DE1114079B - Differentialantriebseinheit mit Geschwindigkeitsregelvorrichtung fuer Papiermaschinen od. dgl. - Google Patents

Differentialantriebseinheit mit Geschwindigkeitsregelvorrichtung fuer Papiermaschinen od. dgl.

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DE1114079B
DE1114079B DEB45967A DEB0045967A DE1114079B DE 1114079 B DE1114079 B DE 1114079B DE B45967 A DEB45967 A DE B45967A DE B0045967 A DEB0045967 A DE B0045967A DE 1114079 B DE1114079 B DE 1114079B
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Germany
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speed
motor
shaft
drive unit
unit according
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Application number
DEB45967A
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English (en)
Inventor
Joseph Baxter Jun
Stephen A Staege
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Black Clawson Co
Original Assignee
Black Clawson Co
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    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21GCALENDERS; ACCESSORIES FOR PAPER-MAKING MACHINES
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    • F16H61/00Control functions within control units of change-speed- or reversing-gearings for conveying rotary motion ; Control of exclusively fluid gearing, friction gearing, gearings with endless flexible members or other particular types of gearing
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Description

  • Differentialantriebseinheit mit Geschwindigkeitsregelvorrichtung für Papiermaschinen od. dgl. Die Erfindung betrifft eine Differentialantriebseinheit mit Geschwindigkeitsregelvorrichtung für Papiermaschinen od. dgl., die zwischen eine Längshauptwelle und eine Abtriebswelle eingeschaltet ist und deren von der Längshauptwelle mit festem Drehzahlverhältnis angetriebene Eingangswelle das eine Glied eines Differentialgetriebes antreibt, während dessen zweites Glied mit der Abtriebswelle in Verbindung steht.
  • Bei derartigen Antrieben, wie sie für Papiermaschinen üblich sind, ist es häufig wünschenswert, einzelne Abschnitte der Maschine, beispielsweise die Preßwalzen und die Trockenzylinder, mit geringfügig unterschiedlichen Geschwindigkeiten anzutreiben. Man kann beispielsweise dadurch, daß man einen Abschnitt mit etwas höherer Geschwindigkeit antreibt als den in Bewegungsrichtung der Papierbahn vorangehenden Abschnitt, einen leichten Zug auf die Papierbahn ausüben.
  • Bei bekannten Papiermaschinenantrieben wird ein stufenloses Riemengetriebe verwendet, das aus zwei Keilriemenscheiben mit veränderlichem Sitzdurchmesser für den zugehörigen Keilriemen besteht. Das Untersetzungsverhältnis dieses Getriebes wird einfach von Hand eingestellt. Es ist also nicht dafür gesorgt, daß die Drehzahlen der Eingangs- und der Ausgangswelle des Differentialgetriebes kontinuierlich miteinander verglichen werden, um gegenseitige Phasenverschiebungen zu ermitteln; dementsprechend fehlt auch eine in Abhängigkeit von dieser Vergleichseinrichtung arbeitende und von dieser gesteuerte Steuervorrichtung zur Gewährleistung eines wirklich genau gleichbleibenden Drehzahlverhältnisses zwischen der Eingangs- und der Ausgangsdrehzahl. Dies ist insbesondere deshalb von großem Nachteil, weil das Untersetzungsverhältnis eines derartigen Getriebes auch bei einer ganz bestimmten Einstellung niemals genau konstant ist. Das Untersetzungsverhältnis hängt nämlich außerdem nicht nur von dem Abnutzungsgrad sämtlicher Getriebeteile, insbesondere des Keilriemens, sondern auch von der Belastung des Abtriebes, die den Riemenschlupf beeinflußt, und von der absoluten Höhe der Eingangsdrehzahl ab, die ebenfalls infolge der auftretenden Fliehkraft einen gewissen Einfluß auf den Riemenschlupf hat. Ein genau gleichbleibendes Drehzahlverhältnis zwischen der An- und Abtriebswelle eines mit einem solchen Getriebe versehenen Papiermaschinenantriebes ist also nicht gewährleistet; es fehlt insbesondere die Unabhängigkeit der Abtriebsdrehzahl von der Belastung des Abtriebes.
  • Bei einem bekannten Papiermaschinenantrieb dieser Art ist das stufenlose Getriebe zwischen die Antriebswelle und das eine Glied des Differentialgetriebes eingeschaltet. Es ist infolgedessen bei diesem Antrieb nicht möglich, bei stehender Hauptantriebswelle der Maschine bzw. bei von dieser abgekuppeltem Getriebe den Abtrieb zu verstellen, was zum Ausgleich von aufgetretenen Phasenverschiebungen durchaus wünschenswert ist.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Differentialantriebseinheit mit einer Geschwindigkeitsregelvorrichtung zu schaffen, durch die die gewünschten Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Abschnitten der Maschine ganz genau eingehalten werden, indem die Abtriebsgeschwindigkeit unabhängig von der Belastung des Abtriebes genau konstant gehalten wird. Außerdem soll das Drehzahlverhältnis zwischen der Hauptantriebswelle und der Abtriebswelle von der Absolutdrehzahl der Hauptantriebswelle unabhängig sein: Die Antriebseinrichtung soll ferner die Möglichkeit bieten, durch von Hand betätigte Vorrichtungen den Zug auf die Papierbahn zu verändern und dadurch beispielsweise das schlaffeHerunterhängen derPapierbahn zwischen einzelnen Maschinenabschnitten zu vermeiden bzw. zu beendigen. Außerdem soll die Antriebseinrichtung die Möglichkeit bieten, einen Abschnitt einer Papiermaschine sowohl vorwärts als auch rückwärts zu bewegen, und zwar unabhängig davon, ob die Längshauptwelle der Maschine sich dreht.
  • Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das dritte Glied des Differentialgetriebes, dessen eines Glied in bekannter Weise von der Längshauptwelle mit festemDrehzahlverhältnis angetrieben wird, während sein zweites Glied mit der Abtriebswelle in Verbindung steht, zwecks Veränderung seiner Relativdrehzahl zur Eingangswelle von einem umsteuerbaren sowie in seiner Drehzahl einstellbaren Antriebsmotor angetrieben wird und daß ferner eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Vergleichen der Drehzahl des ersten Gliedes mit der Drehzahl eines der beiden anderen Glieder zwecks Ermittlung von gegenseitigen Phasenverschiebungen zwischen diesen vorgesehen ist, die ihrerseits eine Einrichtung zum Verstellen des Antriebsmotors im Sinne der Aufrechterhaltung eines synchronen Drehzahlverhältnisses der Abtriebswelle steuert. Der Antrieb des dritten Gliedes des Differentialgetriebes kann beispielswise durch einen umsteuerbaren, in der Drehzahl stufenlos regelbaren hydraulischen Motor erfolgen. Dieser hydraulische Motor kann in weiterer Ausbildung der Erfindung an eine hydraulische Pumpe mit veränderlicher Geschwindigkeit und Richtung angeschlossen sein, deren Fördermengen-Verstellvorrichtung durch eine Steuervorrichtung nach Maßgabe der Phasenverschiebung zwischen der Eingangswelle und dem dritten Glied des Differentialgetriebes betätigt wird. Diese hydraulische Pumpe wird zweckmäßig mit dem hydraulischen Motor über einen geschlossenen Kreis verbunden.
  • Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels. In der Zeichnung zeigt Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Differentialantriebes gemäß der Erfindung teilweise im Schnitt und teilweise in Ansicht, Fig.2 ein schematisches Schaubild des Regelsystems für die Differentialantriebseinheit nach Fig.1. Fig. 3 eine teilweise Schnitt- und teilweise Ansichtsdarstellung der Antriebseinheit nach Fig. 1 von oben, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 3 und Fig. 5 eine Teildarstellung teilweise im Schnitt der Wellenenden und Lager, die im umlaufenden Käfig der Antriebseinheit, wie in Fig. 3 dargestellt, angebracht sind.
  • Gemäß der Zeichnung, die eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung erläutert, ist die Antriebseinheit in einem Gehäuse gekapselt, das einen Bodenteil 10 und einen abnehmbaren Deckel 12 enthält, während ein Längswellenabschnitt 15 sich quer durch den Bodenteil 10 erstreckt und in diesem mittels geeigneter Lager 16 drehbar gelagert ist. Dieser Längswellenabschnitt besitzt flexible Kupplungen 18 an seinen gegenüberliegenden Enden, die zum Ankuppeln dieses Wellenabschnittes an die Längswelle der Papiermaschine dienen. Ein Antriebszahnrad 20 ist auf der Welle 15 befestigt und kämmt mit einem Zahnrad 22, das auf der Eingangswelle 25 befestigt ist, welche in von dem Bodenteil 10 getragenen Lagern 26 drehbar gelagert ist. Ein Kegelradritzel 30 ist am inneren Ende der Welle 25 angebracht und kämmt mit einem Kegelrad 32, das auf einer hohlen Buchse 35 gelagert ist, um einen rechtwinkligen Antrieb zwischen der Längswelle und einem Papiermaschinenabschnitt zu schaffen.
  • Die Buchse 35 ist in vorderen und hinteren Rollenlagern 36 bzw. 37 gelagert und an ihrem hinteren Ende an einem umlaufenden Innenglied 40 einer pneumatischen Kupplung befestigt, die einen äußeren pneumatisch betätigten Schuh 42 besitzt, der zum Reibungseingriff mit dem Innenglied 40 über geeignetes Reibungsmaterial 43 bestimmt ist. Der Kupplungsschuh 42 ist an einem drehbaren Antriebsteil 45 befestigt, der wiederum von einem ringförmigen Teil 46 eines hohlen Antriebsgliedes 48 getragen wird. Dieses Antriebsglied 48 ist auf dem hinteren Ende einer Transmissionswelle 50 befestigt, die sich durch die Buchse 35 erstreckt und in dieser mittels geeigneter Rollenlager 51 drehbar gelagert ist.
  • Das Antriebsglied 45 enthält außerdem einen sich nach hinten erstreckenden zylindrischen Trommelteil 53, der von Reibungsmaterial 54 umgeben ist, durch das der Schuh 55 einer pneumatischen Bremse in das Antriebsglied 45 eingreift, um es in bezug auf das Hauptgehäuse festzuhalten. Der Schuh 55 ist dabei durch einen geeigneten Riegel 56 am Deckel 57 gehalten, der am Ende des Hauptgehäuses in irgendeiner geeigneten Weise befestigt ist und als Gehäuse für die Bremse und Kupplung dient. An ihrem vorderen Ende trägt die Welle 50 ein schrägverzahntes Stirnrad 60, das den Eingang in ein Planetenradgetriebe mit einem Käfig 62 darstellt, der in den Lagern 63 drehbar gelagert und mit einem ringförmigen Zahnrad 65 versehen ist. Der Käfig trägt ein Paar schrägverzahnte Stirnräder 67 und 68, die auf einer Gegenwelle 70 befestigt sind, welche in dem Käfig 62 auf Lagern 71 in Abstand zur Drehachse des Zahnrades 60 angebracht ist, so daß die Welle 70 um diese Achse bewegt werden kann. Auf der gegenüberliegenden Seite des Käfigs 62 ist ein Gegengewicht 72 angebracht, um den Käfig in Gleichgewicht zu halten. Der Käfig enthält außerdem einen mittleren Steg 73 mit einem zylindrischen Lagerträger 74, in dessen Mitte ein Rollenlager75 angebracht ist, das das Ende der Welle 50 führt. Ein Ausgangszahnrad 77 kämmt mit dem Zahnrad 68 und ist auf der Abtriebswelle 80 befestigt, die an ihrem inneren Ende in einem Lager 81 in dem Träger 74 geführt ist und sich durch ein Lager 82 im Bodenteil 10 nach außen erstreckt. Die Welle 80 ist dazu ausgebildet, um mit einem Abschnitt der Papiermaschine verbunden zu werden, beispielsweise mit dem Kalander oder der Trockenpartie, im allgemeinen über nicht dargestellte Untersetzungsgetriebe.
