DD242545A1 - Verfahre zur qualitatsfoerdernden saatgurbehandlung - Google Patents

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DD242545A1
DD242545A1 DD28271785A DD28271785A DD242545A1 DD 242545 A1 DD242545 A1 DD 242545A1 DD 28271785 A DD28271785 A DD 28271785A DD 28271785 A DD28271785 A DD 28271785A DD 242545 A1 DD242545 A1 DD 242545A1
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DD28271785A
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Reinhard Benne
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Inst F Zuechtungsforschung
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur qualitaetsfoerdernden Saatgutbehandlung, bei dem zur Vorquellung in Wasser z. T. unter Zusatz von Tensiden, insbesondere Aethylenoxidadukten von Phenolen, Fettsaeuren und Fettalkoholen dem Behandlungswasser zugesetzt werden und eine zeitweise oder staendige Zufuhr von Sauerstoff oder Luft erfolgt. Nach der Vorquellung werden die Samen in Fluessigkeiten unterschiedlicher Dichte in Teilmengen unterschiedlicher Vitalitaet getrennt bzw. bis zur Rieselfaehigkeit schonend zurueckgetrocknet und mit Aufbereitungsmaschinen getrennt und je nach Zeitspanne bis zur Verwendung auf unterschiedliche Samenfeuchte zurueckgetrocknet.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Es handelt sich um eine neuartige Kombination von Verfahrensschritten unter Einsatz von Tensiden zur Erhöhung der Keimfähigkeit und des Aufganges, der Steuerung des Quellprozesses sowie der Verbesserung der Keimschnelligkeit und der Herstellung und Trennung von Teilpartien unterschiedlicher Vitalität mit einheitlicher Keim- und Auflaufgeschwindigkeit. Das Verfahren ist für die labormäßige Vorbereitung unterschiedlich großer Saatgutmengen für die Pflanzenanzucht unter Glas und Plaste sowie im Freiland bei Gemüse und Zierpflanzen geeignet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösung
Bekannt ist, daß Saatgut in Wasser, z.T. bei ständiger Zuführung von Sauerstoff und Luft (KÜHTREIBER, F., Österreich) SCHMIDT, E., ZSCHIZSCH, H., DDR, 1957, DAVIDSON, M.W., DAVIDSON, E. M., England, 1978, HAGNER, M. B., WENDT, K. L, BRD, 1975, und unter Zusatz von 0,1-0,5% Gibberellin (JELITTO, K., BRD, 1979) sowie in wäßrigen Lösungen von Polyäthylenglykol bei unterschiedlichen Quellzeiten je nach Behandlungstemperatur mit dem Erzeugnis „Carbowax 6000" mit einem Molekulargewicht 6000 (HEYDECKER, W., HIGGINS, J., GULIVER, R. L: Accelerated germination by osmotic seed treatment, Nature 246 [1973] HEYDECKER, W., HIGGINGS, J., TURNER, J. J. Invigoration of seed? Seed Sei. Technol.3 [1975] 3-4),
vorgequollen wird. . ·
Bekannt ist auch, daß vorgequollene Samen in Flüssigkeiten unterschiedlicher Dichte in sinkende und schwimmende Teilmengen getrennt werden mit dem Ziel, Teilmengen unterschiedlicher Vitalität zu separieren (HAGNER, M. B., WENDT, K. L.,
BRD, 1975). . -
Nachteilig ist bei derVerquehung von Saatgut in Wasser bei z.T. ständiger Zuführung von Sauerstoff und Luft, daß je nach Samenart und Partieverhalten Quellung und Keimung in einer kurzen Zeitspanne erfolgen und bei Beendigung der Verquellung das Aufplatzen der Samen und z.T. Keimen weiterhin vor sich geht, also eine gesteuerte Vorquellung von Samen, die noch nicht aufgeplatzt sind, nicht möglich ist.
