DE10016136C2 - Drehleiter-Regelung - Google Patents

Drehleiter-Regelung

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DE10016136C2 DE10016136A DE10016136A DE10016136C2 DE 10016136 C2 DE10016136 C2 DE 10016136C2 DE 10016136 A DE10016136 A DE 10016136A DE 10016136 A DE10016136 A DE 10016136A DE 10016136 C2 DE10016136 C2 DE 10016136C2
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Description

Die Erfindung betrifft eine Drehleiter oder dergleichen mit einer Regelung für die Bewegung der Leiterteile gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Im einzelnen faßt sich die Erfindung mit einer Drehleiter, beispielsweise Feuer­ wehrleiter, oder ähnlichen Geräten, wie etwa Gelenk- oder Teleskopmastbühnen und Hubrettungsgeräten. Derartige Geräte sind im allgemeinen drehbar und aufrichtbar auf einem Fahrzeug montiert.
Bekannte Drehleitern werden beispielsweise durch Handhebel hydraulisch oder elektrohydraulisch gesteuert. Im Falle rein hydraulischer Steuerung wird die Handhebelauslenkung direkt über die hydraulischen Steuerkreislauf in ein hier­ zu proportionales Steuersignal für den als Proportionalventil ausgeführten Steu­ erblock umgesetzt. Dämpfungsglieder in hydraulischem Steuerkreislauf können dazu benutzt werden, die Bewegungen weniger ruckartig und sanfter zu ma­ chen. Derartige Dämpfungen können jedoch nicht zufriedenstellend auf den ge­ samten Arbeitsbereich mit sehr unterschiedlichen Ausfahrlängen und Aufricht­ winkeln angepaßt werden. Im übrigen führt eine Dämpfung dieser Art im allge­ meinen zu einem trägen Ansprechverhalten.
Bei elektrohydraulischen Steuerungen wird die Handhebelauslenkung zunächst in ein elektrisches Signal umgewandelt, das in einem Steuergerät mit Mikropro­ zessor weiterverarbeitet wird. Dabei wird das Signal bei bekannten Lösungen durch Rampenfunktionen gedämpft, damit die Bewegung der Drehleiter weniger ruckartig wird. Das aufbereitete elektrische Signal wird dann an hydraulische Proportionalventile weitergegeben, die die Antriebe der Drehleiterteile ansteuern. Bei der Auswahl der Steilheit der Rampenfunktionen ist stets ein Kompromiß zwischen Dämpfungswirkung und Ansprechverhalten erforderlich.
Bei allen bekannten Lösungen kann eine Unterdrückung von ruckartigen Bewe­ gungen und eine gewisse Schwingungsdämpfung nur dadurch erreicht werden, daß eine mehr oder weniger große Trägheit des Ansprechverhaltens in Kauf ge­ nommen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehleiter mit einer Regelung zu schaffen, die eine aktive Schwingungsdämpfung bewirkt und das Ansprechver­ halten nicht oder nicht wesentlich beeinträchtigt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Drehleiter oder dergleichen mit einer Regelung gemäß Anspruch 1 gelöst.
Die DE 33 14 233 C2 beschreibt eine Anordnung zur Einstellung der Position des Rettungskorbes einer Drehleiter. Die Anordnung umfaßt einen Sollwertgeber und einen Istwertgeber, die in einer Meßbrücke als veränderbare Widerstände oder Potentiometer derart zusammengeschaltet sind, daß sie eine Meßspannung liefern, die repräsentativ ist für die Abweichung des Istwertes vom Sollwert. Die­ se Abweichung soll durch geeignete Maßnahmen soweit wie möglich verringert werden.
Die DE 195 03 895 A1 befaßt sich mit einem Verteilermast für Betonpumpen, bei dem Schwingungen, die an der Mastspitze auftreten, dadurch unterdrückt werden, daß Meßgrößen, wie beispielsweise Beschleunigung der Mastspitze oder Neigung eines Mastsegments über einen Regler auf die Ansteuergrößen für die Antriebe zurückgeführt werden.
Die Regelung basiert auf der Grundidee, mindestens eine der Meßgrößen Bie­ gung der Leiter in horizontaler und vertikaler Richtung, Aufrichtwinkel, Dreh­ winkel, Ausfahrlänge und Korbmasse über einen Regler, der diese Größen geeig­ net gewichtet, auf die Steuereingänge für die Antriebe der Leiter zurückzufüh­ ren.
Zur Bestimmung der Gewichtungsfaktoren wird ein dynamisches Modell der Drehleiter hergeleitet. Basierend darauf können die Gewichtungsfaktoren, die im folgenden als Reglerverstärkung bezeichnet werden, bestimmt werden.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein dezentrales Regelungskonzept mit einem räumlich entkoppelten dynamischen Modell zugrundegelegt wird, bei dem jeder einzelnen Drehleiterachse ein unabhängiger Regelalgorithmus zugeordnet wird. Hierdurch wird ein besonders effizienter und wartungsfreundlicher Algorithmus ermöglicht.
Bei Ausbau des Systems zur Bahnsteuerung wird ein Bahnplanungsmodul zur Erzeugung der Führungsgrößen implementiert. Für das bahngenaue Fahren wird die Regelung um eine Vorsteuerung ergänzt, die auf einem inversen dyna­ mischen Modell basiert.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 Prinzipielle mechanische Struktur einer beispielhaften Drehleiter
Fig. 2 Zusammenwirken von hydraulischer Steuerung und Regelung
Fig. 3 Gesamtstruktur der Bahnsteuerung
Fig. 4 Struktur des Bahnplanungsmoduls
Fig. 5. Beispielhafte Bahngenerierung mit dem vollautomatischen Bahnplanungsmodul
Fig. 6 Struktur des halbautomatischen Bahnplanungsmoduls
Fig. 7 Struktur des Achsregler im Falle der Drehachse
Fig. 8 Mechanischer Aufbau der Drehachse und Definition von Modellvariablen
Fig. 9 Struktur des Achsregler im Falle der Aufrichtachse
Fig. 10 Mechanischer Aufbau der Aufrichtachse und Definition von Modellvariablen
Fig. 11 Aufrichtkinematik der Aufrichtenachse
Fig. 12 Struktur des Achsregler im Falle der Ausfahrachse
Fig. 13 Struktur des Achsregler im Falle der Niveauachse
In Fig. 1 ist die prinzipielle mechanische Struktur einer Drehleiter oder dergleichen dargestellt. Die Drehleiter ist zumeist auf einem Fahrzeug 1 montiert. Zur Positionierung des Fahrkorbes 3 im Arbeitsraum kann der Leitersatz 5 mit der Achse Aufrichten/Neigen 7 um den Winkel ϕA gekippt werden. Mit der Achse Ausfahren/Einfahren 9 kann die Leiterlänge l variiert werden. Die Achse Drehen 11 ermöglicht die Orientierung um den Winkel ϕD um die Hochachse. Im Falle eines nicht waagrecht stehenden Fahrzeuges kann mit der Niveauachse 13 eine unerwünschte zusätzliche Neigung beim Drehen des Leitersatzes durch Kippung des Leitergetriebes 15 um den Winkel ϕN ausgeglichen werden.
In der Regel besitzt die Drehleiter ein hydraulisches Antriebssystem 21. Es besteht aus der vom Fahrmotor angetriebenen Hydraulikpumpe 23, den Proportionalventilen 25 und den Hydraulikmotoren 27 und -zylindern 29. Die hydraulische Steuerung ist meist mit Systemen mit unterlagerter Förderstromregelung für die Hydraulikkreisläufe mit load-sensing Eigenschaften ausgestattet. Wesentlich ist dabei, daß die Steuerspannungen uStD, uStA, uStN, uStE an den Proportionalventilen durch die unterlagerte Förderstromregelung in hierzu proportionale Förderströme QFD, QFA, QFN, QFE im entsprechenden Hydraulikkreislauf umgesetzt werden.
Wesentlich ist nun, daß mindestens eine der Meßgrößen Biegung der Leiter in horizontaler Richtung. Biegung der Leiter in vertikaler Richtung, Aufrichtwinkel, Drehwinkel, Ausfahrlänge und Korbmasse über den Regler zurückgeführt werden. Insbesondere über Rückführung der Meßgrößen horizontale und vertikale Biegung auf die Steuereingänge der Antriebe können auftretende Schwingungen der Leiterteile gedämpft werden.
Wird die Regelung zur Bahnsteuerung ausgebaut, kommt neben der Rückführung der Art, wie die Führungsgrößen auf die Steuereingänge der Antriebe gegeben werden, große Bedeutung zu.
Resultierend werden die Zeitfunktionen für die Steuerspannungen der Proportionalventile nicht mehr direkt aus den Handhebeln beispielsweise über Rampenfunktionen abgeleitet und auf die Steuereingänge gegeben, sondern derart in der Bahnsteuerung 31 berechnet, daß beim Verfahren der Leiter keine Schwingungen auftreten und der Fahrkorb der gewünschten Bahn im Arbeitsraum folgt.
Grundlage hierfür ist ein dynamisches Modell des Drehleitersystems mit Hilfe dessen basierend auf den Sensordaten mindestens einer der Größen wv, wh, l, ϕA, ϕD, ϕN und den Führungsvorgaben Ziel oder q Ziel diese Aufgabe gelöst wird.
