AT92283B - Filterelektrode. - Google Patents

Filterelektrode.

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AT92283B
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  • Electrodes For Compound Or Non-Metal Manufacture (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Filterelektrode. 
 EMI1.1 
 



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine neuartige Elektrode, die für elektrochemische   Reaktionen verschiedener Art, insbesonderefürBearbeitungorganischerSubstanzen, verwendet werden kann.   



   Durch die D. R. P. Nr. 81893, Nr. 87077, Nr. 277443, Nr. 283596 und Nr. 284022 sind nur eine Reihe von Elektroden bekanntgeworden, die zwar alle das eine gemeinsam haben, dass sie eine gewisse Porosität besitzen, aber einer höheren Druckwirkung nicht standhalten können. 



   Die vorliegende Elektrode dagegen gestattet eine innige Berührung eines gasförmigen, flüssigen oder festen, emulgierten Elektrolyten mit der grossen Oberfläche der Elektrode unter gleichzeitiger Durchmischung mit Reagentien, z. B. Gasen usw., mit denen der Elektrolyt etwa in Reaktion treten soll oder mit den die gewünschte Reaktion beschleunigenden Katalysatoren, in dem der Elektrolyt unter höherem oder niederem Druck durch die poröse Filterelektrode   hindurchgepresst   oder gesaugt wird. 



   Es ist eine bekannte Tatsache, dass bei vielen elektrochemischen   Darstellungsmethoden   besonders organischer Substanzen   störende Nebenreaktionen auftreten,   die die Ausbeute stark vermindern und dadurch die Möglichkeit einer grosstechnischen Verwendung   ausschliessen.   



   Der Grund für diese   störenden Nebenreaktionen   ist meist in der unvollkommenen Ausführung der Elektroden zu suchen und auch die in den obenerwähnten Patenten beschriebenen Elektroden schaffen hier keine Abhilfe. Es werden nämlich in allen Fällen von der Gesamtmenge der zu elektrolysierenden Substanzen jeweils nur die Teile der elektrochemischen Reaktion unterworfen, welche direkt mit der Kathode bzw. Anode in Berührung stehen. Soll nun hohe Ausbeute erzielt werden, so muss dafür Sorge getragen werden, dass alle Teilchen des m bearbeitenden Stoffes mit den Elektroden in Berührung kommen. 



  In der Praxis wird dies bisher meist durch   Umrühren   erreicht. Die Folge davon ist aber, dass auch die schon gebildeten Produkte der weiteren   Stromeinwirkang ausgesetzt-ind und dadurch   weiter verändert werden können. Dies bedingt das Auftreten von nicht   gewünschten   Substanzen, sowie von Strom-und   Materialverlustui,   die das Verfahren unrentabel machen. 



   Bei der Elektrolyse von nicht direkt in einem Elektrolyten   löslichen   Stoffen ist nach den bisher bekannten Verfahren eine wirklich innige Berührung mit der Elektrodenfläche überhaupt nicht   möglich   oder mit grossen Schwierigkeiten verbunden. 



   Erfindungsgemäss wird nun eine bessere Ausnutzung des Stromes und eine grössere Wirksamkeit der Elektrodenfläche dadurch erzielt, dass die zu bearbeitenden Substanzen allein oder mit den Elektrolyten gemischt, gelöst oder emulgiert, von innen nach aussen durch die den elektrischen Strom leitende, mehr oder weniger poröse, zylindrische Elektrode der Einwirkung des elektrischen Stromes unterworfen werden. 



   Folgende Vorteile werden gegenüber den bisher bekannten Elektroden dadurch erreicht : a) Ein jedes Molekül der zu bearbeitenden Substanzen kommt mit der Elektrode in innige Berührung, weil diese von innen durch die Poren der Elektrode mit grösserem oder geringerem Druck gepresst oder gesaugt werden. b) Es können ausser flüssigen auch schwer oder gar nicht lösliche (in   emulgierter   Form) und sogar gasförmige Substanzen mit gutem Erfolge elektrolysiert werden. e) Auch Nichtelektrolyte können an der porösen Elektrode mit an der Anode gebildeten Sauerstoff-, Halogen-oder andern Anionen oder mit dem an der Kathode auftretenden Wasserstoff oder anderen Kationen elektrochemisch bearbeitet werden.

