Verfahren zur Herstellung eines elastischen Garns und nach dem Verfahren hergestelltes Garn
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines elastischen Garns, bei dem 97 bis 85 Gew.% wenigstens eines aus kurzen Fasern oder Stapelfasern bestehenden fadenförmigen Gebildes mit 3-15 Gew.% eines weiteren, in Form mindestens eines Polypivalolacton-Seelenfadens vorliegenden fadenförmigen Gebildes doubliert, dann verzwirnt und hitzefixiert wird, worauf man das erhaltene Garn entspannen lässt.
Aus den USA-Patentschriften Nrn. 3 299 171 und 3 038 295 ist ein Verfahren zur Herstellung eines elastischen Core-Spinngarnes bekanntgeworden, bei dem 97-85 Gew.% eines aus kurzen Fasern oder Stapelfasern bestehenden Vorgespinstes mit 3-15 Gew.% eines Polypivalolacton-Seelenfadens doubliert, dann versponnen und hitzefixiert wird, worauf man das erhaltene Core-Spinngarn entspannen lässt.
Bei den bekannten Core-Spinngarnen wird, wie schon erwähnt, der Seelenfaden mit einem Vorgespinst ummantelt. Zur Herstellung der bekannten Core-Spinngarne wird eine konventionelle Spinnmaschine benutzt.
Es handelt sich dabei um den üblichen Spinnvorgang, mit der Ausnahme, dass darauf geachtet wird, dass die Zugspannung des Seelenfadens stets aufrechterhalten wird. Das Vorgespinst durchläuft, wie es beim Spinnen üblich ist, ein Streckwerk, in welchem es auf den gewünschten Querschnitt gebracht wird. Unter der Wirkung der Streckkraft werden die Fasern des Vorgespinstes gegeneinander verschoben und der Querschnitt des Vorgespinstes verkleinert. Anschliessend wird das Vorgespinst mit der Seele versponnen bzw. die Seele mit dem Vorgespinst umsponnen.
Wenn solche Core-Spinngarne wiederholt gedehnt werden, erleidet ihr Ansehen Schaden, wobei eine Aufplusterung der Fasern entsteht. Dabei kann es stellenweise zu unerwünschten Blosslegungen des Seelenfadens kommen.
Überdies ist der Mantel infolge des schwachen Zusammenhalts seiner Fasern einer relativ hohen Abnutzung bzw. Verschleiss unterworfen. Er ist zu wenig widerstandsfähig.
Die Bruchgrenze sowie die Anzahl Wechselbelastungen bis zum Bruch solcher Core-Spinngarne ist bescheiden.
Die bei Core-Spinngarnen bestehende Neigung der Entstehung von blossgelegten Stellen des Seelenfadens bei Verarbeitung bzw. Belastungen ist beispielsweise beim Weben unerwünscht, da auf dem gewebten Stoff dann Noppen entstehen.
Core-Spinngarne müssen auf Spinnmaschinen hergestellt werden, so dass die Herstellung solcher Garne im wesentlichen auf grössere Betriebe, wie Spinnereien, beschränkt ist.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist, ein elastisches Garn zu schaffen, das nicht nur verbesserte elastische Eigenschaften hat, sondern widerstandsfester bezüglich einmaliger Belastung und Wechselbelastung ist.
Das gesetzte Ziel wird dadurch erreicht, dass man beim Verfahren der eingangs erwähnten Art als aus kurzen Fasern oder Stapelfasern bestehendes fadenförmiges Gebilde ein aus einem Vorgespinst gesponnenes Garn verwendet.
Das zur Erstellung des Mantels dienende Garn muss hier vor dem Doublieren nicht gestreckt werden, und es kann eine übliche Doublier- und Zwirnvorrichtung verwendet werden. Dies bietet im Gegensatz zum Bekannten. wo eine Spinnvorrichtung zur Verwendung kommt, den Vorteil dass auch kleinere Betriebe in die Lage versetzt werden, solche zusammengesetzten Garne herzustellen.
Die wesentlichen Vorteile des erfindungsgemäss hergestellten Garnes liegen jedoch in der unerwartet stark erhöhten Bruchfestigkeit bei einmaliger Belastung und Anzahl Wechselbelastungen bis zum Bruch. Die Erhö hung kann ein Mehrfaches der Werte bei bisherigen Core-Spinngarnen betragen.
