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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Spritzgießmaschine
und gegebenenfalls mindestens eines dieser zugeordneten Handlinggerätes, bei
dem in einer den Bediener führenden
Form die für
den Ablauf eines Spritzzyklus erforderlichen Betriebsparameter über eine
Eingabeeinheit in eine diese Betriebsparameter speichernde Datenverarbeitungseinheit
eingegeben werden und anschließend
ein oder mehrere Spritzzyklen gemäß den gespeicherten Betriebsparametern
durchgeführt
werden, wobei vor Spritzbeginn zum Schutz von Maschinenteilen Sicherheitsbedingungen
festgelegt werden, mit denen bestimmte Bewegungsabläufe der Spritzgießmaschine
bzw. des Handlinggerätes
verboten bzw. erlaubt werden.
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Weiters
betrifft die Erfindung eine Einrichtung zur Steuerung einer Spritzgießmaschine
und gegebenenfalls mindestens eins dieser zugeordneten Handlinggerätes, insbesondere
zur Durchführung des
oben genannten Verfahrens.
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Verfahren
zur Steuerung von Spritzgießmaschinen
und gegebenenfalls von Handlinggeräten unter Zuhilfenahme von
speicherprogrammierbaren Steuerungen und benutzerfreundlichen Bedienungsoberflächen, die
dem Anwender eine Unterstützung bei
der Programmierung und Bedienung geben, sind bereits bekannt. Beispielsweise
zeigt die
EP 0 573 912
D1 ein solches Verfahren zur Steuerung einer Kunststoff-Spritzgießmaschine.
Gattungsgemäße Verfahren
zur Steuerung von Spritzgießmaschinen werden
zum Beispiel in der
US 5,326,246 beschrieben,
in der eine korrigierbare Steuerung gezeigt wird, oder in der
US 6,073,059 , in der ein
in unterschiedliche Speicherbereiche unterteilter Datenspeicher
gezeigt wird. Das deutsche Gebrauchsmuster zeigt ebenfalls eine
Steuerung für
eine Spritzgießmaschine
mit einem berührungsempfindlichen
Bildschirm zur Eingabe und Anzeige der Steuerparameter. In ähnlicher
Form werden in den beiden japanischen Patentschriften JP 2001-315179
und
JP 02103114 Eingabeeinrichtungen
zur benutzerfreundlichen Bedienung und Steuerung von Spritzgießmaschinen gezeigt.
Um die teuren Werkzeuge (Spritzgußformen) vor Beschädigungen
zu schützen,
ist es bereits bekannt, vor Spritzbeginn Sicherheitsbedingungen festzulegen,
in denen bestimmte Bewegungsabläufe erfolgen
bzw. explizit erlaubt werden. Beispielsweise soll es nicht möglich sein,
bei ausgefahrenen Auswerfer die Spritzgußform zu schließen. Beim
bekannten System gemäß der
EP 0 573 912 werden ab Werk,
also vom Spritzgießmaschinenhersteller,
solche Sicherheitsbedingungen unveränderbar vorprogrammiert. Der
Anwender kann den Bewegungsablauf seiner Spritzgießmaschine
frei programmieren. Die vorprogrammierten hinterlegten Sicherheitsbedingungen
stellen sicher, daß keine
Bewegungsabläufe stattfinden,
die möglicherweise
zu Schädigungen
von Komponenten, insbesondere der teuren Werkzeuge (Spritzgußformen)
führen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein insbesondere im Hinblick auf die Flexibilität verbessertes
Verfahren und entsprechende Einrichtungen zur Steuerung einer Spritzgießmaschine
und gegebenfalls mindestens eines dieser zugeordneten Handlinggerätes anzugeben.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist dadurch gekennzeichnet, daß auf
einem Bildschirm eine Eingabemaske zur Verfügung gestellt wird, auf der
aus mehreren vorzugsweise graphisch dargestellten Bewegungsgrundbausteinen
jeweils einer ausgewählt
wird und auf der anschließend
für jeden ausgewählten Bewegungsgrundbaustein
eine Sicherheitsbedingung in Form von logischen, vorzugsweise boolschen
Verknüpfungen
vom Zustand eines oder mehrerer anderen Bewegungsgrundbausteine verstellt
oder übernommen
und schließlich
abgespeichert wird.