Im folgenden soll nun zunächst die Gesamtstruktur (Fig. 3) der Bahnsteuerung 31 erläutert werden.
Der Bediener gibt entweder über die Handhebel 35 an den Bedienständen oder über eine Sollpunktmatrix 37, die in einer vorherigen Fahrt der Drehleiter im Rechner abgespeichert wurde, die Zielgeschwindigkeiten oder die Zielpunkte vor. Das vollautomatische oder halbautomatische Bahnplanungsmodul (39 oder 41) berechnet unter Berücksichtigung der kinematischen Beschränkungen (max. Geschwindigkeit, Beschleunigung und Ruck) der Drehleiter daraus die Zeitfunktionen der Soll-Fahrkorbposition bezüglich der Dreh-, Aufricht- und Ausfahrachse und deren Ableitungen, die in den Vektoren ϕ KDref, ϕ KAref, l ref zusammengefaßt sind. Die Sollpositionsvektoren werden an die Achsregler 43, 45, 47 und 49 gegeben, die daraus unter Auswertung mindestens einer der Sensorwerte wv, wh, l, ϕA, ϕD, ϕN die Ansteuerfunktionen uStD, uStA, uStE, uStN für die Proportionalventile 25 des hydraulischen Antriebssystems 21 berechnen.
Es ist jedoch auch möglich, anstatt des Bahnplanungsmoduls die Führungsgrößen aus den Handhebelsignalen durch Rampenfunktionen zu generieren und direkt auf die Achsregler zu geben. Die Güte der Schwingungsdämpfung wird dadurch etwas geringer.
Im weiteren werden nun die einzelnen Komponenten der Bahnsteuerung detailliert beschrieben.
Fig. 4 zeigt die Schnittstellen des Bahnplanungsmoduls 39 oder 41. Im Falle des vollautomatischen Bahnplanungsmoduls 39 wird der Zielpositionsvektor für den Fahrkorbmittelpunkt in Form der Koordinaten q Ziel = [ϕKDZiel, ϕKAZiel, lZiel]T vorgegeben. ϕKDZiel ist die Zielwinkelkoordinate in Richtung der Drehachse 11 für den Fahrkorbmittelpunkt. ϕKAZiel ist die Zielwinkelkoordinate in Richtung der Aufricht/Neigen-Achse 7 für den Fahrkorbmittelpunkt. lZiel ist die Zielposition in Richtung der Achse Aus/Einfahren 9 für den Fahrkorbmittelpunkt. Im Falle des halbautomatischen Bahnplanungsmoduls 41 ist Eingangsgröße der Zielgeschwindigkeitsvektor Ziel = [KDZiel, KAZiel, Ziel]T. Die Komponenten des Zielgeschwindigkeitsvektors sind analog zum Zielpositionsvektor die Zielgeschwindigkeit in Richtung der Drehachse KDZiel, folgend von der Zielgeschwindigkeit der Aufrichten/Neigen-Achse KAZiel und der Aus- bzw. Einfahrgeschwindigkeit des Leitersatzes Ziel. Im Bahnplanungsmodul 39 oder 41 werden aus diesen vorgegebenen Größen die Zeitfunktionsvektoren für die Fahrkorbposition bezüglich der Drehwinkelkoordinate und deren Ableitungen ϕ KDref, für die Fahrkorbposition bezüglich der Aufrichtwinkelkoordinate und deren Ableitungen ϕ KAref und für die Fahrkorbposition bezüglich der Ausfahrlänge und deren Ableitungen l Kref berechnet. Jeder Vektor umfaßt maximal 5 Komponenten bis zur 4. Ableitung. Im Falle der Aufrichten/Neigen Achse sind die einzelnen Komponenten:
ϕKAref: Soll-Winkelposition Fahrkorbmittelpunkt in Richtung Aufrichtwinkel
KAref: Soll-Winkelgeschwindigkeit Fahrkorbmittelpunkt in Richtung Aufrichtwinkel
KAref: Soll-Winkelbeschleunigung Fahrkorbmittelpunkt in Richtung Aufrichtwinkel
KAref: Soll-Ruck Fahrkorbmittelpunkt in Richtung Aufrichtwinkel
KAref: Ableitung Soll-Ruck Fahrkorbmittelpunkt in Richtung Aufrichtwinkel
Die Vektoren für die Dreh- und Ausfahrachse sind analog aufgebaut.
Fig. 5. zeigt beispielhaft die generierten Zeitfunktionen für die Soll-Winkelpositionen ϕKD, ϕKA, Soll-Winkelgeschwindigkeiten KD, KA, Soll-Winkelbeschleunigungen KD, KA und Soll-Ruck KD, KA aus dem vollautomatischen Bahnplanungsmodul für eine Bewegung mit der Dreh- und Aufrichten/Neigen-Achse vom Startpunkt ϕKDstart = 0°, ϕKAstart = 0°, zum Zielpunkt ϕKDZiel = 90°, ϕKAZiel = 20°. Die Zeitfunktionen werden dabei so berechnet, daß keine der vorgegebenen kinematischen Beschränkungen, wie die maximalen Winkelgeschwindigkeiten Dmax, Amax, die maximalen Winkelbeschleunigungen Dmax, Amax oder der maximale Ruck Dmax, Amax überschritten wird. Hierzu wird die Bewegung in drei Phasen eingeteilt. Eine Beschleunigungphase I, eine Phase konstanter Geschwindigkeit II, die auch entfallen kann, und einer Abbremsphase III. Für die Phasen I und III wird als Zeitfunktion für den Ruck ein Polynom 3. Ordnung angenommen. Als Zeitfunktion für die Phase II wird stets eine konstante Geschwindigkeit angenommen. Durch Integration der Rückfunktion werden die fehlenden Zeitfunktionen für die Beschleunigung, Geschwindigkeit und Position errechnet. Die noch freien Koeffizienten in den Zeitfunktionen werden durch die Randbedingungen beim Start der Bewegung, an den Übergangsstellen zur nächsten bzw. vorangegangenen Bewegungsphase bzw. am Zielpunkt sowie die kinematischen Beschränkungen festgelegt, wobei bezüglich jeder Achse alle kinematischen Bedingungen überprüft werden müssen. Im Falle des Beispieles aus Fig. 5 ist in der Phase I und III die kinematische Beschränkung der maximalen Beschleunigung für die Drehachse Dmax limitierend wirksam, in Phase II die maximale Geschwindigkeit der Drehachse Dmax. Die anderen Achsen werden zu der die Bewegung hinsichtlich der Fahrzeit begrenzenden Achse dazu synchronisiert. Die Zeitoptimalität der Bewegung wird dadurch erreicht, daß in einem Optimierungslauf die minimale Gesamtfahrzeit über die Variierung des Anteils der Beschleunigungs- und Abbremsphase an der Gesamtbewegung bestimmt wird.
Fig. 6 zeigt den die Drehachse betreffenden Ausschnitt aus der Struktur des halbautomatischen Bahnplatters. Die Zielgeschwindigkeit des Fahrkorbes vom Handhebel des Bedienstandes KDZiel wird zunächst auf den Wertebereich der maximal erreichbaren Geschwindigkeit Dmax normiert. Damit wird erreicht, daß die Maximalgeschwindigkeit nicht überschritten wird. Der halbautomatische Bahnplaner besteht aus 2 Steilheitsbegrenzer 2. Ordnung je Achse, einem für den Normalbetrieb 61 und einen für den Schnellstop 63, zwischen denen über die Umschaltlogik 67 hin- und hergeschaltet werden kann. Die Zeitfunktionen am Ausgang werden durch Integration 65 gebildet. Der Signalfluß im halbautomatischen Bahnplaner soll nun anhand Fig. 6 erläutert werden.
Im Steilheitsbegrenzer für den Normalbetrieb 61 wird zunächst eine Soll-Istwert-Differenz zwischen der Zielgeschwindigkeit KDZiel und der gegenwärtigen Sollgeschwindigkeit KDref gebildet. Die Differenz wird mit der Konstanten KS1 (Block 73) verstärkt und ergibt die Zielbeschleunigung KDZiel. Ein nachgeschaltetes Begrenzungslied 69 begrenzt den Wert auf die maximale Beschleunigung ±Dmax. Um das dynamische Verhalten zu verbessern, wird bei Bildung der Soll-Ist-Wert-Differenz zwischen Zielgeschwindigkeit und derzeitiger Soll-Geschwindigkeit berücksichtigt, daß durch die Rückbegrenzung ±Dmax bei der derzeitigen Soll-Beschleunigung KDref nur die maximale Geschwindigkeitsänderung
erreichbar ist, die im Block 71 berechnet wird. Deshalb wird dieser Wert auf die aktuelle Soll- Geschwindigkeit KDref addiert, wodurch die Dynamik des Gesamtsystems verbessert wird. Hinter dem Begrenzungsglied 69 liegt dann die Zielbeschleunigung KDZiel vor. Mit der gegenwärtigen Sollbeschleunigung KDref wird wiederum eine Soll-Ist-Wert-Differenz gebildet. Im Kennlinienblock 75 wird daraus der Soll-Ruck KDref gemäß
gebildet. Durch Filterung wird der blockförmige Verlauf dieser Funktion abgeschwächt. Aus der nun berechneten Sollruckfunktion KDref werden durch Integration im Block 65 die Soll- Beschleunigung KDref, die Soll-Geschwindigkeit KDref und die Soll-Position ϕKDZiel bestimmt. Die Ableitung des Soll-Ruckes wird durch Differentiation im Block 65 und gleichzeitige Filterung aus dem Soll-Ruck KDref bestimmt.
