CH293204A - Verfahren zur Herstellung von Polsterkörpern aus künstlichen Fäden. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Polsterkörpern aus künstlichen Fäden.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Polsterkörpern aus künstlichen Fäden. Bei der Herstellung von Polsterkörpern geht man seit alters davon aus, dass man langstapeliges natürliches Fasermaterial durch Überdrehen in Kabelform kräuselt, wieder aufdreht, zupft und so aufgelockert zum Fül len von Polsterungen verwendet. Man hat spä ter die Polsterungen durch Einbauen von Stahlfedern wesentlich verbessert, so dass die Haarpolsterungen nur noch als Auflage auf einem System von Stahlfedern auftreten.
In ;jüngster Zeit ist man dazu übergegangen, das lose geschichtete, stapelige Natur- oder Kunst fasermaterial durch Kautschukmilch zu be sprühen und durch anschliessende Vulkanisa- tion zu halten, um damit die Polsterung elasti- seher zu gestalten.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von Polsterkörpern aus künstlichen Fäden, welches sich dadurch aus zeichnet, dass man frisch gesponnene, endlose, künstliche monofite Fäden im laufenden Ar beitssang zu einem Kabel zusammenfasst, die ses nach einer Vortrocknung überdreht., durch eine zweite Troeknung die entstandenen Kräu- selbogen fixiert, das Kabel zu einem aus neben einanderliegenden Kräuselfäden bestehenden Kräuselband auflockert, dieses mit einem nach der Trocknung elastisch werdenden Bindemit tel besprüht,
mehrere Kräuselbandschichten aufeinanderlegt, zusammen verpresst und er liitzt.
Die Erfindung betrifft auch einen nach dem Verfahren hergestellten Polsterkörper. Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert: Man geht etwa so vor, dass man frisch gesponnene, endlose monofite Fäden, z. B. sogenanntes künstliches Rosshaar, welches vor zugsweise aus Viscose hergestellt worden ist, zu Kabeln zusammenfasst und sie, nachdem sie gewaschen sind, durch eine Trockenvorrich tung führt, in welcher sie vorgetrocknet wer den. Das Kabel wird durch eine Drallvorrich- tung einer Drehung unterworfen.
Diese muss so weit gesteigert werden, dass eine überdre- hung des Garnes erreicht; wird, wobei die durch den Drall zu erreichende gewünschte Kräusel- bogengrösse von der Kabelstärke abhängig ist. Eine weitere Drallvorrichtung sorgt dafür, dass die Drehung beibehalten wird. Zwischen diesen beiden Drallvorrichtungen sorgt eine Trockenzone für die Fixierung der Überdre hungen. Nach dem Verlassen der zweiten Drallvorrichtung dreht sich das Kabel im Ge gensinn auf.
Das Kabel wird nunmehr so aufgelockert, dass ein aus parallel nebenein- anderliegenden endlosen Fäden bestehendes Kräuselband entsteht. Für die Herstellung von Polsterkörpern werden entweder eine An zahl von Kräuselbändern von den Aufnahme rollen auf ein Transportband übereinander gelegt, so dass ein Polster des gewünschten Quadratmetergewichtes entsteht, oder ein Kräuselband wird direkt dem Transportband zugeführt und in Schleifenform so gelegt, dass sich die Schleifen überlagern.
Vor Aufschich- ten der nächsten Kräuselbandschicht werden jeweils die auf dem Transportband befind lichen Fadenlagen mit einem nach der Troek- nung elastisch bleibenden Bindemittel, z. B. Kautsehukmilch, welche die zur Vulkanisation üblichen Zusätze enthält, besprüht und damit fixiert.
Dieses Gebilde gelangt am Ende des Transportbandes in eine Pressvorriehtung, wo es auf die gewünschte Dicke gepresst wird, um anschliessend durch Wärmebehandlung, die im erwähnten Fall zur Vulkanisation der Kau- tschukmilehmischung führt, stabilisiert zu werden. Die so hergestellten Polsterbänder werden nun in Stücke von gewünschter Grösse zerschnitten, um die Polsterkörper zu bilden.
Durch eine solche Arbeitsweise ist man in die Lage versetzt, anschliessend an den Spinn vorgang Polsterbänder herzustellen, welche nur noch in die vom Verarbeiter gewünschte Grösse zu Polsterkörpern zerschnitten werden müssen.
