Verfahren zur Herstellung einer magnetischen Registrierschicht
Für die magnetische Tonregistrierung, Datenregistrierung und Bildregistrierung werden magnetische Registrierbänder verwendet.
Magnetische Registrierbänder bestehen üblicherweise aus einer ferromagnetischen Registrierschicht und aus einem biegsamen Träger, auf den diese Registrierschicht aufgetragen wird. Diese ferromagnetische Registrierschicht besteht normalerweise aus magnetisierbaren Partikeln, die homogen in einem nichtmagnetischen Bindemittel verteilt sind.
Der biegsame Träger wird allgemein aus Cellulosetriacetat, Polyvinylchlorid oder aus biaxial symmetrisch oder asymmetrisch gestrecktem Polyäthylenterephthalat hergestellt.
Normalerweise wird die ferromagnetische Registrierschicht auf den Träger aus einer Dispersion von magnetisierbaren Partikelchen, meistens r-Fe2o3 in einer Lösung eines Bindemittels, wie Polyvinylacetat, Mischpolymeren von Vinylchlorid und Vinylacetat, Celluloseester, nachchloriertes Polyvinylchlorid, Mischpolymeren von Butadien und Acrylonitril oder selbsthärtende Polymeren vergossen.
Die ferromagnetische Dispersion wird auf den Träger beispielsweise gemäss dem Rakelverfahren, dem Walzenstreichverfahren oder dem Tiefdruck Offset-Verfahren aufgetragen. Diese Giesstechniken sind in Verein Deutscher Ingenieure, Bd. 100, Nr. 13, S. 545-548 beschrieben.
Nach dem Auftragen wird die ferromagnetische Schicht getrocknet und gegebenenfalls kalandriert.
Weil das Anwendungsgebiet des magnetischen Registriermaterials immer mehr erweitert wird, sind die magnetischen Registrierschichten steigenden Erfordernissen hinsichtlich der Verschleissfestigkeit, Glätte und Füllfaktors der magnetisierbaren Partikelchen ausgesetzt.
Die Wichtigkeit der Verschleissfestigkeit liess sich besonders beim Einführen der Bildregistrierung gelten.
Bei der Anwendung der Bildregistrierung gibt es eine solche grosse relative Geschwindigkeit zwischen den Aufnahmeköpfen und dem Registrierband, dass die konventionellen Tonbänder der auftretenden Reibung nicht widerstehen können. Sogar ist der geringste Verschleiss in dieser Technik schon schädlich, weil das losgeriebene ferromagnetische Pulver sogenannte Pegeleinbrüche oder drop-outs verursacht. Aus demselben Grund ist die Pulverabsetzung für die Datenregistrierung nachteilig. Die Verschleissfestigkeit spielt heute auch bei der Tonregistrierung eine steigend wichtige Rolle durch das Einrühren der 4-Spurentechnik, ganz besonders weil das Geräusch, das durch das losgeriebene Pulver veranlasst wird, durch die Verringerung der Spurbreite erhöht wird.
Die Glätte der Oberfläche ist sehr wichtig für die ausgezeichnete Wiedergabe der Signale bei kurzen Wellenlängen, weil der magnetische Fluss bei zunehmender Entfernung zwischen dem Aufnahmekopf und der magnetischen Schicht stark vermindert. Beispielsweise kann man nach den heute geltenden Theorien berechnen, dass eine Entfernung von 1 u zwischen dem Band und dem Aufnahmekopf einen Wiedergabeverlust von 5 bis 6 db für eine Wellenlänge von 10 cz (9000 Hz bei einer Bandgeschwindigkeit von 9 cm/Sek.) verursacht. Es ist daher ganz klar, dass Unebenheiten in der Oberfläche, die Wiedergabe bei kurzen Wellenlängen erheblich vermindern, und dass örtliche Aggregate oder Staubpartikelchen zu Pegeleinbrüchen (drop-outs) Veranlassung geben.
Eine glatte Oberfläche hat auch den weiteren Vorteil, eine höhere Abriebfestigkeit zu ergeben, wodurch die Lebensdauer der Aufnahmeköpfe verlängert wird.