Im Normalbetrieb werden die kinematischen Beschränkungen Dmax und Dmax sowie die Proportionalverstärkung KS1 so vorgegeben, daß für den Mitfahrer im Fahrkorb sich bei der Betätigung der Drehleiter ein subjektiv angenehmes und sanftes dynamisches Verhalten ergibt. Dies bedeutet, daß maximaler Ruck und Beschleunigung etwas niedriger angesetzt werden, als es das mechanische System erlauben würde. Jedoch ist insbesondere bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten der Nachlauf des Systems hoch. D. h. gibt der Bediener aus voller Geschwindigkeit die Zielgeschwindigkeit 0 vor, so benötigt die Drehleiter einige Sekunden bis sie zum Stillstand kommt. Da derartige Vorgaben insbesondere in Notsituation mit drohender Kollision gemacht werden, wird deshalb ein zweiter Betriebsmodus eingeführt, der einen Schnellstop der Drehleiter vorsieht. Hierzu wird dem Steilheitsbegrenzer für den Normalbetrieb 61 ein zweiter Steilheitsbegrenzer 63 parallelgeschaltet, der strukturell einen identischen Aufbau hat. Jedoch werden die Parameter, die den Nachlauf bestimmen, bis zur mechanischen Belastbarkeitsgrenze der Drehleiter erhöht. Deshalb ist dieser Steilheitsbegrenzer mit der maximalen Schnellstopbeschleunigung Dmax2 und dem maximalen Schnellstopruck Dmax2 sowie die Schnellstop-Proportionalverstärkung KS2 parametrisiert. Zwischen den beiden Steilheitsbegrenzern wird über eine Umschaltlogik 67 hin- und hergeschaltet, die aus dem Handhebelsignal, den Notstop identifiziert. Ausgang des Schnellstop-Steilheitsbegrenzer 63 ist wie beim Steilheitsbegrenzer für den Normalbeitreb der Soll-Ruck KDref. Die Berechnung der anderen Zeitfunktionen erfolgt auf gleiche Art und Weise wie beim Normalbetrieb im Block 65.
Damit stehen am Ausgang des halbautomatischen Bahnplaners ebenso wie beim vollautomatischen Bahnplaner die Zeitfunktionen für die Sollposition des Fahrkorbes in Drehrichtung und deren Ableitung unter Berücksichtigung der kinematischen Beschränkungen zur Verfügung.
Die Zeitfunktionen werden auf die Achsregler gegeben. Wesentlich ist dabei, daß die Funktion der Achsregler im Hinblick auf die Schwingungsdämpfung der Leiterteile von der Generierung der Führungsgrößen unabhängig ist. D. h. durch Rückführung mindestens einer Meßgrößen der Biegung der Leiter in horizontaler Richtung, Biegung der Leiter in vertikaler Richtung, Aufrichtwinkel, Drehwinkel, Ausfahrlänge und Korbmasse über das Zustandsreglermodul wird auch ohne Aufschaltung einer Führungsgröße eine schwingungsdämpfende Wirkung erreicht. Bahnplanungsmodul und Vorsteuerung sind dann erforderlich, wenn bahngenaues Fahren erzielt werden soll.
Zunächst soll die Struktur des Achsreglers für die Drehachse anhand Fig. 7 erläutert werden.
Die Ausgangsfunktionen des Bahnplanungsmoduls in Form der Sollfahrkorbposition in Drehrichtung sowie deren Ableitungen (Geschwindigkeit, Beschleunigung, Ruck, und Ableitung des Ruckes) werden auf den Vorsteuerungsblock 71 gegeben. Im Vorsteuerungsblock werden diese Funktionen so verstärkt, daß sich resultierend ein bahngenaues Fahren der Leiter ohne Schwingungen unter den idealisierten Voraussetzungen des dynamischen Modells ergibt. Grundlage für die Bestimmung der Vorsteuerungsverstärkungen ist das dynamische Modell, das in den folgenden Abschnitten für die Drehachse hergeleitet wird. Damit ist unter diesen idealisierten Voraussetzungen das Schwingen der Drehleiter unterdrückt und der Fahrkorb folgt der generierten Bahn.
Wird lediglich über eine Rampenfunktion die Sollgeschwindigkeit auf den Achsregler gegeben, so genügt in der Vorsteuerung die Normierung dieses Signals auf die maximal zulässige Geschwindigkeit.
Um Schwingungen der Leiterteile zu unterdrücken und die Drehleiter auf einen Zielpunkt zu positionieren, wird über den Zustandsreglerblock 73 mindestens eine der Meßgrößen Drehwinkel ϕD, Drehwinkelgeschwindigkeit D, Biegung des Leitersatzes in horizontaler Richtung (Drehrichtung) wh oder die Ableitung der Biegung h verstärkt und wieder auf den Stelleingang rückgeführt. Die Ableitung der Meßgrößen ϕD und wh wird numerisch in der Mikroprozessorsteuerung gebildet.
Da die hydraulischen Antriebsaggregate durch nichtlineare dynamische Eigenschaften (Hysterese, Totgang) gekennzeichnet sind, wird der nun aus Vorsteuerung und optional Zustandsreglerausgang gebildete Wert für den Stelleingang uDref im Block Hydraulikkompensation 75 so verändert, daß sich resultierend lineares Verhalten des Gesamtsystems annehmen läßt. Ausgang des Blockes 75 (Hydraulikkompensation) ist die korrigierte Stellgröße uStD. Dieser Wert wird dann auf das Proportionalventil des Hydraulikkreislaufes für die Drehachse gegeben.
Zur detaillierten Erläuterung der Vorgehensweise soll nun die Herleitung des dynamischen Modells für die Drehachse dienen, die Grundlage für die Berechnung der Vorsteuerungsverstärkungen und des Zustandsreglers ist.
Hierzu gibt Fig. 8 Erläuterungen zur Definition der Modellvariablen. Wesentlich ist dabei der dort gezeigte Zusammenhang zwischen der Drehposition ϕD des Leitergetriebes bezüglich des Inertialsystems mit den Einheitsvektoren e I1 bis e I3 und der Korbdrehposition ϕKD, die wegen der Biegung wh für kleine Biegungen gemäß dem Zusammenhang
berechnet wird. l ist dabei die Leiterlänge. Dieses dynamische System kann durch die folgenden Differentialgleichungen beschrieben werden.
JD ist das Trägheitsmoment des Leitergetriebes und des Leitersatzes um die Drehachse. mK ist die Masse des Fahrkorbes, m ist die reduzierte Masse, die sich aus der Modellbetrachtung ergibt, daß die homogene Massenverteilung des Leitersatzes auf zwei Punktmassen reduziert wird. Die eine Punktmasse wird auf den Drehmittelpunkt im Leitergetriebe reduziert, die zweite Punktmasse ist der Mittelpunkt des Fahrkorbes. Dementsprechend berechnet sich die reduzierte Masse aus der Gesamtmasse des Leitersatzes mL gemäß m = mLα. Der Parameter α wird aus Frequenzgangmessungen bestimmt. MMD ist das antreibende Motordrehmoment. bD ist die viskose Reibung des Drehantriebes. Die erste Gleichung von (4) beschreibt im wesentlichen die Bewegungsgleichung für das Drehleitergetriebe, wobei die Rückwirkung durch die Biegung des Leitersatzes auf das Drehleitergetriebe berücksichtigt wird. Die zweite Gleichung von (4) ist die Bewegungsgleichung, welche die Biegung wh beschreibt, wobei die Anregung der Biegungsschwingung durch die Drehung des Leitersatzes über die Winkelbeschleunigung des Drehleitergetriebes oder eine äußere Störung, ausgedrückt durch Anfangsbedingungen für diese Differentialgleichungen, verursacht wird. In der zweiten Gleichung von (4) ist dabei der Parameter cDL die Steifigkeit des Leitersatzes und bDL die Dämpfungkonstante für die Leiterschwingung. Für die Steifigkeit wird, da diese stark vom Ausfahrzustand des Leitersatzes l abhängt, eine Funktion in Abhängigkeit von l aus FEM Simulationen berechnet. Deshalb ist im weiteren für cDL stets cDL(l) anzunehmen. Dies gilt auch für das aus konstruktiven Daten berechnete Trägheitsmoment JD, das ebenfalls eine Funktion in Abhängigkeit von l ist.
Der hydraulische Antrieb wird durch die folgenden Gleichungen beschrieben.
iD ist das Übersetzungsverhältnis zwischen Motordrehzahl und Drehgeschwindigkeit des Leitergetriebes, V ist das Schluckvolumen des Hydraulikmotors, ΔpD ist der Druckabfall über dem hydraulischen Antriebsmotor, β ist die Ölkompressibilität, QCD ist der Kompressibilitätsstrom, QFD ist der Förderstrom im Hydraulikkreis für das Drehen und KPD ist die Proportionalitätskonstante, die den Zusammenhang zwischen Förderstrom und Ansteuerspannung des Poroprtionalventils angibt. Dynamische Effekte der unterlagerten Förderstromregelung werden vernachlässigt.