Unerwartet ist hier ferner im Gegensatz zu den oben genannten Core-Spinngarnen die Güte und Stabilität der Umhüllung des Seelenfadens. Sie ist von durchgehend gleichbleibender, befriedigender Güte und sie behält auch beim Verarbeiten mit anderen Sorten unter Wechselbelastung ihre Güte, so dass mit erfindungsgemäss hergestellten elastischen Garnen beispielsweise die oben genannten Schwierigkeiten beim Verarbeiten, wie Weben, nicht auftreten.
Abgesehen davon, dass die bestehende Fachliteratur keine Anregung gab, wie die bekannten Verfahren zur Herstellung von verbesserten elastischen Garnen zu modifizieren sind, ist das erfindungsgemässe Verfahren durch Überwindung von erheblichen Bedenken der Fachleute entstanden.
Dann, wenn übliche Seelenfäden aus einem elastischen Material mit einem relativ kleinen Elastizitätsmodul mit einem gesponnenen Garn doubliert und verzwirnt werden, wird oft beobachtet, dass unmittelbar nach Bildung des zusammengesetzten Garnes dessen Seele und dessen Ummantelung ihre Lage in bezug aufeinander ändern, derart, dass der Seelenfaden, der durch die Ummantelung bedeckt sein sollte, gegebenenfalls in unerwünschter Weise stellenweise unbedeckt ist. Demzufolge sah man davon ab, Garne für die Ummantelung zu verwenden. Bei Verwendung von Vorgespinsten für die Ummantelung bestand diese Gefahr nicht.
Bei der vorliegenden Erfindung wird in Kombination mit dem die Ummantelung bildenden gesponnenen Garn ein Polypivalolactonfaden benutzt, und es hat sich nun überraschenderweise gezeigt, dass bei der erfindungsgemässen Kombination die oben erwähnte unerwünschte Lageverschiebung infolge der Eigenschaften des PPL-Fadens nicht eintritt. Ein solch günstiges Verhalten konnte nicht erwartet werden.
Im folgenden ist die Erfindung beispielsweise anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine vergrösserte Seitenansicht einer Zerreissprobe um das Spannungs-, Dehnungs-Diagramm eines doublierten Garnes näher zu erläutern,
Fig. 2 ein Spannungs-, Dehnungs-Diagramm dieser Zerreissprobe, zusammen mit dem Spannungs-, Dehnungs-Diagramm der Garnteile der Zerreissprobe gemäss Fig. 1,
Fig. 3A und 3B Hysterese-Kurven von Spannungsversuchen von Fäden aus Polypivalolacton und Polyurethan,
Fig. 4 eine vergrösserte Seitenansicht eines doublierten erfindungsgemäss hergestellten Garnes, wobei die elastische Komponente gespannt ist,
Fig. 4B eine vergrösserte Seitenansicht eines gezwirnen, doublierten, erfindungsgemäss hergestellten Fadens, der weiterhin unter Spannung steht,
Fig. 4C eine vergrösserte Seitenansicht des gezwirnten, doublierten Garnes gemäss Fig. 4B, das aber entspannt ist,
Fig.
5 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur erfindungsgemässen Herstellung des elastischen Garnes,
Fig. 6A eine vergrösserte Seitenansicht eines andern, erfindungsgemäss hergestellten Garnes, das entspannt ist, und
Fig. 6B eine vergrösserte Seitenansicht des elastischen Garnes gemäss Fig. 6A, das aber gespannt ist.
Bevor der Aufbau und die Spannungseigenschaften des vorliegenden elastischen Garnes erläutert werden, wird im folgenden zunächst auf einige grundlegende Gedanken eingegangen.
In den Fig. 1 und 2 ist eine Zerreissprobe 3 dargestellt. Sie besteht aus zwei verschiedenen Garnen 1 und 2. Die Spannungs-Dehnungs-Diagramme der einzelnen Garne 1 und 2 sind durch die Kurven a und b in Fig. 2 dargestellt, während das Dehnungsverhalten der Probe 3 unter Belastung aus der Kurve c gemäss Fig. 2 ermittelt werden kann. In den Spannungs Dehnungs-Diagrammen a, b und c ist theoretisch dargestellt, dass die Belastung der Probe 3 bei einer bestimmten Dehnung d gleich der Summe der Belastungen der Garne 1 und 2 bei derselben Dehnung d ist, so dass mit andern Worten gilt I3=l1+i2 wobei li die Belastung des Garnes 1 bei der Dehnung d, I die Belastung des Garnes 2 bei der Dehnung d und 13 die Belastung der Probe 3 bei der Dehnung d darstellt.
