Verfahren und Vorrichtung zum Bereitstellen einer begrenzten Filmlänge für Überblendungszwecke in Laufbildkameras Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bereit stellen einer begrenzten Filmlänge für Überblendungs- zwecke in Laufbildkameras, deren vom Kameramotor angetriebener Filmaufwickeldorn mit einer Rücklauf sperre versehen ist, welche ein Drehen des Dorns in der zum Rücktransport des Films erforderlichen Richtung verhindert.
Zum Herstellen sogenannter Überblendungen ist es bekanntlich erforderlich, die Belichtung gegen Ende einer Szene langsam bis auf Null zu verringern, indem man beispielsweise die Belichtungsöffnung der Verschluss- scheibe allmählich schliesst. Sodann wird der Film bei geschlossener Verschlussscheibe bis an die Stelle zurück transportiert, an welcher das Schliessen der Öffnung be gonnen hat. Am Anfang der anschliessend aufgenomme nen Szene öffnet man den Verschluss wie der allmählich wobei sich das Abblenden und das Aufblenden jeweils auf dieselbe Bilderzahl erstreckt.
Beim Rückspulvorgang wird der Film normalerweise mit Hilfe geeigneter Vorrichtungen vom Aufwickeldorn abgezogen und auf die Vorratsspule aufgewickelt. Hierzu werden die Vorratsspule und der Aufwickeldorn durch einen mit der Spule kuppelbaren Rückspulmechanismus in der zum Vorwärtstransport des Films entgegengesetzten Richtung gedreht. Dieses bekannte Verfahren ist jedoch nicht anwendbar, wenn dem Filmaufwickeldorn, wie bei spielsweise in der Kodak-Super-8-Filmkassette, eine Sperre zugeordnet ist, welche ein Zurückdrehen des Dorns verhindert.
Um zu erreichen, dass dem Kamerabenutzer trotz der Rückdrehsperre des Aufwickeldorns im Bedarfsfall ein begrenzter, rückspulbarer Filmabschnitt zur Verfügung steht, wird nach der Erfindung vorgeschlagen, dass der Aufwickeldorn während des Vorwärtstransports des Films vorübergehend stillgesetzt wird, und dass nach dem Stillsetzen des Dorns die transportierte Filmlänge in dem um den Dorn vorhandenen freien Raum in der Film kammer untergebracht wird.
Durch das Stillsetzen des Aufwickeldorns wird der vom Transportmechanismus der Kamera im Vorwärts lauf geförderte Film nicht mehr auf den Dorn aufge wickelt, sondern schiebt sich in den um den Aufwickel- dorn zur Verfügung stehenden freien Raum der Film kammer, wo er lose Schleifen bildet. Durch eine geeignete Vorrichtung, beispielsweise einen an sich bekannten, auf Rückwärtslauf schaltbaren Filmgreifer, wird der in Schlei fen gelegte Filmabschnitt in den Bereich der Vorrats spule zurücktransportiert.
Auf diese Weise ist es nach erneutem Umschalten der Kamera auf Vorwärtslauf möglich, ein Szenenende mit dem Anfang der folgenden Szene zu überblenden, wobei für die Überblendung die jenige Filmlänge zur Verfügung steht, welche vom Film transportmechanismus währenddes Stillstandes des Auf- wickeldorns gefördert wurde.
Eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens ist in besonders vorteilhafter Weise so ausgebildet, dass sie von Hand in Wirkstellung überführbare Bauteile ent hält, welche in ihrer Wirkstellung die Antriebskraft des laufenden Kameramotors vom Aufwickeldorn fernhal ten.
Diese Bauart ist insbesondere für Kameras zweck- mässig, welche zur Verwendung von Filmkassetten ein gerichtet sind. Da die Vorrichtung nicht unmittelbar an dem in der Kassette befindlichen Aufwickeldorn angreift, sondern mit Getriebegliedern zusammenarbeitet, die ihm vorgeschaltet sind, bedarf es zum Stillsetzen des Dorns keines Eingriffs in die Kassette.
