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Den Gegenstand der Erfindung bildet ein bei Eisenbahnst eHwerken zur Bewegung von Verschluss- achsen durch Schlüssel zu benutzendes Schloss, welches zufolge seiner äusseren Form und seines änderbaren inneren GefÜges an Stelle eines jeden wie immer auf das Stellwerk einwirkenden Hebels der Stell-
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nützung stehende Schloss unter gleichen Umständen durch bestimmte Hebel, u. zw. durch diejenigen ersetzt werden, welche auf die Inneneinrichtung des Stellwerkes gleichartig wie das abgenommene Schloss einwirken.
Ein Schloss solcher Eigenschaften entspricht dem Bedürfnisse, die während der Gebrauchsunmög- lichkeit verschiedener Hebel an Eisenbahnstellwerken bestehende, gefährliche Unabhängigkeit an die ? e angeschlossen gewesener, im gedachten Falle gewohnheitsmässig abgehängter sieherungstechnischer Einheiten (Weichen, Signale usw.) leicht und vollkommen abschaffen und die notwendige Abhängigkeit wieder herstellen zu können.
Eine hiezu geeignete Konstruktion hat sich aus praktischen Gründen auf in solchen Fällen übliche sonstige Massnahmen zur tunliehsten Wiederanschaffung der Sicherheit zu gründen, von welchen als Richtschnur für die Hufskonstruktion die allgemein übliche, an sich bekannte Schlüsselsicherung der gedachten Einheiten fürgewählt ist, welche darin besteht, dass alle aussehlag- gebenden Stellungen der gegenseitig unabhängigen Einheiten durch einfache Schlüsselsperrung ahwechselnd festgelegt werden.
Während aber üblieh die dann abziehbaren, die Kontrolle der Stellung der Einheiten bildenden Schlüsselohne jeglichen mechanischen, erst e : nevolle Sicherheitbietenden Zusammenhang mit Signalen usw. bleiben und lediglich nur beaufsichtigt werden, werden durch das Schloss laut Erfindung diese Schlüssel und dadurch auch die Einheiten selbst in ganz bestimmte, der Sicherheit vorkommen entsprechende Abhängigkeiten vom Stellwerke und voneinander gebracht. wodurch die volle Sicherheit wieder hergestellt wird.
Eine derartige Sicherung ist um so vorteilhafter, je leichter und rascher sie zu bewirken ist ; in dieser Beziehung ist ausschlaggebend, dass der Vermittlungs- (Hilfs-) Mechanismus-hier das Schloss laut Erfindung - ohne Schwierigkeiten, namentlich tunlichst ohne jede zeitraubende Anarbeitungde ! Stellwerkes selbst, sei es am Äusseren, oder im Inneren desselben, dann ohne Umordnung der darauf verbleibenden Hebel und sonstigen Teile angebracht werden kann, und tunlichst sofort mit den darauf verbleibenden sonstigen Teilen in Eingriff tritt ; hieraus ergibt sich die äussere Form des Schlosses laut Erfindung und wird bei vollkommener Lösung ein abwechselnder Tausch verschiedener Sieherungsmechanismen (Hebel und Schlösser) ohne jedwede Änderung der Teile des eigentlichen Stellwerkes mög- lich sein.
Der Wert einer derartigen Sicherung ist auch um so grösser, je zahlreicher die Fälle sind, in welchen der Ersatzmechanismus, selbst tunliehst gleichbleibend, verschieden gebaute und auf die Verschluss- einriehtung verschieden einwirkende Hebel mit gleichem Einfluss zu ersetzen vermag und es ist selbstverständlich, dass die dadurch zu schaffende Sicherung sicherungstechnisch vollkommen der durch den abgenommenen Hebel bewirkten gleichkommen muss ; hieraus ergibt sich das innere Gefüge, die Funktion und die Benützung des Schlosses laut Erfindung.
