CH200315A - Verfahren zur Ausführung mechanisch nicht sehr hoch beanspruchter Bauarbeiten, insbesondere Injektionsarbeiten. - Google Patents

Verfahren zur Ausführung mechanisch nicht sehr hoch beanspruchter Bauarbeiten, insbesondere Injektionsarbeiten.

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CH200315A
CH200315A CH200315DA CH200315A CH 200315 A CH200315 A CH 200315A CH 200315D A CH200315D A CH 200315DA CH 200315 A CH200315 A CH 200315A
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  Verfahren zur Ausführung mechanisch nicht sehr hoch beanspruchter Bauarbeiten,  insbesondere     Injektionsarbeiten.       In vielen Fällen von Bauarbeiten, bei  welchen hydraulische Bindemittel zur Ver  wendung gelangen, ist es wünschenswert, den  Gestehungspreis zu erniedrigen, selbst wenn  dies auf Kosten der mechanischen Festigkeit  erzielt wird, sofern diese Festigkeitsvermin  derung ohne Nachteil in Kauf genommen  werden kann. Dies ist zum Beispiel bei der  Ausführung von vielen     Verankerungs-,        Fun-          dierungs-,        Abdämmungs-,    und dergleichen Ar  beiten, ferner bei Arbeiten, wo es sich ledig  lich darum handelt, eine Verkleidung, einen  Überzug oder dergleichen herzustellen, der  Fall.

   Dies ist auch vielfach der Fall bei Injek  tionsarbeiten, wo es sich darum handelt, einen  Boden undurchlässig zu machen oder ihn so  zu verfestigen, dass er eine genügende Be  lastung zu ertragen vermag. Die in Frage  kommenden Belastungen sind meistens so  niedrig, dass die mechanische Widerstands  fähigkeit des injizierten und nachher erhär-         teten    Bindemittels ohne Nachteil reduziert  werden kann, sofern seine übrigen Eigen  schaften, insbesondere sein Korrosionswider  stand, erhalten bleiben.  



  Die vorliegende Erfindung     betrifft    ein Ver  fahren zur Ausführung mechanisch nicht sehr  hoch beanspruchter Bauarbeiten, insbesondere  Injektionsarbeiten, gemäss welchem zwecks  Einsparung an hydraulischem Bindemittel,  dem hydraulischen Bindemittel Ton, welcher  eine feinere Kornverteilung als das     Binde-          mittel        aufweist        und        mindestens        15        %        reine          Tonerde        und        mindestens        40%        Silikate     <RTI  

   ID="0001.0021">   ent-          hält,        in        .Mengen        bis        zu        50        %        des        Gewichtes     der     Mischung    zugesetzt wird.  



  Versuche haben ergeben, dass durch die  Beimischung eines geeigneten Tones zu einem  hydraulischen Bindemittel dessen Festigkeit  nur langsam erniedrigt wird. Erst nachdem       der        Anteil        des        Tones        50        %        des        Gewichtes        der     Mischung überschreitet, wird dessen Festi-           keit    in stärkerem Masse vermindert. Gleich  zeitig zeigt es sich, dass der Korrosionswider  stand erhöht wird, wenn der Prozentsatz des  in der Mischung enthaltenen Kalkes gegen  über dem Prozentsatz an Kalk im reinen  Bindemittel abnimmt.  



  Die durch das Verfahren zu erzielende  Einsparung ist immer recht erheblich. Sie  kann, ;wenn Vorkommen geeigneten Tones  in der Nähe sind, sehr beträchtlich werden.  Die     Abbindezeit    der Mischung ist praktisch  die gleiche wie diejenige des reinen Binde  mittels. Die Druckfestigkeit der erhärteten       Mischung    bleibt genügend hoch; da sie bei  einer Mischung, welche 450% ihres Gewichtes  Ton enthält, noch höher ist als die Hälfte  derjenigen, die bei Verwendung von reinem  hydraulischen Bindemittel erzielt wird. Der  Korrosionswiderstand ist, wie bereits ange  führt, verbessert.

   Versuche ergaben, dass     Probe-          würfel,        welche        bis        zu        45%        Ton        enthielten,     keinerlei Zersetzungserscheinungen zeigten,  nachdem sie 8 Tage in fliessendes Wasser  und anschliessend 40 Tage lang in nicht fliessen  des Wasser eingelegt wurden.  



