Spulen Unordnung in einem Gerät der Hochfrequenztechnik. Durch den Gegenstand der Erfindung wird der Aufbau hochfrequenztechnischer Geräte vereinfacht und vereinheitlicht; er er laubt die Einsparung von Spulenkörpern durch deren Mehrfachausnutzung, darüber hinaus die Verwendung von Spulenkörpern einheitlicher Bauart für die verschiedensten Zwecke in Hochfrequenzschaltungen.
Die erfindungsgemässe Spulenanordnung besteht aus einem geradachsigen Spulenkör- per und auf diesem aufgebrachten Wicklun gen, von denen mindestens zwei Hauptwick lungen dadurch induktiv entkoppelt sind, dass sich die magnetischen Teilfelder der zwei teilig ausgeführten einen dieser beiden TTauptwicklungen in ihrer Wirkung auf das Feld der andern aufheben.
Die Zeichnung, an Hand deren nachfol gend Ausführungsbeispiele der Erfindung er läutert werden, veranschaulicht in Fig. 1 das Grundprinzip des Aufbaues der Spulenan- ordnung. Die Spule 1 mit den Anschlussenden 1' und 1" ist in die Wicklungsteile la und 1b aufgeteilt. Zwischen diesen ist die Wick lung der Spule 2 mit den Anschlussenden 2' und 2" derart angebracht, dass die Teilfelder der Teilwicklungen la und 1b sich in bezug auf das Feld der Spule 2 in ihrer Wirkung aufheben.
Finden also in einer Schaltung zwei Hochfrequenzspulen Verwendung, so kann ein nach diesem Prinzip ausgenutzter geradachsiger Spulenkörper zur Aufnahme von zwei elektrisch voneinander unabhängi gen Spulen dienen. Es wird auf -diese Weise vor allen Dingen auch Raum in den einzelnen Schaltstufen gespart. Der kleine Nachteil, der durch die an und für sich grössere Länge des Drahtes der zweiteilig ausgeführten Spule in Kauf zu nehmen ist, ist von ganz untergeordneter vernachlä,ssigbarer Bedeu tung.
Ein nicht unwesentlicher Vorzug der Anordnung ist auch darin zu erblicken, dass die Entkopplung der Spulen bei serienmässi ger Herstellung der Spulenanordnung leicht gewährleistet ist, jedenfalls leichter, als wenn die Spulen getrennt in eine Schaltungsstufe einbebaut werden und dort hinsichtlich ihrer gegenseitigen Labe genau abgeglichen wer den müssen. Die Entkopplung wird besonders leicht, wenn die Spule möglichst symmetrisch aufgebaut wird.
Eine besondere Ausbildung der Spulen anordnung besteht darin, dass zwei Zusatz wicklungen, die durch die eine 11auptwicl@- lunb voneinander getrennt sind, zwischen die ser und der zweiteilig aiLsbeführten andern Hauptwicklung auf dem Spulenkörper derart angebracht sind, dass sich bei bleicher Spei sung der Zusatzwicklungen deren Felder in ihrer Wirkun;
auf das Feld der erstgenann- ten Hauptwicklung aufheben.
Durch diese Spulenanordnunb, von der ein Ausführungsbeispiel schematisch die Fib. ? veranschaulicht, kann in sehr ein facher Weise die vektorielle Differenz bezv-. die vektorielle Summe von zwei Wechselspannungen abgeleitet bezw. getrennt dargestellt werden.
In der genannten Ab bildung besteht die zweiteilig ausgeführte Hauptwicklung aus den Wicklungsteilen 1 rc und lb, die einander gegensinnig parallel be- sehaltet sind und die Ansehlussenden 1' und 1" haben. Die zweite Hauptwicklung ist wie derum mit ? und ihre Anschlussenden sind reit 2' und ?" bezeichnet.