Während die rasche Anbringung unschwer durch eine, den Masses eines Hebels und der Anordnung seiner auf das Stellwerksinnere (die am Stellwerk gleichbleibenden Dinge) e'nwirkenden Teile nach Länge,
Tiefe und Breite angepasste Form des Ersatzschlosses laut Erfindung erzielt werden kann, wobei-wenn derHebel vom Stellwerke schon nach Entfernung nur eines Teiles seines Lagerbocks abgenommen wird- durch die Befestigungsteile des Schlosses nur die entstandene Lücke auszufüllen ist, hat das Schloss mit Rücksicht auf die notwendige sicherungstechnische und förmliche Gle ehwirkung auf das Stellwerk eine
Reihe von Bedingungen zu erfüllen, welche-von vielen Sondereigenschaften der in Betracht kommenden
Stellwerkstypen und ihrer Hebel abhängig-nicht allgemein,
sondern nur den Sondereigensehaften e : nzelner Typen entsprechend erfüllt werden können. Dennoch bleibt hievon in rein sicherungstechnischer Hinsicht allgemein gültig, dass der Einfluss jedes einzelnen, die sicherungsteehnische Einheit (Weiche, Signal usw. ) in einer bestimmten Stellung fe3thaltenden Schlüssels auf die Verschlusseinrichtung des
Stellwerkes genau derselbe sein muss, wie jener des nicht vorhandenen, dieselbe Einheit in dieselbe Stellung bringenden oder sie darin festhaltenden Hebels, und dass alle diese Einflüsse auch durch das Schloss aus- geübt werden müssen.
Dass und wie diese Bedingungen durch das Schloss laut Erfindung erfüllt werden, sei an Hand eines Ausführungsbeispieles desselben für das neueste Stellwerk der Bauart Siemens & Halske, Wie. i
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gezeigt (Zeichnung). In derselben bedeutet Fig. 1 einen lotrechten, Fig. 2 einen wagrechten Schnitt nach AB in Fig. 1, Fig. 3 die Vorderansicht des ab-, Fig. 4 die Vorderansicht des zugedeckten Schlosses, durchwegs in Grundstellung, und ist ergänzend auch die zum Stellwerk gehörige Übertragungsvorrichtung l, il/, n und Verschlussachse o gezeichnet.
Das Schloss laut Erfindung besteht in einem nach Höhe, Breite und Tiefe so geformten Gehäuse c, dass es in einem Hebelfelde platzfindend auf den Stellwerksträgern a, b in allen Richtungen genau so aufsitzt und mit genau solchen Schrauben befestigt ist, wie jedei Hebelboek. Im Vorderteil des Gehäuses ist der lotrecht verschiebbare Riegel d eingelassen ; hierin greifen die Schlüssel e, f üblicher Bauart ein, Hinten am Riegel il sind Kulissen g, h befestigt ; sie machen die Riegelbewegungen mit und bewegen, die e ; ne oder die andere, einen Winkelhebel i1, i2, welcher mittels se'nes in vorgesehenen Winkelhebel-
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ist.
Damit in jedem Schlüsselloch nur en bestimmter Schlüssel angewendet werden kann, sind in an sich bekannter Weise bei jedem Schlüsselloch je vier wechselbare Zuhaltungen s, t benützt.
Vermöge der Stellung der beiden Schlüssellöcher p, q im Deckel r können die Schlüssel nur in bestimmter Stellung (Bart hinauf oder hinab) eingeführt, und vermöge der Nähe der Gehäusewände zu den ScMüsseldornen nur in einer ganz bestimmten Richtung (Schlüssel e im, t gegen den Uhrzeigersinn) gedreht werden : die Einführung und Drehung ist vermöge der Form der Schlüsselausschnitte r, u im Riegel d überdies nur bei unverschobenem Riegel möglich. Der gedrehte Schlüssel f hebt den Riegel mitsamt den Kulissen, wogegen der Schlüssel e alle diese Teile senkt.
Während der Benützung des Schlosses am Stellwerke ist der Winkelhebelarm i2 in den Führungskolben 1 der Übertragungsvorrichtung l, m, n e ngeschoben, deren Verbindungsstange m, mittels der Kurbel n die Verschlussachse o angreift. Bei Hebung des Riegels d schwingt der Winkelhebel ii, i, nach unten aus, die Kurbel n wird gesenkt, und dreht die \Terschlussachse 0 gegen den Uhrzeigersinn ; bei Senkung des Riegels bewegt sich der Winkelhebel nach oben, die Kurbel nach oben, die Verschluss@chse im Uhrze@gersinn.
