Lichtsignaleinrichtung. Bekanntlich werden fahrenden Zügen Befehle und Instruktionen am Tag mittelst Sermaphorarmen und -scheiben und nachts mittelst farbiger Lichtsignale übermittelt. wobei jede Sbellung des Armes und jede Farbe des Lichtsignals oder der Scheiben ihre besondere Bedeutung, wie ,Halt", ,,Vorsicht", ,,Durchfahrt offen", hat. Diese Zweispurigkeit im Signalgeben bedingt zwei Signalapparate für jedes von einer Stelle aus zu gebende Signal, und muss sich der Lokomotivführer die Bedeutung je der Armstellung und jeder Farbe klar ma chen. Trotz verbesserter Konstruktion sind Seinaphore nicht einwandfrei, da ihre be weglichen Teile Störungen unterworfen sind.
Die Anwendung verschiedener Far ben zum Signalgeben ist in dem Sinne zu beanstanden, dass gewisse Lichtstrahlen ab sorbiert werden und daher die Lichtinten sität reduziert wird.
Bei der den Gegenstand der vorliegen den Erfindung bildenden Lichtsignalein richtung sind nun eben genannte Nach- teile vermieden. Zu diesem 'Zweck besitzt diese Einrichtung mehrere, lichtaussen- dende Flächen, welche in einer dem zu gebenden Signal entsprechenden Reihe an- geordnet sind, Mittel zum Beleuchten dieser Flächen und Mittel zur Änderung d er' Be leuchtung für Nacht- 'und Tagsignalisie rung.
Bei richtiger Abstimmung der Seleuch- tung der lichtaussendenden Flächen-- er# blickt das Auge eine, längliche, beleuchtete Fläche, welche je nach der Anordnuhg-und Funktion der Lichter,<B>d.</B> h.<B>je</B> nach dem zil gebeilden Signal horizontal, vertikal oder geneigt ist.
Bei genügender Stärke der Lichiquellen kann das Signal 'auf einem zweckmässig angewendeten, passenden.Hin- tergrund selbst bei vollem Tageslicht auf grosse Distanz gelesen. werden. Dp-. jedoch die für Tagsignale erforderliche Lichtstärke, für die Nachtsignale zu stark wäre<B>-</B>und<B>.</B> statt längliche<B>'</B> Lichtflächensignale elli#- tische oder kreisförmige Lichtflächensigna16 ergäbe, sind, wie oben erwähnt,
Mittel zur Reduktion der Beleuchtungsintensität der verschiedenen lichtaussendenden Flächen für die Nachtsignale vorgesehen.
Die Zeichnung veranschaulicht beispiels weise Ausführungsformen des Erfin dungs- gegenstandes.
Fig. 1 und 2 sind Aufriss zweiet Ausfüh rungsform ' en von Linsenhaltern; Fig. 3 ist ein vergrösserter Schnitt nach der Linie x-x (Fig. i); Fig. 4 zeigt' das Leitungs schema, und Fig. 5 zeigt eine Lampe mit Halter, wobei die Teile<B>,</B> zwecks deutlicher Darstellung einzeln gezeichnet sind.
A (Fig. 1) bezeichnet einen in Forrn einer annähernd runden Platte ausgeführ ten Halter, in welchem eine vertikale, eine horizontale und eine geneigte Reihe licht aussendender Flächen 1, ia in Form von Linsen vorgesehen sind. Die wagrechte Reihe dieser Flächen entspricht dem Halt signal, ' die vertikale dem Durchfahrts signal und' die schiefe dem Warnsignal. Alle drei Reihen Flächen 1 schneiden. sich in der zweitäusserstern Linse 1a, welche so mitallen Reihen gemeinsam ist. Hinter jeder Linse ist eine elektrische Lampe<B>5</B> angeordnet und sind die Lampen in den verschiedenen Reihen so geschaltet, dass jede Linsenreihe durch einen gewöhnlichen Streckenstromkreis beherrscht und so das gewünschte Lichtsignal abgegeben weMen hann.
Die Lam pen 5 sind in einem den Linsenreihen angepassten Gehäuse b (Fig. i punktiert und Fig. 3) eingeschlossen, wo durch äie 'Lampen gegen äussere Einflüsse und die Linse gegen' den Einfall anderer Lichtstrahlen als jener der Lampen 5 ge schützt sind. Das Gehäuse b ist auf der Rückseite der Halterplatte A bef estigt. Vor jedet Linse, 1, la ist ein Schutzglas 3 an der Haltqrplatte befestigt. Letztere besitzt einen schwarzen Anstrich, welcher für das Licht signal einen dunkeln Hintergrund bildet.