Um die Bedienungsweise der Kamera zu vereinfachen und funktionssicherer zu gestalten, ist bei einer bevor zugten Ausführungsform ein Zeitschaltwerk vorgesehen, welches bei stillgesetztem Aufwickeldorn den vom Ka meramotor bewirkten Filmtransport nach einer vorge gebenen Zeitspanne selbsttätig unterbricht. Dadurch ist gewährleistet, dass bei stillstehendem Aufwickeldorn nur eine ganz bestimmte Filmlänge gefördert werden kann. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung, als der freie Raum in der Filmkammer verhältnismässig klein ist und deshalb nur eine beschränkte Filmmenge aufzunehmen vermag.
Bei Laufbildkameras mit einem Elektromotor, wel cher zur Drehrichtungsumkehr mit Hilfe von Schaltern wahlweise umgepolt werden kann, lässt sich ein selbst tätiges Stillsetzen des Filmtransportmechanismus beim Abblenden und beim Rückspulen des Films mit Vorteil dadurch erreichen, dass zusätzlich zu den Umpolungs- schaltern in jedem der beiden Stromkreise ein vom Zeit schaltwerk gesteuerter Unterbrecherschalter vorgesehen ist,
welcher bei in Wirkstellung befindlicher Vorrichtung den gerade eingeschalteten Stromkreis nach einer vorge gebenen Zeitspanne unterbricht.
In der Zeichnung und der nachfolgenden Beschrei bung ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispie len näher erläutert.
Es zeigt: Fig. 1 die für die Erfindung wesentlichen Teile einer elektromotorisch angetriebenen Laufbildkamera in ver einfachter Darstellung.
Fig. 2 eine von Fig. 1 abweichende Bauart einer Vor richtung zum Stillsetzen des Filmaufwickeldorns, Fig. 3 eine weitere, nach dem Prinzip der Vorrichtung gemäss Fig. 1 arbeitende Vorrichtung zum Stillsetzen des Filmaufwickeldoms in Verbindung mit einem Zeitschalt werk, Fig. 4 eine Filmkassette der Kamera im Längsschnitt nach vollzogener Bereitstellung des zum Zurückspulen bestimmten Filmabschnitts,
Fig. 5 die gleiche Kassette nach dem Rückspulvor- gang.
In Fig. 3 sind mit 1 und 2 zwei parallele, im Kamera vorderteil angeordnete Lagerplatten bezeichnet, in denen je eine als Filmfenster dienende Lichtdurchlassöffnung 3 bzw. 4 ausgebildet ist. Zwischen den beiden Platten sitzt auf einer Achse 5 eine rotierende Verschlussscheibe 6, welche die Öffnung 4 zum Belichten des hinter dieser vorbeilaufenden Films 7 periodisch freigibt. Zum Film transport dient in an sich bekannter Weise ein in Fig. 1 angedeuteter Greifer 8, dessen Zahn in die Perforation des Films 7 eingreift. Der Greifer ist in an sich bekannter, nicht dargestellter Weise für Vorwärts- und Rückwärts transport des Films umschaltbar.
Ein auf der Achse 5 der Verschlussscheibe 6 befestig tes Zahnrad 9 kämmt mit einem Zwischenrad 10, dessen Achse mit 11 bezeichnet ist. Das Rad 10 erhält seinen Antrieb durch ein Ritzel 12, welches mit der Welle 13 eines in der Platte 1 sitzenden und von einer Batterie 14 (Fig. 3) gespeisten Elektromotors 15 drehfest verbunden ist. Das Zahnrad 9 hat einen Vorsprung 16, mit dem das Ende 17 eines auf dem Zapfen 18 gelagerten zweiarmigen Sperrhebels 19 zusammenarbeitet. Das andere Hebelende ist als eine von der Kameraaussenseite zugängliche Aus lösetaste 20 ausgebildet, bei deren Betätigung das Ende 17 den Vorsprung 16 freigibt und ausserdem ein nach stehend noch näher beschriebener, im Stromkreis des Motors 15 angeordneter Schalter 21 geschlossen wird.
