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Teerform zur Aufnahme der Kesselrückstände beim Entleeren von Kesseln
Die Erfindung bezieht sich auf eine Form zur Aufnahme der Kesselrückstände beim
Entleeren von Kesseln, die zum Aufkochien von Teer-, Asphalt-, Bitumen-, Pechverguß-
und -klebemassen verwendet werden.
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Das Aufkochen der genannten Massen erfolgt in sogenannten Teer- und
Asphaltöfen. Bei Arbeitsende läßt man das restliche Material im Kessel erkalten,
so daß der Kessel mit einer fest eingeklebten, kompakten :Masse ausgefüllt ist.
Dieses hat folgende erhebliche Nachteile: a) Zum Aufkochen benötigt man etwa zwei-
bis dreimal soviel Heizzeit wie beim Aufkochen von zerkleinerter Masse; b) unter
dem Kesselboden wird die Masse sehr schnell und kräftig erhitzt. Dabei bildet sich
ein starker Überdruck, welcher keine Ausweichmöglichkeit besitzt, so daß der Kesselboden
nach außen gewölbt wird oder sogar Schweißnähte aufplatzen; c) beim Schmelzen der
vorgenannten Massen bleiben verschieden starke Ablagerungen an den Kesselwandungen,
insbesondere aber auf dem Boden zurück. Diese Rückstände bilden auf dem Boden eine
zusammenhängende, steinharte Masse, welche nur mit Hammer und Meißel herausgeschlagen
werden kann und naturgemäß beim Anheizen nur ganz allmählich wieder erweicht.
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Die Folge davon ist, daß der Boden von innen trocken bleibt, sich
abhebt, weißglühend wird und verbrennt. Selbst bei stärkstem Material verbrennen
die Kesselböden oft in kürzester Zeit, sofern man nicht durch rechtzeitige Entleerung
die Bildung der steinharten Rückstände auf dem Kesselboden verhindert. Bisher bestand
keine Möglichkeit, die restliche flüssige Masse bei Arbeitsende aus dem Kessel abzuzapfen
oder herauszuschütten. Blechtrommeln, in denen Teer, Bitumen usw. angeliefert wird,
müssen aufgeschlagen werden und sind vollständig unbrauchbar. Das Abfüllen in Teereitner
oder andere Behälter führt ebenfalls nicht zum Ziel, weil die erkaltete Masse so
fest in den Gefäßen sitzt, daß dieselben bei der Entleerung entweder stark beschädigt
bzw. zerstört werden oder aber diese Gefäße so lange erhitzt werden müssen, bis
sich die eingefüllte Masse löst. Dieses erfolgt jedoch einfacher und schneller im
Teerofen, so daß man allgemein den Rest an flüssigem Material zuzüglich der Reste
von aufgeschlagenen Teertrommeln im Kessel erkalten läßt.
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Die Erfindung bezweckt die Beseitigung der beschriebenen Nachteile
durch die Schaffung einer zerlegbaren Teerform, in die man den flüssigen Kesselinhalt
bei Arbeitsende entleert und die so beschaffen ist, daß sich der erkaltete Teerklumpen
leicht aus der Form lösen läßt, so daß dieselbe immer wieder verwendet werden kann.
Die zerlegbare Form kann aus zwei Mantelhälften und einem Boden bestehen. Beide
Mantelhälften können mit Hilfe einer Dichtungseinlage und eines Exzenterverschlusses
abgedichtet sein. Ferner kann die zerlegbare Form aus einem kegelförmigen Mantel
und einem Boden bestehen.
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Bei beiden Ausführungsformen ist zweckmäßigerweise der Mantel in den
Boden lose hineingestellt und mit Hilfe einer Sanddichtung abgedichtet.
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Vorteilhaft ist auch die Anordnung einer imprägnierten, in die Teerform
eingelegten Einlage. Bei einer weiteren Ausführungsform ,der Erfindung bestehen
die zerlegbaren Teile aus einem kegelförmigen Mantel mit angeschweißtem Boden und
einer imprägnierten Einlage.
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Der Grundriß der Teerform kann in allen Fällen entweder rund, oval
oder eckig sein.
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Ferner kann die Teerform durch einen Deckel abgeschlossen sein, der
durch eine Dichtungseinlage gegen die Seitenwand abgedichtet ist und mit Hilfe von
Spannvorrichtungen die Form fest verschließt und den Boden festhält.
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Weitere Merkmale und vorteilhafte Eigenschaften des Erfindungsgegenstandes
ergeben sich aus der Beschreibung von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen.
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Fig.l und 2 zeigen die Seitenansicht und den Grundriß einer in drei
Teile zerlegbaren Teerform; Fig. 3 und 4 stellen einen Schnitt und einen Grundriß
einer in zwei Teile zerlegbaren Teerform mit dicht schließendem Deckel dar, und
Fig.5 und 6 zeigen die Seitenansicht und den Grundriß einer anderen zweiteiligen
Teerform. Gemäß dem in Fig.l und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die
dreiteilige, zerlegbare
Teerform aus den beiden Mantelhälften 1
und 2 und dem Boden 3.
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Die beiden Mantelhälften 1 und 2 besitzen oben und unten einen Versteifungsring
4 und 5, damit die runde Form erhalten bleibt.
