CH480540A - Triebwerkanlage - Google Patents
TriebwerkanlageInfo
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Description
Triebwerkanlage Die Erfindung betrifft eine Triebwerkanlage, haupt sächlich zum Antrieb von Flugzeugen, umfassend ein oder mehrere Stahltriebwerke, die mit einem getrennt angeordneten Gasgenerator, der vornehmlich aus einer Gasturbine besteht, verbunden sind.
Bei den heute bekannten Triebwerken, die aus einem Gasgenerator mit Turbine und einem koaxial damit zusammengebauten Bläser bestehen, sogenannte Zwei stromtriebwerke, besteht zwischen beiden Teilen eine direkte Abhängigkeit, da sie gegenseitig entweder mecha nisch oder unmittelbar thermodynamisch gekoppelt sind. Aus diesem Grunde hat eine Leistungsreduktion des Gasgenerators, z.B. aus Temperaturgründen, auch eine Leistungseinbusse des Bläsers zur Folge.
Die Erfindung bezweckt, zur Behebung dieses Nach teils, die Möglichkeit zu schaffen, dem Treibgas des Gasgenerators im separaten. Triebwerk vor der Turbine zeitweise oder dauernd zusätzlich Wärmeenergie zuzu führen. Damit kann die Leistung desselben in gewissen Grenzen unabhängig von der Belastung des Gasgenera- tors geregelt werden. Zu diesem Zwecke wird das separate Triebwerk mit einer Brennkammer für die Treibgase des Gasgenerators ausgerüstet und zudem von demselben getrennt angeordnet. Letzteres ermöglicht, mehrere solche separate Strahltriebwerke einem einzigen Gasgenerator zuzuordnen.
Da aber je nach dem Lei stungsbedarf einer solchen Triebwerkanlage die Zwi schenerhitzung in den Strahltriebwerken in Funktion gesetzt wird oder nicht, stellen sich für den Betrieb solcher Brennkammern Bedingungen, die mit den heute bekannten Konstruktionen nur schwer zu erfüllen sind. Diese Bedingungen sind einerseits ein kleiner Druck verlust im Nichtbetriebsfall und anderseits ein guter Verbrennungswirkungsgrad wenn sie in Betrieb stehen. Aus diesem Grunde konnte man bis jetzt speziell auf dem Gebiet der Fluggasturbinen von der zeitweisen Zwischen- erhitzung als Mittel zur Leistungssteigerung keinen Ge brauch machen.
Es ist deshalb zur Erfüllung der oben erwähnten Bedingungen vorzuziehen, die Brennkammer so auszubil den, dass trotz einer grossen absoluten Gasgeschwindig keit die Verbrennung bei kleinen Relativgeschwindigkei- ten zwischen Flammenhalter und Brennluft durchgeführt wird. Dies kann verwirklicht werden, indem man eine schraubenlinienförmige Fläche in den Ringraum zwi schen der innern und äussern Begrenzung der Brennkam- mer einbaut und die Organe für die Brennstoffeinsprit zung und Flammenhaltung in dem dadurch entstehenden Kanal rotieren lässt. Die innere Begrenzung sowie diese Organe bilden dabei den sogenannten Läufer, welcher mit der nachfolgenden Turbine mechanisch verbunden ist.
Für den Verbrennungsvorgang ist dann nur die Relativgeschwindigkeit zwischen der Drallströmung der Gase und den rotierenden Organen des Läufers massge- bend. Dieselbe kann so klein gehalten werden, dass sowohl der Verbrennungswirkungsgrad wie auch die Strömungsverluste in annehmbaren Grenzen gehalten werden können. Diese Verluste werden auch deshalb verkleinert, weil die innere Begrenzung der Kanäle sich vorzugsweise mit der Strömung bewegt.
Trotz der da durch geschaffenen Abhängigkeit des Austrittsdralles aus der Brennkammer von der Drehzahl des Läufers können durch die Wahl des Reaktionsgrades der nachfolgenden Turbine günstige Verhältnisse für den Turbinenwir kungsgrad geschaffen werden.
Bei der Auslegung einer solchen Brennkammer kön nen noch folgende Punkte berücksichtigt werden: Zur Verwirklichung einer stabilen und raschen Ver brennung kann vorgängig der Einspritzung eine Verdamp fung des flüssigen Brennstoffes vollzogen werden. Zu diesem Zwecke wird vorzugsweise das Innere des Läufers im Bereich der Brennkammer, der aussen von der Flamme respektiv heissen Gasen aufgeheizt wird, heran gezogen.