Auf der Achse 11 des Zahnrads 10 sitzt drehfest ein Ritzel 22. Dieses kämmt mit einem Kronenrad 23, das eine Aussenverzahnung 24 aufweist und auf einem ge häusefesten Zapfen 25 gelagert ist. Das Rad 23 steht über Zahnräder 26, 27 in Verbindung mit einem weite ren Zahnrad 28. Dieses ist auf einem Zapfen 29 drehbar gelagert und trägt einen Mitnehmerstift 30, welcher den Aufwickeldorn 31 (Fig. 4 und 5) einer nachstehend noch näher beschriebenen, als Filmkammer dienenden Film kassette 32 mit Hilfe eines am Dorn befindlichen Mit nehmergegenstücks 33 antreibt.
Zwischen den beiden gleichachsig zueinander gelagerten Zahnrädern 26 und 27 ist eine an sich bekannte, aus der Zeichnung nicht ersicht liche Rutschkupplung angeordnet.
Die Filmkassette 32 hat ein geschlossenes Gehäuse 34, in dessen Innenraum der erwähnte Filmaufwickeldorn 31 sowie eine Filmvorratsspule 35 gleichachsig zueinander angeordnet sind. Dem Dorn 31 ist eine nicht dargestellte Rücklaufsperre zugeordnet, welche ein Drehen des Dorns unter dem Einfluss des Mitnehmerstifts 30 nur in der in Fig. 5 eingezeichneten Pfeilrichtung gestattet.
Die Frontwand des Kassettengehäuses 34 hat ein mit einer federnden Andruckplatte 36 versehenes Filmfenster 37, das bei eingelegter Kassette hinter den in den Plat ten 1 und 2 ausgebildeten Lichtdurchlassöffnungen 3 bzw. 4 im Strahlengang des nicht dargestellten Aufnahme objektivs der Kamera liegt. Der in der Kassette 32 be findliche Fihn 7 läuft über Umlenkrollen 38 und 39 von der Vorratsspule 35 zum Aufwickeldorn 31, wobei er das Filmfenster 37 passiert.
Um dem Kamerabenutzer Überblendungen zu ermög lichen, kann der mit der Rücklaufsperre versehene Auf wickeldorn 31 der Kassette 32 wahlweise stillgesetzt wer den, so dass der vom Greifer 8 geförderte Film 7 vom Dorn nicht mehr aufgewickelt, sondern in dem freien Kassettenraum schleifenförmig zusammengeschoben wird. Die auf diese Weise gewonnene, freie Filmlänge kann durch den Greifer 8 zurücktransportiert und der auf ihr befindliche Szenenteil anschliessend durch erneuten Vor wärtstransport des Films mit dem Anfang der folgenden Szene überblendet werden.
Zum Stillsetzen des Aufwickeldorns 31 ist im Aus führungsbeispiel nach Fig. 1 ein von Hand betätigbarer Sperrschieber 40 vorgesehen, den eine Rückstellfeder 41 in der gezeigten, unwirksamen Lage hält. Der Sperrschie ber 40 ist an einer Platte 42 des Kameragehäuses mit Hilfe zweier Stifte 43, 44 geführt. Sein eines, rechtwinklig abgebogenes Ende bildet eine von aussen zugängliche Drucktaste 45, während das andere Schieberende als Sperrzahn 46 ausgebildet ist, welcher beim Betätigen der Taste 45 in die Verzahnung des Rads 28 eingreift und dieses arretiert.