Eine aus der Grundstellung ausgehende. entgegengesetzt der beschriebenen gerichtete Bewegung des Riegels und daher auch der Verschlussachse
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von einem Schlüssel zwangläufig und unwechselbar in eine Endstellung gebracht, welche sich von jener durch den anderen Schlüssel herbeigeführten streng unterscheidet.
Der umgedrehte Schlüssel kann zufolge der Stellung und Form der schlüssellöcher p, q im Deckel r nicht wieder entnommen werden ; seine Rückdrehung ist aber durch den beschriebenen Zusammenhang der beweglichen Schlossteile und der Übertragungsvorrichtung solange gehindert, als die Verschlussachse in der Endstellung irgendwie, in Wirklichkeit in an sich bekannter Art durch die Verschlusseinrichtung des Stellwerks, festgehalten bleibt. Im Gegenteil entspricht der Grundstellung des Schlosses laut Erfindung eine solche Mittel- bzw.
Anfangsstellung der Verschlussachse, dass deren Festhalten durch die Verschlusseinichtung des Stellwerkes und die weiteren, erst hierauf möglichen Handhabungen vermöge der auf der Verschlussachse aufgesetzten Verschlussstücke unmöglich sind. Die Plombensicherung des Schlossdeckels r und die Überdeckung der Schlossbefestigungsschraube durch ihn bezweckt, eine etwa frevelhafte Abnahme des Schlosses als Ganzes und die dadurch ermöglichte Umgehung der Sicherung zu hindern oder zumindest zu überwachen.
Die Kulissenauschnitte sind so geformt, dass zur Erzeugung der VerschlttHchsenbewegung stets der volle, die schon besagte Schlüsselfesthaltung bestens verbürgende Schlüsselhub ausgenützt wird, während die erreichte Endstellung der Verschlussachse genau der vom ersetzten Hebel erzeugten ent-
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alle, durch verschiedene Hebeltypen der Siemens-Halske-Stellwerke neuester Type erzeugten, verschieden grossen und gerichteten-d. i. aus verschiedenen Ausgangs- in verschiedene Endstellungen gelangenden Verschlussachsenbewegungen - nachgeahmt; es verursdeht der unterste Kulissenausschnitt dieselben Bewegungen der Verschlussachse, wie der Hebe ! für Federweiehen, welcher bei Aufschneidung der We'che die Verschlusse :
nrichtung sperrt (nach Zeichnung 3547 der Südbahnwerke Wien, Graz) : der mittlere Bewegungen wie die Hebel nach den Normal@ lättern 5010, 5011, 5012, 5013, 5014 de@ ehem. k. k. Österreiehisehen Staatsbahnen : der oberste endlich wie der Hebel nach N ormalbhtt 5015 derselben Bahnverwaltung.
Durch die Festhaltung des gedrehten Schlüssels ist auch die dadurch gesperrte Einheit vom Stellwerk und anderen von hier beherrschten Teilen abhängig gemacht. Das Schloss laut Erfindung funktioniert im Zuge der Abhängigkeiten als Vermittlungsorgan : einerseits ist in bekannter Weise die zu sichernde
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sorgen. Anderseits ist die Verschlusseinrichtung des Stellwerks in ebenfalls an sich bekannter Art so ausgeführt, dass die erforderlichen Sperrungen gemäss der Drehrichtung und Endstellung der Verschlussachse stattfinden, u. zw. ist jeder augenblicklichen Stellung der zu sichernden Einheit eine bestimmte Endstellung der Verschlusslchse zugeordnet.
Um dieselbe Stellung der Einheit in gleicher Art durch Vermittlung des Schlosses laut Erfindung am Stellwerke zu sichern, ist der Schlüssel in jenes Schlüsselloch einzuführen, aus welchem die gleiche Endstellung der Verschlussachse herbeigeführt wird ; das wird eben-
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dann schon unweehselbar dem benutzten Schlüsselloch entspricht.
Als Beispiel sei die Schlmselsicherung einer für gewöhnlich ferngestellten Weiche beschrieben.