Durch den Füllfaktor der magnetisierbaren Partikelchen in der ferromagnetischen Registrierschicht bedeutet man das Volumenprozent ferromagnetischen Materials in der fertigen ferromagnetischen Schicht.
Der Füllfaktor bestimmt die Remanenz der ferromagnetischen Schicht, ausgedrückt in Fluss pro mm2 des Durchschnittes der ferromagnetischen Schicht.
Die Empfindlichkeit des Bandes erhöht mit dem remanenten Fluss. Die Menge remanenten Magnetismus ist eine Funktion des Füllfaktors und der Schichtdicke, insofern letztere durch das Signal völlig benutzt wird.
Die Dicke der ferromagnetischen Schichten variiert je nach der Anwendung und liegt zwischen 8 und
18 Xt. Solche Dicken werden nur bei der Registrierung von Niederfrequenzsignalen völlig benutzt. Bei der Registrierung von Hochfrequenzsignalen wird nur eine kleine Tiefe, von der Oberfläche der ferromagnetischen Schicht herab, zur Signalwiedergabe beitragen.
Daher ist ein erhöhter Füllfaktor bei der Wiedergabe von Hochfrequenzsignalen sehr wichtig. Dies gibt den Vorteil, dass bei Verminderung der Dicke der ferromagnetischen Schicht die Frequenzcharakteristik des Bandes erheblich verbessert wird.
Es ist bekannt, dass ferromagnetische Registrierschichten, in denen das ferromagnetische Pulver in selbsthärtenden Polymeren dispergiert ist, eine hohe Verschleissfestigkeit besitzen (vgl. Fritz Winckel, Technik der Magnetspeicher, Springer-Verlag, 1960, Seite 486). Die zu diesem Zweck verwendeten selbsthärtenden Polymeren sind durch eine räumliche Struktur gekennzeichnet. Als Beispiele solcher Harze seien Harnstoff-Formaldehydharze, Melaminharze und Reaktionsprodukte von mehrbasischen Isocyanaten und Polyoxyverbindungen erwähnt. Letztere sind mehr im einzelnen in der deutschen Patentschrift Nr. 841 225 beschrieben.
Die Anwendung der Polymerisierungstechnik in situ bei der Herstellung der ferromagnetischen Schichten weist jedoch den Nachteil auf, dass keine sehr glatten Registrierschichten gebildet werden, und dass infolgedessen die gebildeten Schichten in Techniken und Geräten, die eine sehr hohe Glätte der Registrierschicht erfordern, nicht anwendbar sind.
Weiter ist es allgemein bekannt, dass der Füllfaktor der magnetisierbaren Partikelchen oder Teilchen und die Glätte der Registrierschicht durch Kalandrieren verbessert werden können (vgl. die amerika nische Patentschrift Nr. 2 525 601, Spalte 4, Z. 38-44).
Um den Füllfaktor der magnetisierbaren Teilchen und die Glätte durch Kalandrieren zu verbessern, muss man erst über ein plastisches Bindemittel verfügen.
Es ist weiter auch bekannt, dass man bei der Orientierung der ferromagnetischen Partikelchen, mehr insbesondere wenn nadelförmiges y-FezOs als magnetisierbares Material verwendet wird, über ein genügend lösliches Bindemittel verfügen muss, damit nach dem Auftragen der Registrierschicht die nadelförmigen ny-Fe203-Partikelchen in dieser noch feuchten Schicht genügend beweglich seien.
Es wurde nun ein Verfahren gefunden, gemäss dem das Problem für das Erhalten einer magnetischen Registrierschicht mit orientierten magnetisierbaren Teilchen, einem erhöhten Füllfaktor der magnetisierbaren Teilchen, einer besseren Glätte und Verschleissfestigkeit, gelöst wird. Dieses Verfahren umfasst das Auftragen auf einen Träger einer Dispersion, die aus magnetisierbaren Teilchen in einer Lösung eines völlig latenten Polyisocyanats und eines Bindemittels besteht, das gegenüber Isocyanatgruppen reaktionsfähige Gruppen enthält, das Orientieren der magnetisierbaren Teilchen bevor der Härtungsreaktion des Polyisocyanats mit dem Bindemittel, und das Kalandrieren der Registrierschicht vor und/oder während der Härtungsreaktion des latenten Polyisocyanats mit dem Bindemittel.
