Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 178472. Übertemperatursicherung, insbesondere an elektrischen Heisswasserspeichern. Gegenstand des Patentanspruches des Hauptpatentes ist eine Übertemperatur sicherung, insbesondere an elektrischen Heiss wasserspeichern, welche dadurch gekenn zeichnet ist, dass ein unter Federwirkung stehendes, von Hand einrückbares Schalt getriebe von einem .Sperrorgan in der Be triebsstellung dadurch verriegelt ist, dass letz teres in der Sperrstellung .durch ein Weichlot gegen Bewegung gesichert ist, mit .der Mass gabe jedoch, dass, sobald die steigende Wassertemperatur das Weichlot zum Schmel zen bringt,
die Sperrung des Schaltgetriebes ausgelöst und dieses .dann in eine für die Abschaltung des Betriebsstromkreises mass gebliche Abschaltstellung bewegt wird, um in dieser zu verharren, bis es nach Abküh lung und Erstarren .des Weichlotes wieder von Hand in die Betriebsstellung zurück geführt wird.
Diese Sicherung kann so eingerichtet sein, dass sie schon bei Temperaturen des Kessel wassers von 100 bis 110 C zum Ansprechen kommt, und sie hat den Vorteil, dass sie nach dem Funktionieren wieder von Hand in die Betriebsstellung zurückgeführt werden kann, ohne dass hierzu Werkzeuge oder Ersatz teile nötig sind.
Sie ist aber mit dem Nach teil behaftet, dass, wenn das Schaltgetriebe in der Einschaltstellung aus irgend einem Grunde hängen bleiben oder im Falle der Verwendung einer Quecksilberkippschalt- röhre im Schaltgetriebe das Quecksilber in derselben zwischen den Quecksilbernäpfen haften bleiben sollte, der Ausschaltvorgang sich nicht mehr sicher vollziehen könnte.
Um nun diesem Übelstand zu begegnen, ist die Übertemperatursicherung gemäss der Erfindung, ausser dem mit Weichlotsiche- rung ausgestatteten :
Schaltgetriebe, mit einem zusätzlichen Sicherungsorgan solcher Art ver sehen, dass, wenn das Schaltgetriebe aus irgend einem Grunde bei der vorgesehenen Arbeitsübertemperatur, zum Beispiel von 100 bis<B>110'</B> C, nicht ausschalten sollte, das zusätzliche Sicherungsorgan .dann bei noch höherer Wassertemperatur, zum Beispiel bei <B>111</B> bis 120 C, in Funktion tritt und seiner- seits die Abschaltung des Heizstromes be sorgt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes schema tisch dargestellt. Fig. 1 zeigt die Gesamt heit der Vorrichtung und Fig. 2 eine Einzel heit derselben.
Wie bei der im Hauptpatent mit Bezug auf Fig. 1 und 3 beschriebenen Ausfüh rungsform, bezeichnet auch hier 1 (Fix. 1) die Grundplatte eines Quecksilbertemperatur- schalters, 2 einen an dieser bei 3 drehbar ge lagerten Schwenkhebel, 4 eine an diesem mit telst Bri.den befestigte Quecksilberkippschalt- röhre mit den beulen biegsamen Zuleitungen 5', 5", welche mit den Klemmen<B>C</B>, 6" elek trisch leitend verbunden sind.
7 bezeichnet ein Thermostatrohr, das mit der Grundplatte 1 fest verbunden ist, und 8 ist ein mit die sem Rohr am äussern Ende fest verbundener nichtdehnbarer Stab, der am untern, mit Ge winde versehenen Ende eine Reguliermutter 9 zum Zwecke der Temperaturregulierung trägt, welche mit ihrer Schneide auf den Hebel 2 einwirkt.
10 ist ein Anschlag zur Begrenzung der Einschaltstellung der Queck- silberschaltröhre 4, und @11 ist eine Zugfeder, welche den Hebel 2 mit der Mutterschneide des Stabes 8 in Fühlung hält.
Wie dort, bedeutet auch hier 12 eine Schaltstange, welche bei 13', 13" längsbeweg lich geführt ist; 14 ist eine Federzunge, welche einerends am Hebel 12 befestigt ist und mit dem andern, freien Ende in ein Sperrad 15 eingreift. Inder Fig. 2 ist das Sperrad 15 in der Seitenansicht ersichtlich.
Seine Achse -16 reicht tief in eine Büchse 17 hinein und ist innerhalb derselben mit ihr mittels eines Futters aus bei einer bestimm ten, relativ niedrigen Temperatur (der vor gesehenen Arbeitstemperatur) schmelzendem Weichlot fest verbunden.
