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Lagerung für umlaufende Fadenführer von Doppeldrahtspindeln Bei Verwendung
einer Doppeldrahtspindel für das Spulen und Zwirnen eines Fadens, einer Borste oder
ähnlicher Erzeugnisse (im folgenden als »Fäden« bezeichnet), ist es unumgänglich,
dem Faden zwischen dem Punkt, an dem er die Lieferspule verläßt, und dem, wo er
- bei seinem Austritt aus der Hohlspindel - einen sich bis zu einem Fadenführer
oberhalb der Lieferspule erstreckenden »Ballon« bildet, eine gewisse Spannung zu
geben.
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Diese Spannung muß einen ganz bestimmten Wert besitzen, der unter
anderem von Art und Titer des Fadens sowie von der Umdrehungsgeschwindigkeit der
Spindel abhängig ist.
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Die Spannung muß niedrig genug gehalten werden, um den Faden nicht
zu beschädigen, jedoch ausreichend groß sein, um den »Ballon« stabil zu halten,
d. h. zu verhindern, daß der Durchmesser sich infolge der Zentrifugalkraft über
eine bestimmte Grenze hinaus vergrößert.
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Es wurden schon zahlreiche derartige Vorrichtungen vorgeschlagen;
einige von ihnen arbeiten mittels Reibung, z. B. durch Klemmen des Fadens zwischen
einen beweglichen Block und die Innenwand der Hohlspindel; andere sind mit einem
Bremskörper versehen, den der von der Lieferspule ablaufende Faden in eine rotierende
Bewegung versetzt.
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Man verwendet auch einen um die Spule umlaufenden Fadenführer, bei
dem die Fadenspannung durch Gewichte geregelt wird, mit denen man den Fadenführer
belastet; schließlich ist noch ein haarnadelförmiger, umlaufender Fadenführer bekannt,
bei dem die Fadenspannung entweder durch Verwendung von Fadenführern von verschiedenen
Gewichten geregelt oder aber der im Kanal der Hohlspindel liegende Arm des Fadenführers
durch einen Magnet gebremst wird. Diese beiden Vorrichtungen haben das gemeinsame
Kennzeichen, daß der arbeitende Faden niemals in Berührung mit der Unterstützungsfläche
des umlaufenden Fadenführers kommt.
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Verwendet man Vorrichtungen dieser Art, so muß man feststellen, daß
sich nach einer gewissen Arbeitszeit (z. B. 24 Stunden) Veränderungen in der dem
Faden durch den sich drehenden Fadenführer gegebenen Spannung zeigen.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Lagerung für umlaufende
Fadenführer von Doppeldrahtspindeln zum Zwirnen von Fäden, bei welcher das Neue
darin besteht, daß der Fadenführer sich auf eine Fläche stützt, über welche der
Faden vor seinem Eintritt in den Kanal der Hohlspindel in ständiger Berührung hinwegstreicht.
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Wenn die Vorrichtung gemäß der Erfindung benutzt wird, stellt man
fest, daß die dem Faden gegebene Spannung auch nach mehreren Arbeitstagen überraschend
konstant bleibt; dies ist sehr wichtig, wenn man mit dünnen und empfindlichen Fäden
arbeitet.
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'Die Vorrichtung gemäß der Erfindung ist besonders einfach; sie gestattet,
dem Faden durch Auswahl des für die Regelung des Druckes des Fadenführers auf die
Stützfläche notwendigen Gewichts genau die gewünschte Spannung zu erteilen; diese
bleibt beim Spulen und Zwirnen überraschend konstant.
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Eine besonders einfache Ausführungsart der Erfindung besteht darin,
dem Fadenführer die Form eines T mit asymmetrischen Armen zu geben. Der senkrechte
Teil des T ragt in das Innere des Hohlspindelkanals hinein, und der Fadenführer
liegt mit einem seiner Arme auf der oberen Hohlspindelfläche auf. Dieser Arm kann
durch Gewichte mehr oder weniger stark belastet werden, um den Druck, den er auf
die Stützfläche ausübt, und damit die während des Zwirnens auf den Faden wirkende
Spannung zu regeln. Der andere Arm trägt in der Nähe seines Endes eine oder mehrere
Ösen, deren Anordnung den Faden zwingt, dauernd über die Stützfläche hinwegzugleiten.