Nachteilig ist bei den Vorschlägen zum Einsatz von Polyäthylenglykol, daß zur Sicherung des Sauerstoffzutrittes nur eine begrenzte Samenmenge die bei Lagerung in flacher Schicht gleichzeitig behandelt werden kann.
Nachteilig ist bei der Trennung vorgequollener Samen in Flüssigkeiten unterschiedlicher Dichte in sinkende und schwimmende Teilmengen, daß Samen in kurzer Zeit Wasser aufnehmen und auch in Flüssigkeiten gesteuerte Dichte absinken, sofern die Zeitspanne ausreichend ist.
Eine exakte Trennung in Teilmengen unterschiedlicher Vitalität ist durch dieses Trennprinzip nicht möglich.
Die Wirkung der Bearbeitung auf Erhöhung der Keimfähigkeit und des Aufganges ist bei den Gemüseaatgutpartien allgemein unbefriegend.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zu entwickeln, welches es ermöglicht, Keimfähigkeit, Aufgang und Keimschnelligkeit zu verbessern, insbesondere bei geringen Keim- und Auflauftemperaturen. Die Prozesse der Vorquellung für praxisübliche Saatgutmengen sind so zu steuern, daß sie über eine längere Zeitspanne verlaufen und nach Abbruch der Behandlung das Aufplatzen bzw. Keimen der Samen verhindert wird. Das ist in Vorquellung in Wasser unter Zusatz von Tensiden möglich. Der Effekt der Saatgutbehandlung soll unter Einsatz von Tensiden verbessert und der Behandlungsprozeß besser gesteuert werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Durch die Erfindung kann durch Vorquellung in Wasser z.T. unter Zusatz von osmotisch wirksamen Tensiden, insbesondere von Äthylenoxidadukten von Phenolen, Fettalkoholen und Fettsäuren mit Molekulargewichten von 2-5000 einer Qualitätsverbesserung erreicht werden. Von diesen Stoffen wurde gefunden, daß sie keimstimulierende, langsame Quellung des Saatgutes bewirken, wobei Aufplatzen der Samen deutlich später als in Wasser erfolgt.
Nach Abwaschen der Flüssigkeit und Keimung in Wasser ergibt sich dadurch eine deutlich schnellere Keimung. Die Behandlung erfolgt in einer Konzentration von 20-60Og bzw. ml/l Behandlungswasser über 12 h bis 25 Tage im Temperaturbereich von +10C
bis+300C je nach Samenart. . '. r
Der Behandlungseffekt wird durch ständige Zufuhr von Sauerstoff oder Luft, verbunden mit weiteren keimstimulierenden Wachstumsregulatoren sowie Beiz- und Inkrustierungsmitteln, verstärkt.
Dadurch entstehen Schäume als Behandlungsmedien zur gesteuerten Vorquellung.
Nach Beendigung der Behandlung wird das Saatgut in Wasser gewaschen und entweder sofort ausgesät oder durch Rücktrocknung auf 10-25% Samenfeuchte oder in flacher Schicht bei Raumtemperaturen soweit zurückgetrocknet, daß es für Maschinenaussaat oder Lagerung geeignet ist.
Die Ergebnisse der Bearbeitung werden nachfolgend an Beispielen bei Kohlsaatgut in den Tabellen 1 und 2 dargestellt.
ZurTrennung in Teilmengen unterschiedlicher Vitalität wird die Fraktionierung durch Flüssigkeiten unterschiedlicher Dichte direkt anschließend an die Vorquellung genutzt, wobei danach die Rücktrocknung bis zur Rieselfähigkeit der Samen erfolgt. Die Einwirkung der Vorquellung auf die Größenstruktur des Saatgutes nach Kalibern in Abhängigkeit von der Vorquellzeit ist am Beispiel von 4 Kohlsaatgutpartien in Darstellung 1 dargelegt. Mit der Vorquellung ist eine stärkere Differenzierung vitaler und letaler Samen auf Grund der Samenkornmasse bzw. ihrer Masse und Dichte verbunden, die zur Erzielung eines besseren Effektes der üblichen Maschinenbearbeitung führt.
