Theodolit. Die Erfindung betrifft einen Theodoliten, der insbesondere für Grubenmessungen be stimmt ist. Nach der Erfindung weist der Theodolit einen lotrecht ,stehenden, durch seinen Hori- zontalteilkreis zentrisch hindurchgehenden Stab auf, an dem die Zielvorrichtung und die Messkreise in Höhenrichtung verschiebbar sind. In vorteilhafter Weise wird dieser Stab so ausgebildet, .dass er eine zentrische Auf hängevorrichtung aufweist, um ihn im ört lich gegebenen Vermessungspunkt zentrisch aufhängen zu können.
Eine besonders vor teilhafte Ausführungsform ergibt sich, wenn der Stab in seiner Länge veränderbar ge macht wird und an seinem untern Ende mit einer zum Verstreben und Vertikalstellen des Stabes dienenden Vorrichtung versehen wird.
In dieser zweckmässigen Ausführungsform hat der Theodolit bei Grubenmessungen ge- genüber dem bekannten Hängetheodolit den Vorteil, dass @er ohne weiteres unter dem First punkt zentriert und bequem in die günstigste Höhenlage gebracht werden kann, ohne dass bei seiner Höhenverschiebung eine seitliche Dezentrierung des Instrumentes, auftritt. Höhenverschiebungen sind zuweilen bei Ni vellierarbeiten oder bei Umgehungen von Durchbrüchen in Bergwerkstollen erforder lich.
Ausserdem gewährt die für den lotrecht stehenden Stab bestimmte Verstrebeeinrich- tung eine stabilere Aufstellung des Theodo liten. Eine beispielsweise Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung ist in den Ab bildungen 1 und 2 der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt:
Abb. 1 die Aufstellung des Theodoliten in Ansicht und teilweise in einem die Achse des Stabes enthaltenden Längsschnitt und Abb. 2 den Theodolit in Seitenansicht. Mit 1 ist ein Fir s:thaken bezeichnet, der in einem Grubenbalken 2 eingeschraubt ist.
An dem Haken 1 ist mittels einer Ose 3 ein mit einer Teilung 4 versehenes Rohr 5 pen delnd aufgehängt und durch einen im Haken 1 sitzenden Querbolzen 6 gegen Herausheben gesichert. In dem Rohr 5 sitzt verschiebbar ein Stab 7. An dem untern Ende dieses Stabes ist mit einem Kugelgelenk 8 eine Fussplatte i 9 angebracht, die mittels dreier Stellschrau ben 10, 11 und 12 auf dem Boden 13 ruht. Durch Drehen dieser Stellschrauben kann die lotrechte Lage des :Stabes genau eingestellt und der Stab in dieser Lage verstrebt wer > den.
Der Stab 7 ist mit einer auf dem Rohr 5 sitzenden Klemmutter 14 eingespannt. Zu diesem Zweck ist das der Fussplatte 9 zu gekehrte Ende des Rohres 5 aussen verjüngt und mit parallel zu seiner Achse verlaufen <B>9</B> den Schlitzen 15 versehen, während die Klemmutter mit einem der Verjüngung des Rohrendes entsprechenden Innenkonus ver sehen ist, der beim Anziehen der Mutter 14 die federnden Rohrenden auf den Stab 7 s drückt und diesen einspannt. Auf dem Rohr 5 ist ein Rohrstück 16 in axialer Richtung verschiebbar gelagert und durch einen Stift 17 gegen Drehung gesichert, der in einer auf dem Rohr 5 angebrachten, parallel zu dessen 9 Achse verlaufenden Nut 18 gleitet.
Das un tere Ende des Rohrstückes 16 ist mit einem Aussengewinde 19 versehen, auf dem eine Mutter 20 sitzt. Diese Mutter hat einen ring förmigen Vorsprung 21, über den ein ko s axial zu dem Rohr 5 angeordneter, mit einer Klemmschraube 22 ausgerüsteter Ring 23 greift. Mit der Klemmschraube 22 kann das Rohrstück 16 zunächst in der Höhe grob auf dem Rühr 5 festgeklemmt werden, wodurch gleichzeitig eine Grabstellung eines Fern rohres 24 in Höhe erfolgt, während die Fein stellung mittels der Mutter 20 erfolgt. Das Rohrstück 16 trägt ferner einen koaxial zu seiner Achse liegenden Horizontalteilkreis s 25.
Ein zweites Rohrstück 26 ist koaxial zu dem Rohrstück 16 angeordnet und drehbar auf ihm gelagert, wobei eine Haltemutter 27 eine axiale Verschiebung des Rohrstückes 16 verhindert. An dem Rohrstück 26 ist ein Vertikalteilkreis 28 befestigt, an dem das Fernrohr 24 drehbar gelagert ist. Zur Grob stellung des Fernrohres 24 an dem Vertikal teilkreis 28 dient eine Klemmschraube 29, die in einem koaxial zu dem Vertikalteil- kreis liegenden und an einem Fernrohrtrag- körper 30 angebrachten Ring 31 sitzt.
Der Ring 31 ist mit einem Vorsprung 32 ver sehen, auf den auf der einen Seite eine zur Feinstellung dienende Schraube 33 wirkt, während auf der andern Seite ein unter Fe derdruck stehender Bolzen 34 drückt. Mit 35 ist eine mit dem Fernrohr 24 verbundene Nivellierlibelle und mit 36 ein Triebknopf für die Fernrohrfokusierung bezeichnet. Zur Grobstellung des Fernrohres 24 am Horizon talkreis 25 dient eine in einem koaxial zum Rohr 5 liegenden Ring 37 sitzende Klemm schraube 38, während die Feinstellung mit tels der Schraube 39 vorgenommen wird.
Dem Vertikalteilkreis 28 ist ein am Fern rohrtragkörper 30 angebrachter N onius 40 und dem Horizontalteilkreis 25 ein an dem Rohrstück 26 befestigter Nonius 41 zugeord net. An dem Rohrstück 26 ist ferner ein Ge- geiigewicht 42 befestigt.
Die Horizontierung des Theodoliten kann entweder durch eine an dem Rohrstück 26 angebrachte Dosenlibelle 43 oder durch eine zweite, an dem untern Ende des Rohres 5 befestigte Dosenlibelle 44 erfolgen. Der Ab stand der Kippachse der Fernrohres 24 von einer durch eine strichpunktierte Linie an gedeuteten, im Firsthaken 1 festgelegten Nullinie 0-0 kann an der Teilung 4 des Rohres 5 mittels eines am Rohrstück 16 an gebrachten Nonius 45 abgelesen werden.