DE110968C - Verfahren zur Verbesserung der Leuchtkraft des Kohlengases und zur Erh¦hung der Gasausbeute. - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Leuchtkraft des Kohlengases und zur Erh¦hung der Gasausbeute.

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DE110968C
DE110968C DE1896110968D DE110968DA DE110968C DE 110968 C DE110968 C DE 110968C DE 1896110968 D DE1896110968 D DE 1896110968D DE 110968D A DE110968D A DE 110968DA DE 110968 C DE110968 C DE 110968C
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Kloenne August
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B57/00Other carbonising or coking processes; Features of destructive distillation processes in general
    • C10B57/18Modifying the properties of the distillation gases in the oven

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Eine Erhöhung der Leuchtkraft des aus Kohlen erhaltenen Gases wird im Allgemeinen dadurch erreicht, dafs man- das Gas mit den Dämpfen von Kohlenwasserstoffen anreichert. Wenngleich hierdurch eine Verbesserung der Qualität in gewissem Sinne erzielt wird, erfüllt das Verfahren trotzdem seinen Zweck nicht vollständig, weil die Flamme unruhig brennt und zu rufsen anfängt. Der Grund für diese Erscheinung liegt darin, dafs die gebrauchten Kohlenwasserstoffe nicht permanente Gase sind.
Ein anderes Verfahren zur Verbesserung des Leuchtgases besteht darin, dafs man das unmittelbar aus den Retorten austretende Rohgas durch glühende Retorten leitet. Auch diese Methode hat sich in der Praxis nicht bewährt. Das Rohgas enthält nämlich eine nicht unbeträchtliche Menge von Wasserdämpfen und Ammoniak, die in Gegenwart des Kohlenstoffes beim Passiren einer glühenden Retorte zu chemischen Umsetzungen Veranlassung geben. Aus dem Wasser bildet sich hierbei Wasserstoff und Sauerstoff. Der letztere verbindet sich mit dem in dem Gase enthaltenen Kohlenoxyd zu Kohlensäure, welche einer weiteren Verbrennung nicht mehr zugänglich ist und daher die Leuchtkraft derartig herabdrückt, dafs hierdurch eine etwaige Erhöhung der Leuchtkraft mehr als aufgehoben wird. Das Ammoniak wird bei diesem Verfahren gleichfalls theilweise zerstört; auch Rufs und Graphit treten dabei störend auf. Abgesehen von der Unsicherheit des Erfolges ist das Verfahren aber auch deshalb unbrauchbar, weil mit seiner. Ausführung ein nicht unbeträchtlicher Verlust an werthvollen Nebenproducten (Theer und Ammoniak) verbunden ist, während sich zu gleicher Zeit Naphtalin bildet, das durch seine Neigung, Verstopfungen in den Rohrleitungen hervorzurufen, sehr störend ist.
Der Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren, welches die erwähnten Uebelstände vermeidet. Es besteht darin, dafs man das gereinigte trockene Kohlengas, welches die Eisenoxyd-, Mangan- oder Kalkreinigung bereits passirt hat, durch eine oder mehrere glühende Retorten leitet. Die Temperatur der Retorte, in welcher das Gas erhitzt wird, beträgt je nach der Menge des zu verarbeitenden Gases dunkel- bis hellkirschrothe Glut.
Im Allgemeinen nimmt man an, dafs beim Durchleiten durch glühende Röhren die sogenannten . »schweren Kohlenwasserstoffe« (wie Propylen, Butylen, Styrol, Naphtalin) in leichte Kohlenwasserstoffe zerlegt werden, und dafs ßuch das vorhandene Benzol zersetzt wird. Es mag dies für ungereinigtes Gas, also in Gegenwart von Wasserdämpfen und Kohlensäure, zutreffen,. Dagegen hat sich gezeigt, dafs bereits gereinigtes Gas, welches von Kohlensäure und Wasserdämpfen befreit ist, ein anderes Verhalten zeigt, so dafs beim Durchleiten durch glühende Röhren nicht eine Zersetzung, sondern eine Vermehrung des Benzolgehaltes eintritt.
Man kann das Verfahren auch derartig ausführen, dafs dem gereinigten Gase Dämpfe von .Petroleumkohlenwasserstoffen, z. B. Naphta, zu-
gegeben werden, wodurch die Ausbeute an Benzol ebenfalls vermehrt wird;
