Die Erfindung betrifft eine automatische Spulenwechselund -transportvorrichtung an mehrstelliger, mehretagiger Textilmaschine, welche in Längsrichtung der Maschine verschiebbar ist.
Textilmaschinen wie z.B. Zwirn-, Spul- oder Texturiermaschinen weisen eine Vielzahl einzelner Bearbeitungsstellen auf.
wobei die zugehörigen Aufwickelstellen nicht nur beidseitig der Maschine, sondern auch in Etagen übereinander angeordnet sein können. Es ist bekannt, jede Aufwickelstelle mit einem Spulenwechsler und mit einer stationären Ablagestelle zu versehen, wobei die vollen Spulen entlang jeder Maschinenseite an der stationären Ablagevorrichtung eingesammelt und leere Hülsen einzeln von Hand eingelegt werden müssen, was einen relativ hohen Zeit- und Personalaufwand erfordert. Bekannt sind ferner Spulenwechsler, welche zwischen der Textilmaschine und einer stationären Spulenablagevorrichtung in Längsrichtung der Maschine verfahrbar angeordnet sind, so dass nicht jede Arbeitsstelle mit einer Wechselvorrichtung zu versehen ist.
Bei solchen verfahrbaren Wechselvorrichtungen ist nur eine begrenzte Anzahl leerer Hülsen vorhanden, die in der Regel nur für einen einzigen Wechselvorgang an der Maschine ausreicht. Ferner müssen auch in diesem Falle die vollen Spulen an der stationären Ablagevorrichtung von Hand eingesammelt werden. Die Vollautomatisierung des Spulenwechsels und -transports bei mit einer solchen Wechselvorrichtung versehenen Textilmaschinen ist schwer zu lösen und jedenfalls mit einem hohen technischen Aufwand verbunden. Dieser Aufwand zwingt aus Wirtschaftlichkeitsgründen dazu, eine solche verfahrbare Wechselvorrichtung für mehrere Maschinen einzusetzen, was eine bedeutende Komplizierung des betrieblichen Ablaufs mit sich bringt. Zudem wird das Bedienungspersonal durch die im Bedienungsgang befindliche Wech selvorrichtung oft behindert.
Die Erfindung bezweckt, die Nachteile der bekannten Vorrichtungen zu vermeiden und eine Spulenwechsel- und -transportvorrichtung zu schaffen, deren Bedienung von einer Stelle aus möglich ist, wo die vollen Spulen automatisch einfachen Transportmitteln übergeben werden können. Die erfindungsgemässe Vorrichtung zeichnet sich aus durch eine im Raume zwischen den beidseitigen Aufwickelstellen in Längsrichtung der Maschine verschiebbare Tragvorrichtung mit auf mindestens einer Etage angeordneter Vorrichtung für den beidseitigen Spulenwechsel.
Die Transportvorrichtung kann vorzugsweise auf drei bis fünf Etagen angeordnete Spulenwechselvorrichtungen aufweisen, je nach der Art und Grösse der Textilmaschine, für welche die Vorrichtung angewandt wird. Es ist aber auch möglich, die Vorrichtung nur auf zwei Etagen oder auf mehr als fünf Etagen mit Spulenwechselvorrichtungen zu versehen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand der Figuren der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine rein schematische Vorderansicht einer mehretagigen Spulmaschine mit einer Spulenwechsel- u. -transportvorrichtung,
Fig. 2 einen quer zur Längsachse der Spulmaschine verlaufenden Schnitt durch eine Etage der Spulenwechsel- und -transportvorrichtung in Ausgangsstellung,
Fig. 3 und 4 denselben Schnitt wie in Fig. 2 bei verschiedenen Betriebsstellungen der Vorrichtung.
Fig. 1 zeigt eine Spulmaschine 1 mit auf beiden Seiten in vier Etagen übereinander angeordneten Aufwickelspulen 3, 3', 4,4', 5, 5' und 6, 6', auf welche von nicht dargestellten Fadenbehandlungsmaschinen, z.B. Texturiermaschinen, zugeführte Fäden aufgewickelt werden. Zwischen den Aufwickelspulen ist schematisch eine vieretagige Spulenwechsel- und -transportvorrichtung gemäss der Erfindung angedeutet, wobei mit 12 die Tragvorrichtung und mit 2,2', 2", 2"' die auf den verschiedenen Etagen befindlichen Spulenwechselvorrichtungen bezeichnet sind. Die Tragvorrichtung 12 ist mittels der Rollen 17, 17' auf der Schiene 19 geführt und wird längs der Schiene 19' mit Hilfe des mittels eines Elektromotors 30 angetriebenen Reibrads 21 verschoben.
