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Kartenumhüllung für militärische Zwecke Die Erfindung betrifft eine
Kartenumhüllung für militärische Zwecke, die aber auch für Navigationsaufgaben,
Wanderungen usw. verwendbar ist.
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Das Kartenlesen erfordert eine bestimmte Beleuchtung. Die Benutzung
von künstlichem Licht beim Kartenlesen während der Nacht oder in dunklen Räumen
ist aber in Kriegszeiten wegen der auftretenden Lichteffekte gefährlich und daher
unerwünscht. Zusätzliche Abschirmungen von Beleuchtungsvorrichtungen sind unzureichend
und können nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen gebraucht werden. Auch für zivile
Zwecke soll die Beleuchtung einerseits blendungsfrei und nicht zu stark sein, andererseits
ein Farbenspektrum besitzen, das sich wesentlich von dem Spektrum des schwachen
Lichtes unterscheidet, welches im Gelände vorherrscht. Falls diese Bedingungen nicht
erfüllt sind, wird der Benutzer geblendet, und es dauert einige Zeit, bis sich das
Auge wieder an das schwache, im Gelände herrschende Licht gewöhnt hat. Besonders
unangenehm sind diese Blendungserscheinungen, wenn an Hand der Karte eine sofortige
Orientierung im Gelände vorgesehen ist.
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Es ist bekannt, eine vorzugsweise durchsichtige oder halbdurchsichtige
Scheibe oder einen Schirm aus lumineszierendem Material unterhalb der Karte anzuordnen.
Dabei ist unter lumineszierendem Material hier ein Material zu verstehen, welches
nach Bestrahlung mit Licht beliebiger Zusammensetzung, z. B. mit klarem weißem Licht,
aber auch mit gefärbtem Licht, eine Zeitlang selbstleuchtend wird mit einem im allgemeinen
abweichenden Spektralcharakter, z. B. mit gelblichgrünem Licht.
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Die Karte ist dabei zwischen dem lumineszierendem Schirm und einer
durchsichtigen Scheibe angeordnet. Die Karte selbst kann, falls das lumineszierende
Material gut ist, aus üblichem Papier bestehen, jedoch wird das Lesen einer Karte
erleichtert, wenn das Papier z. B. durch Behandlung mit Rizinusöl oder mit einem
anderen geeigneten Stoff durchscheinender gemacht wird.
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Diese bekannte Vorrichtung genügt aber nur unvollkommen den Erfordernissen,
die zum Kartenlesen im Dunkeln erwünscht sind. Die Deckscheibe muß nämlich, damit
die Karte gut sichtbar bleibt, aus volldurchsichtigem Material hergestellt sein,
im allgemeinen aus auf beiden Seiten glattem Kunststoff, Celluloid, Kunstglas od.
dgl. Auf solchem Material kann man nur mit Fettstift zeichnen, und zwar nur in relativ
dicken Strichen. Auch hat eine Fettstiftzeichnung nur eine sehr begrenzte Lebensdauer.
Wenn nun im Kriegsfall umfangreichere Eintragungen erfolgen, z. B. eine gegebene
Kampflage zu skizzieren ist, so wird die Karte selbst weitgehend unleserlich und
das Ablesen erschwert oder unmöglich gemacht. Andere Lösungen, z. B. die Verwendung
von transparentem Zeichenpapier, von dem einzelne Blätter später kombiniert werden,
sind umständlich und scheitern daran, daß das Papier nicht auf der glatten Scheibe
haftet, sondern sich leicht verschiebt, so daß keine genauen Eintragungen erfolgen
können.
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Wenn dagegen die Scheibe mattiert ist, haftet das Papier zwar besser
darauf, aber die Ablesung der Karte wird erschwert. Die Lichtstrahlung wird durch
eine mattierte Scheibe derart geschwächt, daß das beschränkte Selbstleuchten nicht
ausreichend genutzt werden kann.
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Oft ist es auch erwünscht, Notizen zu machen, die nicht im Zusammenhang
mit der Karte stehen, z. B. über die Zeit, in welcher gewisse Truppenbewegungen
beobachtet wurden, u. dgl. Solche Notizen sind auf derselben Scheibe, durch welche
auch die Karte gelesen werden soll, störend. Es bedeutet aber eine zusätzliche Belastung
für den Kartenleser, wenn er eigens eine besondere Lichtquelle und einen Notizblock
dafür bereithalten müßte.
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Mit der Erfindung werden die genannten Nachteile beseitigt, indem
beide Scheiben der Kartenumhüllung ausgenutzt werden, wobei die eine Schutzscheibe
in bekannter Weise glatt und hochdurchsichtig und die andere mattiert ausgebildet
ist.
