Lagerung von Werkzeugmaschinenspindeln, insbesondere Bohrspindeln. Die Erfindung bezieht sich auf eine La gerung von Werkzeugmaschinenspindeln, insbesondere Bohrspindeln, wobei die Spin del in einer längsverschiebbaren Lagerhülse umläuft, die zum Beispiel von zylindrischer, elliptischer oder prismatischer Gestalt sein kann. Beim Lauf der Spindel erwärmt sich jedes Spindellager, und zwar bei verschie denen Drehzahlen verschieden gross.
Um die Auswirkung ,der Wärmedehnung auf die La gerhülse und damit die Klemmgefahr in der Führung derselben praktisch zu verhindern, ist erfindungsgemäss jede Lagerstelle der Spindel in zwei ineinandergesteckten Büch sen untergebracht, die in die Lagerhülse ein gesetzt sind,
wobei zwecks Bildung wärme- isolierender Lufträume die innere Büchse in der äussern mittels mindestens drei gleich mässig zueinander versetzten Längsstegen und die äussere Büchse in der Lagerhülse ebenfalls mittels mindestens drei gleich mässig zueinander versetzten Längsstegen ge führt ist, und wobei die äussern Stege zu ,den innfern Stegen um den halben Verset- zungswinkel der letzteren versetzt angeordnet sind.
Bei auftretender Lagerwärme kann sich demnach die innere Büchse, ohne ihre Ach senlage zu verändern, ausdehnen, da die äussere Büchse zwischen den äussern Längs stegen elastisch ausgebogen wird. Die Luft räume verhindern praktisch den Wärme übergang auf die Lagerhülse, so dass diese bei jeder Drehzahl der Spindel leicht in ihre Führung bewegt werden kann.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungs- gegenstand beispielsweise an Hand einer Bohrspindellagerung veranschaulicht.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt, Fig. 2 ein Querschnitt nach Linie I-I ,der Fig. 1.
Bei dem dargestellten Beispiel ist die hohle Bohrspindel 1 in einer zylindrischen Lagerhülse 2 gelagert, die in einer Zylinder führung 3 des, Spindelstockes 4 verschiebbar ist. Die Vorachubbewegung wird der Hülse 2 durch ein Zahnrad 5 erteilt, das mit einer Zahnstange 6 an der Hülse 2 kämmt.
Die Vorschubbewegung erfolgt wahlweise von Hand von dem Griffrad 7 aus oder maschi nell über ein Schneckengetriebe 8, 9, das auf der Welle 10 -des Zahnrades 5 sitzt. Die Dreh bewegung wird der Bohrspindel 1 durch eine von oben in sie eintauchende Schaftwelle 11, die in eine Keilnabe 12 eingreift, erteilt. Der Antrieb der Schaftwelle 11 erfolgt wahlweise über das Zahnrad 13 oder die Riemen scheibe 14.
Als Querlager für die Bohrspindel 1 sind das untere Rollenlager 15 und das obere Rollenlager 16 vorgesehen. Das Längslager wund durch ein neben dein Rollenlager 16 sitzendes zweireihiges Kugellager 17 gebil det. Die Lager 15 bezw. 16, 17 bilden die zwei Lagerstellen der Spindel, und sie sind jeweils in zwei ineinandergesteckten Büchsen 18 und 19 untergebracht, und zwar die La gerstelle 15 in einem Büchsenpaar und die Lagerstelle 16, 17 in einem andern Büchsen paar.
Jede Büchse 18 hat gleichmässig zu einander versetzte schmale Längsstege 20 und jede Büchse 19 gleichmässig zueinander versetzte schmale Längsstege 21. Im ge zeichneten Beispiel besitzt jede Büchse drei Längsstege, die um 120' zueinander versetzt sind.
Die Stege 21 an jeder Büchse 19 sind zu den Stegen 20 an der zugehörigen andern Büchse 18 um den halben Versetzungswinkel der Stege 20, also <B>60',</B> versetzt angeordnet. Durch die Ausnehmungen zwischen den Ste- gensind zwei Lufträume 23 und 24 gebildet., die lediglich durch die schmalen Stege 20 bezw. 21 unterbrochen sind.
