Einrichtung zur Begrenzung der Durchgangsdrehzahl bei doppelregulierten Kaplanturbinen Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Siche rung von doppeltregulierten druckflüssigkeitsgesteu- erten Kaplanturbinen gegen Überschreiten einer Höchstdurchgangsdrehzahl.
Die Höhe der Durchgangsdrehzahl bei einer Kaplanturbine hängt bei gegebener Fall- und Saug höhe sehr stark von der jeweiligen Zuordnung zwi schen der Leitradöffnung a, und der Laufradöffnung q- ab. Es ist bekannt, dass die bei Wahrung des für den normalen Betrieb erforderlichen Zusammenhangs.
zwischen der Leitradöffnung a" und der Laufradöff- nung (p möglichst grösste Durchgangsdrehzahl stets kleiner ist als die absolut höchste Durchgangsdreh zahl, die überhaupt auftreten kann.
Diese absolut höchste Durchgangsdrehzahl stellt sich bei einer be stimmten von dem erwähnten normalen, mit Rück sicht auf einen möglichst guten Wirkungsgrad gewähl ten a", (p-Zusammenhang abweichenden Kombination zwischen Leitrad- und Laufradöffnung ein.
Da die Koppelung zwischen Leitrad- und Laufradöffnung nicht starr und zwangsläufig ist, kann. sich unter be sonderen Umständen auch jede von der normalen Abhängigkeit abweichende Kombination einstellen, also auch diejenige, bei der die Durchgangsdrehzahl ihren absolut höchsten Wert erreicht. Mit Rücksicht auf die nachteiligen Folgen eines solchen Betriebs zustandes ist es wünschenswert, die Durchgangsdreh zahl durch geeignete Einrichtungen zu begrenzen.
Es ist bekannt, die Durchgangsdrehzahl einer Turbine in der Weise zu begrenzen, dass bei Durch gang der Turbine Elemente, z. B. fliehkraftgesteuerte Bremsflügel, so in die Strömung eingeführt werden, dass sie Energie vernichten.
Ebenso ist es bekannt, den Generator bei Lastabfall durch zusätzliche Was- serwiderstände zu belasten oder den Generator als den gefährdetsten Teil durch eine lösbare Kupplung bei Überdrehzahl von der Turbine zu trennen.
All diese Massnahmen haben den wesentlichen Nachteil, dass ihre Auslösung im gegebenen Augen blick versagen kann. Deshalb haben sie bisher keine grosse praktische Bedeutung zur Herabsetzung der grössten auftretenden Durchgangsdrehzahl erlangt.
Es sind auch schon Vorschläge gemacht worden, die hydraulischen Vorgänge innerhalb der Turbine selbst zur Begrenzung der Durchgangsdrehzahl, und zwar durch Begrenzung der Laufradöffnung nach unten heranzuziehen, was zweifellos günstiger ist. Solche Einrichtungen sind jedoch in vielen Fällen nicht zu gebrauchen, z. B wenn nur eine oder zwei Turbinen vorhanden sind oder wenn aus irgendwel chen Gründen auf die bestmögliche Verarbeitung auch kleiner Wassermengen Wert gelegt wird.
Nach einem weiteren bekannten Vorschlag soll ein zu starkes Abweichen von der günstigsten a", (p- Zuordnung im Sinne einer zu grossen Leitradöffnung oder einer zu grossen Laufradöffnung unterbunden werden, um instabile Regelvorgänge zu vermeiden.
Solche instabilen Regelvorgänge sind dadurch be dingt, dass die Leistung bei erheblichen Abweichun gen im beschriebenen Sinne trotz weiteren öffnens des Leitrades oder des Laufrades absinkt, weil der Wirkungsgrad infolge der ungünstigen ao, T-Zuord- nung stärker abnimmt als der Durchfluss zunimmt.
Bei dieser Einrichtung wird das öffnen des Leitrades nicht von der Bewegung der Laufradverstelleinrich- tung selbst, sondern, nur von der Stellung des zuge- hörigen Steuerkolbens abgeleitet.
