CH139221A - Verfahren zur Bestimmung der elektrischen Durchschlagspannung. - Google Patents

Verfahren zur Bestimmung der elektrischen Durchschlagspannung.

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CH139221A
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Aktiengesellschaft Siem Halske
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Siemens Ag
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      Verfahren    zur Bestimmung der elektrischen     Durchschlagspannung.       Die Bestimmung der Durchschlagspan  nung von festen     Stoffen    oder fertigen Isola  toren ist in den meisten Fällen deshalb nicht  einwandfrei möglich, weil vor dem Durch  schlag Entladungen auftreten, die die     Durch-          schlagapannung    erniedrigen. Als Beispiel ist  in Bild 1 eine bekannte Anordnung darge  stellt, die häufig zur Bestimmung der Durch  schlagsfestigkeit eines festen     Stoffes    benutzt  wird.

   Der feste     Stoff        fi    wird dabei in Plattenform  zwischen zwei an den Rändern abgerundeten  Elektroden     E    unter Spannung gesetzt. Um  Überschläge zu vermeiden, wird die Unter  suchung unter Öl vorgenommen. An den mit  a bezeichneten Stellen treten hierbei nor  malerweise Störungen auf. Das Öl schlägt  früher durch als der feste     Stoff.    Diese     Öl-          durchschläge    wirken ähnlich wie Spitzen, die  auf den festen     Stoff    aufgesetzt sind und  setzen dadurch die     Durchlagspannung    des  festen Stoffes stark herab.

   Ersichtlich wird  diese Tatsache dadurch, dass der feste Stoff    fast in allen Fällen in der Nähe des     Elek-          trodenrandes    durchschlägt.  



  Auch zwischen den ebenen Flächen der  Elektrode und dem festen Stoff wird sich  leicht eine Öl- oder Luftschicht bilden, deren  vorzeitiger Durchschlag ebenfalls     eineErniedri-          gung    der     Durchschlagspannung    nach sich  zieht. Man sucht das dadurch zu vermeiden,  dass eine leitende Schicht unmittelbar auf  den festen     Stoff    aufgebracht wird. Es erge  ben sich jedoch dadurch Schwierigkeiten, an  den Stellen an denen diese leitende Schicht       aufhört.    Zur Verbesserung der Versuchsbedin  gungen werden schliesslich vielfach Aushöh  lungen des festen Körpers ausgeführt. Das ist  jedoch nur bei manchen festen Stoffen in  einwandfreier Weise möglich.  



  Dieselben Störungen treten auch bei der  Untersuchung von fertigen Isolatoren auf. Es  gehen hier ebenfalls von den     Elektrodenrän-          dern    beim Steigern der Spannung Vorent-           ladungen    aus, die höhere     $eanspruchungen     und dadurch niedrigere     Durchschlagspannungen     zur Folge haben.  



  Die Schwierigkeiten würden sich vermei  den lassen durch Verwendung einer Flüssig  keit an Stelle des Öles, die nicht vor dem  festen Körper durchschlägt und die zugleich  eine sehr geringe Leitfähigkeit besitzt. Ein  früherer Durchschlag der Flüssigkeit tritt  bei der Anordnung nach Bild 1 dann nicht  ein, wenn für die Flüssigkeit das Produkt  aus     Dielektrizitätskonstante        undDurchschlag-          festigkeit    grösser ist als für den festen Stoff.  Derartige Flüssigkeiten, bei denen diese     Be-          diiigungen    gegenüber den festen     Isolierstoffen     erfüllt, wird, existieren jedoch nicht.

   Das       Anilinöl    kommt beispielsweise der Forderung  nahe. Es besitzt jedoch eine .zu grosse Leit  fähigkeit und stört dadurch die Untersuchung.  



  Erfindungsgemäss werden die beschriebe  nen Störungen dadurch vermieden, dass Flüs  sigkeiten unter Druck benutzt werden. -Die  Durchschlagfestigkeit von Flüssigkeiten steigt  bekanntlich bei     wachsendem    Drucke; die       Dielektrizitätskonstante    bleibt annähernd kon  stant. Verwendet man zu Durchschlagver  suchen eine Anordnung nach Bild 1 in  einer komprimierten Flüssigkeit, so werden  vorhergehende Flüssigkeitsdurchschläge ver  mieden. Auch wenn sich zwischen den Elektro  den und dem festen Körper eine Flüssigkeits  schicht befindet, die im Vergleich mit dem  festen - Körper dünn ist, so hat das keinen  wesentlichen Einfluss auf die Versuchsergeb  nisse.  