Zwei an ihr anzubringende, an sie" ! bekannte Weichensperren legen sie abwechselnd in der einen oder anderen Stellung (plus oder minus) fest. und nur der augenblicklich sperrende Schlüssel kann der Sperre entnommen werden. Ausserhalb dieser bildet er somit auch die Kontrolle der Stellung der Weiche. Diese Schlüssel werden in dem an Stelle des Hebels angebrachten Schlosse benützt.
Der Weichenstellhebel der neuesten Stellwerksbauart Siemens & Halske dreht die Kurbel n bei plus"nach links unten, bei minus"nach links oben hin ; diesen Kurbel-und somit auch Verschlussachsenstellungen entsprechen die Sperrelemente der Verschlusseinrichtung. Soll dies ungeändert zur richtigen Festhaltung der Schlüssel
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e :
ne hinaufgerichtete Versehlussaehsendrehung erzeugt werden und nachdem erstere aus dem oberen. zweite aus dem unteren Schlüsselloch erfolgt, der Plus"-SehIüsseI im oberen, der"Minus"-Schlüssel im unteren Schlüsselloch unter entsprechender Anpassung der Zuhaltungen s, t Anwendung finden.
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beliebige, nach getroffene Wahl allerdings gleichbleibende Endstellung der Verschlussachse zugeordnet werden, ohne dass die Sicherheit gemindert wird ; ordnungshalber und zur Vermeidung des Versehluss- e : nrichtungsumbaues beim späteren Ersatze des Schlosses durch e. inen Hebel wird aber von dieser Willkür kein Gebrauch gemacht werden.
Es bedarf wohl keines weiteren Beweises, dass bei Benützung des Schlosses als Sicherungsmechanismus sämtliche Handhabungen von der Entnahme des Schlüssels aus der Sperre der zu sichernden Einheit
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in einer nicht zu durchbrechenden Reihenfolge sichergestellt sind.
Beim konstruktiven Entwurfe des Schlosses kann für eine bestimmte Verschlussachsendrehung grundsätzlich und dauernd, natürlich nicht gleichzeitig, sowohl die Hebung als auch die Senkung des Riegels d ausgenützt werden, nachdem beim Festhalten an der üblichen Übertragungsvorrichtung die Verwandlung der Riegel-in die Verschlussaehsenbewegung lediglich von der Richtung der Kulissenaussehnitte abhängt.
Im Ausführungsbeispiel ist die Anordnung so getroffen dass die Verschlussachsenendstellungen für"plus"oder"(B" (Ring bedeutet Verriegelung in der darin eingetragenen Stellung) durchwegs durch Hebung jene für #minus" oder ##" durchwegs durch Senkung des Riegels, daher die ersteren durch einen und denselben, die zweiten durch den anderen Schlüssel herbeigeführt werden, demzufolge die Schlüssellöeher mit ständig unweehselbar angebrachten Anschritten ## oder #", #- oder 8" versehen sein können.
Desgleichen hängt die Grösse und Richtung der Verschlussachsenbewegungen direkt von der Form der Kulissenausschnitte ab, welchem Umstande zufolge das Schloss mit grundsätzlich soviel Kulissenausschnitten zu versehen wäre, als Verschlussachsenbewegungstypen vorkommen. Beim Doppelhebel nach Normalblatt 5015 gleich die Ausgangsstellung (links unten) der linken Verschlussachse der Endstellung der rechten, die Ausgangsstellung (links oben) der rechten Verschlussachse der Endstellung der linken. Dem müssen die Stellungen der Winkelhebel beider zum Ersatze eines Doppelhebels nötigen
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im rechten unten"d. i. in die Löcher x angeschraubt wird.
Es können im allgemeinen auch durch dieselbe Kulisse bei wechselnder Länge des Armes i1 verschieden grosse Hübe des Winkelhebels erzeugt werden ; das Ausführungsbeispiel zeigt keine Anwendung dieser Bewegungsübertragung an sieh, sondern nur in Vereinigung mit verschiedenen Formen der Kulissenausschnitte.
