CH95433A - Verfahren zur Steuerung elektrischer Ströme durch Schallkräfte, welche auf eine ionisierte Gasentladungsstrecke einwirken. - Google Patents
Verfahren zur Steuerung elektrischer Ströme durch Schallkräfte, welche auf eine ionisierte Gasentladungsstrecke einwirken.Info
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Description
Verfahren zur Steuerung elektrischer Ströme durch Schallkräfte, welche auf eine ionisierte Gasentladungsstrecke einwirken. Die Steuerung elektrischer Ströme durch Schallkräfte kann ausser auf rein mechani schem Wege (Kohlenkörnermikr-ophone und dergl.) auch erfolgen, indem die Schalldruck schwankungen auf eine Lichtbogenentladung einwirken. (Lauschender Lichtbogen.) Obwohl letzteres Verfahren den Vorzug hat, dass kei nerlei mechanische Mittel (Membranen usw.) Anwendung finden, die durch diese Mittel stets verursachte Verzerrung der Schallkurven form daher ausgeschlossen ist, konnte dieses Verfahren keine praktische Anwendung fin den.
Denn erstens ist die Wechselstromkom- ponente, die durch die Steuerwirkung der Schallkräfte dem Gleichstrom des Lichtbogens, der erst oberhalb einer bestimmten Leistung selbständig bestehen bleibt, überlagert wird, ausserordentlich gering; zweitens besitzt eine selbständige Entladung in der freien Atmo sphäre, wie sie beispielsweise bei einem Kohle lichtbogen vorhanden ist, derartig Zisch- und Eigengeräusche, dass diese die ohnehin schon sehr schwachen Sprachströme überwuchern.
Die Ursache dieser Entladungsinkonstanz ist vorwiegend bedingt durch Verbrennungs- und Zerstäubungsvorgänge an der Kathode; der grosse Leistungsverbrauch einer Lichtbogen entladung erklärt sich durch die aus Grün den der Ionisation erforderliche hohe Erwär mung der Kathode, die bei einer selbständigen Entladung durch den von der Kathode zur Anode fliessenden Strom bewirkt werden muss.
Durch die Erfindung sind diese Nachteile beseitigt. Ihr Kennzeichen besteht darin, dass die Ionisierung der Kathode und der Ent ladungsstrecke nicht durch die Energie des Entladungs- bezw. Anodenstromes erfolgt (selbständige Entladung), sondern durch be sonders zusätzliche, vom Anodenstrom bezw. der Anodenspannung unabhängige Ionisie- rungsmittel (unselbständige Entladung). Als solche Ionisatoren können hohe Temperaturen, Röntgen-, Bequerel- und kurzweilige Licht strahlen, chemische Prozesse und dergleichen Anwendung finden.
Aus praktischen Gründen kann vorteilhaft eine elektrisch geheizte Me- tallkathode benutzt werden, deren Oberfläche mit Stoffen präpariert ist, die die Ionisation stark fördern.
Die -Vorteile einer- unselbständigen Ent ladung für Schallaufnahmezwecke bestehen darin, dass der Entladungsstrom im Ruhezu stand des Schallaufnahmemittels vollkommen li:ontinuierlich ist. Ein hochempfindliches Be obachtungsinstrument im Anodenstrom zeigt keinerlei Stromschwankungen. Erst wenn die Steuerstelle akustisch beeinflusst wird, ändert sie, und zwar genau entsprechend den Schall druckschwankungen, ihren Widerstand.
Diese Widerstands- bezw. Stromschwankungen ste hen, was für den Wirkungsgrad des neuen Verfahrens wesentlich ist, in einem günsti geren prozentualen Verhältnis zum mittleren Widerstand bezw. mittleren Strom, als dies bei einer selbständigen Entladung der Fall ist.
Diejenige Ausführung des Erfindungsgegen standes, bei der die Schallwellen unmittelbar in die Entladungsstrecke gelangen und dort wirksam sind, gewährleisten völlig original treue, reine und unverzerrte Sprachströme, da alle schwingenden mechanischen Zwischen glieder fortfallen. Es sind aber auch Ausfüh rungsformen möglich, bei denen zum Beispiel die Widerstandsänderungen der IoniQations- strecke von Änderungen des Elektrodenab- standes abhängen, wobei dann mechanische Zwischenglieder und dergleichen notwendig sind.