   

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   su)   Die Elektroden können in beliebiger Grösse oder in zylindrischer oder flacher Form aus verschiedenem Material für beliebige Drucke (1-30 Atmosphären) gebaut und ihre Porosität durch eine geeignete Vorrichtung leicht verändert werden. e) In einem Arbeitsgang kann gleichzeitig neben der Elektrolyse auch eine Dialyse. oder Osmose ausgeführt werden, wenn der Elektrolyt während des Prozesses   kontinuierlich erneuert wird.   



   In den Zeichnungen Fig. 1-4 und Fig. 5-8 sind nun zwei Ausführungsformen der neuen Elektrode beschrieben. Die Elektrode besteht aus einem runden, ovalen, flachen, viereckigen oder sonst   beliebte   geformten metallischen Rohr 1, mit Boden 2, welches seiner Länge sowie Durchmesser nach mit vielen Löchern a und (oder) Schlitzen b durchschnitten ist, um die in Rohr 1   befindliehe   Flüssigkeit zum porösen Teil der Elektrode durchzulassen. Um dieses Rohr 1 werden nun auf der ringförmigen Erweiterung des 
 EMI2.1 
 förmig aufmontiert. 



   Dieser poröse Teil kann in verschiedener Art und aus verschiedenen Strom leitendem Material hergestellt werden. 



   In Fig. 1 sind drei Ausführungsarten des porösen Teiles der Elektrode dargestellt : J. stellt die Ausführungsart aus poröser Kohle oder Metallen dar, B die Ausführung aus feinerem oder gröberem Metalnetz und C die Ausführung aus feineren oder gröberen, metallischen Spänen oder   Metallwolle.   



   Der leitende, neue Grundsatz in der Herstellung solcher   grösseren   Druck standhaltende, porösen   Elektrodenflächen   ist der, dass die Elektrode aus poröser, Strom leitender Masse (Kohle-, Graphit-oder   Metallpulver oder Metallwolle oder-späne usw. ) besteht, welche in kürzeren oder längeren Abständen   durch metallische, ringförmige, dünne, einzelne Scheiben oder Netze verstärkt ist. Bei Verwendung von Kohle, Graphit, Russ,   Metallpulver, -spänen oder -wolle   ist es vorteilhaft, die Zwischenlagen nicht aus glatten, sondern aus gewellten Scheiben oder Netzen anzuwenden. Sie haben den Zweck, den Widerstand der porösen Schicht gegen inneren Druck zu erhöhen.

   Die Porosität   lasst   sich aber auch, wie in Fig. 1 bei B angegeben und in Fig. 3 genauer ausgeführt ist, aus mehr oder weniger feinmaschige Metallnetz herstellen. Es wurde festgestellt, dass Elektroden, deren poröser Teil aus Netzen hergestellt ist, bei Anwendung von grossem inneren Druck auch zur Verstärkung Zwischenlagen aus Blech erfordern. Bei geringerem Druck können jedoch auch Netzringe allein angewendet werden. Dasselbe gilt auch für die Ausführungsart C (Fig. 1). Es ist ganz gleich, gemäss welcher der drei Ausführungsarten die poröse Elektrode zusammengestellt ist, das Zusammendrücken der einzelnen Abteilungen oder ringförmigen Scheiben kann stets durch eine Mutter 3 und das der   zylinderartigen   Unterlage 4, mit verbreitertem Untersatz durch das auf dem oberen Teil des Zylinderrohres angebrachte Gewinde geschehen.

   Die poröse Elektrode wird bei 5 durch Flanschen oder sonstige Verbindungsarten und Bolzen 7 an die Zuführungsleitung der zu bearbeitenden Flüssigkeit oder Gase angeschlossen. Durch Klemme 6 wird die Elektrode entweder mit dem positiven oder negativen Pol verbunden, je nachdem, ob sie als Anode oder Kathode wirken soll Die Ausführungsform in Fig. 4 unterscheidet sich von Fig. 1 nur durch ovale Form des Rohres und des porösen Teiles. 