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Auf einer mattierten Scheibe kann ohne Schwierigkeiten, z. B. mit
einem Bleistift, gezeichnet werden. Solche Schrift ist dauerhaft und kann trotzdem
leicht wieder entfernt werden. Die mattierte Scheibe bietet außerdem so große Flächenreibung,
daß ein daraufgelegtes Blatt Papier nicht gleitet, und somit können leicht in Verbindung
mit der darunterliegenden Karte Skizzen angefertigt werden. Man kann auf der mattierten
Scheibe Richtmarken anordnen zur TJbertragung auf folgende Blätter.
Da
gemäß der Erfindung die beiden Seiten der Umhüllung benutzt werden, muß sie zu öffnen
sein, um die Karten austauschen zu können. Zwischen den beiden Deckscheiben ist
eine lumineszierende Scheibe angeordnet.
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Bei einer Ausführungsform wird für jede Scheibe eine lumineszierende
Scheibe verwendet, die unterschiedlicher Art sein kann, so daß z. B. für die glatte
Scheibe eine stärkere Beleuchtung von kürzerer Dauer vorgesehen wird und für Einzeichnungen
auf der mattierten Scheibe eine solche mit geringerer Lichtstärke, aber längerer
Leuchtzeit. Die Leuchtkraft kann verbessert werden, wenn ein Reflektor zwischen
den zwei lumineszierenden Scheiben angeordnet wird. Die beiden Lumineszenzscheiben
können mit dem dazwischenliegenden Reflektorschirm zu einer Einheit zusammengefügt
sein.
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Vorzugsweise an der mattierten Schutzscheibe kann auch ein Behälter
für die Aufbewahrung von Schreib-und Zeichengeräten befestigt sein.
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Da beim Kartenlesen auch die Verwendung eines Kompasses notwendig
sein kann, sollten alle Teile der Kartenumhüllung aus nichtmagnetischem Material
ausgeführt sein. Die beiden Schutzscheiben werdet; daher z. B. durch einen Streifen
aus Leder, plastischem Material od. dgl. zusammengehalten. Die Streifen sind durch
urmagnetische Niete, z. B. aus Messing, befestigt. An der anderen Seite ist die
Spann- und Schließvorrichtung angeordnet.
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Zum Halten der Karte in ihrer Umhüllung können in bekannter Weise
z. B. federnde Bänder oder Gummistücke vorgesehen werden. Auch selbstleuchtende
Punkte oder Richtungslinien können angeordnet sein. Ferner sind an der Umhüllung
Ösen vorgesehen, durch welche ein Tragriemen gezogen wird.
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In der Zeichnung ist die Kartenumhüllung gemäß der Erfindung in einigen
Ausführungsformen beispielsweise dargestellt. Es zeigt Fig. 1 eine Kartenumhüllung
im Schnitt nach Linie I-1 der Fig. 2, Fig. 2 eine Unteransicht, Fig. 3 und 4 weitere
Ausführungsformen im Schnitt entsprechend dem Ausschnitt der Fig. 1.
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Bei allen drei Ausführungsformen ist der Abstand der Scheiben und
Platten der Deutlichkeit wegen vergrößert dargestellt.
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Die Kartenumhüllung besteht aus einer glatten, hochdurchsichtigen
Schutzscheibe a. und einer anderen, durch Mattierung aufgerauhten Schutzscheibe
b. Zwischen den beiden Schutzscheiben a und b sind zwei lumineszierende Scheiben
c, d angeordnet, deren eine, c, durch die glatte Schutzscheibe a und deren andere,
d, durch die aufgerauhte Schutzscheibe b strahlt. Bei der Ausführungsform
gemäß Fig.3 ist zwischen den beiden lumineszierenden Scheiben c, d, eine reflektierende
Scheibe e angeordnet. Die Scheiben der Kartenumhüllung werden durch Bolzen und Niete
j einerseits und durch eine Kelmmvorrichtung g andererseits zusammengehalten. Die
Kartenblätter zwischen den Scheiben sind mit h bezeichnet. Auf der mattierten Schutzscheibe
b sind Befestigungsmittel i
für die Papierblätter vorgesehen.
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Bei der Ausführungsform gemäß Fig.4 ist eine Metallplatte k an Stelle
der lumineszierenden Scheibe c, d bzw. c, d, e vorgesehen. Oberhalb und unterhalb
der Platte k sind unterschiedlich lumineszierende Scheiben c" und du vorgesehen.
Der Behälter I
ist für die Aufnahme von Zeichengeräten bestimmt.