Schliesslich kann auch der Ionisations- grad der Entladungsstrecke im akustischen Rhythmus variiert werden, indem man ver schieden stark ionisiertes Gas beispielsweise unter Benutzung einer Membrankapsel in die Entladungsstrecke gelangen lässt. Durch Ver wendung leicht ionisierbarer Gase, von Elek- trodenform, die die Feldverteilung günstig beeinflussen, genügend grosser Anodenspan nungen kann man den Effekt steigern.
Besonders geeignet ist die Erfindung dort, wo die Qualität der übertragenden Schall schwingungen eine grosse Rolle spielt. Ebenso eignet sich die Anordnung wegen ihres ge wöhnlich hohen inneren Widerstandes sehr gut zur Steuerung von Vakuumverstärkeran- ordnungen. Dies trifft besonders zu, wenn aus Gründen der Sprachdeutlichkeit die Verwen dung von Niederfrequenztransformatoren schäd lich ist.
In den Figuren sind zwei Ausführungs formen der Erfindung, wobei Glühkathoden benutzt werden, dargestellt, und zwar veran schaulicht Fig. 1 eine Ausführungsform, bei der die Schallwellen direkt den Entladungs strom ohne mechanische Zwischenglieder be einflussen; Fig. 2 dagegen zeigt eine Aus führungsform, bei der der Schall erst ein mechanisches Schwingungsgebilde betätigt.
In Fig. 1 treten die Schallwellen in der Richtung des Pfeiles in den Trichter-t- ein, der in einer flachen Düse endigt. Diese Düse stellt gleichzeitig die Anode ca dar. Sie be findet sich in geringem Abstand von der Ka thode 1c. Die Kathode kann durch die Reiz batterie b erhitzt werden.
An lc und<I>a</I> liegt über einen Nutzwiderstand 2v, dargestellt zum Beispiel durch ein Telephon oder einen Kupp lungswiderstand für Verstärkerröhren, eine hohe Anodenspannung, geliefert von der Bat terie bz,. Erhitzt man die Kathode, so ioni siert sie den Raum zwischen a und<I>k,</I> und es fliesst über die Entladungsstrecke ein Strom, der ausser vom Ionisationsgrad, der Anoden spannung und Anodenform auch vom Druck und der Gas- bezw. Schallbewegung abhängig ist und dem momentane Änderungen den Sohalldruckschwankungen genau entsprechen.
Bei der Anordnung nach Fig. 2 ist der elektrische Vorgang ähnlich. Es gelten auch die gleichen Bezugszeichen. Nur wirkt der bei t eintretende Schall, wie angedeutet, erst auf die Membran m ein und versetzt sie in Schwingung. Die mit ihr mechanisch verbun dene Anode a bewegt sich mehr oder weni ger an die Kathode k heran und ändert da mit ebenfalls im akustischen Rhythmus den Anodenstrom.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Steuerung elektrischer Ströme durch Schallkräfte; welche auf eine ionisierte Gasentladungsstrecke einwirken, dadurch ge kennzeichnet, dass die Ionisierung der Gas entladungsstrecke durch unselbständige, durch zusätzliche, vom Anodenstrom bezw. von der Anodenspannung unabhängige IonisierLings- mittel erzeugte Entladung erfolgt. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Ionisierungsmittel glühende Ogydkathoden sind. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als leitendes Gas Luft von Atmosphärendruck benutzt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalldruckschwan- kungen unmittelbar ohne Benutzung me- chanischer Schwingungsgebilde die elektri schen Bedingungen der Entladungsstrecke rhythmisch beeinflussen. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch .gekennzeichnet, dass die Schalldruckschwan- kungen auf mechanische Schwingungsge bilde einwirken und diese die elektrischen Bedingungen der Entladungsstrecke rhyth misch beeinflussen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE95433X | 1919-08-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH95433A true CH95433A (de) | 1922-07-01 |
Family
ID=5645479
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH95433D CH95433A (de) | 1919-08-02 | 1921-03-09 | Verfahren zur Steuerung elektrischer Ströme durch Schallkräfte, welche auf eine ionisierte Gasentladungsstrecke einwirken. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH95433A (de) |
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1921
- 1921-03-09 CH CH95433D patent/CH95433A/de unknown
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