DE100239C - - Google Patents
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10L—FUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
- C10L3/00—Gaseous fuels; Natural gas; Synthetic natural gas obtained by processes not covered by subclass C10G, C10K; Liquefied petroleum gas
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- Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
in WIEN.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren, um Gas, welches durch
trockene Destillation aus Kehricht und Müll, Kloakenstoffen, Petroleum, OeI und Holzabfällen
event, unter Zumischung von Kohle, sowie
anderen organischen Stoffen gewonnen worden ist, und welches meist geringe Leuchtkraft und
grofsen Kohlendioxydgehalt besitzt, mit Acetylen zu karburiren (anzureichern) und hierdurch und
durch Entziehung von Kohlensäure die Leuchtkraft desselben zu erhöhen und eine Reinigung
herbeizuführen.
Die Karburirung und Reinigung des Gases geschieht vermittelst eines Gemisches von Calciumcarbid
mit krystallwasserhaltigen Salzen, vortheilhaft Alkalicarbonaten, namentlich Krystallsoda.
Das Verhältnifs der Mischung von Calciumcarbid mit den krystallwasserhaltigen Salzen
,kann schwanken, man verwendet im Allgemeinen vortheilhaft etwa auf 3 Theile Calciumcarbid
5 Theile des krystallwasserhaltigen Salzes. Die Gröfse des Karburators und die Menge
des Karburationsgemisches wird der Menge des durch trockene Destillation von Kehricht etc.
gewonnenen Gases und der gewünschten Leuchtkraft angepafst. Bei einer Gaserzeugung von
5~cbm pro Stunde benutzt man beispielsweise 30 kg Calciumcarbid und 50 kg Soda, welche
Menge genügt, um eine Anreicherung des Gases während 4 bis 5 Tagen zu erreichen.
Der Karburator ist in der Weise zu construiren, dafs dem durchstreichenden Gase eine
möglichst grofse Fläche der Calciumcarbidmischung geboten wird.
Die Ausführung des Verfahrens geschieht derartig, dafs die zur Gaserzeugung benutzten
Stoffe, wie Kehricht und dergl., in Retorten erhitzt werden und das abströmende Gas durch
die Vorlage und den Condensator in den Karburator tritt, in welchem dasselbe mit den
aus dem Calciumcarbidgemisch stetig und allmälig
sich entwickelnden Gasen angereichert wird.
Der Zusatz von Soda oder einem analogen Salze von hohem Krystallwassergehalt zum
Calciumcarbid bewirkt eine schnellere Zersetzung des Calciumcarbids, bezw. ist dieselbe
reichlicher und hängt nicht allein von der Menge des in dem Gase vorhandenen Wassers
ab, wie es bei der Benutzung von Calciumcarbid ohne jene Beimischung der Fall sein
würde. Ein Gemisch von Soda und Calciumcarbid entwickelt bereits im trockenen Zustande
von selbst Acetylen, indem das Krystallwasser des Salzes von dem Calciumcarbid, welches
eine höhere Hygroskopicität besitzt, dem Salze entzogen wird und nun die Zersetzung des
Calciumcarbids veranlafst. Diese Zersetzung erfolgt beim Durchleiten von ungereinigtem
Kehrichtgase noch schneller, indem der Wassergehalt desselben gleichfalls Carbid zersetzt und
die Abgabe des Krystallwassers der Soda infolge der höheren Temperatur, welche das Gas
besitzt, gleichfalls beschleunigt wird. Der durch Zersetzung des Calciumcarbids entstandene
Aetzkalk wirkt auf das Gas gleichzeitig in bekannter Weise reinigend, namentlich durch
Entziehung von Kohlensäure. Ueberdies wird die Wärme der Dampfcondensation und die
Wärme der Acetylengasentwickelung durch die im Karburator eintretenden chemischen Vorgänge,
besonders die Austreibung des Krystallwassers, verbraucht. Es wird daher auch die
Kühlung des Gases in einfachster Art wiederum unter theilweiser Benutzung der zur Karburirung
dienenden Mittel erreicht.
Die langsame Zersetzung des Carbids soll nach Angabe der Erfinder auch die Entwickelung
von polymeren Verbindungen des Acetylens veranlassen, die wie Benzol, Styrol etc.
die wirksamsten Anreicherungsmittel für Gase sind und bei anderen Karburirungsapparaten
nur in geringer Menge erzeugt werden.
Auch soll eine chemische Wirkung des Calciumcarbids auf das Gas stattfinden, indem
empyreumatiscbe Stoffe aus demselben zurückgehalten werden.
Der bei der Karburirung verbleibende Rückstand enthält Aetzkalk, Aetznatron und Soda
und kann als Enthaarungsmittel für Felle und dergl. verwendet werden. Ein grofser Theil
der angewendeten Soda kann dem Rückstande durch Behandeln mit Wasser entzogen und
nach Umkrystallisiren etc. wieder verwendet werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:'Verfahren zur Reinigung und Karburirung von Gas, welches aus Kehricht, Kloakenstoffen, Petroleumrückständen etc. durch trockene Destillation erhalten ist, dadurch gekennzeichnet, dafs das Gas über ein Gemisch von Calciumcarbid mit einem krystallwasserhaltigen Salze, vortheilhaft Krystallsoda, geleitet wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE100239C true DE100239C (de) |
Family
ID=371076
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT100239D Active DE100239C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE100239C (de) |
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0
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