Gegen Leckverluste gesicherte Tankanlage für Flüssigkeiten, insbesondere flüssige Brennstoffe
Die vorliegende Erfindung betrifft eine gegen Leckverluste gesicherte Tankanlage für Flüssigkeiten, insbesondere flüssige Brennstoffe, sowie ein Verfahren zur Herstellung der Tankanlage.
In Tankanlagen für Flüssigkeiten, insbesondere flüssige Brennstoffe, müssen die Flüssigkeitsbehälter so konstruiert sein, dass sie eine ausreichende mechanische Festigkeit haben. Sie sind daher praktisch durchwegs als Stahl- oder Aluminiumblech - Schweisskonstruktionen, teilweise auch als Betonbehälter, ausgebildet. Da nun aber bei derartigen Behältern örtliche Beschädigungen nicht in jedem Fall vermieden werden können, seien es Korrosionsschäden bei unterirdischen Tanks oder Stossbzw. Sturzschäden bei fahrbaren Tanks, können dadurch bedingte Leckverluste bisher nicht vollständig vermieden werden. Bei unterirdisch eingebauten Tanks sind aus diesem Grunde spezielle Aufnahmewannen für solche Behälter notwendig, um mit ausreichender Sicherheit ein Ausfliessen des Tankinhaltes in den Erdboden zu verhindern.
Gemäss vorliegender Erfindung kann diese Sicherung gegen Leckverluste in einfacherer u. billigerer Weise erzielt werden. Die Tankanlage gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsbehälter auf seiner gesamten Innenwandfläche mit einem glasfaserarmierten Kunstharzbelag versehen ist.
Die Erfindung nützt die an sich bekannte Tatsache aus, dass glasfaserarmierte Kunstharzwandungen, vorzugsweise ausgehärtete Polyesterschichten gegen Öle, Benzin und andere Brennstoffe aber auch gegen Säuren und Laugen praktisch absolut korrosionsfest sind und dazu eine gegenüber Stahl und Beton höhere elastische Verformbarkeit aufweisen, die ein Auftreten von Rissen und Schlaglöchern bei stossartigen Beanspruchungen in höherem Masse zu verhindern vermögen. Man hat diese Tatsache schon zum Bau von Behältern, wie z.B. Transportflaschen, Leitungsrohren und relativ kleinräumiger Behälter ausgenützt. Diese Bauweise ist aber unwirtschaftlich für grossräumige Behälter, weil sie zur Erzielung der notwendigen statischen Stabilität mit verhältnismässig grossen Wandstärken (10-30 mm) ausgebildet werden müssten.
Insbesondere bei einer im Erdboden versenkten Tankanlage weist der Flüssigkeitsbehälter üblicherweise einen Einfüllstutzen unter der Erdoberfläche auf, welcher von einem durch einen abnehmbaren Deckel bedeckten Schutzrohr mit Abstand umgeben ist. Vor allem beim Nachfüllen des Behälters fliessen praktisch immer, wenn auch vielfach nur geringe Brennstoffmengen aus, die am unteren Ende des Schutzrohres in das Erdreich versikkern. Dies lässt sich bei einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemässen Tankanlage mit Sicherheit dadurch verhindern, dass in den vom Schutzrohr umfassten Hohlräumen über dem Einfüllstutzen ein Abdichtungsbehälter eingebaut ist, der mit einer der Mündung des Einfüllstutzens entsprechenden Bodenöffnung versehen und längs der Umfangslinie der Bodenöffnung mit dem Einfüllstutzen flüssigkeitsdicht verbunden ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung der Tankanlage nach der Erfindung besteht darin, dass die gesamte Innenwandfläche des Flüssigkeitsbehälters mit vorfabrizierten glasfaserarmierten Kunstharzplatten ausgekleidet wird und die Fugen zwischen den einander benachbarten Kunstharzplatten mit flüssiger oder pastenförmigen Kunstharzmasse, der ein Härter zugesetzt worden ist, flüssigkeitsdicht verschlossen werden.
Einzelheiten der Tankanlage und des Herstellungsverfahrens sind nachstehend anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die einzige Figur zeigt einen vertikalen Querschnitt durch eine unterirdische Tankanlage.
Der in die Erde eingebettete Brennstoffbehälter 1, der z.B. aus Metallblech oder Beton bestehen kann, ist zur Sicherung gegen Leckverluste auf seiner gesamten Innenwandfläche mit einem glasfaserarmierten Kunstharzbelag 15 versehen, der zweckmässig eine Dicke von 2 bis 4 mm aufweist. Die Kunstharzauskleidung 15 wird in der Weise hergestellt, dass die gesamte Innenwandfläche des Brennstoffbehälters 1 mit vorfabrizierten und entsprechend zugeschnittenen glasfaserarmierten Polyesterharzplatten belegt wird, wobei die entstehenden Fugen mit flüssiger oder pastenförmiger, mit Härterzusatz versehener Polyesterharzmasse flüssigkeitsdicht verschlossen werden.
