DE104236C - - Google Patents
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- DE104236C DE104236C DENDAT104236D DE104236DA DE104236C DE 104236 C DE104236 C DE 104236C DE NDAT104236 D DENDAT104236 D DE NDAT104236D DE 104236D A DE104236D A DE 104236DA DE 104236 C DE104236 C DE 104236C
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
- A61L2/00—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
- A61L2/16—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
- A61L2/20—Gaseous substances, e.g. vapours
- A61L2/204—Formaldehyde
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- Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)
Description
PATENTAMT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Wenn man trockenen polymeren Formaldehyd, z.B. Paraformaldehyd, für sich erhitzt, z.B.
auf einer Metallplatte, so dissociirt er langsam zu Formaldehyd. In einer bestimmten Entfernung
von der heifsen Platte condensiren sich die Dämpfe jedoch leicht wieder zu Paraformaldehyd,
welcher sich als weifser Nebel niederschlägt, so dafs auf diese Weise eine Vertheilung des Formal dehy ds in gröfseren
Räumen nicht möglich ist, und zwar um so weniger, wenn eine energische Luftcirculation
nicht stattfindet. Eine Desinfektion in der angegebenen Weise ist aber auch schon deshalb
unzulänglich, weil infolge der Anwendung trockenen Paraformaldehyds die desinficirende
Wirkung zu schwach ist. Denn es ist nachgewiesen, dafs der Formaldehyd erst bei einem
gewissen Feuchtigkeitsgehalte eine energisch desinficirende Wirkung entfaltet.
Vorliegende Erfindung betrifft nun ein Desinfektionsverfahren, welches dadurch gekennzeichnet
ist, dafs man die zur Erhitzung des polymeren Formaldehyds, z. B. Paraformaldehyd,
dienenden Feuergase nicht — wie dies bei dem Erhitzen von Paraformaldehyd in
einer Schale, auf einem Blech, Drahtnetz oder dergl. der Fall ist — unbehindert entweichen
läfst, sondern sie derartig leitet, dafs sie sich mit den entwickelten Formaldehyddämpfen
mischen müssen, um hierdurch nicht nur die Formaldehyddämpfe rasch im ganzen Raum zu
vertheilen, sondern auch den an sich trocknen Formaldehyddämpfen die nöthige Menge Wasser
zuzuführen, um deren RUckpolymerisirung zu Paraformaldehyd zu verhindern und eine
energische Desinfektionswirkung der Formaldehyddämpfe zu ermöglichen. Es gelangen
bei Ausführung dieses Principes nur solche Feuergase zur Verwendung, welche den trocknen
Formaldehyddämpfen genügende Mengen Wasser zuzuführen vermögen, also Feuergase, welche z. B. durch Verbrennung von Alkoholen
oder Kohlenwasserstoffen erzeugt worden sind. Ungeeignet sind solche Feuergase, welche bei
der Verbrennung wasserstoffarmer Kohle entstehen. Bei der Verbrennung von Spiritus
wird etwa ein dem Spiritusgewicht gleiches Gewicht an Wasser erzeugt. Rechnet man
für die Vergasung von 10 g Paraformaldehyd 10 g Spiritus, so werden dem Paraformaldehyd
10 g Wasser zugeführt; aufserdem werden bei der Verbrennung von 10 g Spiritus fast 30 g
Kohlensäure erzeugt, welche zugleich mit den Wasserdämpfen sich mit den Formaldehyddämpfen
mischen. Eine fernere Bedingung für die Ausführung dieses Principes ist die,
dafs die Temperatur der Feuergase, bevor sie mit den Formaldehyddämpfen gemischt werden
, unter die Entzündungstemperatur der Formaldehyddämpfe gebracht wird, was durch
geeignete Wahl der Entfernung der Heizquelle von dem Paraformaldehydbehälter oder
durch geeignete Construction der Heizquelle oder endlich durch an dem Paraformaldehydbehälter
angebrachte Vorrichtungen bewirkt werden kann.