Die Zusatzwick lungen 3 und 4 .sind, wie angegeben, derart zwischen den Wicklungen 1 a und ? bezw. und lb angebracht, dass bei bleicher Speisunn der Zusatz-uviel@Iunben deren Felder in ihrer Wirkung auf das Feld der Hauptwicklung \? kompensiert sind.
ZVird nun an die Zusatz- @vicklunb 3 ein Generator G., und an die Zu- satzwicklung 4 der Generator G., anr,,eschlos- sen, so wird nach Voraussetzung in der Spule ein Strom induziert,
demzufolge an den An- schlussenden 2' und ?" eine Spannung die gleich der velLtoriellen Differenz der Spannunb-en der Generatoren G., -Lind G., ist.
Dagegen entsteht an den Ansehlussenden 1' und 1" der zweiteilig ausgeführten Haupt- wicklung eine Spannung, die der vektoriellen Summe der Spannungen von G.; und G., pro portional ist.
Durch Wahl der Abstände d4-,r Zusatzwicklungen einerseits zur Hauptwick- 1-ann 1, anderseits zur Hauptw icklunb \? kann ein jeweils gewünschter Kopplungsgrad er reicht werden.
An die Stelle der Generatoren G.;, G, können natürlich Verbraucher treten, die durch Spannungen bespeist werden, die an den Hariptivicl@lnng;en 1 und ? lieben. Die ssetrachtunbswei:se ist dann jedoch die bleiche. denn Verbraucher sind in diesem Zusammen- liau- als Erzeuger von Gegenspannungen aufzufassen, deren Wirkungen im Grunde benommen die bleichen wie diejenigen von Generatorspannunben sind.
In Hochfrequenzkreisen ist ausser der in- duktiven Entkopplung verschiedener Strom kreise. die .sich nicht gegenseitig beeinflussen sollen, auch die kapazitive Entkopplung \vichtib. Fm dieses bei den beschriebenen Spulenanordnungen zu erreichen, ist es zweck- mässig, die mittlere Hauptwicklung bifilar auszubilden,
uni eine spiegelbildsymmetrische Aufbrinnunn und einen spiebelbildsymmetri- schen Anscbluss der Wicklungen zu ermöo-- lichen. Durch die spiegelbildsymmetrische Ausbildung der Spulenanordnung ist es be- bebenenfalls niöblicb, jeweils die Spulenenden an Erde zu 'leben,
die in bezun auf die er forderliche Entkopplung einer ungünstigen hapazitiven Kopplungswirkung ausgesetzt sind.
Die Spulenanordnunb nach Fig. 3 ist, um ein. besonders vorteilhaftes pral@tisches An- ivendun,sl)eispiel zu nennen, geeignet, in einem Peilgerät die vorhandene erdsy mme- trische Richtantenne so an das Gerät anzu koppeln,
dass die Ricbtantennenspannung und die durch die Ricbtantenne aufgenommene "IIilfsantenneri"-Spanriiinn über zwei ge trennte. abbescliirmte Leitunnen an die Ein- nangsILreise des Gerätes gelegt werden kön nen. Fig. 3 erläutert denjenigen Ansehluss der Zusatzwicklungen. an die Rahmenan tenne ::
t bezw. an "Erde", mit dem erreicht wird, dass an der einen Hauptwicklung die Richtantennenspannunc und an der andern Hauptwicklung die von dieser Spannung un- abbänbibe Hilfsantennenspannunb abbenom- inen werden kann.
Die beiden Zusa.tzwiclkIun- ben sind wiederum mit 3 und 4 bekennzeich- net. Die Anschlussenden 3'" und 4" sind ge erdet, 3' und 4' dienen zum symmetrischen Ansehluss der Rahmenantenne A.
Das Er satzschaltbild IIIa verdeutlicht die Zusam mensetzung der Hilfsantennen- und der Richtantennenspannung, 11 stellt den Genera tor der Hilfsantennenspannung und R den erdsymmetrischen Generator der Richtanten- nenspannung dar.