Die Gleichungen können nun in Zustandsraumdarstellung (siehe auch O. Föllinger: Regelungstechnik, 7. Aufl., Hüthig Verlag, Heidelberg, 1992) transformiert werden. Es ergibt sich die folgende Zustandsraumdarstellung des Systems.
Zustandsraumdarstellung
mit:
Zustandsvektor
Steuergröße
uD
= uStD
(8)
Ausgangsgröße
yD
= ϕKD
(9)
Systemmatrix
Steuervektor
Ausgangsvektor
Das dynamische Modell der Drehachse wird als parameterveränderliches System bezüglich der Ausfahrlänge l und des Aufrichtwinkels ϕA aufgefaßt. Die Gleichungen (6) bis (12) sind Grundlage für den nun beschriebenen Entwurf der Vorsteuerung 71 und des Zustandsreglers 73.
Die Reglerrückführung 73 ist als Zustandsregler ausgeführt. Ein Zustandsregler ist dadurch gekennzeichnet, daß jede Zustandsgröße, das heißt, jede Komponente des Zustandsvektors x D mit einer Regelverstärkung kiD gewichtet wird und auf den Stelleingang der Strecke zurückgeführt wird. Die Regelverstärkungen kiD werden zum Regelvektor K D zusammengefaßt.
Durch die Einführung des Zustandsreglerblockes 73 mit der Rückführung auf den Stelleingang
uDref = -uDrück (12b)
verändert sich Gl. 6 zu:
Gemäß "Unbehauen, Regelungstechnik 2, a. a. O.", wird das dynamische Verhalten des Sy­ stems durch die Lage der Eigenwerte der Systemmatrix A D, die zugleich Pole der Übertragungsfunktion im Frequenzbereich sind, bestimmt. Die Eigenwerte der Matrix können durch Berechnung der Nullstellen bzgl. der Variablen s des charakteristischen Polynoms aus der Determinate wie folgt bestimmt werden.
det(sI - A D) ∼ 0 (29)
I ist die Einheitsmatrix. Dabei ist es unerheblich, ob eine Führungsgröße anliegt oder nicht. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit kann diese zu Null gesetzt werden. Die Auswertung von (29) führt im Falle des gewählten Zustandsraummodells nach Gl. 6-12 auf ein Polynom 5- ter Ordnung der Form:
s5 + a4s4 + a3s3 + a2s2 + a1s + a0 ∼ 0 (30)
Durch Rückführung der Zustandsgrößen über die Reglermatrix K D auf den Steuereingang können diese Eigenwerte gezielt verschoben werden, da die Lage der Eigenwerte nun durch die Auswertung der folgenden Determinante bestimmt ist:
det(sI - A D + B D.K D) ∼ 0 (31)
Die Auswertung von (31) führt wieder auf ein Polynom 5-ter Ordnung, welches jetzt jedoch von den Reglerverstärkungen kiD (i = 1 . . . 5) abhängt. Im Falle des Modells nach Gl. 6-12 wird (30) zu
s5 + a4(k5D,)s4 + a3(k5D, k4D, k2D)s3 + a2(k5D, k4D, k3D, k1D)s2 + a1(k5D, k4D, k3D)s + a0(k3D) ∼ 0 (32)
Man fordert nun, daß durch die Reglerverstärkungen kiD die Gl. 31 bzw. 32 bestimmte Nullstellen einnimmt, um dadurch gezielt die Dynamik des Systems zu beeinflussen, die sich in den Nullstellen dieses Polynoms widerspiegelt. Dadurch ergibt sich eine Vorgabe für dieses Polynom gemäß:
wobei n die Systemordnung ist, die mit der Dimension des Zustandsvektors gleichzusetzen ist. Im Falle des Modells nach Gl. 6-12 ist n = 5 und damit p(s):
p(s) = (s - r1)(s - r2)(s - r3)(s - r4)(s - r5) = s5 + p4s4 + p3s3 + p2s2 + p1s + p0 (34)
Die ri sind so zu wählen, daß das System stabil ist, die Regelung hinreichend schnell bei guter Dämpfung arbeitet und die Stellgrößenbeschränkung bei typischen auftretenden Regelabweichungen nicht erreicht wird. Die ri können vor Inbetriebnahme in Simulationen nach diesen Kriterien bestimmt werden.
Die Regelverstärkungen können nun durch Koeffizientenvergleich der Polynome Gl. 31 und 33 bestimmt werden.
Im Falle des Modells nach Gl. 6-12 ergibt sich folgendes lineares Gleichungssystem in Abhängigkeit von den Regelverstärkungen kiD:
a4(k5D) - p4 = 0
a3(k5D, k4D, k2D) - p3 = 0
a2(k5D, k4D, k3D, k1D) - p2 = 0
a1(k5D, k4D, k3D) - p1 = 0
a0(k3D) - p0 = 0 (36)
Die Auswertung des obigen Gleichungssystems (36) führt nun auf analytische mathematische Ausdrücke für die Reglerverstärkungen in Abhängigkeit von den gewünschten Polen ri und den Systemparametern. Im Falle von Modell nach Gl. 6-12 sind die Systemparameter KPD, iD, V, l, ϕA, β, JD, m, mK, cDL, bDL, bD. Vorteilhaft bei diesem Reglerentwurf ist, daß jetzt Parameterveränderungen des Systems, wie der Ausfahrlänge l oder des Aufrichtwinkels ϕA sofort in veränderten Reglerverstärkungen berücksichtigt werden können. Dies ist für ein optimiertes Regelverhalten von entscheidender Bedeutung.
Da ein vollständiger Zustandsregler die Kenntnis aller Zustandsgrößen verlangt, ist es vorteil­ haft, anstatt eines Zustandsbeobachters die Regelung als Ausgangsrückführung auszuführen. Dies bedeutet, daß nicht alle Zustandsgrößen über den Regler zurückgeführt werden, sondern nur die, die durch Messungen erfaßt werden. Es werden also einzelne kiD zu Null. Im Falle des Modells nach Gl. 6 bis 12 könnte beispielsweise die Messung des Antriebsmoments des Drehachsenmotors entfallen. Damit wird k5D = 0. Die Berechnung der k1D bis k4D kann trotzdem nach Gl. (36) erfolgen. Zudem kann es sinnvoll sein, aufgrund des nicht unerheblichen Rechenaufwandes für einen einzelnen Arbeitspunkt die Reglerparameter zu berechnen. Es muß jedoch anschließend die tatsächliche Eigenwertlage des Systems mit der Reglermatrix
K D = [k1Dk2Dk3Dk4D0] (37)
über die Berechnung nach Gl. 31 numerisch überprüft werden. Da dies nur numerisch erfolgen kann, muß dar gesamte durch die veränderlichen Systemparameter aufgespannte Raum erfaßt werden. In diesem Falle wären die veränderlichen Systemparameter l und ϕA. Diese Parameter schwanken im Intervall [lmin, lmax] bzw. [ϕAmin, ϕAmax]. D. h. in diesen Intervallen müssen mehrere Stützstellen li bzw. ϕAj gewählt werden und für alle möglichen Kombinationen dieser veränderlichen Systemparameter die Systemmatrix A ij(li, ϕAj) berechnet und in Gl. 31 eingesetzt und mit K D aus Gl. 37 ausgewertet werden:
det(sI - A ij + B. K D) ∼ 0 für alle i, j (38)
Bleiben stets alle Nullstellen von (38) kleiner Null, so ist die Stabilität des Systems gewahrt und die ursprünglich gewählten Pole ri können beibehalten werden. Ist dies nicht der Fall, so kann eine Korrektur der Pole ri nach Gl. (33) erforderlich werden.
Ausgang des Zustandsreglerblock 73 ist bei Rückführung von wh, h, ϕD, D dann
Zu dem Zustandsreglerblock 73 kann nun ein Block zur Vorsteuerung 71 hinzutreten, um resultierend neben der aktiven Schwingungsdämpfung ein bahngenaues Fahren zu ermöglichen.
Zum Entwurf des Vorsteuerungsblockes 71 ist Gl. 12a um den Anteil zur Aufschaltung der Führungsgröße zu erweitern
Eingangsgrößen des Vorsteuerungsblock 71 sind die Soll-Winkelposition ϕKDref, die Soll- Winkelgeschwindigkeit KDref, die Soll-Winkelbeschleunigung KDref, der Soll-Ruck KDref und ggf. die Ableitung des Soll-Rucks. Der Führungsgrößen w D ist damit
Im Vorsteuerungsblock 71 werden die Komponenten von w D mit den Vorsteuerungsverstärkungen KVD0 bis KVD4 gewichtet und deren Summe auf den Stelleingang gegeben. Damit wird die Vorsteuerungsmatrix
S D = [KVD0KVD1KVD2KVD3KVD4] (5)
Wird die Matrizengleichung (24) ausgewertet, so kann als algebraische Gleichung für den Vorsteuerungsblock geschrieben werden, wobei uDvorst die unkorrigierte Sollansteuerspannung für das Proportionalventil basierend auf dem idealisierten Modell ist.