Durch völlig latentes Polyisocyanat bedeutet man das Reaktionsprodukt der Additionsreaktion einer reaktionsfähige Methylengruppen enthaltenden Verbindung zu allen Isocyanatgruppen eines Polyisocyanats.
Von diesem latenten Polyisocyanat wird das freie Polyisocyanat durch Abspalten der eine aktive Methylengruppe enthaltenden Verbindung durch Erhitzen, meistens zwischen 100 und 2000 C, regeneriert. In freiem Zustand reagieren die Polyisocyanate mit den aktiven Gruppen beispielsweise den Hydroxylgruppen des Bindemittels.
Die Orientierung der magnetisierbaren Teilchen findet vorzugsweise in der aufgetragenen Registrierschicht während der Verdampfung des Lösungsmittels für das Bindemittel statt.
Das Kalandrieren wird ausgeführt, bevor die Reaktion des völlig latenten Polyisocyanats mit dem Bindemittel beendet ist, d. h. ehe das Bindemittel wegen dieser Reaktion seinen thermoplastischen Charakter verloren hat, und vorzugsweise ehe diese Reaktion stattfindet.
Wenn die Polymerisationstechnik in situ > , wie beschrieben in der deutschen Patentschrift Nr. 841 225, angewendet wird, ergibt das Kalandrieren keine praktische Verbesserung der Glätte und des Füllfaktors der magnetisierbaren Teilchen. Dies ist wahrscheinlich auf die schnelle Reaktion der freien Polyisocyanate mit den obenbeschriebenen Polyoxyverbindungen zurückzuführen, wodurch schon während der Trocknung und vor dem Kalandrieren ein Bindemittel mit räumlicher Struktur, d. h. ohne plastischen Charakter, erhalten wird.
Bei der Herstellung einer erfindungsgemässen Registrierschicht wird jedoch ein sehr zweckmässiger Füllfaktor oder hoher Gehalt an magnetisierbaren Teilchen in dieser Schicht erzielt. Solcher zweckmässige Füllfaktor, d. h. solcher hohe Gehalt an magnetisierbaren Teilchen, ist von grosser Bedeutung bei der Anwendung von formanisotropischem ferromagnetischem Pulver z. B. nadelförmigem y-Fe203. Durch die ungeordnete Lagerung der nadelförmigen Partikelchen werden mikroskopische Poren gebildet, die bis zu 50 Volumprozenten der Registrierschicht einnehmen können. Das Orientieren der Teilchen und dar auffolgendes Kalandrieren der Registrierschicht ergeben hier eine erhebliche Verbesserung.
Dies ist sehr wichtig, weil bei der Herstellung der ferromagnetischen Registrierschichten nadelförmiges y-Fe203 wegen seiner höheren Koerzitivkraft dem nicht nadelförmigen y-Fe203 vorgezogen wird. Die Orientierung der nadelförmigen Teilchen wird während der Trocknung der magnetischen Registrierschicht bei einer niedrigeren Temperatur als der Reaktionstemperatur des latenten Polycyanats vorgenommen. Bei der Ver wendung von nadelförmigem y-Fe208 wird durch die
Orientierung der Teilchen in dem noch weichen und noch teilweise gelösten Bindemittel ein hoher und gleichmässiger Orientierungseffekt erhalten, der durch den Orientierungsfaktor ausgedrückt wird. Durch den Orientierungsfaktor bedeutet man das Verhältnis zwischen dem in der vorgezogenen Richtung (d. h.
Achse leichter Magnetisierung) gemessenen Remanenzwert und dem in einer darauf senkrecht stehenden Richtung gemessenen Remanenzwert.