Diese Einrichtung ist daher nicht geeignet, das öffnen des Leitrades in Abhängigkeit von der jeweiligen Laufradöffnung auf einen eindeutigen Wert und mit genügender Zuver lässigkeit zu begrenzen (beispielsweise bei Undicht heit im Sperrventil bei einer hydraulisch betätigten Begrenzungseinrichtung), zumal die Begrenzung der Leitradöffnung zum Teil auch von der Schnelligkeit des eingeleiteten, direkt auf die Leitradverstellung wirkenden Regelvorgangs abhängt.
Bei den in der bekannten Einrichtung gezeigten Anordnungen kann ausserdem durch ein - sei es absichtlich oder durch Verklemmungen im Gestänge eintretendes - Abheben der einseitig auf einer Kurvenbahn geführten Rolle, über die der Steuerkolben des Laufradstellmotors betätigt wird, jede beliebig grosse Leitradöffnung unabhängig von der jeweiligen Laufradöffnung ein gestellt werden.
Ein weiterer bekannter Vorschlag betrifft eine Regeleinrichtung mit zwei vom Regler parallel betä tigten Stellgliedern zur direkten Steuerung des Leit- rad- und des Laufradstellmotors. Diese Einrichtung bezweckt, höhere Durchgangsdrehzahlen, als sie bei normalem ao, TA-Zusammenhang auftreten können, grundsätzlich zu vermeiden, indem Sperrvorrichtun gen vorgesehen sind,
die bei vorgegebener Stellung des Leitapparates ein weiteres Schliessen des Lauf rades und bei vorgegebener Stellung des Laufrades ein weiteres öffnen des Leitapparates als bis zu der dem normalen a, W-Zusammenhang entsprechenden Stellung verhindern. Diese Einrichtung hat den Nach teil, dass die vorgeschriebene a", q9-Kurve besten Wir kungsgrades nirgends überschritten werden kann, auch da nicht, wo es im Hinblick auf die Durchgangs drehzahl zulässig oder wo es sogar erwünscht ist, z. B. beim Anfahren der Turbine oder bei Leistungs messungen an derselben.
Auch hier erfolgt der Ein- griff direkt an der Steuerung, weshalb auch hier keine genügende Sicherheit gegeben ist.
Des weiteren wurde auch schon eine Einrichtung zur Begrenzung der Durchgangsdrehzahl vorgeschla gen, bei der das öffnen des Leitapparates in Ab hängigkeit von der jeweiligen Laufradstellung bzw. das Schliessen des Laufrades in Abhängigkeit von der jeweiligen Leitapparatstellung nur bis zu einer vorge gebenen Grenzkurve erfolgen kann, deren Verlauf so festgelegt ist, dass die ao,
(p-Kurve besten Wirkungs grades der Turbine im gesamten Verstellbereich des Lauf- und des Leitrades um ein vorgegebenes Mass überschritten werden kann, wobei die maximal mög lichen Durchgangsdrehzahlen aber nirgends einen vorbestimmten höchsten zugelassenen Wert über schreiten und wobei im gesamten Verstellbereich des Lauf- und des Leitrades bei normaler Steuerung in folge Belastungsänderung eine ungehinderte Ein steuerung auf einen Beharrungszustand nach einem vorgegebenen
optimalen Zusammenhang zwischen Laufrad- und Leitradöffnung möglich ist.
Diese Einrichtung hat zwar den Vorteil, dass die Kurve besten Wirkungsgrades da, wo es notwendig ist, z. B. beim Anfahren der Turbine und bei Lei stungsmessungen der Turbine in begrenztem Masse überschritten werden kann. Gleichzeitig hat sie aber den Nachteil, dass auch bei ihr der Eingriff am Steuergestänge erfolgt und die beschriebene Einrich tung daher nicht sicher genug ist.