Das Mischen der Formaldehyddämpfe mit heifsen Feuergasen, welche vermöge ihrer
hohen Temperatur bezw. ihres geringen specifischen Gewichtes einen starken Auftrieb nach
oben haben, hat noch den Vortheil, dafs eine Entflammung der Formaldehydgase durch die
starke Saugwirkung der sich mit den Formaldehyddämpfen mischenden Feuergase vermieden
wird. Durch diese Saugwirkung der .heifsen Feuergase wird einerseits genügend kalte Luft
zugeführt, andererseits verhindert, dafs die erhitzten Formaldehyddämpfe stagniren und sich
an der unterhalb des Paraformaldehydbehälters befindlichen Heizquelle entzünden. Durch den
heifsen Feuergasstrom werden die Formaldehyddämpfe rasch aus dem Behälter entfernt, sozusagen
herausgeschleudert und dadurch sehr rasch an alle Stellen des zu desinficirenden
Raumes gebracht.
Durch obiges Princip unterscheidet sich das vorliegende Verfahren streng von demjenigen
der Patentschrift Nr. 88394, welches zwar ebenfalls Paraformaldehyd für Desinfectionszwecke
benutzt, aber in der Weise, dafs man einen unter Druck befindlichen trocknen Gasstrom,
welcher durch ein von aufsen geheiztes Schlangenrohr geleitet wird, erhitzt und das
erhitzte Gas durch pulverförmiges Trioxymethylen hindurchstreichen läfst. Es findet
hierbei also keine Mischung der Formaldehyddämpfe mit den Feuergasen statt, die Formaldehyddämpfe
werden vielmehr, ohne mit den Feuergasen in Berührung zu kommen, durch ein Schlangenrohr nach aufsen geleitet. Die
nothwendige Folge hiervon ist, dafs die entweichenden Formaldehyddämpfe trocken und
deshalb für die Desinfektion weniger wirksam sind.
Bei dem vorliegenden Verfahren wird im Gegensatz zu demjenigen der Patentschrift
Nr. 88394 kein Gasstrom durch Trioxymethylen geleitet, der Paraformaldehyd wird vielmehr
durch einfaches Erhitzen depolymerisirt und die entweichenden Formaldehyddämpfe werden
an der Ausströmungsöffnung mit den Feuergasen vermischt, wodurch sie einen genügenden,
der Wiederpolymerisirung entgegenwirkenden Feuchtigkeitsgehalt und damit eine erhöhte Desinfektionswirkung erhalten sowie in
feine Vertheilung gelangen.
Dieses Princip gestattet eine höchst einfache Construction des zur Ausführung des Verfahrens
bestimmten Apparates, es kann z. B. durch den in der Patentschrift Nr. 96671 dargestellten
Apparat zur Ausführung gebracht werden.
Der polymere Formaldehyd kann für bestimmte Zwecke mit anderen desinficirenden
oder auch wohlriechenden Stoffen gemischt werden.
Das beschriebene Desinfektionsvertahren kann nicht nur zur Desinfektion von Räumen, sondern
auch zur Desinfektion beliebiger Gegenstände Verwendung finden, z. B. zur Desinfektion
von Verbandstoffen und chirurgischen Instrumenten. In diesem Falle kann man den
Apparat zweckmäfsig in der Weise anordnen, dafs das obere Ende des Paraformaldehydbehälters,
aus welchem die desinficirenden Gase ausströmen, mit einem Behälter in Verbindung
gebracht wird, in welchem sich die zu desinficirenden Gegenstände befinden, oder aber
indem man den Apparat selbst in einem kleinen verschlossenen Behälter unterbringt, welcher
die zu desinficirenden oder zu conservirenden Objecte enthält; im letzteren Falle erlischt die
Heizquelle von selbst, wenn der in dem Behälter befindliche Sauerstoff verbraucht ist.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Desinfektion mittels Fonnaldehyds, darin bestehend, dafs man Paraformaldehyd entweder für sich allein oder in Verbindung mit anderen desinficirenden oder wohlriechenden Stoffen durch wasserhaltige Verbrennungsgase erhitzt und diese Verbrennungs- oder Heizgase so leitet, dafs sie sich mit dem Formaldehydgas mischen, sobald sie sich bis unter die Entzündungstemperatur des Formaldehydgases abgekühlt haben, zum Zweck, eine Rückbildung von Formaldehyd zu Paraformaldehyd zu verhindern.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE110710T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE104236C true DE104236C (de) |
Family
ID=32875854
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT110710D Active DE110710C (de) | |||
| DENDAT104236D Active DE104236C (de) |
Family Applications Before (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT110710D Active DE110710C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE104236C (de) |
-
0
- DE DENDAT110710D patent/DE110710C/de active Active
- DE DENDAT104236D patent/DE104236C/de active Active
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE110710C (de) |
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