Bisher bekannte Stellwerksschlösser sichern nur je eine Stellung einer Einheit, sind daher für einen gleichen Sicherungsumfang in mehrfacher Anzahl notwendig. Nebst der Schwierigkeit, welche die Anbringung einzelner solcher Schlösser an passenden Stellen des Stellwerks oft verursacht und welche mit der Anzahl solcher Schlösser sehr bedeutend wächst, macht sich die Unhandlichkeit ihrer Bedienung sehr unangenehm geltend.
Ihre Schlüssel sind zumal Stechschlüssel, welche mit den üblichen Drehsehlüsseln der Einheiten erst unlösbar gekuppelt werden müssen, und welche oft nicht bewegend, ja auch überhaupt nicht direkt auf die i, bertragungsvo richtung und die Versehlussachsen wirken, sondern nur gedreht oder
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passungsfähigkeit für mehrere, geschweige alle bei einer Stellwerksbauart vorkommende Benützungsfälle besitzen-erfordert der gegenseitige Tausch von Schlössern und Hebeln bauliche Eingriffe, u. zw. vor- wiegend oder ausschliesslich im Inneren der Stellwerke.
Jeder solche Einbau ist aber sehr mühsam, langwierig und nur von Fachkundigen ausführbar und es müssen dabei fast ausnahmslos auch zahlreiche, zur vorzunehmenden Sicherung in gar keiner Beziehung stehende Abhängigkeiten auf die Dauer der Arbeit zerstört und daher die Sicherung selbst in einem ausserordentlich und unverhältnismässig weitem
Umfange aufgehoben werden.
Diese Umständlichkeit der Anpassung ist Ursache, warum weder bei ziem- lich häufigen augenblicklichen Störungen durch Gebrechen der Hebel, der daran hängenden Drahtzüge und Einheiten, noch bei für längere Zeit anberaumten Provisorien die so einfache, vorteilhafte, genau so wie die Hebelsicherung verlässliche und bei einfachen Betriebsverhältnissen auch als Definitivum vollauf genügende Schlüsselsicherung in Abhängigkeit von Stellwerken ausser Acht gelassen und eher die Sicher- heit, welche die Ermangelung von Abhängigkeiten zwischen den Sperrung (n und Stellwerken auch bei bester, stets sehr kostspieliger und niemals ganz verlässlicher Beaufsichtigung sehr fraglich ist, unter- bunden wird.
Bei der Anwendung von Zentralschlössern, wovon nur der Kontrollschlüssel vom Stellwerk abhängig gemacht wird, vermindern sich zwar die besagten Bauschwierigkeiten, nachdem weniger Schlüssel mit dem Stellwerke in Abhängigkeit zu bringen sind, die übrigen gegenseitigen Abhängigkeiten sind aber ins Zentralschloss verlegt, so dass die Schaffung einer vollkommenen Sicherung durch Zentral- schlösser nur unbedeutend einfacher und nicht minder zeitraubend als durch bis nun bekannte einzelne
Schlösser ist, ganz abgesehen davon, dass Zentralschlösser gewöhnlich gar nicht vorrätig sind.
'Das Schloss laut Erfindung sichert dagegen mehr Stellungen der in Abhängigkeit zu bringenden Einheit, was seine Anschaffung und Benützung sparsamer als jene der bisher bekannten Schlösser er- scheinen lässt. Durch diese Beschaffenheit des Schlosses ist auch dem meist auftretenden Bedürfnisse der zeitgenössischen Sicherungstechnik, nur zwei von der Grundstellung abweichende Lagen einer Ein- heit zu sichern, genau entsprochen, und ist dies trotzdem, dass auch drei solche Stellungen unter Umständen zu sperren wären, durch das Ausführungsbeispiel absichtlich nicht überholt worden, vorerst, um die Konstruktion tunlichst einfach und der Mehrzahl der Bedürfnisse entsprechend zu gestalten, dann, nach- dem für solche Einheiten-mindestens bei in Österreich üblichen Sicherungsanlagen-stets je zwei
Hebel vorgesehen sind,
deren Ersatz dann durch zwei, zusammen vier Schlüssel bietende Ersatzschlösser erfolgt. Diese Schlüssel sind jene der gesicherten Einheit ; die direkt bewegende Wirkung des Schlosses auf die Verschlusseinrichtung, namentlich auf die ganz normal angewendete Ubertragungsvorrichtung und Verschlussachse gleicht dem selbsttätigen Einfluss jedweden modernen Hebels und sind auch beim
Schloss laut Erfindung die Bedienungshandgriffe auf das unumgänglichste Mindestmass eingeschränkt, was Zeitersparnis und Vermeidung von eiligen Fehlgriffen mit sich bringt.