In dieser Hinsicht wurde festgestellt, dass die Reaktion von freien Polyisocyanaten mit dem Bindemittel, die rheologischen Eigenschaften der gerade aufgetragenen und noch Lösungsmittel enthaltenden Registrierschicht sehr stark beeinflusst, und auch dass die Variierungen des Orientierungsfaktors deren der rheologischen Eigenschaften proportional sind.
Es kann daraus geschlossen werden, dass das erfindungsgemässe Verfahren für die Herstellung von orientiertem magnetischem Registriermaterial, z. B. dem nadelförmiges y-Fe203 einverleibt ist, besonders geeignet ist.
Ausserdem hat das erfindungsgemässe Verfahren bedeutende Vorteile über den bekannten Verfahren, nach denen Isocyanate verwendet werden, weil die latenten Polyisocyanate nicht giftig sind und als niedrigviskose und homogene Giesszusammensetzungen auf den Träger aufgetragen werden können.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine ferromagnetische Registrierschicht auf einen biegsamen Träger aus einer Dispersion von nadelförmigem ferromagnetischem y-Fe208 in einer Lösung eines latenten Polyisocyanates und eines thermoplastischen Bindemittels, das imstande ist, mit freien Isocyanatgruppen zu reagieren, aufgetragen. Vor dem Auftragen wird die Dispersion durch Filtrieren von groben Partikelchen, die eventuell nach dem Mahlen zurückgeblieben sind, befreit.
Nach dem Filtrieren. wird die Dispersion entlüftet und nach einem bekannten Verfahren aufgetragen.
Zum Orientieren des nadelförmigen ferromagnetischen Pulvers durchläuft die noch Lösungsmittel enthaltende Registrierschicht bald nach ihrem Auftragen ein Solenoid, das eine magnetische Feldstärke von ungefähr 1000 Oe hat. Nach dem Verdampfen des Lösungsmittels wird die Registrierschicht kalandriert und gleichzeitig oder nachher erhitzt. Vorzugsweise während des Kalandrierens wird die Registrierschicht für das Erweichen des Bindemittels zum Auffüllen der Öffnung zwischen den Pulverteilchen und dem Bindemittel erhitzt, aber es soll darauf geachtet werden, dass die Temperatur unter der Reaktionstemperatur des latenten Polyisocyanats bleibt.
Die Reaktion des latenten Polyisocyanats und des thermoplastischen Bindemittels kann schon unter Abspalten der aktive Methylengruppen enthaltenden Verbindung durch die Wärmebehandlung während des Kalandrierens anfangen. Diese Reaktion aber darf nicht zu weit voranschreiten, weil der plastische Charakter der Schicht während des Kalandrierens behalten bleiben muss.
Vorzugsweise wird die magnetische Schicht zwischen eine sehr glatte Metallwalze und eine elastische Papierwalze kalandriert. Auf diese Weise erzielt man eine Registrierschicht mit sehr glatter Oberfläche. Die Glätte der Oberfläche der Registrierschicht ist der Glätte der metallenen Kalanderwalze gleich. Die Kraft, die pro cm auf die Registrierschicht durch das Pressen der Registrierschicht zwischen den Walzen ausgeübt wird, ist relativ gering, nl. 10 bis 100 kg/cm.
Durch die Verwendung von nadelförmigem ferromagnetischem Pulver wird ein Durchbrechen der Nadeln in der Längsrichtung vermieden, weil dieses Phänomen dem Magnetband einen heterogenen magnetischen Charakter verleihen würde, und bei der Verwendung solcher Magnetbänder während der Tonwiedergabe einen störenden Echoeffekt veranlassen würde. Nach dem Kalandrieren wird die ferromagnetische Registrierschicht auf eine höhere Temperatur als die Reaktionstemperatur des latenten Polyisocyanats erhitzt. Vorzugsweise erfolgt die Härtungsreaktion bei einer höheren Temperatur als dem Erweichungspunkt des Bindemittels, das gegenüber Isocyanatgruppen reaktive Gruppen enthält. Die Erhitzung darf beispielsweise mittels eines Infrarotstrahlungselementes erfolgen.
Bei der Erhitzung der Registrierschicht darf die Temperatur an der Vorderseite des Trägers nicht höher sein als der Erweichungspunkt des Trägers.
