Die vorliegende Erfindung betrifft eine Präsenzzeit Kontrollvorrichtung für eine Mehrzahl von Personen, mit einer Mehrzahl von Kontrollkarten. von denen jede einer bestimmten Person zugeordnet ist. einem ersten Kartenhalter für die Kontrollkarten der abwesenden Personen, einer Stempeluhr, und einem zweiten Kartenhalter für die Kontrollkarten der anwesenden Personen, wobei mindestens dieser zweite Kartenhalter Ablegefächer aufweist und jede Kontrollkarte einem bestimmten Ablegefach zugeordnet ist.
Präsenzzeit-Kontrollgeräte wurden ursprünglich verwendet, um die verrechenbare Arbeitszeit in Betrieben mit viel Personal oder weit auseinanderliegenden Arbeitsplätzen zu ermitteln, und werden neuerdings ausserdem verwendet, um den Angestellten in Betrieben mit gleitender Arbeitszeit oder ähnlich geregelten Arbeitszeiten die Selbstkontrolle der monatlichen Präsenzzeit zu ermöglichen.
Bei der einfachsten Ausführungsform der Kontrollvorrichtung werden die Tageszeiten bei Arbeitsbeginn und bei Arbeitsende auf die persönliche Kontrollkarte aufgestempelt.
Zur Bestimmung der Präsenzzeit muss dann zuerst die Differenz zwischen den gestempelten Tageszeiten errechnet und danach müssen die errechneten Zeitdifferenzen aufsummiert werden. Diese einfachste Ausführungsform hat den Vorteil, dass jeder Karteninhaber die Richtigkeit der aufgestempelten Zeit prüfen und die Präsenzzeit selbst errechnen kann. Ausserdem kann die Kontrollkarte bei Unstimmigkeiten über die errechnete Präsenzzeit als Beleg angesehen werden. Die Nachteile dieser Ausführungsform sind die arbeitsintensive Auswertung der Kontrollkarten. um auf eine periodische Zeitsumme zu kommen.
Es sind darum Kontrollvorrichtungen entwickelt worden, die eine Vielzahl von Zeitzählern aufweisen, von denen jeder einem persönlichen Ausweis (Badge oder Schlüssel) zugeordnet ist. welche bei Arbeitsbeginn den Zähler in Betrieb setzen und bei Arbeitsschluss diesen wieder abschalten. Wie sich in der Praxis gezeigt hat. weisen auch diese Vorrichtungen, mit denen die Präsenzzeit vollautomatisch bestimmt und ausgewertet werden kann. wichtige Nachteile auf. Wohl kann der Mitarbeiter am Wochen- oder Monatsende den Zählerstand ablesen und so die Ist-Stunden mit den Soll-Stunden vergleichen. Der Nachteil dieses Systems besteht darin. dass die Zähler-Vorrichtung keinen Beleg über die einzelnen Präsenzzeiten. d.h. über die tatsächlichen Arbeitsbeginn- und Schlusszeiten liefert.
Das ist besonders nachteilig, wenn Abweichungen von der normalen Arbeitszeit. beispielsweise Überstunden oder Nachtarbeit, Unterbrechungen während der Blockzeit etc., berücksichtigt werden müssen.
Um diesen Nachteil zu vermeiden. wurde eine kombinierte Kontrollvorrichtung entwickelt. deren Stempeluhr mit einem mechanischen oder elektronischen Zähler zusammenwirkt.
Dazu weist jede Kontrollkarte eine mechanisch oder elektronisch lesbare Kodierung auf. und die Stempeluhr bzw. deren Trichter einen Kode-Leser. Beim Einstecken der Kontrollkarte in den Trichter der Stempeluhr wird dann nicht nur die Tageszeit auf die Karte aufgedruckt. sondern zugleich deren Kodierung ausgelesen und ein dem ausgelesenen Kode zugeordneter elektronischer bzw. mechanischer Zähler in Betrieh gesetzt oder ahgestellt. Mit dieser kombinierten Kontrollvorrichtung ist eine komplizierte und teure elektronisehe Auswerte-Anlage verbunden. Ausserdem sind beim Einbau einer solchen Anlage umfangreiche Installationsarbeiten erforderlich. Die Anlagen sind darum unverhältnismässig teuer. weshalb sie nur dann ökonomisch eingesetzt werden können. wenn die Präsenzzeit sehr vieler Personen überwacht werden soll.