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Der obere Versteifungsring 4 ist außen, der untere Versteifungsring
5 ist innen angeordnet. Da flüssige Bitumenmassen usw. dünnflüssiger als Wasser
werden, müssen die beiden Stoßstellen an den beiden Mantelhälften 1 und 2 sowie
der Boden 3 einwandfrei abgedichtet werden.
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Die beiden Stoßstellen werden .durch die Dichtungseinlage 6 abgedichtet.
Die aufgeschweißte Lasche 7 greift in die aufgeschweißte Führungsleiste 8 und wird
mit Hilfe des Exzenterverschlusses 9 fest auf die eingelegte Dichtungseinlage 6
gepreßt, so daß eine einwandfreieAbdichtung erfolgt. Wesentlich schwerer ist die
Abdichtung des Bodens, weil die Dichtungseinlagen festkleben und beschädigt werden
und weil bei dem großen Umfang kostspielige Spannvorrichtungen bzw. abgedrehte Dichtungsflächen
erforderlich sind. Die neue Sanddichtung bringt eine ideale Lösung. Der Boden 3
ist mit einem hohen Bord oder Mantelring 10 versehen. Der zusammengesetzte Mantel
wird zentrisch in den Boden 3 hineingestellt, so daß der schmale Zwischenraum 11
entsteht. Dieser wird mit feinkörnigem Sand ausgefüllt, welcher festgedrückt eine
einwandfreie Abdichtung ergibt.
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Das Lösen der kalten Masse aus der Form erfolgt in der Weise, daß
zunächst der Boden 3 mit einigen Hammerschlägen abgeschlagen wird. Da keine starre
Verbindung zwischen dem Boden 3 und den Mantelhälften 1 und 2 besteht, läßt sich
der Boden 3 sehr leicht abschlagen. Die erkaltete Bitumenmasse usw. platzt bei der
Hammerschlägen sehr leicht von dem Boden ab, während die Sanddichtung abfällt. Danach
werden die beiden Exzenterverschlüsse 9 geöffnet, und die Teerform wird mit Hilfe
der beiden Haken 12 an einem durchgesteckten Rundholz von zwei Mann angehoben. Unter
leichten Hammerschlägen auf die Mantelhälfte 1 bzw. 2 löst sich die erkaltete Masse
aus der Form. In derselben Weise wird dann auch die zweite Mantelhälfte entfernt.
Die Teerfüllung löst sich sogar schon dann in der beschriebenen Weise aus der Form,
wenn dieselbe noch nicht vollständig erkaltet ist.
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Gemäß dem in Fig.3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht
die Form aus zwei Teilen mit kegelförmigem Mantel 13 und dem Boden 14. In diesem
Fall ist der Mantel so stark konisch gearbeitet, daß sich die eingegossene Masse
nach dem Erkalten gut aus der Form löst, ohne daß der Mantel 13 geöffnet
werden muß.
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Der Boden 14 wird in gleicher `'leise wie bei der dreiteiligen zerlegbaren
Teerform mit einer Sanddichtung 11 abgedichtet und nach dem Erkalten der Masse abgeschlagen.
Um die erkaltete Füllung aus dem kegelförmigen Mantel 13 zu lösen, wird der
Mantel 13 von außen mit leichten Hammerschlägen abgeklopft.
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Dann läßt man den Mantel 13 mit -dem größeren Durchmesser nach unten
aus geringer Höhe auf eine glatte Unterlage fallen, wobei sich die erkaltete Masse
leicht aus der Form löst. Die zweiteilige Form ist in der Herstellung wesentlich
billiger und in der Handhabung einfacher. In Fig.3 und 4 ist außerdem beispielsweise
der Deckel 16 mit einer Dichtungseinlage 17 und den Spannverschlüssen 18 gezeigt.
Mit Hilfe der Spannverschlüsse 18 werden die drei losen Teile: Mantel 13, Boden
14 und Deckel 16, fest miteinander verbunden. Während der Boden durch die Sanddichtung
15 einwandfrei abgedichtet ist, wird der Deckel durch die Dichtungseinlage 17 abgedichtet.
Die Teerform kann daher sofort nach dem Einfüllen der flüssigen Masse auf einem
Lkw transportiert werden. Ohne einen dichtschließenden Deckel ist ein sofortiger
Transport nicht möglich, weil die Füllung etwa 6 bis 10 Stunden braucht, bis sie
soweit erkaltet ist, daß der Transport ohne Deckel vorgenommen werden kann.
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Der beschriebene Deckel 16 mit Dichtungseinlage 17 ist bei zerlegbaren
und festen Teerformen verwendbar.
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In Fig. 5 und 6 ist ein Ausführungsbeispiel einer anderen zerlegbaren
Teerform dargestellt. Der Mantel 19 ist stark kegelförmig gearbeitet und fest mit
dem Boden 20 verbunden. Die vier Bügel 21 dienen beim Füllen als Füße und beim Lösen
der Füllung zum Durchstecken einer Stange. Die Innenwände sind mit einer imprägnierten
Einlage 15 ausgelegt. Nachdem die Form mit der erkalteten Masse von außen abgeklopft
worden ist, läßt man dieselbe aus geringer Höhe mit der offenen Seite nach unten
auf eine glatte Unterlage fallen, hebt die Form wieder hoch und löst die Masse nach
Wenden der Form mit Hilfe der imprägnierten Einlage heraus.