DE1069169B - Die Verwendung eines Stahles als Werkstoff für Grubenausbausegmente - Google Patents
Die Verwendung eines Stahles als Werkstoff für GrubenausbausegmenteInfo
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Classifications
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- C21D—MODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
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Description
DEUTSCHES
Die Grubenausbauteii erfahren durch den Gebirgsdruck
eine Beanspruchung, die sich nicht allein häufig ändert, sondern auch von vornherein nahezu unbestimmbar
ist. Unter dieser Beanspruchung werden die einzelnen Grubenausbausegmente verbogen oder sogar
in sich verwunden und müssen kalt oder warm gerichtet werden, um wieder verwendbar zu sein.
Es wird daher für Grubenausbauten üblicherweise ein Stahl höherer Festigkeit von 50 bis 70 kg/mm2
angewandt, der außerdem eine in bezug auf die überelastischen Beanspruchungen ausreichende Formänderungsfähigkeit
und Sprödbruchsicherheit aufweisen muß.
An sich ist es noch durchaus zweifelhaft und ungeklärt, ob die Kerbzähigkeit überhaupt ein Maß für
die Beurteilung von Grubenausbaustählen darstellt. In den seltensten Fällen findet eine dynamische Beanspruchung
in Verbindung mit Kerbwirkung statt. Meist handelt es sich, wie schon eingangs gesagt, um
Verbiegungen oder Verdrehungen, die durch Richten wieder ausgeglichen werden müssen.
Um diesen Forderungen zu genügen, ist man zu vergüteten Stählen übergegangen. Dieses Verfahren
ist jedoch umständlich und teuer, denn es erfordert ein Erhitzen auf über A3, ein Abschrecken und ein
Anlassen.
„Das Ziel aller Bestrebungen muß ein Stahl sein,
der unvergütet, also ohne dieses umständliche Arbeitsverfahren, zum Ausbausegment verarbeitet werden
kann. Zudem muß aber auch dieser Stahl wieder ohne Schwierigkeiten gerichtet werden können.
Um eine einfache Prüfung zu schaffen, wurden Hin- und Herbiegeversuche durchgeführt, und zwar
derart, daß das Profil des Stahls hierbei aus dem geraden Zustand bis zu einem Winkel von 20° nach
beiden Seiten um einen Biegedorn oder eine Rolle mit etwa der zweifachen Profilhöhe als Halbmesser hin-
und hergebogen wurde, insgesamt also um einen Winkel von 40°. Ferner sind von dem Biegedorn in einem
Abstand von jeweils etwa dem fünffachen Betrag der Profilhöhe zwei Stützrollen vorgesehen, die etwa einzeln
oider auch zusammen bzw. unabhängig voneinander in senkrechter Ebene verstellbar sind. Zur Beurteilung
der Kaltrichtbarkeit wird die beim Bruch bzw. Einreißen erreichte Biegezahl festgestellt. Um
' ein vorzeitiges Ausweichen des Trägers zu vermeiden, d. h. um den Versuch bis zum Bruch bz\v. Einreißen
des Trägers einwandfrei durchzuführen, ist dem Biegedorn gegenüber eine weitere Gegendruckralle
vorgesehen, die an der Biegestelle gegen das Profil drückt und dadurch ein Ausweichen verhindert.
Die A^erformung des eingebauten Profils geht unter
Tage meist sehr langsam vor sich, so daß inzwischen eine Alterung eintreten kann.. Dieser A^organg wird
Die Verwendung eines Stahles
als Werkstoff für Grubenausbausegmente
als Werkstoff für Grubenausbausegmente
Anmelder: ;
Ho es cn -Westfalenhütte
Aktiengesellschaft,
Dortmund, Eberhardstr. 12
Dortmund, Eberhardstr. 12
Dr.-Ing. Hubert Hoff, Dortmund,
und Dr.-Ing. Georg Fischer, Schwerte,
sind als Erfinder genannt worden
beim Versuch in der Weise berücksichtigt, daß man den Probeabschnitt zunächst um 20° abbiegt und den
Versuch erst nach V2- bis lstündiger Erwärmung auf 250° C fortsetzt. Hält der Stahl alsdann ein fünf-
oder mehrfaches Biegen aus, so kann man ihn als für den Grubenausbau gut geeignet bezeichnen.
