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Verfahren und Vorrichtung zur raschen Erzeugung von Schaum.
Die Erfindung betrifft ein der raschen Erzeugung von Schaum dienendes Verfahren, dem die Wahrnehmung zugrunde liegt, dass pulverförmige Chemikalien zur Herbeiführung ihrer Reaktion nicht erst in Wasser gelöst zu werden brauchen, sondern zu diesem Zweck nur des Hinzutrittes von Wasser bedürfen. Demnach genügt es vollkommen, wenn das eine der getrennt gelagerten pulverförmigen Chemikalien, vom Wasserstrom aufgewirbelt, fortgetragen und durch die die Chemikalien trennende Scheidewand, die wohl trockenes, aber nicht im Druckwasser schwimmendes Pulver zurückzuhalten imstande ist, zu seinem Reagensmittel hindurchgetrieben wird. Dies ist insofern wichtig, weil die verlangte rasche Lösung des ersten Pulvers immer gewissen Schwierigkeiten begegnet.
Die diesbezüglich in der österreichischen Patentschrift Nr. 69500 geschilderte Weise behilft sich damit, dass gleich zu Beginn der Operation möglichst die ganze Masse des ersten Pulvers unter Wasser gesetzt wird. Hiedurch wird dann freilich erreicht, dass anfänglich eine gesättigte Lösung des Chemikaliums erhalten wird. Aber wie gesagt, nur anfangs, denn es ist unausbleiblich, dass mit der Abnahme des Pulverquantums die Lösung immer wässeriger wird, was sich darin zeigt, dass der anfänglich zähe Schaum im Verlauf der Operation immer dünner und also weniger brauchbar wird.
Nicht so bei dem Verfahren gemäss der Erfindung. Hier wird immer nur eine ganz gewisse Menge Pulver vom rotierend einströmenden Druckwasser aufgewirbelt, mitgerissen und durch ein Sieb zum Reagenschemikalium hindurchgetrieben, so dass vom Beginn bis zum Schluss der Operation eine rasch und gleichmässig sich abspielende Reaktion und ein in seiner Beschaffenheit sich gleichbleibender zäher Schaum erzielt wird. Das Mittel aber, die Raschheit der Schaumbildung, die namentlich beim Löschen brennender Tanks von grösster Wichtigkeitist, noch bedeutend zu steigern, besteht darin, dass die Vorrichtung unterteilt und batterienweise verwendet wird, derart, dass beispielsweise die zehnfach unterteilte Vorrichtung an eine gemeinsame Wasserleitung angeschlossen wird.
Damit wird in zehnmal kürzerem Zeitraum dieselbe Schaummenge erhalten, die entweder einer gemeinschaftlichen Spritzleitung, oder aber, wo es sich bei ortsfesten Anlagen um Verteilung auf grösseren Flächen handelt. in Einzelleitungen den Mundstücken zugeführt. Eben die Möglichkeit aber der denkbar kleinsten Unterteilung ist ein besonderer Vorzug des Verfahrens. Nicht darauf angewiesen, das erste Chemikal zu lösen, sondern es nur mitzureissen, kann auch bei kleinstem Ausmass der Pulverbehälter das Durchtrittsverhältnis des einen Chemikaliums zum andern ganz dasselbe bleiben.
Nicht so bei Vorrichtungen, welche die Lösung des ersten Chemikaliums vorsehen. Eine solche in kürzester Zeit zu erhalten, ist ja nur dadurch möglich, dass eine gewisse grosse Anzahl Pulverkörnehen gleichzeitig in das Lösungsmittel gelangt. Hiebei wird anfänglich gerade so viel gute Lösung erhalten, als der zum Reagenschemikalium führende Verbindungskanal zu befördern vermag. Bei entsprechender Unterteilung aber könnte, weil naturgemäss wegen der Verkleinerung der Menge soundso viel weniger Pulverkörnehen gleichzeitig zur Lösung veranlasst würden, in der Zeiteinheit dementsprechend weniger Lösung erhalten werden.
