CH196643A - Verfahren zur ununterbrochenen Herstellung von gekörntem Kalkstickstoff. - Google Patents
Verfahren zur ununterbrochenen Herstellung von gekörntem Kalkstickstoff.Info
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Description
Verfahren zur ununterbrochenen Herstellung von gekörntem Nalkstickstof. Industriell wird Kalkstickstoff auf perio dische Weisse so hergestellt, dass man in Behältern befindliches fein gemahlenes: Cal ciumkarbi.d nach vorhergehender, von innen oder aussen erfolgter Zündung durch Über leiten von Stickstoff reagieren, lässt.
Da die Wärmeentwicklungdieser egothermen Reak- tion sehr gross ist, setzt sie sich heftig und von aussen, nicht beednflussbar durch die ganze Masse fort, welche sich dadurch auf eine derartig hohe Temperatur erhitzt, dass sie vollständig zusammensintert.
Die periodisch anfallenden harten Blöcke erfordern sehr viel Zerkleinerungsarbeit. Für Düngmittelzwecke entsteht bei weitgehender V ermahlung ein stark stäubendes und da durch ätzendes Produkt. Soll ein Produkt mit diesen Eigenschaften vermieden werden, so müssen die Blöcke umständlich zerkleinert und muss durch Sichtung auf .einen gröberen Kalkstickstoff hingearbeitet werden, wobei sich aber nicht vermeiden lässt,
dass ein grösserer Teil des Materials als Staub anfällt. Der andere Weg, das Staubprodukt durch irgendwelühe Mittel in eine teigige Form zu bringen: und dann zu perlen, hat den bekannten Nachteil, dass sich dabei ein gewisser Prozentsatz des Cyanamids in an dere unerwünschte Körper umwandelt.
Alle bisherigen Versuche, gärbid auf kontinuierlichem Wege; zu azotieren, schei terten immer .daran, trotz Bewegung des Reaktionsgutes den Azotierungsprozess, so beeinflussen zu können., dass ein Zusammen- kleben: verhindert wird.
Das einzige bisher bekannte Verfahren,, Karbid zu azotieren und das Zusammenkleben zu vermeiden, be ruht auf,der gleichzeitigen Anwendung von ,drei Massnahmen, nämlich der Verwendung von gekörntem Karbid in Verbindung mit dauernder Bewegung desselben, und in Ver bindung mit Regelung der Temperatur, so wohl durch äussere Heizung oder Kühlung,
als .durch richtige Dosierung der zugeführ ten Stickstoffmengen.
Die Form des Karbides als Körner, d. h, bestimmte Siebfraktionen. erinöglielit es. die Rea,htion bei einer sehr niedrigen Tempe ratur von et.,#va <B>789</B> " einzuleiten. um sie dann im Verlaufe einer längeren Zeit, beispiels- weise ?d Stunden, allmä.hlieh so zu steigern.
bis die Temperatur eine Höhe erreicht. bei der die Azotier-iing zu Ende geführt werden kann. Die Verminderung der reagierenden Oberfläche durch die Körnung allein genügt aber nicht.
um den Prozess in der gewiiilscli- ten Weise in der Hand zu behalten. sondern man muss noch gleichzeitig die Anwendung der jeweils rie.htigen, Stickstoffmengen, so wie äussere Kühlung oder Heizung damit. verbinden, um die bei der Azotierung ent stehenden @\'ärmetöilungen so regulieren zu können. dass ein Zusammenkleben der Masse vermieden wird.
Grundbedingung ist also die allmähliche Steigerung der Reaktion und damit der Temperatur, die bei der kontinuierlichen Ausführungsform des genannten Verfahrens dadurch erfüllt wird, dass die an einer Seite in den Reaktionsraum einkommenden Kar- bidhörner innerhalb des genannten Zeit raumes sämtliche durch die bekannten Mass nahmen gesteuerten Temperaturstufen 78(I bis<B>1050'</B> durchlaufen müssen.
