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Einrichtung zur Bestimmung und Festlegung der Reaktionsfähigkeit eines Menschen auf unerwartete Eindrücke.
Der Gegenstand der Erfindung besteht aus einer Vereinigung mehrerer, zum Teil an sich bekannter Vorrichtungen, die in zweckentsprechender Verbindung eine Einrichtung zur Bestimmung und Festlegung der Reaktionsfähigkeit eines Menschen auf unerwartete Eindrücke bilden, während dessen Aufmerksamkeit gleichzeitig durch anderweitige ständige Eindrücke erregt wird. Die neue Einrichtung ist ferner geeignet, die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis zu untersuchen und zu üben, die Bewegungs-oder andere menschliche Fähigkeiten festzustellen usw.
Die neue Einrichtung weist im wesentlichen folgende Merkmale auf : a) auf den Prüfling werden unregelmässig erscheinende Reize ausgeübt, die seine Aufmerksamkeit erregen, auf die er jedoch nicht reagieren soll, b) gleichzeitig wirken auf den Prüfling andere Reize, auf die er reagieren soll, c) das Auftreten der Reize zweiter Art und die darauf erfolgende Reaktion des Prüflings werden selbsttätig aufgezeichnet bzw. es wird die zwischen dem Auftreten des Reizes und der Reaktion darauf verstreichende Zeit selbsttätig gemessen.
Zwecks Ausführung der Reaktion enthält die Einrichtung z. B. einen Schalter, eine Lenk-oder Bremsvorrichtung, wie man sie auf Automobilen, Strassenbahnwagen usw. findet.
Als Reizgeber dient z. B. eine Schaltungsanlage von Lichtquellen verschiedener Art und Färbung, die teils ständig, teils in Interwallen leuchten, teils aber auch plötzlich aufblitzen oder in ähnlicher Weise in Erscheinung treten, oder ein Kinematograph, der auf der Bildwand unregelmässig erscheinende Bilder erzeugt, o. dgl.
In den Zeichnungen sind zwei Ausführungsbeispiele der neuen Einrichtung dargestellt.
In Fig. i sind a kleine, in unregelmässigen Zeiträumen aufblitzende Lichter, beispielsweise von gelber Farbe. Sie werden, wie in der Zeichnung angedeutet, durch einen Motorschalter in Tätigkeit gesetzt. Weiterhin sind Lichter b vorgesehen, die seitlich oder vor dem Prüfling plötzlich aufblitzen, und die sich durch andere Farben oder in anderer Weise deutlich von den Lichtern a unterscheiden, z. B. rot sind. Ein Schalter g dient dazu, sie beliebig aufblitzen zu lassen. Ferner ist eine Lenk-oder Bremsvorrichtung c vorgesehen, die vom Prüfling gehandhabt wird. Sie ist mit der Leitung des oder der Lichter b derartig verbunden, dass, sobald der Prüfling bei Erscheinen eines roten Lichtes b die Bremse anzieht, das oder die Lichter b verlöschen.
Mit letzteren ist eine elektrisch geschaltete Uhr d in Verbindung gebracht, die Tausendstel von Sekunden anzeigt und beim Einschalten der Lichter b in Tätigkeit gesetzt, bei deren Ausschalten, also auch beim Anziehen der Bremse c. ebenfalls ausgeschaltet wird.
Auf diese Weise ist man imstande, die Schnelligkeit und bei wiederholten Versuchen auch die Gleichmässigkeit der Reaktionen an Hand der Register zeitlich zu messen.
Um nun die durch die Lichter a in Anspruch genommene ständige Aufmerksamkeit des Prüflings nicht durch die Gleichartigkeit derselben zu einer rein mechanischen sinnlichen Handlung ohne Überlegung ausarten zu lassen, werden zu beiden Seiten der Lichter b je ein andersfarbiges Licht e (z. B. grün und weiss) angeordnet, die ebenfalls in unregelmässigen Intervallen aufblitzen und auf deren plötzliches Erscheinen der Prüfling nicht reagieren soll, so dass also durch das unregelmässige Aufblitzen der verschiedenartigen Lichter a und e seine Aufmerksamkeit ohne Unterbrechung gefesselt wird, bis die Lichter b in Wirkung treten,
Das Wesen dieser Einrichtung besteht also darin, dass die eine zweier Lichtschaltanlagen mit dem Messinstrumente derart verbunden ist, dass letzteres erst bei Einschaltung der ersteren in Tätigkeit gesetzt, aber abgeschaltet wird,
sobald die Lenk-oder Bremsvorrichtung zur Wirkung kommt, während jedoch die andere Lichtein-und-ausschaltung weiterläuft. Es sind also zweierlei Lichtschaltarten von einander abhängig in Tätigkeit, aber nur eine ist mit der anderen Apparatur in Verbindung gebracht, wodurch einmal ein ständiges Aufmerken des Prüflings, und zweitens ein besonderes plötzliches Aufmerken erzielt wird und letzterem entsprechend wird eine besondere Tätigkeit beabsichtigt.