In den Fig. 2-4 sind Aufwickelspulen 3, 3' und die Spulenwechselvorrichtung 2 der untersten Etage in Einzelheiten dargestellt. Mit 7 ist ein Teil des Maschinenrahmens bezeichnet, an welchem die Halter 8, 8' der Aufwickelspulen 3, 3' schwenkbar befestigt sind. Die pneumatischen Betätigungsorgane 24, 24' dienen zum öffnen und Schliessen der Spulenhalter 8, 8'. 10, 10' sind die Antriebszylinder der Spulen 3, 3'.
Mit 13 ist ein Teil der Tragvorrichtung 12 bezeichnet, an welchem die Abrollschienen 14, 14' mit den aufklappbaren Endteilen 14a, 14a', die Abrollschienen 15, 15' sowie die Hülsenheber 16, 16' mit den Leerhülsen 26, 26' schwenkbar befestigt sind.
Die Spulenwechsel- und -transportvorrichtung ist so programmiert, dass sie im Takt arbeitet, d.h. in bestimmten Zeitintervallen sämtliche Spulen der Maschine wechselt.
In der in Fig. 2 dargestellten Ausgangsstellung der Spulenwechsel- und -transportvorrichtung wird die Tragvorrichtung 12 längs der Spulmaschine 1 vom einen Ende derselben zum anderen Ende verschoben, hält bei der ersten Wickelstelle an und wird mit Hilfe des Arretierbolzens 22 an der Schiene 19 befestigt. Danach werden mittels nicht dargestellter pneumatischer Mittel an sämtlichen Spulenwechslern 2, 2', 2", 2"' die Abrollschienen 14, 14' und 15, 15' ausgeschwenkt, die zusammen mit den feststehenden Schienenteilen 23,23' kontinuierliche Abrollstrecken für die zu entfernenden vollen Spulen 3, 4, 5, 6 bilden. Nun wird mittels des pneumatischen Betätigungsorgans 24 der Spulenhalter 8 geöffnet, wobei die volle Spule 3 sich löst und in die Mitte rollt. Der zulaufende Faden 28 wird weiterhin auf die abrollende Spule aufgewickelt und aus dem Changierfadenführer 25 ausgefädelt.
Diese Betriebsstellung ist in Fig. 3 dargestellt.
Hierauf wird der Hülsenheber 16 mit einer Leerhülse 26 in die in Fig. 4 dargestellte Stellung geschwenkt, wobei gleichzeitig der Endteil 14a der Schiene 14 nach oben geklappt wird.
Sodann wird die Leerhülse 26 in den Spulenhalter 8 eingelegt und in üblicher Weise festgeklemmt, worauf der Spulenhalter 8 nach oben geschwenkt und die Leerspule 26 mittels der Feder 27 von unten an den Antriebszylinder 10 gepresst wird.
Der Faden 28 wird nun durch die Leerhülse 26 übernommen, wobei in bekannter Weise eine Fadenreserve gebildet und der Faden abgerissen wird. Damit ist der Wechsel der Spulen 3, 4, 5, 6 abgeschlossen und die Abrollschienen 14, 14', 15, 15', der Hülsenheber 16 sowie das Betätigungsorgan 24 in die Ausgangslage zurückgeschwenkt, wobei die volle Spule 3 auf die Tragfläche 11 abgelegt wird. Auf der letzteren sind Abstützkeile 29, 29' angebracht, welche ein seitliches Wegrollen der vollen Spule 3 verhindern. Danach wird die Arretierung 22 gelöst und die Tragvorrichtung 12 mittels des Antriebs 21 an das eine Maschinenende befördert, wo die vollen Spulen eingesammelt und Leerhülsen in die Hülsenheber 16 eingelegt werden.
In gleicher Weise erfolgt nun der Wechsel der Spulen 3', 4', 5', 6' und danach der übrigen Spulen der Maschine.
Die beschriebene Vorrichtung hat die folgenden Vorteile:
Der Platzbedarf ist relativ gering und die Bedienungsgänge zwischen den benachbarten Maschinen sind völlig frei. Die Bedienung kann von einem oder beiden Maschinenende aus erfolgen. Die Spulenabnahme erfolgt von aussen nach innen, so dass der Lauf der aufzuwickelnden Fäden nicht gestört wird.
Dadurch, dass die Spulen von unten an die Antriebszylinder gepresst werden, ergibt sich ferner die richtige Abrolldrehrichtung der Spulen,