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Eine
erste Variante der erfindungsgemäßen Einrichtung
ist gekennzeichnet durch eine Leseeinrichtung für einen zur Veränderung
zumindest eines Teiles der Sicherheitsbedingungen berechtigenden Datenträger und/oder
durch eine Eingabeeinrichtung zur Eingabe eines zur Veränderung
zumindest eines Teiles der Sicherheitsbedingungen berechtigenden Codes.
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Eine
weitere Variante der erfindungsgemäßen Einrichtung ist gekennzeichnet
durch eine Leseeinrichtung für
einen mit – vorzugsweise
einer bestimmten Spritzgießform
zugeordneter - Sicherheitsbedingungen programmierten, transportablen
Datenträger.
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Schließlich ist
eine weitere Variante gekennzeichnet durch eine Schnittstelle und/oder
einen - vorzugsweise ein Modem aufweisenden – Kommunikationsmodul zur Übernahme
von offline erstellten und auf einem externen Zwischenspeicher abgelegten
Sicherheitsbedingungen in einem Speicher des Bedienfeldrechners
der Spritzgießmaschine
bzw. eines Handlinggerätes
derselben.
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Im
Gegensatz zum Stand der Technik wird gemäß der Erfindung dem Benutzer
die Möglichkeit gegeben,
die Sicherheitsbedingungen (gegebenenfalls im beschränkten Ausmaß und in
verschiedenen Berechtigungsstufen) zu verändern bzw. von Grund auf neu
zu erstellen. Über
eine am Bildschirm dargestellte Eingabemaske mit graphisch dargestellten
Bewegungsgrundbausteinen, beispielsweise den Bewegungsgrundbaustein „Form schließen" für jeden dieser
Bewegungsgrundbaustein eine Sicherheitsbedingung festgelegt werden.
Dies erfolgt in Form von logischen boolschen Verknüpfungen
von Zuständen eines
oder mehrerer anderer Bewegungsgrundbausteine, beispielsweise kann
man die Sicherheitsbedingung formulieren, daß der Bewegungsgrundbaustein „Form schließen" nur dann erlaubt
ist, wenn der Zustand eines anderen Bewegungsgrundbausteines, nämlich der
des Auswerfers „Auswerfer
nicht ausgefahren" ist.
Die so mittels graphischer Symbole einfach erstellbaren Sicherheitsbedingungen
können dann
abgespeichert werden und in der Folge bei der Programmierung bzw.
beim Betrieb der Spritzgießmaschine
berücksichtigt
werden.
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Es
ist günstig,
wenn die Sicherheitsbedingungen vom Anwender festgelegt werden nachdem die
für den
jeweiligen Produktionsablauf nötigen Komponenten
der Spritzgießmaschine
bzw. des Handlinggerätes
und damit die möglichen
Bewegungsgrundbausteine vom Anwender ausgewählt worden sind, weil man dann
nicht alle denkbaren Komponenten der Spritzgießmaschine berücksichtigen
muß, sondern
nur jene, die beim konkreten Projekt zum Einsatz kommen. Dies erlaubt
eine vereinfachte Definition von Sicherheitsbedingungen.
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Andererseits
ist es günstig,
wenn die Sicherheitsbedingungen vom Anwender festgelegt werden bevor
die eigentliche graphisch unterstützte Programmierung des Spritzgußzyklus
am Bildschirm beginnt, wobei Sicherheitsbedingungen verletzende Programmschritte
von vorne herein dem Anwender nicht angeboten, bei einer Auswahl
nicht zugelassen oder zumindest als solche gekennzeichnet werden. Dies
hat den Vorteil, daß man
sofort bei der Programmierung auf Sicherheitsbedingungen verletzende Schritte
aufmerksam wird bzw. diese von vornherein nicht zugelassen werden.
