DE10050467A1 - Verfahren zur Herstellung einer Membran-Elektrodeneinheit für Brennstoffzellen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Membran-Elektrodeneinheit für BrennstoffzellenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Membran-Elektrodeneinheit für Brennstoffzellen, welche eine Polymerelektrolyt-Membran enthält, die auf einer ersten Seite mit einer ersten Katalysatorschicht und einer ersten hydrophobierten Gasverteilerschicht und auf der zweiten Seite mit einer zweiten Katalysatorschicht und einer zweiten hydrophobierten Gasverteilerschicht versehen ist, wobei für die Herstellung der Katalysatorschichten Tinten eingesetzt werden, die den jeweiligen Elektrokatalysator, ein oder mehrere Lösungsmittel, ein Protonen leitendes Ionomer und gegebenenfalls Hydrophobierungsmittel und Porenbildner enthalten. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Katalysatorschichten nacheinander auf die Polymerelektrolyt-Membran aufgebracht oder mit ihr in Kontakt gebracht werden, wobei während des Aufbringens oder Inkontaktbringens die jeweils gegenüberliegende Seite der Membran gestützt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Membran-Elektrodeneinheit
(MEA) für Brennstoffzellen, welches sich insbesondere auch für die kontinuierliche
Fertigung der Membran-Elektrodeneinheit eignet.
Eine Membran-Elektrodeneinheit besteht aus einer Polymerelektrolyt-Membran, welche
auf beiden Seiten mit jeweils einer Katalysatorschicht und einer auf der Katalysator
schicht liegenden Gasverteilerschicht versehen ist. Eine der Katalysatorschichten ist als
Anode für die Oxidation von Wasserstoff und die zweite Katalysatorschicht als Kathode
für die Reduktion von Sauerstoff ausgebildet. Die Gasverteilerschichten bestehen ge
wöhnlich aus Kohlefaserpapier oder Kohlefasergewebe und ermöglichen einen guten
Zugang der Reaktionsgase zu den Reaktionsschichten und eine gute Ableitung des Zel
lenstroms. Die Katalysatorschichten für Anode und Kathode enthalten ein Protonen
leitendes Polymer und sogenannte Elektrokatalysatoren, die die jeweilige Reaktion
(Oxidation von Wasserstoff beziehungsweise Reduktion von Sauerstoff) katalytisch
unterstützen. Als katalytisch aktive Komponenten werden bevorzugt die Metalle der
Platingruppe des Periodensystems der Elemente eingesetzt. In der Mehrzahl werden
sogenannte Trägerkatalysatoren verwendet, bei denen die katalytisch aktiven Platin
gruppenmetalle in hochdisperser Form auf die Oberfläche eines leitfähigen Trägermate
rials aufgebracht wurden. Als Trägermaterialien haben sich feinteilige Ruße bewährt.
Die Polymerelektrolyt-Membran besteht aus Protonen leitenden Polymermaterialien.
Diese Materialien werden im folgenden auch kurz als Ionomere bezeichnet. Bevorzugt
wird Tetrafluorethylen-Fluorvinylether-Copolymer mit Sulfonsäuregruppen verwendet.
Dieses Material wird zum Beispiel unter dem Handelsnamen Nafion® von DuPont ver
trieben. Es sind jedoch auch andere, insbesondere fluorfreie Ionomermaterialien, wie
sulfonierte Polyetherketone oder Arylketone oder Polybenzimidazole einsetzbar. Für die
Verwendung in Brennstoffzellen weisen diese Membranen im allgemeinen eine Dicke
zwischen 10 und 200 µm auf.
Die Katalysatorschichten werden zumeist unter Verwendung einer pastenförmigen Zu
bereitung durch Drucken, Rakeln, Rollen oder Sprühen auf die Polymerelektrolyt-
Membranen aufgebracht. Die pastenförmigen Zubereitungen werden im folgenden als
Tinten oder Katalysatortinten bezeichnet. Sie enthalten neben dem Trägerkatalysator in
der Regel ein lösliches, protonenleitendes Material, mehrere Lösungsmittel und gegebe
nenfalls hochdisperse, hydrophobe Materialien und Porenbildner. Die Katalysatortinten
lassen sich nach der Art der verwendeten Lösungsmittel unterscheiden. Es gibt Tinten,
die überwiegend organische Lösungsmittel enthalten und solche, die überwiegend Was
ser als Lösungsmittel einsetzen. So beschreibt die DE 196 11 510 A1 Katalysatortinten,
die überwiegend organische Lösungsmittel enthalten, während die EP 0 731 520 A1
Katalysatortinten beschreibt, bei denen ausschließlich Wasser als Lösungsmittel einge
setzt wird.
Die Gasverteilerschichten bestehen gewöhnlich aus grobporigem Kohlefaserpapier oder
Kohlefasergewebe mit Porositäten bis zu 90%. Um das Fluten des Porensystems mit
dem an der Kathode entstehenden Reaktionswasser zu verhindern, werden diese Mate
rialien mit hydrophoben Materialien imprägniert, zum Beispiel mit Dispersionen von
Polytetrafluorethylen (PTFE). An die Imprägnierung schließt sich eine Calcinierung bei
etwa 340 bis 370°C an, um das PTFE-Material aufzuschmelzen. Zur Verbesserung des
elektrischen Kontaktes zwischen den Katalysatorschichten und den Gasverteilerschich
ten werden diese häufig auf der der jeweiligen Katalysatorschicht zugewandten Seite
mit einer sogenannten Ausgleichsschicht aus Ruß und einem Fluorpolymer beschichtet,
die porös und wasserabstoßend und zugleich elektrisch leitend ist und außerdem eine
einigermaßen glatte Oberfläche besitzt.
Zur Nutzung von Brennstoffzellen als elektrische Energiequelle werden viele Membran-
Elektrodeneinheiten zur Bildung eines Brennstoffzellenstapels übereinander angeordnet.
Zwischen den einzelnen Membran-Elektrodeneinheiten werden sogenannte Bipolar
platten eingefügt, die über entsprechende Kanäle die Reaktionsgase an die Elektroden
der Brennstoffzellen heranführen und die entstehenden Reaktionsprodukte abführen.
Außerdem übernehmen sie die Zu- und Ableitung des Zellenstroms.