Wegen der geschilderten Funktion der Körnung ist es nicht möglich. dem Aus- gangsmaterial wesentliche Mengen gepulver ten Karbids beizumischen. Da die hei der technischen Zerkleinerung von Karbid auch unter Anwendung komplizierter Maschinen anfallenden Staubmengen kaum unter 31I Anteil am Gesamtkarbid zii liegen kommen, so ist bei diesem Prozess neben der Schwierig keit der Einhaltung der jeweils richtigen Bedingungen,
die zur langsamen Azotierwig notwendig sind, auch noch ungefähr die Hälfte an Karbidstaub, die bei der Zer- kleinerung von Ka.rbidblöcken anfällt, vor der Verwendung des Ausgangsmaterials ab zusieben.
Das .den Gegenstand vorliegender Erfin dung bildende Verfahren zur ununterbroche nen Herstellung von gekörntem Na-lkstick- stoff durch Azotiei-tine von Calciumkarbid verinei.dv t die obigen Nachteile.
Es ist da durch gekennzeichnet, dass einem im ge schlossenen Kreislauf geführten, auf gleieh- mässige Reaktionstemperatur erhitzten, stän dig bewegten Kalkstickstoffstrom dauernd und gleichmässig an mehreren Stellen Ca.l- ciurnkarbid in solcher Menge zugeführt wird.
dass in dem entstandenen Geiniseli auf 1 Teil Karbid mindestens -1 Teile Kalkstickstoff kommen. wodurch das Zusammenkleben ver hindert und ein loses. sandförmiges Produkt erhalten wird.
Gewüns,chtenfalls kann man auch unter Zusatz bekannter Katalysatoren arbeiten. Bei dem erfiildungsgemässen Verfahren wird also von einer in Bewegung befind lichen, nur aus Kalkstickstoff bestehenden Masse ausgegangen, die sich aber ausserdem stromartig weiter älzt. Dieser Strom ist so geführt.
dass er ringartig in sich selbst zu rückkommt und damit einen geschlossenen Kreislauf darstellt.
Dieses ;ins Kalkstickstoff bestehende Sy- stem ist nein gleichmässig auf eine für Kar- bidazotie.rung nötige Temperatur erhitzt, also eine Temperatur, die im Bereiche von <B>800-1100'</B> liegen kann, praktisch aber meist über 111(R0 liegen wird,
da bei niedri- len '1\emper < aturen der Unisatz von Karbid zu Kalkstickstoff zeitlich so gering ist. dass er praktisch nicht- in Frage kommt.
Die @e@i#cburlg des heissen Kalkstickstoff- stromes kann in rotierenden Rea.I@tionsge- fässen (beispielsweise Trommeln) und der Kreislauf durch Zusammenschaltung der Reaktionsgefässe erzielt werden.
Das Aneinanderha.ften der Karbidteil- chen bei der Azotierung wird bei dem Ver- fahren der Erfindung dadurch vermieden, dass man an keiner Stelle des Kalkstickstoff- kreislaufes eine so hohe Konzentration an Karbid eintreten lässt, dass diese bei der herr schenden Reaktionstemperatur ein Zusam- menkleben ergäbe.
Es wird also das Ver dünnungsprinzip angewandt.
Azotierungsversuche von Kalkstickstoff- Karbidmischungen ergaben, dass das Zusam- menkleben dann vollkommen unterbleibt, wenn der Anteil des Kalkstickstoffes in sol chen Gemischen an<B>80%</B> herankommt, und dass dann :die Karbidbesch.affenheit in bezug auf Mahlfeinheit keine Rolle mehr spielt. Diese Tatsache ist aber die Grundlage der beschriebenen Erfindung.
Man stellt sich :ein Kreislaufsystem von gleichmässig heissem Kalkstickstoff her, gibt so viel Karbid an mehreren Stellen gleich zeitig und gleichmässig zu, :dass :dessen Reak tionswärme die Wärmeverluste des Systems deckt und die Konzentration an Karbid 20% nicht überschreitet, wobei sich in Verbin dung mit der Bewegung des Kalkstickstoff- stromes eine überall gleichartig vorhandene Verdünnung ergibt.
Da die Temperatur durch das reagierende Karbid aufrechterhalten: und überall gleich mässig bleiben soll, muss die Isolation der Reaktions,gefäss.e entsprechend gewählt wer den.