Man hat dann nicht das Problem, daß man ein komplettes Ablaufprogramm fertigstellt
und erst nachträglich
erfährt,
daß irgendwo eine
Sicherheitsbedingung verletzt wird. Vielmehr können die Sicherheitsbedingungen
Schritt für
Schritt überprüft werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann direkt auf den Bedienfeldrechner der Spritzgießmaschine
ausgeführt
werden, welcher üblicherweise
einen Bildschirm aufweist. Es ist aber auch möglich, die im weitesten Sinne
zur Programmierung gehörende
Festlegung der Sicherheitsbedingungen von einem Netzwerk online
verbundenen Bildschirm aus zu erstellen und schließlich im
Speicher des Bedienfeldrechners abzuspeichern.
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Besonders
günstig
ist eine Variante des Verfahrens, bei dem die Sicherheitsbedingungen
zumindest teilweise auf einem Bildschirm eines vom Bedienfeldrechner
der Spritzgießmaschine
bzw. des Handlinggerätes
gesonderten Rechners offline erstellt, zunächst auf einem Zwischenspeicher
gespeichert und vom Anwender später
in einen Speicher des Bedienfeldrechners übernommen werden. Dies erlaubt
es, einen Teil der Sicherheitsbedingungen, beispielsweise die mit
einem bestimmten Werkzeug (Spritzgußform) in Verbindung stehen,
nicht vom Anwender der Spritzgießmaschine auch nicht vom Spritzgießmaschinenhersteller,
sondern vom Hersteller des Werkzeugs festlegen zu lassen. Dieser kennt
die Sicherheitsproblematiken des Werkzeugs am besten und kann daher
eine zuverlässige
Festlegung der Sicherheitsbedingungen vornehmen. Die so definierten
Sicherheitsbedingungen, beispielsweise bezüglich des Werkzeuges, können dann
auf verschiedenster Art in den Bedienfeldrechner transferiert werden,
beispielsweise mittels transportabler, nicht-flüchtiger Datenträger, wie
Disketten, CD-ROMS oder EEPROMs. Es ist aber auch möglich den
offline erstellten Sicherheitsbedingungen über ein Netzwerk, beispielsweise
das Internet, zu transportieren und in den Bedienfeldrechner einzuspielen.
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Die
erfindungsgemäßen Einrichtungen,
insbesondere zur Durchführung
der oben genannten Verfahren, weisen demgemäß vorzugsweise eine Leseeinrichtung
für solche
transportablen Datenträger mit
den Sicherheitsbedingungen auf, oder ein Modem oder dergleichen
zum Einlesen der Sicherheitsbedingungen über ein Datennetzwerk. Schließlich ist es
auch möglich,
daß der
transportable Datenträger aus
einem Mikrochip besteht, der mit der Spritzgießform verbunden ist, wobei
eine Leseeinrichtung am Bedienfeldrechner diesen Mikrochip liest
und damit die Sicherheitsbedingungen übernimmt.
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Wenn
der Anwender die Sicherheitsbedingungen selbst verändern kann
ist es günstig,
eine Hierarchie festzulegen, mit der welcher Anwender, welche Sicherheitsbedingungen,
verändern
darf. Beispielsweise kann festgelegt sein, daß einfache Sicherheitsbedingungen
jeder Anwender wählen
bzw. verändern
darf, während
komplexe Sicherheitsbedingungen mit hohem Schadensrisiko nur von
speziellen autorisierten Personen verändert werden dürfen. Die
Personen können
beispielsweise durch einen ihnen zugeordneten Datenträger oder
einen speziellen Code, den sie bei der Bedienung eingeben müssen, identifiziert
werden.
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Insgesamt
ist es aus Sicherheitsgründen günstig, wenn
die Festlegung der Sicherheitsbedingungen von restriktiv in Werk
vorformulierten Default-Sicherheitsbedingungen
ausgeht. Der Anwender kann dann aus diesen sehr strengen Default-Sicherheitsbedingungen
gewisse Zweige streichen und die Sicherheitsbedingungen lockern.
Jeder dieser Schritte ist bewußt
durchzuführen,
sodaß die
Gefahr, eine Sicherheitsbedingung zu vergessen, verringert ist.