Die Verwendung dieser Brennstoffzellenstapel für den elektrischen Antrieb von Kraft
fahrzeugen erfordert großtechnische Produktionsverfahren für die Membran-Elektro
deneinheiten.
In der DE 195 09 749 A1 wird ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines
Verbundes aus Elektrodenmaterial, Katalysatormaterial und einer Festelektrolytmem
bran beschrieben, wobei aus einem das Elektrodenmaterial, das Katalysatormaterial und
das Festelektrolytmaterial umfassenden katalytischen Pulver eine katalytische Schicht
auf einem Träger hergestellt wird. Diese katalytische Schicht wird auf einer dem Träger
abgewandten Seite zum Erweichen des Festelektrolytmaterials aufgeheizt und unter
Druck auf die Festelektrolytmembran aufgewalzt. Dieser Vorgang wird für beide Seiten
der Festelektrolytmembran vorgenommen, so daß das Verfahren eine komplette Mem
bran-Elektrodeneinheit liefert. Der Träger für die katalytische Schicht dient in der ferti
gen Membran-Elektrodeneinheit als Gasverteilerschicht.
In der WO 97/50142 wird ein kontinuierliches Verfahren zur Beschichtung einer Poly
merelektrolyt-Membran mit Elektroden beschrieben, bei dem eine bandförmige polyme
re Membran durch ein Bad mit Platinsalzlösung gezogen wird. Das anhaftende Salz
wird anschließend in einem Gasstrom oder in einem weiteren Bad zum Edelmetall re
duziert. Dieses Verfahren liefert keine kompletten Membran-Elektrodeneinheiten.
In der WO 97/23916 wird ebenfalls ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von
Materialverbunden beschrieben, wobei die Materialverbunde aus mehreren Funktions
materialien bestehen. Sie können zum Beispiel in Brennstoffzellen eingesetzt werden.
Zur Herstellung der Katalysatorschichten können unter anderem fluide Zubereitungen,
die katalytisches Material enthalten (Katalysatortinten), eingesetzt werden.
Weiterhin wird in der WO 97/23919 ein Verfahren zur Herstellung von Membran-Elek
trodeneinheiten beschrieben, wobei das Verbinden der Polymerelektrolyt-Membran, der
Elektrodenschichten und der Gasdiffusionsschichten kontinuierlich in einem Walzver
fahren durchgeführt wird.
Die US 6,074,692 beschreibt ebenfalls ein kontinuierliches Verfahren zur Beschichtung
einer Polymerelektrolyt-Membran auf beiden Seiten gleichzeitig mit Katalysator
schichten unter Verwendung entsprechender Katalysatortinten, jedoch ohne Aufbringen
von Gasverteilerschichten.
Die elektrochemische Leistung von Membran-Elektrodeneinheiten hängt unter anderem
von der Dicke der Polymerelektrolyt-Membran ab. Je dünner die Membran ist, um so
geringer ist ihr elektrischer Widerstand. Zur Zeit werden Membranen mit Dicken von
50 und 100 µm für Membran-Elektrodeneinheiten verwendet. Da die Membranen mit
geringer werdender Dicke sich immer schwerer handhaben lassen, werden sie teilweise
mit einer einseitigen Trägerfolie ausgeliefert.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein sicheres Verfahren anzugeben, mit wel
chem sich Polymerelektrolyt-Membranen insbesondere mit Dicken unter 50 µm zu
Membran-Elektrodeneinheiten verarbeiten lassen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung einer Membran-
Elektrodeneinheit für Brennstoffzellen enthaltend eine Polymerelektrolyt-Membran,
welche auf einer ersten Seite mit einer ersten Katalysatorschicht und einer ersten hydro
phobierten Gasverteilerschicht und auf der zweiten Seite mit einer zweiten Katalysator
schicht und einer zweiten hydrophobierten Gasverteilerschicht einen festen Verbund
bildet, wobei für die Herstellung der Katalysatorschichten Tinten eingesetzt werden, die
den jeweiligen Elektrokatalysator, ein oder mehrere Lösungsmittel, ein Protonen leiten
des Ionomer und gegebenenfalls Hydrophobierungsmittel und Porenbildner enthalten.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Katalysatorschichten nach
einander auf die Polymerelektrolyt-Membran aufgebracht oder mit ihr in Kontakt ge
bracht werden, wobei während des Aufbringens oder Inkontaktbringens die jeweils ge
genüberliegende Seite der Membran gestützt wird.
Das Verfahren befaßt sich mit der Herstellung von Membran-Elektrodeneinheiten aus
einer Polymerelektrolyt-Membran und beidseitig aufgebrachten Elektroden. Die Poly
merelektrolyt-Membran wird im folgenden auch kurz als Membran bezeichnet. Die
Membran besteht aus einem Protonen leitenden Ionomer und weist eine bestimmte Dic
ke auf. Sie wird im wesentlichen von zwei gegenüberliegenden Flächen begrenzt, auf
die die Elektroden der Membran-Elektrodeneinheit aufgebracht werden. Die zwei ge
genüberliegenden Flächen der Membran werden im Rahmen dieser Erfindung als erste
und zweite Seite der Membran bezeichnet. Die Elektroden der Membran-Elektroden
einheit enthalten eine Katalysatorschicht und eine sogenannte Gasverteilerschicht aus
einem hochporösen, elektrischen leitendem Kohlefasergewebe oder Kohlefaserpapier.
Die Dicke dieser Gasverteilerschicht beträgt gewöhnlich zwischen 100 und 400 µm. Die
Gasverteilerschichten werden hydrophobiert, um ein Fluten der Poren mit dem Be
feuchtungswasser für die Anode und dem Reaktionswasser an der Kathode zu verhin
dern und somit stets eine gute Zu- und Abführung der Reaktionsmedien zu den Kataly
satorschichten zu gewährleisten. Die Hydrophobierung erfolgt durch Imprägnieren mit
einer PTFE-Dispersion (zum Beispiel Hostaflon TF5235 von Dyneon), Trocknen und
Calcinieren bei Temperaturen oberhalb von 340°C.