  Es wird ferner durch die Verwendung  von Flüssigkeiten unter Druck möglich, feste       Stoffe    zu untersuchen, deren Ausdehnung  kleiner ist als die der Elektroden, da bei  Anwendung eines genügend hohen Druckes  die Durchschlagfestigkeit der Flüssigkeit  grösser wird, als die des festen Körpers.  Diese     Möglichkeit    ist zum Beispiel sehr wert  voll, wenn man geschichtete Materialien längs  der Schichtrichtung auf Durchschlag unter  suchen will.   Die Verwendung von Flüssigkeiten unter  Druck ergibt schliesslich leicht dis Möglich-         keit,    den Verlustwinkel eines Materials bis  zum Durchschlag zu bestimmen.  



  An Stelle von Flüssigkeiten unter Druck  sind gelegentlich Gase unter Druck benutzt  worden. Eine solche Anordnung besitzt jedoch  mancherlei. Nachteile. -Da die     Dielektrizitäts-          konstante    der Gase gleich 1 und die Durch  schlagfestigkeit bei normalem Drucke niedri  ger ist als die der in Frage kommenden  Flüssigkeiten, -so muss bei Gasen ein sehr  viel höherer Druck benutzt werden als bei  Flüssigkeiten. Die Anwendung so hoher  Drucke ist schwierig und gefährlich. Bei  Untersuchung von grösseren Isolatoren ist  der Bau der Druckgefässe und der erforder  lichen Durchführungen kompliziert,  Eine Einrichtung, die gemäss der Erfin  dung zur Untersuchung von planparallelen  Platten mit Flüssigkeiten unter Druck ge  braucht werden kann, ist in Bild 2 skizziert.

    Die Wandung 1 des ' zylindrischen Gefässes  besteht aus Isolierstoff (Porzellan, Hartpapier  usw.). Die Elektroden 2 und 3 werden durch  die beiden Böden 4 und 5 des Gefässes ge  tragen. Der Druck wird am einfachsten  durch einen Kolben 6 mit Gewicht 7 er  zeugt. Es muss .dafür Sorge getragen werden,  dass vor der Erzeugung des Druckes mög  lichst alle Luft aus dem Gefäss entfernt  wird. Eine Elektrode (zum Beispiel 2) ist be  weglich angeordnet; sie wird durch eine Fe  der 8 auf den Isolierstoff aufgedrückt. Es  besteht dadurch die Gewähr, dass die Elek  troden möglichst fest auf dem zu. prüfenden  Stoff 9 aufliegen. Wenn mit so hohen Span  nungen gearbeitet werden soll, dass der über  schlagweg auf der äussern Oberfläche des  Zylinders 1 aus     Isolierstoff    nicht ausreicht,  so kann das Prüfgefäss unter Isolieröl gesetzt  werden.

Claims (1)

  1. PATENTAI@TSPRÜCHE I. Verfahren zur Bestimmung der. Durch schlagspannung. von festen Stoffen oder fertigen Isolatoren, dadurch gekennzeich net, .dass die Untersuchung .unter Zuhilfe nahme einer Flüssigkeit unter Druck vor genommen wird. 1I. Anordnung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der zylindrische Teil des Druckgefässes aus einem Isolier stoff besteht, so dass zur Einführung der Hochspannungszuleitungen keineDurchfüh- rungen nötig sind. ÜNTERANSPRüCHE 1.
    Anordnung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des erforderlichen Druckes auf das Druck- gefäss ein Kolben mit Gewicht aufgebaut ist. 2. Anordnung nach, Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass der erforder liche Druck durch eine Flasche mit kom primiertem Gas unter Zuhilfenahme eines Reduzierventils erzeugt wird.
CH139221D 1928-05-22 1929-05-21 Verfahren zur Bestimmung der elektrischen Durchschlagspannung. CH139221A (de)

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