Um den gekennzeichneten Forderungen zu entsprechen, wird gemäß der vorliegenden Erfindung ein bezüglich
seiner Zusammensetzung an sich bekannter Stahl mit 0,32 bis 0,38% C,
0,10 bis 0,30% Si,
1,00 bis 1,20% Mn,
bis 0,060% P,
bis 0,040% S,
bis 0,009% N,
0,03 bis 0,08% Al,
Rest Eisen
1,00 bis 1,20% Mn,
bis 0,060% P,
bis 0,040% S,
bis 0,009% N,
0,03 bis 0,08% Al,
Rest Eisen
als Werkstoff für Grubenausbausegmente verwendet, der so heiß gewalzt wird, daß er nach der letzten
Walzung noch eine Temperatur von über 880° C aufweist, und der alsdann als Einzelstab an der Luft,
gegebenenfalls unter Verwendung von Ventilatoren, derart abgekühlt wird, daß er im gealterten Zustand
in Hin- und Herbiegeversuchen nach Biegeversuchen in Anlehnung an DIN 51 211 eine Biegezahl von mehr
als fünf Biegungen bei einem Biegewinkel von, ± 20°
aus dem geraden Zustand aushält.
Das Maß der Abkühlungsgeschwindigkeit kann dabei durch Versuche ohne weiteres und sicher ermittelt
werden. Eine zu rasche Abkühlung, die einer Abschreckung gleichkommt, führt zu vorzeitigem
Bruch. Eine zu langsame Abkühlung führt ebenfalls wieder zu geringen Biegezahlen, wahrscheinlich, weil
es alsdann zur Ausscheidung von Eisennitriden kommt.
909 649/273
Es ist bereits die Verwendung eines Stahles mit bis zu 0,5% C, bis l°/oSi, 0,2 bis 1,4% Mn, mindestens
0,02% Al und 0,1 bis 0,2% Cu für solche Konstruktionsteile des ■ Eisenhochbau■; und Grubenausbaus
bekanntgeworden, die einer Wasserablöschung mit anschließendem Anlassen, einer Stufenhärtung im Salzbad,
eitler Ablöschung in wäßriger Salzlösung oder einer Doppelhärtung kurz oberhalb und unterhalb der
Ä3-Umwandlung unterworfen sind. Diese Konstruktionsteile
weisen auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung und Wärmebehandlung neben hoher
Festigkeit eine hohe Zähigkeit und Dehnung auf und finden für Bauteile, z. B. im Grubenausbau, Verwendung,
die plötzlich auftretenden hohen Belastungen ausgesetzt sind.
Zustand ausgehalten. Dieser Stahl würde bei 900° C fertig gewalzt, und man hat ihn als Einzelstab an der
Luft abkühlen lassen, wobei in 3 Minuten eine Abkühlung hinter der Säge von 770° C auf 380° C erreicht
wurde.
Muß bei starken Verwindungen ein Warmrichten vorgenommen werden, so ist dieses in der Weise
durchzuführen, daß wiederum eine Einzelabkühlung von etwa 900° C stattfindet.
In der Abbildung ist beispielsweise die Anordnung der PiOttlvorrichtung schematisch dargestellt. Ein
Profilstab 1 wird über zwei Stützrollen 2, 3 und eine dem Biegedorn 4 gegenüber angeordnete Gegendruckrolle
5 geführt und ist beispielsweise mittels der Stützrolle 3 aus seinem geraden Zustand mit einem
Diesem bekannten Stahl gegenüber weist der er- Winkel α abgebogen.
findungsgemäße Stahl ganz bestimmte, enge Grenzen an C, Si, Mn usw. auf und erfährt auch keine Härtung
oder Vergütung wie der bekannte Stahl. Wenn der bekannte Stahl vergütet wird, so hat dieser ein
entsprechendes Vergütungsgefüge.
Der erfindungsgemäße Stahl hat ein ausgesprochenes Walz- oder Normalisierungsgefüge, also nur Perlit
und Ferrit. Gerade durch die engen Analysengrenzen und die geregelte Abkühlung lassen sich die
gewünschten Festigkeitswerte erreichen.