Die Elektroden auf den beiden Seiten der Membran können voneinander verschieden
sein. Sie können sowohl unterschiedliche Katalysatorschichten als auch unterschiedli
che Gasverteilerschichten enthalten. Deshalb werden im Rahmen dieser Erfindung erste
und zweite Katalysatorschicht und erste und zweite Gasverteilerschicht voneinander
unterschieden. So enthält die Anoden-Gasverteilerschicht vorteilhafter Weise eine höhe
re Konzentration an PTFE als die Kathoden-Gasverteilerschicht. Bevorzugt ist die Konzentration
des PTFE in der Anoden-Gasverteilerschicht etwa doppelt so hoch wie in der
Kathoden-Gasverteilerschicht. Typische Kozentrationswerte des PTFE für die Anoden-
Gasverteilerschicht sind 16 Gew.-% und für die Kathoden-Gasverteilerschicht
8 Gew.-%.
Die Katalysatorschichten sind porös und bestehen aus dem jeweiligen Elektrokatalysa
tor, im allgemeinen ein Edelmetall-Trägerkatalysator wie Platin auf Ruß (Pt/C) für die
Kathode und Platin und Ruthenium auf Ruß (PtRu/C) für die Anode, und einem Proto
nen leitenden Ionomer. Statt oder in Kombination mit einem Edelmetall-Träger
katalysator kann auch ein Edelmetall-Mohr verwendet werden. Zur Herstellung der
Katalysatorschichten werden der Elektrokatalysator und das Ionomer unter Verwendung
von Lösungsmitteln sorgfältig zu einer Paste vermischt. Diese Paste wird im folgenden
als Tinte bezeichnet. Die Katalysatortinte kann darüber hinaus noch Porenbildner und
Hydrophobierungsmittel, wie zum Beispiel eine PTFE-Dispersion, enthalten. Im Rah
men der vorliegenden Erfindung wird zwischen Tinten unterschieden, die vorwiegend,
das heißt zu mehr als 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Tinte, organische
Lösungsmittel enthalten und solchen Tinten, die vorwiegend Wasser enthalten. Tinten,
die überwiegend organische Lösungsmittel enthalten werden zum Beispiel in den deut
schen Patentanmeldungen DE 196 11 510 A1 und DE 198 10 485 A1 und DE 198 37 669 A1
beschrieben. "Wässrige" Tinten werden in der EP 0 731 520 A1 und in der noch
nicht veröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 100 37 074.8 offenbart.
Die Katalysatorschichten können unter Verwendung der Tinten durch Drucken, Pinseln,
Sprühen oder andere bekannte Beschichtungstechniken direkt auf die Membran aufge
bracht werden. In diesem Fall wird im Rahmen dieser Erfindung von einer Beschich
tung der Membran gesprochen. Danach werden die Gasverteilerschichten mit den Ka
talysatorschichten in Kontakt gebracht. Alternativ hierzu können die Katalysator
schichten auch auf die Gasverteilerschichten aufgebracht werden und diese anschlie
ßend mit der Katalysatorschicht auf die Membran aufgelegt werden. In diesem Fall wird
im folgendem vom Inkontaktbringen der Katalysatorschicht mit der Membran gespro
chen.
Wesentlich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist, daß die Polymerelektrolyt-
Membran jeweils auf einer Seite gestützt wird, wenn die gegenüberliegende Seite mit
der Katalysatorschicht beschichtet oder mit ihr in Kontakt gebracht wird. Hiermit ist
gemeint, daß die Membran zumindest im Bereich der späteren Elektrode vollflächig mit
einem Träger einen wenigstens temporären, festen Verbund bildet. Dieser Träger hat die
Aufgabe, ein Verwerfen der Membran während der Beschichtung der gegenüberliegenden
Seite mit der Katalysatorschicht weitgehend zu unterdrücken. Er muß deshalb ge
genüber den im Verfahren verwendeten Lösungsmitteln beständig sein und darf nur eine
geringe Quellung infolge der Lösungsmittel aufweisen. Im Falle eines temporären Trä
gers kann es sich zum Beispiel um eine Trägerfolie aus Polyester (Dicke der Trägerfolie
etwa 50 bis 100 µm) handeln, die die Membran während der Aufbringung der ersten
Katalysatorschicht stabilisiert und vor dem Aufbringen der zweiten Katalysatorschicht
abgezogen wird. Beim Aufbringen der zweiten Katalysatorschicht kann die Funktion
des Trägers von der auf die erste Katalysatorschicht aufgebrachten Gasverteilerschicht
übernommen werden. Hierzu ist es erforderlich, daß vor dem Aufbringen der zweiten
Katalysatorschicht ein fester Verbund zwischen der Membran, der ersten Katalysator
schicht und der ersten Gasverteilerschicht hergestellt wird.
Zur Durchführung des Verfahrens wird bevorzugt von einer Membran ausgegangen,
deren erste Seite frei zugänglich ist und deren zweite Seite durch eine Trägerfolie ge
stützt wird. Das Verfahren umfaßt in diesem Fall die folgenden Schritte:
- a) Herstellen eines Verbundes aus der ersten Katalysatorschicht und der ersten hydro phobierten Gasverteilerschicht mit der ersten Seite der Membran,
- b) Entfernen der Stützfolie von der zweiten Seite der Membran,
- c) Herstellen eines Verbundes aus der zweiten Katalysatorschicht und der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Seite der Membran.
In einer besonderen Ausführungsform des Verfahrens setzt sich Verfahrensschritt a) aus
folgenden Unterschritten zusammen:
- 1. Beschichten der ersten Seite der Membran mit der ersten Katalysatorschicht unter Verwendung einer ersten Tinte und
- 2. Auflegen der ersten Gasverteilerschicht auf die noch feuchte Katalysatorschicht und Trocknen des Verbundes.
In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn eine Tinte für die Herstellung der ersten Kataly
satorschicht verwendet wird, die überwiegend organische Lösungsmittel enthält. Die
organischen Lösungsmittel bewirken eine stärkere Quellung der Membran als Tinten
auf Wasserbasis. Die stärkere Quellung führt wiederum zu einer besseren Verbindung
zwischen Membran und Katalysatorschicht. Aus diesem Grund werden im Rahmen die
ser Erfindung in allen Verfahrensschritten, die eine Direktbeschichtung der Membran
mit Katalysatorschichten vorsehen, Tinten verwendet, die überwiegend organische Lö
sungsmittel enthalten.
