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Verfahren und Vorrichtung zum Mischen von pulverförmigem oder feinkörnigem Gut
Zum Mischen zweier oder mehrerer pulverförmiger oder feinkörniger Stoffe miteinander ist es bekannt, die Stoffe in einen geschlossenen Behälter einzufüllen, dessen Deckel durch Filterkörper abgègeschlossene Auslassöffnungen hat und in dessen Boden an eine Druckluftquelle anschliessbare Düsen eingesetzt sind, und in diesen Behälter vom Boden her Druckluft oder ein Druckgas einzublasen. Durch diesen Druckgasstrom wird der Pulverinhalt des Behälters aufgewirbelt und durchmischt.
Dabei kann sich jedoch ergeben, dass durch den ständigen Druckgasstrom insbesondere die Stoffe mit geringem spezifischen Gewicht über die andern spezifisch schwereren Stoffe gegen die Behälterdecke geschleudert und durch die über die Filterkörper abziehenden Druckgasströme an diese angepresst werden, so dass das Ziel einer möglichst gleichmässigen Vermischung nicht erreicht wird.
Es ist auch ein Verfahren bekannt geworden, bei welchem zum Fördern und Durchmischen von pulverförmigem Gut in dieses Druckluft eingeleitet wird, die es in einen flüssigkeitsähnlichen Zustand versetzt. Das Durchmischen des Gutes wird durch wechselnde Stosskraft verschiedener, in den Mischbehälter eingeleiteter Druckluftströme erreicht. Dies erfolgt praktisch dadurch, dass mehrere Einlässe für die Druckluft vorgesehen sind, die in wechselnder Folge geöffnet werden. Auf diese Weise soll eine ständige Verlagerung der Einblasstellen für die Druckluft erreicht werden, damit ständig fortlaufend neue Strömungskanäle in dem Mischgut gebildet werden. Durch diese Einrichtung kann niemals der ganze Inhalt eines Mischbehälters schlagartig aufgewirbelt und dadurch vermischt werden.
Um diesen Nachteil zu beseitigen und in kürzester Zeit eine innige gleichmässige Durchmischung des Gutes zu erzielen, wird erfindungsgemäss der Druckgasstrom an allen Einlassstellen gleichzeitig in mehreren, kurzzeitigen und in kurzen Abständen einander folgenden Druckstössen auf das Mischgut zur Einwirkung gebracht, wobei der jeweils folgende Druckstoss erst eingeleitet wird, wenn das von dem vorangegangenen Druckstoss aufgewirbelte Mischgut sich wieder abgelagert hat.
Zweckmässig ist die Stärke der Druckgasströme so bemessen, dass die gröbsten und/oder schwersten Mischungsbestandteile bei jedem Druckstoss in einen Schwebezustand versetzt werden.
In vorteilhafter Weise wird das Druckgas in einem Kranz von Teilströmen mit der Wandung des Kegelmantelbodens folgendem, aber schräg nach oben gerichteten Verlauf auf das Mischgut zur Einwirkung gebracht.
Die Stärke, die Dauer der einanderfolgenden Druckstösse sowie die Abstände zwischen den einzelnen Druckstössen können dabei auch für einenMischvorgang verschieden gehalten sein.
Das erfindungsgemässe Verfahren führt zu einer mehrmaligen, aber jeweils nur kurzzeitigen Aufwirbelung des Mischgutes, wobei der Mischungsgrad mit jedem weiteren Druckstoss verbessert und in weni- gen Druckstössen bereits eine völlig gleichmässige Durchmischung erreicht wird, wobei zu der schnelleren Homogenisierung des Gemisches auch der Umstand wesentlich beiträgt, dass das bei einem Druckstoss in Drehwirbelung versetzte Mischgut vor dem folgenden Druckstoss wieder zusammenfällt, also mit der Folge der Druckstösse stets erneut aufgewirbelt wird.
Zweckmässig findet zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens eine verschliessbare, zylindrische Kammer mit einem an sich bekannten, den verschliessbaren Auslass aufweisenden Kegelmantelboden und einem an eine Ringleitung angeschlossenen Kranz von Sprühdüsen nahe dem unteren Ende des Kegelmantels, deren Achsen nach der Neigung des Kegelmantels ausgerichtet und schräg nach oben ge-
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richtet sind, Anwendung. In vorteilhafter Weise besteht der Verschluss des Auslasses des Kegelmantelbodens aus einem aufrechten Hohlkegel, der mit dem Bodenrand auf der Innenwand des Kegelmantelbodens sitzt und anhebbar ist, sowie in seinem Mantel nahe der Bodenplatte gegen den Kegelmantelboden schräg nach oben gerichtete Austrittsdüsen aufweist und über eine Verbindung in der Bodenplatte an eine Druckgasquelle angeschlossen ist.