Die KVD0 bis KVD4 sind die Vorsteuerungsverstärkungen die in Abhängigkeit des aktuellen Aufrichtwinkels ϕA und der Ausfahrlänge l des Leitersatzes berechnet werden, daß der Fahrkorb ohne Schwingungen bahngenau der Solltrajektorie folgt.
Die Vorsteuerungsverstärkungen KVD0 bis KVD4 werden wie folgt berechnet. Bezüglich der Regelgröße Fahrkorbwinkel ϕKD läßt sich die Übertragungsfunktion ohne Vorsteuerungsblock wie folgt aus den Zustandsgleichungen (6) bis (12) gemäß dem Zusammenhang
berechnet werden. Im Falle der Drehachse lautet die Übetragungsfunktion im Falle der Rückführung der Größen wh, h, ϕD, D:
Die Variablen k1D, k2D, k3D, k4D sind die Reglerverstärkungen des Zustandsreglers, die die Größen wh, h, ϕD, D geeignet gewichtet auf den Stelleingang zurückführen.
Zur Berechnung der Vorsteuerungsverstärkungen KVDi (KVD0 bis KVD4) wird wiederum zunächst (26) um die Aufschaltung der Führungsgrößen erweitert.
Ideales Systemverhalten bezüglich Position, der Geschwindigkeit, der Beschleunigung, des Ruckes und ggf. der Ableitung des Ruckes ergibt sich genau dann, wenn die Übertragungsfunktion des Gesamtsystems aus Versteuerung und Übertragungsfunktion der Drehachse der Drehleiter nach Gl. 27 in ihren Koeffizienten bi und ai nachfolgender Bedingung genügt.
Dies ergibt ein lineares Gleichungssystem, welches in analytischer Form nach den gesuchten Vorsteuerungsverstärkungen KVD0 bis KVD4 aufgelöst werden kann.
Die Koeffizienten bi und ai sind neben den gesuchten Vorsteuerungsverstärkungen KVD0 bis KVD4 nun auch von den bekannten Reglerverstärkungen k1D, k2D, k3D, k4D des Zustandsreglers abhängig.
Für die Vorsteuerungsverstärkungen KVD0 bis KVD4 des Vorsteuerungsblockes 71 erhält unter Berücksichtigung des Zustandsreglerblockes 73:
Dies hat zum Vorteil, daß diese Vorsteuerungsverstärkungen nunmehr in Abhängigkeit von den Modellparametern vorliegen. Im Falle von Modell nach Gl. (6) bis (12) sind die Systemparameter KPD, iD, V, l, ϕA, β, JD, m, mK, cDL, bDL, bD.
Die Veränderung von Modellparametern wie des Aufrichtwinkels ϕA und der Leiterlänge l kann sofort in der Veränderung der Vorsteuerungsverstärkungen berücksichtigt werden. So können diese in Abhängigkeit der Meßwerte von ϕA und l stets nachgeführt werden. Das heißt, wird mit der Achse Aus/Einfahren eine andere Ausfahrlänge l des Leitersatzes angefahren, so verändern sich dadurch automatisch die Vorsteuerungsverstärkungen der Drehachse, so daß resultierend stets das pendeldämpfende Verhalten der Vorsteuerung beim Verfahren des Fahrkorbes erhalten bleibt.
Desweiteren können bei Übertragung auf einen anderen Drehleitertyp mit anderen technischen Daten (wie bspw. verändertes m) die Vorsteuerungsverstärkungen sehr schnell angepaßt werden.
Die Parameter KPD, iD, V, β, m, mK, stehen aus dem Datenblatt der technischen Daten zur Verfügung. Als Korbmasse wird ein durchschnittlicher Wert oder ein Meßwert aus Sensordaten angenommen. Grundsätzlich als veränderliche Systemparameter werden die Parameter l, ϕA aus Sensordaten ermittelt. Die Parameter JD, cDL sind aus FEM- Untersuchungen bekannt. Die Dämpfungsparameter bDL, bD werden aus Frequenzgangmessungen bestimmt.
Die Sollansteuerspannung des Proportionalventils für die Drehachse ist unter Berücksichtigung der Vorsteuerung 71 dann
uDref = uDvorst - uDrück (40)
Damit sind mit Gl. (28) die Vorsteuerungsverstärkungen bekannt, die ein schwingungsfreies und bahngenaues Verfahren des Fahrkorbes in Drehrichtung basierend auf dem idealisierten Modell garantieren.
Da im Zustandsraummodell nach Gl. 6-12 nur lineare Systemanteile berücksichtigt werden können, können optional statische Nichtlinearitäten der Hydraulik im Block 75 der Hydraulikkompensation so berücksichtigt werden, daß sich resultierend ein lineares Systemverhalten bezüglich des Systemeingangs ergibt. Die wesentlichsten nichtlinearen Effekte der Hydraulik sind der Totgang des Proportionalventils um den Nullpunkt und Hystereseeffekte der unterlagerten Förderstromregelung. Hierzu wird experimentell die statische Kennlinie zwischen Ansteuerspannung uStD des Proportionalventils und dem resultierenden Förderstrom QFD aufgenommen. Die Kennlinie kann durch eine mathematische Funktion beschrieben werden.
QFD = f(uStD) (41)
Bezüglich des Systemeingangs wird nun Linearität gefordert. D. h. das Proportionalventil und der Block der Hydraulikkompensation sollen gemäß Gl. (5) zusammengefaßt folgendes Übertragungsverhalten haben.
QFD = KPDuStD (42)
Hat der Kompensationsblock 75 die statische Kennlinie
uStD = h(uDref) (43)
so ist Bedingung (42) genau dann erfüllt, wenn als statische Kompensationskennlinie
h(uDref) = f-1(KPDuDref) (44)
gewählt wird.
Damit sind die einzelnen Kompenenten des Achsreglers für die Drehachse erläutert. Resultierend erfüllt die Kombination aus Bahnplanungsmodul und Achsregler Drehen die Anforderung einer schwingungsfreien und bahngenauen Bewegung mit der Drehachse.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll nun der Achsregler für die Achse Aufrichten/Neigen 7 erläutert werden. Fig. 9 zeigt die grundsätzliche Struktur des Achsregler Aufrichten/Neigen.
Wie bei der Drehachse wird zum Dämpfen von Schwingungen der Leiterteile über einen Zustandsreglerblock mindestens eine der Meßgrößen Aufrichtwinkel ϕA, Aufrichtwinkelgeschwindigkeit A, Biegung des Leitersatzes in vertikaler Richtung wv oder die Ableitung der vertikalen Biegung v verstärkt und wieder auf den Stelleingang rückgeführt. Die Ableitung der Meßgrößen ϕA und wv wird numerisch in der Mikroprozessorsteuerung gebildet. Grundlage für die Bestimmung der Reglerverstärkungen ist das dynamische Modell, das in den folgenden Abschnitten für die Achse Aufrichten/Neigen hergeleitet wird.
Um neben der Dämpfung von Schwingungen der Leiterteile auch ein bahngenaues Fahren zu erzielen, wird der Zustandsregler um eine Vorsteuerung und die Bahnplanung ergänzt.
Die Ausgangsfunktionen des Bahnplanungsmoduls in Form der Sollfahrkorbposition in Richtung der Achse Aufrichten/Neigen sowie deren Ableitungen (Geschwindigkeit, Beschleunigung, Ruck, und Ableitung des Ruckes) werden auf den Vorsteuerungsblock 91 (Block 71 bei Drehachse) gegeben. Im Vorsteuerungsblock werden diese Funktionen so verstärkt, daß sich resultierend ein bahngenaues Fahren der Leiter ohne Schwingungen unter den idealisierten Voraussetzungen des dynamischen Modells ergibt. Grundlage für die Bestimmung der Vorsteuerungsverstärkungen ist wiederum das dynamische Modell, wie es für den Entwurf der Reglerverstärkungen verwendet wird. Damit ist unter diesen idealisierten Voraussetzungen das Schwingen der Drehleiter unterdrückt und der Fahrkorb folgt der generierten Bahn.
Aufgrund der dominanten statischen Nichtlinearität der hydraulischen Antriebsaggregate (Hysterese, Totgang) wird der nun aus Vorsteuerung uAvorst und optional Zustandsreglerausgang uArück gebildete Wert für den Stelleingang uAref im Block Hydraulikkompensation 95 (analog zu Block 75) so verändert, daß sich resultierend lineares Verhalten des Gesamtsystems annehmen läßt. Ausgang des Blockes 95 (Hydraulikkompensation) ist die korrigierte Stellgröße uStA. Dieser Wert wird dann auf das Proportionalventil des Hydraulikkreislaufes für den Zylinder der Achse Aufrichten/Neigen gegeben.
Zur detaillierten Erläuterung der Vorgehensweise soll nun die Herleitung des dynamischen Modells für die Aufrichtachse dienen, die Grundlage für die Berechnung der Vorsteuerungsverstärkungen und des Zustandsreglers ist.
Hierzu gibt Fig. 10 Erläuterungen zur Definition der Modellvarbiablen. Wesentlich ist dabei der dort gezeigte Zusammenhang zwischen der Aufrichtwinkelposition ϕA des Leitergetriebes bezüglich des Inertialsystems mit den Einheitsvektoren e I1 bis e I3 und der Korbaufrichtwinkelposition ϕKA, die wegen der Biegung wv für kleine Biegungen gemäß dem Zusammenhang
berechnet wird. Dieses dynamische System kann durch die folgenden Differentialgleichungen beschrieben werden.