Zur Vermeidung der Nachteile der bekannten Einrichtungen schlägt die Erfindung für eine Einrich- tung zur Sicherung von doppeltregulierten druck flüssigkeitsgesteuerten Kaplanturbinen gegen über schreiten einer Höchstdurchgangsdrehzahl vor, zwi schen dem Leitradstellmotor und dem Laufradstell- motor eine Anzahl von Druckflüssigkeitssteuerlei- tungen anzuordnen,
die selbsttätig die Druckräume der Stellmotoren oder zumindest ein Stellglied steuern, das mit einem Steuerglied in den Druck flüssigkeitszuleitungen eines oder beider Stellmotoren bzw. mit einem die Strömung beeinflussenden Dreh zahlbegrenzungselement verbunden ist, das ganze derart, dass bei Erreichen solcher Zuordnungen zwi schen der Leitradöffnung a, und der Laufradöffnung q" welche einer vorgegebenen, höchstens aber der Höchstdurchgangsdrehzahl entsprechen,
die weitere Verstellbewegung der Stellmotoren im Sinne eines Überschreitens dieser Drehzahl blockiert ist bzw. dass bei einer weiteren Verstellbewegung der Stellmotoren die Durchgangsdrehzahl auf die vorgegebene bzw. auf die Höchstdurchgangsdrehzahl begrenzt ist.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung besteht jede Steuerleitung aus einer direkten Verbindungs leitung zwischen den Zylindern der Stellmotoren sowie je einer die Verbindungsleitung mit jedem Zylinder verbindenden Umgangsleitung, wobei alle Leitungen in Richtung der Verstellbewegung der Stellmotoren gegeneinander versetzt in gleicher Rei henfolge an den Zylindern der Stellmotoren ange schlossen sind, und zwar vorzugsweise die Umge hungsleitungen gegenüber ihren zugeordneten Ver bindungsleitungen je um genau eine Länge des Leit- radstellmotorkolbens bzw.
des Laufradstellmotorkol- bens in entgegengesetzter Richtung versetzt.
Bei einer anderen Ausführungsform der Erfin dung können die Steuerleitungen aber auch als Ver bindungsleitungen zwischen den Steuerzylindern zweier mit dem Kolben der Stellmotoren verbundenen Steuerschieber ausgebildet sein, die abhängig von deren Verstellbewegungen den Ein- bzw. Auslass der in Richtung der Verstellbewegungen der Steuer schieber gegeneinander versetzt in der gleichen Rei henfolge an den Zylindern angeschlossenen Verbin dungsleitungen steuern.
Hierbei ist in zweckmässiger weiterer Ausbildung der Erfindung vorgesehen, dass der eine Steuerzylinder mit seinem einen Ende über eine Verbindungsleitung an die eine Seite eines Stellgliedes angeschlossen und das entgegengesetzte Ende des anderen Steuerzylinders mit einer Auslass- öffnung versehen ist, und weiterhin ist das mit dem beispielsweise als einseitig wirkender Bremsstellmotor mit durch die Kraft einer Feder od. dgl.
ständig be lasteter anderen Kolbenseite ausgebildeten Stellglied verbundenen Ende des einen Steuerzylinders an eine Druckquelle angeschlossen.
Die Erfindung ist durch Ausführungsbeispiele in den Fig. 1 bis 3 veranschaulicht und wird im folgen den anhand der Figuren im einzelnen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Aus führungsbeispiel einer Begrenzungseinrichtung, bei der das Stellglied beispielsweise Störflügel od. dgl. (nicht gezeigt) betätigt;
Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Begrenzungseinrichtung, bei der das Stellglied einen Steuerschieber betätigt, und Fig. 3 zeigt in noch einem weiteren Ausführungs- beispiel eine Begrenzungseinrichtung, die direkt an den Stellmotoren für das Leit- und das Laufrad ein- greift, wobei jeweils,
die an der Kolbenstange des Leitrad- und des Laufradstellmotors eingezeichneten Pfeile einer Verstelleinrichtung im Sinne einer grös- seren Öffnung von Leit- und Laufrad entsprechen.
In Fig. 1 bezeichnet 40 den Zylinder des Leitrad- stellmotors 1 und 41 den Zylinder des Laufradstell- motors 2. Direkt anschliessend am Leitradstellmotor- zylinder und starr mit ihm verbunden ist der Zylinder 3 angeordnet, in dem der mit dem Leitradstelhnotor- kolben 4 durch die Steuerstange 5 starr verbundene Steuerkolben 6 geführt ist.