Es geht also aus obigem hervor, dass, das in das Kreislaufsystem eingeführte Karbid unmittelbar einer sehr hohen Reaktions temperatur ausgesetzt wird, dass auf eine allmähliche Einleitung :der Reaktion oder auf :eine Beeinflussung der Reaktion durch bekannte Hilfsmittel kein Wert gelegt wird, da der dauernd in grosser Menge vorhandene Kalkstickstoff das Zusammenkleben verhin dert, indem er sich zwischen die reagieren den Karbidteilchen legt.
Durch das Führen. eines konstanten Stro mes erhitzten Kalkstickstoffes im Kreislauf wird unwirtschaftlicher Leerlauf vermieden, ständiges Erhitzen des Verdünnungsgutes ist hinfällig und der gesamte Wärmehaushalt wird nur von der Reaktionswärme des Kar bids bestritten.
Man hat es bei diesem Prozess in :der Hand, bei sehr hoher Reaktionsausbeute sol ches Karbid zu azotieren, das sowohl weit 2;ehend, als auch dem späteren Verwendungs zweck des Kalkstickstoffes entsprechend zer kleinert sein kann. Massgebend für die Form, also für .die Mahlfeinheit des zu verwenden den Karbids, ist allein der Wunsch, in wel cher Beschaffenheit :der fertige Kalkstick- stoff vorliegen soll. So wird man, um sehr feinkörnigen Kalkstickstoff zu erhalten, ein feiner gemahlenes Karbid als Ausgangs materia1 verwenden.
Will man ein an sich gröberes Endprodukt. so braucht das Aus- gangsmateria1 nicht so weitgehend zerklei- nert zu sein.
Bei der Verwendung eines durchschnitt lich feineren Materials als Ausgangskarbid arbeitet man zweckmässig mit einer andern Temperatur des Gesamtkreislaufes, als wenn gröberes Material verwendet werden soll. Im ersten Fall kann die Temperatur weit niedriger gewählt werden, da die Reaktions- geschwindigkeit mit der Oberfläche gleich läuft.
Ebenso ist die Literzahl des Karbids in sofern zu berücksichtigen, als immer nur so viel Karbid verschiedener Literzahl zuge geben werden darf, dass: gleiche Wärmemen gen in der Zeiteinheit entstehen.
Das Ingangbringen des Prozesses ge- sehielit zweckmässig mit im Kreislauf be findlichen inerten Stoffen, wie Kohle, Kalk usw., die auf Reaktionstemperatur erhitzt und allmählich durch ,den entstehenden Kalkstickstoff verdrängt werden.
Der fer tige Kalkstickstoff kann ständig durch einen Überlauf entfernt werden, an welcher .Stelle gleichzeitig :die Zufuhr des zum Umsatz nötigen Stickstoffgases stattfinden kann.
Der Erfolg des Verfahrens ist also be dingt durch die ;gleichzeitige Anwendung 1. des Verdünnungsprinzipes in der an gegebenen Mindestgrenze von<B>80%</B> Kalk- stickstoff, 2. der Durchführung der Azotierung in einem dauernd bewegten und gleichzeitig im Kreislauf geführten Kalkstickstoffstrom, 3. der gleichmässigen Verteilung des Kar bids, :
d. h. der Zufuhr an mehreren Stellen des Kreislaufes..
Die Verdünnung mit <B>80,%</B> Kalkstick stoff ergibt die Möglichkeit, ohne jede äussere Beeinflussung der Reaktion Karbid jeglicher Mahlfeinheit zu azotieren und das Zusam- menbacken des Reaktionsgutes zu verhin- dern.
EMI0004.0001
Die <SEP> Durchfühiltn- <SEP> der <SEP> Azotierung <SEP> in
<tb> einem <SEP> Kreislauf <SEP> bedingt <SEP> st,ündiges <SEP> @or@an densein <SEP> heissen <SEP> Verdütitiungsbtite> <SEP> mid <SEP> damit
<tb> eine <SEP> kontinuierliche <SEP> wirtschaftliche <SEP> Arbeits weise.
