Bremsvorrichtung für Fahrräder mit abwärts gebogenem Lenker Bekanntlich unterscheidet man .bei Fahrrädern drei Typen von Lenkstangen, nämlich aufwärts gebogene, flache und abwärts gebogene Lenkstangen. Ferner ist es bekannt, dass Fahrräder für Bahn- und Strassenrennen, bei denen hohe Geschwindigkeiten gefordert werden, sowie Tourenräder, mit denen zudem grosse Distanzen gefahren werden, vornehmlich mit abwärts gebogener Lenkstange ausgerüstet sind. Der abwärts gebogene Lenker ermöglicht ein beständiges und wirkungsvolles Fahren, das den Fahrer bei geeigneter Wahl der Griff stellung am Lenker entsprechend der Fahrbedingungen oder -absichten, z.
B. beim Beschleunigen oder beim Übergang von einer ebenen in eine geneigte Bahn, nur wenig ermüdet.
Der .abwärts gebogene Lenker besteht, wie im ein zelnen später erläutert wird, aus einem im wesentlichen horizontalen, geraden Lenkstangenteil, der am Gabel schaft des Vorderrades derart angebracht ist, dass er den Gabelschaft im rechten Winkel kreuzt, und den im wesentlichen U-förmig gebogenen Lenkstangenteilen, die sich von den beiden Enden des geraden Lenkstan- genteils nach vorn erstrecken. Der Bremshebel ist in der Regel in der mittleren Partie der gebogenen Lenk stangenteile oder etwas oberhalb davon mit einer Schelle an denselben befestigt.
Damit sind die Bremshebel in der genannten Lage fixiert, während jedoch der Fahrer beim Fahren auf ebener oder geneigter Bahn oder beim Antritt zu einer Geschwindigkeitsänderung von langsamer auf mittlere und dann auf hohe Geschwindig keit auf solchen Bahnen die Lenkstange an geeigneten Stellen am geraden oder an den gebogenen Lenkstangen teilen erfasst, um die beste Griffstelle bezüglich der jeweils vorliegenden Fahrbedingung oder -absieht ein zunehmen.
Dem Fahrer ist es demnach nicht immer möglich, die an festen Orten befindlichen Bremshebel gleichzeitig mit beiden die Lenkstange haltenden Hän den zu betätigen, und zwar infolge der Entfernung zwischen den Griffstellungen und den Bremshebeln oder der unterschiedlichen Winkellage derselben. Somit muss der Fahrer zuweilen den einmal .gefassten Griff seiner Hände lösen und an die Bremshebel verlegen, anstatt diese sofort betätigen zu können.
Eine derart unsichere Bedienungsweise verhindert sanftes .Fahren und kann zu Schwankungen des Fahrrades oder zu einer momen tanen Unterbrechung der Handsteuerung führen, wo durch das .Fahrrad zu Fall kommen oder mit anderen Fahrzeugen oder Fussgängern kollidieren kann. Im Hin blick auf die Tatsache, dass vorherrschend Fahrräder für hohe Geschwindigkeiten mit abwärts gebogenem Lenker ausgerüstet sind, ist der Verlust einer angemessenen Bremszeit als Folge :einer mangelhaften Bremsbetäti gung besonders schwerwiegend.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, .die genannten Nachteile zu eliminieren. Um die Bremshebel am ab wärts gebogenen Lenker korrekt und rechtzeitig betäti gen zu können und Unterbrüche in der Handsteuerung zu vermeiden, sind gemäss der Erfindung im wesent lichen L-förmige Hilfshebel vorgesehen, von denen jeder einen parallel zum gebogenen Lenkstangenteil und einen parallel zum geraden, Lenkstangenteil verlaufenden Arm aufweist, und ein Teil jedes Hilfshebels steht mit einem Teil .des am Lenker .angebrachten Bremshebels derart in Wirkverbindung,
dass der Bremshebel .aus jeder Griffstellung am Lenker mittels des Hilfshebels betätigt werden kann.
Der Fahrer kann auf diese Weise beim Notwendig werden einer Bremsung vom geraden oder von den gebogenen Lenkstangenteilen,aus sofort,die Bremshebel leicht und sicher mittels der genannten Hilfshebel be tätigen, und zwar unter Beibehaltung der Griffstellung seiner Hände am Lenker, und durch angemessene Bremsbetätigung die Geschwindigkeit herabsetzen oder das Fahrrad zum Stillstand bringen. Dies erweist sich als hilfreich zur Gewährleistung hinreichender Sicherheit beim schnellen Fahren oder .beim Fahren .im dichten Stadtverkehr.