Die oben erwähnte Belastungscharakteristik c der Zerreissprobe 3 wird im folgenden kombinierte Belastungscharakteristik genannt. Die grundlegende Theorie der kombinierten Belastungscharakteristik wurde durch verschiedene Textilforscher ermittelt und aufgezeigt, so beispielsweise durch A. Aoki, der seine Resultate im Laufe seiner Forschungsarbeiten mit Versuchen von kombinierten Garnen und gewobenen Erzeugnissen erhielt. Seine Arbeiten wurden im Journal of the society of textile and cellulose industries Japan, Bd. 1, Nr. 7, 1944, S. 468 veröffentlicht. Gemäss seinen Forschungsarbeiten kann die kombinierte B elastungscharakteristik für textile Stoffe durch die Spannungs-Dehnungskurven der einzelnen Garnkomponenten anhand eines bestimmten, auf die betreffende Garustruktur bezogenen Faktors ermittelt werden.
Im Falle eines elastischen Garnes, das eine elastische, fadenartige Seele aus beispielsweise einem Gummigarn oder einem Faden aus Polyurethan und ein konventionell gesponnenes Garn aufweist, das die Garnseele umgibt, kann dieses leicht gestreckt werden, mit andern Worten, das elastische Garn weist eine ähnliche Spannungs-Dehnungs-Charaktenstik auf wie die elastische Garnseele in der ersten Stufe ihrer Dehnung, wobei sich diese Stufe bis über 50 % der Dehnung beläuft.
Aus der angeführten Grundlagentheorie der kombinierten Belastungscharakteristik ist ersichtlich, dass die Eigenschaft der leichten Streckbarkeit der konventionellen elastischen Garne in einem ersten Dehnungsbereich darauf zurückzuführen ist, dass der wirkungsmässige Anteil des konventionell gesponnenen Garnes an der kombinierten Belastungscharakteristik kleiner ist, weil die Ausbildung der Ummantelung der Garnseele spiralförmig gestaltet ist, und weil die Garnseele einen kleinen Elastizitätsmodul aufweist.
Deshalb wird im vorliegenden Fall die Struktur des vorliegenden, elastischen Garnes besonders berücksichtigt, um die Einwirkung auf die Spannungseigenschaften, die durch das Spannungs-Dehnungsdiagramm des Garnes veranschaulicht werden, zu verbessern. Eine ebenso grosse Bedeutung kommt der Auswahl der aus fadenförmigem elastischem Material bestehenden Garnkomponenten zu.
Um überlegene elastische Eigenschaften und einen entsprechenden Elastizitätsmodul des Garnes zu erhalten, wurden Polypivalolacton-Fäden verwendet, weil es möglich ist, diese sehr dünn herzustellen, was mit konventionellen fadenartigen Gebilden nicht möglich war. Ebenso wird damit der überlegene Elastizitätsmodul und die Zugfestigkeit des Polypivalolacton-Fadens nutzbar gemacht. Es ist bekannt, dass der Elastizitätsmodul von Polypivalolacton-Fäden näherungsweise zwanzigmal grösser ist als derjenige von Gummigarn und zehnmal grösser als derjenige von Polyurethan Fäden. Diese besonderen Spannungseigenschaften von Polypivalolacton-Fäden lassen sich anhand der Spannungs-Dehnungs-, sowie der Hysterese-Charakteristik gemäss Fig. 3A in Verbindung mit den entsprechenden Charakteristiken von Polyurethan-Fäden gemäss Fig. 3B ersehen.
Die Tabelle 1 zeigt weitere Angaben über die besonderen Spannungseigenschaften von Polypivalolacton Fäden im Vergleich mit Polyurethan-Fäden.