Die innere respektiv äussere Begrenzung der Brenn- kammer kann von zylindrischer respektiv konischer Form sein. Die Konizität kann so gewählt werden, dass in Richtung der steigenden Durchmesser auch die Gasge schwindigkeit zunimmt. Dadurch kann die Relativge schwindigkeit zwischen Flammenhalter und Brennluft selbst dann klein gehalten werden, wenn die Gasge schwindigkeit infolge Erwärmung und/oder Expansion der Gase zugenommen hat.
Bei der Auslegung einer erfindungsgemässen Trieb werkanlage unter Verwendung der oben beschriebenen Brennkammer können noch folgende Punkte berücksich tigt werden: Die Brennkammer kann im Strahltriebwerk so ange ordnet werden, dass die Treibgase im Gegenstrom zur Gebläseluft strömen. Dies hat den Vorteil, dass die gegenseitige Anordnung von Gasgenerator und Strahl triebwerke erleichtert wird und die Vermischungswege von Treibgas und Gebläseluft verlängert werden. Letzte rer Umstand ist besonders wichtig, weil in den Umlenk- kanälen der Treibgase nach der Turbine eine weitere Brennkammer angeordnet werden kann.
Dieselbe be zweckt eine Erhöhung der Temperatur der Treibgase und somit auch der Gebläseluft, was eine zusätzliche Steige rung der Schubleistung der Triebwerke ergibt.
Die Strahltriebwerke können entweder nur treibgas- seitig oder auch luftseitig an den Gasgenerator ange schlossen werden. Bei beidseitigem Anschluss besteht die Möglichkeit die luftseitige Verbindung als Kühler gegen die Aussenluft auszubilden, so dass der Gasgenerator seine Luft in vorverdichteter aber rückgekühlter Form erhält. Dies bedeutet eine Reduktion des Leistungsbedar fes des nachfolgenden Kompressors und somit eine Verbesserung der Verbrauchszahlen.
Anderseits kann die treibgasseitige Verbindung als Wärmeaustauscher zwi schen vollexpandierten Abgasen des Gasgenerators und den Treibgasen ausgebildet werden, sofern der Gasgene rator in dieser Weise ausgebildet ist. Auch dies bedeutet eine Verminderung der Verbrauchszahlen.
Die getrennte Anordnung des Gasgenerators von den Strahltriebwerken erlaubt ferner, im Falle dass die Ein heiten nur treibgasseitig verbunden sind, die Beschaufe- lun- der Gebläse der Triebwerke verstellbar zu machen, wodurch die Einrichtung auch zum Abbremsen von Flugzeugen durch den Luftstrahl nach vorne verwendet werden kann.
Die Zuordnung mehrerer Strahltriebwerke zu einem zentralen Gasgenerator ergibt einbaumässig im Flugzeug die Möglichkeit, letzteren z.B. im hinteren Teil des Rumpfes unterzubringen, wo er zudem auch während des Flugs zugänglich bleibt, und seine Strahltriebwerke an der gleichen Stelle jedoch ausserhalb des Rumpfes anzu ordnen. Eine Kombination von drei und mehr Strahl triebwerken in vertikaler Anordnung erlaubt anderseits den Bau eines Fluggerätes für vertikalen Start und Landung.
Die Verwendung eines Einfachstrom-Gasgenerators bringt den Nachteil mit sich, dass die Treibgase den Strahltriebwerken mit sehr hohen Temperaturen zuge führt werden müssen. Dies bedingt erhebliche bauliche Schwierigkeiten. Zur Vermeidung derselben wird der Gasgenerator vorteilhaft doppelströmig vorgeschlagen, wobei die Sekundärluft oder die überschüssige Luft des Kompressors als Treibgas den Strahltriebwerken zuge führt wird.
Im folgenden ist ein Ausführungsbeispiel einer erfin- dungsgemässen Triebwerkanlage beschrieben und an hand einer Skizze dargestellt. Der Aufbau und die Funktionsweise sind folgendermassen: Die Triebwerkanlage besteht aus dem Strahltriebwerk 1, den Luft- und gasseitigen Verbindungen 16 und 18 sowie dem Gasgenerator 17, der nur schematisch darge stellt ist.
