DE102004027770B9 - Verfahren zur Herstellung identischer latenter Partikel-Verteilungen auf Oberflächen - Google Patents

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Dieter Neimke
Dr.rer.nat. Barth Martin
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Abstract

Verfahren zur Herstellung identischer Partikelverteilungsbilder, wobei eine reale Partikelverteilung mittels bekannter chemographischer Verfahren visualisiert wird, und zwar Partikelverteilungen für Blei, oder für andere beim Verfeuern von Munition auftretende Elemente/Elementzusammensetzungen, oder für Nitrozellulose, wobei das Verteilungsbild digitalisiert wird, um damit eine Druckvorlage zu erstellen, und wobei unter Verwendung einer Druckgrundpaste die Druckvorlage auf einen Spurenträger übertragen wird.

Description

  • Anwendungsgebiet
  • Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung identischer Partikelverteilungsbilder, d. h. zum Vervielfältigen von Partikelverteilungen, wie sie als Schmauchspuren beim Verfeuern von Munition auftreten.
  • Stand der Technik
  • Im Bereich der kriminaltechnischen Untersuchung von Schussspuren, insbesondere zur Schussentfernungsbestimmung, werden verschiedene chemographische Anfärbeverfahren eingesetzt. Hier seien bespielhaft die Verfahren nach Leszczynski und Suchenwirth genannt (siehe z. B.: W. Lichtenberg; ”Methods of the Determination of Shooting Distances”; Forensic Science Review; Vol 2(1); S. 39 ff; 1990 und H. Suchenwirth; ”Ein einfaches spezifisches Abdruckverfahren zum Erfassen und Beurteilen von Schmauchbildern”; Archiv für Kriminologie; Vol. 150; S. 152 ff; 1973). Allen Verfahren gemeinsam ist die Übertragung der latenten Schmauchpartikelverteilung von einem beschossenen Objekt auf einen Sekundärspurenträger und die anschließende Visualisierung der Verteilung auf diesem Spurenträger durch Einsatz geeigneter chemischer Anfärbereagenzien. Ein Vergleich mit ebenfalls angefärbten Testschüssen aus verschiedenen Entfernungen erlaubt dann eine – mehr oder minder – exakte Bestimmung der Schussentferung beim Tatschuss. Aufgrund der vielfältigen physikalischen/chemischen Prozesse, die beim Verfeuern von Munition auftreten, sind die lateralen Verteilungen der Schussrückstände auf den beschossenen Objekten gewissen Schwankungen unterworfen und zeigen eine gewisse Streuung, was eine exakte Bewertung des analytischen Untersuchungsverfahrens zum Beispiel durch geeignete Ringversuche bzw. Methodenvalidierungen erschwert.
  • Nachteile des Standes der Technik
  • Ringversuche sind heute ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements im Bereich chemisch-analytischer Untersuchungen. Sie dienen dazu, den Leistungsstand analytischer Laboratorien an ausgewählten Problemstellungen einem Vergleich zu unterziehen, um notfalls Korrekturen an der Vorgehensweise bzw. der Methode der Ergebnisfindung vorzunehmen. Die Vorgabe einer wohldefinierten Probe ist dabei Grundvoraussetzung für ein aussagefähiges Ringversuchsergebnis.
  • Während man z. B. im Bereich der nass-chemischen Analytik aus einer vorgegebenen wässrigen Lösung durch Teilung eine nahezu beliebige Anzahl identischer, homogener Proben erzeugen kann (wie es z. B. in der DIN 38402 A-41 und A-42 für den Bereich Wasseranalytik beschrieben ist), gibt es für den Bereich der Schussentfernungsbestimmung mittels chemographischer Anfärbeverfahren bisher keine geeigneten Verfahren zur Herstellung identischer Ringversuchsproben, wie sie nach DIN/ISO 5725, Teil 2 bzw. ISO-Guide 43, Teil 1 und 2 vorgeschrieben sind.
  • Aufgabe der Erfindung
  • Die Erfindung beschreibt ein Verfahren, das die Herstellung einer beliebigen Anzahl von Proben mit identischen Partikelverteilungen auf Stoff oder anderen geeigneten Oberflächen bzw. Strukturen gestattet. Diese Proben sind z. B. im Bereich der kriminaltechnischen Untersuchung von Schussdelikten zur Validierung von chemographischen Anfärbeverfahren und bei der Durchführung von Ringversuchen einzusetzen.
  • Die Herstellung von fälschungssicheren Dokumenten ist aus US 4,175,776 bekannt. Dabei werden mindestens zwei Arten von Farbpartikeln auf einem Hintergrundfeld mit unterschiedlichen, nicht gleichförmigen Verteilungen erzeugt.
  • Eine einmalig anzuwendende Hilfe bei der radiologischen Bildgebung ist aus der US 6,333,970 B1 bekannt und besteht aus einem Klebestreifen, der auf die Haut des zu untersuchenden Patienten vor der Bildgebung aufgebracht wird.
  • Bei der Herstellung von elektronischen Vorrichtungen werden Dickfilme durch eine Fotomaske belichtet ( US 2003/0138708 A1 ). Die bildgebende Zusammensetzung enthält fein verteilte Partikel anorganischen Materials sowie einen anorganischen Binder, dispergiert in einem organischen Medium.
  • Lösung
  • Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Weitere mögliche Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
  • Vorteile der Erfindung
  • Es werden ausgewählte Verfahren der Siebdrucktechnik eingesetzt, um auf einer geeigneten Oberfläche reproduzierbar identische Strukturen mit wohldefinierten Verteilungen zu erzeugen. Auf diese Weise lassen sich eine beliebig große Anzahl identischer Verteilungs-Proben bereitstellen, wie es z. B. die DIN/ISO-Norm 5725 als Voraussetzung für die Durchführung eines Ringversuches vorschreibt.
  • Ausführungsbeispiel
  • Ein Flussdiagramm, das die verschiedenen Schritte des Verfahrens darstellt, ist 1 zu entnehmen und wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben:
    Zunächst wird unter wohldefinierten Bedingungen ein Schuss auf Jeansstoff abgegeben und die resultierende Verteilung der angetragenen Schmauchspuren anschließend gemäß aus der Literatur bekannter Verfahren (z. B. Sheet Printing Method (SPM), siehe auch.: W. Lichtenberg; ”Methods of the Determination of Shooting Distances”; Forensic Science Review; Vol 2(1); S. 39 ff; 1990) auf einen Sekundärspurenträger übertragen und auf diesem unter Einsatz geeigneter chemischer Reagenzien angefärbt. Mit Hilfe eines digitalen Scanners und einer geeigneten Bildanalysesoftware wird die Verteilung binarisiert und dieses Binärbild einer Schmauchverteilung als Vorlage für die Erstellung einer Siebdruckmaske verwendet. Unter Einsatz einer geeigneten Siebdruckpaste, die 1. Partikel des anzufärbenden Elementes (hier: Blei) enthalten und 2. aus einer wasserlöslichen Grundpaste (hier: Polyvinylalkohol) bestehen, wurde dieses Verteilungsbild mittels Siebdrucktechnik wiederum auf Jeansstoff übertragen. Auf diesen Stoffstücken läßt sich anschließend unter Anwendung bekannter chemographischer Verfahren die aufgedruckte Verteilung visualisieren. Ein beispiehaftes Verteilungbild, das als Grundlage für die Erstellung einer entsprechenden Siebdruckmaske dient, ist in 2 dargestellt.