Tabelle I Fadenmaterial Polypivalolacton-Faden Polyurethan-Faden Zugfestigkeit (g/den) 3,07,0 0,81,5 Bruchdehnung (%) 50400 700¯1000 Elastizitätsmodul (g/den) 20¯40 1,5 2,5 Elastische 3% Dehnung 98 100 98¯100 Nachwirkung 5% Dehnung 96¯100 98100 (%) bei 50% Dehnung 9398 9598 Dehnung (in So) unter einer Belastung von 0,5 g/den 3¯5 250330 Dehnung (in %) unter einer Belastung von 1 g/den 20¯70 520¯700 Wärmebeständigkeit in <RTI
ID=3.19> 0 220 140 Spezifisches Gewicht 1,2 1,0¯1,3 Wassergehalt in % bei 200 C 65 RH 0,3 0,41,3
Anmerkung: Die Wärmebeständigkeit wurde aufgrund der Temperatur ermittelt, bei der der Faden seine elastischen Eigenschaften verliert.
Allgemein besteht das Verfahren zur Herstellung des elastischen Garnes darin, dass das zunächst gesponnene Garn mit geringer Zwirnung (beispielsweise mit 460 oder 520 T/m) von einem Vorgespinst oder einem Sliver gesponnen wird, das aus natürlichen Fasern oder aus künstlichen Stapelfasern besteht, dass das erste gesponnene Garn mit einer weiteren, fadenförmigen Komponente doubliert wird, die wenigstens aus einem Polypivalolacton-Monofil besteht, das in gestrecktem Zustand gehalten wird. Anschliessend wird das auf diese Weise doublierte Garn gezwirnt, während der Polypivalolacton-Faden gestreckt gehalten wird, um eine zusätzliche Zwirnung zu erhalten, so dass die gesamte Zwirnung derjenigen des konventionell gesponnenen Garnes entspricht. Das so hergestellte Garn schrumpft bezüglich seiner Länge, nachdem seine Spannung gelöst wurde.
Das Aussehen des doublierten Garnes, des Garnes, das im doublierten Zustand zusätzlich gezwirnt wurde, sowie das Aussehen des zusätzlich gezwirnten Garnes ist in den Fig. 4A bis 4C dargestellt.
In Fig. 5 ist das Herstellungsverfahren dieses Garnes näher erläutert. Ein gesponnenes, schwach gezwirntes Garn 4 wird von einer Spule 5 geliefert, während ein Polypivalolacton-Faden 6 von einer Spule 7 zugeführt wird. Der Polypivalolacton-Faden 6 wird an eine Spannungsvorrichtung 9 geliefert, nachdem er über eine Führungsrolle 8 lief. Der gestreckte Polypivalolacton-Faden gelangt anschliessend auf eine Zuführrolle 12, nachdem er eine Garnführung 11 passiert hat. Das gesponnene Garn 4 gelangt ebenfalls auf die Zuführrolle 12, nachdem es die Garnführung 11 passiert hat.
Dadurch werden das gesponnene Garn sowie der Polypivalolacton-Faden 6 bei der Garnführung 11 doubliert und so auf die Zuführrolle 12 gebracht. Das doublierte Garn 13, das von der Zuführrolle 12 abgegeben wird, gelangt zu einem Paar von Eingangswalzen einer Ringzwirnmaschine, wo es durch ein Zwirnorgan 17 die zusätzliche Zwirnung erhält. Das Endprodukt 15 wird auf eine Spule 16 aufgebracht. Im Zusammenhang mit diesem Verfahren sind das doublierte Garn 13 und das Endprodukt 15 in den Fig. 4A bzw. 4B veranschaulicht. Das Aussehen des von der Spule 16 stammenden Garnes in entspanntem Zustand ist aus Fig. 4C ersichtlich, wo der gestreckte Polypivalolacton-Faden in seinem normalen Zustand schrumpft.
Gemäss Fig. 4C weist dieses Garn eine besondere Struktur auf. Es ist vom gesponnenen Garn 4 bedeckt, das den Polypivalolacton-Faden umgibt. Wenn deshalb das in Fig. 4C dargestellte Garn gestreckt wird, so übernimmt der Polypivalolacton-Faden 6 die Belastung, die im ersten Stadium der Spannung auf das Garn aufgebracht wird, bis das gesponnene Garn 4 in den Zustand gemäss Fig. 4B gelangt. Die Spannungs-Dehnungscharakteristik des so hergestellten Garnes kann mit anderen Worten im genannten Bereich mit der jenigen des Fadens 6 verglichen werden. Dennoch ist auf jeden Fall eine zusätzliche Kraft verlangt, um das gesponnene Garn 4 aus dem Spannungszustand gemäss Fig. 4C in denjenigen gemäss Fig. 4B zu bringen, wenn diese Kraft auch recht klein ist. Der Betrag dieser zusätzlichen Kraft hängt von der Struktur des Garnes ab.