  • Ein umkehrbarer, hydraulischer Motor 85 treibt ein Stirnrad 86 an, das im Eingriff mit dem ringförmigen Käfigzahnrad 65 steht, während eine normalerweise abgeschaltete hydraulisch betätigte Bremse 88 an dem Motor 85 vorgesehen ist, um die Motorwelle und damit den Käfig 62 festzuhalten, wenn dies notfalls erforderlich wird, um zu verhindern, daß der von der Einheit angetriebene Maschinenabschnitt durchgeht. Ein hydraulischer Rückkopplungstachometermotor 90 mit fester Verdrängung ist so angebracht, daß er zusammen mit dem ringförmigen Zahnrad 65 über ein Zahnrad 61, das mit diesem im Eingriff steht, umläuft. Auf diese Weise stehen die Umdrehungen des Tachometermotors 90 in direktem Verhältnis zur Drehung des Käfigs 62. Eine hydraulische Tachometerpumpe 95 mit veränderlicher Verdrängung ist so angeordnet, daß sie von dem Längswellenabschnitt 15 mittels eines mit dem Antriebszahnrad 20 im Eingriff stehenden Zahnrades 96 angetrieben wird, während derAusstoß derTachometerpumpe 95 durch einen geeigneten Regler 97 verändert werden kann, der selbst wieder durch einen umkehrbaren elektrischen Steuermotor 98 betätigt wird.
  • Die Antriebseinheit ist so geeignet, von dem Längswellenabschnitt 15 aus bei eingelegter pneumatischer Kupplung und freier, pneumatischer Bremse unmittelbar auf die Abtriebswelle 80 anzutreiben. Wenn der Käfig stehenbleibt, steht die Drehung dieser Welle in direktem Verhältnis zur Geschwindigkeit derLängswelle, wie es durch die verschiedenenZahnradverhältnisse in der Antriebsvorrichtung festgelegt ist. In einer praktisch anwendbaren Einheit kann die Geschwindigkeit beispielsweise von 1000 Umdr./Min. der Längswelle auf etwa 347 Umdr;,/Min. an der Abtriebswelle untersetzt werden. Wenn die Bremse 88 frei ist und derKäfigmotor85 entweder vorwärts oder rückwärts angetrieben wird, ist die Differentialwirkung des Planetenradgetriebes derart, daß die Abtriebswelle schneller oder langsamer läuft als es der Geschwindigkeit der Längswelle entspricht, und zwar je nach Betrag und Richtung der Drehung des Käfigs, der wiederum die Bewegung des Planetenradgetriebes bestimmt. Eine geeignete Regelung wird erreicht, wenn ein Käfigmotor benutzt wird, der in der Lage ist, die Umdrehungszahl der Abtriebswelle über einen Bereich von etwa t 5% zu verändern.
  • Es ist auch möglich, die Antriebseinheit von der Längswelle durch Auslegen der pneumatischen Kupplung abzuschalten. Wenn die Kupplung ausgerückt ist, kann die pneumatische Bremse eingelegt werden, um das Eingangsrad 60 des Planetenradgetriebes festzuhalten. Durch Antreiben des Käfigs 62 in vorwärtiger oder rückwärtiger Richtung mittels des Motors 85 ist es dann möglich, die Abtriebswelle 80 entweder vorwärts oder rückwärts zu verstellen, einerlei ob die Längswelle umläuft oder nicht. Mit einem Käfigmotor von ±5% Regelbereich beträgt die Geschwindigkeitsveränderung bis zu etwa 5% der höchsten Umlaufgeschwindigkeit in vor- und in rückwärtiger Richtung.
  • Der Motor 85 wird durch eine variable Verdrängungspumpe angetrieben, die in der Verdrängung umkehrbar ist. Diese allgemein mit 100 bezeichnete Pumpe ist beispielsweise mit einem Rotor 101 ausgestattet, der eine Mehrzahl von Kolben 102 aufweist, die in sich radial zum Rotor erstreckenden Zylindern beweglich sind. Der Hub dieser Kolben wird durch Verändern der Zentrierung eines umgebenden Gleitringes 103 bezüglich des Rotationsmittelpunktes des Rotors geregelt. Auf diese Weise kann die Pumpe 100 so eingeregelt werden, daß sie Druckflüssigkeit in veränderlichen Mengen durch eine der hydraulischen Leitungen 105 pumpt, die einen geschlossenen Kreis zwischen der Pumpe und dem Motor 85 darstellen, oder die Pumpe kann auf eine neutrale zentrische Stellung bewegt werden: Die Regelung für die Pumpe ist schematisch in Fig. 2 dargestellt und enthält demnach ein Joch 106; das vom Gleitring 103 ausgeht und durch einen Stift 107 mit einem Kolben 108 in einem hydraulischen Zylinder 109 verbunden ist. Der Kolben 108 spricht auf Druck auf ihn an, um die Pumpe auf ihre neutrale oder nicht fördernde Stellung zu verschieben. Der Stift 107 ist auch mit zusätzlichen Regelkolben 110 und 112 in Zylindern 111 bzw. 113 verbunden. Eine Handregelung für die Pumpe 110 kann, wie bei 114 dargestellt, ebenfalls vorgesehen sein. Es ist zu erwähnen, daß in der Zeichnung diese Zylinderkolben und Regeleinrichtungen nur schematisch dargestellt sind, da "sie an sich bekannt sind, und die Flächen und Hubgrößen der Kolben können je nach den am Markt befindlichen Typen gewählt werden.