Die zwischen den Zahnrädern 26 und 27 angeordnete Rutschkupplung lässt ein Drehen des Motors 15 und der Zahnräder 23, 26 zu, auch wenn das Zahn rad 28 gesperrt. Dies bedeutet, dass die Kamera auch bei stillgesetztem Aufwickeldorn 31 in Betrieb genommen werden kann, wobei der Sperrzahn 46 die Antriebskraft des laufenden Kameramotors 15 vom Aufwickeldorn 31 fernhält.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 wird zum Still setzen des Aufwickeldorns 31 die getriebliche Verbin dung zwischen diesem und dem Kameramotor 15 unter brochen, indem man das Zahnrad 27' von dem den Mit nehmerstift 30' tragenden Zahnrad 28' abhebt. Die beiden gleichachsig gelagerten Zahnräder 26' und 2<B>7</B>, zwischen denen eine Rutschkupplung angeordnet sein kann, sitzen zu diesem Zweck auf einer Schwinge 47, welche um den Lagerzapfen 25' des Zahnrads 23' schwenkbar ist, Am freien Ende der Schwinge greift ein von aussen zugäng licher Schieber 48 an der an der Achse 29' des Zahn rads 28' und an einem weiteren, gehäusefesten Stift 49 geführt ist.
Ausserdem ist der Schwinge 47 als Rück stellkraft eine Druckfeder 50 zugeordnet, welche das Zahnrad 27' mit dem Zahnrad 28' in Eingriff zu halten sucht.
Bei der Bauart nach Fig. 3 umfasst die Vorrichtung, welche in ihrer Wirkstellung die Antriebskraft des lau fenden Kameramotors 15 vom Aufwickeldorn 31 fern hält, einen zweiarmigen Hebel 51, welcher auf einer die reibungsschlüssig miteinander verbundenen Zahnräder 26, 27 tragenden Achse 52 sitzt und ein von aussen zu gängliches Griffstück 53 aufweist. An dem nach oben ge richteten Arm des Hebels 51 ist ein Sperrzahn 54 aus gebildet, welcher zum Stillsetzen des Mitnehmers 30 für den Aufwickeldorn 31 der Kassette 32 mit der Verzah nung des Zahnrads 28 in Eingriff gebracht werden kann.
Am anderen Hebelarm ist eine am Aussenumfang des Zahnrads 26 anliegende, als Kupplungselement dienende Reibrolle 25 gelagert, die beim Ineingriffbringen des Sperrzahns 54 mit dem Zahnrad 28 an eine Reibscheibe 56 angepresst wird. Letztere gehört zu einem später noch näher beschriebenen Zeitschaltwerk 57, das den Motor 15 nach einer vorgegebenen Zeitspanne selbsttätig zum Stillstand bringt. Dem Hebel 51 ist eine Feder 58 zuge ordnet, die ihn in der dargestellten Ausgangslage zu hal ten sucht, in welcher der Sperrzahn 54 das Zahnrad 28 freigibt und die Reibrolle 55 von der Reibscheibe 56 abgehoben ist.
Auf der Achse 29 des Zahnrads 28 ist ein mit dem Hebel 51 zusammenarbeitendes Halteglied in Form eines federbelasteten einarmigen Riegelhebels 59 gelagert. Die ser Hebel fällt mit einer Riegelkante 60 hinter einem ab gebogenen Lappen 61 des Hebels 51 ein, nachdem dieser gegen Ende einer Filmszene von Hand in seine Wirkstel lung gebracht wurde.
Am Riegelhebel 59 sind zwei Steuerflächen 62 und 63 ausgebildet, mit denen das Ende 64 eines von der Auslösetaste 20 beeinflussten, zweiarmigen Betätigungs hebels 65 zusammenarbeitet. Der Arm 66 dieses auf einer Achse 67 gelagerten Hebels liegt unter dem Einfluss einer Feder 68 an einem in der Platte 2 verschiebbar geführten Stift 69 an, der sich seinerseits an dem die Auslösetaste 20 tragenden Hebel 19 abstützt. In der Bewegungsbahn des Hebelarms 66 befindet sich ferner eine federnde Kon taktzunge 70 des erwähnten Schalters 21, dessen zweite Kontaktzunge mit 71 bezeichnet ist. Das Drücken der Taste 20 hat zur Folge, dass der Hebel 65 entgegen dem Uhrzeigersinn um die Achse 67 schwenkt, wobei sein Arm 66 den Schalter 21 schliesst.