Eine gewisse Verantwortung bleibt natürlich immer beim Anwender.
Dafür ist
aber die Flexibilität
des Systems wesentlich höher als
beim Stand der Technik. Weitere Vorteile der Einzelheiten der Erfindung wären anhand
der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erleutert:
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Die 1 zeigt
eine erfindungsgemäße Einrichtung
zur Steuerung einer Spritzgießmaschine und
eines zugeordneten Handlinggerätes
(mehrachsiger Linearroboter) in einer schematischen, beispielhaften
Darstellung.
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Die 2 zeigt
eine mögliche
Bildschirmgestaltung bei der Festlegung der Sicherheitsbedingung
für die
Spritzgießmaschine.
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Die 3 und 4 zeigen
mögliche
Bildschirmgestaltungen bei der Festlegung von Sicherheitsbedingungen
für das
Handlinggerät
(Roboter).
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Die
in 1 gezeigte Spritzgießmaschine selber ist nach dem
Stand der Technik aufgebaut: sie weist einen wesentlichen U- oder
C-förmigen
Rahmen 1 auf, mit zwei Schenkeln 2 und 3.
An in 1 rechten Schenkel 2 ist eine feste Formaufspannplatte 4 befestigt,
die eine beiden Formhälften 9 trägt. Die andere
Formhälfte 9 ist
an der beweglichen Formaufspannplatte 8 befestigt, die über eine
hydraulische Kolbenzylindereinheit in waagrechter Richtung hin- und
herbewegbar ist. Die hydraulische Kolbenzylindereinrichtung 7 stützt sich
dabei am linken Schenkel 3 ab. Die 1 zeigt
die Form in teilweise geöffneter Position.
Zum Schließen
der Form wird die Formaufspannplatte 8 nach rechts bewegt,
bis die beiden Formhälften 9 geschlossen
sind. Dann wird über
das Einspritzaggregat 5, dies beispielsweise einen Schneckenextruder
aufweist, Kunststoff, der vorzugsweise in Granulatform über den
Trichter 6 eingefüllt
worden ist, in plastifizierter, also zumindest zähflüssiger Form, in die geschlossene
Form eingespritzt. Nach einer Abkühlphase wird die Form geöffnet und
der Kunststoffartikel kann über
das Handlinggerät
(hier beispielsweise ein zweiachsiger Linearroboter 10)
entnommen werden. Dieser weist dazu auf den vertikal nach unten
führenden
Arm 11 einen nicht näher
dargestellten Greifer auf. All die bisherigen mechanischen bzw.
hydraulischen oder elektrischen Komponenten brauchen nicht näher beschrieben werden,
weil sie dem Fachmann auf dem Gebiet der Spritzgußtechnik
ohnehin bestens bekannt sind.
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An
der Spritzgießmaschine
sind mehrere vorzugsweise elektrisch ansteuerbare Aktoren 12 vorgesehen.
Diese stark schematisch dargestellten Aktoren 12 sind in
Wirklichkeit natürlich
innerhalb der Spritzgießmaschine
angeordnet und bestehen beispielsweise aus Schaltern, elektrisch
ansteuerbaren Magnetventilen für
die Hydraulik oder dergleichen. Über
sie lassen sich im wesentlichen die Komponenten der Spritzgießmaschine
in einer gesteuerten Weise bewegen.
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Um
den Ist-Zustand des momentanen Bewegungsablaufs zu kennen, sind
zahlreiche Sensoren vorgesehen, die zusammengefaßt mit der Bezugsziffer 13 bezeichnet
sind. Über
eine Ein/Ausgabelogik 14, die auch auf mehrere Karten verteilt
sein kann können
die Sensordaten und die Steuerbefehle für die Aktuatoren 12 mit
einem Bussystem 18 in Kommunikation gebracht werden.
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Über den
Feldbus 19 wird das Handlinggerät 10, beispielsweise
ein zwei- oder mehrachsiger Linearroboter mit elektrischem Servomotorantrieb
und einem elektrisch gesteuerten Greifer gesteuert. Die Aktuatoren
sind hier mit 15 bezeichnet, die Sensoren mit 16.