Claims (6)

  1. Verfahren zur Herstellung identischer Partikelverteilungsbilder, wobei eine reale Partikelverteilung mittels bekannter chemographischer Verfahren visualisiert wird, und zwar Partikelverteilungen für Blei, oder für andere beim Verfeuern von Munition auftretende Elemente/Elementzusammensetzungen, oder für Nitrozellulose, wobei das Verteilungsbild digitalisiert wird, um damit eine Druckvorlage zu erstellen, und wobei unter Verwendung einer Druckgrundpaste die Druckvorlage auf einen Spurenträger übertragen wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Partikelverteilung mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA-Element-Mapping) visualisiert wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei Stoff als Spurenträger verwendet wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Druckvorlage zur Erstellung einer Siebdruckmaske verwendet wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Partikelverteilung von Blei unter Einsatz der Siebdruckmaske und unter Verwendung einer mit feinkörnigen Blei-Partikeln versetzten Siebdruck-Grundpaste auf den Spurenträger übertragen wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei für die Siebdruck-Grundpaste Polyvinylalkohol als Pastensubstanz verwendet wird.
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Non-Patent Citations (2)

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Title
Lichtenberg, W.: Methods for the determination of shooting distance. In: Forensic Science Review (1990), Vol. 2, Nr. 1, Seiten 38-62 *
Suchenwirth, H.: Ein einfaches spezifisches Abdruckverfahren zum Erfassen und Beurteilen von Schmauchbildern. In: Archiv für Kriminologie (1973), Vol. 150, Seiten 152-159 *

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