Das Hebelende 64 läuft dabei an der Steuerfläche 62 des Riegelhebels 59 entlang, drückt diesen gegen Federwirkung nach oben, um ihn anschliessend wieder freizugeben. Wird die Taste 20 wie der losgelassen, so kehrt der Hebel 65 unter dem Einfluss der Feder 68 in die dargestellte Ausgangslage zurück. Das Hebelende 64 wird dabei von der Steuerfläche 63 des Riegelhebels 59 derart abgelenkt, dass es wirkungslos über diesen hinweggleitet.
Vom Elektromotor 15 gehen zwei Leitungen 72, 73 ab, die in Schaltzungen 74 bzw. 75 enden. Diese sind mit einer federbelasteten Drucktaste 76 verbunden. Jeder Schaltzunge sind zwei feste Kontakte 77, 78 bzw. 79, 80 zugeordnet. Der Kontakt 77 ist durch ein Leitungsstück 81 mit dem einen Pol der Batterie 14 verbunden. An das Leitungsstück 81 ist der Kontakt 80 mit einer Leitung 83 angeschlossen. Der Kontakt 78 ist mit dem Schalter 21 verbunden (Leitung 84), von dem ein Leitungsstück 85 zu einem Unterbrecherschalter 86 führt. Die federnde Kontaktzunge 87 dieses Schalters liegt am Umfang einer mit der Reibscheibe 56 drehfest verbundenen Steuer scheibe 88 an, die Bestandteil des Zeitschaltwerks 57 ist und eine das öffnen des Schalters 86 gestattende Aus sparung 89 aufweist.
Die Scheiben 56 und 88 sind auf einer gemeinsamen Achse 90 gelagert und stehen unter dem Einfluss einer Feder 91, die sie in der dargestellten Ausgangslage zu halten sucht. In dieser Stellung hält die Steuerscheibe 88 den Schalter 86 geschlossen, indem sie die Kontaktzunge 87 an eine zweite Zunge 92 des Schal ters anlegt.
Vom Schalter 86 führt eine Leitung 93 zum anderen Pol der Batterie 14. Ein von dieser Leitung abgehender Zweig 94 mündet in einen zweiten, von der Scheibe 88 des Zeitschaltwerks 57 gesteuerten Unterbrecherschalter 95. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, steht diesem Schal ter in der Ausgangslage der Steuerscheibe deren Aus sparung 89 gegenüber, was zur Folge hat, dass die bei den Kontaktzungen 96, 97 des Schalters 95 voneinander abgehoben sind und demzufolge der Schalter geöffnet ist. Eine Leitung 98 verbindet den Schalter 95 mit dem Kon takt 79.
Die beschriebene Leitungsverbindung bildet zwei ent gegengesetzt gepolte Stromkreise für den Motor 15, welche mit Hilfe der Tasten 20 und 76 wahlweise und wechsel weise einschaltbar sind. In dem für den Vorwärtslauf des Films vorgesehenen Stromkreis liegt der Unterbre- cherschalter 86, welcher bei arretiertem Mitnehmer 30 von der sich in Pfeilrichtung drehenden Steuerscheibe 88 des Zeitschaltwerks 57 zwecks Stillsetzens des Motors geöffnet wird, wenn die Aussparung 89 der Scheibe der Kontaktzunge 87 gegenübersteht.
In dieser Stellung liegt die Kontaktzunge 96 des Schalters 95 an der Aussen kante der Scheibe an, was zur Folge hat, dass der Schal ter geschlossen ist.
Wird anstelle der Taste 20 die Taste gedrückt, so er folgt ein Umpolen des Motors 15. Dieser dreht sich in entgegengesetzter Richtung, wobei der gleichfalls umge schaltete Greifer 8 der Kamera den in der Kassette 32 befindlichen Film 7 zurücktransportiert. Die von der Reibrolle 55 angetriebene Steuerscheibe 88 des Zeit schaltwerks 57 dreht sich dabei im Uhrzeigersinn, so dass die vorher der Kontaktzunge 87 des Schalters 86 gegen überstehende Aussparung 89 der Scheibe nach einer vor gegebenen Zeitspanne wieder in den Bereich der Zunge 96 des Schalters 95 gelangt. Dadurch öffnet sich der Schalter und unterbricht den Stromkreis des Motors 12.