Die Trocknung des Verbundes wird bei einer Temperatur zwischen 50 und 100, bevor
zugt bei 70°C, vorgenommen und führt zu einem festen Verbund zwischen Membran,
erster Katalysatorschicht und erster Gasverteilerschicht. Nach dem Trocknen kann der
Verbund in einem Wasserbad mit erhöhter Temperatur, bevorzugt bei 80°C, gewässert
werden, um eventuell noch nicht vollständig entfernte Lösungsmittel aus der Katalysa
torschicht herauszuwaschen.
Verfahrensschritt c) kann sich analog zu Schritt a) ebenfalls aus zwei Unterschritten
zusammensetzen, nämlich:
- 1. Beschichten der zweiten Seite der Membran mit der zweiten Katalysatorschicht unter Verwendung einer zweiten Tinte und
- 2. Auflegen der zweiten Gasverteilerschicht auf die noch feuchte Katalysatorschicht und Trocknen des Verbundes.
Auch in diesem Fall empfiehlt es sich, eine Tinte für die Herstellung der zweiten Kata
lysatorschicht zu verwenden, die überwiegend organische Lösungsmittel enthält.
Statt der soeben besprochenen symmetrischen Vorgehensweise bezüglich der Be
schichtung der Membran mit Katalysatorschichten kann es in einigen Anwendungsfäl
len vorteilhafter sein, die zweite Katalysatorschicht nicht direkt auf die Membran auf
zubringen, sondern die zweite Katalysatorschicht zuerst auf die zweite Gasverteiler
schicht aufzubringen und dann die noch feuchte Katalysatorschicht auf die zweite Seite
der Membran aufzulegen. Dementsprechend gestalten sich dann die Verfahrensschritte
c3) und c4) dann wie folgt:
- 1. Beschichten der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Katalysatorschicht un ter Verwendung einer zweiten Tinte und
- 2. Auflegen der noch feuchten Katalysatorschicht auf die zweite Seite der Membran und Trocknen des Verbundes.
Bei dieser Vorgehensweise ist es vorteilhaft, wenn die Tinte für die Herstellung der
zweiten Katalysatorschicht überwiegend Wasser als Lösungsmittel enthält. Dadurch
wird verhindert, daß beim Beschichten der hydrophoben Gasverteilerschicht die Tinte in
das Porensystem der Gasverteilerschicht eindringt und die Leistung der späteren Brenn
stoffzelle negativ beeinflußt.
Bei der oben beschriebenen symmetrischen Direktbeschichtung der Membran mit den
beiden Katalysatorschichten unter Verwendung von Tinten auf der Basis organischer
Lösungsmittel ist es ohne Einfluß auf die Leistung der fertigen Brennstoffzelle, ob zu
erst die Katalysatorschicht für die spätere Anode oder für die spätere Kathode zuerst
aufgebracht wird. Dagegen wurde bei der unsymmetrischen Verfahrensvariante beob
achtet, daß die fertige Brennstoffzelle eine bessere elektrische Leistung zeigt, wenn in
Schritt a) des Verfahrens nicht der die Anodenkatalysator sondern der Kathodenkataly
sator direkt auf die Polymerelektrolyt-Membran aufgebracht wird. Der Anodenkataly
sator wird also in diesem Fall in Schritt c) auf die zweite Gasverteilerschicht aufge
bracht.
Bei einer weiteren Verfahrensvariante setzt sich der Verfahrensschritt c) aus den fol
genden Unterschritten c5) und c6) zusammen:
- 1. Beschichten der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Katalysatorschicht un ter Verwendung einer zweiten Tinte und Trocknen der Beschichtung und
- 2. Auflegen der Katalysatorschicht auf die zweite Seite der Membran und
- 3. Verpressen des gesamten Verbundes bei erhöhter Temperatur.
Diese Variante ermöglicht es, die zweite Gasverteilerschicht in einem vorgelagerten
Arbeitsschritt mit der zweiten Katalysatorschicht zu beschichten und für die spätere
Verwendung in dem hier vorgeschlagenen Verfahren zwischenzulagern. Der Verbund
mit der Membran wird in diesem Fall durch Anwendung von Druck und Temperatur
hergestellt. Der anzuwendende Druck liegt bevorzugt zwischen 1 und 100 bar. Gute
Ergebnisse werden mit einem Druck von 70 bar bei einer Temperatur von 130°C er
zielt.
Auch in diesem Fall gelten die schon gemachten Angaben über die Auswahl der Lö
sungsmittel für die Katalysatortinten und die Reihenfolge der Aufbringung von An
oden- und Kathodenkatalysator.
Die Anwendung von Druck und Temperatur zur Herstellung des Verbundes zwischen
der Membran und der mit dem zweiten Katalysator beschichteten zweiten Gasverteiler
schicht können unterbleiben, wenn die zweite Katalysatorschicht mit einer Ionomerlö
sung befeuchtet wird. In diesem Fall ist zur Herstellung des Verbundes nur ein Troc
kenschritt bei erhöhter Temperatur erforderlich.
Diese Vorgehensweise kann auf den Fall ausgeweitet werden, daß beide Katalysator
schichten zuerst auf die jeweiligen Gasverteilerschichten aufgebracht werden und daß
erst danach der Verbund mit der Membran hergestellt wird. Bei dieser Verfahrensvariante
setzen sich daher die Verfahrensschritte a) und c) aus folgenden Unterschritten
zusammen:
- 1. Beschichten der erste Gasverteilerschicht mit der ersten Katalysatorschicht unter Verwendung einer ersten Tinte und Trocknen der Beschichtung,
- 2. Befeuchten der ersten Katalysatorschicht mit einer organischen Ionomerlösung und
- 3. Auflegen der befeuchteten ersten Katalysatorschicht auf die erste Seite der Mem bran und Trocknen des Verbundes,
- 4. Beschichten der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Katalysatorschicht unter Verwendung einer zweiten Tinte und Trocknen der Beschichtung,
- 5. Befeuchten der zweiten Katalysatorschicht mit einer organischen Ionomerlösung und
- 6. Auflegen der befeuchteten zweiten Katalysatorschicht auf die zweite Seite der Membran und Trocknen des Verbundes.