Wiederum ist zu erwähnen,
daß diese
Darstellung sehr schematisch ist. Selbstverständlich sind die Aktuatoren
und Sensoren über
das Handlinggerät verteilt
angeordnet. Eine Ein/Ausgabelogik 18 erlaubt eine Kommunikation
mit dem Bedienfeldrechner 20, der im folgenden näher beschrieben
wird.
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Die
Steuerung der Spritzgießmaschine
und des Handlingroboters erfolgt von einem Bedienfeldrechner 20 mit
einer Rechnereinheit 21 aus, zwar über die Feldbussysteme 18 und 19.
Die Rechnereinheit 21 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel
so ausgeführt,
daß sie
mit einem einzigen Prozessor sowohl die speicherprogrammierbare
Steuerung für den
Ablauf der Spritzgießmaschine
als auch für
den Ablauf des Handlingroboters realisiert. Die Rechnereinheit 21 übernimmt
auch die Visualisierung und Dateneingabe über den Kontaktbildschirm (Touchscreen) 22.
Darüberhinaus
kann auf diesem Rechner ein benutzerfreundliches Dialogsystem zur
Programmierung der Spritzgießmaschine
implementiert sein. Mittels eines solchen benutzerfreundlichen Dialogsystems
ist es zunächst
möglich,
die für
einen konkreten Auftrag nötigen
Komponenten der Spritzgießmaschine
bzw. des Handlinggerätes
festzulegen und damit die möglichen
Bewegungsgrundbausteine vom Anwender auszuwählen. Ein Beispiel wäre der Bewegungsgrundbaustein „Form schließen", ein anderer Bewegungsgrundbaustein „Einspritzen" mittels des Einspritzaggregates.
Mittels solcher vorzugsweise durch graphische Softkeys dargestellten
Bewegungsgrundbausteine kann der Anwender eine vom System unterstützte Programmierung
und anschließend
Parametrisierung des Spritzgußzyklus
vornehmen.
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Um
Bewegungszustände
auszuschließen, die
möglicherweise
zu Beschädigungen
von Maschinenteilen führen,
sind Sicherheitsbedingungen vorgesehen, die bestimmte Bewegungsabläufe zwar prinzipiell
möglich
sind, einschränken.
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Die
Festlegung der Sicherheitsbedingungen erfolgt erfindungsgemäß dadurch,
daß auf
einem Bildschirm beispielsweise dem Touchscreen 22 eine Eingabemaske
zur Verfügung
gestellt wird, auf der aus mehrereren vorzugsweise graphisch dargestellten
Bewegungsgrundbausteinen zunächst
jeweils einer ausgewählt
wird. Die Bewegungsgrundbausteine können beispielsweise in den
Feldern 23 der linken Spalte vom Bildschirm angeführt sein,
wie dies in der vergrößerten Darstellung
gemäß der 2 besser ersichtlich
ist.
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Nach
Auswahl eines Bewegungsgrundbausteines, für den eine Sicherheitsbedingung
festgelegt werden soll, kann nun in Form von boolschen Verknüpfungen
ein Zustand eines oder mehrerer anderer Bewegungsgrundbausteine
die Sicherheitsbedingung formuliert werden, wobei dabei eine graphische Unterstützung mittels
animierter „elektrischer" Schaltsymbole günstig ist,
wie dies in 2 beispielhaft gezeigt ist.
Die animierten Symbole zeigen für eine
erfüllte
Bedingung einen geschlossenen Stromkreis, der auch entsprechend
farblich gekennzeichnet werden kann. Somit ist im Diagnosefall auch
sofort erkennbar, wo die Sicherheitsbedingung verletzt ist. Vorteil
dieser Darstellungsart ist die vorallem bei Elektrikern und SPS-Programmierern
bekannte Darstellungsweise. Selbstverständlich gibt es auch noch andere
Möglichkeiten,
die boolschen Verknüpfungen darzustellen.
Die graphische Darstellung mittels verschiedener Pfade und Schalter
ist jedoch sehr übersichtlich
und für
den nichtgeschulten Anwender damit gut geeignet.