Die Arbeits- und Bedienungsweise der Anordnung nach Fig. 3 ist wie folgt: <I>Auslösen</I> Die Taste 20 wird gedrückt. Das mit ihr verbundene Hebelende 17 entfernt sich vom Vorsprung 16 und gibt die Verschlussscheibe 6 frei. Der Betätigungshebel 65 wird über den Stift 69 entgegen dem Uhrzeigersinn ge schwenkt, wobei sein Arm 66 den Schalter 21 schliesst. Es ergibt sich folgender Stromkreis: 14, 83, 80, 75, 73, Motor 15, 72, 74, 78, 84, 21 85, 86, 93, 14.
Der Motor 15 läuft in der zum Vorwärtstransport des in der Kas sette befindlichen Films 7 erforderlichen Richtung und treibt über den Getriebezug 12, 10, 9 die Verschluss- scheibe 6 und über den Getriebezug 12, 10, 22, 23, 24, 26, 27, 28 den in das Mitnehmergegenstück 33 der Kas sette eingreifenden Mitnehmer 30 an. Der Film wird von der antriebslosen Vorratsspule 35 abgezogen und auf dem vom Mitnehmer 30 in Pfeilrichtung von Fig. 5 ange triebenen Wickelkern 31 der Kassette 32 aufgewickelt.
Abblenden Schwenkt man den Hebel 51 bei laufender Kamera, d.h. bei gedrückter Taste 20, von der in der Zeichnung dargestellten Ausgangslage im Uhrzeigersinn, so kommt sein Sperrzahn 54 in Eingriff mit der Verzahnung des Zahnrads 28 und hält dieses an. Gleichzeitig legt sich die vom Zahnrad 26 angetriebene Reibrolle 55 gegen den Umfang der Reibscheibe 56 des Zeitschaltwerks 57 und dreht diese in Pfeilrichtung. Der Riegelhebel 59 hält den Hebel 51 am Lappen 61 gegen den Einfluss der Rück stellfeder 58 in seiner Wirkstellung fest.
Die Sperrnase 54 setzt die Zahnräder 27 und 28 so wie den Mitnehmer 30 still, während sich das Zahnrad 26 infolge der zwischen ihm und dem Zahnrad 27 be findlichen Rutschkupplung weiterdreht und über die Reibrolle 55 die Reibscheibe 56 des Zeitschaltwerks 57 dreht. Der vom Motor 15 angetriebene Greifer 8 (Fig. 1) zieht den Film 7 am Filmfenster 37 der Kassette entlang nach unten. Da der Aufwickeldorn 31 der Kassette 32 stillsteht, wird der geförderte Film nicht mehr auf den Dorn aufgewickelt, sondern bildet innerhalb der Kassette eine lose Schleife, welche in Fig. 4 mit S bezeichnet ist.
Die Aussparung 89 der mit der Reibscheibe 56 dreh fest verbundenen Steuerscheibe 88 des Zeitschaltwerks 57 gelangt nach Zurücklegen eines Winkelwegs von etwa 270 in den Bereich der Kontaktzunge 87 des Schalters 86, was zur Folge hat, dass die Zunge 87 in die Aus sparung 89 eintaucht und den Schalter 86 öffnet. Der Stromkreis des Motors 15 wird dadurch unterbrochen, so dass dieser zum Stillstand kommt. Der andere Unter brecherschalter 95 liegt mit seiner Kontaktzunge 96 am Umfang der Steuerscheibe 88 an und ist somit geschlos sen.