Beim Strahltriebwerk 1 ist vorne ein ein- oder mehrstufiges Gebläse 2 eingebaut, welches durch die Turbine 13 angetrieben wird. Ein Teil der durch dieses Gebläse geförderten Luft wird durch einen Ringkanal 3 abgezweigt und durch den Stutzen 15 und das Verbin dungsrohr 16, welches als Luftkühler ausgebildet ist, einem Gasgenerator 17 zugeführt. Derselbe ist als Dop pelstrommaschine dargestellt, wobei die Sekundärluft als Treibgas verwendet wird, während die Primärluft durch den Gasgenerator strömt und auf Umgebungsdruck ex pandiert wird.
Sie gibt ihre restliche Wärme in einem Wärmeaustauscher 18 an das Treibgas ab. Dasselbe wird dem Strahltriebwerk durch den Stutzen 10 wieder zuge führt und gelangt durch eine Spirale 8 von hinten in die Brennkammer 6. In derselben wird das Treibgas, wenn gewünscht, erhitzt und in der nachfolgenden Turbine 13 die zum Antrieb des Gebläses erforderliche mechanische Leistung entzogen.
Die Brennkammer 6 besteht aus dem äusseren Gehäuse 11 mit den schraubenlinienförmigen Kanälen und dem Läufer 5, welcher die Organe für Brennstoffeinspritzung und Flammenhaltung 7 trägt. In der dargestellten Ausführung erstreckt sich der Läufer 5 auch auf den stromabwärtsseitigen Teil der Turbine 13. Das durch dieselbe nach vorne gelangende Treibgas wird in den Umlenkorganen 14 durch eine weitere Brennkam- mer 4 geführt, wo es wenn gewünscht noch einmal erhitzt wird.
Darauf wird das Treibgas der restlichen Gebläseluft beigemischt. Das Gemisch strömt im Ringkanal 12 zur Schubdüse 9, welche einen unveränderlichen oder variab len Querschnitt aufweisen kann. In derselben wird das Gasgemisch auf Umgebungsdruck expandiert und somit der Schub der Triebwerkanlage erzeugt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Triebwerkanlage, insbesondere zum Antrieb von Flugzeugen, umfassend ein oder mehrere Strahltriebwer ke in Verbindung mit einem getrennt angeordneten Gasgenerator, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Strahltriebwerke mit einer zusätzlichen Brennkammer ausgerüstet sind, die zur zeitweisen oder dauernden Zwischenerhitzung der vom Gasgenerator gelieferten Treibgase dient.UNTERANSPRÜCHE 1. Triebwerkanlage nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Brennkammer aus ein oder mehreren schraubenlinienförmigen Kanälen be steht, welche um einen rotierenden Läufer angeordnet sind, der die Organe für Flammenhaltung und Einsprit zung des Brennstoffs trägt. 2. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rotierende Läufer sich beidseitig der mit ihm zusammengebauten Turbine erstreckt und in seinem Innern als Verdampfer des Brennstoffs dient.3. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die schraubenlinienförmigen Kanäle bei konischem Läu fer so ausgebildet sind, dass die Gasgeschwindigkeit in ihnen in Richtung der steigenden Durchmesser des Läufers zunimmt. 4. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Brennkammer für die Treibgase so ange ordnet ist, dass dieselben im Strahltriebwerk stromauf wärts zur Gebläseluft strömen.5. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in den Umlenkkanälen für die Treibgase nach der Turbine eine weitere Brennkammer angeordnet ist. 6. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Strahltriebwerke nur treibgasseitig oder auch luftseitig an den Gasgenerator angeschlossen sind.7. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der luftseitige Anschluss der Strahltriebwerke an den Gasgenerator als Wärmeaustauscher gegen die Umge bungsluft ausgebildet wird. B. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der treibgasseitige Anschluss der Strahltriebwerke an den Gasgenerator als Wärmeaustauscher gegen die Abgase des Gasgenerators ausgebildet ist.9. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle eines nur treibgasseitigen Anschlusses der Strahltriebwerke an den Gasgenerator die Beschaufelung des Gebläses im Strahltriebwerk zwecks Schubumkehr verstellbar ausgeführt wird. 10. Triebwerkanlage nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasgenerator zweiströmig ausgebildet ist, wobei hauptsächlich der Sekundärstrom als Treibgas für das oder die Strahltriebwerke verwendet wird.
Priority Applications (1)
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| CH1733867A CH480540A (de) | 1968-10-04 | 1968-10-04 | Triebwerkanlage |
Applications Claiming Priority (1)
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| CH480540A true CH480540A (de) | 1969-10-31 |
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Family Applications (1)
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| CH (1) | CH480540A (de) |
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1968
- 1968-10-04 CH CH1733867A patent/CH480540A/de not_active IP Right Cessation
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Legal Events
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