Das beschriebene Verfahren wird zur Verbesserung der Leuchtkraft und zur Vermehrung des Volumens des Leuchtgases in folgender Weise benutzt. Man leitet einen Theil des gereinigten Gases, vortheilhaft to bis 30 pCt. oder mehr der Gesammtmenge, durch eine oder mehrere glühende Retorten und vermischt das so behandelte Gas mit dem Rohgase. Die leichteren Kohlenwasserstoffe besitzen den Vortheil, dafs sie mehr Naphtalin aufzunehmen vermögen als die schweren Kohlenwasserstoffe, da die leichteren Kohlenwasserstoffe, wie Benzol, Träger der Naphtalindä'mpfe sind. Es wird daher nicht so viel Naphtalin vom Theer absorbirt , als wenn an Stelle der leichteren Kohlenwasserstoffe schwere im Gase vorhanden wären. Die Folge ist eine weitere Erhöhung der Leuchtkraft, eine Vermehrung des Volumens und eine Vermeidung von Naphtalinverstopfungen.
Der Vortheil. der in der Anwendung des gereinigten Leuchtgases zur Erzeugung der leichten Kohlenwasserstoffe liegt, ist nach dem oben Gesagten ohne Weiteres klar. Wenn man vor der Erzeugung der leichten Kohlenwasserstoffe dem Gase auch noch den Dampf von schweren Kohlenwasserstoffen beimischt, indem man Rohnaphta, Benzol und dergl. verdampft, eventuell unter Erwärmen des Gases zur Erhöhung der Aufnahmefähigkeit für flüssige Kohlenwasserstoffe, so tritt beim Durchleiten durch glühende Röhren eine weitere Bildung und Vermehrung der leichten Kohlenwasserstoffe ein, indem bei der gröfseren Menge der vorhandenen schweren Kohlenwasserstoffe auch mehr leichte Kohlenwasserstoffe gebildet werden können.
Das geschilderte Verfahren ist nicht derartig auszuführen, dafs bei der Vergasung der Kohle von vornherein eine höhere Temperatur angewendet wird. Hierbei würden zum Theil ähnliche Verhältnisse eintreten, als wenn man das ungereinigte Gas höher erhitzt bezw. durch glühende Retorten leitet. Ferner erfolgt die Vergasung bei höherer Temperatur überhaupt anders, so dafs ein anderes Gas gebildet wird, als wenn niedrige Temperatur innegehalten wird. Um die Erfolge der vorliegenden Erfindung zu erreichen, ist es nothwendig, dafs bereits fertig gebildetes Gas, nachdem es von· gröfseren Wasser- und Kohlensäuremengen befreit ist, der beschriebenen Behandlung unterworfen wird.
In der englischen Patentschrift 5051/1896 ist einVerfahren beschrieben worden, bei dem auch ein Theil des gereinigten Kohlengases durch das ungereinigte Gas geleitet wird, um aus demselben Kohlenwasserstoffe aufzunehmen. Bei diesem Verfahren findet jedoch eine Erwärmung nur im Ausnahmefalle statt und übersteigt die Temperatur von iooqC. nicht. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich von dem der englischen Patentschrift dadurch, dafs das gereinigte Gas nicht direct dem Rohgase zugeführt, sondern vorher durch glühende Retorten geleitet wird. Bei dieser hohen Temperatur finden chemische Reactionen statt, durch welche die schweren Kohlenwasserstoffgase in leichtere von höherer Leuchtkraft zerlegt werden. Eine solche Reaction ist bei dem Verfahren der englischen Patentschrift ausgeschlossen. Der Zweck des Verfahrens der englischenPatentschrift 505 i/i 896 ist, die Aufnahme von schweren Kohlenwasserstoffen , die sonst abgesetzt werden, zu bewirken. Das oben beschriebene Verfahren will dagegen gerade die Menge der leichteren Kohlenwasserstoffe vermehren und verwendet hierzu eine Anreicherung des Gases mit schweren Kohlenwasserstoffen vor der Durchleitung durch glühende Retorten, bei welcher Operation die beigemengten schweren Kohlenwasserstoffe wiederum in leichte Kohlenwasserstoffe, die permanente Gase sind, verwandelt werden.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Verbesserung der Leuchtkraft des Kohlengases und zur Erhöhung der Gasausbeute aus Kohlen, darin bestehend, dafs man gereinigtes, insbesondere von Ammoniak und Wasserdampf möglichst befreites Kohlengas durch glühende Retorten, deren Temperatur mindestens dunkelrothe Glut beträgt, leitet.
2. Die Ausführungsform des unter 1. geschützten Verfahrens, darin bestehend, dafs das überhitzte Gas in das Rohgas zurückgeleitet wird.
3. Bei den unter 1. und 2. geschützten Verfahren die Abänderung, dafs man dem Gase vor der Durchleitung durch glühende Röhren Dämpfe von Kohlenwasserstoffen, wieBenzol, Rohnaphta und dergl., beimischt.
DE1896110968D 1896-09-26 1896-09-26 Verfahren zur Verbesserung der Leuchtkraft des Kohlengases und zur Erh¦hung der Gasausbeute. Expired DE110968C (de)

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