CH153458A - Faserstoffschlichte. - Google Patents

Faserstoffschlichte.

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CH153458A
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Aceta G M B H
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      FRserstoffschlichte.       Zum     Schlichten    von     Faserstoffen,    insbe  sondere von gunstseiden,     verwendet    man  zwei Hauptgruppen von     Schlichtemifeln:

       Lösungen     hydrophiler    Kolloide, wie lösliche       Stärke,    Pflanzengummi,     Gelatine    u. a. m.,  mit gewissen Zusätzen einerseits,     01-,        Fett-,     Wachs- oder Harzschlichten anderseits, bei  denen die     Schlichtemittel    entweder in     emul-          gierter    Form oder gelöst     in        organischen        Lö-          sungsmitteln    zur Anwendung gelangen.  



  Bei der Verarbeitung von     Kunstseide    in  der Weberei     genügen    Schlichten, die der er  sten     Gruppe    angehören, höheren und höchsten       Ansprüchen    nicht. Man ist deshalb nach und  nach mehr auf     die-Verwendung    von Körpern  der     zweiten        Gruppe    übergegangen,     wobei    sol  che     Schlichten        bevorzugt    werden, die als       Hauptkomponente    trocknende Öle, gewöhn  lich     Leinöl,    enthalten.

       Abgesehen    davon, dass  diese Verfahren sich verhältnismässig teuer       stellen,    besonders wenn     organische        Lösungs-          mittel        mitverwendet    werden,     muss    man noch    den sehr lästig empfundenen Nachteil mit in  Kauf nehmen, dass die     Entschlichtung    bei       -verlängerter        Lagerzeit    infolge zunehmender       Verharzung    des     Unogyns    immer     schwieriger,

       wird und schliesslich nicht mehr ohne     Schä-          digung    der Faser zu Ende     geführt    werden  kann. Vornehmlich trifft dies zu für       Zelluloseesterseide,    insbesondere     Aoetatseide,     die     beim        Strangschlichten        in    der Praxis     heute     so gut wie ausschliesslich mit     Leinölschlichte     präpariert wird,

   weil der     Schlichteeffekt    mit       hydrophslen        Sehlichtesubstanzen    bei dieser  Faser ganz     besonders    unbefriedigend ausfällt.       ein        Verhalten,

      das mit der grossen Glätte der  Oberfläche und der geringen     Hygroskopizität     im Vergleich zu     7ellulosekunstseiden        zusam-          menhänggt.    Noch am     günstigsten    verhalten  sich von den     Schlichten    der ersten Gruppe  die     Leim-        bezw.        Gelatineschichten,    die des  halb in     geeigneter    Zusammensetzung beim       Breitschlichten        bevorzugt    werden,

   jedoch ohne       dass    man hierbei den     ausgezeichneten    Faden  schluss und dieselbe     Widerstandsfähigkeit    er-      zielt     wie    bei Schlichten von     Strangware    mit       trocknenden    Ölen.  



       Es        wurde    nun gefunden, dass man     protein-          haltige        Schlichten,    das     heisst        beispielsweise          Gelatine-        bezw.        Leimschlichten,    die zweck  mässig     Weichmachungsmittel    üblicher     Art          enthalten,    so weit verbessern kann,

   dass selbst  beim     Strangschlichten    von     Aoetatseide    ein  gut     brauchbarer        Schliehteeffekt    'erzielt     wird,     wenn die     Lösungen    der Proteinstoffe einen  Zusatz     von    wasserlöslichen     Substitutions-          produkten    des Ammoniaks enthalten, die auf       Proteinstoffe        dispergierend        wirken.    Solche       Stoffe    sind zum     Beispiel    einfache     Amide,    wie       Formamid,

          hydroxylhaltige,    wasserlösliche       Amide,    wie     Methylolformamid,        Methylol-          äthylurethan,        ferner        wasserlösliche    Verbin  dungen der     Harnstoffgruppe,    wie Harnstoff,       Thioharnstoff,        Guanidin    und wasserlösliche       Kondensatioas-    oder     Substitutionsprodukte     dieser Verbindungen.

       Die    Menge dieser Zu  satzstoffe kann     je    nach deren Wirksamkeit       und    dem     erstrebten    Effekt     in        beträchtlichen     Grenzen     schwanken,        beispielsweise        zwischen     10 und<B>100%</B> von Leim     bezw.    Gelatine.

   Als       Weichmachungsmittel    kommen     Stoffe,    wie       Glyzerin,    Seifen,     sulfurierte    Öle,     Ölemulsio-          nen    und dergleichen in     Frage.        Besonders    vor  teilhaft     ist    der Zusatz fetter Öle,     zum    Bei  spiel von     Olivenäl    in     emulgiertem        Zustande.     



  Die     dispergierende    Wirkung der     Amide     ist nicht auf Leim oder Gelatine beschränkt,  sondern äussert sich auch gegenüber     andern          Proteinen,    zum Beispiel     Kasein.    Es ist da  her     möglich,    in     Verbindung    mit den     Amiden     oder     Amidderivaten    auch solche     Protein-          stoffe    zu benutzen, die bisher beim Schlich  ten von     Kunstseide    weniger -oder nicht in  Frage kamen.  



  Die     Viskosität    und die     Verflüssigungs-          temperatur    der     Schlichtelösung        wird    durch  den Zusatz der     Amide    oder     Amiddersvate     mehr oder     weniger    stark herabgedrückt.