  Durch eine Anzahl Versuche wurden, wie  nachstehend beschrieben, die Wirkungen der  verschiedenen Faktoren auf die erhaltenen  Resultate ermittelt. Diese Versuche wurden  durchgeführt mit Probewürfeln von 50 mm  Kantenlänge, welche 12 Stunden nach ihrer  Herstellung unter Wasser gelegt wurden.  Die Messungen wurden erst durchgeführt,  nachdem die Probewürfel 14 Tage lang in  Wasser aufbewahrt und hierauf während  weiterer 14 Tage der Luft ausgesetzt wurden.  



  In erster Linie wurden die Wirkungen  der Hinzufügung von     Kieselgur    einerseits  und einem an Tonerde und Silikat genügend  reichen Ton anderseits in unter sich gleichen,  wachsenden Mengen zu einem bestimmten  hydraulischen Bindemittel miteinander ver  glichen und dabei festgestellt, dass die ge  messenen Festigkeitswerte bei der Mischung       Bindemittel-Kieselgur    viel schneller abneh  men als bei der Mischung     Bindemittel-Ton.     Es ist daraus mit Bestimmtheit zu schliessen,    dass der Ton-     nicht    nur als     inerter    Körper  wirkt:  Es zeigt sich ferner, dass die Kornvertei  lung des verwendeten Tones einen äusserst  wichtigen Einfuss auf- die Resultate hat.

    Zahlreiche Versuche bewiesen in der Tat,  dass die Resultate umso besser ausfallen, je  feiner der Ton ist. Deshalb ist es wichtig,  einen Ton zu wählen, dessen Kornverteilung  wesentlich feiner ist als diejenige des Binde  mittels.  



  Durch weitere Versuche wurde der Ein  fuss der chemischen Zusammensetzung des  Tones zu ermitteln versucht. Es wurde dabei  festgestellt, dass bei Verwendung von ver  schiedenen Arten von Tonen gleicher Korn  verteilung lediglich der Gehalt au reiner Ton  erde und an Silikaten Einfuss auf die Resul  tate hat. Die Verhältnisse der übrigen Be  standteile können variieren, ohne dass dabei  eine Änderung der Resultate beobachtet wird,  allerdings. unter der Bedingung; dass ihr Ge  samtgewicht     450/u    des Gewichtes des Tones  nicht überschreitet, mit anderen Worten, dass       der        verwendete        Ton        mindestens        55%        reine     Tonerde und Silikate enthält.

   Was nun diese  beiden Bestandteile     anbetrifft,    kann festge  stellt werden, dass die Druckfestigkeit in  gleichem Masse abnimmt wie der Gehalt an  Silikaten und reiner Tonerde. Diese Abnahme  der Druckfestigkeit ist     immerhin    recht lang  sam' bis zu dem bereits angegebenen mini  malen Verhältnis: reine     Tonerde    150% und  Silikate 40% des Gewichtes des Tones. Diese  Mengen müssen schlechterdings als Minima  betrachtet     werden:    Bei Verwendung von Ton  sorten     geringeren    Gehaltes ergibt sich eine  rasche Abnahme der Festigkeitswerte.  



  Weitere Versuche wurden durchgeführt,  um den Einfuss der Dosierung     Ton:Binde-          mittel    zu bestimmen. Das maximale Quan  tum Ton, welches dem Bindemittel beige  mengt werden kann, ohne dass dessen me  chanische Eigenschaften unter ein zulässiges  Minimum sinken, ist durch die Qualitäten  des Tones bestimmt. Diese massgebenden  Qualitäten sind einerseits die Feinheit seiner  Teilchen und der Gehalt an reiner Tonerde      und Silikat. Den vorstehend erwähnten mini  malen Gehalt an reiner Tonerde und Silikaten  vorausgesetzt, ergaben die Versuche, dass man  dem hydraulischen Bindemittel ein Quantum  Ton bis zu 45% des Gewichtes der Mischung  beifügen kann.

   Dieses Quantum kann bis auf       50%        erhöht        werden,        sofern        die        Zusammen-          setzung    und Feinheit des Tones dies erlauben.  Nach Überschreiten dieses Grenzverhältnisses  wird ein sehr rasches Abnehmen der Festig  keitswerte festgestellt. Weiterhin wird auch  das Schwinden der Masse zu beträchtlich  und verursacht ein     Rissigwerden    derselben.  