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Besitzt die Hohlspindel ein herausziehbares Mundstück, läßt es sich
leichter handhaben, wenn der Fadenführer fest mit ihm verbunden Ist. Dies kann durch
eine besondere Ausführungsart der vorliegenden Erfindung sehr leicht erreicht werden,
wenn man
den durch das Mundstück hindurchgehenden Teil des Fadenführers
in der durch die Arme und den senkrechten Schaft des T festgelegten Ebene, und dem
die Ösen tragenden Arm entgegengesetzt gerichtet, biegt.
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Überraschenderweise wurde gefunden, daß der Faden sich nicht um den
Schaft des T wickelt, wenn dieser Schaft in der oben beschriebenen Weise gebogen
ist; dagegen treten Schwierigkeiten bis zu Fadenbrüchen auf, wenn er anders geformt
wird.
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Um den Fadenführer und das Mundstück nach Belieben trennen zu können,
setzt man den gebogenen Schaft oder/und das Mundstück aus mehreren Teilen zusammen,
die beliebig, z. B. durch .Sehrauben, miteinander verbunden werden.
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Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung: 1. Im
Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bedient man sich einer Doppeldrahtzwirnvorrichtung
bekannter Art mit einer drehbaren Hohlspindel l (durch eine nicht angegebene Vorrichtung
in Drehung zu versetzen) und einem koaxialen, feststehenden Träger 2, der die Lieferspule
3 trägt und mit einem Kanal 4 versehen ist, durch den der Faden in die Hohlspindel
eintritt.
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In Verbindung mit dieser Vorrichtung verwendet man einen T-förmigen
Fadenführer mit einem Schaft 5, der in den Kanal 4 hineinragt, einem Arm 6, der
in der Nähe seines Endes mit Ösen 7 versehen ist, und einem Arm 8, der ein Gewicht
9 trägt. Dieser Fadenführer stützt sich mit seinem Arm 8 auf eine ringförmige Fläche
1,0, die auf dem Träger 2 angebracht ist.
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Der von der Spule 3 ablaufende Faden 11 passiert die Ösen 7, ehe er
zuerst in den Kanal 4 und dann in die Hohlspindel 1 eintritt, und erteilt so dem
Fadenführer eine rotierende Bewegung.
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Die Stellungen der Ösen 7 und der Stützfläche 10 sind zueinander so
angeordnet, daß der in Drehung befindliche Faden diese Oberfläche ständig bestreicht.
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2. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 bedient man sich einer Doppeldrahtzwirnvorrichtung
bekannter Art mit einer drehbaren Hohlspindel 20 (durch eine nicht angegebene Vorrichtung
in Drehung zu versetzen) und mit einem festen Träger 21, der die Lieferspule 22
trägt; diese Lieferspule trägt ihrerseits ein herausziehbares, mit einem Kanal 24
versehenes Mundstück 23; die Achse des Kanals fällt mit der Achse der Hohlspindel
20 zusammen.
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In Verbindung mit dieser Apparatur verwendet man einen T-förmigen
Fadenführer mit einem in den Kanal 24 hineinragenden Schaft 25, einem Arm 26, der
in der Nähe seines Endes Ösen 27 besitzt, und einem Arm 28 mit einem Gewicht 29.
Der Schaft 25 ist bei 30 in der durch die Arme 26 und 28 und den Schaft 25 festgelegten
Ebene und dem Arm 26, der die Ösen 27 trägt, genau entgegengesetzt gebogen. So sind
Fadenführer und Mundstück fest miteinander verbunden; ihre Handhabung, z. B. beim
Aufsetzen der Spule, wird dadurch erleichtert, da die Gefahr des Herausgleitens
des Fadenführers aus dem Mundstück beseitigt wird.
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Der Fadenführer stützt sich während des Spulens und Zwirnens mit seinem
Arm 28 auf die auf dem Mundstück 23 angebrachte ringförmige Fläche 31.
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Wie im Beispiel 1 bestreicht der Faden 32 während des Spulens und
Zwirnens dauernd die Stützfläche 31. Die Beschreibung der Erfindung gilt für den
Fall des Spulens und Zwirnens mittels einer Doppeldrahtspindel, d. h. wenn einem
Faden je zwei Drehungen auf eine Drehung der Hohlspindel erteilt werden.
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Diese Anwendungsmöglichkeit ist besonders interessant; jedoch wird
die Erfindung dadurch nicht begrenzt, sondern kann in jedem Fall verwendet werden,
bei dem mit einer senkrechten Hohlspindel gearbeitet wird, sei es, daß man dem Faden
eine einzige oder aber mehr als zwei Drehungen auf eine Drehung der Hohlspindel
erteilt.