         Demzufolge        dringt    die     Schlichte        leichter    zwi  schen die     Kapillarfäden        ein    und     gestattet          sogar    ein     Arfeiten        bei        mässig        warmer    Raum-         temperatur,    was     besonders    dann von Vor  teil ist,

   wenn man den-     Schlichteprozess    in     be-          kannter    Weise mit dem     Spinnen    oder     Ver-          zwirnen    von     Kunstfäden        verbindet,    wobei  man sieh     beispielsweise        der    Vorrichtung ge  mäss der     deutschen        Patentschrift    Nr. 533060       bedienen    kann.  



  Der Zusammenhalt der     @einzelnen    Fäden       wird    durch die genannten     Zusätze        über-          raschenderweise    nicht nur nicht vermindert,  sondern im     Gegenteil    sehr erheblich     verbes-          sert.    Selbst bei     relativ    geringer Luftfeuchtig  keit     halten        die        geschlichteten    Fäden der  üblichen Handprobe     stand.     



  Die     Entschlichtung    vollzieht sich ausser  ordentlich leicht. In vielen Fällen, beson  ders bei     aeetatseidenen    Stücken, die mit     Sus-          pensionsfarbstoffen        sm    Seifenbad gefärbt  werden,     ist    ein     besonderer        Entschlichtungs-          prozess    -     gar    nicht notwendig, insbesondere  wenn die     Schlichte    nur in Wasser     leicht    lös  liche     Bestandteile    enthält.  



  Die neue     Schlichte    eignet sich gleicher  mafen zum Behandeln ungefärbter Rohware,  wie auch zum Präparieren. gefärbten     Mate-          rials,    wobei     hervorzuheben        ist,    dass die Fri  sche und Leuchtkraft der Farben durch die       Schlichteauflage    nicht     beeinträchtigt    wird.

    Bei     Stärkeschlichten    oder     Wachs-Emulsions-          schlichten    lässt sich     dies        bekannterweise    nur       schwer        vermeiden.    Speziell für     stranggefärbte          Acetatseide        sind        bisher    brauchbare Schlich  ten in der Praxis nicht bekannt geworden.

    Die neue     Schlichte    ist für diesen besonderen  Zweck     umsomehr        geeignet,    als     sie    bei passend       gewählter        Zusammensetzung    auch den Vor  teil     aufweist,    dass das bei     Aoetateide    ge  fürchtete     Ausbluten    der Farbstoffe unter  bleibt oder doch auf ein     Minimum        herab-          gedrückt        wird.     



       Beispiele:     1. 400     gr    Hautleim werden     mit    etwa  derselben Menge Wasser kalt     angequollen,     dann auf<B>60'</B> bis zur     Lösung        erwärmt.    Man       verdünnt    mit     etwa    5 Liter Wasser, gibt      400     gr        Harnstoff    zu und rührt dann. eine  Emulsion von 150     .gr    Olivenöl in 120     gr          Prästabitöl    allmählich ein.

       Prästabitöl    ist das       Alkalisalz        eines        hoehsulfierten        Oleins    vom       Typ    .der Produkte, die nach dem Verfahren  der schweizerischen     Patentschrift    Nr. 128465       erhalten    werden. Auf 10     Liter    verdünnt, eig  net sich     die    erhaltene Lösung vorzüglich zum       Strangschlichten    von     Acetatseide.     



  2. 140     gr    Hautleim werden     wie        in    Bei  spiel 1     angequollen,    zur Lösung     gebracht,     dann mit     Waser    verdünnt     und    die erhaltene       Lösung    mit 140     gr        Thioharnstoff        versetzt;

       sodann wird eine     Emulsion    von     1,00        gr    Prä  stabitöl und 120     gr        Olivenöl        'eingerührt    und  schliesslich auf 10     Liter        verdünnt.    Die       Schlichtelösung    kann     zur        Strangpräparation     von     Viskoseseide        benutzt    werden.  



  3. Zu     einer    gemäss     Beispiel    1 hergestell  ten Lösung von 400     gr    Hautleim     in    etwa  5     Liter    Wasser werden 200     gr        Formamid     zugegeben, dann die     Emulsion,    von 150     gr     Olivenöl in 120     gr        Prästabitöl        eingerührt     und auf 10 Liter verdünnt. Die Lösung kann  zum     .Strangschlichten    von     Acetatseide    ver  wendet werden.  



  4. Man     emulgiert    200 Teile Olivenöl mit  Hilfe von 20 Teilen     isopropylnaphtalinsaurem          Natrium    in     einer    Lösung, bestehend aus 100  Teilen Harnstoff, 100 Teilen Hautleim und  900     Teilen        Wasser.    Die so erhaltene Emul  sion     ist    zum Schlichten laufender Acetat  kunstfäden während ihrer     Produktion    ver  wendbar.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Schlichte für Faserstoffe, die aus einer Lösung von Proteinstoffen besteht, dadurch gekennzeichnet, dass .der Lösung wasserlös liche Substitutionsprodukte des Ammoniaks zugesetzt sind, die auf die Proteinstoffe dis- pergierend wirken. UNTERANSPRt1CHE 1. Schlichte nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Lösung einfache wasserlösliche Amide zugesetzt sind. 2.
    Schlichte nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Lösung wasser lösliche, hydro%ylhaltige Amide zugesetzt sind. 3. Schlichte nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da,B der Lösung wasser lösliche Verbindungen der HarnstofFgruppe zugesetzt sind. 4. Schlichte nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass .der Lösung Weich machungsmittel zugesetzt sind. 5.
    Schlichte nach Patentanspruch und Un- teranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Weichmathungsmittel fette Öle zugesetzt sind. 6. Schlichte nach Patentanspruch und Un- teranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daB' als Weichmachungsmittel Emulsionen von fetten Ölen zugesetzt sind.
CH153458D 1930-01-29 1931-01-23 Faserstoffschlichte. CH153458A (de)

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