Jedes Büchsen paar liegt gegen eine Stirnfläche 25 in der Hülse 2 an und wird durch einen in einem Muttergewinde der Hülse 2 verschraubbaren Gewindering 22 gehalten. Jede Büchse 18 ist also mittels der Stege 20 in der Büchse 19 geführt, und jede Büchse 19 ist mittels der Stege 21 in der Lagerhülse 2 geführt.
Bei auftretender Erwärmung dehnt sieh die Büchse 18 aus, und da sie über die Stege 20 die Büchse 19 zwischen den Stegen 21 ausbiegt, geht ihre Ausdehnung gleichmässig vor sich. Auf diese Weise wird die Lage der Bohrspindelachse gewahrt.
Gleichzeitig ist durch die von den Ausnehmungen zwischen den Stegen gebildeten Lufträume 23 bezw. 24 ein Wärmeübergang auf die Lagerhülse 2 praktisch verhindert. Der geringe Wärme übergang an den Berührungsstellen der Stege 20 bezw. 21 ist praktisch ohne Bedeutung. An Stelle von drei gleichmässig zueinander versetzten Längsstegen an jeder Büchse kann auch eine grössere Anzahl vorgesehen werden.
Ebenso können die Stege 20 anstatt aussen auf der Büchse 18 innen an der Büchse 19 angebracht werden. Anderseits könnten aber auch die Stege 21 statt aussen an der Büchse 19 innen in der Bohrung der Hülse 2 vor gesehen sein. Statt der dargestellten zylin drischen Form könnten die Teile 18, 20 bezw.
19, 21 und die zughörige Bohrung der Hülse 2 auch die Form eines Kegels mit geringer Neigung haben. Die Längendehnung der Büchsen 18, 19 ist unbeachtlich, da die Büch senhöhe auf etwa Lagerbreite beschränkt ist. Gegebenenfalls kann die Widerlagerfläche 25 in der Hülse 2 steif federnd ausgebildet sein, um geringe Längendehnungen der Büchsen aufnehmen zu können.
Das Wesentliche der dargestellten Lagerung beisteht in der Schaf fung von wärmeisolierenden Lufträumen, und zwar den Lufträumen zwischen den Büchsen 18 und 19 und den Lufträumen zwischen der Büchse 19 und der Hülse 2 und ferner auf der elastischen Deformationsmöglichkeit der Büchse 19.
Durch diese Massnahmen wird er reicht, dass sich die Hülse 2 bei jeder Dreh- zahl der Spindel 1 gleichmässig leicht in der Spinidelstockführung 3 verschieben lässt.
Die umlaufenden Wälzglieder der Wälz- lager sorgen für eine gewisse Lufzirkulation innerhalb der Lagerhülse 2, so dass kein Wärmestau eintritt. Zur Durchführung der Luftzirkulation können in den Gewinderin gen 22 sowie im Boden der Büchse 19 kleine Löcher vorgesehen sein,
die die Lufträume 23, 24 mit dem Freien verbinden. Gegebenen falls kann die Luftzirkulation künstlich er höht werden, etwa durch einen auf die Bohr spindel aufgesetzten Propeller, der einet schwachen Luftzug hervorruft, dessen Rich tung von der Lagerstelle 16, 17 nach der La- gers:teflle 15 verläuft.
Die Anwendung eines künstlichen Luftzuges empfiehlt sich ins besondere dann, wenn die Spindel 1 in Gleit lagern läuft. Zweckmässig wird die Lager hülse 2 innen noch mit Aluminiumlack aus gestrichen oder mit Aluminiumfolien aus gekleidet, so dass ein Wärmestrahlungsschutz gebildet ist.
Der Erfindungsgegenstand lässt sieh bei allen Werkzeugmaschinenspindeln anwenden, bei denen auf Grund zeitweilig unterschied- licher Lagerwärme ein <U>Klemmender</U> Lager- bülse in ihrer Führung eintreten kann.