Wie schon erwähnt wurde, hat das auf eine Spule gewickelte Garn eine bedeutende Schrumpfeigenschaft, bevor es entspannt wird, und das gesponnene Garn bedeckt den Polypivalolacton-Faden, wenn das Garn entspannt wird. Gleichwohl wird bevorzugterweise doubliertes und gezwirntes Garn hergestellt, um Unannehmlichkeiten, wie Knäuelbildungen des gesponnenen Garnes, zu verhindern, wenn das Garn entspannt wird.
Die Tabelle 2 zeigt einige Kennzahlen des Spannungs-Dehnungs-Diagrammes eines elastischen Garnes aus 2/30 s Kammgarn und einer bestimmten Zahl von Polypivalolacton-Multifilen. Die Dicke der einzelnen Multifilen betrug 20 D/13 F. Die Herstellung dieses Garnes erfolgte auf einer Vorrichtung gemäss Fig. 5 unter einer Dehnung des Polypivalolacton-Multifils von 50%.
Tabelle 2
Belastung (in g)
Zahl der Multifile Gewichtsprozent des Dehnung aus Polypivalolacton Polypivalolacton-Fadens 20 % 40 % 60 %
2 3,3 55 82 95
4 6,7 150 197 250
8 13,3 310 420 520
10 16,7 410 525 690
Fig. 6a zeigt ein typisches elastisches Garn, wie es für die Versuche gemäss der Tabelle 2 verwendet wurde.
Wie in der Zeichnung dargestellt ist, ist das elastische Garn annähernd durch das Kammgarn 18 gedeckt und der Polypivalolacton-Faden 19 bildet die Seele des betreffenden Garnes. Wenn das Garn gemäss Fig. 6A gestreckt wird, so wird es gemäss Fig. 6B verformt. Das Spannungs-Dehnungsdiagramm des elastischen Kammgarn es entspricht näherungsweise demjenigen des Polypivalolacton-Fadens 19 im ersten Spannungsbereich, bis das Garn in den Spannungszustand gemäss Fig. 6B gelangt. Die für eine bestimmte Garndehnung notwendige Kraft verhält sich dabei nicht linear zum prozentualen Gewichtsanteil des Polypivalolacton-Fadens im Garn, so dass mit anderen Worten die zusätzliche, für eine Dehnung des Garnes über die Belastung des Polypivalolacton-Fadens hinaus notwendige Kraft gemäss dem Ansteigen des prozentualen Gewichtsanteiles des Polypivalolacton-Fadens grösser ist.
Diese Erscheinung wird bemerkbar, wenn der prozentuale Gewichtsanteil des Polypivalolacton-Fadens über 15 liegt.
Anhand wiederholter Betriebsuntersuchungen wurde festgestellt, dass der bevorzugte Spanungszustand eines Polypivalolacton-Fadens während des Doublierens und Zwirnens im Bereich von 10 bis 100 % liegt, um die aufgezeigte Struktur und Streckfähigkeit des elastischen Garnes zu erhalten. Wird der Polypivalolacton-Faden während des Doublierens und Zwirnens weniger als 10 S gedehnt, so ist die Deckschicht des gesponnenen Fadens 4 um den Faden 6 herum ungenügend. Wird der Faden dagegen über 100S gestreckt, so wird es schwierig, das doublierte Garn wegen der starken Garnspannung zu veredeln.
Bei Betriebsuntersuchungen zeigte sich im weiteren, dass der bevorzugte prozentmässige Gewichtsanteil des Polypivalolacton-Fadens 6 im elastischen Garn im Bereiche von 3 bis 15 % liegt. Liegt der prozentmässige Gewichtsanteil des Fadens 6 unter 3 %, so werden die Elastizitäts- und Streckeigenschaften des elastischen Garnes unzureichend, um der Nachfrage auf dem Markt zu genügen. Liegt dagegen der prozentmässige Anteil des Fadens 6 über 15, so verlangt die Streckung des Fadens 6 während der Herstellung eine derart grosse Spannung, dass es unmöglich wird, das Verfahren gleichmässig durchzuführen. Im weiteren verschlechtern sich die Streckeigenschaften des Erzeugnisses, indem zu dessen Dehnung grosse Kräfte notwendig sind.