Es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, die heschriebenen Nachteile zu beheben.
Die erfindungsgemässe Präsenzzeit-Kontrollvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass jede Kontrollkarte eine zur Identifizierung geeignete Kodierung und jedes Ablegefach im zweiten Kartenhalter eine auf eine vorgegebene Kodierung eingestellte Leseeinrichtung aufweist, die während der Zeitspanne, während der die die vorgegebene Kodierung aufweisende Kontrollkarte im bestimmten Ablegefach abgelegt ist, ein Zeitzählwerk einschaltet.
Die neue Vorrichtung ermöglicht zu jeder Zeit eine einfache, direkte Ablesung der aufsummierten Präsenzzeiten.
Die Verwendung von Kontrollkarten mit aufgestempelter Tageszeit erlaubt weiter die Aufschlüsselung der gesamten Präsenzzeit auf die einzelnen Arbeitstage und Tageszeiten, was insbesondere beim Nachweis von Überstunden, Nachtarbeit und, bei gleitender Arbeitszeit, für den Nachweis der Anwesenheit während der Blockstunden, wichtig ist. Der zum Aufbau der neuen Vorrichtung erforderliche technische Aufwand entspricht in einer gewissen Relation etwa der Anzahl der zu bearbeitenden Kontrollkarten, bzw. der zu erfassenden Personen oder der Anzahl Zähler. Aus diesem Grunde können Anlagen, die zur Präsenzzeit- oder Gleitzeitkontrolle weniger Personen vorgesehen sind, zu einem angemessenen Preis hergestellt werden.
Weiter kann die neue Vorrichtung relativ einfach ausgebaut werden, weil dazu keine Änderung an der Stempeluhr erforderlich ist, sondern nur die Anzahl der benötigten Ablegefächer im zweiten Kartenhalter vergrössert werden muss. Schliesslich ist es auch möglich, bestehende alte Kontrollvorrichtungen auszubauen, indem der alte zweite Kartenhalter und die bisher verwendeten Kontrollkarten durch einen erfindungsgemässen zweiten Kartenhalter und zugehörige Kontrollkarten ersetzt werden.
Die neue Kontrollvorrichtung kann neben den Präsenzbzw. Gleitzeiten auch zur Erfassung der Operationszeiten, d. h.
generell zur Auftragszeiterfassung dienen. In diesem Falle wird von der Stempeluhr eine Arbeiter- oder auftragsbezogene Stempelkarte bedruckt, die wie bei der Präsenzzeit/Gleitzeitkarte den entsprechenden Zähler in Funktion setzt. Auf diese Art kann auf Grund der verschiedenen Zeiten, die ein Arbeiter auf verschiedene Aufträge aufgewendet hat, seine Präsenzzeitoder die Totalzeit pro Auftrag auf einem Zähler kumuliert werden.
Die Zähleinheiten sowohl bei der Präsenzzeit/Gleitzeit Verwendung wie auch jene bei den Auftragszeiten können sowohl als Total-Summenzähler ausgerüstet werden, oder aber als Einheiten, die lediglich die Plus- oder Minusabweichung von der Sollzeit kumulativ aufzeigen. Bei der Auftragszeiterfassung kann als Sollzeit die Vorgabezeit dienen.
Die Erfindung wird im folgenden mit Hilfe der Figuren an einem Ausführungsbeispiel erläutert.
Fig. 1 zeigt die Stempeluhr und die beiden Kontrollkartenhalter einer Ausführungsform der Kontrollvorrichtung.
Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der neuen Kontrollkarte.
Fig. 3 zeigt das Blockschema für eine bevorzugte Schaltung der Leseeinrichtung und des Zeitzählwerks.
