CH313354A - Verfahren zum Verarbeiten aus dem Schmelzfluss von hochpolymeren Kunstoffen - Google Patents
Verfahren zum Verarbeiten aus dem Schmelzfluss von hochpolymeren KunstoffenInfo
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Description
Verfahren zum Verarbeiten aus dem SchmelzfluB von hochpolymeren Kunststoffen Es ist bekannt, dass die Temperatur, bei welcher das Polyhexamethylendiamin-adipat im Schmelzfluss versponnen wird, knapp unterhalb der thermischen Zersetzungs grenze liegt. Aus diesem Grunde bilden sich mehr oder weniger Gasblasen in der Schmelze. Durch Anwendung einer Vor ciruckpumpe vor der Dosierungspumpe kann die Gasbildung in bestimmten Grenzen unter drückt werden. Das Auftreten dieser Zerset zungsgase ist jedoch manchmal so stark, dass ein Spinnen im Schmelzfluss unmöglich wird.
Anderseits gibt es Hochpolymere, die im Schmelzfluss überhaupt nicht versponnen werden können, weil ihre Zersetzungstempe ratur unterhalb der Schmelz- und Verarbei- tungstemperatur liegt. Ein Beispiel dafür ist das Polyacrylnitril, das nur in Lösung ver sponnen werden kann.
Es wurde nun gefunden, dass es möglich ist, hochpolymere Kunststoffe, deren Schmelze zur Zersetzung neigt oder die sich bereits bei Temperaturen, bei denen sie noch fest sind, zersetzen, zersetzungsfrei aus dem Schmelz fluss zu verarbeiten, indem man aus dem zu verarbeitenden hochpolymeren Kunststoff zunächst mit mindestens einem andern Hoch polymeren eine Mischung herstellt, die bei einer Temperatur schmilzt, bei der keines der in ihr enthaltenen Hochpolymeren eine Zer setzung erfährt, und dass man dann die ge schmolzene Mischung bei einer Temperatur verarbeitet, bei der keines der Hochpolymeren sich zersetzt.
Schmilzt man zum Beispiel ein homogenes Gemisch von Polyacrylnitril und Polyepsilon- aminocaprolaktam zusammen ein, so tritt eine Schmelzpunktserniedrigung ein, die im eutektischen Punkt ihren höchsten Wert erreicht. Im allgemeinen wird man von der Beimischungskomponente, im vorliegenden Falle Polyepsilonaminocaprolaetam, aber nur gerade so viel ziLsetzen, dass die Schmelz punktsdepression ausreicht., um die schäd liche Temperatur der Gasbildung sicher zu unterschreiten.
Man kann auch so verfahren, dass man den zu verarbeitenden hochpolymeren Kunst stoff unter Rühren in die Schmelze einer ermittelten Menge eines thermostabilen Hoch polymeren unter genauer Temperaturkon trolle einbringt.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, die bisher gebräuchlichen kostspieligen und art fremden Lösungsmittel durch ein artver wandtes, selbst verspinnba.res bzw. plastizier- fähiges Lösungsmittel ersetzen zu können.
Die so erhaltenen gemischten . Hochpoly meren unterscheiden sich in ihrer Eigen schaft grundsätzlich von echten Mischpoly- inerisaten, d. h. von solchen, die durch Be ineinsame Polymerisation oder Polykonden sation der vorher gemischten Monomeren entstehen.
Es ist bekannt, dass monomeres Hexa- methy lendiaminadipat in gleichem Verhält nis mit monomerem Epsilonaminocaprolac- tam gemiseht, nach dem Polymerisieren ein alkohol-wasserlösliclies Kunstharz ergibt. Da- ;-egen zeigen Misehsehmelzen der beiden Iloehpolymeren die Eigenschaften der Aus gangskomponenten bis in ihr Verhalten bei der Verarbeitung.
Fadenförmiges Gut. von Polyhexame- thylendiaminadipat hat bekanntlich eine-nie- derere Festigkeit und eine geringere Deh nung als ein Gut aus polymerem Epsilon- aminocapronsäurelactam. Schmilzt man beide Polymerisate zusariimen, so liegen die Eigen schaften der daraus hergestellten Fäden oder Massen, je nach dem \Verhältnis der Mi schungskomponenten zueinander, näher bei dem einen oder andern Mischungspartner und - was das wesentlichste ist.
- es ergibt sieh eine unter die Zersetzungstemperatur ge drückte Verarbeitungstemperatur.
Ein besonderer Vorteil des Verfahrens ist es, dass es ermöglicht, durch Veränderung des Mischungsverhältnisses der beiden Kompo- renten die Eigenschaften des fadenförmigen oder andere Gestalt tragenden Gutes weitge hend zu beeinflussen und damit harmonisch auf bestimmte Verwendungszweeke abzustim- men. Zwischen dem eben thermostabilen Ver a rbeitungspunkt einer Mischung mit überwie gender Komponente 1,
dem eutektischen Punkt und dem thermostabilen Temperatur bereich mit überwiegender Komponente liegt. meist eine weite Spanne freier @,\'ahl so wohl für bewusste Eingriffe in die physika lischen und chemischen Eigenschaften des Gutes als auch hinsichtlich seiner Geste hungskosten.
