaxe des Weibes entsprechenden Krümmung versehen
ist, für einzelne Fälle aber auch gerade sein kann. Der Durchmesser der dicksten Stelle
beträgt etwa 3 bis 4 cm. Bei k ist ein ringförmiger Absatz, hinter welchen sich der Con
strictor cunni legen soll, um das Herausgleiten des Instrumentes aus der Scheide zu verhindern.
Dieses Festhalten in der Scheide kann noch durch Bänder, welche durch die an jeder Seite
des Instrumentes bei p befestigten Ringe gezogen sind und von der Patientin gehalten werden,
unterstützt werden.
In dieser Hülse wird ein fortwährender Wasserstrom von bestimmter Kälte erhalten. Dieser
fliefst durch das Rohr B, welches durch das in die Hülse eingeschraubte Verschlufsstück A
eintritt, in die Hülse, setzt seinen Weg durch die Verlängerung D des Rohres B, welche in
einem bei b aufgeschobenen Gummirohr oder aus beliebigem Material bestehen kann, fast bis
an das halbkugelförmig eingedrückte, obere Ende G der Hülse fort, verläfst hier das Rohr D,
um sich in der ganzen Hülse zu verbreiten, dieselbe bis zur gewünschten Temperatur abzukühlen
und durch den im Verschlufsstück A befindlichen Hohlraum η und das. Rohr C den
Apparat zu verlassen. Durch diese Wassercirculation kann die gewählte Temperatur mit
Sicherheit in beliebiger Dauer erhalten, bezw. temperirt werden. Der auf das Einlafsrohr aufgeschobene
Gummischlauch E erhält einen fortwährenden Wasserzufluss durch ein am besten
an der Wand hoch hängendes, mit ihm verbundenes Wasserbassin, oder durch eine Clyso-
pompe. Zwischen der Hülse K und dem Verschlufsstück A liegt um die Schraube herum
eine ringförmige Leder- oder Gummischeibe, um den wasserdichten Verschlufs zu sichern.
J ist ein Kanal, welcher bestimmt ist, das vorhandene Gebärmuttersekret nach aufsen zu
führen. Sein Anfang bei G entspricht der Lage des Muttermundes in dem halbkugelförmigen
Eindruck des vorderen Endes der Hülse. Man legt diesen Apparat, je nach der Höhe der
Congestion, ein-, zwei- oder dreimal, auch öfter, täglich in die Scheide und läfst ihn liegen bis
die Kranke fröstelt.
Will man nur die Gebärmutter und deren Annexe, sowie das parametrische Gewebe der
Kälte aussetzen, die Blase und den Mastdarm aber im wesentlichen dagegen geschützt wissen,
so erleidet der Apparat die Veränderung, Fig. 2, dafs der Theil M, welcher im unteren Theil
der Scheide liegt, von einem schlechten Wärmeleiter, Horn/ Hartgummi oder dergleichen, hergestellt
wird. Es ist dann nur der vordere Theil K, etwa in der Länge von 2 Y2 bis 3 cm,
von Metall; derselbe ist bei m auf das Stück M aufgeschraubt. Bei m sichert ebenfalls eine ringförmige
Leder- oder Gummiplatte den wasserdichten Verschlufs. Beim Aufschrauben mufs man darauf achten, dafs der Kanal J des
Stückes K genau dem Kanal J des Stückes M gegenüber zu liegen kommt. Die Scheibe m
ist an dieser Stelle durchbohrt, um den Kanal nicht zu unterbrechen.
Will man den inneren Theil der Gebärmutter, also die Wand der Gebärmutterhöhle, direct der
Kälte aussetzen, so kommt der Apparat, welcher in Fig. 3 abgebildet ist, das sogenannte
ν Intrauter in- Instrument«, zur Anwendung. Der
in die Gebärmutter eingeführte Theil wird dauernd in einem, im Belieben des Arztes
stehenden Kältegrad (natürlich nicht unter o°) erhalten. Dieses Instrument besteht in einem
cylinderförmigen Metallrohr A, von etwa 5 bis 8 mm Durchmesser. Es hat am unteren Ende
das eingeschraubte Verschlufsstück B, welches durchbohrt ist, und auf welches bei b das Verlängerungsstück
D (Gummischlauch oder dergleichen) aufgeschoben wird. Am vorderen Ende G, welches durch ein Speculum oder mit
dem leitenden Finger in die Gebärmutterhöhle eingeschoben wird, ist der Apparat je nach Bedürfnifs
halbkugelförmig, wie bei Fig. 4 (welche eine mehrfache Vergröfserung darstellt), und bei
Fig. 3 bei G zu sehen ist, oder, wie bei Fig. 5 gezeigt, zuckerhutförmig, oder auch schief zuckerhutförmig,
wie durch Fig. 6 erläutert. Die cylinderförmige Metallröhre ist 1, 1Y2 oder 2 cm
vom vorderen Ende entfernt durch einen Gummieinsatz K unterbrochen, welcher, um bei'einer
etwaigen Einknickung, welche eine geknickte Gebärmutter erzeugen würde, den Wasserlauf
nicht zu hemmen, durch eine Spiralfeder H stets mit offenem lumen erhalten wird.
