Verfahren und Einrichtung zur Überwachung von Achslagertemperaturen von fahrenden Eisenbahnfahrzeugen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur Überwachung von Achslager- temperaturen von fahrenden Eisenbahnfahrzeugen bei dem die infrarote Wärmestrahlung der Achslager- gehäuse der am Standort eines ortsfesten Messgerätes vorbeifahrenden Eisenbahnfahrzeuge mit Hilfe eines Empfangssystems gemessen und beim Überschreiten kritischer Temperaturen eine
Heissläufermeldung ausgelöst wird.
Es ist bekannt, das Empfangssystem in einer hori zontalen Ebene senkrecht zum Schienenstrang auf die Deckel der Achslagergehäuse auszurichten. Diese Ausrichtung hat den Nachteil, dass das Messergebnis nur richtig ist, wenn der Deckel geschlossen ist. Viel fach werden jedoch die aufklappbaren Deckel der Achslagergehäuse mit Gleitlagern nach dem Nachfül len von Schmierflüssigkeit nicht wieder geschlossen. Dann wird die höhere Temperatur der dabei sichtba ren Achse gemessen. Dabei kann eine Heissläufer- meldung bereits ausgelöst werden, wenn die Tempe ratur des Achslagergehäuses die kritische Temperatur noch nicht überschreitet.
Ferner ist es bekannt, die Richtung grösster Empfindlichkeit des Empfangssystems längs einer etwa parallel zum Schienenstrang verlaufenden und nach oben geneigten Geraden auszurichten. Hierbei wird die infrarote Strahlung der Seitenflächen der Achslagergehäuse überwacht.
Diese Ausrichtung hat zwar den Vorteil, dass fehlende oder offene Achsla- gergehäusedeckel die Messung nicht verfälschen kön nen; es besteht aber der Nachteil, dass zwei Empfangssysteme mit gegeneinander gerichteten Achsen und gesonderte Auslöseeinrichtungen für eine im Strahlengang jedes Empfangssystems ange ordnete Blende erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Messungen bei beiden Fahrrichtungen rich- tig erfolgen.
Bei Verwendung nur eines Empfangssy stems würde bei der einen Fahrrichtung die Strahlung der vornliegenden und bei der anderen Fahrrichtung die der hintenliegenden Teile der Achslagergehäuse gemessen werden. Diese Teile können aber infolge des Fahrwindes einen erheblichen Temperaturunter schied von 1Q C und mehr haben.
Die Erfindung zeigt einen Weg, wie die Nachteile der bekannten Verfahren und Geräte vermieden und ihre Vorteile vereinigt werden können. Gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren wird dies dadurch erreicht, dass von dem Messgerät diejenige Wärme strahlung gemessen wird, die vom unteren Teil der Achslagergehäuse ausgesendet und mittels minde stens eines ortsfesten Umlenkorgans, z. B. einem Spiegel oder Prisma, auf das Empfangssystem des Messgerätes geworfen wird.
Eine erfindungsgemässe Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist da durch gekennzeichnet, dass das Umlenkorgan zwi schen dem neben dem Schienenstrang aufgestellten Messgerät und der Bahn der Achslagergehäuse der vorbeifahrenden Fahrzeuge angeordnet ist und die vom unteren Teil der Achslagergehäuse in einer sen krecht zum Schienenstrang verlaufenden Ebene aus gehende Strahlung auf das im Messgerät angeordnete Empfangssystem wirft.
Bei einer Einrichtung gemäss der Erfindung kann unabhängig von der Fahrrich tung stets die Strahlung des gleichen unteren Teils eines Achslagergehäuses zum Überwachen der Achs lagertemperatur ausgenutzt werden, ohne dass durch einen offenen oder fehlenden Achslagergehäusedek- kel eine Verfälschung entsteht. Durch die Verwen dung mindestens eines Umlenkspiegels ist es ferner möglich, das eigentliche Messgerät weiter entfernt vom Gleis aufzustellen als ein Messgerät mit geneig ter Messrichtung. Hierdurch ist das Gerät besser gegen Beschädigung, Verschmutzung und Erschütte rungen geschützt.
Der Umlenkspiegel wird zweckmässigerweise in einem Gehäuse angebracht, dessen Ein- undAustritts- öffnungen durch je ein für wärmestrahlendurchlässi- ges Fenster verschlossen sind, um eine Verschmut zung des Spiegels während der Vorbeifahrt der Züge zu verhindern. Vor den Fenstern können auch noch mechanische Blenden angeordnet sein, die bei Annä herung eines Zuges geöffnet und erst nach Vorbei fahrt wieder geschlossen werden.