  • Fig. 2 erläutert das Regelsystem in einer neutralen oder außer Betrieb befindlichen Stellung. Die elektrische Energie wird von einer dreiphasigen Stromquelle 115 über einen Schalter 117 dem Antriebsmotor 120 für die Pumpe 100 zugeführt. Dieser Motor treibt auch eine Zahnradpumpe 122 an, die Flüssigkeit mit einem konstanten Druck, wie er mittels des Ventils 123 eingestellt wird, einer Druckleitung 125 zuführt, die den Tachometermotor 95 speist und in die die Tachometerpumpe 90 die Flüssigkeit drückt. Die Druckleitung 125 ist über die Leitung 126 mit einem für konstanten Druck vorgesehenen Kolben 110 der Pumpe 100 und über den Zylinder 111 mit der Leitung 127 verbunden. Es ist auch möglich, die Pumpen 100 und 122, wenn erwünscht, von der Längswelle der Maschine aus anzutreiben, solange der Geschwindigkeitsbereich der Längswelle nicht zu groß ist.
  • Die Differentialantriebseinheit besitzt zwei getrennte Hauptfunktionen, nämlich einmal einen eng geregelten Geschwindigkeitsunterschied zwischen den verschiedenen Abschnitten der Papiermaschine zu schaffen und zum anderen die Maschinenabschnitte unabhängig von dem Hauptantrieb über die Längswelle der Maschine zu verstellen. In Verbindung mit der Antriebsfunktion sorgt die Regelung für drei untergeordnete Funktionen beim Antrieb, nämlich dieRotationsgeschwindigkeit der einzelnenAbschnitte der Maschine so zu regulieren, daß die richtigen Relativgeschwindigkeiten aufrechterhalten werden, um schlaffe Längen der Papierbahn aufzufangen und den Zug auf die Papierbahn zu erhöhen oder zu verringern. In Verbindung mit der zweiten oder Einstellfunktion sorgt die Regelung für eine Einstellung entweder in vorwärtiger oder rückwärtiger Richtung.
  • Die Hauptregelung wird durch ein von Hand betätigtes pneumatisches Dreiwegeventil 130 bewerkstelligt, durch welches eine Preßluftzufuhr von einer geeigneten Quelle 131 mit der pneumatischen Kupplung oder der pneumatischen Bremse in der Antriebseinheit verbunden werden kann. Die Bewegung des Handsteuerhebels 132 durch den Bedienungsmann stellt die Antriebseinheit für eine der beiden Grundfunktionen, nämlich den Antrieb oder das Nachstellen, ein.
  • Regulierung des Antriebes Eine der Grundfunktionen der Antriebseinheit ist es, eine konstante, gewünschte Relativgeschwindigkeit zwischen benachbarten Abschnitten der Papiermaschine einzuregeln und aufrechtzuerhalten, beispielsweise durch Erhöhen der Drehgeschwindigkeit eines durch die Differentialantriebseinheit angetriebenen Maschinenabschnittes über diejenige des vorhergehenden Maschinenabschnittes hinaus. Dieser Unterschied in den Drehgeschwindigkeiten dieser beiden Abschnitte ist verhältnismäßig klein, und wenn der Zug richtig aufrechterhalten werden soll, muß der Unterschied in der Geschwindigkeit auch unter sich ändernden Belastungsbedingungen genau aufrechterhalten werden.
  • Um die Einheit für ihre normale Antriebs- und Regulierfunktion einzustellen, bewegt der Bedienungsmann das Ventil 130 auf die »Lauf«-Stellung, in welcher Luft unter Druck der pneumatischen Kupplung 40 bis 42 zugeführt wird, um die Kupplung einzulegen und dadurch für den Antrieb des Eingangszahnrades 60 des Planetengetriebes mit einer im Verhältnis zur Geschwindigkeit der Längswelle feststehenden Geschwindigkeit zu sorgen. Zur gleichen Zeit wird die pneumatische Bremse 53 bis 55 entlüftet und freigegeben. Die Zufuhr von Preßluft zur Kupplung veranlaßt auch das Schließen eines durch Druckluft betätigten elektrischen Schalters 135 und sorgt dafür, daß die Spulen 137 und 138 unter Strom gesetzt werden, die wiederum hydraulische Zweiwegeventile 140 und 142 betätigen. Die Spulen wirken gegen Federn 143 und 144, die normalerweise die Ventile 140 und 142 in die dargestellten Stellungen zwingen. Der die Spule 137 unter Strom setzende Stromkreis läuft über die Leitung 145 zum Schalter 135, von dort zur Leitung 146, Leitung 147 und zu einem anderen Draht der Dreiphasenleitung 115 über eine Leitung 148. Der Stromkreis für die Spule 138 besteht aus dem Schalter 135, der Leitung 146, der Leitung 149 über die normalerweise geschlossenen Kontakte 150 eines elektrischen Dreistellungs-Mehrfachkontaktes, der mit 152 bezeichnet ist, von den Kontakten 150 über die Leitung 153 zur Spule 138 und zur Leitung 148.