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Nach
Einstellen der Sicherheitsbedingungen ist ein Fahren im Handbetrieb
möglich, üblicherweise erfolgt
jedoch zuvor die Ablaufprogrammierung der Spritzgießmaschine.
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Die
Erstellung und Änderung
der Sicherheitsbedingungen ist wie bereits erwähnt, günstigerweise hierarchisch geordnet.
Wichtige Sicherheitsbedingungen sind nur durch besonders geschulte
und autorisierte Personen möglich.
Dazu gehört
auch das Einspielen von offline erstellten Sicherheitsbedingungen,
worauf später
noch näher
eingegangen wird. Der Bedienfeldrechner kann die berechtigte Person entweder
durch Eingabe eines Codes oder über
eine Leseeinrichtung 24 erkennen, die beispielsweise eine
dem autorisierten Benutzer zugeordnete spezielle Chipcard lesen
kann und damit die Berechtigung festlegt. Aus Sicherheitsgründen werden
alle Änderungen
an den Sicherheitsbedingungen intern protokolliert.
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Grundsätzlich können für jede mögliche Aktion
eines Bewegungsgrundbausteines (z.B „Auswerfer vor") Sicherheitsbedingungen
formuliert werden. Ob eine Sicherheitsbedingung für eine Bewegung formuliert
werden muß,
wird zuvor in einem Programmschritt definiert, bei dem die Auswahl
der bei der aktuellen Spritzgießmaschine
festzulegenden Komponenten festgelegt wird.
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Grundsätzlich können die
Sicherheitsbedingungen als logische boolsche Verknüpfungen
erstellt werden, wobei die Sicherheitsbedingungen in Form von einer
Erlaubnis und/oder in Form eines Verbotes formulieren kann.
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Die
fertigformulierten Sicherheitsbedingungen werden dann in ein ausgezeichnetes
Sicherheitsprogramm eingetragen bzw. abgespeichert.
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Bei
der Eingabe wird günstigerweise
von Default-Sicherheitsbedingungen ausgegangen, die sehr restriktiv
formuliert sind und dann alle nicht notwendigen Bedingungen gelöscht. Somit
können
die Bedingungen sehr schnell und mit hoher Sicherheit angepaßt werden.
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Für jeden
eingefügten
boolschen Zustandswert kann eine Fehlermeldung definiert werden,
die bei Nichterfüllung
ausgegeben wird. Per Default setzt sich die Fehlermeldung aus dem
Namen der Aktion zusammen und des Zustandes der nicht erfüllt ist.
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Weiters
kann die Möglichkeit
vorgesehen sein, die Sicherheitsbedingungen mittels SIT-Taste und
entsprechenden Userlevel zu umgehen, um bei der Inbetriebnahme beim
Hersteller Hand Fahrbewegungen durchzuführen, ohne dass alle Signale
bereits angeschlossen sind. Bei Aktivierung dieser Funktion sind
entsprechende Warnhinweise auszugeben.
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Eine
besondere Form von Sicherheitsbedingungen sind die Arbeits- oder
Sperräume
des Handlinggerätes 10.
Sofern ein solches definiert wurde, können die Arbeitsräume desselben
bearbeitet werden. Die Daten der Arbeitsräume werden über Systemfunktionen eingegeben.
Alle Arbeitsräume
können
in einem 3-Achs-Koordinatensystem visualisiert werden, wie dies
in den 3 (zahlenmäßig) und 4 (graphisch)
dargestellt ist. Die Sicht auf diesen virtuellen Raum soll veränderbar
sein, weiters sollen es möglich
sein Arbeits-/Sperräume
ein- bzw. auszublenden
und mit eigenen Farben einzufärben.
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Zur
Festlegung der Sicherheitsbedingungen für das Handlinggerät 10 kann
derselbe Touchscreen 22 verwendet werden. Dieser folgt
mehr oder weniger nur eine Umschaltung auf das Handlinggerät während die
Grundgestaltung des Bildschirms beibehalten wird (wie ein Vergleich
der 2 einerseits und 3 und 4 andererseits
zeigt).