Man wäre daher gezwungen, den Durchtrittskanal zu verengen, was ein langsameres Arbeiten der Vorrichtung zur Folge haben und die Unterteilung unwirksam machen würde.
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hängende Wände oder brennende Motore einen weit dickeren Schaum als brennende Flüssigkeiten, für deren rasche Überdeckung der Schaum möglichst fliessfähig sein muss. Die'Möglichkeit der Regelungder Dicke des Schaumes ist also von Bedeutung.
Da die Dicke des Schaumes sich bis zu einem gewissen Grade nach der vom Druckwasser mitgerissenen Pulvermenge richtet, so kann man das vorstehend beschriebene Verfahren dahin ergänzen, dass man ein, pulverförmiges Chemikal von einem Druckwasserstrom aufwühlen und es durch diesen durch einen von ihm geöffneten Weg hindurch zu dem zweckmässig
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in zu Gruppen vereinigten Geräten ausgeführt werden.
Die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele von zur Ausführung des-Verfahrens geeigneten Vorrichtungen zeigen in Fig. 1 den Längsschnitt einer Ausführungsform eines einzelnen nicht unterteilten Schaumbildners und in Fig. 2 den Schnitt durch die für die Einfüllung umgewendet aufgeschraube Verschlussmutter. Fig. 3 zeigt den in grösserem Massstabe dargestellten Querschnitt durch das. vom Rohr/3 umgebene gewellte Schaumabzugsrohr. Fig. 4 veranschaulicht den Längsschnitt einer Ausführungsform eines Schaumbildners mit Einrichtung zur Regelung der Schaumdicke. Fig. 5-7 stellen Einzelheiten der Vorrichtung nach Fig. 4 dar, u. zw. zeigt Fig. 5 das Schema des Wasgereintrittes in den oberen Pulverraum, Fig. 6 die Draufsicht auf die Durchlässe zu diesem und Fig. 7 die Draufsicht auf den Durchlass zum unteren Pulverraum.
Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 1 bis 5 tritt durch die seitliche Öffnung o des Einlaufes das Druekwasserin den oberen Behälter des Gerätes ein, um zunächst zentrifugal an dessen Seitenwandung entlang zu strömen und die an der Oberfläche befindlichen Teile des pulverförmigen Inhaltes aufzuwühlen und mitzureissen. Hiedurch zum Teil an Bewegung einbüssend, gelangt der mit Pulver geschwängerte Wasserstrom an das Siebrohr s, welches er unter der Einwirkung des inzwischen in dem Behälter gestiegenen Druckes durchdringt.
Durch die von dem Siebrohr und dem längsgewellten Rohr r gebildeten Kanäle (Fig. 3) abwärts fliessend, gelangt der Wasserstrom durch die seitliche Öffnung 0' der Spritzdüse i hindurch in den unteren Behälter, wo er aus schon besprochener Ursache zunächst an der Seitenwandung des Behälters entlang strömt, um mit dem mit einem Schaumbildner vermischten Reagenschemikalium kohlensauren Schaum zu bilden, der dann durch das Schaumabzugsrohr r hindurch unter Zerreissung der die Chemikalien vor Feuchtigkeit schützenden Bleifolie e in die Spritzleitung h eintritt.
Sobald sich der pulvergeschwängerte Wasserstrom bis zum Boden des unteren Behälters durch das Reagenschemikalium hindurch gearbeitet und auf diese Weise auch die letzten Reste des Reagenspulvers aufgefunden hat, ist die bislang mit besonderer Regelmässigkeit sich vollziehende Schaumbildung beendigt, da der Wasserstrom inzwischen auch die letzteren Pulverreste des oberen Behälters fortgetragen hat, so dass er nunmehr leer, d. h. ohne Pulver in den unteren Behälter einströmt, ihn anfüllt und den zuletzt gebildeten Schaum aus Gerät und Spritzschlauch austreibt. Das ist der Zeitpunkt zur Schliessung der Wasserleitung w.