Jede Linse 1 ist nach dem Invertsystem gebaut und besitzt auf der Vorderfläche eine Reihe von Zonen ' Diese Zonen sind im horizontalen Mittelcshnitt, und im oberen Treil nach Kurven mit kleizieren Ra- di6n geformt, als im unteren Teil, woraus sich eine Streuung vom unteren Linsen teil nach unten ergibt. Eine Streuung nach unten ist natürlich notwendig, damit die von den Linsen ausgeworfenen Lichtstrahe- len nicht nur in einer Distanz von der Signalstation, sondern direkt unter ihr sichtbar sind Zum gleichen Zweckeist ein sphärischer Reflektor 4 über der Lichtquelle angeordnet.
Derselbe ist so berechnet und angeordnet, dass die von ihm reflektierten Strahlen beim Passieren der Linse in einem Winkel zur Horizontalen abwärts gelenkt werden, wobei der Winkel zweckmässig möglichst gross ist.
Die Streuung, nach oben ist praktisch null. Die Seitenstreuung ist ungefähr 5 auf jeder Seite der optischen Hauptaxe der Linse, die Streuung abwärts der von der Lichtquelle direkt auf die hintere Fläche der Linse, fallenden Lichtstrahlen ist zirka 17 , während, das vom Reflektor reflek- fierte Licht in solcher Richturng die Linse passiert, dass es in einem Winkel von 17 bis 46 zur optischen Hauptax6 der Linse abwärts geworfen wird, wodurch der Lo komotivführer Signale dichf unter der Signalstation ablesen kann.
Die Lichtquelle ist eine elektrische Glüh lampe mit spiralförmigem Faden 5a, wel cher für' eine gegebene Länge i5ben maxi malen Lichtelfekt ergibt und welcher zweckmässig horizontal angeordnet ist, so dass. eine Streuung, welche von. 'nicht auf den Hauiptbrennpunkt der Linse lokalisier- Aem Licht herrühren könnte, Aine horizoxn- tale Streuung sein wird;
-Sofern die Ver- bältnisse für eine, a15sichtliche vertikale Streuung_ eine<B>.</B> kleine Vertikäleinstellung der Lampe erfordern.. ist, eine.. vertikal ein stellbare Lampenhaltevorrichtung #nach Fig. 5-.-vorteilhaft.-D.är Lampensockel<B>6</B> be sitzt diametral & Stifte<B>7,</B> welche zum -Ein tritt in V*.ertikäle Schlitze<B>8</B> einer Feder hülse 9.bestimnit sind. In dieser Hülse kann die.
Lampe 'vertikal eingestellt werden.. bis die gewünschte Ei)tfernung zwischen dem Faden der Lampe.und von der Aussenseite der Hülse 9 vorspringenden Stift 10 Ar- reicht ist. Alsdann wird die Hülse 9 samt der darin befindlichen Lampe in den orts festen, mit einem Bajonnetschlitz 1ia ver- sehenen Sockel li eingesetzt und' die Hülse 9 fest auf den Lampensockel gepresst, womit die Lampe in ihrer Lage festgestellt ist. Hierdurch können Unregelmässigkeiten in der Lage der Glühfäden korrigiert wer den. Für das Deckglas 3 wird zweckmässig gelbes ,,Noglare"-Glas gewählt.
Dieses Glas absorbiert die blauen und violetten Licht strahlen und eignet sich vorteilhaft für Si gnalzwecke, indem es die Richtung der Lichtstrahlen nicht beeinflusst und die In tensität derselben nicht wesentlich vermin dert.
In der Praxis hat sich ergeben, dass mit Semaphorlinsen von 12,7 cm Durchmesser, mit einer ,,Noglare"-Deckscheibe von 6,35mw. Dicke, mit Lampen von drei Kerzenstärken und mit vier solchen Lichtern in einer Reihe mit einem Lampenabstand von 45,72 cm von Mitte zu Mitte, gut sichtbare Tagessignale abgegeben werden können, während für Nachtsignale die Kerzenstärke für jede Lampe nur ca. 1/4 ist. Würden die Lampen bei Nacht mit der Kerzenstärke für Tagessignale brennen, so würde bei Nacht ein runder Lichthof sichtbar sein, während bei wie oben reduzierter Kerzenstärke ein Lichtfeld in Form eines Armes entsteht.