Infolge der beim Fabrikationsprozess sorgfältig aufgebauten lind geschonten Kräu- selbogenlage ergibt sich ein Polstermaterial, welches gegenüber den bisher bekannten nicht nur durch seine wirtschaftliche Herstellungs weise ausgezeichnet ist, sondern auch durch verbesserte Polstereigenschaften. Nach einem für die Beurteilung von Polsterkörpern aus gearbeiteten Prüfungsverfahren, welches darin besteht, dass das zu prüfende Polster eine be stimmte Zeit periodischen Be- und Entlastun gen unterworfen wird, hat sieh ergeben,
dass der aus endlosem Fasermaterial hergestellte Polsterkörper gegenüber einem solchen aus wirrem stapeligen Material hergestellten bes sere elastische Eigenschaften aufweist. Bei der Prüfung betragen die Belastungen etwa 300 ;!em2, bei einer Periode von etwa 1 Mi nute. Nach einer Prüfung von 5 bis<B>10</B> Stun den, je nach dem Quadratmetergewieht des Polsters, ändern sich die Höhen im be- und entlasteten Zustand nur noch unwesentlich.
So ergab die Prüfung mittelschwerer Polster mit einem Quadratmetergewicht von 2000 g/m2 und einer Höhe von 50 mm bei dem Prüfstüek aus endlosen parallelen Fäden eine um 10 höhere Elastizität als ein Polster, das aus dem gleichen, jedoch wirren und in Stapel ge- schnittenem Material hergestellt worden war.
Die Polster aus wirrem Material drüekten sich im Mittel am Ende der Prüfzeit von 7 Stun den (7 X 60 = 420 Be- und Entlastungen) auf eine Dicke von 7,4 mm zusammen und feder ten bei Entlastung auf 19,0 mm zurüek, wäh rend die Polster, welche, wie vorstehend er läutert, hergestellt waren, sieh im Mittel auf <B>7,2</B> mm zusammendrüekten und bei Entlastung auf 20,8 mm zurüekfederten. Die Elastizität,
die durch die Differenz der Höhen im be- und entlasteten Zustand ausgedrüekt wird, ist also bei den Polstern aus gleiehliegenden Fäden uni etwa 10 ,0 günstiger.
Ausserdem zeichnen sieh derartige Polsterkörper dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu den aus st.apeli- gem Material hergestellten Füllungen über so gut wie gar keine Faserenden verfügen, so dass das lästige Durehsteelien beim Besitzen von Polsterungen vermieden ist bzw. die bisher übliehen Watte- und @eliutzstoffauflagen hin fällig werden.
Man kann auch so arbeiten, dass man bei dem Aufbau der Polsterbänder die oberste Schicht aus einem Fasermaterial von feinerem Titer herstellt, wodureh sieh eine (glattere Oberfläehe des Polsterkörpers ergibt. \Es hat sieh weiterhin Gezeigt, dass die Elastizität der Polsterkörper dadurch abgewandelt werden kann, dass man die oben erwähnte Sehichtung so ausführt, dass Kräuselbänder von verschie den startrein Titer miteinander kombiniert werden.
Beispielsweise kann die Sehichtung so aufgebaut werden, da.ss man die oberste und unterste Schicht aus künstliehen Fäden von einem Titer von .100 den. und die mittleren Schichten aus einem solehen von 2000 den. herstellt. Die Art. der Kombination ist. jedoch ausserordentlich mannigfaltig lind miss dem jeweiligen Verwendungszweck angepasst wer den. Für die äussern Schichten wird die Ver wendung eines Titers von unter 500 den. be- vorzugt.
Als Bindemittel zum Filieren der Kräusel- bänder bzw. der Schleifen wird ein Stoff ver wendet, der nach dem Troeknen elastisch wird, das heisst die Fasern nicht spröde oder brüchig macht. Die besten Erfolge sind mit einem natürlichen Kautschuklatex erzielt wor den, welcher in bekannter Weise Vulkanisa- tionszusätze enthielt. Günstige Ergebnisse sind ferner auch erhalten worden mit bereits vorvulkanisierten Lat.exkonzentraten, wie sie z.
B. unter der Markenbezeichnung Revultex im Handel sind, oder mit Emulsionen von künstlichen kautschukartigen Stoffen, z. B. von Butadien-Styrol-Misehpolymerisaten oder von Chlorbutadienpolymerisaten.
Für manche Zwecke sind auch Kunstharze als Bindemittel geeignet, obwohl die vorste llend erwähnten kautschukartigen Stoffe bei weitem vorzuziehen sind. Es können z. B. die unter den Marken 3lovilith , Acronex oder Lutliophan im Handel erhältlichen und ähn- lielie Emulsionen verwendet werden, welche als Grundstoffe Polymerisationsprodukte von Vinylaeetat, Vinylchlorid und andern poly- merisierbaren ungesättigten Verbindungen enthalten.