JA ist das Trägheitsmoment des Leitersatzes um die Aufrichtachse. MMA ist das antreibende Drehmoment des Hydraulikzylinders auf die Leiter. bA ist die viskose Reibung im Hydraulikzylinder. Die erste Gleichung von (4) beschreibt im wesentlichen die Bewegungsgleichung bezüglich der Aufrichtkinematik mit dem antreibenden Hydraulikzylinder der Leiter, wobei die Rückwirkung durch die Biegung des Leitersatzes berücksichtigt wird. Die zweite Gleichung von (4) ist die Bewegungsgleichung, welche die Biegung wv beschreibt, wobei die Anregung der Biegungsschwingung durch das Aufrichten bzw. Neigen des Leitersatzes über die Winkelbeschleunigung oder eine äußere Störung, ausgedrückt durch Anfangsbedingungen für diese Differentialgleichungen, verursacht wird. In der zweiten Gleichung von (4) ist dabei der Parameter cAL die Steifigkeit des Leitersatzes und bAL die Dämpfungkonstante für die Leiterschwingung in Richtung der Achse Aufrichten/Neigen. Für die Steifigkeit wird, da diese stark vom Ausfahrzustand des Leitersatzes l abhängt, eine Funktion in Abhängigkeit von l aus FEM Simulationen berechnet. Deshalb ist im weiteren für cAL stets cAL(l) anzunehmen. Dies gilt auch für das aus konstruktiven Daten berechnete Trägheitsmoment JA, das ebenfalls eine Funktion in Abhängigkeit von l ist. Die nicht genannten Parameter sind den Angaben zu Gl. 4 der Drehachse zu entnehmen.
Der hydraulische Antrieb wird durch die folgenden Gleichungen beschrieben.
FZyl ist die Kraft des Hydraulikzylinders auf die Kolbenstange, pZyl ist der Druck im Zylinder (je nach Bewegungsrichtung kolben- oder ringseitig), AZyl ist die Querschnittsfläche des Zylinders (je nach Bewegungsrichtung kolben- oder ringseitig), β ist die Ölkompressibilität, VZyl ist das Zylindervolumen, QFA ist der Förderstrom im Hydraulikkreis für das Aufrichten und Neigen und KPA ist die Proportionalitätskonstante, die den Zusammenhang zwischen Förderstrom und Ansteuerspannung des Proportionalventils angibt. Dynamische Effekte der unterlagerten Förderstromregelung werden vernachlässigt. Bei der Ölkompression im Zylinder wird als relevantes Zylindervolumen die Hälfte des Gesamtvolumens des Hydraulikzylinders angenommen. zZyl, Zyl sind die Position bzw. die Geschwindigkeit der Zylinderstange. Diese sind ebenso wie die geometrischen Parameter db und ϕp von der Aufrichtkinematik abhängig.
In Fig. 11 ist die Aufrichtkinematik der Aufrichtachse dargestellt. Der Hydraulikzylinder ist am unteren Ende im Drehleitergetriebe verankert. Aus Konstruktionsdaten kann der Abstand da zwischen diesem Punkt und dem Drehpunkt des Leitersatzes um die Aufrichtachse entnommen werden. Die Kolbenstange des Hydraulikzylinders ist am Leitersatz im Abstand db befestigt, ϕ0 ist ebenfalls aus Konstruktionsdaten bekannt. Daraus läßt sich der folgende Zusammenhang zwischen Aufrichtwinkel ϕA und Hydraulikzylinderposition zZyl herleiten.
Da nur der Aufrichtwinkel ϕA Meßgröße ist, ist die umgekehrte Relation von (48) sowie die Abhängigkeit zwischen Kolbenstangengeschwindigkeit Zyl und Aufrichtgeschwindigkeit A ebenfalls von Interesse.
Für die Berechnung des wirksamen Momentes auf den Leitersatz ist außerdem die Berechnung des Projektionswinkels ϕp erforderlich.
Damit kann das in den Gl. 46-51 beschriebene dynamische Modell der Aufrichtachse nun in die Zustandsraumdarstellung (siehe auch O. Föllinger: Regelungstechnik, 7. Aufl., Hüthig Verlag, Heidelberg, 1992) transformiert werden. Es ergibt sich die folgende Zustandsraumdarstellung des Systems.
Zustandsvektor
Steuergröße
uA
= uStA
(54)
Ausgangsgröße
yA
= ϕKA
(55)
Systemmatrix
Steuervektor
Ausgangsvektor
Das dynamische Modell der Drehachse wird als parameterveränderliches System bezüglich der Ausfahrlänge l und der trigonometrischen Funktionsanteile des Aufrichtwinkels ϕA aufgefaßt. Die Gleichungen (52) bis (58) sind Grundlage für den nun beschriebenen Entwurf der Vorsteuerung 91 und des Zustandsreglers 93.
Durch die Einführung des Zustandsreglerblockes 93 mit der Rückführung auf den Stelleingang
uAref = -uArück (58a)
verändert sich Gl. (52) zu
Die Reglerrückführung 93 ist als Zustandsregler ausgeführt. Die Reglerverstärkungen berechnen sich analog zum Rechenweg von Gl. 29 bis 39 bei der Drehachse.
Die Komponenten des Zustandsvektors x A werden mit den Regel Verstärkungen kiA der Reglermatrix K A gewichtet und auf den Stelleingang der Strecke zurückgeführt.
Wie bei der Drehachse werden die Reglerverstärkungen über Koeffiezientenvergleich der Polynome analog zu Gl. 35
bestimmt. Da das Modell der Aufrichtachse wie das der Drehachse die Ordnung n = 5 hat, sind die Polynome in Gl. 69a ebenfalls 5-ter Ordnung. Im Falle des Modells nach Gl. 52 bis 58 ergibt sich folgendes lineares Gleichungssystem in Abhängigkeit von den Regelverstärkungen
a4(k5A) - p4 = 0
a3(k5A, k4A, k2A) - p3 = 0
a2(k5A, k4A, k3A, k1A) - p2 = 0
a1(k5A, k4A, k3A) - p1 = 0
a0(k3A) - p0 = 0 (70)
wobei die pi (p0 bis p4) die Koeffizienten des durch die Nullstellen ri definierten Polynoms sind.
Die ri sind so zu wählen, daß das System stabil ist, die Regelung hinreichend schnell bei guter Dämpfung arbeitet und die Stellgrößenbeschränkung bei typischen auftretenden Regelabweichungen nicht erreicht wird. Die ri können vor Inbetriebnahme in Simulationen nach diesen Kriterien bestimmt werden.
Die Auswertung des Gleichungssystems (70) führt nun auf analytische mathematische Ausdrücke für die Reglerverstärkungen in Abhängigkeit von den gewünschten Polen ri und den Systemparametern. Im Falle von Modell nach Gl. 52 bis 58 sind die Systemparameter KPA, AZyl, VZyl, ϕA, β, JA, m, mK, cAL, bAL, bA, db, da. Über die Abhängigkeit der Parameter JA, cAL von der Leiterlänge ist auch ein Abhängigkeit vom Parameter l gegeben. Wie bei der Drehachse können jetzt Parameterveränderungen des Systems, wie der Ausfahrlänge l oder des Aufrichtwinkels ϕA sofort in veränderten Reglerverstärkungen berücksichtigt werden. Dies ist für ein optimiertes Regelverhalten von entscheidender Bedeutung.
Wie auch bei der Drehachse, kann der Zustandsregler auch als Ausgangsrückführung ausgeführt werden. In diesem Fall werden nur die durch Messung erfaßten Zustandsgrößen zurückgeführt. Dadurch werden einzelne kiA zu Null. Im Falle des Modells nach Gl. 52 bis 58 könnte beispielsweise die Messung des wirksamen Antriebsmoments des Hydraulikzylinders entfallen. Damit wird k5A = 0. Die Berechnung der k1A bis k4A kann trotzdem nach Gl. (70) erfolgen. Zudem kann es sinnvoll sein, aufgrund des nicht unerheblichen Rechenaufwandes die Reglerparameter für einen festen Arbeitspunkt des Systems zu berechnen und die Nachführung der Reglerparameter bei Abweichung von diesem Arbeitspunkt in Abhängigkeit vom Aufrichtwinkel und von der Ausfahrlänge zu vernachlässigen. In beiden Fällen muß jedoch anschließend die tatsächliche Eigenwertlage des Systems mit der Reglermatrix
K A = [k1Ak2Ak3Ak4A0] (71)
über die Berechnung analog zu Gl. 31 numerisch überprüft werden. Da dies nur numerisch erfolgen kann, muß der gesamte durch die veränderlichen Systemparameter l und ϕA aufgespannte Raum erfaßt werden. Diese Parameter schwanken im Intervall [lmin, lmax] bzw. [ϕAmin, ϕAmax]. In diesen Intervallen werden mehrere Stützstellen li bzw. ϕAj gewählt und für alle möglichen Kombinationen dieser veränderlichen Systemparameter die Systemmatrix A Aij[li, ϕAj] berechnet und analog zu Gl. 31 eingesetzt und mit K A aus Gl. 71 ausgewertet:
det(sI - A Aij + B A.K A) ∼ 0 für alle i, j (72)
Bleiben stets alle Nullstellen von (72) kleiner Null, so ist die Stabilität des Systems gewahrt und die ursprünglich gewählten Pole ri können beibehalten werden. Ist dies nicht der Fall, so kann eine Korrektur der Pole ri nach Gl. (69) erforderlich werden.