   Es ist äusserst wichtig, dass alle porösen Teile der Elektrode mit dem Strom in festen,   metallischen   Kontakt bleiben. Bleibt zwischen der Rohrwand 1 und den einzelnen porösen Abteilungen ein Zwischenraum, dann kann ein inneres Potential zwischen beiden Flächen auftreten, welches Verätzung der Metallteile, sowie andere unliebsame Erscheinungen hervorrufen kann. Für diese Zwecke werden die einzelnen Scheiben oder Netze (Fig. 5) durch Mutter 5 und Stab 9 mit 3 konus artigen Erweiterungen 10 und unter Zuhilfenahme von drei radial (auf gleicher Strecke um Stab 9) verteilten metallischen Kontaktleisten (eine jede mit drei Erweiterungen 11,   12, 13, Fig   5 und 6) fest   auseinandergedrückt   und dadurch mit der porösen Fläche am Rohr 1 elektrisch gut verbunden.

   Das Rohr 1 in Fig. 5 ist enger als das in Fig.   1   und durchlöchert, um die zu bearbeitende Substanz dem porösen Teil der Elektrode gut zuführen zu können. 



  An den Erweiterungsstellen der Kontaktleisten   11, 12, 1. 3   ist das Rohr 1 in geeigneter Weise durchbohrt und dient daselbst als Führungsleiste. 



   In Fig. 5 ist der poröse Teil auch in drei Ausführungsarten. A, B, C veranschaulicht. Bei der Ausführungsform   A   folgen metallische Netze und nicht leitende Substanzen (dünne, poröse Stoffe wie Asbest,   Tuch usw. ) aufeinander abwechselnd.   



   Bei der   Ausführungsform-B (Fig.   5 und 7) wird die Porosität anstatt durch Netze durch Spulen 
 EMI2.2 
 hergestellt werden. 



   Reiht man nun eine Anzahl solcher Spulen aneinander oder stellt man die ganze   Filterfläche   aus einer Spule her, so bekommt man je nach der Dicke des verwendeten Drahtes eine Elektrode von ver-   schiedenerDurchlässigkeit, Fig. 7 zeigtden Querschnitt eines Teiles solcher SpulenimvergrössertenMassstabe.   



   Eine grössere oder geringere Porosität erhält man durch Aufeinanderlegen dünner Blechring, welche durch Ätzen oder sonstwie mehr oder weniger rauh gemacht sind (Ausführungsform C). 



   Das Zusammenpassen der einzelnen Spulen, Netz-oder Seheibenringe wird (Fig.   1)   mit Hilfe der   Mutter. 3 und der zylindrischen Unterlage mit erweitertem Untersack 4 (hier schräg nach innen, um die äussere Kante mehr als die innere festzuziehen) vorgenommen.   

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   Der Boden 2, sowie der Untersatz 4, bei   Mutter. 3   werden mit einer Strom isolierenden Substanz   J   und 16 (Fig.   l und Ï) umkleidet,   so dass nur die poröse Fläche der Elektrode den Strom leitet,
Die besondere Art der Kontaktleiste 11 und 12 in Fig. Ï erzielt einen sehr guten Kontakt zwischen dem Strom leitenden Rohr   1 und dein   porösen Teil. 



   Bei den beschriebenen   Ausführungsarten   der porösen Elektrode aus Netzen oder aus auf Netzen oder gelochte   Blechunterlagen gewiekelten Drahtspulen   erhält man immerhin noch grobe Poren, die für sehr feine molekulare Verteilung lange nicht genügen. In solchen Fällen wird die gewünschte Dichte gemäss vorliegender Erfindung dadurch erzielt, dass zunächst statt des zu bearbeitenden Stoffes durch solche Elektroden, je nach der   gewünschten Feinheitin Wasser oder sonstigen Flüssigkeiten aufgeschlämm-   ter Graphit, Kohle, Russ oder Metallpulver, am besten ein kolloidales Metall (in Gelform) so lange durch Pressen oder Saugen durchgedrückt wird, bis alle gröberen Poren durch den feinen Schlamm verdichtet sind. 



   Durch diese Verfahrensweise hat man es immer in der Hand, die gewünschte Porosität herzustellen. 



  Die Netze und Drahtspulen dienen nur als Gerüst, als Träger der   wirllichen Porositätserzeuger.   Die Verdichtung der Poren kann auch so ausgeführt werden, dass man letztere mit einem   wasserunlöslichen     Sehwermetallsalz,   wie z. B. Nickelkarbonat, füllt. Dieses wird dann ganz oder teilweise zu einem mehr oder weniger gut leitenden Oxyd oder Metall durch den elektrischen Strom in einem   geeignetenElektrolyten   reduziert. So erhält man ein höchst feines, durchlässiges Porenfüllmaterial. 