Falls später durch mechanische Ein wirkungen oder Korrosion, wie Frost- oder Elektrolyseschäden, die Wandung des Behälters 1 örtliche Beschädigungen erleidet, so dass kleine Löcher oder Risse entstehen, wird dabei der Auskleidungsbelag 15 nicht beschädigt, so dass trotzdem keine Flüssigkeit ausfliessen kann.
Der Brennstoffbehälter 1 weist einen Einfüllstutzen 10 mit einem Flansch 11 auf, der unter der Erdoberfläche mündet. Seine Mündung ist mit Abstand von einem Betonschutzrohr 2 umgeben, dem ein Abschlussdeckel 20 zugeordnet ist. Das Schutzrohr umschliesst einen zylindrischen Hohlraum, der in folgender Weise flüssigkeitsdicht abgedichtet ist. Eine vorfabrizierte Kreisringplatte 3 aus glasfaserarmiertem Kunstharz und mit einer der Mündung des Einfüllstutzens 10 entsprechenden Öffnung wird unter Zwischenschaltung mindestens eines Dich tungsnnges 30 zwischen dem Flansch 11 des Einfüllstutzens und einem Deckel 12 mittels Schrauben und Muttern 13 flüssigkeitsdicht eingesetzt. Der Deckel 12 weist einen mit einer Verschlusskappe 16 versehenen Anschlussnippel 17 für den Füllschlauch auf.
Auf den Aussenrand der Kreisringplatte 3 werden bis zur Erreichung der notwendigen Höhe vorfabrizierte Zylinderringe 31, 32, 33 aus glasfaserarmiertem Kunstharz übereinandergestellt. Die entstehenden Fugen werden an Ort und Stelle durch flüssige oder pastenförmige Kunstharzmasse, der Härter zugesetzt ist, abgedichtet.
Es entsteht so ein flüssigkeitsdichter, aber ziemlich elastischer Abdichtungsbehälter (3, 31, 32, 33), der bei unversichtigem Füllen des Brennstoffbehälters 1 das Versickern von Brennstoff in die Erde verhindert. Der Abdichtungsbehälter könnte auch als Ganzes vorfabriziert und eingesetzt werden und kann auch aus anderem Material gefertigt werden.
Gemäss Zeichnung ist auch die Unterseite des Abschluss-Deckel 20 mit einem Dichtungsbelag 22 aus Kunstharz versehen, der Umfangsrippen 23 aufweist, welche flüssigkeitsdicht auf dem Rand des Abdichtungsbehälters 3, 31, 32, 33 sitzen.
PATENTANSPRUCH I
Gegen Leckverluste gesicherte Tankanlage für Flüssigkeiten, insbesondere flüssige Brennstoffe, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsbehälter (1) auf seiner gesamten Innenwandfläche mit einem glasfaserarmierten Kunstharzbelag (15) versehen ist.
UNTERANSPRÜCHE
1. Tankanlage nach Patentanspruch I, bei welcher der Flüssigkeitsbehälter (1) einen von einem Schutzrohr (2) mit Abstand umgebenen Einfüllstutzen (10) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in den vom Schutzrohr (2) umfassten Hohlraum (21) über dem Einfüllstutzen (11) ein Abdichtungsbehälter (3, 31, 32, 33) eingebaut ist, der mit einer der Mündung der Einfüllstutzens (11) entsprechenden Bodenöffnung versehen und längs der Umfangslinie der Bodenöffnung mit dem Einfüllstutzen (11) flüssigkeitsdicht verbunden ist.
2. Tankanlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abdichtungsbehälter (3, 31, 32, 33) aus glasfaserarmiertem Kunstharz besteht.
3. Tankanlage nach Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Bodenöffnung des Abdichtungsbehälters (3, 31, 32, 33) umgebende Partie des Abdichtungsbehälterbodens (3) mittels Schrauben und Muttern (13) und unter Zwischenschaltung mindestens eines Dichtungsringes (30) zwischen einen Flansch (11) und einen eine Einfüllöffnung (17) aufweisenden Deckel (12) des Einfüllstutzens (10) eingeklemmt ist.
4. Tankanlage nach Unteranspruch 1 oder 2, bei welcher das Schutzrohr oben mit einem abnehmbaren Schutzrohrdeckel versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzrohrdeckel (20) wenigstens an seiner Unterseite mit einem Dichtungsbelag (22) versehen ist, der mittels wenigstens einer Umfangsrippe (23) flüssigkeitsdicht auf dem Rand des Abdichtungsbehälters (3, 31, 32, 33) sitzt.
5. Tankanlage nach den Unteransprüchen 1 bis 4.
PATENTANSPRUCH II
Verfahren zur Herstellung der Tankanlage nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Innenwandfläche des Flüssigkeitsbehälters mit vorfabrizierten glasfaserarmierten Kunstharzplatten ausgekleidet wird und die Fugen zwischen den einander benachbarten Kunstharzplatten mit flüssiger oder pastenförmiger Kunstharzmasse, der ein Härter zugesetzt worden ist, flüssigkeitsdicht verschlossen werden.