DE1069595B - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01C—AMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
- C01C3/00—Cyanogen; Compounds thereof
- C01C3/003—Cyanogen
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
DEUTSCHES
Es sind bereits verschiedene Verfahren zur Herstellung von Dicyan bekannt. So hat man wasserfreien
Cyanwasserstoff und Chlor über einem Katalysator bei erhöhten Temperaturen bis zu ungefähr
1000° C miteinander umgesetzt. Der Nachteil dieses Verfahrens liegt darin, daß die Reaktion selbst bei
diesen erhöhten Temperaturen relativ langsam abläuft. Man benötigt daher einen sehr großen Reaktionsraum,
um wirtschaftlich annehmbare Ausbeuten an Dicyan zu erhalten. Hierdurch ergeben sich
Schwierigkeiten hinsichtlich der Wärmeübertragung und guten Durchmischung der Gasreaktionsteilnehmer
im Reaktionsgefäß. Sie schließen die Verwendung von an sich erwünschten höheren Temperaturen aus.
Ein anderes Verfahren besteht in der Umsetzung von Chlorcyan und Wasserstoff bei erhöhten Temperaturen
bis zu 1000° C. Hierbei sind aber Reaktionszeiten von mehr als 0.5 Sekunden erforderlich. Die
Schwierigkeit dieses Verfahrens liegt in der Notwendigkeit, vor der Reaktion Chlorcyan aus Cyanwasserstoff
und Chlor herzustellen. Dieses Verfahren erfordert also einen zusätzlichen Verfahrensschritt.
Es wurde nun gefunden, daß man Dicyan durch Umsetzung von Cyanwasserstoff und Chlor bei erhöhter
Temperatur ohne Verwendung einer besonderen Vorrichtung gewinnen kann, wenn man nach
Vorerhitzung der Gase auf 200 bis 600° C das Gasgemisch aus Cyanwasserstoff und Chlor unter Zusatz
von Wasserstoff bei 1200 bis 1800° C entzündet und das augenblicklich gebildete Dicyan aus dem
Reaktionsraum in üblicher Weise entfernt.
Entsprechend der Reaktionsgleichung der Cyanwasserstoff-Chlor-Reaktion reagieren bei der Herstellung
von Dicyan 2 Mol Cyanwasserstoff und 1 Mol Chlor miteinander. Erstaunlicherweise wurde jedoch
gefunden, daß man eine geringere molare Menge Cyanwasserstoff verwenden kann. Beispielsweise können
schon 1 Va Mol Cyanwasserstoff mit IMol Chlor mit guter Wirkung umgesetzt werden.
Zur Wärmezuführung und Aufrechterhaltung der Reaktionsflamme ist es unbedingt erforderlich, daß
Wasserstoff vorhanden ist. Die Wasserstoffmenge kann in weiten Grenzen schwanken, nämlich von ungefähr
0,25 bis 2 Mol Wasserstoff je Mol Chlor.
Die Reaktion kann in An- oder Abwesenheit eines Inertgases, wie Stickstoff oder Helium, durchgeführt
werden.
Die Wahl der Flammtemperatur hängt von der zugeführten Wasserstoffgasmenge ab. Je höher das
Molverhältnis von Wasserstoff zu Chlor ist, desto geringer die Temperatur. In dieser Weise wird die Reaktion
bei Flammtemperatur praktisch in ungefähr 0,001 bis 0,00001 Sekunden oder noch weniger vollendet.
Verfahren zur Herstellung von Dicyan
Anmelder:
American Cyanamid Company,
New York, N. Y. (V. St. A.)
American Cyanamid Company,
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. F. Zumstein, Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Ε. Assmann und Dipl.-Chem. Dr. R. Koenigsbergerr Patentanwälte,
München 2, Bräuhausstr. 4
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 18. März 1957
V. St. v. Amerika vom 18. März 1957
Hugh McKinney Hulburt, New York, N. Y.,
und Daniel Hyman, Springdale, Conn. (V. St. A.},
sind als Erfinder genannt worden
und Daniel Hyman, Springdale, Conn. (V. St. A.},
sind als Erfinder genannt worden
Das erfindungsgemäße Verfahren weist mehrere Vorteile auf. So können Cyanwasserstoff, Chlor und
Wasserstoff getrennt dem Brenner zugeführt und entzündet oder auch in verschiedener Weise vorher miteinander
gemischt werden; beispielsweise kann man Cyanwasserstoff und Chlor vor der Umsetzung
mischen.
Weiterhin wird die Verwendung einer kostspieligen Ausrüstung vermieden. Bisher waren rostfreier Stahl
oder ein anderes chlorwiderstandsfähiges Material für das Umsetzungsgefäß wegen der korrodierenden
Einwirkung des Chlors erforderlich. Derartige Umsetzungsgefäße können bei normaler \rerwendung auf
Grund ihrer physikalischen Beschaffenheit ohne Gefahr auf höchstens ungefähr 550° C erhitzt werden,
da sonst das Chlor außergewöhnlich korrodierend wirkt. Bei derartigen Temperaturen läuft jedoch die
Reaktion zwischen Chlor und Cyanwasserstoff relativ langsam und daher nicht zufriedenstellend ab. Erhöht
man die Temperatur über ungefähr 550° C, so wird das Umsetzungsgefäß bald wertlos.
Um das zu verhindern, hat man Quarz, der widerstandsfähig gegen Korrosion durch Chlor ist, als
Ausrüstungsmaterial verwandt. Bei Temperaturen über ungefähr 1000° C zerbröckelt Quarz jedoch
wegen der Temperaturschwankungen und ist daher ungeeignet. Obgleich Ouarzröhren und andere thermisch
geeignet isolierte Umsetzungsgefäße vorgeschlagen worden sind, wurden bisher die Umsetzungen
in einem relativ großen und nicht — wie es erfin-
909 650/476
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Dicyan durch Umsetzung von Cyanwasserstoff und Chlor bei erhöhter
Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß nach Vorerhitzung der Gase auf 200 bis 600° C
das Gasgemisch aus Cyanwasserstoff und Chlor unter Zusatz von Wasserstoff bei 1200 bis 1800° C
entzündet und das augenblicklich gebildete Dicyan aus dem Reaktionsraum in üblicher Weise entfernt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Chlor, Cyanwasserstoff und
Wasser im Molverhältnis 1 :1,5 bis 2 : 0,25 bis 2 verwendet werden.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Anwesenheit
eines Inertgases abläuft.
© 909 650/476 11.59
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US646575A US2908551A (en) | 1957-03-18 | 1957-03-18 | Process for the preparation of cyanogen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1069595B true DE1069595B (de) | 1959-11-26 |
Family
ID=24593579
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1069595D Pending DE1069595B (de) | 1957-03-18 |
Country Status (3)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE1069595B (de) |
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Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2399361A (en) * | 1942-11-02 | 1946-04-30 | Du Pont | Manufacture of cyanogen |
| US2730430A (en) * | 1955-01-11 | 1956-01-10 | American Cyanamid Co | Cyanogen production |
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1957
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-
1958
- 1958-03-15 FR FR1193320D patent/FR1193320A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| FR1193320A (fr) | 1959-11-02 |
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