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Ein
wesentlicher Vorteil dieses erfindungsgemäßen Systems besteht darin,
daß die
Festlegung der Sicherheitsbedingungen auch offline, also nicht am
Bedienfeldrechner 20 bzw. dessen Bildschirm 22 selbst,
erfolgen kann. Vielmehr ist dies beispielsweise auch beim Werkzeugbauer
möglich,
der die Spritzgießformen
herstellt. Dazu reicht ein handelsüblicher Personal Computer aus,
auf dem die Software zur Festlegung der Sicherheitsbedingungen implementiert
ist. Der Personal Computer (PC) besteht aus der üblichen Rechnereinheit 26,
einer Tastatur 27, sowie einem Bildschirm 28 und
gegebenenfalls einer Maus 29. Die Sicherheitsbedingungen
können
hier zumindest für
einen Teil der Bewegungsabläufe,
die beispielsweise die Formhälften
betreffen, festgelegt werden und dann in einem schematisch dargestellten Zwischenspeicher 30 abgelegt
werden. Zu einem späteren
Zeitpunkt können
diese Sicherheitsbedingungen dann vom Gerät 26 in den Bedienfeldrechner 20 übernommen
werden. Dafür
gibt es verschiedene Möglichkeiten,
beispielsweise ist es möglich,
die Übertragung über ein
schematisch dargestelltes Netzwerk 31, beispielsweise ein
Bussystem oder ein größeres ähnliches
Netzwerk wie das Internet, zu übertragen,
wobei die Computer 26 und 20 jeweils ein Modem 32 aufweisen
können.
Eine andere Möglichkeit
der Übertragung
besteht darin, daß das
offline erstellte Sicherheitsbedingungspaket auf einen transportablen
Datenträger,
beispielsweise eine CD, übertragen
wird, die dann über
eine Leseeinrichtung bzw. ein Laufwerk 34 am Bedienfeldrechner 20 einlesbar
ist.
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Schließlich ist
es auch denkbar, an bzw. in der Form einen Mikrochip zu integrieren,
in dem die Sicherheitsbedingungen beim Formenhersteller implementiert
werden. Diese Sicherheitsbedingungen können dann von der Einheit 36 mit
der Antenne 37 vorzugsweise berührungslos ausgelesen werden. Die
Idee besteht dabei darin, daß jede
Form praktisch ihre eigenen Sicherheitsbedingungen in sich trägt und automatisch
im Bedienfeldrechner 20 übergibt.
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Insgesamt
kann der für
die Erstellung der Sicherheitsbeidngungen vorgesehene Programmteil
im wesentlichen folgende Funktionen abdecken:
- – Visualisierung
und Erstellung von Sicherheitsbedingungen, vorzugsweise in graphisch
aufgelöster
Form.
- – Kurzfristiges
Aufheben der Sicherheitsbedingungen zur Inbetriebnahme.
- – Verwaltung
von verschiedenen früher
erstellten Sicherheitsbedingungen.
- – Verwaltung
der Fehlermeldungen.
- – Verwaltung
der Arbeits-/Sperr- und Ergreiferräume von Handlinggeräten.
- – Zuordnung
von Arbeitsräumen
zu Komponenten und somit zu Teile oder Maschinendaten.
- – Verwaltung
der Namen für
einzelne Räume.
- – Positionierung
von Arbeitsräume
hinzugefügter Komponenten
im Raum.
- – Visualisierung
der Arbeitsräume
(vorzugsweise dreidimensional).
- – Animation
der Greiferräume.
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
bzw. der erfindungsgemäßen Einrichtung
ist es möglich, die
Sicherheitsbedingungen flexibel und dennoch zuverlässig festzulegen.
Vorallem die Möglichkeit
der offline-Erstellung der Sicherheitsbedingungen wird die Möglichkeit,
den Anwender der Spritzgießmaschine
von komplizierteren Sicherheitsbedingungen entlasten, indem diese
der Hersteller des Werkzeugs (der Spritzgießmaschinenform) festlegt.