CH320950A - Verfahren zur dauerhaften Verformung menschlichen Haares - Google Patents
Verfahren zur dauerhaften Verformung menschlichen HaaresInfo
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Description
Verfahren zur dauerhaften Verformung menschlichen Haares
Die bisher bekannten Verfahren zur Herstellung von Dauerwellen, die auf einer Lösung der Disulfidbindungen des Keratins beruhen, erfordern entweder eine gesteigerte Wärmezufuhr, wie bei der Heiss-oder Lau- welle, oder verhältnismässig konzentrierte Fl ssigkeiten. Die Vorriehtungen für die Hei¯- bzw. Lauwelle haben den Nachteil, dass auf dem Kopf der zu behandelnden Person ein beträchtliches Gewicht-meist einige Kilogramm-lastet, während die Benutzung konzentrierter Lösungen bei der Kaltwelle aus Gründen der Gesundheit und um Haut-un Haarschädigungen zu vermeiden, nicht immer angebracht ist. Man hat versueht, die Nachteile der Heiss-bzw.
Lauwelle dad'urch zu be seitigen, d'ass nicht wie üblich SO oder mehr Haarwiekel gemacht, werden, sondern zum Beispiel nur einer, wie bei der sogenannten Hochfrequenz-Dauerwelle. Dieses Verfahren hat sich in der Praxis bisher nicht durch- setzen können.
Eine andere Methode der Wärmezufuhr ist die Verwendung exothermer Sachets, die aber wegen ihres Gewichtes, einschliesslich des dafür benotigten Zubehörs ebenfalls keine Er leichterung bringen.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Dauerwellung, insbesondere für den Prozess der sogenannten apparatelosen Dauerwelle. Bei diesem Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen Haaren wird die f r die Verformung benqtigte Wärmemenge durch eine exotherme, cheinische Reaktion im befeuchteten Haar selbst erzeugt.
Die benotigte'Wärmemenge für den Dauerwellprozess, insbesondere Lauwellproze¯, wird also durch Ausnutzung der bei chemischen Umsetzungen im mit Behandlungsflüssigkeit benetzten Haar entstehenden Wärme gewonnen.
Dies kann entweder dadurch geschehen, dass die WÏrmemenge, die bei der Mischung der f r eine Dauerwellflüssigkeit benötigten Kamponenten durch exotherme Reaktion entsteht, im Haar selbst ausgenutzt wird und/oder dass durch Hinzufügen von geeigneten Substanzen zu diesen Komponenten bzw. auch za einer fertigen Dauerwellflüssigkeit eine exotherme Reaktion ausgelost wird, ohne dass der Ablauf des Reduktionsprozesses im Haar ge stö. rt wird.
Die Wärmeerzeugung kann weiter erhöht werden durch Zusatz einer physiologiseh unsehädliehen SÏure, wie zum Beispiel Wein- säure oder Zitronensäure. Bei Anwendung solcher Zusätze muss auch der alkalische An- teil entsprechend erhöht werden. Bei geeigneter Wahl dieser Ergänzungsstoffe kann gleichzeitig eine haarpflegende Wirkung, zum Beispiel durch Bildung von Zitraten, erreieht werden.
zoo ist zum Beispiel die Wärmemenge f r eine Lauwellung ausreichend, die dann'entsteht, wenn folgende zwei Behandlungsflüssigkeiten im Haar miteinander gemischt werden : I. 10, 0 g Zitronensäure,
60, 0 g einer 30prozentigen Ammoniumbi sulfitlösung, 11, 4 g einer 80 gewiehtsprozentigen Thio glykolsäurelösng,
30, 0 g Wasser.
II. 36, 0 g Monoäthanolamin, 70, 0 g Wasser.
Es werden auf diese Weise Ubertempera- turen von mindestens 20¯C erreicht.
Anderseits kann man jene Wärme ausnutzen, die entsteht, wenn man das in einer Ammoniumthioglykolatlösung enthaltene freie Alkali, wie zum Beispiel Ammoniumhydroxyd, mit einer Säure neutralisiert. Die dabei entstehende Wärmemenge ist ausreichend für eine einwandfreie Lauwellung.
Die Anwendimg dieses Verfahrens geschieht in der Weise, dass jedem Haarwickel ausrei- chende Mengen der oben genannten Behancl lungsstoffe zugeführt werden, wobei zur For- derung des Prozesses Einrichtungen vorgesehen werden können, die diese Behandlungsflüssigkeiten in leicht erwärmtem Zustand, zum Beispiel mit +3SOC, in das Haar einbringen. Eine solche Möglichkeit ist beispielsweise die Verwendung von mit Locher ver sehenen Hohlwicklem, durch deren Innenraum die Flüssigkeit unter leichtem Druck auf das Haar gef¯rdert wird.
Selbstverständlich findet auch der im Anschluss an diese Behandlungsform notwehdige Fixierungsprozess in gleicher Weise statt.
Zur Verhinderung einer Abgabe dieser erzeugten Wärmemenge nach aussen ist es zweckmässig, auf den Haarwickel eine wärmeisolierende Abdeckung aufzusetzen. Diese Abdek- kung kann entweder aus Einzelabdeekungen für jeden Haarwickel oder aus einer den gesamten Kopf bedeckenden Kappe bestehen.
Durch Verwendung stÏrker konzentrierter Behandlungsfl ssigkeiten kann die Behandlungszeit stark verkürzt werden ; dadurch kann der gleiche Vorteil wie bei den sogenannten Hochfrequenzdauerwellen erzielt werden.
Eine Schnellbehandlung kann ausserdem dadurch unterst tzt werden, da¯ eine WÏrmeabgabe aus dem Haarwickel nach aussen dadurch verhindert wird, dass dieser Wickel sich in einem gasförmigen Medium gleicher Tem- peratur befindet, die er selbst erreicht. Dies kann beispielsweise dadurch bewirkt werden, dass eine elektriseh geheizte Wärmehaube oder eine langsam laufende Haartrockenhaube benutzt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur dauerhaften Verformung von menschlichen Haaren, dadurch gekennzeichnet, dass die für eine solche Verformung benötigte Wärmemenge durch eine exotherme, chemische Reaktion im befeuehteten Haar selbst erzeugt wird.UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass jene Wärmemenge verwendet wird, die beim Mischen der f r eine Dauerwellung benötigten Stoffe und einer flüchtigen Base im Haar entsteht.2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass den Komponenten bzw. der fertigen Dauerwellflüssigkeit weitere Substanzen hinzugefügt werden, die ohne den Dauerwellprozess zu st¯ren, durch Reagieren miteinander WÏrme abgeben.3. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüehen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmeerzeugung durch einen Neutralisationsproze¯ zwischen einer in der Dauerwellflüssigkeit enthaltenen Base und einer zusätzlichen schwachen Säure bewirkt wird.4. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteranspr chen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Haar zuzuführenden Behandlungsflüssigkeiten vor der Be nutzung auf-Temperaturen bis zu 40 C vorgewärmt werden.5. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteranspriiehen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die WÏrmeabgabe nach aussen durch eine wärmeisolierende Abdekkung des oder der Haarwickel ersehwert wird.6. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmeabgabe nach au¯en durch Einbringen der Haarwickel in ein gasförmiges Médium gleicher Temperatur wie im Innern der Haarwickel verhindert wird.7. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 6, dadurch ge kennzeiehnet, dass die Behandlungsfliissigkeit vor dem Einbringen in den Haarwickel durch eine Heizeinrichtung, deren'Temperatur einstellbar und automatisch regelbar ist, erwärmt wird.
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