Ausgang des Zustandsreglerblock 93 ist bei Rückführung von wv, v, ϕA, A dann
Wird nun in Ergänzung zur Regelung ein Vorsteuerungsblock 91 entworfen, so addiert sich zur Rückführung über den Zustandsregler nach Gl. 58a noch der Anteil der Führungsgrößen, die im Vorsteuerungsblock 91 geeignet gewichtet werden. Die Sollansteuerspannung des Proportionalventils für die Drehachse ist dann unter Berücksichtigung der Vorsteuerung 91 analog zu Gl. 58a
uAref = uAvorst - uArück (74)
Dann wird aus Gl. 52
Eingangsgrößen des Vorsteuerungsblock 91 sind die Soll-Winkelposition ϕKA, die Soll- Winkelgeschwindigkeit KA, die Soll-Winkelbeschleunigung KA, der Soll-Ruck KA und ggf. die Ableitung des Soll-Rucks. Der Führungsgrößen w A ist damit analog zu (13)
Im Vorsteuerungsblock 91 werden die Komponenten von w A mit den Vorsteuerungsverstärkungen KVA0 bis KVA4 gewichtet und deren Summe auf den Stelleingang gegeben. Die Vorsteuerungsmatrix ist definiert durch
S A = [KVA0KVA1KVA2KVA3KVA4] (61)
Wird die Matrizengleichung (58b) ausgewertet, so kann als algebraische Gleichung für den Vorsteuerungsblock geschrieben werden, wobei uAvorst die unkorrigierte Sollansteuerspannung für das Proportionalventil basierend auf dem idealisierten Modell ist.
Die KVA0 bis KVA4 sind die Vorsteuerungsverstärkungen die in Abhängigkeit des aktuellen Aufrichtwinkels ϕA und der Ausfahrlänge l des Leitersatzes berechnet werden, daß der Fahrkorb ohne Schwingungen bahngenau der Solltrajektorie folgt.
Die Vorsteuerungsverstärkungen KVA0 bis KVA4 werden wie folgt berechnet. Bezüglich der Regelgröße Fahrkorbwinkel ϕKA läßt sich die Übertragungsfunktion ohne Vorsteuerungsblock und mit Zustandsreglerblock wie folgt aus den Zustandsgleichungen (52) bis (58) gemäß dem Zusammenhang
angeben. Analog zu Gl. (26) kann mit Gl. (68) die Übertragungsfunktion zwischen Ausgang Vorsteuerungsblock und Fahrkorbposition berechnet werden. Unter Berücksichtigung des Vorsteuerungsblockes 91 in Gl. (68) erhält man eine Beziehung analog zu Gl. (27), die nach Ausmultiplizieren die Form
hat. Nach Berücksichtigung der Vorsteuerung 91 in Gl. 68 können die Vorsteuerungsverstärkungen KVAi (KVA0 bis KVA4) nach der Bedingung von Gl. 21 berechnet werden. Dies führt wieder auf ein lineares Gleichungssystem, welches in analytischer Form nach den gesuchten Vorsteuerungsverstärkungen KVA0 bis KVA4 aufgelöst werden kann. Es sei jedoch angemerkt, daß die Koeffizienten bi und ai neben den gesuchten Vorsteuerungsverstärkungen KVA0 bis KVA4 nun auch von den bekannten Reglerverstärkungen k1A, k2A, k3A, k4A des Zustandsreglers abhängig sind.
Für die Vorsteuerungsverstärkungen KVA0 bis KVA4 des Vorsteuerungsblockes 91 erhält unter Berücksichtigung des Zustandsreglerblockes 93 analog zu Gl. 28 bei der Drehachse
Mit Gl. 69 sind nun auch die Vorsteuerungsverstärkungen bekannt, die ein schwingungsfreies und bahngenaues Verfahren des Fahrkorbes in Richtung des Aufrichtens bzw. Neigens der Leiter basierend auf dem idealisierten Modell unter Berücksichtigung des Zustandsreglerblockes 93 garantieren.
Wie schon bei der Drehachse gezeigt, hat dies zum Vorteil, daß die Vorsteuerungsverstärkungen und Reglerverstärkungen des Zustandsreglers in Abhängigkeit von den Modellparametern vorliegen. Im Falle von Modell nach Gl. 52 bis 58 sind die Systemparameter KPA, AZyl, VZyl, ϕA, β, JA, m, mK, cAL, bAL, bA, db, da. Über die Abhängigkeit der Parameter JA, cAL von der Leiterlänge ist auch ein Abhängigkeit vom Parameter l gegeben.
Damit kann die Veränderung von Modellparametern wie des Aufrichtwinkels ϕA und der Leiterlänge l sofort in der Veränderung der Vorsteuerungs- und Reglerverstärkungen berücksichtigt werden. So können diese in Abhängigkeit der Meßwerte von ϕA und l stets nachgeführt werden. Das heißt, wird mit der Achse Aus/Einfahren eine andere Ausfahrlänge l des Leitersatzes angefahren, so verändern sich dadurch automatisch die Vorsteuerungsverstärkungen der Drehachse, so daß resultierend stets das pendeldämpfende Verhalten der Versteuerung beim Verfahren des Fahrkorbes erhalten bleibt.
Des weiteren können bei Übertragung auf einen anderen Drehleitertyp mit anderen technischen Daten (wie bspw. verändertes m) die Vorsteuerungsverstärkungen sehr schnell angepaßt werden.
Die Parameter KPA, AZyl, VZyl, β, m, mK, db, da stehen aus dem Datenblatt der technischen Daten zur Verfügung. Als Korbmasse wird ein durchschnittlicher Wert oder ein Meßwert aus Sensordaten angenommen. Grundsätzlich als veränderliche Systemparameter werden die Parameter l, ϕA aus Sensordaten ermittelt. Die Parameter JA, cAL sind aus FEM- Untersuchungen bekannt. Die Dämpfungsparameter bAL, bA werden aus Frequenzgangmessungen bestimmt.
Wie bei der Drehachse können optional Nichtlinearitäten der Hydraulik im Block 95 der Hydraulikkompensation kompensiert werden, so daß sich resultierend ein lineares Systemverhalten bezüglich des Systemeingangs ergibt. Bei der Aufrichtachse können neben dem Ventiltotgang und der Hysterese Korrekturfaktoren für die Ansteuerspannung bezüglich der Ausfahrlänge l und des Aufrichtwinkels ϕA, sowie für den Verstärkungsfaktor KPA und den relevanten Zylinderdurchmesser AZyl vorgesehen werden. Damit kann eine richtungsabhängige Strukturumschaltung des Achsreglers vermieden werden.
Zur Berechnung der notwendigen Kompensationsfunktion wird experimentell die statische Kennlinie zwischen Ansteuerspannung uStD des Proportionalventils und dem resultierenden Förderstrom QFD aufgenommen, diesmal auch in Abhängigkeit von l, ϕA aufgenommen. Die Kennlinie kann durch eine mathematische Funktion beschrieben werden.
QFA = f(uStA, l, ϕA) (75)
Bezüglich des Systemeingangs wird nun Linearität gefordert. D. h. das Proportionalventil und der Block der Hydraulikkompensation sollen gemäß Gl. 47 zusammengefaßt folgendes Übertragungsverhalten haben.
QFA = KPAuStA (76)
Hat der Kompensationsblock 95 die statische Kennlinie
uStA = h(uAref, l, ϕA) (77)
so ist Bedingung (76) genau dann erfüllt, wenn als statische Kompensationskennlinie
h(uAref) = f-1(KPAuAref, l, ϕA) (78)
gewählt wird.
Damit sind die einzelnen Komponenten des Achsreglers für die Aufrichtachse erläutert. Resultierend erfüllt die Kombination aus Bahnplanungsmodul und Achsregler Aufrichten/Neigen die Anforderung einer schwingungsfreien und bahngenauen Bewegung des Fahrkorbes beim Aufrichten und Neigen.
Im folgenden soll nun die Struktur des Achsreglers für die Achse zum Ausfahren und Einfahren der Leiter erläutert werden. Die Struktur des Achsreglers ist in Fig. 12 dargestellt. Im Gegensatz zu den Achsreglern Drehen 43 und Aufrichten/Neigen 45 ist der Achsregler der Achse Aus/Einfahren 47, da diese Achse nur geringe Schwingungsneigung zeigt, mit einer herkömmlichen Kaskadenregelung mit einer äußeren Regelschleife für die Position und einer inneren für die Geschwindigkeit ausgestattet.