Ebenso ist direkt an- schliessend am Laufradstellmotorzylinder 41 und starr mit ihm verbunden der Zylinder 7 angeordnet, in dem der mit dem Laufradstellmotorkolben 8 durch die Steuerstange 9 starr verbundene Kolben 10 ge führt ist. Über die Verbindungsleitungen 11', 11" und 11"' stehen die Zylinder 3 und 7 miteinander in Verbindung.
Durch die Leitung 12, die hier sowohl die Entlastungsleitung als auch die Druckmittelzu- fuhrleitung darstellt, ist der Zylinder 3 mit dem Zy linder 13 des Stellgliedes 14 und die Leitung 15 mit einer Druckquelle verbunden.
Im Zylinder 13 des Stellgliedes 14 ist der Kolben 16 geführt, der über die Kolbenstange 17 beispielsweise mit Störflügeln. od. dgl. verbunden ist. 18 bezeichnet eine im Zylinder 13 angeordnete Druckfeder und 19 eine am Zylinder 7 angeordnete Auslassöffnung.
Werden der Leitrad- und der Laufradstelimotor- kolben 4 und 8 über das Steuerventil 24 und die Steuerleitungen 20, 21 bzw. über das Steuerventil 25 und die Steuerleitungen 22, 23 im Sinne einer grös- seren Leitrad- und Laufradöffnung gesteuert und eilt dabei die Verstellbewegung des Leitrades der des Laufrades voraus,
so bewegt sich zunächst der Leit- radstellmotorkolben 4 und der mit ihm verbundene Steuerkolben 6 in Pfeilrichtung. Dabei gibt der Steuerkolben 6 mit seiner Steuerkante B die Verbin dungsleitung 11' frei.
Das von der Druckquelle über die Leitung 15, den Zylinder 3 und die Leitung 12 in den Zylinder 13 des Stellgliedes 14 ständig zuge- führte Druckmittel fliesst nunmehr aus diesem über die Leitung 12, den Zylinder 3, die Verbindungslei tung 11', den Zylinder 7 und die Auslassöffnung 19 ab.
Dadurch wird der bisher vom Druckmittel gegen den Druck der Feder 18 in Ruhelage gehaltene Kol- ben 16 auf der zur Entlastungsleitung 12 gerichteten Seite entlastet und durch die Kraft der Feder 18 aus seiner Ruhelage bewegt, wobei er über die Kolben stange 17 die Störflügel od. dgl.
betätigt, die ver hindern - auch wenn, das Leitrad weiter öffnet und sich Zuordnungen ergeben, die höheren Durchgangs- drehzahlen als der Höchstdurchgangsdrehzahl ent sprechen -, dass die Durchgangsdrehzahl einen hö heren Wert annimmt, als der gewählten Begrenzungs zuordnung entspricht.
Die Störflügel od. dgl. bleiben so lange in Tätig keit, bis sich durch die nacheilende öffnungsbewe- gung des Laufrades der Laufradstellmotorkolben 8 und damit auch der Steuerkolben 10 in Pfeilrichtung so weit bewegt haben,
dass der Steuerkolben 10 mit seiner Steuerkante C die Verbindungsleitung 11' blockiert. Dadurch wird nämlich das von der Druck quelle ständig zugeführte Druckmittel am weiteren Ausfliessen verhindert. Das Druckmittel fliesst nun mehr erneut in den Zylinder 13 des Stellgliedes 14,
wo es den Kolben 16 gegen den Druck der Feder 18 wieder in seine Ruhelage zurückführt und somit über die Kolbenstange 17 die Störflügel ausser Tätigkeit setzt.