Die Umlaufgeschwindigkeit der Steuerscheibe 88 ist so gewählt, dass der Filmgreifer 8 während der Laufzeit der Scheibe in der Lage ist, eine für eine Überblendung ausreichende Filmlänge zu fördern. Wesentlich ist dabei, dass die geförderte Filmmenge infolge des selbsttätigen Stillsetzens des Kameraantriebs stets gleich gross ist und genau auf das Fassungsvermögen des in der Kassette zur Verfügung stehenden freien Raums abgestimmt werden kann.
Der zur Durchführung der Abblendung dienende Me chanismus, auf dessen Darstellung aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet wurde, kann in irgendeiner an sich bekannten Weise ausgebildet sein und vorzugs weise vollautomatisch arbeiten. Er kann beispielsweise mit Hilfe des Hebels 51 eingeschaltet werden, wenn die ser von Hand in seine Wirkstellung überführt wird. Die Dauer des Abblendvorgangs entspricht dabei der Laufzeit des Zeitschaltwerks 57.
Nachdem das Zeitschaltwerk durch Öffnen des Schal ters 86 den Kameramotor 15 abgeschaltet hat, wird die Auslösetaste 20 losgelassen. Der Betätigungshebel 65 kehrt daraufhin unter der Wirkung seiner Feder 68 in die gezeigte Ausgangslage zurück, wobei sich der Schal ter 21 öffnet. Das Ende 64 des Hebels 65 gleitet über die Steuerfläche 63 den noch in Wirkstellung befindlichen Riegelhebels 59 hinweg, ohne dessen Stellung zu verän dern und fällt anschliessend hinter der Steuerfläche 62 des Hebels ein.
<I>Rückwickeln</I> Hierzu braucht lediglich die Taste 76 niedergedrückt zu werden, so dass die mit ihr verbundenen Schaltzun gen 74 und 75 an den festen Kontakten 77 bzw. 79 zur Anlage kommen. Dies hat zur Folge, dass der Motor 15 umgepolt wird und nun über den Stromkreis 14, 81, 77, 74, 72, Motor 15, 73, 75, 79, 98, 95, 94, 93, 14 in der zum Rückwickeln des Film erforderlichen Drehrichtung läuft. Der gleichfalls umgeschaltete Greifer 8 transportiert den Fiten bei stillstehendem Aufwickeldorn 31 und stillstehen der Vorratsspule 35 rückwärts, wobei die zuvor gebildete Filmschleife S aufgezehrt und statt ihr eine neue Film schleife S' (Fig,, 5) gleicher Länge im freien Raum der Vorratsspule gebildet wird.
Die Steuerscheibe 88 des Zeitschaltwerks 57 wird beim Rückspulvorgang von der Reibrolle 55 im Uhr zeigersinn, also entgegen der eingezeichneten Pfeilrich tung gedreht. Dies hat zur Folge, dass die Scheibe in die in Fig. 1 gezeigte Ausgangslage zurückkehrt, in welcher ihre Aussparung 89 ein Öffnen des Schalters 95 gestattet. Dadurch wird der Stromkreis des Motors 15 unterbro chen, so dass dieser zum Stillstand kommt. Der andere Schalter 86 liegt mit seiner Kontaktzunge 87 am Um fang der Steuerscheibe 88 an und ist daher geschlossen.
Überblende Nach Loslassen der federbelasteten Taste 76 betätigt man die Auslösetaste 20 erneut, wodurch in der bereits beschriebenen Weise die Verschlussscheibe 6 freigegeben und der Motor 15 zum Vorwärtstransport des Films ein geschaltet wird. Hierbei gleitet das Ende 64 des Betäti gungshebels 65 an der Steuerfläche 62 des Riegelhebels 59 entlang und drückt diesen gegen Federwirkung nach oben. Dies hat zur Folge, dass der Hebel 51 von der Riegelkante 60 freigegeben wird und unter dem Einfluss seiner Feder 58 in die gezeigte Ausgangslage zurückkehrt. Dabei verlässt der Sperrzahn 54 das Zahnrad 28. Gleich zeitig hebt sich die Reibrolle 55 von der Reibscheibe 56 ab.