Die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform der neuen Präsenzzeit-Kontrollvorrichtung enthält einen ersten Kartenhalter 10 für die Kontrollkarten der abwesenden Personen, eine Stem peluhr 11 und einen zweiten Kartenhalter 12 für die Kontroll karten der anwesenden Personen. In beiden Kartenhaltern sind bis zu 25 Ablegefächer vorgesehen, obwohl in der Figur einfacherweise nur acht gezeigt sind. Die Stempeluhr enthält bekannterweise einen Kartentrichter 18, in den die Kontroll karte eingeführt wird, um die von der Uhr 19 angezeigte Tageszeit aufzustempeln. Am zweiten Kartenhalter 12 ist neben jedem Ablegefach eine Signallampe angeordnet, und die
Anzeigeeinrichtung eines Zählwerks, sowie ein Rückstellwerk für die Anzeigeeinrichtung.
Der einfachen Darstellung wegen sind von den je achtfach gezeigten Bauelementen nur eins mit Bezugszeichen versehen, nämlich das Ablegefach 15 im ersten Kartenhalter 10 und das Ablegefach 16, die Signallampe 21, die Zähleranzeige 22 sowie das Rückstellwerk 23 im zweiten Kartenhalter 12.
Wie bereits weiter oben angegeben wurde, unterscheiden sich die verwendeten ersten Kartenhalter 10 für die Kontrollkarten der abwesenden Personen und die Stempeluhr 11 nicht von den bisher bekannten Karten haltern und Uhren, weshalb diese nicht näher beschrieben werden sollen.
In Fig. 2 ist eine für die neue Kontrollvorrichtung geeignete Kontrollkarte 30 gezeigt. Die Karte weist wie die bisher gebräuchlichen Karten ein Feld 31 auf, in das der Name des Karteninhabers in Klarschrift eingedruckt ist, sowie eine grössere Fläche 32, auf der die Zeiten für Arbeitsbeginn und -Ende aufgedruckt werden. An dem dem Namensfeld gegen überliegenden Ende der Karte ist eine Kodierleiste 33 angebracht. Jede Kontrollkarte weist eine andere Kodierung auf, und jede Kodierung ist einem Namen zugeordnet.
Es gibt viele für den vorgesehenen Zweck brauchbare Kodes und Mittel zur praktischen Ausbildung einer Kodierung.
Am einfachsten ist die Verwendung eines Kode, mit dem Dezimalzahlen binär dargestellt werden können. Je nach der erforderlichen Anzahl unterscheidbarer Zeichen kann beispielsweise der vierstellige BCD- oder der achtstellige EBCDI Kode verwendet werden. Das Kodieren der Karten kann durch Ausstanzen mechanisch abfühlbarer Felder, durch Ausdrucken optisch lesbarer Felder oder Magnetisieren einer aufgedruckten magnetisierbaren Leiste ausgeführt werden. Für verschiedene Zwecke brauchbare Kodes und Arten der Kodierung sind jedem Fachmann bekannt und können den speziellen Forderungen entsprechend ausgewählt werden.
Es versteht sich, dass die Kodierleiste nicht notwendigerweise an dem im Beispiel gezeigten Ende der Kontrollkarte angeordnet sein muss, sondern auch längs einer der Seitenflächen oder sogar längs dem oberen Ende der Karte angeordnet sein kann. Es versteht sich weiter, dass die Kodierung symmetrisch ausgelegt sein kann, um die Kodierung unabhängig von der Richtung, in der die Karte in den Leser eingesteckt wird, richtig abzulesen.
Fig. 3 zeigt das Blockschema einer Ausführungsform der jedem Ablegefach 16 im zweiten Kartenhalter 12 zugeordneten elektrischen Einrichtung. Diese enthält einen im Ablegefach eingebauten und durch das Einlegen einer Kontrollkarte betätigten Kontaktschalter 40, ein Kode-Lesegerät 41, einen Dekoder 42, einen elektronischen Schalter 43, einen Synchronmotor 44, ein Untersetzungsgetriebe 45, und ein Anzeigewerk 46. Weiter sind eine Signallampe 48 und ein Rückstellwerk 49 vorgesehen.
Wenn eine Kontrollkarte in ein Ablegefach 16 des zweiten Kartenhalters 12 eingesteckt wird. wird der mechanische Kontaktschalter 40 betätigt, der die gesamte Einrichtung einschaltet. Die Kode-Leseeinrichtung 41 liest dann die Kodierung auf der Karte und gibt diese Information an den Dekoder 42 weiter. Jeder Dekoder ist für eine bestimmte, dem zugehörigen Ablegefach zugeordnete Kodierung eingestellt.