Auf das Fenster und die Klappe vor der Austrittsöffnung kann ver zichtet werden, wenn das Gehäuse für den Umlenk- spiegel mit dem Messgerät durch eine staub- und lichtdichte Abschirmung mechanisch zu einer Bauein heit verbunden ist. Das Gehäuse für den Umlenkspie- gel kann auf einem eigenen Sockel angeordnet sein, der sich dicht neben der Schiene befindet. Dies ist möglich, weil durch die Erschütterungen des Spiegels nur eine unwesentliche Verschiebung der Messfläche auf dem anvisierten Teil der Achslagergehäuse ent steht.
Um einen gesonderten Sockel für den Umlenk- spiegel zu ersparen, kann sein Gehäuse aber auch durch entsprechende Schienen und Verstrebungen am Sockel oder am Gehäuse des Messgerätes befe stigt sein.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren der Zeichnung dargestellt und nachste hend erläutert. Fig. 1 zeigt eine Einrichtung, bei der nur am Gleis ein Umlenkspiegel vorgesehen ist.
Bei der Einrichtung nach Fig. 2 ist ein weiterer Umlenkspiegel am Messgerät angeordnet.
In den Figuren sind gleiche oder gleich wirkende Teile mit denselben Bezugszeichen versehen.
Das Heissläufermessgerät 1, dessen Empfangssy stem 2 nur schematisch angedeutet ist, steht auf einem neben den Schienen angeordneten Sockel 3 ausserhalb des durch die gestrichelte Linie 4 angedeu teten Lichtraumprofils der passierendenFahrzeuge. In Fig. 1 werden die vom unteren Teil des schematisch dargestellten Achslagergehäuses 5 in einer senkrecht zur Schiene verlaufenden vertikalen Ebene ausge sandten Wärmestrahlen von dem Umlenkspiegel 7 auf das Empfangssystem 2 geworfen.
Die Empfangs richtung dieses Systems liegt ebenfalls in einer senk recht zur Schiene 6 verlaufenden Ebene. Der Um lenkspiegel 7 befindet sich in einem Gehäuse 8, vor dessen Eintrittsöffnung 9 ein strahlendurchlässiges Fenster 10 und eine mechanische Blende 11 angeord net sind. Die Blende ist während der Vorbeifahrt eines Zuges ständig geöffnet. Vor der Austrittsöff nung 12 des Gehäuses 8 und der Eintrittsöffnung 13 des Messgerätes 1 werden zweckmässigerweise eben falls je ein strahlendurchlässiges Fenster und eine Blende angeordnet.
In Fig. 2 hat das Messgerät 1 den gleichen Ab stand von der Schiene 6 wie in Fig. 1. Der Umlenk- spiegel 7, der in Fig. 1 etwa unterhalb der Bahn der passierenden Achslagerdeckel liegt, ist dagegen wei ter von der Schiene entfernt angeordnet.
Die Fig. 2 zeigt weiter eine Anordnung, bei der die Eintrittsöff nung 9 sowie das Fenster 10 und die Blende 11 am Gehäuse 8 in einer ganz oder annähernd vertikalen Ebene liegen. Hierbei können die Blende und das Fenster nicht so leicht verschmutzen oder durch Schnee verdeckt werden wie bei einer Anordnung nach Fig. 1. Das Gehäuse 8 ist in dieser Darstellung mit der Eintrittsöffnung 13 des Messgerätes 1 durch ein staub- und lichtdichtes Abschirmgehäuse 14 ver bunden. Die vom Umlenkspiegel 7 abgelenkten Wär mestrahlen werden nicht unmittelbar, sondern durch einen zweiten Umlenkspiegel 70 auf das Empfangssy stem geworfen.
Die in Fig. 2 dargestellte Anordnung hat durch Verwendung eines zweiten Umlenkspiegels den Vorteil, dass Heissläufermessgeräte in der bishe rigen Form unverändert beibehalten werden können. Um bei diesen Geräten nicht mehr wie bisher die Strahlung der Achslagerdeckel, sondern die Strah lung der unteren Teile der Achslagergehäuse zu mes sen, ist es lediglich erforderlich, ein aus den Teilen 7 bis 10, 13, 14 und 70 bestehendes Vorsatzgerät an zubringen, ohne die Ausrichtung des Empfangssy stems 2 ändern zu müssen.
Es können anstelle von Umlenkspiegeln 7 und 70 auch Umlenkprismen ver wendet werden. Ferner ist es möglich, den Umlenk- spiegel senkrecht unter den Achslagergehäusen anzu- ordnen. Das Empfangssystem kann statt im oberen auch im unteren Teil des Heissläufermessgerätes an geordnet sein.