Der so mit dem Leitungsrohr A elastisch verbundene Kopf G des Instrumentes kann
überall den Wegen des Cervikalkanals und der Gebärmutterhöhle, auch wenn der Uterus geknickt
ist, folgen. Durch die ganze Länge des Gummischlauches K und auf beiden Enden
noch darüber hinaus, ist der feine, das Wasser einführende Schlauch D ebenfalls durch eine
Spiralfeder J gegen eine den Wasserlauf versperrende Einknickung geschützt. Die beiden
Spiralen Hund/ haben aufserdem den Zweck, die geknickt gewesene, aufgehobene Gebärmutter
während der Anwendung des Instrumentes in gerader Lage zu halten, um so, durch häufige
Stärkung des Organs durch die Kälte, auch schliefslich das Umknicken desselben womöglich
zu verhindern.
Das Wasser, welches bei Em den feinen
Schlauch hineinläuft, verläfst diesen bei d, verbreitet sich im ganzen Rohr mit der aus- dem
Bassin oder der Clysoponvpe erhaltenen Kälte
und verläfst durch das Seitenrohr C bei e den Apparat wieder, um durch das, Gummirohr F in
irgend ein darunter stehendes Gefäfs abzufliefsen. Die Einfügung des Gummischlauches K in das
Kopfstück G und in die lange Röhre A wird am zweckmäfsigsten durch zwei Metallhülsen L L
vermittelt, auf welchen K mit Seidenfaden festgebunden ist und so in die Schraubengewinde
von G und A eingeschraubt wird.
Auf dem oberen Theil der Röhre A, sind
Ringe α mit verschiedenen Farben oder Zahlen, markirt, um anzuzeigen, wie weit das Instrument
in den Uterus hineingeglitten ist.
Diese Ringe werden am besten in Entfernungen von je ι cm angelegt und bei einer Entfernung
von 6 cm vom oberen Ende ist ein besonderer, flacher Ring zu markiren.
Claims (6)
1. Die Construction eines sogenannten »Frauen-Heilapparates«
(Uterus Regenerators) aus einer der Krümmung der weiblichen Beckenaxe entsprechenden, nach Erfordernifs auch
geraden Metallhülse K, mit Wasser-Einflufsrohr B, dessen Verlängerung D und dem
separaten Wasserabflufs C.
2. In einem Frauen-Heilapparat: der kolbenförmige, vordere Absatz, welcher bezweckt,
dafs das Instrument durch den Constrictor cunni in der Scheide festgehalten werde.
3. In einem Frauen-Heilapparät: die halbkugelförmige
Aushöhlung des oberen Endes, um der Vaginal-Portion der Gebärmutter eine anpassende Lagerung zu geben.
4. In einem Fraüen-Heilapparat: der Kanal/ welcher die Gebärmuttersekrete nach aufsen
führt.
5. Die Construction des gröfseren Theiles des in der Scheide liegenden, unter 1. beanspruchten
Instrumentes aus einem schlechten Wärmeleiter, um die Blase und den Mastdarm vor der Einwirkung der Kälte zu
schützen, Fig. 2.
6. Das sogenannte ■% Intrauter in - Instrument«,
Fig. 3, welches in die Gebärmutter eingeführt wird und dauernd auf einem bestimmten
Temperaturgrade erhalten werden
kann, bestehend aus einer Metallhülse A mit Markirungsringen a, dem Wasser-Einflufsrohr
B und dem separaten Wasserabflufs C. In einem Intrauterin-Instrximent: eine biegsame
Verbindung des nach Bedarf geformten Kopfes G mit dem Leitungsrohr A, um
überall den Wegen des Cervikalkanals und der Gebärmutterhöhle folgen zu können.
Die Herstellung dieser biegsamen Verbindung zwischen dem Kopf G und dem Leitungsrohr
A durch die Hülsen L L und zwei in Gummiröhren liegende Spiralen H
und J, welche letzteren zugleich die Kraft haben sollen, die geknickt gewesene, aufgehobene
Gebärmutter in gerader Lage zu halten.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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| DENDAT11759D Active DE11759C (de) | Frauen Heil-Apparat (Uterus regenerator) |
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