Sämtliche Lampen einer Signaleinrich tung sind auf ihrer einen Seite mit einem gemeinsamen Leiter 12 (Fig. 4t) verbunden, während die Lampen jeder Reihe mit Aus nahme der gemeinsamen Lampe auf ihrer entgegengesetzten Seite mit gesonderten Leitern 13a, 13b und 13c verbunden sind und an die andere Klemme der gemein samen Lampe eine Sonderleitung iad an- geseblossen ist. Die Leiter 13a, 13b und 13e sind mittelst Umschaltern 15 und 16 mit der einen Klemme einer Stromquelle mit variabler Spannung verbunden, während der Leiter 13d der gemeinsamen Lampe direkt mit der genannten Klemme verbun den ist.
Von der Strämquelle fliesst der Strom durch den Leiter 13d, den jeweils eingeschalteten Leiter 13at bezw. 13b oder 13e, durch die Lampen der eingeschalteten Reihe und durch den gemeinsamen Leiter 12 zur Batterie zurück. Die Umschalter 15 und 16 können von einem Stellwerk aus mechanisch betätigt oder, wie dargestellt, Relaiskontakte ausgeführt sein, welche von einem Stromkreis 21 beherrscht werden, der seinerseits unter Kontrolle von Strek- kenstrom kreisen steht. Der Stromkreis 21 wird von in verschiedenen Streckenblöcken eingesetzten Streckenmagneten 21a und 21d beherrscht und eMli ' ält den Magnet 21c des Umschalters 15. Der Umschalter 16 wird durch den Streckenmagnet Z1a beherrscht. Diese Relais sind im S ignalbauwesen be kannt und bedürfen daher keiner näheren Beschreibung.
Der Hauptlichtstromkreis, d. h. der Strom kreis, mit dem die Leiter 12, 13a, 13b, 13e und 13d verbunden sind, kann mit Strömen von verschiedener Spannung versorgt wer den, um die für Tages- und Nachtsignale erforderlichen Unterschiede in der Licht intensität hervorzubringen, und ist es ein leuchtend, dass die Lampen einer Mehrzahl von an verschiedenen Stellen der Strecke angeordneten Signalstationen von einer ge meinsamen Stro mquelle-mit variabler Span nung. aus versorgt werden'kön nen und die den Lampen der Signalstationen zugeführte Spannung gleichzeitig durch Veränderung der Spannung.der Quelle verändert werden kann.
Dies wird niittelst eines Relais .17 er reicht, welches in einem einen in den ge meinsamen Leiter 12 eingeschalteten Um- Schalter <B>18</B> beherrschenden Kontrollstrom- kreis 18 eingeschaltet ist und den Unischa-l- ter auf den einen oder andern Kontakt-20, 20a, wirft. Der e<B>'</B> ine dieser Kontakte ist mit dem, entgegengesetzten Pol der Batterie ill. und, der andere Kontakt mit<B>-</B> einem.
Zwi schenpunkt dieser Batterie verbunden. Auf diese Weise kann für Tagessignale. die volle Batteriespannung von 11 <B>-</B> Volt und<B>-</B> für Nachtsignale einer Teilspannung von<B>3</B> Volt -benutzt werden. Der Umschalter<B>19</B> kärin, wie erwähnt, durch den über eine beträcht liche Geleisestrecke erstreckbaren Strom kreis i8 beherrscht werden, er kann aber auch für jede Signalstätion vorgesehen und von einer Zentralstation oder bei jeder Si gnalstation durch einen Signalwärter oder sonstwiei betätigt werden, wenn die Span nung umgesteuert werden soll. ' Statt einer Batterie kann auch eine andere variable Stromquelle angewendet werden.
Die Licht leitung für jede Signalstation kann auch mit einer rechts der Strecke laufenden Linie, welche nach Wunsch verschiedenen 'Spannungen unterworfen wird, verbunden werden.
Die' Anwendung einer gemeinsamen Lampe bei 1a ist darum vorteilhaft, weil eine solche Lampe konstant brennend ge halten werden kann und nicht bei jedem Signalwechsel ausgelöscht oder angezündet werden muss; sie bildet ein zusätzliches Li chtausstra lilmittel in jeder Lichterreihe, die zur Wirkung kommt. Dies ist ein Vor teil, indem so eine Reduktion der durch die stromkreiskontrollierenden, delikaten und dhirch übermässigen Strom leicht zerstör baren Relais zu beherrschenden Strom menge erreicht wird. Eine Haube 23 schützt jedes Deckglas 3 gegen das Tageslicht.
Fig. 2 zeigt einen drei sich kreuzenden Arme A' aufweisenden Linsenhalter, wo bei die Lampen des horizontalen Armes das Haltsignal, jene des vertikalen das Durch fahrtsignal und jene des schrägen Armes das Warnsignal geben.