Vom Bahnplanungsmodul 39 bzw. 41 werden zur Ansteuerung des Achsreglers nur die Zeitfunktionen Sollposition der Achse Aus/Einfahren lref und die Sollgeschwindigkeit ref benötigt. Diese werden in einem Vorsteuerungsblock 121 derart gewichtet, daß sich ein schnell ansprechendes und hinsichtlich der Position stationär genaues Systemverhalten ergibt. Da hinter dem Vorsteuerungsblock unmittelbar der Soll-Istvergleich zwischen Führungsgröße lref und Meßgröße l erfolgt, ist Stationärität bezüglich der Position dann erfüllt, wenn die Vorsteuerungsverstärkung für die Position l ist. Die Vorsteuerungsverstärkung für die Soll- Geschwindigkeit ref ist so zu bestimmen, daß sich subjektiv ein schnelles aber gut gedämpftes Ansprechverhalten bei der Handhebelbedienung ergibt. Der Regler 123 für die Positionsregelschleife kann als Proportionalregler (P-Regler) ausgeführt werden. Die Regelverstärkung ist nach den Kriterien Stabilität und hinreichende Dämpfung des geschlossenen Regelkreises zu bestimmen. Ausgangsgröße des Reglers 123 ist die ideale Ansteuerspannung des Proportionalventils. Wie bei den Achsregler Drehen 43 und Aufrichten/Neigen 45 werden in einem Kompensationsblock 125 die Nichtlinearitäten der Hydraulik ausgeglichen. Die Berechnung erfolgt wie bei der Drehachse (Gl. 42-44). Ausgangsgröße ist die korrigierte Ansteuerspannung des Proportionalventils uStE. Innere Regelschleife für die Geschwindigkeit ist die unterlagerte Förderstromregelung des Hydraulikkreislaufes.
Letzte Achse der Drehleiter ist die Niveauachse, die dafür sorgt, daß auch, wenn das Fahrzeug auf einem abschüssigen Gelänge aufgebaut wird, das Leitergetriebe beim Drehen stets waagrecht bleibt. Um die Fahrzeugneigung zu erfassen ist im Drehleitergetriebe ein Elektrolytsensor installiert, der die Verkippung des Drehleitergetriebes bezüglich des Inertialsystems in zwei zueinander senkrecht stehenden Richtungen angibt. Diese beiden Winkel werden mit ϕNx und ϕNy bezeichnet. Um die Leiter stets exakt lotrecht ausgerichtet zu halten, ist nur der Winkel ϕNx entscheidend, da der zweite Winkel der Orientierung der Achse Aufrichten/Neigen entspricht. Um die Neigung auszugleichen sind zwischen Drehkranz und Drehleitergetriebe zwei Hydraulikzylinder montiert, die das Drehleitergetriebe gegenüber dem Fahrzeug um einen Winkel ϕNrel verkippen können. Ziel der Regelung ist es, beim Drehen den Winkel ϕNx bezüglich des Inertialsystems stets Null zu halten, also parallele Ausrichtung bezüglich des Inertialsystems herzustellen. Vor dem Auflegen der Leiter muß die Leiter wieder in die fahrzeugparallele Ausrichtung gebracht werden. Hierzu werden vor dem Ausfahren der Leiter in aufgelegtem Zustand die Winkelsensoren ϕNx und ϕNy ausgelesen und dieser Wert als Fahrzeugneigung ϕFNx und ϕFNy abgespeichert. Der Wert ϕFNx ist damit die Neigung des Fahrzeuges um die Längsachse, ϕFNy die Neigung um die Achse quer zur Fahrrichtung. Vor dem Auflegen werden diese Werte dazu verwendet, die Leiter wieder in die fahrzeugparallele Ausrichtung zu bringen.
Die Struktur des Achsreglers für die Niveauachse ist in Fig. 13 dargestellt. Der Aufbau mit einem Kaskadenregler mit einer äußeren Regelschleife für die Position und einer inneren für die Geschwindigkeit entspricht dem der Achse Aus/Einfahren.
In der Grundausbaustufe entfällt die Versteuerung 131. Während des Betriebs der Leiter mit eingeschaltener Niveauausregelung wird stets der Sollwert Null bezüglich ϕNx angenommen. Der Regler 133 wandelt die Soll-Ist-Wert-Differenz zwischen dem aktuellen Meßwert ϕNx dem Sollwert Null in eine Ansteuerspannung uNref um. Der Regler ist als Proportionalregler ausgeführt. Die Regelverstärkung ist nach den Kriterien Stabilität und hinreichende Dämpfung des geschlossenen Regelkreises zu bestimmen. Ausgangsgröße des Reglers 133 ist die ideale Ansteuerspannung des Proportionalventils. Wie bei den anderen Achsreglern werden in einem Kompensationsblock 135 die Nichtlinearitäten der Hydraulik ausgeglichen. Die Berechnung erfolgt wie bei der Drehachse (Gl. 42-44). Ausgangsgröße ist die korrigierte Ansteuerspannung des Proportionalventils uStN. Innere Regelschleife für die Geschwindigkeit ist die unterlagerte Förderstromregelung des Hydraulikkreislaufes.
Soll die Dynamik des Achsregler verbessert werden, kann der Achsregler um eine Vorsteuerung 131 ergänzt werden. In der Vorsteuerung werden vom Bahnplanungsmodul die für die Niveauachse relevanten Zeitfunktionen ϕKDref und die Sollgeschwindigkeit KDref er Drehachse benötigt. Diese werden zunächst im Vorsteuerungsblock 131 in Sollwerte für den Kippwinkel ϕNrel gemäß
ϕNrelsoll = -ϕNxcosϕKDref - ϕNysinϕKDref (79)
umgerechnet. Damit ist
In guter Näherung kann man für den Hydraulikkreislauf der Niveauachse vereinfachend annehmen
wobei KPNges die resultierende Gesamtverstärkung der Übertragungsfunktion zwischen Kippgeschwindigkeit Nrel und Ansteuerspannung ist. Wird nun
gewählt, wird durch diese Vorsteuerung in Ergänzung zum Regler 133 das dynamische Verhalten weiter verbessert. Vor dem Auflegen wird auf den Sollwert für den Kippwinkel bezüglich des Inertialsystems der Fahrzeugkippwinkel ϕFNx gegeben. Damit sorgt die Niveauachse in Kombination mit der Drehachse auch beim Drehen bei gegebener Fahrzeugneigung für eine stets waagrechte Lage der Leiter.
Damit ist eine Drehleiter realisiert, deren Bahnsteuerung ein bahngenaues Verfahren des Fahrkorbes mit allen Achsen erlaubt und dabei aktiv Schwingungen des Leitersatzes unterdrückt.

Claims (9)

1. Drehleiter oder dergleichen mit einer Regelung für die Bewegung der Leitertei­ le, bei der die Regelung derart ausgebildet ist, daß beim Verfahren des Fahr­ korbs Schwingungen der Leiterteile unterdrückt werden, indem mindestens eine der Meßgrößen Leiterbiegung in horizontaler und vertikaler Richtung, Aufricht­ winkel, Drehwinkel, Ausfahrlänge, Korbmasse - über einen Regler auf die An­ steuergrößen für die Antriebe zurückgeführt wird und bei der eine Vorsteuerung vorgesehen ist, die beim Verfahren des Fahrkorbes das idealisierte Bewegungs­ verhalten der Leiter in einem dynamischen Modell, basierend auf Differenzial­ gleichungen, abbildet und idealisierte Ansteuergrößen für die Antriebe der Lei­ terteile für eine im wesentlichen schwingungsfreie Bewegung der Leiter aus dem dynamischen Modell berechnet.
2. Drehleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bahnpla­ nungsmodul für die Erzeugung der Bewegungsbahn der Leiter im Arbeitsraum vorgesehen ist, das die Bewegungsbahn in Form von Zeitfunktionen für die Fahrkorbposition, Fahrkorbgeschwindigkeit, Fahrkorbbeschleunigung, Fahr­ korbruck und ggfs. Ableitung des Fahrkorbrucks an einen Vorsteuerungsblock abgibt, der die Antriebe der Leiterteile ansteuert.
3. Drehleiter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnpla­ nungsmodul die Eingabe von kinematischen Beschränkungen für die Zeitfunk­ tionen für die Fahrkorbposition, Fahrkorbgeschwindigkeit, Fahrkorbbeschleuni­ gung und den Fahrkorbruck gestattet.
4. Drehleiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnpla­ nungsmodul auch die Zeitfunktion für die Ableitung des Rucks erzeugt.
5. Drehleiter nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahn­ planungsmodul Steilheitsbegrenzer zur Berücksichtigung der kinematischen Be­ schränkungen enthält.
6. Drehleiter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnpla­ nungsmodul stetige Funktionen des Rucks erzeugt und aus diesen durch Inte­ gration die Zeitfunktionen für die Fahrkorbbeschleunigung, Fahrkorbgeschwin­ digkeit und Fahrkorbposition ermittelt.
7. Drehleiter nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahn­ planungsmodul einen weiteren Steilheitsbegrenzer umfaßt, der im Falle eines Notstopps den Nachlauf des Fahrkorbs verkürzt.
8. Drehleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Achsregler elektrische Steuersignale zur Ansteuerung hy­ draulischer Proportionalventile der Antriebe der Leiter liefert.
9. Drehleiter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebe zur Drehung der Leiter um die Hochachse, zum Aufrichten und Absenken der Leiter und zum Ausfahren und Einfahren der Leiter in deren Längsrichtung vorgese­ hen sind.
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