Ein ebenfalls bekannter Stahl enthält als Koiistruktionsstahl
0,05 bis 0,30% C, 0,05 bis 0,5% Si, 0,25 bis 1,2% Mn. Diesem Stahl wird vor dem Guß noch
Aluminium bzw. eine Aluminiumvorlegierung zugesetzt, um bereits im Walzzustand und auch im gealterten
Zustand eine hohe Dehnung und Kerbzähigkeit zu erreichen. Von diesem Stahl unterscheidet sich der
erfindungsgemäße Stahl dadurch, daß der Kohlenstoffgehalt des bekannten Stahles bei 0,30% endet,
während der erfindungsgemäße Stahl erst bei 0,32% beginnt. Auch ist für den bekannten Stahl keine Vorschrift
über die Wärmebehandlung gegeben.
Die mit dem erfindungsgemäßen Stahl erhaltenen Festigkeitswerte seien an einem Beispiel wiedergegeben
:
Ein Stahl mit 0,35% C,
0,19% Si, 1,06% Mn, 0,048% P, 0,028% S, 0,009% N, 0,08% Al, Rest Eisen
hat, zu Profil GT 120 ausgewalzt, folgende mechanischen Werte:
Streckgrenze 41,6 kg/mm2
Zugfestigkeit 65,9 kg/mm2
Bruchdehnung # 5 23,6%
Kerbschlagzähigkeit ... 7,1 mkg/cm2, ungealtert
3,5 mkg/cm2, gealtert
Der Stahl hat acht Biegungen im gealterten Zustand mit einem Biegewinke.l ± 20° aus dem geraden
Diese Biegeprobe ist genormt. Es handelt sich um die bekanmte Biegeprobe DTN 51 211, wie sie ausführlich
im DTN-Taschenbuch 19, Materialprüfnormeu für metallische Werkstoffe, März 1953, beschrieben
ist.
Eine Biegung ist also jeweils eine Abbiegung, z. B. nach rechts um 20° unter Einschluß des Rückbiegens
in die Gerade. Die nächste Biegung erfolgt nach der anderen Seite, ebenfalls wieder um 20° unter
Einschluß des Rückbiegens. Zur \^erdeutlichung muß also gesagt werden: Fünf Biegungen einschließlich
Rückbiegung bei einem Winkel von 20° abwechselnd nach beiden Seiten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Die Verwendung eines an sich bekannten Stahlesmit 0,32 bis 0,38% C,0,10 bis 0,30% Si,
1,00 bis 1,20% Mn,bis 0,060% P,bis 0,040% S,bis 0,009% N,
0,03 bis 0,08% Al,
Rest Eisenfür Grubenausbausegmente, der so heiiß gewalzt wird, daß er nach der letzten Walzung noch eine Temperatur von über 880° C aufweist und der alsdann als Einzelstab an der Luft, gegebenenfalls unter Verwendung von A^entilatoren, derart abgekühlt wird, daß er im gealterten Zustand in Hin- und Herbiegeversuohen nach Biegeversuchen in Anlehnung DIN 51 211 eine Biegezahl von mehr als fünf Biegungen bei einem Biegewinkel von ± 20° aus dem geraden Zustand aushält.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentanmeldungen K 264 VI/18 d,kanntgemacht 21. 12. 1950), K 1725 VT/18d.kanntgemacht 20. 9. 1951);österreichische Patentschrift Nr. 150 000;
französische Patentschrift Nr. 876 683.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1069169B true DE1069169B (de) | 1959-11-19 |
Family
ID=594365
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1069169D Pending DE1069169B (de) | Die Verwendung eines Stahles als Werkstoff für Grubenausbausegmente |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1069169B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2713782A1 (de) * | 1977-03-29 | 1978-10-05 | Kloeckner Werke Ag | Stahllegierung, insbesondere fuer rinnenprofile des nachgiebigen streckenausbaus in grubenbetrieben |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT150000B (de) * | 1936-03-27 | 1937-06-25 | Boehler & Co Ag Geb | Schweißdraht für Kohlelichtbogenschweißung. |
| FR876683A (fr) * | 1940-11-18 | 1942-11-12 | Acier de construction de haute qualité |
-
0
- DE DENDAT1069169D patent/DE1069169B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT150000B (de) * | 1936-03-27 | 1937-06-25 | Boehler & Co Ag Geb | Schweißdraht für Kohlelichtbogenschweißung. |
| FR876683A (fr) * | 1940-11-18 | 1942-11-12 | Acier de construction de haute qualité |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2713782A1 (de) * | 1977-03-29 | 1978-10-05 | Kloeckner Werke Ag | Stahllegierung, insbesondere fuer rinnenprofile des nachgiebigen streckenausbaus in grubenbetrieben |
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