Der Gegenstand der Erfinden- beschränkt sich aber nicht auf die bisher aufgezeigten binären Gemische, sondern umfasst auch die Bildung ternärer und Gemische noch höherer Ordnung. Gerade Gemische höherer Ordnung erweitern die Variationsmöglichkeiten bei be- wusstem und planmässigem Eingriff in die chemischen und physikalischen Eigenschaften des angestrebten Gutes bei gleichzeitiger dra- stischer Senkung,
der Schmelztemperatur unter die Zersetzungstemperatur der therino- labilsten Komponente.
Zur Bildung der Mischung der Hochpoly- nieren kann man z. B. so vorgehen, dass man den zu verarbeitenden thermolabilen hoch polymeren Kunststoff in einem Monomeren oder einem Gemisch mehrerer Monomerer auflöst oder in geeigneter Form unter An- wendiulg an sich bekannter Technik verteilt und das Monomere bzw. Monomerengemiseh in Hoehpoly meres überführt.
So lässt sieh zum Beispiel Polyacrylnitril unterhalb der Zersetzungstemperatur in dem monomeren Laetam der Epsilonamino- capronsäure und andern monomeren Aus gangsstoffen für die Herstellung verspinn- barer Massen auflösen.
Die Temperatur, die gegebenenfalls unter Zugabe von R.eaktions- heschleunigern und oder Stabilisatoren für die Polymerisation der monomeren Anteile notwendig ist, liegt ebenfalls unter der kriti schen Zersetzungstemperatur des fertig ein gebrachten Hochpolymeren.
Die auf den beschriebenen Wegen erhal tenen Mischungen Hoehpoly merer lassen sieh in üblicher Weise aus dem Schmelzfluss zu Fäden und Borsten verspinnen, zu Folien zie hen oder als Spritzgussmassen verarbeiten @?nd dies, was das Entscheidende ist, bei Ver arbeitungstemperaturen, bei denen Verlust oder Qualitätsminderung der Schmelze durch infolge Zersetzun - auftretende Gase sicher vermieden wird.
Beispiel <I>1</I> 50 Teile eines bei Temperaturen über 280 C stark zum Gasen neigenden Poly- hexamethylendiaminadipats werden mit 50 Teilen polymerem Epsilonaminocaprolactam oeniischt und im Schmelzfluss versponnen. Die erforderliche Temperatur der Schmelze beträgt 265 C, ist also beträchtlich niedriger, als die zum Verspinnen des Adipats notwen dige Temperatur von 290 C, wenn dieses allein versponnen wird. Die kritische Zer setzungstemperatur weder des einen noch des andern Hoehpolymeren wird dabei erreicht.
Beispiel <I>2</I> 20 Teile Polyacrylnitril löst man in 80 Teilen monomerem Epsilonaminocaprolaetam bei l80 C unter Rühren. Nach erfolgter Lö sung werden 2 Teile adipinsaures Hexame- thylendiamin (Katalysator) in 5 Teilen Was ser zugegeben und die Temperatur auf 245 C gesteigert.
Dabei polymerisiert das Epsilon- aminocaprolactam. Das erhaltene Hochpoly- merengemisch, das bei 245 C schmilzt, ver spinnt man bei 245 C im Schmelzfluss, ohne dass dabei Zersetzung eines der Hochpoly meren auftritt.
Man kann die Schmelze auch in üblicher Weise zu einem Band ausziehen, in stückiges Material zerhacken, mit Wasser zwecks Ent fernung, noch vorhandener Monomerer extra hieren, trocknen, erneut aufschmelzen und verspinnen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum zersetzungsfreien Verar beiten aus dem Schmelzfluss von solchen lloehpolymeren Kunststoffen, deren Schmelze zur Zersetzung neigt oder die sich bereits bei Temperaturen, bei denen sie noch fest sind, zersetzen, dadurch gekennzeichnet, dass man aus dem zu verarbeitenden hochpolymeren Kunststoff zunächst mit mindestens einem Hochpolymeren eine Mischung her- i andern' stellt, die bei einer Temperatur schmilzt, bei der keines der in ihr enthaltenen Hochpoly- meren eine Zersetzung erfährt, und dass man dann die geschmolzene Mischung bei einer Temperatur verarbeitet,bei der keines der Hochpolymeren sich zersetzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die genannte Mischung in der Weise herstellt, dass man den zu verarbeitenden hochpolymeren Kunst stoff in einem Monomeren oder Monomeren- gemisch löst und dann das Monomere bzw. _NTonomerengemisch in Hochpolymeres über führt. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die genannte Mischung in der Weise herstellt, dass man den zu verarbeitenden hochpolymeren Kunst stoff in einem Monomeren oder Monomeren- geinisch suspendiert und dann das Monomere bzw. Monomerengemisch in Hochpolymeres überführt. 3.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die genannte Mischung in der Weise herstellt, dass man den zu verarbeitenden hochpolymeren Kunst stoff in einem Monomeren oder Monomeren- gemisch dispergiert und dann das Monomere bzw. Monomerengemisch unter Zuhilfe nahme eines Katalysators in Hochpolymeres überführt.
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