Wegen der direkten Beschichtung der hydrophobierten Gasverteilerschichten mit den
Katalysatorschichten ist es auch in diesem Fall empfehlenswert, Tinten zu verwenden,
die im wesentlichen Wasser als Lösungsmittel enthalten.
Zur Verbesserung der Anbindung der Gasverteilerschichten an die Katalysatorschichten
ist es vorteilhaft, wenn die hydrophobierten Gasverteilerschichten auf der für den Kon
takt mit den Katalysatorschichten vorgesehenen Fläche mit einer Kohlenstoff enthalten
den, hydrophoben Ausgleichsschicht versehen werden. Zur Anfertigung der Aus
gleichsschicht wird eine Paste aus Ruß und PTFE verwendet, die nach dem Aufbringen
auf die Gasverteilerschicht getrocknet und calciniert wird. Bei der Calcinierung werden
Temperaturen zwischen 340 und 370°C angewendet, die das PTFE zum Schmelzen
bringen.
Außerdem kann es vorteilhaft für den Verbund zwischen den Katalysatorschichten und
der Membran sein, wenn die Membran vor dem Aufbringen oder Inkontaktbringen mit
den Katalysatorschichten in Wasser oder organischen Lösungsmitteln vorgequollen
wird.
Das vorgeschlagene Verfahren eignet sich für die Einzelfertigung von Membran-
Elektrodeneinheiten für Brennstoffzellen, wenn die zu verwendenden Elektrolytmem
branen Dicken von weniger als 50 µm aufweisen. Die Vorteile des Verfahrens bezüg
lich der einfachen Herstellung von Membran-Elektrodeneinheiten mit dünnen Membranen
wirken sich jedoch dann besonders positiv aus, wenn zu einer kontinuierlichen Fer
tigungsweise übergegangen wird.
Das vorgeschlagene Verfahren wird im folgenden an Hand der Beispiele und der Figu
ren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Aufbau einer Membran-Elektrodeneinheit ohne überstehende Membran
Fig. 2 Aufbau einer Membran-Elektrodeneinheit mit überstehender Membran
Fig. 3 Prinzipielle Anordnung für eine kontinuierliche Fertigung von Membran-
Elektrodeneinheiten
Fig. 4 Elektrochemische Leistungsdaten von erfindungsgemäß hergestellten Mem
bran-Elektrodeneinheiten
Die Fig. 1 und 2 zeigen zwei verschiedene Ausführungsformen von Membran-
Elektrodeneinheiten, die nach dem vorgeschlagenen Verfahren hergestellt werden kön
nen. Die Katalysatorschichten sind in den Figuren jeweils mit den Bezugsziffern (1) und
(2) gekennzeichnet.
Fig. 1 zeigt eine Membran-Elektrodeneinheit, die erhalten wird, wenn die Membran
ganzflächig mit Katalysatorschichten und Gasverteilerschichten in Kontakt gebracht
wird. Dies kann zum Beispiel in einem einfachen kontinuierlichen Prozeß geschehen.
Membran und Gasverteilerschichten werden in diesem Fall als Rollenware eingesetzt
und ganzflächig mit den Katalysatorschichten beschichtet und miteinander verbunden.
Das hierbei erhaltene, bandförmige Laminat aus Membran, Katalysatorschichten und
Gasverteilerschichten wird anschließend auf die gewünschte Größe der Membran-
Elektrodeneinheiten zurechtgeschnitten. Vor dem Zusammenbau zu einer Brennstoff
zelle muß die Membran-Elektrodeneinheit in einer umlaufenden Randzone, in Fig. 1
mit R bezeichnet, durch Imprägnieren mit einem Polymer oder Kleber abgedichtet wer
den, um das seitliche Austreten von Reaktivgasen zu verhindern.
Fig. 2 zeigt eine Membran-Elektrodeneinheit, bei der die Membran größer ist als die
aufgebrachten Katalysator- und Gasverteilerschichten und einen umlaufenden Rand
bildet, der in Fig. 2 ebenfalls mit R bezeichnet ist. Beim Zusammenbau zu einer
Brennstoffzelle wird die Membran-Elektrodeneinheit durch Auflegen von Dichtungen
auf den Rand R abgedichtet. Zur kontinuierlichen Fertigung der Membran-
Elektrodeneinheit gemäß Fig. 2 nach dem vorgeschlagenen Verfahren müssen die
Katalysatorschichten in der für die Brennstoffzellen benötigten flächigen Ausdehnung
auf die bandförmige Membran mittels einer Drucktechnik, wie zum Beispiel Siebdruck,
aufgebracht und die Gasverteilerschichten mittels Einzelblattzuführungen paßgenau auf
die Katalysatorschichten aufgelegt und der Verbund mit ihnen hergestellt werden.
Die Anwendung des vorgeschlagenen Verfahrens auf die kontinuierliche Herstellung
von Membran-Elektrodeneinheiten wird an Hand von Fig. 3 näher erläutert. Fig. 3
zeigt nur eine beispielhafte Konfiguration einer Fertigungsanlage zur kontinuierlichen
Herstellung von Membran-Elektrodeneinheiten nach dem durch die Patentansprüche
definierten Verfahren. Mit (3) ist in Fig. 3 eine mit einer Trägerfolie gestützte, band
förmige Polymerelektrolyt-Membran bezeichnet, die von einer Rolle (10) abgewickelt
und nach Fertigstellung der Membran-Elektrodeneinheit auf Rolle (11) aufgewickelt
wird. (4) bezeichnet die frei zugängliche erste Seite der Membran, während die zweite
Seite (5) durch eine auflaminierte Trägerfolie gestützt wird. Mit (20) bis (25) sind Be
handlungsstationen bezeichnet, in denen abhängig von der zu realisierenden Verfah
rensvariante unterschiedliche Behandlungen vorgenommen werden.