   Selbstverständlich können statt leitender auch nichtleitende Stoffe genommen werden. Sie werden gleichmässig zwischen den Poren und Netzen verteilt und können auch als Katalysatoren wirken.   A  
Man kann die Spulen oder Netze auch aus Draht herstellen, welcher mit Garn oder mit einem dünneren Draht umwickelt ist. Durch mehr oder weniger starkes Zusammenpressen der einzelnen Netze oder Blechring oder Spulen kann die Anfangsporosität beliebig verändert werden. 



   Eine besonders für flüssige Substanzen geeignete feinporige Elektrode kann man auf folgende Weise herstellen : Ein aus Graphit oder Metallpulver oder-wolle mit Melasse   zusammengekneteter,   dicker Teig wird zwischen die metallischen Scheiben oder Netze der Elektrode gestrichen. Das Ganze   I : isst   man nach langsamen   Austrocknen   vorsichtig verkohlen und erhält so feste, poröse Elektroden, die infolge der metallischen Zwischenlagen grösserem Druck Widerstand zu leisten vermögen. 



   Die Elektroden können entweder als Kathode zum Zwecke der Reduktion, Hydrierung, Enthalo-   genisation,   Kondensation oder Polymerisation oder als Anode zum Zwecke der Oxydation oder   Halogen :-     sation, namentlich von organischen   Stoffen, ferner für Akkumulatoren oder galvanische Elemente Verwendung finden. 



   Manchmal wird es zweckmässig sein, nicht nur eine einzelne, sondern zwei oder mehrere zu Batterien vereinigte Elektroden zu verwenden, die dann durch eine Zuführungsleitung gespeist werden. 



   Für besondere Fälle der Reduktion oder Hydration (z. B. von Azetylen zu Azetaldehyd) oder Oxydation, z. B. von Azetylen zu Essigsäure, können vorteilhaft amalgamierte Elektroden als Kathode bzw. Anode Verwendung finden. Die Amalgamierung des Drahtes oder der daraus gefertigten Spulen und der Blech-oder Netzringe kann durch elektrochemische Reduktion in geeigneten Elektrolyten vor oder nach Zusammenstellung der einzelnen porösen Teile der Elektrode ausgeführt werden. 



   Es wurde die Beobachtung gemacht, dass die Amalgamierung nicht nur als ein sehr wirksamer und beständiger Katalysator, sondern auch als ausgezeichnete feine, elastische Porenverdichtung wirkt. 



   Letzteres war nicht vorauszusehen, da man annehmen musste, dass das Quecksilber die feinen Poren verstopfen wird. Es zeigte sich aber, dass beim Durchpressen oder-saugen der zu bearbeitenden Stoffe durch die amalgamierten, porösen Wände von innen nach aussen eine besonders gute, innige   Berührung   zwischen den Stoffen und den   Elektrodenflächen   bei guter Durchlässigkeit der Poren erreicht wird. 



   Eine Porenverdichtung kann ferner dadurch erzeugt werden, dass man die innere oder   äussele   Elektrodenwand oder beide galvanoplastisch mit einer porösen Metallschicht bedeckt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Filterelektrode, bestehend aus einem gelochten oder geschlitzten, mit der Elektrolytzuführungsleitung verbundenen Rohr aus Metall, Kohle, Graphit od. dgl., auf welchem, durch eine gemeinsame Schraubenmutter zusammenpressbar,   Netz-oder durchlochte Blechringe   oder auf Netz-oder durchlochte   Blechunterlagen   aufgewickelte Drahtspulen oder zwischen Blech-oder Netzringe eingebrachte   Met ? H-     späne,-wolle oder-pulver   angeordnet sind.

Claims (1)

  1. 2. Filterelektrode nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwischen die äussere Umhüllung ein- gepresste oder eingesaugte, staubförmige Metalle, Metallegierungen, metallische Kolloide, Russ, Graphitod. dgl.
    3. Filterelektrode nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch, in die äussere Umhüllung eingebrachte. wasserunlösliche Verbindungen der Schwermetalle, welche auf elektrolytischem Wege zu Metall reduziert werden.
    4. Filterelektrode nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine auf galvanoplastischem Wege im EMI3.1
    5. Filterelektrode nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrode oder ihre Bestandteile amalgamiert sind.
    Druck der Österreichischen Staitsdmckerei in Wien. 2431/23.
AT92283D 1918-07-05 1921-03-23 Filterelektrode. AT92283B (de)

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