  • In »Aus«-Stellung des Ventils 130 (aber bei laufendem Motor 120) wird der Druck von der Zahnradpumpe 122 und der hydraulischen Leitung 125 durch eine Zweigleitung 155 und das Zweiwegeventil 140 zum Zylinder 109 und ebenso zum Regelzylinder und Kolben 156 eines hydraulischen Zweiwegeventils 158 über die Leitung 160 geführt. Das Ventil 158 wird so normalerweise gegen den Druck der Feder 161 gehalten und der Druck von der Leitung 127 am Ventil 158 abgeschnitten. Wenn jedoch die Spule 137 unter Strom gesetzt wird, bewegt sich das Ventil 140, um die Leitung 160 mit dem Behälter T zu verbinden, und dies hat zum Ergebnis, daß die Zylinder 109 und 156 entlastet werden. Das Ventil 158 wird durch die Feder 161 verschoben, um den Druck über ein Rückschlagventil 162 in den Regelzylinder 163 der hydraulischen Bremse 88 zu führen, die normalerweise im Eingriff steht, um die Welle des Motors 185 durch eine Feder 165 festzuhalten. Der Druck von der Leitung 125 löst dann die Bremse 88 und gestattet es, den hydraulischen Motor 85 durch die Pumpe 100 in direktem Verhältnis zu ihrem Ausstoß und im Sinne ihres Ausstoßes anzutreiben, d. h., der Motor 85 wird entweder vorwärts oder rückwärts und mit veränderlichen Geschwindigkeiten in jeder Richtung im Verhältnis zur Verschiebung der Pumpe 100 aus ihrer neutralen Stellung nach der jeweiligen Seite angetrieben. Ein Nadelventil 166 ist parallel zum Rückschlagventil 162 vorgesehen, um den Auslauf aus dem Zylinder 163 zu bemessen und die Geschwindigkeit, mit der die Bremse 88 eingelegt werden kann, zu regeln.
  • Die Tachometerpumpe 95 erhält die Flüssigkeit mit konstantem Druck von der Zahnradpumpe 122 und der Leitung 125 und gibt sie in einen Tachometerkreis ab, der die Leitungen 170, 172 und 173 enthält. Dieser Tachometerkreis führt die Flüssigkeit mit einem höheren Druck von der Tachometerpumpe 95 zum Tachometerrückkopplungsmotor 90 und zurück zur Leitung 125. Auf diese Weise besteht für jede gegebene Einstellung der Pumpe 95 ein Bezugsdruck an der Ausgangsseite dieser Pumpe, entsprechend dem gewünschten Geschwindigkeitsunterschied in der Antriebseinheit. Solange der gewünschte Geschwindigkeitsunterschied aufrechterhalten wird, bleiben die Pumpe 95 und der Motor 90 in Phase. Sollte aber der Geschwindigkeitsunterschied von dem gewünschten Wert abweichen, beispielsweise durch Anwachsen der Belastung auf der Abtriebswelle der Antriebseinheit, dann reagiert der Käfig 62 in entsprechender Weise, und der Motor 90 folgt dem und kommt dadurch außer Phase, so daß er gegenüber der Pumpe 95 entweder vorläuft oder nachhinkt.
  • Eine solche Winkelphasenverschiebung hat zur Folge, daß sich der Druck in dem Kreis zwischen der Pumpe 95 und dem Motor 90 verändert, und zwar daß er sich erhöht, wenn der Tachometermotor nachhinkt. Dieser Druckanstieg wird über eine Zweigleitung 174 dem Tachometerregelkolben 112 zugeführt, der dadurch die Pumpe 100 auf einen größeren Ausstoß einstellt. Es wird hierdurch eine größere Menge hydraulischer Flüssigkeit dem Antriebsmotor 85 für den Käfig zugeführt und dadurch der Käfig beschleunigt, um die Tachometerpumpe und den Tachometermotor wieder in Phase zu bringen. Sollte die Belastung auf der Abtriebswelle 80 der Antriebseinheit abnehmen mit der Folge, daß die Einheit zu schnell läuft, dann läuft auch der Tachometermotor 90 zu schnell oder bezüglich der Tachometerpumpe 95 in der Phase vor. Der Druck im Tachometerkreis fällt dann ab, und der konstante Druck, der auf den Kolben 110 ausgeübt wird, übersteigt den geringeren Druck am Kolben 112, um den Ausstoß der Pumpe 300 herabzusetzen.
  • Diese Anordnung sorgt für eine genaue Regelung der Abtriebswellengeschwindigkeit des Differentialantriebs und stellt die Verschiebung der Pumpe so ein, daß die Geschwindigkeit der Abtriebswelle 80 in festem, vorher bestimmtem Verhältnis zur Längswellengeschwindigkeit steht. Die Tachometerpumpe 95 wird in direktem Verhältnis zur Längswellengeschwindigkeit angetrieben und ist für einen gewünschten Ausstoß in bezug auf die Längswellengeschwindigkeit voreingestellt. In anderen Worten: irgendeine geringfügige Änderung in der Längswellengeschwindigkeit hat eine entsprechende Veränderung im Ausstoß des Tachometers 95 zur Folge, aber gleichzeitig wird das gewünschte voreingestellte Verhältnis zwischen dem Ausstoß des Tachometers und der Drehgeschwindigkeit der Längswelle beibehalten.