Auf diese Weise wird es dem Fahrer ermöglicht, jede gewünschte Griffstellung am Lenker einzunehmen, je nach Zweck und Forderung der Fahrt. Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der Er findung an Hand der Zeichnung näher erläutert; in dieser bedeuten:
Fig. 1 bis 6 Seitenansichten eines gebräuchlichen, abwärts gebogenen Lenkers, welche die verschiedenen, dem Gebrauchszweck und der Fahrbedingung entspre chenden Griffstellungen am Lenker veranschaulichen, Fig. 7 perspektivische Ansicht der rechten Seite eines Lenkers, in der eine Ausführungsform dargestellt ist, bei der ein Teil des Hilfshebels mit einem Teil des Bremshebels in Eingriff steht, Fig. 8 perspektivische Ansicht eines an der linken Seite des Lenkers zu montierenden Hilfshebels und der Bremsvorrichtung mit Montageschelle, Fig. 9 Ansicht in grösserem Massstab mit Einzel heiten des Hilfshebels,
Fig. 10 Schnitt nach der Linie 10-10 in Fig. 9, Fig. 11 perspektivische Ansicht der rechten Seite eines Lenkers, in der eine Ausführungsform dargestellt ist, bei der der Hilfshebel mit dem Bremshebel direkt gekuppelt ist.
Die Fig. 1 bis 6 zeigen einen abwärts gebogenen Lenker gebräuchlicher Bauart und veranschaulichen die korrekten Griffstellungen am Lenker gemäss den Fahr bedingungen und -zwecken. In den übrigen Figuren ist mit 21 der gerade Lenkstangenteil bezeichnet, der in seiner Mitte mit dem oberen Ende des Gabelschaftes des Vorderrades verbunden ist. Die im wesentlichen gleichmässig U-förmig gebogenen Lenkstangenteile 22 erstrecken sich im wesentlichen rechtwinklig zum gera den Lenkstangenteil 21, von dessen beiden Enden nach vorn.
Der Träger 23 der Bremsvorrichtung ist an der Vorderseite oben am gebogenen Lenkstangenteil 22 befestigt. Der Bremshebel 24 ist .am Träger 23 schwenk bar gelagert. .Am einen Ende des Bremshebels 24 ist das Ende eines mit der Bremsbacke des Vorderrades verbundenen Betätigungskabels befestigt, welches durch Federn oder andere Mittel im gestreckten Zustand ge halten wird und bei den herkömmlichen abwärts gebo genen Lenkern und Bremsvorrichtungen vorn über den gebogenen Lenkstangenteil hinausragt.
In Fig. 1 ist eine Griffstellung für das Fahren auf ebenem Boden oder mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/Std. dargestellt. In diesem Fall fasst der Fahrer den Lenker am geraden Lenkstangenteil 21. Fig. 2 veranschaulicht den Fall beim Fahren an einer mässigen Steigung oder auf einer etwas holprigen Strasse oder mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 bis 30 km/Std. In diesem .Fall fasst der Fahrer den Lenker, vorzugsweise am gebogenen Lenkstangenteil 22, nahe am Träger 23 der Bremsvorrichtung.
Die Griffstellung nach Fig. 3 kommt zur Anwendung bei einer Fahr geschwindigkeit von mehr als 30 km/Std. oder an einer grösseren Steigung, wobei der Fahrer den Lenker dort fasst, wo sich die Träger 23 befinden. Der Fahrer hat in diesem Fall zudem eine Haltung einzunehmen, als ob er den Lenker ,gegen die Brust reissen wollte, und kräftig in die Pedalen zu treten.
Da ein oder mehrere Finger jeder Hand den Träger 23 umfassen, können sie die Bremshebel 24 leicht erreichen, so dass der Fahrer die Bremshebel zur Einleitung einer Bremsung in der in Fig. 4 dargestellten Art betätigen kann. Fig. 5 zeigt die bevorzugte Griffstellung beim Fahren mit besonders hoher Geschwindigkeit oder an extrem steiler Steigung oder auf sehr schlechter Strasse. Unter diesen Umstän den ist es von Vorteil, den Lenker am unteren Schenkel des gebogenen Lenkstangenteils 22 zu fassen, wie das in Fig. 5 dargestellt ist.
Auch in diesem Fall kann wenigstens einer der Finger einer Hand oder beider Hände in dieser tiefen Griffstellung die Bremshebel 24 leicht erreichen, so dass die Bremshebel sanft betätigt werden können. Wie .aus der Zeichnung ersichtlich ist, können aus den Griffstellungen gemäss den Fig. 1 und 2 die Finger :der den geraden Lenkstangenteil 21 bzw. den gebogenen Lenkstangenteil 22 umfassenden Hände die Bremshebel nicht erreichen.