Bei den bekannten Einrichtungen sind lediglich ein poröser Kegelboden, den die Druckluft rein radial durchsetzt, oder parallel zurAchse des Behälters angeordnete Düsen vorgesehen. Mit diesen Einrichtungen wird der durch die Erfindung angestrebte Effekt nicht erreicht.
Es lassen sich bei Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung auch in einfacher Weise flüssige Stoffe den pulver- oder feinkörnigen Stoffen beimischen, indem durch einen Kranz von den Behältermantel durchsetzender Düsen mit jedem Druckstoss ein flüssiges Mittel in feinen Sprühstrahlen eingespritzt wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist nachstehend an Hand zweier zu seiner Durchführung dienender Einrichtungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform, Fig. 2 einen Querschnitt nach Linie II-II der Fig. 1 und Fig. 3 einen Achsenschnitt durch eine zweite Ausführungsform.
Die Mischeinrichtung besteht aus einem zylindrischen Behälter l, der bei stehender Anordnung oben durch eine Deckelkappe 2 abgeschlossen ist und an dessen Unterrand sich ein nach unten verengender Kegelmantel 3 anschliesst. Das Ende des Kegelmantels 3 bildet ein Auslassstutzen 4, der durch eine Klappe 5 verschliessbar ist. Die Klappe 5 ist durch einen Stellgriff 6 bedienbar.
Die Deckelkappe 2 hat ein durch eine nicht dargestellte Klappe verschliessbares Fülloch und ist mit einem Kranz von Löchern versehen, in die Zylinderschläuche 9 aus Filtertuch eingesetzt sind. Die Filterschläuche 9 sind an. den Enden durch Stirnwände 10 verschlossen.
Der Kegelmantel 3 ist in dem unteren Bereich von einer an eine Druckluftquelle anschliessbaren Ringleitung 12 umgeben, die über Zweigleitungen 13 an Sprühdüsen 14 angeschlossen ist. Die Sprühdüsen 14 durchsetzen den Kegelmantel 3 und sind in diesem so angeordnet, dass ihre Achse etwa der Neigung des Kegelmantels 3 folgt, aber schräg zu diesem ausgerichtet ist.
In der Ebene der Sprühdüsen 14 ist noch eine nach der Achse des Kegelmantels 3 ausgerichtete Mit- . teldüse 15 vorgesehen, die ebenfalls an die Ringleitung 12 angeschlossen ist.
Bei der Abwandlung der Fig. 3 dient zum Abschluss des Auslasses 17 des Kegelmantelbodens 3 ein Hohlkegel 18, dessen Grundflächendurchmesser etwas grösser ist als der Durchmesser des Auslasses 17.
Der Absperrkegel 18 setzt sich in der Schliesslage auf die Innenwand des Kegelmantels 3 nahe demAuslass 17 auf. Zum Entleeren der Mischkammer 1 wird der Hohlkegel 18 durch eine beliebige Einrichtung angehoben. In dem Ausführungsbeispiel ist der Hohlkegel 18 von der Kolbenstange 19 eines Druckmittelzylinders 20 getragen.
Der Mantel des Hohlkegels 18 ist nahe der Bodenfläche mit einem Kranz von Düsen 14 oder Löchern für die Aufnahme- von Düsenkörpern versehen. Diese Düsen 14 sind schräg nach oben und schräg zur Achse des Kegelmantels 3 ausgerichtet, so dass das aus ihnen austretende Druckgas dem aufzuwirbelnden Gut eine Drallbewegung erteilt.
Etwa in der Höhe der Ebene A - A, die die Schwebezone darstellen soll, die unter Abstimmung auf das Behandlungsgut durch einen bestimmten Gasdruck erreicht wird, können in dem Mantel der Kammer 1 radial gerichtete Sprühdüsen 21 vorgesehen sein, die ein flüssiges Mittel in feinverteilte Zustand in die Schwebezone einsprühen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Mischen zweier oder mehrerer pulverförmiger und/oder feinkörniger Stoffe mitein- ander, bei dem die Stoffe in einer geschlossenen Kammer mit einem einen Auslass aufweisendenKegelmantelboden durch nahe dem Auslassabschluss des Kegelmantelbodens eingeführtes Druckgas aufgewirbelt werden und das eingeführte Druckgas über Filterkörper in der Behälterdecke abziehen kann, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckgasstrom an allen Einlassstellen gleichzeitig in mehreren, kurzzeitigen und in kurzen Abständen einander folgenden Druckstössen auf das Mischgut zur Einwirkung gebracht wird, wobei der jeweils folgende Druckstoss erst eingeleitet wird, wenn das von dem vorangegangenen Druckstoss aufgewirbelte Mischgut sich wieder abgelagert hat.