Die in jedem Anwendungs- falle gleichbleibende Anzahl seiner Bestandteile macht deren Hinterlegungen und Herbeiholungen un- nötig und beseitigt die Nachteile von Konstruktionen mit in verschiedenen Anwendungsfällen ungleich zahlreichen Teilen. Die grundsätzlich in weiterem Umfange, als es im Ausführungsbeispiel geschieht, anwendbare Verstellbarkeit der Kulissen zur Erzeugung verschiedener Verschluss achsenbewegungen spart an Kulissenaussehnitten, verbilligt die Erzeugung und vereinfacht den Mechanismus zum Vorteile seiner Benützung.
Das einheitliche Schloss laut Erfindung ist als Ersatz einer bedeutenden Anzahl von
Hebeln anwendbar, und es unterliegt keinem Zweifel, dass es nach analogen Grundsätzen ebenso für weitere, noch unbekannte Hebel derselben Stellwerksbauart, als auch für andere Stellwerkstypen ver- vollkommnet bzw. gebaut werden können wird ; die universelle Anwendbarkeit dieses Schlosses erspart die Bereithaltung bedeutend grösserer Bestände verschiedener, für den Ersatz nur einzelner Hebeltypen geeigneter Schlösser.
Die beim Gebrauche des Schlosses laut Erfindung vorzunehmenden Arbeiten beschränken sich lediglich auf die Zurichtung des Schlosses als solchen, u. zw. auf die Anpassung der Zuhaltungen s, t, die Einlassung des Zapfens j in die entsprechende Bohrung, und-nur beim Ersatz eines Doppelhebels- auf die entsprechende Anbringung der Kulisse h, und können, nachdem es sich nur um eine fallmässige, ganz einfache Zusammenfügung an sieh unänderbarer, durchwegs schon zubereiteter Teile handelt, auch von Ungeübten äusserst leicht, rasch und verlässlich ausgeführt werden.
Nach Aufstellung des
Schlosses in das hiefür-im äussersten Falle nach Beseitigung des unbrauchbar gewordenen Hebels-
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Umstande zu verdanken, dass die einer Anpassung bedürftigen Teile aus dem Stellwerke in das leicht abseits herzurichtende Schloss verlegt sind.
In einer äusserst einfachen, so wie die Hebelsicherungen verlässlichen, aber bedeutend billigeren Art-man beachte die Ersparnis der Hebel, Drahtzüge, Leitungskanäle, Stell-, Weiehen-Imd Iion- trollriegel-die seinerseits abhängig gemachten Einheiten sichernd, ist aber das Schloss bei einfachen Betriebsverhältnissen, wenn mit regelmässigen Gängen zur Sperrung und Lösung der Einheiten gerechnet werden kann, auch ganz besonders als definitiv braeuhbarer Sicherungsmechanis1llus geeignet, indem es nebst Erminderung der Beschaffungs- und Erhaltungskosten zur wirtschaftlicheren Ausnützung der Bedienungsleute beiträgt.
Die mit jener der Hebel vollkommen gleiche Formung seiner mit der Über-
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fertiggestellten Stellwerke mit Schlössern versehen und sofort in Betrieb genommen werden, um erst später, wann immer, allmählich oder auf einmal, jedenfalls aber ohne jede Ausserbetriebssetzung oder Störung mit Hebeln versehen und dadurch in den Endzustand versetzt zu werden. DerWert dieses durch überhaupt keinen anderen Sicherungsmechanismus, sondern nur durch das Schloss laut Erfindung gebotenen Vorteiles muss unter Beachtung der vielen, den Bau von Sicherungsanlagen oft auch sehr ungünstig beeinflussenden Umstände, sowie des unabschätzbaren Wertes einer intakten Eisenbahnsicherungsanlage für die Betriebssicherheit beurteilt werden.
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