Dieser Vorgang wiederholt sich bei weiterem Öffnen des Leitrades, wobei die Leitungen 11" bzw. I1"' so lange freigegeben sind und das Druckmittel über die Auslassöffnung 19 abfliesst, bis das Lauf rad entsprechend nachgerückt ist und der Steuerkol ben 10 mit der Kante C die Leitungen 11" bzw. 11"' absperrt. Dabei wird jedesmal der Kolben 16 aus seiner Ruhelage bewegt, und somit werden auch stets die mit ihm verbundenen Störflügel betätigt.
Bei einer Steuerung von Leit- und Laufrad im Sinne einer Schliessbewegung ist eine Begrenzung der Durchgangsdrehzahl auf die Höchstdurchgangsdreh- zahl in der gleichen Weise gegeben, wenn die Verstell bewegung des Laufrades der des Leitrades voreilt und dabei die Steuerkante C des Steuerkolbens 10 die Verbindungsleitungen 11 "', 11" und 11' nachein ander eher freigibt, als die Steuerkante B des Steuer kolbens 6 diese nacheinander wieder absperrt.
Eine sichere Begrenzung der Durchgangsdrehzahl ist auch dann gegeben, wenn, die Verstellbewegung des Leitrades der des Laufrades bei einer öffnungs- Bewegung so weit voreilt, dass, beispielsweise die Steuerkante B des Steuerkolbens 6 die beiden Ver bindungsleitungen 11' und 11" freigibt, ehe die Lauf radverstellbewegung einsetzt, da auch bei einer sol chen Öffnungsbewegung des Leitrades sofort mit der Freigabe der ersten Verbindungsleitung, also 11', das.
Stellglied betätigt wird. Entsprechendes gilt sinnge- mäss auch bei einer Schliessbewegung.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 weist ausser den mit Fig. 1 übereinstimmenden und gleichbezeich neten Teilen ein als Steuerschieber 26 ausgebildetes Steuerglied auf, das in den Steuerleitungen 20a, 20b und 21a,
21b zwischen dem Leitradstellmotor und dem diesem zugeordneten Steuerventil 24 über die Leitungen 20a und 21a sowie die Umgehungsleitun- gen 28 und 29 mit dem Leitradstellmotorzylinder 40 und über die Leitungen 20b und 21b mit dem Steuer ventil 24 verbunden ist. Über die Leitung 30 ist der Zylinder 27 des Steuerschiebers 26 ausserdem an eine Druckquelle angeschlossen.
Im Zylinder 27 ist der Schieber 31 geführt, der aus vier hintereinander angeordneten Kolben 32, 33, 34, 35 besteht, die durch die Stangen 36, 37 und 38 starr verbunden sind, und der über die Stange 17 mit dem Kolben 16 des Stellgliedes 14 verbunden ist.
Wird das Steuerventil 24 in. der eingezeichneten Pfeihichtung gesteuert, so fliesst Druckmittel von einer Druckquelle über die Steuerleitung 21b, den Zylinder 27 und die Steuerleitung 21a in den Leit- radstelhnotorzylinder 40 auf die Unterseite des Leit- radstellmotorkolbens 4.
Der Kolben 4 bewegt sich in Pfeilrichtung und verstellt das Leitrad in öffnen dem Sinn. Gleichzeitig fliesst von der Oberseite des Kolbens 4 Druckmittel über die Steuerleitung 20a, den Zylinder 27, die Steuerleitung 20b und das Steuerventil 24 ab. Die Umgehungsleitungen 28 und 29 sind zunächst durch die Kolben 32 und 35 des. Schiebers 31 gesperrt. Gleichzeitig bewegt sich auch der mit dem Leitradstelhnotorkolben 4 über die; Stange 5 verbundene Steuerkolben 6 im Zylinder 3 in Pfeilrichtung, wobei er im Verlauf der Verstell bewegung mit seiner Steuerkante B die Leitung 11' freigibt.
Das von einer Druckquelle bisher über die Leitung 15 in den Zylinder 3 und über die Leitung 12 in den Zylinder 13 des Stellgliedes ständig zuge führte, den Kolben 16 gegen den Druck der Feder 18 in Ruhelage haltenden Druckmittel hat nunmehr über die Leitung 11', den Zylinder 7 und die Auslassöff- nung 19 Abfluss. Dadurch wird der Kolben 16 vom Druckmittel entlastet und durch die Kraft der Feder 18 aus seiner Ruhelage bewegt.