Das nachstehende Beispiel beschreibt eine besonders bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung.
Arbeitsbeispiel: 100 aus Viseose frisch gesponnene mono- file Fäden mit einem Einzeltiter von 1000 den., die von einer oder mehreren Spinnmaschinen kommen, werden als Kabel gewaschen und auf einen Wassergehalt von etwa 50 % v orgetroek- net. Das Kabel wird einer an sich bekannten Drallvorrielitung zugeführt, welche die Über drehung erzeugt. Dieses Kabel,
dessen Über- cirehung durch eine nachgeschaltete Drallvor- riehtung beibehalten wird, wird zwischen den beiden Drallvorrichtungen in einem Trocken rohr auf einen Wassergehalt von 12 % her- unterget.roeknet, womit die Kräuselung stabili- s@ert wird. Das aus der zweiten Drallvorrich- tung austretende Kabel dreht sich selbsttätig wieder auf und wird zu einem Kräuselband von 60 cm Breite ausgebreitet und in dieser Breite auf Rollen aufgewickelt.
Sieben solcher Kräuselbänder werden in oben beschriebener eise finit einer 60 % igen Kautsehukmilch- mischung, die die zur Vulkanisation erforder lichen Zusätze enthält, besprüht. Dieses mehr- schichtige, endlose Gebilde mit einer Breite von 60 cm und einer Höhe von etwa 10 cm wird mit Hilfe einer Pressvorrichtung fort laufend auf eine Höhe von 5 cm zusammen gedrückt.
Das so erzeugte Polsterband wird durch eine Vortrocknung von 75 zum Ver dampfen des mit der Kautschukmilch einge brachten Wassers veranlasst, um- danach in einem Heizteil bei 100 ausvulkanisiert zu werden. Nach dem Verlassen des Ofens wird das Polsterband mit Talkum durchstäubt und zu Polsterkörpern geschnitten.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Polster körpern aus künstlichen Fäden, dadurch ge kennzeichnet, dass man frisch gesponnene, endlose, künstliche, monofile Fäden im laufen den Arbeitsgang zu einem Kabel zusammen- fa.sst, dieses nach einer Vortrocknung Über dreht, durch eine zweite Trocknung die ent standenen Kräuselbogen fixiert, das Kabel zu einem aus nebeneinanderliegenden Krä,usel- fäden bestehenden Kräusel.band auflockert,dieses mit einem nach der Trocknung elastisch werdenden Bindemittel besprüht, mehrere Kräuselbandschichten aufeinanderlegt, zusam men verpresst und erhitzt. II. Polsterkörper, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, da.ss er aus mehreren Schich ten von nebeneinanderliegenden gekräuselten Kunststoffasern besteht, die an Berührungs stellen durch ein elastisches Bindemittel ver bunden sind. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Besprühen eine kautschukhaltige Emulsion verwendet wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass - zum Besprühen eine Kautschukmilch verwendet wird, welche Zusätze für eine Vulkanisation enthält. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zum Besprühen eine Emulsion von künstlichen kautschuk artigen Stoffen verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass zum Besprühen eine Kunstharzemulsion verwendet wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurch _ gekennzeichnet, dass das Erhitzen der aufeinanderliegenden Kräuselbandschichten so weit getrieben wird, dass Vulkanisation des Kautschuks eintritt. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass mehrere Kräusel- bänder übereinandergeschiehtet werden und das so erhaltene Polsterband nach dem Er hitzen zur Bildung der Polsterkörper in Ab schnitte geschnitten wird. 7.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man mir Herstellung des Polsterbandes Kräuselbänder, bestehend aus monofilen Pä- den verschiedenen Titers, verwendet. B. Verfahren nach Patentansprueh I und Unteransprüchen 6 und 7, dadurch gekenn zeichnet, dass als oberstes Kräuselband ein sol ches aus monofilen Fäden von einem Titer von weniger als 500 den. verwendet wird. 9.Verfahren nach Patentansprueh I, da durch gekennzeichnet, dass zur Aufe.inander- legung von Kräuselbandschichten ein Kräusel- band in Schleifenform so gelegt wird, dass sich die Schleifen überlagern. 10. Polsterkörper nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die an seinen Aussenseiten liegenden Schichten aus feineren Fasern bestehen als die mittlere Schicht.
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE1138669B (de) * | 1960-10-15 | 1962-10-25 | Klaus Uhlmann | Verfahren zur Erzeugung von hochelastischen Baumwollgarnen und -zwirnen |
-
1951
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