<SEP> Durch <SEP> die <SEP> dauernde <SEP> Bewegung <SEP> des
<tb> Kreislaufes <SEP> wird <SEP> aber <SEP> ständig <SEP> innige <SEP> Bertib rung <SEP> mit <SEP> dem <SEP> Stickstoffgas <SEP> ermöglicht.
<tb>
Die. <SEP> gleichmässige <SEP> Verteilung <SEP> des <SEP> Karbids
<tb> ergibt <SEP> gleichmässige <SEP> Verdünnung, <SEP> gleich mässigen <SEP> Umsatz <SEP> und <SEP> damit <SEP> gleichmässige
<tb> Temperatur.
<tb>
Bei <SEP> Anwendung <SEP> von <SEP> nur <SEP> einer <SEP> oder <SEP> aueli
<tb> von <SEP> zwei <SEP> der <SEP> Massnahmen, <SEP> ohne <SEP> heacht.ung
<tb> der <SEP> dritten, <SEP> ist <SEP> es <SEP> deshalb <SEP> nicht <SEP> niii-l.ich. <SEP> die
<tb> bestellte <SEP> Aufgabe <SEP> zu <SEP> lösen.
<tb>
Unter <SEP> vollständiger <SEP> Verwertung <SEP> des <SEP> Aus gangsmaterials <SEP> erhält <SEP> man <SEP> ein <SEP> sandiges <SEP> bis
EMI0004.0002
grie-sförmibts <SEP> Produkt. <SEP> von <SEP> -rauer <SEP> bis <SEP> schwar zer <SEP> Farbe. <SEP> das <SEP> sofort <SEP> vern-endungsfähib <SEP> ist..
Claims (1)
- EMI0004.0003 PATE\TA\ <SEP> SPRt. <SEP> C'II <tb> Verfahren <SEP> zur <SEP> ununterbrochenen <SEP> Herstel lung <SEP> von <SEP> gekörntem <SEP> Kalkstickstoff <SEP> -durch <tb> Azotieruiig <SEP> von <SEP> (.'alciiznikarl)id, <SEP> dadurch <SEP> ge kennzeichnet, <SEP> @dass <SEP> einem <SEP> im <SEP> ge\sühlossenen <tb> Kreislauf <SEP> geführten, <SEP> auf <SEP> gleichmässige <SEP> Reak t.imisteinperatur <SEP> erhitzten, <SEP> stiindig <SEP> bewegten <tb> Kalkstickstoffstrom <SEP> dauernd <SEP> und <SEP> gleich mässig <SEP> an <SEP> mehreren <SEP> Stellen <SEP> Caleiumkarbid <SEP> in <tb> solcher <SEP> Menge <SEP> zugeführt <SEP> wird.<SEP> da.ss <SEP> in <SEP> dein <tb> cntstuildenen <SEP> Gemisch <SEP> auf <SEP> 1 <SEP> Teil <SEP> Karbid <tb> mindesteng <SEP> -1 <SEP> Teile <SEP> Kalkstickstoff <SEP> kommen, <tb> wodurch <SEP> das <SEP> Zusammenkleben <SEP> verhindert <tb> und <SEP> ein <SEP> loses, <SEP> sandförmiges <SEP> Produkt <SEP> erhal ten <SEP> wird.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE196643X | 1935-11-25 |
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|---|---|
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|---|---|---|---|
| CH196643D CH196643A (de) | 1935-11-25 | 1936-11-07 | Verfahren zur ununterbrochenen Herstellung von gekörntem Kalkstickstoff. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH196643A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE875943C (de) * | 1943-10-24 | 1953-05-07 | Knapsack Ag | Verfahren zur Herstellung von Kalkstickstoff |
| DE948601C (de) * | 1952-10-04 | 1956-09-06 | Sueddeutsche Kalkstickstoff | Verfahren und Vorrichtung zum Azotieren von Carbid |
-
1936
- 1936-11-07 CH CH196643D patent/CH196643A/de unknown
Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
| DE875943C (de) * | 1943-10-24 | 1953-05-07 | Knapsack Ag | Verfahren zur Herstellung von Kalkstickstoff |
| DE948601C (de) * | 1952-10-04 | 1956-09-06 | Sueddeutsche Kalkstickstoff | Verfahren und Vorrichtung zum Azotieren von Carbid |
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