Dieser Effekt wird am Beispiel von Kohlsaatgut in Tabelle 3 dargelegt.
Tabelle 1:
Wirkung der Vorquellung in Tensiden bei Saatgut von Kopfkohlsorten auf Keimschnelligkeit und Keimfähigkeit bei verschiedenen Keimtemperaturen
Sorte Keimtem- · unbehandelt KF % Behandelt mit Tensiden 150 g/l KF %
peratur°C Wasser bei ständiger Luftzufuhr 78
KS % 60 48 h. 84 "
74 KS % 90
Dauerweiß 4 4 85 62 69
8 58 57- 79 76
20. 81 71 85 77
Kontiki 4 2 75 47 85
8 35 38 67 89
20 ' 63 87 67 90 .
Amarant 4 4 84 60 90
8 31 . 38 77 90
20 69 86. 80 92
Kardula 4 0 - 93 70
8 48 84
20 83 83
Tabelle 2:
Vorquellung in flacher Schicht ohne direkte Sauerstoffzufuhr bei 100gTensid/11 Wasser über 48h bei 22°C Keimtemperatur
Türkis 2. Tag KF % Sorte 2. Tag KF % Dauerrot 2. Tag KF %
Tensid KS % 58 Vertus 11 KS % 74
Arbeits- 1.Tag 68 75 KS % ' 9 . 36 1.Tag 71 83
Nr. - 4 60 78 1.Tag 19 34 5 75 82
unbehandelt 46 65 72 1 17 45 48 83 . 86
1 1 71 76 0 19 47 40 84 91
2 2 47 79 0 10 42 33 83 88
3 71 60 67 0 11 37 69 79 91
4 1 75 0 43 40 89
5 1 0 22
6 0
Tabelle 3:
Wirkung der Behandlung auf die Keimfähigkeit in % bei Kohlsaatgut
Keimfähigkeit der unbehandelten Kontrolle
Keimfähigkeit der Keimfähigkeit der
schweren Fraktion nach Wind- schweren Fraktion nach Windsicherbearbeitung der Sicherbearbeitung dervorgebearbeitung der normalen quollenen und rückgetrockneten Samen in % Samen
Maxilla 53
Amager 70
Dithmarscher 90
Früher
Amager 56
Amarant 71
Topas 54
Lena 63
Rike 69
57 64 74
61
57
66
68 83 94
88 84 77 83 82

Claims (1)

  1. Verfahren zurqualitätsfördernden Saatgutbehandlung(dadurch gekennzeichnet, daß die Sattgutmenge vor der Trennung in Teilmengen unterschiedlicher Vitalität einer Vorquellung bei +10C bis +35°C in Wasser sowie bei Zusatz von Tensiden, welches ständig von Sauerstoff oder Luft durchströmt wird, unterzogen werden. Von den Tensiden werden insbesondere Äthylenoxidadukten von Phenolen, Fettsäuren und Fettalkoholen mit einem Molekulargewicht von 2—5000 in einer Konzentration von 10-60Og oder ml/l Behandlungswasser bei einer Einsatzzeit von 12—25 Tagen verwendet. Anschließend erfolgt schonende Rücktrocknung auf 5-25% Samenfeuchte sowie Kolibrierung bzw. Fraktionierung auf *
    Saatgutaufbereitungsmaschinen zur Herstellung von Saatgut für Jungpflanzensätze mit einheitlich beginnendem Quell-und Keimungsprozeß.
    Verfahren,dadurch gekennzeichnet, daß die Trennung in Teilmengen unterschiedlicher Vitalität auch durch Fraktionierung in Flüssigkeiten unterschiedlicher Dichte erfolgt, und daß nach Abbruch der Behandlung sofortige Aussaat oder Rücktrocknung auf 5-25% Samenfeuchte durchgeführt wird.
DD28271785A 1985-11-11 1985-11-11 Verfahre zur qualitatsfoerdernden saatgurbehandlung DD242545A1 (de)

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