1. Beispiel
Ein Kammgarn 1/46 S mit einer Z-Zwirnung von 460 T/m wird mit einem einzigen elastischen Polypivalolacton-Monofil von 18 Denier doubliert. Dabei wird der Polypivalolacton-Monofil um 50 % gestreckt.
Anschliessend wird das donblierte Garn mit einer zusätzlichen Z-Zwirnung von 100 T/m versehen, um ein elastisches Zwischengarn zu bilden. Anschliessend werden zwei Zwischengarne zusammen doubliert und mit einer S-Zwirnung von 430 T/m versehen, worauf das gezwirnte Garn auf einen Haspel aufgebracht wird. Die mit elastischem Garn angefüllte Spule wird einer Zwirnfixierung in einer Dampfatmosphäre von 8e900 C unterworfen. Anschliessend wird das elastische Garn gespult und entspannt. Um die wesentlichen Züge dieses Garnes aufzuzeigen, wurde ein elastisches Garn derselben Struktur, das aber einen Polynrethan-Monofil von 70 Denier statt des Polypivalolacton-Fadens des obengenannten elastischen Fadens hergestellt.
Die Kennzahlen dieser beiden elastischen Garne sind in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3 Probe Elastisches Garn Kennzahl Polypivalolactonaden Polyurethan-Faden Denier des elastischen Garnes 383 487 Gewicht des Fadens im elastischen Garn (in %) 5,1 18,4 Zugfestigkeit in g 445 430 Bruchdehnung in % 53 80 Elastische Erholung in % nach 10% Dehnung 78 80 nach 15S Dehnung 77 76
Wie aus der Tabelle 3 ersichtlich ist, sind die mechanischen Eigenschaften des erfindungsgemäss hergestellen Garnes im wesentlichen von derselben Grössenordnung, wie das für das Vergleichsgarn zutrifft, obwohl der prozentuale Gewichtsanteil des Polypivalolacton-Monofils im erstgenannten elastischen Garn näherungsweise einen Viertel des entsprechenden Anteils im Vergleichsgarn beträgt.
Im weiteren zeigt es sich, dass das Polypivalolacton Monofilament im betreffenden, elastischen Garn nicht erkannt werden konnte, während gewisse Teile des Polyurethan-Monofils im elastischen Vergleichsgarn von dessen Aussenseite her erkannt werden konnten.
2. Beispiel
Ein Kammgarn von 1/60 S mit einer Z-Zwirnung von 520 T/m wird mit einem einzigen elastischen Polypivalolacton-Monofil von 15 Denier doubliert, während das Monofilament um 30 % gestreckt wird. Anschliessend wird das donblierte Garn mit einer zusätzlichen Z-Zwirnung von 180 T/m versehen, um ein Zwischengarn herzustellen. Zwei dieser Zwischengarne werden zusammen doubliert und mit einer S-Zwirnung von 5/8 T/m versehen, worauf das Garn auf einen Haspel aufgebracht wird. Der mit elastischem Garn gefüllte Haspel wird einer Zwirnfixierung in einer Dampfatmosphäre von 80-90 C unterworfen. Anschliessend wird das elastische Garn gespult und in Spulenform entspannt. Der prozentuale Gewichtsanteil des Polypivalolacton-Monofils im elastischen Garn betrug 6,8.
Das auf diese Weise hergestellte, elastische Garn zeigte ausgezeichnete elastische Eigenschaften und hatte das Ansehen eines gesponnenen Fadens, während das Polypivalolacton-Monofilament äusserlich nicht erkennbar war.
PATENTANSPRUCH 1
Verfahren zur Herstellung eines elastischen Garns, bei dem 97-85 Gew.% wenigstens eines aus kurzen Fasern oder Stapelfasern bestehenden fadenförmigen Gebildes mit 3-15 Gew.% eines weiteren, in Form mindestens eines Polypivalolacton-Seelenfadens vorliegenden fadenförmigen Gebildes doubliert, dann verzwirnt und hitzefixiert wird, worauf man das erhaltene Garn entspannen lässt, dadurch gekennzeichnet, dass man als aus kurzen Fasern oder Stapelfasern bestehendes fadenförmiges Gebilde ein aus einem Vorgespinst gesponnenes Garn venvendet.