In einer möglichen Ausführungsform des Verfahrens wird die geträgerte Membran in
der Behandlungsstation (20) zunächst in einem Wässerungsbad vorgequollen und da
nach auf der frei zugänglichen ersten Seite (4) ganzflächig mit der ersten Katalysator
schicht beschichtet. Die Membran ist während dieser Beschichtung durch die Trägerfo
lie auf der zweiten Seite der Membran gestützt. Die erste Gasverteilerschicht wird als
Bandware von der Rolle (12) abgewickelt und mit Hilfe der Umlenkwalze (13) auf die
noch feuchte Katalysatorschicht aufgelegt. In der Behandlungsstation (21) wird die Ka
talysatorschicht bei einer Temperatur von etwa 70°C getrocknet und damit der Verbund
zwischen der ersten Seite der Membran, der ersten Katalysatorschicht und der ersten
Gasverteilerschicht hergestellt.
Je nach gewünschter Fertigungstiefe des Verfahrens kann die Gasverteilerschicht in der
Behandlungsstation (24) hydrophobiert und gegebenenfalls mit einer Ausgleichsschicht
versehen oder fertig konfektioniert mit Hydrophobierung und gegebenenfalls Aus
gleichsschicht als Rollenware dem Verfahren von Rolle (12) zugeführt werden.
Nach Herstellen des Verbundes zwischen Membran, erster Katalysatorschicht und erster
Gasverteilerschicht ist die Membran auch auf der ersten Seite gestützt. Daher kann jetzt
die Trägerfolie von der zweiten Seite der Membran mittels Umlenkwalze (14) von der
Membran abgezogen und auf Rolle (15) aufgewickelt werden. Danach erfolgt in Be
handlungsstation (22) die Aufbringung der zweiten Katalysatorschicht auf die zweite
Seite der Membran. Während dieser Beschichtung wird die Membran auf der ersten
Seite durch den schon hergestellten Verbund mit der ersten Gasverteilerschicht gestützt.
Durch Umlenkwalze (17) wird dann die zweite Gasverteilerschicht auf die noch feuchte
zweite Katalysatorschicht aufgelegt. Durch Trocknen der zweiten Katalysatorschicht bei
etwa 70°C in der Behandlungsstation (23) wird der Verbund zwischen Membran,
zweiter Katalysatorschicht und zweiter Gasverteilerschicht hergestellt.
Die zweite Gasverteilerschicht wird in Bandform von Rolle (16) abgewickelt. Wie im
Falle der ersten Gasverteilerschicht kann die zweite Gasverteilerschicht vorkonfektio
niert von Rolle (16) abgewickelt werden oder erst aus einem bandförmigen Kohlefaser
papier oder Kohlefasergewebe durch Hydrophobieren und gegebenenfalls Beschichten
mit einer Ausgleichsschicht in Behandlungsstation (25) hergestellt werden.
Die Fertigungsanlage von Fig. 3 erlaubt im Rahmen der Patentansprüche vielfältige
Abwandlungen der soeben beschriebenen Vorgehensweise. So ist es nicht erforderlich,
auch die zweite Katalysatorschicht direkt auf die zweite Seite Membran aufzubringen.
Vielmehr kann gemäß Anspruch 7 die zweite Katalysatorschicht auf die Gasverteiler
schicht aufgedruckt und dann im noch feuchten Zustand mit der Membran in Kontakt
gebracht werden. In diesem Fall beinhaltet die Behandlungsstation (25) für die Gasver
teilerschicht auch das Aufbringen der zweiten Katalysatorschicht auf die Gasverteiler
schicht.
Ebenso können beide Gasverteilerschichten in einem vorgelagerten Fertigungsschritt
mit den jeweiligen Katalysatorschichten beschichtet und getrocknet werden. Diese ka
talysierten Gasverteilerschichten werden der Fertigungsanlage von Fig. 3 als Rollen
ware (Rollen (12) und (16)) zugeführt. In den Behandlungsstationen (24) und (25) wer
den die Katalysatorschichten mit einer organischen Ionomerlösung befeuchtet und an
schließend mittels der Walzen (13) und (17) auf die Membran aufgelegt. Die Behand
lungsstationen (21) und (23) enthalten dann nur Trocknungsstationen. Behandlungssta
tion (22) kann entfallen und Behandlungsstation (20) enthält in diesem Fall nur ein
Wässerungsbad zum Vorquellen der Membran.
Sollen mit der Fertigungsanlage von Fig. 3 Membran-Elektrodeneinheiten gemäß
Fig. 2 hergestellt werden, so werden die Katalysatorschichten in den gewünschten Mu
stern auf die Membran aufgebracht. Die Zuführung der Gasverteilerschichten mit Hilfe
der Elemente (12), (13) und (24) einerseits und der Elemente (16), (17) und (25) ande
rerseits wird durch geeignete Einzelblattzuführungen von bereits zugeschnittenen Gas
verteilerschichten ersetzt, die paßgenau auf die Katalysatorschichten aufgelegt werden.
Alternativ hierzu können schon mit Katalysator beschichtete und zugeschnittene Gas
verteilerschichten verwendet werden, die vor dem Auflegen auf die Membran mit einer
organischen Lösung eines Ionomers befeuchtet werden, damit sich nach dem Trocken
der Ionomerlösung ein fester Verbund zwischen der Membran und den katalysierten
Gasverteilerschichten einstellt.
Das folgende Beispiel soll das erfindungsgemäße Verfahren weiter erläutern.
Für die Anfertigung einer Membran-Elektrodeneinheit gemäß dem vorgeschlagenen
Verfahren wurden Katalysatortinten mit den folgenden Zusammensetzungen hergestellt:
| 13,0 g | Pt-Trägerkatalysator (40 Gew.-% Pt auf Ruß, Fa. Dmc2) |
| 41,0 g | Nation®-Lösung (10 Gew.-% in Wasser) |
| 36,0 g | Wasser (vollentsalzt) |
| 10,0 g | Dipropylenglykol |
| AL=R<100,0 g |
| 11,0 g | PtRu-Trägerkatalysator (40 Gew.-% PtRu auf Ruß: 26,4 Gew.-% Pt, 13,6 Gew.-% Ru; Katalysator entsprechend US 6,007,934) |
| 36,0 g | Nation®-Lösung (10 Gew.-% in Dipropylenglykol (PG)) |
| 11,0 g | Wasser (vollentsalzt) |
| 42,0 g | Dipropylenglykol |
| AL=R<100, 0 g |
Die obige Kathodentinte enthielt als Lösungsmittel überwiegend Wasser, während die
Anodentinte im wesentlichen Dipropylenglykol als Lösungsmittel enthielt.