Bei der Ausführung nach Fig. 2 erzeugt ein Kinematograph k auf der Bildwand i unregelmässig erscheinende Bilder i. Das Erscheinen der Lichtbilder wird von mechanischen oder elektrischen Messapparaten k, n (Chronoskop, Chronograph, Kymagraphion oder von einem ähnlichen Registrierapparat), welche mit dem Bildapparat k verbunden sind, auf-
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apparaten aufgezeichnet wird. Dabei kann die Einrichtung derart getroffen sein, dass das
Inbetriebsetzen bzw. das Einstellen einer oder beider Messvorrichtungen beim Erscheinen der Bilder und das Wiederausserbetriebsetzen bei Inbenutzungsnahme des Bedienungsstandes I bewirkt wird.
Auf diese Weise ergeben die Einstellungen einer oder mehrerer Messvorrichtungen m, k, n oder-falls diese mit Schreibvorrichtungen ausgerüstet sind-ihre
Aufzeichnungen ein Mass für die Reaktionszeit.
Soll nun beispielsweise die Aufmerksamkeit des Prüflings mittels dieser Einrichtung untersucht werden, so erhält dieser die Anweisung, dass er beim Erscheinen bestimmter
Bilder bestimmte Bewegungen an den Bedienungsmitteln auszuführen hat. Das Erscheinen der Bilder und das Ausführen der Handhabungen wird auf den Messapparat übertragen, so dass der Verlauf der Aufmerksamkeit genau festgestellt werden kann. Zweckmässig können die Bilder derart gewählt werden, dass sie zu dem zu prüfenden Fall in gewisser Be- ziehung stehen.
In ähnlicher Weise kann die Reaktionsfähigkeit auf optische, akustische oder taktile
Reize oder Schreckreize festgestellt werden. Zu dem Zwecke werden ausser dem die besondere
Aufmerksamkeit des Prüflings erregenden Kinematographen noch ein oder mehrere die all- gemeine Aufmerksamkeit erregende und in gewissen Zeitabständen erscheinende Signale oder andere Bilder zur Auslösung der angegebenen Reize vorgesehen und mit der Messvorrichtung und dem Bedienungsstand verbunden. Diese Signale treten allgemein plötzlich auf und rufen entsprechende Reaktionen bei dem Prüfling hervor, so dass deren Auftreten und nach sich ziehende Bedienungsbewegungen oder-handlungen im Zusammenhang mit den anderen
Reaktionsvorgängen aufgezeichnet werden.
Soll das Gedächtnis untersucht werden, so dienen die dargebotenen Lichtbilder als
Gedächtnismaterial. Die Reihenfolge und Darbietungszeit wird hier ebenfalls vom Mess- apparat k angezeigt oder aufgezeichnet, so dass auch hier der Verlauf der Untersuchung genau beobachtet und nachgeprüft werden kann. Die Bewegungsfähigkeit kann beispiels- weise so untersucht werden, dass bestimmte Bilder oder Bildgruppen bestimmten Körper- gliedern oder Bedienungsmitteln zugeordnet werden. Die Bewegungshandlungen werden dann beim Auftreten der Lichtbilder ausgeführt.
Beim Üben der genannten Eigenschaften und Fähigkeiten des Prüflings werden Licht- bilder und Bewegungshandlungen unter der Aufsicht des Messapparates wiederholt.
Ausser obigen Einrichtungen schliesst die Erfindung auch mechanisch wirkende Schreck- reize ein, so dass also die schnelle und sichere Handhabung z. B. der Bremse auf Schrecken hervorrufende Eindrücke ebenfalls registriert werden kann. Diese Schreckreize können ver- schiedener Art sein und werden durch dieselbe Kraft, wie z. B. durch Akkumulatoren, hervorgerufen sowie mit der Sekundenuhr, wie oben beschrieben, zwecks Messung verbunden,
So könnte z. B. ein Hammer, der durch ein Schaltwerk gelöst wird, auf den Tisch, an welchem der Prüfling steht, um die Bremsvorrichtung zu bedienen, aufschlagen, oder eine
Pistole könnte in derselben Weise abgeschossen werden, um einen lauten Knall, dem Platzen eines Luftreifens ähnlich, abzugeben. Natürlich können auch andere Schreckreize, z. B.
Berühren des Kopfes durch einen Draht, einen Zweig usw. vorgesehen werden, wobei der Zweck zu verfolgen bleibt, durch Abwechslung in der plötzlichen Hervorrufung unerwarteter und Schrecken einjagender Eindrücke bei ständiger stets gefesselter anderweitiger Inanspruchnahme der Aufmerksamkeit des Prüflings eine der Wirklichkeit des öffentlichen Verkehrs genau entsprechende Lage zu schaffen, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, die Reaktions- schnelligkeit und-sicherheit des Führers von Fahrzeugen zeitlich genau zu messen.
Eine solche Einrichtung würde zur Verminderung der Unglücksfälle bedeutend beitragen, da man nunmehr ungeeignete Führer vor ihrer Einstellung erkennen kann.
Auch ist diese Einrichtung zu Ausbildungs-und Übungszwecken von Wert, ebenfalls zur nachträglichen Feststellung der Ursache von Unglücksfällen, sobald die Unbrauchbarkeit des Führers festgestellt ist.
Die Einrichtung kann auch die Abänderung erhalten, dass das Gefahrzeichen erst ausgeschaltet wird, sobald der Prüfling zwecks Vermeidung eines Unglücksfalles das Gefährt richtig angelenkt hat.
Die Vorrichtung findet Verwendung in der Psychologie, Pädagogik, Psychotechnik und für ähnliche Untersuchungs-und Übungszwecke.
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