Als Träger wird ein biaxial symmetrisch oder asymmetrisch gestreckter Polyäthylenterephthalat-Träger vorgezogen.
Um eine bessere Haftung der Registrierschicht auf dem Träger zu sichern, wird letzterer vorzugsweise mit einer Haftschicht versehen, die mit einer Seite an dem Träger und mit der anderen Seite an der Registrierschicht kräftig befestigt ist. Als Haftschicht für den Polyäthylenterephthalat-Träger wird eine aus einem Mischpoly[acrylonitril/vinylidenchlo- rid] (5/95) bestehende Haftschicht vorgezogen. Diese Haftschicht besitzt eine sehr gute Affinität sowohl für den Polyäthylenterephthalat-Träger als auch für die erfindungsgemäss hergestellte ferromagnetische Dispersionsschicht.
Als Bindemittel für das erfindungsgemässe Verfahren kann man eine thermoplastische makromolekulare Verbindung verwenden, die Gruppen enthält, die imstande sind, mit Isocyanatgruppen zu reagieren.
Als Beispiele solcher Gruppen kann man zitieren: Polymeren, die freie Hydroxyl- und/oder Carboxyl und/oder Amino- und/oder Sulfhydroxylgruppen enthalten. Unter den Polyoxyverbindungen sind die Celluloseester und Celluloseäther, die noch freie Hydroxylgruppen enthalten, z. B. Nitro-, Acetyl-, Propionyl-, Butyryl-, Acetylbutyryl-, Benzyl- und freie hydroxylgruppenhaltige Äthylcellulose besonders geeignet. Weiter können auch teilweise verseifte Polyvinylester, lösliche Reaktionsprodukte von Polyamiden und Epoxyharzen, und hydroxylgruppenhaltige Polyester wie die löslichen Reaktionsprodukte von hydroxylgruppenhaltigen Polyestern und Polyisocyanaten angewendet werden.
Schliesslich sind auch noch als Bindemittel geeignet: Polyvinylacetale mit einer Anzahl von freien Hydroxylgruppen, z. B. die nicht stöchiometrischen Reaktionsprodukte von Polyvinylalkohol und Butyraldehyd.
Als Lösungsmittel für diese Bindemittel können erwähnt werden: chlorierte niedere aliphatische Kohlenwasserstoffe, niedere aliphatische Alkohole und aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Toluol.
Erfindungsgemäss verwendbare latente Polyisocyanate sind u. m. die Additionsprodukte von niedermolekularen Alkylacetoacetaten, z. B. Äthylacetoacetat, und Polyisocyanaten, z. B. 1,4-Cyclohexyldiisocyanat oder 1,6-Hexandiisocyanat. Diese latenten Polyisocyanate weisen jedoch den Nachteil auf, dass beim Erhitzen der Registrierschicht die niedrigmolekulare Alkylacetatverbindung wegen ihrer Flüchtigkeit entweicht. Bei der Herstellung der Registrierschicht muss dieser Nachteil beseitigt werden, weil anders Poren und Unregelmässigkeiten in der ferromagnetischen Schicht entstehen. Das Entweichen z. B. von Äthylacetoacetat aus der Registrierschicht führt zum Einschrumpfen der Registrierschicht, was das Kräuseln des Magnetbandes verursacht.
Diese unerwünschten Phänomene können nun durch die Verwendung von einem Additionsprodukt eines Polyisocyanats, z. B. 2,4-Toluoldiisocyanats mit einem Malonsäureester oder Acetylessigsäureester eines Polyalkylenglykols der folgenden allgemeinen Formel beseitigt werden: HO-(7nO)n-R in der bedeuten: Z eine Alkylengruppe, z. B. eine Äthylengruppe oder eine Isopropylengruppe, R eine hinsichtlich einer Isocyanatgruppe inerte
Gruppe, z. B. eine Alkylgruppe, und n eine ganze Zahl von 1 bis 50.
Diese Ester sind nicht flüchtig und mit den erfindungsgemäss verwendeten Bindemitteln gut verträglich; ausserdem haben sie ein ausgezeichnetes Dispergiervermögen für das ferromagnetische Eisenoxyd.
