Breitschlitzdüse Die Erfindung betrifft eine Breitschlitzdüse zur Herstellung von Flachmaterial, insbesondere von Folien aus thermoplastischem Kunststoff. Diese Düse hat zwei in der Schlitzbreite sich erstreckende Düsen wände und zwei Seitenteile, welche den zwischen diesen Düsenwänden gebildeten Kanal seitlich dicht schliessen.
Bei den bekannten Düsen dieser Art sind die Seitenteile über ihre ganze Länge fest mit den Düsen wänden verbunden. Unter der Wirkung des im Düsen kanal herrschenden, relativ hohen Druckes .dis Ma terials werden die Düsenwände auf Biegung be ansprucht, und zwar nicht nur in der Längsrichtung der Düse, sondern auch in der Querrichtung der Düse parallel zur Schlitzbreite.
Eine Biegung in der Quer richtung der Düse parallel zur Schlitzbreite führt dazu, dass die Austrittsöffnung des Düsenkanals in der Mitte zwischen den Seitenteilen eine grössere Weite hat als an den Enden. Die hergestellte Flechmaterial- bahn ist dann in der Bahnmitte dicker als an den Seiten, was natürlich unerwünscht ist. Um diese Dickenunterschiede des gespritzten Flachmaterials zu vermeiden, mussten die Düsenwände bisher sehr massiv ausgebildet oder versteift sein.
Das führte zu entspre chend schweren, massiven Breitschlitzdüsen.
Nach der Erfindung wird eine längs der Düsen breite konstante Spaltweite zwischen den Düsen wänden an der Austrittsöffnung der Düse dadurch erzielt, dass in einem an die Austrittsöffnung der Düse angrenzenden Längsabschnitt der Düse wenigstens eine der genannten Düsenwände, welche sich im Be trieb der Düse unter der Wirkung des Druckes des Materials verbiegt, verschiebbar zwischen die Seiten teile geklemmt ist.
Dadurch wird eine Biegung dieser Düsenwand in Richtung der Düsenbreite verhindert, die Düsenwand verbiegt sich nur noch in Richtung der Düsenlänge, und die Weite der Austrittsöffnung des Spaltes ist längs der Spaltbreite konstant.
Vorzugsweise sind in dem genannten Längsab schnitt beide im Betrieb einer Biegung ausgesetzten Düsenwände verschiebbar zwischen die Seitenteile ge klemmt.
Es kann aber auch eine der Düsenwänide hinrei chend biegungssteif und starr mit den Seitenteilen verbunden und die andere, im Betrieb einer Biegung ausgesetzte Düsenwand in dem genannten Längs abschnitt verschiebbar zwischen die Seitenteile ge klemmt sein.
Zweckmässig sind in dem. genannten Längs abschnitt die Seitenteile mittels eines oder mehrerer Zuganker einstellbarer Zugkraft miteinander verbun den.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Breitschlitzdüse in wesentlichen Teilen dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht der Düse, teilweise im Längsschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt durch die Düse nach der Linie II-11 in Fig. 1.
Die dargestellte Düse hat zwei Düsenwände 1 und 2 und zwei Seitenteile 3 und 4. Die Düsenwände 1 und 2 und die Seitenteile 3 und 4 schliessen dicht aneinander an und begrenzen einen flachen Kanal 5. Die Seitenwände 1 und 2 sind nur an dem der Aus trittsöffnung der Düse abgewandten Ende ihrer in Richtung der Länge der Düse sich erstreckenden Stirnseiten mit den Seitenteilen 3 und 4 mittels Schrau ben 9 verschraubt.
Der restliche Teil dieser Stirn seiten der Düsenwände 1 und 2 ist nicht starr mit den Seitenteilen 3 und 4 verbunden. Gegen diesen restlichen Teil dieser Stirnseiten sind die Seitenteile 3 und 4 mittels Zugankern 6 so fest gepresst, dass eine hinreichende Abdichtung des Kanals 5 erzielt wird.
Dabei können die Düsenwände 1 und 2 sich in der Längsrichtung der Düse (in der Zeichenebene der Fig. 1) biegen, wobei die Teile ihrer Stirnseiten, gegen welche die Seitenteile 3 und 4 gepresst sind, an diesen Seitenteilen gleiten. Die dargestellte Düse hat an ihrem der Austrittsöffnung 5a abgewandten Ende einen im einzelnen nicht dargestellten Materialzufuhr stutzen 7.
Die Zuganker sind zweckmässig etwas kürzer als die parallel zu ihnen verlaufende Abmessung der Düsenwände 1 und 2. Dadurch ist es möglich, den Druck, unter welchem die Seitenteile 3 und 4 gegen die Düsenwände gepresst sind, durch Einstellen der die Seitenteile 3 und 4 mit den Zugankern 6 verbindenden Schrauben zu regulieren.
Zur Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe kann die Düse (nicht dargestellte) Heizkörper und Wärmeisolierungen haben.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Breitschlitz- düse ist folgende: Das zu verarbeitende Material wird in plastischem Zustand in Richtung des Pfeiles 8 dem Material zufuhrstutzen 7 zugeführt und gelangt in den flachen Kanal 5. Unter Wirkung des grossen, im Kanal 5 herrschenden und auf die relativ grossen Flächen der Düsenwände 1 und 2 ausgeübten Druckes des Ma terials verbiegen sich die Düsenwände 1 und 2.
Der nicht starr mit den Seitenteilen 3 und 4 verbundene Teil der Düsenwände 1 und 2 kann dem Druck nach geben und verbiegt sich daher nur in der Längsrich tung der Düse (in der Zeichenebene der Fig. 1), jedoch nicht in der Querrichtung der Düse (Zeichen ebene der Fig. 2). Daher bleiben die Begrenzungen (Lippen) der Austrittsöffnung 5a trotz Verbiegung der Düsenwände 1 und 2 parallel zueinander, und die aus der Austrittsdüse austretende Materialbahn hat eine über ihre ganze Breite konstante Dicke.
Da die Begrenzungen der Austrittsöffnung 5a trotz der vom Druck des Materials hervorgerufenen Verbiegung der Düsenwände 1 und 2 parallel zu einander bleiben, ist es nicht notwendig, eine Ver biegung der Düsenwände 1 und 2 durch eine entspre- chend massive Ausführung oder durch zusätzliche Ab stützung zu vermeiden. Die Düse kann also leichter ausgeführt werden als die bekannten Düsen.
Damit die Weite des Spaltes 5a bei betriebsmässig auseinandergebogenen Düsenwänden 1 und 2 die ge wünschte Grösse hat, haben die Spaltlippen in Ruhe lage einen entsprechend kleineren Abstand oder sie liegen in Ruhelage mit Vorspannung aneinander an.
Es kann auch abweichend von der dargestellten Ausführung eine der Düsenwände biegungssteif aus geführt und über die ganze Länge ihrer an der Seiten teilen anliegenden Stirnflächen mit diesen Seitenteilen verschraubt sein, wobei dann nur die andere Düsen wand lediglich an ihrem der Austrittsöffnung ab gewandten Ende mit den Seitenteilen verschraubt und nicht biegungssteif ausgeführt ist.