  • Die Pumpe 100 muß jederzeit die gleiche Verdrängung aufweisen wie der Motor einschließlich irgendwelcher Undichtigkeiten, die hinter den Kolben der Pumpe und des Motors bestehen können. Jedoch bildet irgendeine Verlangsamung des Motors 85 sofort genügend zusätzlichen Druck, um dem erhöhten Drehmoment zu widerstehen, selbst wenn die Verschiebung der Pumpe 100 konstant bleibt. Die erhöhteUndichtigkeit auf Grund des höherenDruckes kann ein geringfügiges Nachhinken des Motors 85 zur Folge haben, aber der mit dem Motor 85 lanb sanier werdende Rückkopplungstachometer 90 hält automatisch die gewünschte Geschwindigkeitseinstellung aufrecht. Die Antriebseinheit ist dadurch synchronisiert, jedoch einstellbar. Irgendwelche Faktoren, von denen man normalerweise annimmt, daß sie eine geringfügige Geschwindigkeitsänderung zur Folge haben, beispielsweise Änderung der Belastung, Änderung der Temperatur, Kompressibilität der Flüssigkeit oder Ausdehnung der Rohrleitungen, sind alle durch das Rückkopplungstachometer automatisch kompensiert, so daß eine synchronisierte Geschwindigkeit aufrechterhalten wird.
  • Mit einer Längswellengeschwindigkeit von etwa 1000 Umdr./Min. und einem Untersetzungsverhältnis, derart, daß die Abtriebswelle eine Geschwindigkeit von etwa 347 Umdr./Min. aufweist, wenn der Käfig 62 stillsteht, fügt die Drehung des Käfigs in der Drehrichtung der Abtriebswelle etwa ein Drittel Umdrehungen pro Minute der Umdrehungszahl der Abtriebswelle für jede vollständige Umdrehung des Käfigs zu, und umgekehrt verringert eine Umdrehung des Käfigs entgegen der Drehrichtung der Welle 80 die Umdrehungszahl dieser Weile um etwa ein Drittel Umdrehungen pro Minute. Durch das Auslegen der Einheit in der Weise, daß die normalen, gewünschten Geschwindigkeiten für die Maschinenabschnitte annähernd gleich der Abtriebsgeschwindigkeit der Einheit bei stehendem Käfig sind, und da der Motor 85 nach beiden Seiten der Nullgeschwindigkeit des Käfigs hin wirken kann, wird nur die halbe Pferdestärkekapazität des Motors benötigt, wie wenn dieser Motor nur in einer Drehrichtung und auf einer Seite der Nullgeschwindigkeit des Käfigs wirken würde.
  • Auffangen von schlaffen Stellen der Papierbahn Wenn der Bedienungsmann findet, daß es notwendig ist, eine schlaffe Stelle in der Papierbahn aufzufangen, die in den durch die Antriebseinheit angetriebenen Maschinenabschnitt übertritt (so z. B. in den Kalander- und Aufrollabschnitt nach einem Abreißen derPapierbahn undWiedereinführen derselben in diesen Abschnitt), so kann er dieses Auffangen dadurch bewirken, daß er den Schalter 175 schließt. Hierdurch wird die Spule 176 geschlossen und das normalerweise geschlossene hydraulische Zweiwegeventi1178 in seine offene Stellung verschoben. Dies veranlaßt den Tachometerkreis, den Zahnradpumpendruck (von der Leitung 155) abfallen zu lassen und den Druck im Zylinder 113 des Tachometerregelkolbens 112 auf einen Wert zu erniedrigen, der durch eine Flüssigkeitsmenge gegeben ist, die durch die Einstellung eines Nadelventils 179 in der Leitung zwischen dem Ventil 178 und der Leitung 170 bestimmt ist. Die Flächen der Kolben 110 und 112 sind so gewählt, daß die Pumpe 100 alsdann ihren Ausstoß und dementsprechend die Geschwindigkeit des Antriebsmotors 85 für den Käfig erhöht, bis die schlaffe Stelle in der Papierbahn aufgefangen ist. Beim Loslassen und Öffnen des Schalters 175 wird dann die Spule 176 wieder abgeschaltet und das Ventil 178 geschlossen, während die Regelung, wie oben beschrieben, wieder eintritt, um den gewünschten Zug auf die Papierbahn gemäß der Einstellung der Tachometerpumpe 95 aufrechtzuerhalten.
  • Regulierung und Änderung des Zuges Zur Änderung des Zuges auf die Papierbahn stellt der Bedienungsmann die Tachometerpumpe 95 für einen größeren oder kleineren Ausstoß ein. Zu diesem Zweck sind ein Schalter 180 für Zugvergrößerung und ein Schalter 181 für Zugverminderung vorgesehen, um getrennt entweder die Vor- oder Rückwärtsspeiseleitungen 185 und 186 des umkehrbaren elektrischen Regelmotors 98 unter Strom zu setzen. Geeignete Begrenzungsschalter können in diese Leitungen eingebaut sein, um die maximale Bewegung des Regelmotors in irgendeiner Richtung zu begrenzen. Solche Begrenzungsschalter sind in der Zeichnung mit 190 bezeichnet.