Die Nation-Lösung (Nation: Tetrafluorethylen-Fluorvinylether-Copolymer mit Sulfon
säuregruppen in der Protonenform) in Dipropylenglykol wurde aus einer käuflichen
Nation-Lösung in niedrig siedenden Alkoholen (von DuPont), Abdestillieren der Alko
hole und Lösen des Nafions in Dipropylenglykol hergestellt. In dieser Lösung wurde
der Katalysator suspendiert.
Eine 30 µm dicke Polymerelektrolyt-Membran, die auf einer Seite durch eine auflami
nierte Folie aus Polyester gestützt war, wurde zunächst auf der frei zugänglichen Seite
mit der Anodentinte beschichtet. Auf die noch feuchte Anodenschicht wurde ein hydro
phobiertes Kohlefaserpapier (Toray TGPH-060; Dicke 200 µm) aufgelegt. Danach wur
de der Verbund zwischen Membran, Anodenschicht und Gasverteilerschicht durch eine
zweistufige Trocknung bei 70 und 90°C hergestellt. Abschließend wurde der Verbund
in 80°C heißem Wasser gewässert. Die Platinbeladung der fertigen Anodenschicht be
trug 0,21 mg Pt/cm2.
In einem separaten Arbeitsvorgang wurde eine zweite Gasverteilerschicht (hydropho
biertes Kohlefaserpapier; Toray TGPH-060) mit der Kathodentinte beschichtet und in
zwei Stufen bei 70 und 90°C getrocknet. Anschließend wurde die Kathodenschicht auf
die zweite Seite der Membran nach Entfernen der Trägerfolie aufgelegt und der Ver
bund durch Heißpressen bei 130°C und einem Druck von 70 bar hergestellt. Die Ka
thodenschicht wies eine Platinbeladung von 0,37 mg/cm2 auf.
In diesem Beispiel wurde die Kathodentinte im wesentlichen mit organischen Lö
sungsmitteln (Dipropylenglykol) und die Anodentinte im wesentlichen mit Wasser zu
bereitet. Die Zusammensetzung der Tinten ist der folgenden Aufstellung zu entnehmen:
| 11,0 g | Pt-Trägerkatalysator (40 Gew.-% Pt auf Ruß, Fa. Degussa-Hüls) |
| 36,0 g | Nation®-Lösung (10 Gew.-% in Dipropylenglykol (PG) |
| 11,0 g | Wasser (vollentsalzt) |
| 42,0 g | Dipropylenglykol |
| AL=R<100,0 g |
| 11,0 g | PtRu-Trägerkatalysator (40 Gew.-% PtRu auf Ruß: 26,4 Gew.-% Pt, 13,6 Gew.-% Ru; Katalysator entsprechend US 6,007,934) |
| 41,0 g | Nation®-Lösung (10 Gew.-% in Wasser) |
| 36,0 g | Wasser (vollentsalzt) |
| 10,0 g | Dipropylenglykol |
| AL=R<100,0 g |
Eine 30 µm dicke Polymerelektrolyt-Membran, die auf einer Seite durch eine auflami
nierte Folie aus Polyester gestützt war, wurde zunächst auf der frei zugänglichen Seite
mit der Kathodentinte beschichtet. Auf die noch feuchte Kathodenschicht wurde ein
hydrophobiertes Kohlefaserpapier (Toray TGPH-060) aufgelegt. Danach wurde der
Verbund zwischen Membran, Kathodenschicht und Gasverteilerschicht durch eine
zweistufige Trocknung bei 70 und 90°C hergestellt. Abschließend wurde der Verbund
in 80°C heißem Wasser gewässert. Die Platinbeladung der fertigen Kathodenschicht
betrug 0,26 mg Pt/cm2.
In einem separaten Arbeitsvorgang wurde eine zweite Gasverteilerschicht (hydropho
biertes Kohlefaserpapier Toray TGPH-060) mit der Anodentinte beschichtet und in
zwei Stufen bei 70 und 90°C getrocknet. Anschließend wurde die Anodenschicht auf
die zweite Seite der Membran nach Entfernen der Trägerfolie aufgelegt und der Ver
bund durch Heißpressen bei 130°C und einem Druck von 70 bar hergestellt. Die An
odenschicht wies eine Platinbeladung von 0,26 mg/cm2 auf.
Die nach Beispiel 1 und Beispiel 2 hergestellten Membran-Elektrodeneinheiten wurden
in eine PEM-Brennstoffzellen-Prüfzelle mit einer aktiven Zellenfläche von 50 cm2 ein
gebaut.
Bei den Leistungstests wurde als Anodengas eine Gasmischung von 45% H2, 31% N2,
21% CO2, 50 ppm CO mit einem Airbleed von 3% Luft eingesetzt. Als Kathodengas
wurde Luft verwendet. Die Zelltemperatur betrug 70°C. Die Anodenbefeuchtung wur
de bei 85°C und die Kathodenbefeuchtung bei 55°C vorgenommen. Der Druck der
Arbeitsgase betrug 1 bar (absolut). Die Stöchiometrie der Gase war 1,1 (Anodengas)
und 2,0 (Kathodengas).
Die gemessenen Zellspannungen im Luftbetrieb in Abhängigkeit von der Stromdichte
sind in Fig. 4 dargestellt. Es ist klar ersichtlich, daß im Falle der Direktbeschichtung
der Polymermembran auf der Kathodenseite (Beispiel 2) die Leistungsdaten der Zelle
über den gesamten Stromdichtebereich besser sind als im Falle der Direktbeschichtung
auf der Anodenseite (Beispiel 1). Dieser Effekt ist um so mehr beeindruckend, als das
die Edelmetallbeladung der Katalysatortinte von Beispiel 2 geringer ist, als die in Bei
spiel 1. Durch das Lösungsmittel der Katalysatortinte kommt es bei der Direktbe
schichtung auf die Polymermembran zu einer Vorquellung der Polymermembran die
wiederum in einer verbesserten Umhüllung bzw. Kontaktierung der angrenzenden Katalysatorpartikel
resultiert. Wegen der größeren Leistungsverluste einer mit Wasserstoff
betriebenen Brennstoffzelle durch Überspannungspotentiale an der Kathode ist der Ein
fluß einer verbesserten Anbindung zwischen Katalysator und Membran auf die Zellen
leistung beim Kathodenkatalysator größer als beim Anodenkatalysator.
