CH157652A - Verfahren zur Verarbeitung von Stickoxydgemischen. - Google Patents
Verfahren zur Verarbeitung von Stickoxydgemischen.Info
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Description
Verfahren zur Verarbeitung von Stickoaydgemischen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gemisches, welches wasser haltige Salpetersäure und Stickstofftetroxyd in einem zur Erzeugung hochprozentiger Sal petersäure geeigneten Mengenverhältnis ent hält, aus Gasgemischen, die Stickoxyde, Sauerstoff und Wasserdampf enthalten. Als Ausgangsgase sind besonders geeignet Ge mische, die bei der Verbrennung von Ammo niak mit Luft oder Sauerstoff erhalten wer den. Die Zusammensetzung der erzeugten Produktion kann sowohl höchstkonzentrierter, als auch einer weniger konzentrierten hoch prozentigen Salpetersäure entsprechen. Wesentlich für ein solches Verfahren ist die Art und Weise, in der die Wasserabschei- dung vorgenommen wird. Man hat schon versucht, die Gase zu trocknen und das Was ser möglichst säurefrei abzuscheiden. Es ist aber nicht gelungen, die Wasserabscheidung vorzunehmen, ohne dass ein grosser Teil der Produktion in wässerige Salpetersäure über geführt wird oder erhebliche Mengen Stick- stoff in Wasser verloren gehen. Das ist dann selbst der Fall, wenn man das Wasser mög lichst säurearm gleich hinter den Ammo- niakverbrennungselementen entfernt, nament lich bei konzentrierter oder mit Sauer stoff angereicherten Gemischen. Die Verluste sind besonders empfindlich, wenn die Ab scheidung nicht unmittelbar am Verbren nungselement sondern erst nach der Aus nutzung der Wärme des Stickoxydgemisches in einem Abhitzkessel erfolgt. Man erzielt auch kein trockenes Gasgemisch. was die Ge winnung von Tetroxyd erschwert. Es wurde gefunden, dass sich die bisher aufgetretenen 'Nachteile vermeiden lassen, wenn man zwecks Herstellung eines Ge misches, welches wasserhaltige Salpetersäure und Stickstofftetrogyd in einem zur Erzeu gung hochprozentiger Salpetersäure geeigne ten Mengenverhältnis enthält, zuerst einen Teil des Wasserdampfes mit möglichst be schränktem Kühlraum für sich kondensiert, sodann restlichen Wasserdampf als Salpeter- säure abscheidet, danach Stickstofftetroxyd gewinnt und mit der vorher abgeschiedenen Salpetersäure zu einem Gemisch vereinigt. Man scheidet also zuerst mir einen Teil des Wasserdampfes durch Kühlung ab, ohne dass im Stickoxydgemisch Gelegenheit zur Oxydation gegeben wird. Da die letzten An teile nicht entfernt werden müssen, kann die Abscheidung weit schneller und bei hoher Austrittstemperatur erfolgen. Beides wirkt nochmals der Oxydation des NO und der Aufnahme oxydierten Stickstoffes in das ab getrennte Wasser entgegen. Eine etwa not wendige Sauerstoffzufuhr erfolgt hinter der ersten Wasserabscheidung. Man kann so viel Wasserdampf mit mög lichst beschränktem Kühlraum für sich kon densieren, dass die abgeschiedene wasserhal tige Salpetersäure mit dem nachher ausge schiedenen Stickstofftetroxyd ein Gemisch ergibt, welches auf 1 Mol N02 weniger als 1 Mol H,0 enthält. Danach wird restliches Wasser während bezw. nach der Oxydation des Gases abge schieden. Die Oxydation von N 0 zu NO= wird durch Erniedrigung der Temperatur begünstigt, ebenso die Abscheidung von Säure. Das Kondensat kann einheitlich oder in zwei Konzentrationen aufgefangen wer den. Es scheidet sich in dieser Weise aus den oxydierten Gasen schliesslich tetroxydhaltige Säure von sehr geringem Wasserdampfdruck ab. Anschliessend wird<B>NA</B> erzeugt, zum Beispiel indem man das Gas einer Tiefküh lung eventuell in Stufen bezw. unter Anwen dung den Dampfdruck des Tetroxyds ernie drigender oder absorbierender Stoffe unter wirft. Man kann verflüssigen und dann ab sorbieren oder mit einem Lösungsmittel Wäschen. Man verflüssigt zum Beispiel einen Teil des ,Stickstofftetroxyds . unmittelbar, während ein anderer Teil unter Anwendung absorbierender Stoffe, wie Kieselsäure-Gel oder dergleichen gewonnen wird. Es kann auch ein Teil,des Stickstofftetroyds in hoch konzentrierter Salpetersäure gelöst abgeschie- den werden, zum Beispiel in 90 bis 100 % iger Salpetersäure. Man verflüssigt zum Beispiel einen Teil des Stickstofftetroxyds unmittel bar und löst den nicht verflüssigten Anteil danach in hochkonzentrierter Salpetersäure, etwa unter Anwendung tiefer Temperaturen von zum Beispiel --10 C. Der in hochkon zentrierter Salpetersäure gelöste Anteil lässt sich durch Erwärmen der Lösung und Ver flüssigen des aus der Lösung entwickelten Stickstofftetroxyds wieder gewinnen. Dazu kann ein besonderer Verflüssiger dienen, oder die beim Erwärmen der Lösung ent wickelten Gase werden zu dem Verflüssiger zurückgeführt, welcher zur Verflüssigung der ersten Anteile dient. Man kann auch von vornherein gelöste Stoffe oder Lösungsmittel oder feste Absorptionsmittel verwenden. Die Verflüssigung, die Absorption oder Lösung kann auch bei tieferen Temperaturen erfol gen, eventuell in mehreren Stufen. Man kann auch feste Stickoxyde ausfrieren. Ge löstes oder absorbiertes oder festes Tetroxyd kann direkt bezw. nach Auftauen oder Ver gasen dem flüssigen Tetroxyd oder Verflüs- sigern oder dem erzeugten Gemisch aus Stickstofftetroxyd und Salpetersäure zu geführt werden. Wenn es sich nur um die Trocknung han delt, so kann man die erste Wasserabscbei- dimg weit treiben. Zur Herstellung eines Gemisches, welches wasserhaltige Salpeter säure und Stickstofftetroxvd in einem zur Erzeugung höchprozentigerySalpetersäure ge eigneten Mengenverhältnis enthält, kann man jedoch zweckmässig soviel Wasserdampf bei der ersten Wasserkondensation dampfförmig lassen, dass die weiterhin anfallenden ver einigten oder zur gegenseitigen Berieselung und Adsorption verwendeten Kondensate ein zur Herstellung hochkonzentrierter Salpeter säure geeignetes Gemisch ergeben. Zum Bei spiel kann in vielen Fällen annähernd<B>1</B>1120 auf 1 N20)4 bezw. 2 NO= bei der ersten Was serkondensation dampfförmig gelassen wer den. Die Vereinigung der wasserhaltigen Salpetersäure mit dem Stickstofftetroxyd kann zum Beispiel kontinuierlich auf belie- bigem Wege erfolgen; ein Kondensatsystem kann mit seinem Kondensat oder dem des an dern Systems im Kreislauf, Gleichstrom, Gegenstrom usw. berieselt werden oder der gleichen. Das erhaltene Gemisch aus Stick- stofftetroxyd und Salpetersäure wird.- zum Beispiel mit Sauerstoff unter Druck, zweck mässig bei erhöhter Temperatur - in fertige hochkonzentrierte Salpetersäure beliebig vor geschriebener Konzentration übergeführt. Man kann zum Beispiel 98 bis 100 % ige tetroxydfreie Salpetersäure produzieren. Jede schwächere Säure lässt sich erst recht her stellen, und man kann je nach den -besonderen Zwecken und Verhältnissen die Wasser menge auch anders verteilen. Besondere Vorteile erzielt man durch Anwendung erhöhten Druckes; die ganze Anlage kann bei erhöhtem Druck arbeiten. Man kann aber auch, und das ist in vielen Fällen ein besonderer Vorteil der Erfindung, die Ammoniakoxydation bei atmosphä rischem Druck vornehmen und das Gas gemisch erst hinter den Verbrennungsele menten, oder erst nach der ersten Wasserab- scheidung, oder erst nach vollendeter Säure abscheidung komprimieren. Die technischen Schwierigkeiten dieser Kompression werden behoben, wenn sie in einem Turbokompressor erfolgt. Man kondensiert zum Beispiel zu erst einen Teil des Wasserdampfes mit mög lichst beschränktem Kühlraum für sich, komprimiert dann die Gase in einem Turbo kompressor auf mehrere Atmosphären und vollzieht die Abscheidung von Salpetersäure und Stickstofftetroxyd bei diesem Druck, oder man komprimiert die Gase erst nach der Abscheidung