Ebenso wird auch der mit dem Kolben 16 über die Stange 17 verbun dene Schieber 31 in der gleichen Richtung bewegt, wodurch die Kolben 34 und 35 des Steuerschiebers 31 die Leitungen 20b und 21b absperren. Dabei bleiben die Umgehungsleitungen 28, 29 zunächst noch durch die Kolben 32 und 35 gesperrt. Somit sind sämtliche Verbindungsleitungen zwischen dem Zylinder 27 und dem Leitradstellmotorzylinder 40 gesperrt. Der Leitradstellmotorkolben 4 ist also blockiert und kann. das Leitrad nicht weiter öffnen.
In Abhängigkeit von insbesondere der Stellge- schwindigkeit des Stellgliedes 14 und der Stellmotoren 1 und 2 kann nun im weiteren Verlauf die Begren zung der Durchgangsdrehzahl auf zweierlei Art und Weise erfolgen.
<I>Fall A</I> Der Steuerschieber 31 bewegt sich weiter und gibt mit den Kolben 32 und 35 die Umgehungslei tungen 28 und 29 frei, wobei die Steuerleitungen 20a und 21a nach wie vor blockiert bleiben. Dadurch wird die Verbindung zwischen der Druckleitung 30 und der Umgehungsleitung 28 frei, und es gelangt Druckmittel von der Druckquelle über die Druck leitung 30,
über den Zylinder 27 und die Umgehungs- leitung 28 bzw. die Steuerleitung 20a in den Leit- radstellmotorzylinder 1 auf die Oberseite des Leit- radstellmotorkolbens 4.
Gleichzeitig kann von der Unterseite des Leitradstelhnotorkolbens 4 Druckmit tel aus dem Leitradstellmotorzylinder 1 über einen 'feil der Steuerleitung 21a, die Umgehungsleitung 29 und den Zylinder 27 abfliessen, so dass der Leitrad- stellmotorkolben 4 entgegen der Pfeilrichtung bewegt und damit das Leitrad in Schliessrichtung verstellt wird. Gleichzeitig mit dem Leitradstellmotorkolben 4 wird über die Steuerstange 5 der Steuerkolben 6 in der gleichen Richtung bewegt.
Dabei schliesst er die Verbindungsleitung 11', wodurch das in den Zy linder 13 des Stellgliedes 14 ständig zugeführte Druckmittel am Ausfliessen verhindert wird, das nunmehr den Kolben 16 gegen die Kraft der Feder 18 wieder in seine Ruhelage drückt. Dabei wird auch der mit dem Kolben 16 über die Stange 17 verbun dene Schieber 31 wieder in seine Ausgangsstellung zurückgeführt.
Hierbei sperren zunächst die Kolben 32, 34, 35 des Schiebers 31 sämtliche Verbindungs leitungen 20a, 21a, 28 und 29 zwischen dem Zylinder 27 und dem Leitradstellmotorzylinder 40 ab und blockieren den Leitradstelhnotorkolben 4 sowie den mit ihm verbundenen Steuerkolben 6. Anschliessend geben die Kolben 34 und 35 die Steuerleitungen 20a und 21a wieder frei, so dass die Verstellung des Leit- rades wieder möglich ist.
Der Kolben 13 ist hierbei also in seine Ruhelage zurückgeführt, bevor das Lauf rad bis zu einer entsprechenden Öffnung nachgelau fen ist.