  • Um beispielsweis-- den Zug zu erhöhen, drückt der Bedienungsmann den Schalter 180 ein, um seine oberen Kontakte zu schließen. Es wird hierdurch ein Stromkreis über den Hauptmotorregelschalter 192, die Sicherung 193 zum Motor 98, die Leitung 185, die Rückkontakte des Schalters 181 und den Schalter 180 zur Leitung 148 geschlossen. Der Regelmotor 98 läuft so in Vorwärtsrichtung, wodurch die Tachometerpumpe 95 verstellt und der Druck von dieser Pumpe verändert wird, der für eine Erhöhung der Geschwindigkeit in der Vorwärtsrichtung des den Käfig antreibenden Motors 85 sorgt. Um den Zug herabzusetzen, bewegt der Bedienungsmann den Schalter 181, um dessen untere Kontakte zu schließen. Es wird dann über diese Kontakte und die Rückkontakte des Schalters 180 und über die Leitung 186 zum Regelmotor 98 ein Stromkreis geschlossen, der den Motor veranlaßt, in rückwärtiger Richtung zu laufen und die Tachometerpumpe 95 zu einer Herabsetzung des Ausstoßes der Pumpe 100 und dementsprechend für die Herabsetzung der Geschwindigkeit des Käfigmotors 85 zu verstellen.
  • Nachstellen vorwärts Die Antriebseinheit kann auch zum Nachstellen des ihr zugeordneten Maschinenabschnittes benutzt werden, einerlei, ob die Hauptwelle in Bewegung ist oder nicht. Um vorwärts nachzustellen, legt der Bedienungsmann das pneumatischeVenti1130 vonHand in die Stellung »Nachstellen«, beispielsweise gemäß der Darstellung der Fig. 2 nach links. Unter Druck stehende Luft wird dann der pneumatischen Bremse zugeführt, die die Übertragungswelle 50 und das Eingangszahnrad 60 festhält. Gleichzeitig wird die pneumatische Kupplung nach der Atmosphäre entlüftet und dadurch die Welle 50 von dem Hauptwellenabschnitt 155 abgekuppelt. Gleichzeitig wird ein pneumatisch betätigter elektrischer Schalter 195 geschlossen, der für die Zufuhr elektrischer Energie von den Leitungen 196 und 197 zu dem elektrischen Mehrfachkontaktschalter 152 sorgt, der über eine »Aus«-Stellung auf »vorwärts« und »rückwärts« eingestellt werden kann, wie aus der Zeichnung ersichtlich ist.
  • Wenn sich der Schalter in Vorwärtsstellung befindet, also in der unteren Stellung in der Darstellung in Fig.2, sind die Kontakte 202 geschlossen, wodurch ein Stromkreis über die Leitungen 197, die Leitungen 204, 205 und 206 zur Leitung 147 hergestellt wird, der die Spule 137 unter Strom setzt, die neutrale Regelkammer der Pumpe 100 nach dem Behälter T hin zu entlastet und auch die Bremse 88, wie bereits in Verbindung mit dem Reguliervorgang beschrieben, löst. Alle anderen Kontakte des Schalters 152 sind geöffnet. Die Pumpendruckleitung 125 wird dann über das Ventil 142 mit der Leitung 170 verbunden und der Druckunterschied zwischen diesen beiden Leitungen durch die Öffnung eines Regelventils 208 bestimmt. Dies veranlaßt die Pumpe 100, sich in einer Richtung zu verschieben, um ihren Ausstoß zu erhöhen, so daß der Käfigmotor 85 vorwärts in einer Nachstellgeschwindigkeit angetrieben wird, die durch die öffnung des Ventils 208 bestimmt ist.
  • Nachstellen rückwärts In manchen Fällen ist es notwendig, den Kalanderabschnitt rückwärts laufen zu lassen, beispielsweise wenn angestautes Papier zwischen den Walzen so dicht zusammengequetscht wird, daß es rückwärts entfernt werden muß. Um rückwärts zu verstellen, legt der Bedienungsmann das Ventil 130 in die Stellung »bremsen«. Die Preßluft beaufschlagt dann die Bremse 55 und schließt den Schalter 195. Die Einheit wird von der Verbindung mit der Hauptwelle gelöst, indem die pneumatische Kupplung gelöst wird. Außerdem ist auch die hydraulische Bremse 88 in gleicher Weise, wie oben beschrieben, gelöst. Der Schalter 152 wird dann in die Rückwärtsstellung, in der Darstellung der Fig. 2 in die obere Stellung, bewegt. Dabei werden die Kontakte 110 geschlossen, wodurch die Spule 137 durch Verbinden der Leitung 197 mit der Leitung 147 über den Schalter und die Leitung 206 unter Strom gesetzt wird. Die Kontakte 150 sind normalerweise in der »Aus«-Stellung des Schalters geschlossen. Sie sind auch in der »Rückwärts«-Stellung geschlossen, und nur geöffnet, wenn der Schalter 152 in die »Vorwärts«-Stellung bewegt wird. Auch die normalerweise offenen Kontakte 215 werden in der Rückkehrstellung geschlossen, um die Leitung 217 mit der Leitung 197 zu verbinden. Auf diese Weise werden die Spulen 137,138 und eine dritte Regelspule 220 sämtlich unter Strom gesetzt, wenn sich der Schalter 152 in »Rückwärts«-Stellung befindet.
  • Die Magnetspule 220 regelt ein normalerweise geschlossenes hydraulisches Zweiwegeventil222, indem sie gegen die Kraft der Feder 223 wirkt. Dieses Ventil ist so angeordnet, daß sie die Tachometer-Regeldruckleitung 170 mit dem Behälter T über ein einstellbares Bemessungs- oder Nadelventil 225 verbindet. Die hydraulische Bremse 88 ist dann gelöst. Das Ventil 142 ist geschlossen, um den Fluß zwischen den Leitungen 125 und 170 zu unterbinden, aber der Tachometerkreis steht über das Ventil 225 und das Ventil 222 mit dem Behälter T in Verbindung, wodurch der Druck auf den Kolben 112 abfällt und die Pumpe 100 veranlaßt wird, sich über ihre neutrale Stellung hinweg zu einer Stellung zu bewegen, in der ihr Ausstoß umgekehrt ist. Die Geschwindigkeit und Größe dieses Verschiebens ist durch die Menge der das Ventil 225 durchströmenden Flüssigkeit bestimmt. Der Käfigmotor 85 wird dementsprechend rückwärts angetrieben und dadurch die Abtriebswelle 80 rückwärts verstellt.