Behufs Neufüllung der Vorrichtung wird. diese durch Abschrauben der Verschlussmutter m von der sie konzentrisch durchdringenden Stange a gelöst und zunächst nach Entfernung des Rohrsiebes s und der mit diesem fest verbundenen Scheibe b gereinigt und getrocknet. Für die Einfüllung frischer Chemikalien wird dann die Verschlussmutter in umgewendet aufgeschraubt, wobei deren Ansatz z die Reinigung- öffnung ausfüllt und verhütet, dass das eingefüllte Pulver in dieselbe gelangen kann. Nach erfolgter Füllung wird der Schaumbildner zunächst wieder an die Stange a gebracht, die hiebei unter Durchdringung des eingefüllten Pulvers mit ihrem unteren Ende sich an den Ansatz z der Verschlussmutter anlegt.
Wird diese dann unter beständigem Hochdrücken der Behälter wieder abgeschraubt, so folgt ihr das Stangenende nach, auf das man, sobald es aus der Öffnung herausschaut, die Mutter umgewendet wieder aufschraubt, wobei die Behälter mit den Dichtungen M M'an die Ränder des mit Wasser-und Sehaumrohr fest verbundenen Deckels d gepresst werden.
Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 4-7 gelangt das Druckwasser durch den Einlass m zunächst in eine Ringkammer k und von hier durch Schrägschlitze s unter Hoehhebung einer lotrecht verschieblichen Platte p zwischen diese und einen Zwischenboden n, so dass es nunmehr, wie
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in den oberen Pulverraum eintritt und dort die unterste Pulverschicht mitreisst.
Da durch das Hochheben der Platte p gleichzeitig Durchlässe e freigeworden sind, tritt nunmehr das pulvergeschwängerte Druckwasser in eine Ringkammer kl und von hier durch den Durchlass o (Fig. 4 und 7) in den unteren Pulverraum ebenfalls rotierend ein, wo sich sofort kohlensaurer Schaum bildet, der dann durch ein Abzugsrohr y hindurch in die Spritzleitung gelangt.
Sobald sich der pulvergeschwängerte Wasserstrahl an den Wänden des Behälter- ! entlang durch das Reagenschemikal bis zum Boden hindurch gearbeitet und auf diese Weise die letzten Reste des Reagenspulvers aufgefunden hat, ist die Schaumbildung beendet, so dass der Wasserstrom, der inzwischen auch das obere Pulver aufgeräumt hat, leer, d. h. ohne Pulverteile den unteren Behälter anfüllt und den zuletzt gebildeten Schaum aus Gerät und Spritzschlauch austreibt.
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Auf diese Weise entsteht der dickste Schaum, der mittels der Vorrichtung herstellbar ist. Ist. dünnerer Schaum nötig, so wird durch Zurückschrauben eines Ventilkopfes v oder dgl. ein Ventilkegel v von seinem Sitz entfernt, wodurch ein Wassereinlass zu einer Ringkammer kil geöffnet wird. Diese füllt sich mit Druckwasser, das alsdann durch Öffnungen o hindurch zu dem pulvergeschwängerten Wasserstrom hinzutritt und diesen entsprechend verdünnt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Bereitung von vorzugsweise Feuerlöschzwecken dienendem Schaum unter Zuleitung von Druckwasser nacheinander zu getrennt gehaltenen pulverförmigen Reagenzien, dadurch gekennzeichnet, dass das vom Druckwasserstrom aufgewühlte erste Reagens mit dem Druckwasser eine Emulsion bildet und als solche durch einen vom Druckwasser geöffneten Weg hindurch zu dem zweiten Reagensmittel gebracht wird, wobei im Bedarfsfalle der Emulsion zur Erzielung eines mehr oder weniger flüssigen Schaumes noch ein Zusatz von Druckwasser zugeführt werden kann.