des restlichen V9Tasserdampfes als Salpetersäure durch einen Turbokompres sor auf mehrere Atmosphären und gewinnt das Stickstofftetroxyd bei diesem Druck. Das Verfahren kann auch so ausgeführt werden, dass das Endgas komprimiert wird und in Druckräume eingeführt wird, denen auch die erzeugten Kondensate zur Herstellung hoch konzentrierter Salpetersäure zugeführt wer den. Die Expansion der nach der Absorption übrig bleibenden Gase geschieht dann vor- teilhaft in einer Expansionsturbine, welche mit dem Kompressor gekuppelt ist. Man kann. zum Beispiel Drucke von 51 bis 10 Atmosphären verwenden. Besonders das End- gas wird gut bei erhöhtem Druck ausgenutzt, gegebenenfalls unter Kälteaustausch vor der Entspannung und Arbeitsleistung bei der Entspannung. Auch die Expansionskälte kann ausgenutzt werden, zum Beispiel durch Kälteaustausch nach Entspannung, gege benenfalls nach den einzelnen Stufen. Er höhter Druck kann auch in mehreren Stufen benutzt werden. Bei Anwendung der beschriebenen Aus führungsformen kann selbst bei Verarbei tung niedrigprozentiger Gase die gasförmig im Abgas verbleibende Stickoxydmenge be liebig herabgesetzt und eventuell vernachläs sigt werden, andernfalls kann man sie mit Wasser, zum Beispiel mit aus der ersten Stufe stammenden Kondensatwa sser waschen und in wässerige Salpetersäure überführen. falls hierfür Bedarf ist. Einzelheiten der Ausführung sind ab hängig von der Konzentration, dem Wasser dampf und Sauerstoffgehalt des Stickoxyd- gemisches, auch die Temperaturverhältnisse richten sich danach. Bei hochprozentigen Gemischen aus der Verbrennung von Ammo niak mit reinem Sauerstoff eventuell unter Wasserdampfzusatz kann zum Beispiel die Gasaustrittstemperatur bei der ersten Was serabscheidung unter Umständen oberhalb <B>100'</B> C liegen, manchmal beträchtlich dar über; bei den Gasen einer normalen Ammo- niakverbrennung mit atmosphärischer Luft bei Atmosphärendruck kann diese Tempera tur viel tiefer liegen und zum Beispiel 45 C betragen. Ebenso unterscheiden sich die Ver hältnisse weiterhin. Die Anwendung des Verfahrens ist nicht beschränkt auf Ammo- niakverbrennungsgemische, sondern erstreckt sich auf alle feuchten nitrosen Gase, die ent sprechend behandelt werden. - Der Haupt wert des Verfahrens liegt in der Möglichkeit, aus Ammoniakverbrennungsgemischen belie big viel eines Gemisches von wasserhaltiger Salpetersäure mit Stickstofftetroxyd herzu stellen, das unmittelbar in hochkonzentrierte Salpetersäure übergeführt werden kann. Selbstverständlich kann bei den geschil derten Verfahren das Endgas der Kondensa tion je nach seiner Zusammensetzung aus genutzt werden. Enthält es zum Beispiel mehr Stickstoff als die atmosphärische Luft, so kann es als Stickstoff bezw. bei der Er zeugung von Stickstoff Verwendung finden. Enthält es zum Beispiel mehr Sauerstoff als die atmosphärische Luft, so kann es als Sauerstoff oder bei der Erzeugung von Sauerstoff Anwendung finden usw. Wenn die verarbeiteten Gasgemische aus der Verbrennung von Ammoniak mit reinem Sauerstoff stammen, so verfährt man sehr günstig, wenn man die Stickoxyde vollstän dig absorbiert und den danach übrig bleiben den Sauerstoff den Verbrennungsapparaten wieder zuführt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Ge misches, welches wasserhaltige Salpetersäure und Stickstofftetroxyd in einem zur Erzeu gung hochprozentiger Salpetersäure geeigne ten Mengenverhältnis enthält, aus Gas gemischen, die Stickoxyde, Sauerstoff und Wasserdampf enthalten, dadurch gekenn zeichnet, dass man zuerst einen Teil des Wasserdampfes mit möglichst beschränktem Kühlraum für sich kondensiert, sodann rest lichen Wasserdampf als Salpetersäure ab scheidet, danach Stickstofftetroxyd gewinnt und mit der vorher abgeschiedenen Salpeter säure zu einem Gemisch vereinigt. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Teil des Wasserdampfes bei möglichst beschränk tem Kühlraum für sich kondensiert, so dann restlichen Wasserdampf nach der Oxydation der Stickoxyde als Salpeter säure abscheidet, danach Stickstoff- tetroxyd erzeugt und mit der vorher ab- geschiedenen Salpetersäure zu einem Cre- misch vereinigt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Teil des Wasserdampfes bei möglichst beschränk tem.Kühlraum für sich kondensiert, so dann restlichen Wasserdampf während der Oxydation der Stickoxyde als Sal petersäure abscheidet, danach. Stickstoff- tetroxyd erzeugt und mit der vorher ab geschiedenen Salpetersäure zu einem Ge misch vereinigt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten und zweiten Wasserabscheidung Sauer stoff zugeführt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man soviel Wasser dampf mit möglichst beschränktem Kühl raum für sich kondensiert, dass die ab geschiedene wasserhaltige Salpetersäure mit dem nachher ausgeschiedenen Stick- stofftetroxyd ein Gemisch ergibt, wel ches auf 1 Mol N02 weniger als 1 Mol H20 enthält. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Wa.s- serabscheidung auf 2 Mol N02 etwa 1 Mol H20 gasförmig belassen wird, so dass bei Vereinigung der wasserhaltigen Salpetersäure mit dem erzeugten Stiok- stofftetroxyd auf 2 Mol N02 etwa 1 Mol 1110 entfällt. 6.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Stickstoff- tetroxyd in flüssiger Form gewonnen wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Stickstoff tetroxyd unter Tiefkühlung verflüssigt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Stickstoff tetroxyd unter Tiefkühlung bei Anwen dung von den Dampfdruck erniedrigen der Stoffe verflüssigt wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Stickstoff- tetroxyd unter Tiefkühlung bei Anwen dung adsorbierender Stoffe ausgefroren wird. 10.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Stickstoff- tetroxyd teilweise unmittelbar verflüs sigt, teilweise unter Anwendung adsor- bierender Stoffe gewonnen wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet., dass Stickstofftetroxvd zum mindesten teilweise in hochkonzen trierter Salpetersäure gelöst abgeschie den wird. 12.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass! das Stickstoff- t etroxyd teilweise unmittelbar verflüs sigt und teilweise in hochkonzentrierter Salpetersäure gelöst wird, unter Wieder gewinnung des gelösten Anteils durch Erwärmen der Lösung und Verflüssigen des aus der Lösung entwickelten S tick- stofftetroxyds. 13. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass verschiedene Druck stufen angewendet werden. 14.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zuerst einen Teil des Wasserdampfes mit möglichst beschränktem Kühlraum für sich kon densiert, dann die Gase in einem Turbo- kompressor auf mehrere Atmosphären komprimiert und bei diesem Druck durch Kondensation und Adsorption in Sal petersäure und Stickstofftetroxyd um wandelt. 15.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zuerst einen Teil des Wasserdampfes mit möglichst beschränktem Kühlraum für sich kon densiert, sodann den restlichen Wasser dampf als Salpetersäure abscheidet und danach die Gase durch einen Turbokom pressor auf mehrere Atmosphären kom primiert und Stickstofftetroxyd ge- winnt. 16.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zuerst einen Teil des Wasserdampfes mit möglichst beschränktem Kühlraum für sich kon densiert, sodann den restlichen Wasser dampf als Salpetersäure abscheidet, da nach Stickstofftetroxyd gewinnt und das Endgas komprimiert. und in Druckräume eintreten lässt, denen auch die erzeugten Kondensate zur Herstellung hochprozen tiger Salpetersäure zugeführt werden.
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