Nach dem Abspalten durch Erhitzen bleiben diese Ester in der Registrierschicht und fördern ihre Biegsamkeit. Die auf solche Weise latent gemachten Polyisocyanate sind bis 100-1200 C stabil. Oberhalb dieser Temperatur werden die aktiven Methylenverbindungen abgespaltet, und reagieren die freigesetzten Polyisocyanate sehr schnell mit den reaktionsfähigen Gruppen der Bindemittel.
Als Beispiel der Herstellung der obenerwähnten nicht flüchtigen latenten Polyisocyanate wird nachfolgend die Herstellung des latenten Diisocyanats gegeben, das durch Anlagerung von 2,4-Toluoldiisocya- nat und Polyäthylenglykolmonolauratacetat erzeugt wird.
1 Mol Äthylacetacetat wird mit 1 Mol Polyäthylenglykolmonolaurat (Durchschnittsmolekulargewicht: 400) in Anwesenheit als Katalysator von 0,05 % Zinkacetat, bezogen auf das Gewicht des Äthylacetacetats, umgeestert. Unter Rühren wird diese Reaktionsmischung 2 Stunden bei 1600 C erhitzt. Nach dieser Zeitdauer ist die Umesterung praktisch beendet.
1 Mol dieses durch Umesterung hergestellten nicht flüchtigen Acetylessigsäureesters und 1 Mol 2,4 Toluoldiisocyanat werden bei Raumtemperatur vermischt. Unter Rühren wird 0,01 Mol Natriummethylat zugesetzt. Die Reaktion ist exotherm und wird fortgesetzt, bis die Mischung wieder die Raumtemperatur erreicht hat.
Diese Reaktionsmischung wird ohne weitere Behandlung in der Herstellung der ferromagnetischen Registrierschicht verwendet.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Die Teile sind Gewichtsteile.
Beispiel I
In einer Kugelmühle mahlt man die folgenden Ingredienzien 40 Stunden: y-Fe203 100 Teile
Polyvinylbutyral, das 4 >
88 % Vinylbutyralgruppen,
2,5 % Vinylacetatgruppen und
9,5 % Vinylalkoholgruppen enthält
1,2-Dichloräthan 187
Methanol 40 >
Dann setzt man dieser Mischung die folgenden Produkte zu:
Latentes 2,4-Toluoldiisocyanat, 6 Teile hergestellt wie oben erwähnt
Polyvinylbutyral, das 15 >
88 % Vinylbutyralgruppen,
2,5 % Vinylacetatgruppen, und
9,5 5% Vinylalkoholgruppen enthält 1,2-Dichloräthan 56 >
Methanol 12 *
Das Mahlen wird 20 Stunden angehalten, worauf die erhaltene Dispersion filtriert und entlüftet wird.
Ein Polyäthylenterephthalat-Träger wird zuerst mit einer Haftschicht beschichtet, die aus MischpoW[acrylo nitril/vinylidenchlorid] (5/95) besteht (die Viskosi tät einer 20% igen Lösung dieses Mischpolymeren in Methyläthylketon beträgt 200-1000 cP bei 20 0 C).
Dieses Mischpolymere wird auf den Träger aus einer 2,5 % igen Lösung in einer Mischung von Äthylacetat und Aceton vergossen (50/50).
Auf diese Haftschicht wird die Registrierschicht aus der vorangehenden y-Fe203-Dispersion aufgetragen.
Gerade nach diesem Auftragen durchläuft das noch feuchte Material ein Solenoid, in dem eine magnetische Feldstärke von 100 Oe erregt ist. Nach dem Verdampfen der Lösungsmittel beträgt die Dicke der Schicht 12 u. Die Schicht hat eine matte Oberfläche, d. h. weist das unglatte Aussehen eines üblich verwendeten Magnetbandes auf. Der Füllfaktor beträgt 30 Volumprozente.