  Die nachstehende Tabelle zeigt beispiels  weise erhaltene Resultate bei Proben, welche    einen wachsenden Anteil an Ton enthalten.  Diese Proben wurden hergestellt mit einer  normalen Type     Portlandzement,    deren Korn  verteilung     untenatehend    angegeben ist,     ge-          mischt        mit        Ton,        welcher        15%        reine        Tonerde          und        55%        Silikate        enthält,

          wobei        Wasser        zum          Anrühren        im        Verhältnis        von        50%        des        Ge-          wichtes    der Mischung verwendet wurde.

    
EMI0003.0034     
  
    <I>Portlandzement-Kornverteilung.</I>
<tb>  99,9 <SEP> % <SEP> Körner <SEP> kleiner <SEP> als <SEP> 0,1 <SEP> mm
<tb>  88,7 <SEP> % <SEP>   <SEP> <B>31</B> <SEP> " <SEP> 0,06 <SEP> 1<B>7</B>
<tb>  <B>69,2-/,</B> <SEP> " <SEP> " <SEP> <B><I>93</I></B> <SEP> 0,04 <SEP> "
<tb>  <B>68,50/.</B> <SEP> " <SEP> " <SEP> <B>37</B> <SEP> 0,03 <SEP> "
<tb>  39,4% <SEP> " <SEP> " <SEP> 0,02 <SEP> "     
EMI0003.0035     
  
    Druckfestigkeit <SEP> in
<tb>  Gewicht <SEP> des <SEP> Tones <SEP> kglem' <SEP> nach <SEP> 28 <SEP> Tagen
<tb>  pro <SEP> 100 <SEP> gr <SEP> Mischung
<tb>  Ton <SEP> Nr.

   <SEP> I <SEP> I <SEP> Ton <SEP> Nr.1I
<tb>  0 <SEP> g <SEP> 280 <SEP> 280
<tb>  5 <SEP> " <SEP> 305 <SEP> 295
<tb>  10 <SEP> " <SEP> 295 <SEP> 285
<tb>  15 <SEP> " <SEP> 270 <SEP> 270
<tb>  20 <SEP> " <SEP> 260 <SEP> 255
<tb>  25 <SEP> " <SEP> 245 <SEP> 240
<tb>  30 <SEP> " <SEP> 226 <SEP> 226
<tb>  35 <SEP> " <SEP> 205 <SEP> 200
<tb>  40 <SEP> " <SEP> 195 <SEP> 185
<tb>  45 <SEP> " <SEP> 190 <SEP> . <SEP> 170     
EMI0003.0036     
  
    <I>Der <SEP> Ton <SEP> Nr. <SEP> Z <SEP> enthält:</I>
<tb>  100% <SEP> Körner <SEP> kleiner <SEP> als <SEP> 0,1 <SEP> mm
<tb>  99 <SEP> 0% <SEP> ,. <SEP> 3, <SEP> 0,05 <SEP>  
<tb>  90 <SEP> <B>0/0</B> <SEP> " <SEP> 0,02 <SEP> "
<tb>  60 <SEP> 0% <SEP> " <SEP> " <SEP> 0,005 <SEP> "
<tb>  <B>300/0</B> <SEP> " <SEP> " <SEP> 0,0016 <SEP> "     
EMI0003.0037     
  
    <I>Der <SEP> Ton <SEP> Nr. <SEP> Il <SEP> enthält:

  </I>
<tb>  100 <SEP> % <SEP> Körner <SEP> kleiner <SEP> als <SEP> 0,1 <SEP> mm
<tb>  <B>900/0</B> <SEP> " <SEP> <B>37 <SEP> 17</B> <SEP> 0,05 <SEP> "
<tb>  <B>600/,</B> <SEP> " <SEP> <B><I>37</I></B><I> <SEP> 21</I> <SEP> 0,016 <SEP> "
<tb>  30 <SEP> 0/0 <SEP> <B>27 <SEP> 27</B> <SEP> 0,004 <SEP> "

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Ausführung mechanisch nicht sehr hoch beanspruchter Bauarbeiten, insbesondere Injektionsarbeiten, dadurch ge kennzeichnet, dass zwecks Einsparung an hy draulischem Bindemittel dem hydraulischen Bindemittel Ton, welcher eine feinere Korn verteilung als das Bindemittel aufweist und mindestens 15 % reine Tonerde und minde- stens 40'/o Silikate enthält,
    in Mengen bis zu 50 % des Gewichtes der Mischung zuge- setzt wird.
CH200315D 1937-02-05 1937-05-25 Verfahren zur Ausführung mechanisch nicht sehr hoch beanspruchter Bauarbeiten, insbesondere Injektionsarbeiten. CH200315A (de)

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