Es ist vielmehr nötig, dass der Fahrer seine Hände der Lenkstange entlang gleiten lässt oder den Griff seiner Hand oder beider Hände für einen Moment löst, um die Bremshebel 24 zu ergreifen. Offensichtlich kann eine derartige Handhabung infolge ,der damit verbundenen Unterbrechung der Steuerung zum Schlingern oder zur Unstabilität des Fahrrades führen, ferner zu einer Verlängerung der Bremszeit oder anderen Ereignissen mit ungünstigem Ausgang.
Um diese bekannten Nachteile zu vermeiden, ist gemäss den Fig. 7 und 8 ein Hilfshebel 27 vorgesehen, der aus Metall oder einem anderen festen, stabförmigen Material besteht und einen parallel zum gebogenen Lenkstangenteil 22 verlaufenden Arm 25 und einen zum geraden Lenkstangenteil 21 parallel verlaufenden Arm 26 aufweist. Die aus einem Stück geformten Arme 25 und 26 ergeben die im wesentlichen L-för- mige Gestalt des Hilfshebels.
Der Kopf 28 dieses Hilfs hebels 27 ist an einer Seitenwand des Trägers 23 auf einer Schraube 30 drehbar gelagert. Ein vom Kopf 28 ausgehender Kupplungsarm 31 trägt eine Mitnehmer- lasche 31', die zwischen dem Kopf 32 des Bremshebels 24 und der .Führungsmuffe 33 des Trägers 23 liegt. Die Einzelheiten dieser Anordnung gehen aus den Fig. 9 und 10 hervor. Danach bildet der Träger 23 ein Gehäuse mit einer Öffnung 34.
Zwischen den beiden Seitenwänden 29 desselben ist eine Hebelachse 35 mit Hilfe der Schraube 30 und einem auf der gegenüber- ligenden Seite eingesetzten Sperrzapfen 37 befestigt, unter Verwendung von Zwischenlagen aus Kunststoff, wie Nylon oder dergleichen. Auf dieser Hebelachse 35 sind die beiden Seitenwände 32' des Bremshebelkopfes 32 drehbar gelagert. Eine Spannschraube 38, welche quer durch die Hebelachse 35 verläuft, ist in die Spannplatte 40 einer Schelle 39 eingeschraubt, welche den ;gebogenen Lenkstangenteil 22 umfasst und auf diese Weise den Träger 23 am Lenker fixiert.
Ferner ist eine Feder 41 vorhanden, .die den Bremshebel 24 im Uhr zeigersinn zu drehen sucht und in der in Fig. 9 dar gestellten Lage hält, wobei die Mitnehmerlasche 31' am Kupplungsarm 31 des Hilfshebels 27 durch den Brems hebelkopf 32 gegen die Führungsmuffe 33 des Trägers 23 gedrückt wird. 42 ist eine Öse am Bremshebel 24 zum Einhängen des Kabels für die Betätigung der Bremsbacke am Vorderrad. Da der Mechanismus zur Betätigung der Bremsbacke durch einen solchen Brems hebel und Kabelzug von herkömmlicher Art sein kann, ist dieser hier nicht dargestellt.
Obgleich in den Figuren nur eine Seite des Lenkers dargestellt ist, sind selbst verständlich auf beiden Seiten des Lenkers Hilfshebel 27 in symmetrischer Anordnung am gebogenen Lenk- Im 22 vorgesehen.
Die Fig. 11 zeigt eine Ausführungsform, bei der der Kupplungsarm des Hilfshebels 27 mit dem Kopf 32 des Bremshebels 24 durch eine Schraube 43 direkt gekuppelt ist. Im übrigen ist die Ausführung vollständig gleich wie bei dem in den Fig. 7 bis 10 gezeigten Beispiel. 44 ist der Gabelschaft und 45 das Betätigungs kabel.
Gemäss der Ausführungsform nach den Fig. 7 bis 10 ist also zusätzlich zum normalen Bremshebel 24 ein Hilfshebel 27 vorgesehen, bestehend aus einem Arm 25, der parallel zum gebogenen Lenkstangenteil 22 verläuft und den von der U-Form desselben umgrenzten Raum überbrückt, und einem Arm 26, der unter dem geraden Lenkstangenteil 21 liegt und parallel zu diesem verläuft, wobei diese beiden Arme 25 und 26 zusammen die L-förmige Gestalt des Hilfshebels bilden.