Nunmehr läuft der Mitnehmer 30 wieder mit, wäh rend das Zeitschaltwerk 57 stillsteht. Die beim kück- wickeln gebildete Filmschleife S' wird auf den sich dre henden Wickeldorn 31 der Kassette aufgewickelt. Wäh rend dieser Zeitspanne tritt die nicht dargestellte über blendungseinrichtung in Tätigkeit und öffnet den Auf nahmestrahlengang der Kamera langsam und gleichmäs- sig bis zu einem für die normale Belichtung des Films erforderlichen Wert.
Soll anstelle der vorstehend beschriebenen überblen- dung lediglich eine Ab- und Aufblendung ohne Rück wickeln des Films 7 durchgeführt werden, so wird nach erfolgtem Abblenden, d.h. nachdem sich die Filmschleife S in der Kassette 32 gebildet hat und der Motor 15 durch Öffnen des Schalters 86 stillgesetzt wurde, die Auslöse taste 20 losgelassen. Zum Aufnehmen der folgenden Szene drückt man die Taste erneut, so dass der Betäti gungshebel 65 den Schalter 21 schliesst und den Riegel hebel 59 zwecks Freigabe des Hebels 51 anhebt.
Die bei der Rückkehr des Hebels 51 in seine Ausgangslage von der Reibrolle 55 freigegebene Steuerscheibe 88, welche vom Abblenden her eine Stellung einnimmt, in welcher der Schalter 86 geöffnet ist, wird von der an ihr angreifen den Feder 91 in die gezeigte Ausgangslage zurückge stellt. Dabei schliesst die Scheibe 88 den Schalter 86, so dass der Motor 12 in der zum Vorwärtstransport des Films erforderlichen Richtung anläuft. Gleichzeitig öff net sich die bisher geschlossene Blende allmählich wie der, wodurch der Szenenanfang langsam heller wird.
Die beim Abblenden in der Kassette 32 gebildete Filmschleife S wird bei laufender Kamera vom Auf wickeldorn 31 mitgenommen, da dessen Geschwindigkeit im Interesse des Straffhaltens des Films höher bemessen ist als die vom Greifer 8 bestimmte Filmtransportge- schwindigkeit.
Nachdem die Schleife S vom Aufwickeldorn 31 voll ständig aufgenommen ist, strafft sich der Film und die zwischen den Zahnrädern 26, 27 befindliche Reibungs kupplung kommt wieder zur Wirkung.
Die vorstehend geschilderte Arbeitsweise der in Fig. 3 gezeigten Vorrichtung gilt sinngemäss auch für die Bau arten nach den Fig. 1 und 2. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass dort die Dauer des Stillsetzens des Aufwickeldorns 31 nicht automatisch durch ein Zeit schaltwerk, sondern von Hand gesteuert wird, indem der Gerätebenutzer den niedergedrückten Sperrschieber 40 bzw. den Schieber 48 nach einer bestimmten Zeitspanne wieder loslässt.
Ausserdem wird bei der Anordnung nach Fig. 2 das den Mitnehmerstift 30' tragende Zahnrad 28' zum Stillsetzen des Aufwickeldorns nicht gesperrt, son dern beim Betätigen des Schiebers 32 vom Kameramotor 15 entkuppelt, indem das Zahnrad 27' vom Zahnrad 28' abgehoben wird. Eine solche Entkupplungsvorrichtung könnte auch bei der Bauart nach Fig. 3 anstelle der dort gezeigten Sperrvorrichtung verwendet werden.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wurde eine Möglichkeit geschaffen, um bei Laufbildkameras, deren vom Kameramotor angetriebener Filmaufwickeldorn mit einer Rücklaufsperre versehen ist, ein Rückspulen des Filmes zu gestatten, ohne in die Rücklaufsperre selbst eingreifen zu müssen. Besondere Bedeutung hat der Vor schlag für Kassettenkameras, bei denen die auf den Auf wickeldorn einwirkende Rücklaufsperre von der Kamera nicht zugänglich im Kassetteninneren untergebracht ist.