  • Durch die Erfmdung ist somit ein stufenlos- veränderlicher Differentialantrieb geschaffen, der geeignet ist, innerhalb enger Toleranzen einen gewünschten, geregelten Geschwindigkeitsunterschied aufrechtzuerhalten. Die Antriebseinheit nach der Erfindung hält einen gewählten Geschwindigkeitsunterschied ohne Rücksicht auf Belastungsänderungen in dem angetriebenen Abschnitt und ohne Rücksicht auf geringfügige Geschwindigkeitsänderungen auf der Längswelle aufrecht. Weiterhin wird durch sie das Auffangen von schlaffen Stellen der Papierbahn sowie das Einstellen der Zugspannung wesentlich erleichtert. Die beschriebene Antriebseinheit ist außerdem geeignet, den angetriebenen Maschinenabschnitt entweder vorwärts oder rückwärts zu verstellen, einerlei ob die Hauptwelle der Maschine umläuft oder nicht.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Differentialantriebseinheit mit Geschwindigkeitsregelvorrichtung für Papiermaschinen od. dgl., die zwischen eine Längshauptwelle und eine Abtriebswelle eingeschaltet ist und deren von der Längshauptwelle mitfestemDrehzahlverhältnis angetriebene Eingangswelle das eine Glied eines Differentialgetriebes antreibt, während dessen zweites Glied mit der Abtriebswelle in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß sein drittes Glied (62, 65, 67, 68) zwecks Veränderung seiner Relativdrehzahl zur Eingangswelle (25) von einem umsteuerbaren sowie in seiner Drehzahl einstellbaren Antriebsmotor (85) angetrieben wird und daß eine Vorrichtung (90,95) zum kontinuierlichen Vergleichen der Drehzahl des ersten Gliedes (60) mit der Drehzahl eines der beiden anderen Glieder (77 bzw. 62, 65, 67, 68) zwecks Ermittlung von gegenseitigen Phasenverschiebungen zwischen diesen vorgesehen ist, die ihrerseits eine Einrichtung (100) zum Verstellen des Antriebsmotors (85) im Sinne der Aufrechterhaltung eines synchronen Drehzahlverhältnisses der Abtriebswelle (80) steuert.
  2. 2. Antriebseinheit nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen umsteuerbaren, in der Drehzahl stufenlos regelbaren hydraulischen Motor (85) für den Antrieb des dritten Gliedes (62, 65, 67, 68) des Differentialgetriebes.
  3. 3. Antriebseinheit nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der hydraulische Motor (85) an eine hydraulische Pumpe (100) zur Speisung dieses Motors mit veränderlicher Geschwindigkeit und Richtung angeschlossen ist, deren Fördermengen-Verstellvorrichtung (106) durch eine Steuervorrichtung (108 bis 113) nach Maßgabe der Phasenverschiebung zwischen der Eingangswelle (25) und dem dritten Glied (62, 65, 67, 68) des Differentialgetriebes betätigt wird.
  4. 4. Antriebseinheit nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die hydraulische Pumpe (100) mit dem hydraulischen Motor (85) über einen geschlossenen Kreis (105) verbunden ist.
  5. 5. Antriebseinheit nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Transmissionswelle (50) des Differentialgetriebes mit dessen einem Sonnenrad (60), das andere Sonnenrad (77) mit der Abtriebswelle (80) und der den Planetenradblock (67, 68) tragende Käfig (62) mit dem hydraulischen Motor (85) verbunden ist und der Käfig (62) den einen Teil (90) der Vorrichtung zum Vergleichen der Drehzahlen der Eingangs- und Abtriebswelle (25 bzw. 80) antreibt.
  6. 6. Antriebseinheit nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch Einrichtungen (175, 180, 181) zum Überbrücken der selbsttätigen Geschwindigkeitsregelvorrichtung (108 bis 113) des hydraulischen Motors (85) zur willkürlichen Beeinflussung der Geschwindigkeit dieses Motors.
  7. 7. Antriebseinheit nach den Ansprüchen 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine lösbare Kupplung (42) zwischen der Eingangswelle (25) und der Transmissionswelle (50) zum Differentialgetriebe sowie eine auf die Transmissionswelle (50) einwirkende Bremse (55), die bei Auskuppeln eingelegt und bei Einkuppeln gelöst wird, um einen Antrieb der Abtriebswelle (80) durch den hydraulischen Motor (85) allein zu ermöglichen. B. Antriebseinheit nach den Ansprüchen 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine Einrichtung (195, 208, 225), durch die gleichzeitig mit dem Lösen der Kupplung (42) und dem Einlegen der Bremse (55) der Motor (85) mit vorbestimmter Geschwindigkeit unabhängig von der Drehzahl der Eingangswelle (25) in Betrieb gesetzt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 941709; USA.-Patentschrift Nr. 2 392149.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2392149A (en) * 1943-03-25 1946-01-01 Beloit Iron Works Paper machine sectional drive
DE941709C (de) * 1954-03-04 1956-04-19 Voith Gmbh J M Antriebsvorrichtung fuer Papiermaschinen u. dgl.

Patent Citations (2)

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