In Fig. 1 ist die einerends an der Schalt stange 12 und anderends an der Grundplatte 1 befestigte Zugfeder 18 dazu bestimmt, die Schaltstange 12 nach oben zu -ziehen, sobald das Weichlot in der Büchse 17 zum Schmel zen kommt und sich dann das Sperrad 15 samt der Achse @16 frei drehen kann. Die Anordnung,der Büchse 17 zum Heisswasser speicher ist dabei eine solche, dass das Schmelzen des Weichlotes in direkter Abhän gigkeit vom Heisswasser -erfolgt, sobald die ses eine bestimmte höchstzulässige Tempera tur erreicht.
19 ist ein Vorsprung, welcher unter den Hebel 2 greift und diesen bei Hochgehen der Schaltstange 12 in die mit gestrichel ten Linien gezeichnete Ausschaltstellung schwenkt.
20 ist .ein Knopf an .der ,Schaltstange 12, mittels dessen diese in die Wartestellung zu rückgedrückt werden kann, sobald das Weich lot in der Büchse 17 wieder erstarrt ist und das Sperrad 1,5 somit wieder feststeht, wo bei die Federzunge 14 über das feststehende Sperrad zurückgleitet.
Sobald das iSperrad 15 durch Schmelzen des Weichlotes freigegeben wird, schnellt die Schaltstange 12 samt,dem Hebel @2 nach oben in die gestrichelt gezeichnete Aus schaltstellung und unterbricht den Heiz stromkreis mittels der Kippröhre 4.
Zu diesen Teilen gesellt sich nun hier noch ein zusätzliches Sicherungsorgan, das eine zweite Unterbrechungsstelle im Heiz stromkreis beherrscht. 2,8 ist ein fester Kon takt, der auf der Platte 1 elektrisch isoliert befestigt ist; 29 ist eine Kontaktfeder, die an dem Bolzenstück 30 befestigt ist, wel ches seinerseits ebenfalls an der Platte 1 elektrisch isoliert angeordnet ist. Normaler weise ist die Kontaktfeder 29 mit ihrem freien Ende an dem Kontakt 28 mittelst einer bei einer gewissen Temperatur schmelzenden Lotmasse festgelötet.
Inder Einschaltstellung der Quecksilber sehaltröhre 4 verläuft dann der Strom von einer Eintrittsklemme 33 über die Verbin dungsleitung 32 nach 2,8 und von hier über die Organe 29, 30, 31, 6', 5', 4, 5" zum Austrittspol 6".
Das zusätzliche Sicherungs organ 28, 29 ist somit mit der Quecksilber schaltröhre 4 in Serie geschaltet, und wenn diese etwa infolge Oxydation des-Queck- silbers nicht ausschalten sollte, so wird dann bei anhaltender Steigerung der Temperatur des Kesselwassers, in dessen Wirkungsbereich sich auch das zusätzliche Sicherungsorgan befindet, die Lotmasse bei 28 schmelzen und die Kontaktfeder 29 freigeben, um sie in die <B>01 -</B> springen zu strichelfe Aussehaltstellun..
lassen. Voraussetzung ist hier, dass die Lot masse im zusätzlichen Sicherungsorgan erst bei einer Kesselwassertemperatur, die noch höher liegt als die für die Quecksilberschalt- röhre massgebende Ausschalttemperatur, zu schmelzen vermag.
Durch .die beschriebene Kombination der zwei hintereinander geschalteten Übertem- peraturschaltsicherungsorgane wird erreicht, dass gewöhnlich bei. Übertemperatur die die Quecksilberschaltröhre 4 beeinflussende Schaltstange 12 in Funktion tritt, welche leicht von Hand in die Betriebsstellung zu rückgebracht werden kann, und dass das zweite Schmelzsicherungsorgan nur in dem höchst seltenen Falle, wo zum Beispiel die Quecksilberschaltröhre durch Oxydation des Quecksilbers stark in Mitleidenschaft gezogen sein sollte,
in Funktion zu treten hat. Es ist alsdann in diesem Falle erforderlich, dass die Quecksilberschaltröhre von fachkundiger Hand ersetzt wird, bei welcher Gelegenheit auch die sachgemässe Wiederlötung der Schmelzstelle im zusätzlichen Sicherungs organ vorgenommen werden kann.
Durch die Vereinigung dieser beiden Schaltsicherungselemente kann die grösst- mögliche Sicherheit gegen gefährliche Tem peratursteigerungen in Heisswasserspeichern erreicht werden.