<I>Fall B</I> Inzwischen ist - über beispielsweise eine Rück führung - bereits auch eine Verstellbewegung des Laufradstellmotors in öffnendem Sinne (in Pfeilrich tung) eingeleitet worden, und der Laufradstellmotor- kolben 8 ist der Verstellbewegung des Leitradstell- motorkolbens 4 schon so weit nachgefolgt, dass der Kolben 10 mit seiner Steuerkante C die freie Verbin dungsleitung 11' absperrt, bevor durch eine weitere Verstellbewegung des Schiebers 31 die Freigabe der Leitungen 20a, 21a,
28 und 29 erfolgt ist. Das, stän dig zugeführte Druckmittel ist somit am weiteren Ausfliessen über die Auslassöffnung 19 verhindert, so dass der Kolben 16 des Stellgliedes 14 vom Druck- mittel wieder beaufschlagt und gegen die Kraft der Feder 18 wieder in die Ruhelage zurückgeführt wird, noch bevor der Kolben 32 die Verbindung zwischen der Druckleitung 30 und der Umgehungsleitung 28 freigegeben hat.
Ohne dass von der Druckquelle ein zusätzlicher Schliessimpuls über die Leitungen 30 und 28 auf die Oberseite des Leitradstellmotorkol- bens 4 erfolgt, wird also die kurzzeitige Blockierung des Leitrades wieder aufgehoben und die weitere Verstellung des Leitrades möglich. Dieser Vorgang wiederholt sich sinngemäss auch bei den Leitungen 11" und 11"'.
Bei einer Steuerung von Leit- und Laufrad im Sinne einer Schliessbewegung ist die Begrenzung der Durchgangsdrehzahl in der gleichen Weise gegeben, wenn die Verstellbewegung des Laufrades der des Leitrades entsprechend stark voreilt und dabei die Steuerkante C des Steuerkolbens 10 die Verbindungs leitungen 11"', 11" und 11' eher freigibt, als, die Steuerkante B des Steuerkolbens 6 diese absperrt. Hierbei erfolgt die angestrebte Berichtigung der ao,
q9- Zuordnung durch den von einer Druckquelle über die vom Kolben 32 des Schiebers 31 freigegebenen Lei tungen 30 und 28 bewirkten zusätzlichen Schliessim- puls auf die Oberseite des Leitradstellmotorkolbens 40.
Der Schieber 31 kann auch zwischen Steuerventil 24 und Laufradstelhnotor 2 angebracht werden. Dann gilt sinngemäss dasselbe, wie vorstehend erläutert, nur gelten entsprechend die in Fig. 3 durch Pfeile angedeuteten Bewegungseinrichtungen von Steuer kolben und Stellmotor für eine Verstellung in Schliessrichtung und der vom Kolben gesteuerte zu sätzliche Impuls wirkt jetzt auf die Öffnung des Laufrades.
Ebenso können auch für Leitrad- und Laufrad- verstellung Steuerschieber vorgesehen werden, die entweder von einem Stellglied gemeinsam oder aber auch von zwei getrennten Stellgliedern betätigt wer den.
Nach Fig. 3 sind zwischen dem Zylinder 40 des Leitradstellmotors und dem Zylinder 41 des Lauf radstellmotors die Verbindungsleitungen 42', 42" und 42"' angeordnet. Von diesen Verbindungsleitungen zweigen die Umgehungsleitungen 42a', 42a" und 42d" sowie 42b', 42b" und 42b"' ab und münden um je genau eine Länge des Leitradstellmotorkolbens 43 bzw. des Laufradstelhnotorkolbens 44 gegenüber den Einmündungen der Verbindungsleitungen 42', 42" und 42"' versetzt in den Leitradstellmotorzylinder 40 bzw.
den Laufradstellmotorzylinder 41 ein.