Auf diese Weise ist es dem Fahrer möglich, die normalen Brems hebel 24 durch Bedienung dieser Hilfshebel 27 von den verschiedenen Griffstellungen aus leicht und sicher zu betätigen. Beispielsweise kann, wenn der Fahrer gemäss Fig. 1 am geraden Lenkstangenteil 21 Griff fasst, ein Finger oder eine Mehrzahl von Fingern der in dieser Griffstellung verbleibenden Hand den unter dem gera den Lenkstangenteil 21 und parallel zu diesem verlau fenden Arm 26 des Hilfshebels 27 erreichen.
Wenn der Arm 26 gegen den geraden Lenkstangenteil 21 gezogen wird, dreht sich -der Kopf 28 um die Schraube 30, wodurch der Kupplungsarm 31 im Gegenuhrzeigersinn (Fig. 9) gedreht wird und dabei bewirkt, dass der Kopf 32 des Bremshebels 24 in der gleichen Drehrich tung bewegt wird. Hierbei wird der Bremshebel 24 im Gegenuhrzeigersinn (Fig. 9) um die Hebelachse 35 gedreht. Dadurch wird die gleiche Wirkung, nämlich die Betätigung der Bremse, erreicht, wie wenn der Sporn 46 des Bremshebels 24 erfasst und einwärts ge zogen wird.
Es ist somit nicht nötig, dazu die den Lenker fassenden Hände zu verschieben.
Im Beispiel nach Fig. 2 kann der Fahrer mit einem oder einer Mehrzahl Finger seiner Hand bzw. Hände, welche die Oberseite des gebogenen Lenkstangenteils 22 umfassen, den zu diesem parallel verlaufenden Arm 25 des Hilfshebels 27 erreichen, so dass offensichtlich die gleiche Bremsbetätigung durch Ziehen des Armes 25 gegen den geraden Lenkstangenteil 21 erzielt werden kann, wie oben beschrieben. In den Fällen nach den Fig. 3 bis 6 können die Bremshebel 24 direkt betätigt werden.
Es ist aber auch möglich, mit anderen Fingern die Arme 25 der Hilfshebel 27 zu betätigen, so dass, je nach der Situation wahlweise entweder die Bremshebel 24 direkt oder über die Hilfshebel 27 betätigt werden können. Beim Betätigen der normalen Bremshebel 24 durch Ziehen des Sporns 46 nach innen sind die Hilfs hebel 27, welche in ihren Ruhestellungen verbleiben, nicht hinderlich. Im Beispiel nach Fig. 11 kann die Betätigung in der gleichen Weise vorgenommen werden wie im Beispiel nach den Fig. 7 bis 10. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Hilfshebel 27 über die Kupplungsarme 31 direkt mit dem Kopf 32 der Brems- hebet 24 gekuppelt sind.
Offensichtlich sind die erziel ten Wirkungen in beiden Fällen vollkommen identisch.
Wie sich den beschriebenen Ausführungsbeispielen entnehmen lässt, ist es mit der vorliegenden Erfindung möglich, eine Bremsvorrichtung für einen abwärts ge bogenen Lenker zu bauen, bei der ohne Rücksicht auf die jeweilige Griffstellung der Hände die Betätigung der von den Griffstellungen .entfernten Bremshebel 24 einfach durch Bewegen eines oder mehrerer Finger der Hände .dank dem Vorhandensein der Hilfshebel 27 sicher ausgeführt werden kann.
Durch .die Anbringung der im wesentlichen L-förmigen Hilfshebel 27 mit einem zum geraden Lenkstangenteil 21 parallel ver laufenden Arm 26 und einem zum gebogenen Lenk stangenteil 22 parallel verlaufenden Arm 25 liegt näm lich jeder Bremshebel 24 bei jeder Griffstellung über die Arme 25 und 26 im Griffbereich der Finger des Fahrers. Dies ermöglicht, die Bremsbetätigung, welche oft rasch ausgeführt werden muss, rechtzeitig einzulei ten.
Es ist zu bemerken, dass die Köpfe 28 der Hilfs- hebel 27 drehbar gelagert sind, so dass das ganze Gebilde gemäss den Hebelgesetzen arbeitet. Somit lässt sich die :Übertragung der erforderlichen Kraft auf die Kupplungsarme 31 ohne weiteres bewerkstelligen und die zur Betätigung der Bremshebel 24 benötigte Kraft mühelos erreichen. Die beschriebenen Anordnungen er geben eine sichere Bremsung des Fahrrades beim Fahren mit hoher Geschwindigkeit oder an steilem Gefälle und gewährleisten ein gefahrloses Fahren.
Es ist deshalb auf diese Weise möglich, verschiedene durch den Ver kehr und durch .Hindernisse bedingte Gefahren, denen der Fahrer auf einem Fahrrad für schnelles Fahren und mit dieser Art von abwärts gebogenem Lenker aus gesetzt ist, zu vermindern.