Claims (21)
1. Verfahren zur Herstellung einer Membran-Elektrodeneinheit für Brennstoffzellen
enthaltend eine Polymerelektrolyt-Membran, welche auf einer ersten Seite mit ei
ner ersten Katalysatorschicht und einer ersten hydrophobierten Gasverteiler
schicht und auf der zweiten Seite mit einer zweiten Katalysatorschicht und einer
zweiten hydrophobierten Gasverteilerschicht einen festen Verbund bildet, wobei
für die Herstellung der Katalysatorschichten Tinten eingesetzt werden, die den
jeweiligen Elektrokatalysator, ein oder mehrere Lösungsmittel, ein Protonen lei
tendes Ionomer und gegebenenfalls Hydrophobierungsmittel und Porenbildner
enthalten,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Katalysatorschichten nacheinander auf die Polymerelektrolyt-
Membran aufgebracht oder mit ihr in Kontakt gebracht werden, wobei während
des Aufbringens oder Inkontaktbringens die jeweils gegenüberliegende Seite der
Membran gestützt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Polymerelektrolyt-Membran eingesetzt wird, deren erste Seite frei zu
gänglich ist und deren zweite Seite durch eine Trägerfolie gestützt wird und wobei
das Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:
- a) Herstellen eines Verbundes aus der ersten Katalysatorschicht und der ersten hydrophobierten Gasverteilerschicht mit der ersten Seite der Membran,
- b) Entfernen der Stützfolie von der zweiten Seite der Membran,
- c) Herstellen eines Verbundes aus der zweiten Katalysatorschicht und der zwei ten Gasverteilerschicht mit der zweiten Seite der Membran.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß Verfahrensschritt a) sich aus folgenden Unterschritten zusammensetzt:
- 1. Beschichten der ersten Seite der Membran mit der ersten Katalysatorschicht unter Verwendung einer ersten Tinte und
- 2. Auflegen der ersten Gasverteilerschicht auf die noch feuchte Katalysator schicht und Trocknen des Verbundes.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tinte für die Herstellung der ersten Katalysatorschicht überwiegend orga
nische Lösungsmittel enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß Verfahrensschritt c) sich aus folgenden Unterschritten zusammensetzt:
- 1. Beschichten der zweiten Seite der Membran mit der zweiten Katalysator schicht unter Verwendung einer zweiten Tinte und
- 2. Auflegen der zweiten Gasverteilerschicht auf die noch feuchte Katalysator schicht und Trocknen des Verbundes.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tinte für die Herstellung der zweiten Katalysatorschicht überwiegend or
ganische Lösungsmittel enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß Verfahrensschritt c) sich aus folgenden Unterschritten zusammensetzt:
- 1. Beschichten der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Katalysator schicht unter Verwendung einer zweiten Tinte und
- 2. Auflegen der noch feuchten Katalysatorschicht auf die zweite Seite der Membran und Trocknen des Verbundes.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tinte für die Herstellung der zweiten Katalysatorschicht überwiegend
Wasser als Lösungsmittel enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Katalysatorschicht die Kathode und die zweite Katalysatorschicht
die Anode der Membran-Elektrodeneinheit bildet.
10. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß Verfahrensschritt c) sich aus folgenden Unterschritten zusammensetzt:
- 1. Beschichten der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Katalysator schicht unter Verwendung einer zweiten Tinte und Trocknen der Beschich tung und
- 2. Auflegen der Katalysatorschicht auf die zweite Seite der Membran und
- 3. Verpressen des gesamten Verbundes bei erhöhter Temperatur.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tinte für die Herstellung der zweiten Katalysatorschicht überwiegend
Wasser als Lösungsmittel enthält.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Katalysatorschicht die Kathode und die zweite Katalysatorschicht
die Anode der Membran-Elektrodeneinheit bildet.
13. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verfahrensschritte a) und c) sich aus folgenden Unterschritten zusammen
setzen:
- 1. Beschichten der erste Gasverteilerschicht mit der ersten Katalysatorschicht unter Verwendung einer ersten Tinte und Trocknen der Beschichtung,
- 2. Befeuchten der ersten Katalysatorschicht mit einer organischen Ionomerlö sung und
- 3. Auflegen der befeuchteten ersten Katalysatorschicht auf die erste Seite der Membran und Trocknen des Verbundes,
- 4. Beschichten der zweiten Gasverteilerschicht mit der zweiten Katalysator schicht unter Verwendung einer zweiten Tinte und Trocknen der Beschich tung,
- 5. Befeuchten der zweiten Katalysatorschicht mit einer organischen Ionomerlö sung und
- 6. Auflegen der befeuchteten zweiten Katalysatorschicht auf die zweite Seite der Membran und Trocknen des Verbundes.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tinten für die Herstellung der Katalysatorschichten überwiegend Wasser
als Lösungsmittel enthalten.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gasverteilerschichten vor dem Kontakt mit den jeweiligen Katalysator
schichten mit einer Kohlenstoff enthaltenden, hydrophoben Ausgleichsschicht be
schichtet werden.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Katalysatorschichten nach dem Trocknen bei erhöhter Temperatur gewäs
sert werden.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß Polymerelektrolyt-Membran und Gasverteilerschichten in Form von Rollen
ware eingesetzt werden und der gesamte Verfahrensablauf kontinuierlich vorge
nommen wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Katalysatorschichten nach dem Trocknen bei erhöhter Temperatur gewäs
sert werden.
19. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Katalysatorschichten durch Sprühen, Pinseln oder Drucken auf Poly
merelektrolyt-Membran und Gasverteilerschichten aufgebracht werden.
20. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Katalysatorschichten in der für die Brennstoffzellen benötigten flächigen
Ausdehnung auf die bandförmige Polymerelektrolyt-Membran mittels Siebdruck
aufgebracht und die Gasverteilerschichten mittels Einzelblattzuführungen paßge
nau auf die Katalysatorschichten aufgelegt werden.
21. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Polymerelektrolyt-Membran vor dem Aufbringen oder Inkontaktbringen
mit den Katalysatorschichten in Wasser oder organischen Lösungsmitteln vorge
quollen wird.
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