Für den einen Zweig zwi schen Erde und Anschluss 4' ist die vekto- rielle Summe der Hilfsantennenspannung und der Hälfte der Riehtantennenspannung vorhanden, für den andern Zweig zwischen Erde und 3' ist die vektorielle Summe der Hilfsantennenspannung und der gegenpha- sigen andern Hälfte der Richtantennenspan- nung vorhanden.
Unter dieser Voraussetzung entsprechen die Spannungen, die an den Zu satzwicklungen 3 und 4 liegen, den Span nungen der Generatoren G3 und G., bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2. Durch Induktionswirkung entsteht nun an den An schlussenden 2' und 2" der Hauptwicklung 2, die im vorliegenden Falle bifilar ausge führt ist, die Differenz der in den beiden Antennenzweigen vorhandenen Spannungen und an den Anschlussenden 1' und 1" die vek- torielle Summe der beiden genannten Span nungen.
Infolge der im vorliegenden Falle symmetrischen Verkopplung der Hilfsanten nen- und der Richtantennenspannung ergibt sich zwangsläufig, dass die Ausgangsspan nung an der Wicklung 2 proportional der Richtantennenspannung und die Ausgangs spannung der Hauptwicklung 1 proportional der Hilfsantennenspannung ist.
Die An schlüsse 1" bezw. 2" sind geerdet, so dass an den Anschlussenden 1' und 2' die genannten Spannungen gegen Erde vorhanden sind und durch die Kabel K, bezw. K. zu den Ein- ga.ngskreisen des Gerätes geleitet werden können.
Die beschriebene Einrichtung erlaubt also den Ansehluss der Richtantennenanlage über zwei eindrahtige Koaxialkabel. Bisher wurde für den gleichen Zweck ein symmetrisches Zweileiterkabel verwendet. das einen grösse ren tecbnischen Aufwand darstellt und im übrigen schwerer zu verlegen ist. Durch den mittels der erläuterten Spulenanordnung er möglichten erdunsymmetrischen Anschluss der beiden Zuleitungen ist also ' der schal tungstechnische Aufwand des Peilgerätes vermindert worden. In der Eingangsstufe des Peilgerätes wird die Hilfsantennenspannung in der Phase um 90 gedreht.
Zu diesem Zweck ist die aus dem Ersatzschaltbild IIIb hervorgehende Netzwerkanordnung vorge sehen. Die Leitung 1' ist an dass aus der Spule 11 und den Kondensatoren 13, und 14 bestehende Netzwerk angeschlossen. Der Kon densator 15 stimmt: die als Autotransforma tion ausgebildete Spule 12 auf die Empfangs welle ab.
Das genannte Netzwerk und die Spule 12 sind in der gemäss Fig. 1 beschrie benen Weise auf einen gemeinsamen Spulen körper aufgebracht, und zwar durch zwei teilige Ausführung der Spule 11 in Gestalt der Teilwicklungen lla und llb und durch solche Anordnung der Spule 12 zwischen den genannten Teilwicklungen, dass die Felder der letzteren sich in ihrer Wirkung auf das Feld der Spie 12 aufheben.
Die Richtanten- nenspannung ist an die Umtaststufe U ange schlossen, durch die die Spannung periodisch umgetastet wird, bezw. hochgradig moduliert wird. Die in dieser Weise umgetastete bezw. modulierte Spannung wird über die Leitung 17 an das nicht geerdete Aussenende der Spule 12 angeschlossen.
Die Leitung 16 leitet die in der Spule 12 wiederum einander über lagerten Spannungen zu dem Empfangsge rät, durch das die zusammengesetzte Span nung verstärkt und demoduliert wird und in dem zweckentsprechende Mittel vorgesehen sind, damit aus der Phase des Demodula- tionsproduktes in bezug auf .die Phase des Umtastvorganges in der Stufe U auf die Richtung der Lage der Richtantenne A in Be zug auf die eigentliche Peilrichtung geschlos sen werden kann.