Bei 800 C wird das Band mit seiner Registrierschicht gegen eine polierte mit Chrom bekleidete Walze gepresst und dann zwischen diese Walze und eine Papierwalze kalandriert. Die Kraft, die pro cm Berührungslinie zwischen den Walzen ausgeübt wird, beträgt 100 kg/cm. Nach dem Kalandrieren ist die Oberfläche der Registrierschicht spiegelglatt und der Füllfaktor ist auf 45 Volumteilen gesteigert.
Die kalandrierte Registrierschicht wird 1 Minute bei 1400 C mittels eines Infrarotstrahlungselementes erhitzt. Durch die Härtung, die während dieser Erhitzung stattfindet, wird der Registrierschicht eine ausgezeichnete Verschleissfestigkeit verliehen, ohne dass die Glätte und der Füllfaktor beeinträchtigt werden. Der Orientierungsfaktor der Registrierschicht beträgt 1,8.
Beispiel 2
Beispiel 1 wird wiederholt, es wird nun aber nicht-nadelförmiges y-FezOs verwendet, das durch Oxydation von nicht-nadelförmigem Eisen(II, III)hydroxyd (Fe2O4 . H2O) in einem Luftstrom bei 2500 C erhalten wird. Das Eisen(II, III)hydroxyd wurde nach dem Artikel von L. Vanino in Handbuch der präparativen Chemie Ed. III, S. 629 hergestellt. Nach der Trocknung hat die Registrierschicht eine matte Oberfläche und der Füllfaktor beträgt 40 Volumprozente. Nach dem Kalandrieren bei 1800 C ist die Schichtoberfläche spiegelglatt und beträgt der Füllfaktor 45 Volumprozente. Die Nachbehandlung mit Wärme vor dem Härten gibt der Schicht eine ausgezeichnete Verschleissfestigkeit, ohne dass irgendeine Anderung des Füllfaktors oder der Glätte auftritt. Der Orientierungsfaktor ist 1,0.
Beispiel 3
In einer Kugelmühle mahlt man die folgende Mischung 40 Stunden:
Nadelförmiges y-FezOs 100 Teile
Zinknaphthenat als Netzmittel 2 1,2-Dichloräthan 255 :
Dann setzt man der auf diese Weise erhaltenen Dispersion die folgenden Produkte zu:
Latentes 2,4-Toluoldiisocyanat 6 Teile hergestellt wie oben beschrieben Mischpoly[vinylchlorid/vinylacetat/ 15 vinylalkohol] (91/3/6)
Man verfährt für das Auftragen und das weitere Verarbeiten der Registrierschicht wie im Beispiel 1 beschrieben. Die Oberfläche der erhaltenen Registrierschicht ist spiegelglatt und ist sehr verschleissfest.
Der Füllfaktor beträgt 45 Volumprozente und der Orientierungsfaktor ist 1,8.
Beispiel 4
Das Bindemittel für das ferromagnetische Pulver wird wie folgt hergestellt:
8 Teile eines Epoxyharzes (Molekulargewicht 900), hergestellt durch Reaktion von Epichlorhydrin und 2,2-Di(4-oxyphenyl)-propan und 92 Teile VERS AMID 100 (Handelsname von General Mills Inc., Kankakee, Will., V.St.A. für ein Polyamidharz) werden in 97 Teilen Isopropanol gelöst und erhitzt, bis die Viskosität einen konstanten Wert erreicht hat.
38 Teile dieser so erhaltenen Lösung werden mit 4 Teilen latentem 2,4-Toluoldiisocyanat, hergestellt wie bereits beschrieben, gemischt.
Unter kräftigem Rühren wird diese Zusammensetzung einer 24 Stunden gemahlenen Dispersion zugesetzt, die aus den folgenden Produkten besteht: Nadelförmiges y-Fe208 100 Teile
Zinknaphthenat als Netzmittel 2
Toluol 155
Man verfährt für das Auftragen und das weitere Verarbeiten der Registrierschicht wie im Beispiel 1 beschrieben. Die Oberfläche der endgültigen Registrierschicht ist spiegelglatt, besitzt eine ausgezeichnete Verschleissfestigkeit und der Füllfaktor beträgt 50 Volumprozente. Der Orientierungsfaktor ist 1,8.