Es sei beispielsweise angenommen, dass die Leit- radverstellung stets der Laufradverstellung voraus eilt, wie das der Fall ist, wenn ein Reger direkt nur auf die Leitradverstellung wirkt und diese die Lauf radverstellung steuert. Dann ist die Wirkungsweise folgende:
Steuert der Regler das Leitradsteuerventil 45 im Sinne einer öffnenden Verstellbewegung des Leit- rades, dann. kann über die Steuerleitung 46 ein Druck mittel in den Zylinder 40 auf die Unterseite des Kolbens 43 einströmen. Da gleichzeitig die Steuer leitung 47 für den Abfluss von Druckmittel geöffnet ist,
bewegt sich der Kolben 43 aus der gezeichneten Schliessstellung in Pfeilrichtung. Während inzwischen durch die öffnende Verstellbewegung des Kolbens 43 auch das Laufradsteuerventil 48 im Sinne einer öffnenden Verstellbewegung verstellt wird, so dass Druckmittel über die Steuerleitung 49 in den Zy linder 41 auf die Unterseite des Kolbens, 44 ein strömen und über die Steuerleitung 50 auf seiner Oberseite abströmen kann, der Laufradstellmotor- kolben 44 also ebenfalls aus der gezeichneten Schliess stellung in Pfeilrichtung bewegt wird,
gibt der Kolben 43 mit seiner Steuerkante D die Leitung 42' frei. Somit hat das Druckmittel von der Unterseite des Kolbens 43 aus dem Zylinder 40 Abfluss über die Leitung 42' und die Steuerleitung 50.
Dadurch wird der Druck auf der Unterseite des Kolbens 43 fast völlig abgebaut. Gleichzeitig fliesst Druckmittel aber auch über die Leitung 42ä auf die Oberseite des Kolbens 43, so dass auf den beiden Seiten des Kol bens 43 nunmehr Druckgleichheit herrscht und der Kolben 43 infolgedessen stehenbleibt, auch wenn der Kolbenschieber des Steuerventils 45 noch nicht in seine Ausgangsstellung zurückgekehrt ist. Eine wei tere Verstellung des.
Kolbens 43 und damit des Leit- rades ist erst dann möglich, wenn der Kolben 44 und damit das Laufrad so weit verstellt ist, dass seine Steuerkante E die Leitung 42' verschliesst. Dabei öffnet er gleichzeitig die Umgehungsleitung 42b', so dass Druckmittel über die Leitung 49 und den Zy linder 41 in die Umgehungsleitung 42b' und von hier in die Leitung 42' fliesst. Der Ausfluss, aus. Lei tung 42' über den Zylinder 41 und die Steuerleitung 50 ist jetzt aber gesperrt.
Der volle Druck des über die Steuerleitung 49, Zylinder 41 und Umgehungs leitung 42b' zuströmenden Druckmittels wirkt jetzt also in der Verbindungsleitung 42' in Richtung zum Zylinder 40.
Ist das Steuerventil 45 noch im Sinne einer öffnenden Verstellbewegung des Leitrades ver stellt, so bewirkt das über die beiden Steuerleitungen 46 und 49 zuströmende Druckmittel einen Druck anstieg auf der Unterseite des Kolbens. 43, da über die Umgehungsleitung 42ä nicht das gesamte Druck mittel in gleichem Klasse abströmen kann. Der Kol ben 43 bewegt sich dadurch weiter und verschliesst zunächst die Umgehungsleitung 42a'.
Im weiteren Verlauf wiederholt sich der gleiche Vorgang, wenn die Steuerkante D des Kolbens 43 die Leitung 42" und schliesslich die Leitung 42"' freigibt.
Bei einem Steuervorgang im Sinne einer öffnen den Verstellbewegung von Leit- und Laufrad ist die Verstellbewegung des Laufradstellmotorkolbens 44 völlig unabhängig von der des Leitradstellmotor- kolbens 43, d. h., der Laufradstelhnotorkolben 44 kann. gegenüber dem Leitradstellmotorkolben 43 voreilen.
Verhindert wird lediglich, dass der Leitrad- stellmotorkolben 43 gegenüber dem Laufradstellmo- torkolben 44 unzulässig voreilt.
Bei einem Steuervorgang im Sinne einer schlies senden Verstellbewegung von Leit- und Laufrad ist dagegen die Verstellbewegung des Leitradstellmotor- kolbens 43 völlig unabhängig von der des Laufrad stellmotorkolbens 44, d. h., der Leitradstellmotor- kolben 43 kann, gegenüber dem Laufradstellmotor- kolben 44 voreilen.
Auf die gleiche Weise, wie beim Öffnungsvorgang beschrieben, wird jetzt verhindert, dass der Laufradstellmotorkolben 44 gegenüber dem Leitradstelhnotorkolben 43 unzulässig voreilt.