Wenn die von der Kontrollkarte abgelesene Kodierung mit der im Dekoder voreingestellten Kodierung übereinstimmt, wird vom Dekoder ein Signal an den elektronischen Schalter 43 geleitet. Der Schalter 43 setzt dann den Synchronmotor 44 in Betrieb, der über das Untersetzungsgetriebe 45 das Anzeigewerk antreibt. Das Untersetzungsgetriebe ist so abgestuft, dass das Anzeigewerk die Zeit, während der der Motor läuft, in Stunden und Minuten anzeigt. Wenn die Kontrollkarte aus dem Ablegefach herausgenommen wird, und den mechanischen Kontaktschalter 4(3 freigibt, wird die gesamte Einrichtung wieder abgeschaltet.
Auf diese Weise wird das Anzeigewerk nur angetrieben, wenn die Kontrollkarte in das ihr zugeordnete Ablegefach eingesteckt ist, und die angezeigte Präsenzzeit entspricht der Summe der Zeitspannen, während denen die Karte im Fach eingesteckt war. Am Ende einer Kontrollperiode, beispielsweise am Ende jedes Monats, kann das Anzeigewerk mit Hilfe des Rückstellwerks 49 wieder auf Null gestellt werden. Um eine irrtümliche Rückstellung auszuschliessen, kann das Rückstellwerk nur mit Hilfe eines Schlüssels oder einer elektrischen Zentral-Nachstellung betätigt werden.
Wenn eine Kontrollkarte nicht in das zugeordnete Fach eingesteckt wurde, und die ausgelesene Kodierung nicht mit der vorgegebenen Kodierung im Dekoder übereinstimmt, oder wenn die Karte nachlässig eingesteckt wurde, so dass die Leseeinrichtung die Kodierung nicht oder nicht vollständig auslesen kann, so wird die Einrichtung nicht eingeschaltet.
Damit der Benutzer die richtige Funktion der Einrichtung prüfen kann, ist die Signallampe 48 vorgesehen, die erst aufleuchtet, wenn der Dekoder den elektronischen Schalter 41 einschaltet.
Die beschriebene Einrichtung kann mit handelsüblichen Halbleiter-Bauelementen aufgebaut werden. Auch der Synchronmotor mit Untersetzungsgetriebe und Anzeigewerk sind als Baugruppe handelsüblich, weshalb auf eine detaillierte Beschreibung der in Fig. 3 gezeigten Blocks ebenfalls verzichtet werden kann.
Es ist natürlich auch möglich, anstelle der beschriebenen elektronischen Einrichtung eine elektromechanische Einrichtung zum Lesen der Kodierung und zum Summieren der Präsenzzeit zu verwenden. Bei einer solchen mechanischen Einrichtung werden die einzelnen Schaltvorgänge mit mechanisch betätigten Mikroschaltern ausgeführt. Anstelle der beschriebenen Synchronmotoren, die vorzugsweise direkt an das Wechselstromnetz angeschlossen sind, können natürlich auch Gleichstrommotoren verwendet werden, was insbesondere von Vorteil ist, wenn die Vorrichtung für Batteriebetrieb vorgesehen ist, oder wenn die Vorrichtung bei Stromunterbruch mit einem Notstromaggregat weiterbetrieben werden soll.
Grössere Anlagen weisen vorzugsweise zur Zeitmessung anstelle vieler Synchronmotoren einen Impulsgenerator oder z. B. eine Hauptuhr auf, der bzw. die in vorgegebenen Zeitabständen, z. B. alle Minuten, einen Schaltimpuls liefert. Der Impulsgenerator oder die Hauptuhr ist mit allen elektronischen Schaltern 43 verbunden. Beim Einschalten leitet der Schalter 43 den Impuls direkt an das Anzeigewerk, das bei jedem Impuls um eine Minute weiterrückt. Mit dieser Anordnung können alle Synchronmotoren und Untersetzergetriebe eingespart werden.
Es ist auch möglich, den elektronischen Schalter 43 an eine Programmuhr 51 anzuschliessen. Die Programmuhr 51 kann dann beispielsweise so eingestellt werden, dass die Vorrichtung nur während der effektiven Präsenzzeit innerhalb der normalen Arbeitszeit oder während der Block- und Gleitzeit zählt.